Rupert Sheldrake

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Rupert Sheldrake (2008)
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Rupert Sheldrake (* 28. Juni 1942 in Newark-on-Trent, Nottinghamshire) ist ein britischer Autor und Biologe. 1981 stellte er die Hypothese der von ihm so benannten morphischen Felder auf, die die Entwicklung von Strukturen in der Natur beeinflussen.

Werdegang

Sheldrake studierte in Cambridge Biologie und Biochemie, später an der Harvard University Philosophie. Im Jahr 1967 promovierte er in Biochemie, lehrte am dortigen Clare College und war dort bis zum Jahr 1973 Forschungsleiter für Biochemie und Zellbiologie. Dort sowie bei der Royal Society befasste er sich mit der holistischen Tradition in der Biologie, führte Forschungen zur Entwicklung von Pflanzen und zur Zellalterung durch und formulierte die Theorie der von ihm so genannten morphischen Felder, seine Grundlage der Hypothese eines Gedächtnisses der Natur.

Von 2005 bis 2010 war Sheldrake Direktor des Perrott-Warrick-Projekts, das aus einer dem Trinity College in Cambridge zugute gekommenen Stiftung finanziert wird. Das Projekt untersuchte unerklärte, Menschen und Tieren zugeschriebene Fähigkeiten.[1] Dazu zählen die Tierexperimente, bei denen untersucht wurde, ob Haustiere die Ankunft ihres Halters im Voraus spüren können.[2]

Die Zeit in Indien

In Hyderabad in Südindien befasste er sich etwa sechs Jahre mit der Physiologie tropischer Gemüsepflanzen. Von 1974 bis 1978 erforschte er hierzu die Physiologie tropischer Leguminosen als leitender Pflanzenphysiologe am International Crops Research Institute for the Semi-Arid Tropics (ICRISAT). Bis 1985 blieb er für diese Institution als Berater tätig.

Sein Kontakt mit indischer Philosophie und Transzendentaler Meditation führte ihn zu Pater Bede Griffiths, einem englischen Benediktinermönch, der in einem kleinen christlichen Ashram im Süden Indiens lebte und dort die christliche mit der östlichen Tradition zu verbinden suchte. Anfang der 80er Jahre lebte Sheldrake für anderthalb Jahre in dessen Ashram und schrieb dort 1981 sein erstes Buch A New Science of Life (deutsch: Das schöpferische Universum), das er Griffiths widmete. Darin stellte Sheldrake die Hypothese der Formbildungsursachen auf und postuliert, die Natur habe ein ihr innewohnendes Gedächtnis.

Wissenschaftliche Position

Sheldrake hinterfragt die Grundlagen der heutigen Wissenschaft und stellt heraus, dass es sich nicht um bewiesene Wahrheiten handelt, sondern dass alle Theorien auf Vorannahmen beruhen. Bei einem großen Teil der heutigen Wissenschaftler ist es jedoch so, dass diese unbeweisbaren Vorannahmen zu Glaubenssätzen geworden sind, die als feststehende Tatsachen behauptet werden. Sheldrake lehnt den Begriff “Naturgesetz” ab, da er davon ausgeht, dass die Rede von Natur-„Gesetzen“ einen religiösen Hintergrund hat und anthropomorpher Genese sei. Von “Gesetzen” zu sprechen, unterstellt eine in einigen Religionen angenommene Gottheit, die gleich wie ein “Kaiser” im “Himmel” sitzt und Gesetze erläßt und auf deren Durchsetzung achtet.
Sheldrake spricht stattdessen von Gewohnheiten der Natur, die das, was sich bewährt, durch das morphische Feld allen weiteren Nutzern immer einfacher macht, darauf zurückzugreifen. So könnten beispielsweise auch Ratten in München etwas lernen, was (nachweislich) später Ratten in Cambridge oder New York sich dann schneller ebenfalls aneignen könnten. Dasselbe gelte für Kristalle, deren Zusammenbau erst umständlich wäre und viel Zeit beanspruchen würde; bei späteren Versuchen in anderen Teilen der Welt dann viel schneller und leichter vonstatten gingen. Die morphischen Felder müssten damit weit über irgendeine Lokalisation in einem Gehirn hinausgehen, da sie sonst nicht für andere verfügbar wären. Auch hierzu benennt er Beispiele aus der Wissenschaft. Darüber hinaus meint er u.a., dass ein Universum, das ohne Bewusstsein ist, kein Bewusstsein hervorbringen kann. Demzufolge müsste es im Universum Bewusstsein geben. Wissenschaftler stünden hier vor einem Problem, das sie ihm dann als “Illusion” definiert hätten. Nur dass eine “Illusion” ein Teil des Bewusstseins ist und somit im Widerspruch zur Bewusstlosigkeit des Universums steht (seine Worte). Sheldrake stößt sich vor allem an der Dogmen-Verhaftung der “materialistischen Wissenschaft”, die all das, was sich physikalisch bzw. chemisch nicht messen lässt, für Unsinn hält. Es sind wohl 10 Dogmen, die er vor allem dabei aufzählt. u.a. die sog. “Konstanten”, die teilweise nur durch Festlegung der jeweiligen Physiker festgelegt würden (er nennt Beispiele, u.a. die Geschwindigkeit des Lichtes, das von der “Konstanten” abwich, bis es eben zu der Festlegung samt festgelegten Parametern kam).

