Inzidenz, Inzidenzwert

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Inzidenz (bezogen auf COVID-19) = Anzahl der innerhalb eines Zeitraums positiven COVID-19-PCR-Tests dividiert durch die Gesamteinwohnerzahl multipliziert mit 100.000.

Die Sieben-Tage-Inzidenzen für Deutschland gibt das Robert Koch-Institut (RKI) in seinen täglichen Lage-/Situationsberichten bekannt. Die tagesaktuellen Sieben-Tage-Inzidenzen für Deutschland sowie für die Gebietskörperschaften (z. B. Bundesländer und Landkreise) können dem COVID-19-Dashboard des RKI entnommen werden.

Rechenbeispiel
–– Stadt mit 200.000 Einwohnern / 50 positive COVID-19-PCR-Tests innerhalb von sieben aufeinanderfolgenden Tagen
–– Berechnung der 7-Tage-Inzidenz: 50 geteilt durch 200.000 mal 100.000 = 25

COVID-19 (Deutschland)

Bundesweite Inzidenz

Corona Bundesweite Inzidenz.png

Bundesweite altersspezifische Inzidenz ("Demografische Verteilung")

»Jeden Dienstag werden im Situationsbericht die altersspezifischen Anteile als 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner nach Meldewoche dargestellt. Auf den folgenden Tabellenblättern finden sich die altersspezifischen Fallzahlen sowie die altersspezifischen 7-Tage-Inzidenzen. Für die Berechnung von Inzidenzen wurde die Bevölkerungsstatistik mit Stand 31.12.2019 herangezogen.« (Quelle) Der Abschnitt / Die Tabelle Demografische Verteilung ist in den dienstäglichen Lage-/Situationsberichten zu finden. (Beispiel: Bericht vom 09.02.21, Seite 6 f.)

Altersspezifische Inzidenz gesamt.png

Sommerloch 2020

Corona Alterspezifische Inzidenz Sommerloch.png

Der Anstieg der Inzidenz der Jüngeren im August 2020 fällt direkt zusammen mit der Erhöhung der Testzahlen. Auch der Inzidenzpeak Mitte Juni 2020 fällt mit einem Anstieg der Testzahlen zusammen.

Abflachung im Rahmen der sog. zweiten Welle

Altersspezifischer Inzidenzverlauf.png

Corona Alterspezifische Inzidenz Start 2.Welle.png[1]

Der zweite Lockdown (Lockdown light) wird manchmal als Grund angegeben, dass die Inzidenz bei den Unter-80-Jährigen abflacht. Da diese Abflachung schon in der Woche auftrat, in der der Lockdown verhängt wurde, kann der eigentliche Anlass für die Abflachung nicht der Lockdown gewesen sein. Denn aufgrund von Inkubationszeit und Testverzögerung dauert es mindestens eine oder gar zwei Wochen bis sich eine Wirkung zeigen kann. [2] Im Gegensatz dazu müsste die Wirkung der Änderung der Testkriterien schon in der Woche der Festlegung sichtbar werden. Das RKI schreibt ja selbst, dass die Zahlen nach dem Zeitpunkt der Änderung der Testkriterien nicht direkt mit den vorhergehenden vergleichbar sind.

Anstieg im Frühjahr 2021

Ähnlich wie im Sommer 2020 steigt im Frühjahr die Inzidenz der Jüngeren mit den steigenden Testzahlen an. Corona Alterspezifische Inzidenz Deutschland 2021.png

Dass die Testzahlen im Frühjahr 2021 wieder ansteigen, liegt anscheinend an der geringen Laborauslastung von nur ca. 50 %.

Kritik

Samplingproblem

Wikipedia-Artikel »Stichprobe«

Die 7-Tage-Inzidenz, die das Robert Koch-Institut (RKI) in seinen Lage-/Situationsberichten angibt, ist die Zahl der positiven COVID-19-PCR-Tests der letzten sieben Tage multipliziert mit dem Verhältnis 100.000 / Bevölkerungszahl. Die tatsächlichen Testzahlen werden nicht berücksichtigt. Die Zahl der durchgeführten Testungen hat damit einen direkten Einfluss auf die Inzidenz. Erhöht man die Anzahl der Tests steigt die Inzidenz, wird weniger getestet, sinkt die Inzidenz.

