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	<title>FreeWiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-05-08T16:30:17Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://www.freewiki.eu/de/index.php?title=Organon_der_Heilkunst&amp;diff=2257</id>
		<title>Organon der Heilkunst</title>
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		<updated>2019-07-07T20:46:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
{{Fragment}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Organon '''= Werkzeug. Im 1810 veröffentlichten „Organon der (rationellen) Heilkunst“ hat [[Samuel_Hahnemann|Hahnemann]] beschrieben, wie er die [[Homöopathie|Homöopathie]] verstanden und angewandt wissen wollte. Spätere Auflagen tragen den Titel „Organon der Heilkunst“. Es gibt 6 Auflagen. Die Jüngste wurde erst nach seinem Tod veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Organon gilt als das Grundlagenwerk der Homöopathie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Während seiner Torgauer Zeit reifte Dr. Samuel Hahnemanns Hauptwerk aus und erschien 1810 als „Organon der rationellen Heilkunde“, das jedoch von der zweiten Auflage ab (1819) seinen Titel in „Organon der Heilkunst“ änderte. Es ist gewissermaßen die ausführlichere, in vielem ergänzte und auch abgeänderte „Heilkunde der Erfahrung“, die man „das kleine Organon“ nennen könnte.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Vor dem eigentlichen in Paragraphen eingeteilten Organon steht eine längere Einleitung, eine etwas umgearbeitete schon 1807 erschienene Arbeit „Fingerzeige auf den homöopathischen Gebrauch der Arzneien in der bisherigen Praxis“. Diese Einleitung beginnt mit der Bemerkung, man habe bisher die Krankheiten des Menschen nicht rationell kuriert, erst er habe den rechten Heilweg angegeben: “Wähle, um sanft, schnell und dauerhaft zu heilen, in jedem Krankheitsfalle eine Arznei, welche ein ähnliches Leiden (homoion pathos) vor sich erregen kann, als sie heilen soll (similia similibus curentur)!“ Hier findet sich zum ersten Male der volle Wortlaut des berühmten Satzes bei Hahnemann, während er sonst schon mehrfach „Similia similibus“ gesagt hat. Hahnemann gebraucht nur die Fassung mit „curentur“ und nicht „curantur“, es ist bei ihm nicht eine Aussage, sondern eine Forderung.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Tischner, Das Werden der Homöopathie, 1950, Hippokrates Verlag Marquardt &amp;amp; Cie., Stuttgart, Seite 55&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Der Begriff&amp;amp;nbsp;»rationelle«&amp;amp;nbsp;Heilkunde, den Hahnemann im Titel der ersten Auflage des &amp;gt;Organon&amp;lt; (1810) verwendete, erwies sich als zu vieldeutig und zu wenig abgrenzend. Hahnemann war sich durchaus bewußt, daß sich viele der oft in kurzen Zeitabständen aufeinanderfolgenden medizinischen Systeme ebenfalls als&amp;amp;nbsp;»rationelle Heilkunde «&amp;amp;nbsp;bezeichneten, da jeder ihrer Erfinder&amp;amp;nbsp;»die hochmüthige Meinung von sich hatte, er sei fähig, das innere Wesen des Lebens, wie des gesunden, so auch des kranken Menschen zu durchschauen und klar zu erkennen«.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Robert Jütte, Samuel Hahnemann - Begründer der Homöopathie, 2005, Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH &amp;amp; Co. KG, München, Seite 86f&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Schon ein oberflächlicher Blick auf die Entwicklung von Hahnemanns Organon läßt erkennen, daß die tragenden Mauern - Arzneimittelprüfung am Gesunden, Ahnlichkeitsgesetz, ausführliche Anamnese, erforderliche Kleinheit der Gaben und in einem gewissen Grade auch die traditionelle Diätetik - von Beginn an stehen. Dennoch erkennt man ebenfalls rasch, daß weder die Grundmauern noch das Gebäude selbst unverändert die Zeit überdauern.