Chronische Krankheit

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Chronische Krankheiten nehmen im Laufe der Jahre immer mehr zu, heilen nie von alleine und sind selbst durch die gesündeste Lebensweise und Ernährung nicht an ihrem Fortschreiten zu hindern.[1] Ab 1828 sind für Hahnemann die meisten Menschen, zumindest latent, krank. Daher bilden die chronischen Krankheiten die größte Zahl der Krankheits-Fälle.[2]

Chronische Krankheiten, nach Dr. Samuel Hahnemann, sind grundsätzlich von einem chronischen Miasma verursacht.[3] Ein solches kann vom Körper unbehandelt nicht überwunden werden. Zunächst war nur die Syphilis als eine solche miasmatische chronische Krankheit bekannt. Und als solche erlischt sie erst mit dem Tode des Patienten.[4] Hahnemann fügte die Sykose (Feigwarzenkrankheit) dieser Krankheitsgruppe hinzu.[5]
Als unermesslich bedeutender sah Hahnemann jedoch die Psora als chronisches Miasma, da er sie als wahre Grundursache und Erzeugerin fast aller übrigen, häufigen, ja unzähligen Krankheitsformen sah, welche als eigene, abgeschlossene Krankheiten fungieren.[6] Als chronisch werden auch solche Krankheiten eingeordnet, welche durch kontinuierliche Schwächung des Körpers durch starke Arzneien, Abführmittel, Aderlässe usw. aufrecht erhalten werden (allöopathische Unheilkunst). Dies sind die homöopathisch am schwierigsten zu heilenden chronischen Krankheiten.[7]

Während Hahnemann zunächst mit der Behandlung akuter Krankheiten zufrieden war, so kommentierte er bald seine Behandlungserfolge chronischer Erkrankungen mit "Ihr Anfang war erfreulich, die Fortsetzung minder günstig, der Ausgang hoffnungslos."[8] Also forschte er intensiv in diese Richtung.

Hahnemann unterscheidet:
Festehende Krankheiten: Sie werden stets von der gleichen Ursache hervorgerufen und produzieren in jedem Patienten gleiche, für die jeweilige Krankheit charakteristische Symptome. Solchen Krankheiten steht daher ein Name zu.[9]Hahnemann lehrt in diesen Fällen eine festständige Therapie (z. B. Arnica bei Quetschungen - die heute bekannten 'bewährten Indikationen').
Nicht-feststehende Krankheiten: sie haben unterschiedliche Ursachen, verlaufen jedesmal anders und sie zeigen sich auch in jedem Kranken verschieden. Hahnemann sprach zum Beispiel von einer Art Veitstanz, einer Art von Wassersucht,einer Art kalten Fiebers (also von Krankheitsformen). Es ist fälschlich, diesen Krankheitsformen Namen zu geben.[10] Sie erfordern eine individuelle Behandlung.[11]

Die Syphilis gilt als feststehende, durch ein Miasma übertragene, chronische Krankheit, allerdings mit verschiedener Gestalt.[12] Diese Erkenntnis gab Hahnemann die Richtung zur Erforschung der restlichen chronischen Krankheiten vor.
Hieraus ergab sich für ihn der

1. Analogschluss, mit dem er den sicheren Hafen in seiner Lehre verlässt: Auch andere feststehende Miasmen können chronische Erkrankungen unterschiedlicher Art erzeugen.

2. Analogschluss: Chronisch-miasmatische Krankheiten werden genauso wie die akuten epidemischen erforscht. Ein Krankheitsbild wird postuliert, das sich erst bei vielen Kranken in seiner Gesamtheit zeigt, nicht bei einem allein. Analog zur Syphilis, bei der bei allen Erkrankten ein bestimmtes Medikament verordnet wird, soll auch bei "innerer Krätzkrankheit" mit oder ohne Hautausschlag eine bestimmte Anzahl von Mitteln zur Heilung ausreichen.[13]
Das dritte Miasma neben Syphilis und Psora ist die Sykosis, die Feigwarzenkrankheit.

Organon der Heilkunst, 4. und 5. Auflage: Alle chronische Krankheiten, außer solche, die durch falsche Lebensweise verursacht werden, sind mit Syphilis, Sykosis oder Psora behaftet.
Zusätzlich werden in der 5. Auflage solche nichtmiasmatische chronische Krankheiten hinzu gezählt, die von allöopathischer Behandlung herrühren,
In der 6. Auflage des Organon der Heilkunst heißt es dann, der größte Teil der übrigen chronischen Krankheiten stammt von den genannten Miasmen her.[14]]

Hahnemanns Festlegung auf eine Ursache für nahezu alle Krankheiten wird in Organon 6 durch den systemimmanenten Rückgriff auf die Komplikation von Psora und Syphilis zwar etwas abgemildert, im wesentlichen aber ändert sich nichts an seiner unitaristischen Auffassung. Man stelle sich vor, die "Schulmedizin" führe alle chronischen Krankheiten auf eine Infektion zurück und davon wiederum 90 % auf genau einen Erreger, der mit passenden Antibiotika behandelt werden sollte...
Wenn Hahnemann schon davon ausgeht, dass zum Heilen die Kenntnis der Krankheitsursache nötig ist, wäre es vermutlich besser gewesen, eine Grundlage für die Erforschung weiterer Ursachen zu schaffen und sich die praktische Einbeziehung hinzukommender Kenntnisse offenzuhalten. Diesen Weg verbaut sich Hahnemann aber durch die "Entdeckung" der alles begründenden Psora. Deswegen steuert er sein Konzept auch mit der Krankheitslehre in eine Sackgasse.[15]

Die Miasmenlehre kann heute als ein Versuch betrachtet werden, Ordnung in das Chaos der vielfältigen chronischen Krankheitserscheinungen zu bringen und diese auf eine bestimmte Anzahl von Ursachen zurückzuführen. Dieser Versuch führte zu einigen positiven Aspekten,
Der Versuch selbst darf als gescheitert gelten. Das Aufstellen einer Lehre - und selbst einer Theorie - ist für sich schon schwer genug. Die Miasmen-Lehre war ein geschlossener, durchdachter, vordergründig vieles erklärender und damit großer Entwurf Hahnemanns, der dennoch nicht ins Schwarze traf.[16]

 

  1. Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, 6. Auflage, § 78
  2. Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, 6. Auflage, Einleitung
  3. Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, 6. Auflage, § 78
  4. Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, 6. Auflage, § 79
  5. Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, 3. Auflage, § 220
  6. Samuel Hahnemann, Die chronischen Krankheiten, Band I, Natur der chronischen Krankheiten
  7. Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, 6. Auflage, § 74
  8. Samuel Hahnemann, Die chronischen Krankheiten, Band I,
  9. Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, 6. Auflage, § 46
  10. Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, 6. Auflage, § 81
  11. Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, 3. Auflage, § 83
  12. Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, 3. Auflage, § 214
  13. Samuel Hahnemann, Chronische Krankheiten, Band I, Natur der chronischen Krankheiten
  14. Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, 6. Auflage, § 78
  15. Matthias Wischner, Fortschritt oder Sackgasse, KVC Verlag, 2000, Seite 343f
  16. Matthias Wischner, Fortschritt oder Sackgasse, KVC Verlag, 2000, Seite 99f