Einen weiteren direkten Einfluss auf die "RKI-Inzidenz" hat die Auswahl der zu testenden Personen. Testet man querbeet durch die Bevölkerung, "erwischt" man weniger Positive als wenn man sich auf symptomatische oder auf Kontaktpersonen beschränkt. Dies wird auch mehrfach vom RKI bestätigt.[3]

Laut SWR wurde die Übermittlungspflicht für negative Testergebnisse im November 2020 aus dem Infektionsschutzgesetz gestrichen. Auf SWR-Anfrage antwortete das Bundesgesundheitsministerium (BMG): Negative Ergebnisse aus PCR-Untersuchungen zeichnen kein vollständiges oder sogar ein verzerrtes Lagebild, weil negative Testergebnisse aus Schnelltests nicht berücksichtigt wären. Darüber war der SWR irritiert, weil Schnelltests laut RKI-Richtlinie nicht für die Berechnung der Inzidenz herangezogen werden.[4] Indirekt bestätigt das BMG damit aber die Verschärfung des Samplingproblems durch vorgelagerte Schnelltests.

🔥🔥🔥 11.03.21 | tagesschau: »Mangelhafte Daten zur Pandemie / Testen im Blindflug?«

Verschärfung des Samplingproblems durch vorgelagerte Schnelltests

Positive Schnelltests werden durch einen nachfolgenden PCR-Test bestätigt. Die Schnelltest wirken quasi als Vorfilter für die PCR-Test, indem die negativen Schnelltests weggefiltert werden. Dadurch erhöht sich die Positivenquote bei den PCR-Tests ohne dass sich die Infektionslage geändert hätte.

Fußnoten und Quellennachweise

Unzureichende Spe­zi­fi­tät der Tests

Spe­zi­fi­tät = »Fähigkeit eines diagnostischen Tests, eine nicht erkrankte Person als gesund zu erkennen« (s. auch DocCheck Flexikon)

Auf der RKI-Webseite »Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus SARS-CoV-2 / Krankheit COVID-19« (Gesamtstand: 11.3.2021) wird behauptet:

Aufgrund des Funktionsprinzips von PCR-Tests und hohen Qualitätsanforderungen liegt die analytische Spezifität bei korrekter Durchführung und Bewertung bei nahezu 100;nbsp;%. [...] Bei korrekter Durchführung der Teste und fachkundiger Beurteilung der Ergebnisse geht das RKI demnach von einer sehr geringen Zahl falsch positiver Befunde aus, die die Einschätzung der Lage nicht verfälscht.

Es werden aber keinerlei Angaben gemacht, wie nahe die Spe­zi­fi­tät der PCR-Tests an 100 % liegt.

Siehe auch

🔥 Corona: Testzahlen / PCR-Tests

🔥 Inzidenz / Inzidenzwert

Weblinks

🔥 03.04.21 | Rubikon: »Die Selbstdemontage / Das Robert Koch-Institut und die Faktenerfinder-Plattform „Correctiv“ stellen sich selbst ein Bein und bringen damit das Kartenhaus des Corona-Narrativs zum Einsturz.«

🔥 12.03.21 | Rubikon: »Der Beweis / Wir ahnten, dass der Umgang des Corona-Establishments mit den Inzidenzzahlen falsch und manipulativ sein könnte — nun wissen wir es.«

🔥🔥🔥 11.03.21 | tagesschau: »Mangelhafte Daten zur Pandemie / Testen im Blindflug?«

Fußnote

  1. Bei der Darstellung der Daten wird davon ausgegangen, dass die Zahlen des RKI ISO-konforme Kalenderwochen repräsentieren, d. h. dass die Woche montags beginnt.
  2. Regierungsseitig wurde immer gesagt, dass es mindestens zwei Wochen dauere, bis die Wirkung von Maßnahmen sichtbar werden würde.
  3. »Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus SARS-CoV-2 / Krankheit COVID-19« (Gesamtstand: 11.3.2021): Eine Ausweitung der Testindikationen (z.B. für Reiserückkehrer) oder eine Erhöhung der Zahl durchgeführter Tests (z. B. im Rahmen von Ausbrüchen oder Studien) kann zu einem Anstieg der Fallzahlen führen, da zuvor unentdeckte Infizierte (auch ohne oder mit nur sehr milden Symptomen) erkannt werden.
  4. tagesschau: »Mangelhafte Daten zur Pandemie / Testen im Blindflug?« Webarchiv: https://archive.ph/BbG7s [Stand: 11.03.2021, 15:12 Uhr]