Morphogenetische Felder

Hauptartikel: Morphisches Feld

In A New Science of Life (1981) stellt Sheldrake seine Hypothese der formgebenden Verursachung vor, die die Existenz von so genannten morphogenetischen Feldern postuliert, die die Formbildung in der Natur beeinflussen sollen. Grundsätzlich ähnliche Ideen hat auch der Biologe Adolf Portmann zur Gestaltbildung bei Pflanzen und Tieren geäußert[3]. Seitdem hat Sheldrakes Hypothese verschiedene Erweiterungen erfahren. Beispielsweise sollen sich die morphogenetischen Felder nicht nur auf Formen, sondern auf die Naturgesetze selbst erstrecken, die damit zu „Gewohnheiten der Natur“ werden. Mit den Morphogenetischen Feldern gibt Sheldrake einem in den 1920ern geprägten Begriff aus der Entwicklungsbiologie eine erweiterte Bedeutung. An die morphogenetischen Felder anknüpfend untersuchte Sheldrake außersinnliche Fähigkeiten von Menschen und Tieren.

Rezeption und Kritiken

Sheldrakes Modell der morphogenetischen Felder hat in weltanschaulich aufgeschlossenen Kreisen, insbesondere in den 90-er Jahren in der sogenannten New-Age-Bewegung, eine sehr breite Aufnahme gefunden und dient seither - auch unabhängig und außerhalb der von ihm selbst vorgestellten wissenschaftlichen Fassung - als ein beliebtes Erklärungsmodell für viele Zusammenhänge zwischen Geist und Natur.

Eine Reihe materialistisch orientierter Wissenschaftler lehnten Sheldrakes bio-physikalisches Modell ab.[4][5][6] Andere forderten klare Belege und Experimente, die seine Thesen unterstützen. Seitdem arbeitet Sheldrake mit anderen Wissenschaftlern an unterschiedlichen Projekten dazu. Einige Quantenphysiker, darunter David Bohm und Hans-Peter Dürr, haben für eine ernsthafte Untersuchung der Hypothese plädiert.[7]

Rupert Sheldrake ist auch ein Rufmordopfer der internationalen Pseudo-Skeptiker, zu denen in Deutschland die GWUP gehört. Sein deutschsprachiger Artikel in Wikipedia wird eng überwacht, damit dieser auf keinen Fall neutral sondern kritisch bleibt. Sheldrake ist damit auch ein Wikipedia-Opfer.

Werke

  • A New Science of Life. 1981
    • Deutsche Ausgabe: Das schöpferische Universum. Die Theorie des morphogenetischen Feldes. Aus dem Englischen von Waltram Landmann und Klaus Wessel. Ullstein, Frankfurt am Main/Berlin 1983, Neuauflage 2009, ISBN 978-3-548-37259-4.
  • The Presence of the Past (1988), deutsch: Das Gedächtnis der Natur. Das Geheimnis der Entstehung der Formen in der Natur (1990) ISBN 3-502-19661-3.
  • The Rebirth of Nature (1990), deutsch: Die Wiedergeburt der Natur (1991)
  • zusammen mit Ralph Abraham und Terence McKenna: Trialogues at the Edge of the West: Chaos, Creativity, and the Resacralization of the World (1992), deutsch: Denken am Rande des Undenkbaren (1993) ISBN 3-492-22004-5.
  • Seven Experiments that Could Change the World (1994), deutsch: Sieben Experimente, die die Welt verändern könnten (1994) ISBN 3-502-19663-X.
  • zusammen mit Matthew Fox: Natural Grace (1996), deutsch: Die Seele ist ein Feld. Der Dialog zwischen Wissenschaft und Spiritualität (1998)
  • zusammen mit Matthew Fox: The Physics of Angels (1996), deutsch: Engel: die kosmische Intelligenz (1998)
  • zusammen mit Ralph Abraham und Terence McKenna: The Evolutionary Mind: Trialogues at the Edge of the Unthinkable (1998), deutsch: Cyber-Talk. Mutige Anstöße für die Vernetzung von wissenschaftlichem Fortschritt und Heilung der Erde (1998)
  • Dogs That Know When Their Owners Are Coming Home (1999), deutsch: Der siebte Sinn der Tiere (1999) ISBN 3-548-84019-1.
  • The Sense of Being Stared At (2003), deutsch: Der siebte Sinn des Menschen (2003) ISBN 3-502-15682-4.
  • Science Delusion auch als Science Set Free: 10 Paths to New Discovery (2012).
    • deutsch von Jochen Lehner: Der Wissenschaftswahn: Warum der Materialismus ausgedient hat. O. W. Barth Verlag, München 2012, ISBN 978-3-426292105.

Literatur

  • Hans-Peter Dürr, Franz-Theo Gottwald: Rupert Sheldrake in der Diskussion. Scherz, Bern u.a. 1997, ISBN 3-502-15165-2.

Weblinks


Einzelnachweise

  1. http://www.timesonline.co.uk/tol/comment/columnists/guest_contributors/article630539.ece Artikel in: The Times vom 7. September 2006
  2. Rupert Sheldrake: Das erweiterte Bewusstsein. Außersinnliche Fähigkeiten von Menschen und Tieren. In: Tattva Viveka, Nr. 21, 2004 (http://www.tattva.de/erweitern-sie-ihr-bewusstsein-3/).
  3. Adolf Portmann: An den Grenzen des Wissens, Econ, Wien 1974, u.a. S. 136ff, ISBN 3-430-17599-2
  4. http://www.sheldrake.org/Deutsch/Aufsatz/sheldisk.html Einführung von Hans-Peter Dürr zum Buch „Rupert Sheldrake in der Diskussion“
  5. Anthony Freeman: The Sense of Being Glared At. In: Journal of Consciousness Studies, 12, Nr. 6, 2005, S. 4–9. http://www.imprint.co.uk/Editorial12_6.pdf
  6. John Maddox, http://www.nature.com/nature/journal/v293/n5830/pdf/293245b0.pdf A book for burning? (Editorial). In: Nature 293: S. 245–246 (24. September 1981)
  7. http://discovermagazine.com/2000/aug/featheresy