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Organon 1 ist der eigentliche Paukenschlag in Hahnemanns Werk. Hahnemann lehrt hier erstmals zusammenhängend alle wichtigen Pfeiler, die sein Konzept konstituieren. Es gab bereits Vorläuferschriften, die z.T. sogar wörtlich in die erste Auflage einfließen. So kompakt aber wie in dieser Veröffentlichung war die Homöopathie bisher noch nicht an die Öffentlichkeit getreten. Mit der ersten Organonauflage ist die Homöopathie gleichsam volljährig geworden. Dennoch fiel die öffentliche Reaktion sehr verhalten aus, vor allem im Vergleich mit der späteren Rezeption. Noch war Hahnemanns Konzept nur eine unbedeutende Stimme im großen und disharmonischen Chor der damals den Medizinmarkt überschwemmenden Systeme.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Hahnemann hatte also Zeit und Ruhe, seine Methode vergleichsweise unbeeinflußt weiterzuentwickeln. Das Ergebnis präsentiert Organon 2. Keine Auflage ist so radikal überarbeitet worden wie die erste. Die Neuerungen in der zweiten Auflage sind zahllos, angefangen vom Titel über das Motto bis hin zu vielfachen inhaltlichen Verbesserungen. Bemerkbar macht sich insbesondere auch die seit ca. 1816 zunehmende Beschäftigung Hahnemanns mit Natur und Behandlung der chronischen Krankheiten.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Mit der zweiten Auflage scheint Hahnemann zufrieden gewesen zu sein, da er sie kaum überarbeitet. Keine zwei Auflagen gleichen sich so sehr wie Organon 2 und Organon 3. Die wenigen Neuerungen beziehen sich fast ausschließlich auf Erforschung, Verlauf und Behandlung chronischer Erkrankungen. In einer Anmerkung zu § 156 deutet Hahnemann z.B. die Herausgabe der „Chronischen Krankheiten&amp;quot; an, und in einer Anmerkung zu § 220 spricht er sogar schon vom „innern Gebrauche der besten antipsorischen Mittel&amp;quot; - also noch vor Veröffentlichung der 1828 erschienenen ersten Auflage der „Chronischen Krankheiten&amp;quot;!&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Eine umfangreiche Einarbeitung der dort gelehrten neuen Erkenntnisse aber geschieht erst in Organon 4. Die im Zusammenhang mit der Psora-Lehre vermutlich wichtigste Änderung ist die Einbeziehung der kausalen Betrachtungsweise in die Indikation. Nicht mehr nur die Gesamtheit der Symptome entscheidet nun darüber, welche Arznei gewählt werden soll, sondern auch die Ursache der zugrundeliegenden Krankheit, wozu vor allem Psora, Syphilis und Sykosis zählen.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;In Organon 5 läßt sich die Mehrheit der Veränderungen auf zwei zusammenhängende Entwicklungen zurückführen . Zum einen nimmt Hahnemanns Auseinandersetzung mit seinen Schülern drastisch zu, zum anderen besteht die Tendenz, zur Gewährleistung innerhomöopathischer Stabilität therapeutische Normvorschriften festzusetzen. Als Regel lehrt Hahnemann das einmalige Riechen an einer C30, wobei allerdings nicht verschwiegen werden darf, daß er auch auf die Ausnahmen vermehrt eingeht.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Organon 5 ist die letzte Auflage, die unter Hahnemanns Augen erschienen ist. Aus den bekannten Gründen konnte das von Hahnemann für die sechste Auflage bearbeitete Manuskript erst 1921 von Richard Haehl herausgegeben werden. Die derzeit maßgeblichen Ausgaben beruhen auf der 1992 von Josef M. Schmidt herausgegebenen textkritischen Edition des Originalmanuskriptes. Man kann letztlich nicht wissen, ob ein von Hahnemann redigiertes Organon 6 tatsächlich den derzeit gültigen Veröffentlichungen seines Manuskriptes entsprochen hätte. Mittlerweile geht man sogar davon aus, daß Hahnemanns letzter Wille aller Wahrscheinlichkeit nach anders aussah. Es konnte z.B. gezeigt werden, daß er den weitaus größten Teil der Einleitung aus der fünften Auflage wahrscheinlich nicht zur Veröffentlichung in der sechsten Auflage vorgesehen hatte.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Die wichtigste Neuerung in Organon 6 ist sicherlich die genaue Beschreibung von Zubereitung (§ 270) und therapeutischer Anwendung der Q-Potenzen. Außerdem setzt sich Hahnemann in einer bis dahin nicht gekannten Ausführlichkeit mit verschiedenen Hilfsmitteln auseinander. Eines von ihnen, der Mesmerismus, kann sich sogar erstmals von der Homöopathie emanzipieren (§ 288).&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Gliedert man Hahnemanns Konzept in die vier oben genannten Grundpfeiler, ergeben sich Hinweise auf die im folgenden nur grob skizzierten Entwicklungslinien.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Die Lehre vom Menschen: Die wichtigste Entwicklung betrifft sicherlich die stärkere Einbeziehung der Lebenskraft als physiologisches Erklärungsmodell. Ihr Wesen, ihre Aufgaben und ihre Grenzen werden immer genauer charakterisiert.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Die Lehre von der Krankheit: Zwei gravierende und miteinander verwandte Tendenzen prägen die Entwicklung der Krankheitslehre. Sie treten im Gegensatz zu den ansonsten meist kontinuierlich verlaufenden Entwicklungen scheinbar überraschend auf. In Organon 3, § 25, lehrt Hahnemann noch trotz gewisser Einschränkungen: „der Mensch bleibt in der Regel gesund&amp;quot;. Im Zuge der Psora-Lehre aber ist ab Organon 4 der Mensch in der Regel zumindest latent chronisch krank! Die zweite Veränderung hängt ebenfalls mit der Psora-Lehre zusammen: In Organon 1 (§§ 20-22) lehrt Hahnemann noch, daß zu einem bestimmten Zeitpunkt jeweils nur eine einzige Krankheit im menschlichen Organismus bestehen kann. Ab Organon 2 aber können mehrere Krankheiten nebeneinander im Menschen existieren (§ -/35/35/35/40/40). Aus: „Der Mensch ist in der Regel gesund, und wenn er krank ist, dann hat er immer nur maximal eine einzige Krankheit&amp;quot; wird also: „Der Mensch ist in der Regel krank, wobei er gleichzeitig Läuse und Flöhe haben kann&amp;quot;. Diese Entwicklung hängt freilich mit der Ausarbeitung der Lehre von der Natur und Therapie chronischer Krankheiten zusammen, die sich explizit erst in der vierten Auflage niederschlägt. Anhand der oben aufgelisteten Entwicklungen zeigt sich der Einfluß aber bereits deutlich früher.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Die Lehre von der Behandlung: Dieser Bereich ist natürlich das Kernstück von Hahnemanns Homöopathie-Konzept. Die ausgearbeitete Krankheitslehre hinterläßt deutliche Spuren. Die ursprünglich gelehrte Ausrichtung der Indikation ausschließlich an der Gesamtheit der Symptome erfährt eine Erweiterung um ein kausales Moment. Ab Organon 4 ist es für die Arzneimittelwahl wichtig, auch die Grundursache der Krankheiten, zumeist eine Ansteckung mit Psora, Syphilis oder Sykosis, zu kennen. Arzneien können von jetzt an nur noch dann auf den individuellen Krankheitsfall passen, wenn sie grundsätzlich in der Lage sind, die verursachende chronische Krankheit zu beheben. Gegen die Syphilis helfen also nur noch antisyphilitische Arzneien, gegen die Sykosis nur noch antisykotische und gegen die Psora schließlich nur noch antipsorische. Überhaupt fällt auf, dass eine detaillierte Beschreibung von Behandlungsvorschriften im Organon erst nach der Fertigstellung der Krankheitslehre erfolgt. Zuvor verweist Hahnemann in pharmakologischen und pharmazeutischen Fragen häufig auf die Reine Arzneimittellehre. In diesem Zusammenhang imponiert auch Hahnemanns Tendenz, von den ursprünglich arzneiabhängigen Vorschriften abzurücken und stattdessen besonders in Organon 5 allgemeinverbindliche Handlungsmaximen zu entwerfen. In Organon 6 jedoch weicht er von dieser Richtung wieder etwas ab.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Dann steht die individuelle Behandlung des Patienten mit den neu entwickelten Q-Potenzen im Vordergrund. Auch die in der sechster Auflage erstmals gelehrte „Spätverschlimmerung&amp;quot; ist eine wesentliche Neuerung gegenüber der bis dahin stets beschriebenen sogenannter homöopathischen Erstverschlimmerung.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Aspekte der Interaktion: Wie schon angedeutet, herrschen zwei miteinander verwandte Tendenzen vor. Hahnemann setzt sich besonders ab Organon 5 im Zuge des Streites mit den Leipziger „Halb-&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Homöopathen&amp;quot; verstärkt mit seiner Schülerschaft auseinander. Gleichzeitig nehmen die Warnungen vor der Schädlichkeit jedweder allöopathischen Behandlung zu. Gerade im Zusammenhang mit Hahnemanns Kritik an Schülern und anderen Ärzten wird deutlich, daß das Organon nicht im luftleeren Raum, sondern in einem konkreten medizinhistorischen Kontext entstanden ist. Da Hahnemann hiervon implizit und explizit beeinflußt wurde, ist eine Kenntnis des Umfeldes für ein genaues Verständnis unerlässlich und bewahrt vor voreiligen Interpretationen.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Organon-Synopse, Die 6 Auflagen von 1810 - 1842 im Überblick, Bearbeitet und herausgegeben von Bernhard Luft und Matthias Wischner, Karl F. Haug Verlag, Heidelberg, 2001, Seite XIf&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Online-Versionen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*5. Auflage: [http://www.zeno.org/Kulturgeschichte/M/Hahnemann,+Samuel/Organon+der+Heilkunst+(5.+Auflage) http://www.zeno.org/Kulturgeschichte/M/Hahnemann,+Samuel/Organon+der+Heilkunst+(5.+Auflage)] &lt;br /&gt;
*6. Auflage: [http://www.zeno.org/Kulturgeschichte/M/Hahnemann,+Samuel/Organon+der+Heilkunst+(6.+Auflage) http://www.zeno.org/Kulturgeschichte/M/Hahnemann,+Samuel/Organon+der+Heilkunst+(6.+Auflage)] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.freewiki.eu/de/index.php?title=Miasma&amp;diff=2256</id>
		<title>Miasma</title>
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		<updated>2019-07-07T15:50:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
= Der Begriff Miasma zu Dr. Samuel Hahnemanns Zeiten =&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;Miasma (griech.), eigentlich Verunreinigung und in der Lehre von den ansteckenden und epidemischen Krankheiten in sehr verschiedenen Bedeutungen gebraucht, wird jetzt fast allgemein dem Contagium entgegengesetzt und zur Bezeichnung eines aus faulenden organischen Körpern sich erzeugenden, die atmosphärische Luft verunreinigenden und so auf den Gesundheitszustand dieser nachteilig einwirkenden Krankheitsgiftes gebraucht.&amp;lt;/div&amp;gt; &amp;lt;div&amp;gt;Miasmen entstehen umso leichter, wenn der Zustand der Atmosphäre die Fäulnis befördert, also bei Wärme und Feuchtigkeit. Was aber eigentlich aus dieser Fäulnissich entwickelt und das Miasma bildet, ist unbekannt, da unsere Sinne, von denen nur der Geruch zuweilen ein Miasma wahrnimmt, darüber keine Auskunft geben, und die Chemie noch nicht so weit ausgebildet ist, um ein Miasma aus der Luft abzuscheiden und seiner Natur nach kennen zu lehren. Fast ebenso ungewiss und unerklärt ist die Art der Einwirkung, durch welche Miasmen Krankheiten hervorbringen, da nur einige derselben, deren Entstehung genauere Untersuchung leidet, auch erfahrungsgemäß fast immer dieselben, wie wohl auch meist an sich rätselhafte und schwer zu ergrndende Krankheitsformen entstehen lassen. Letzteres gilt namentlich von der Sumpfluft, dem Sumpfmiasma, welches man auch häufig mit dem ital. Namen Malaria und Aria cattiva bezeichnet. Andere Miasmen werden durch Kloaken, durch Orte, wo viel Fleisch fault, Begräbnisplätze usw. erzeugt, wenn man die nötigen Vorsichtsmaßregeln versäumt, ebenso an eingeschlossenen Orte, wo viel gesunde oder Kranke Menschen zusammengedrängt sind. Werden von einer miasmatischen Krankheit viele Menschen auf einmal ergriffen, so verändert sich dann häufig die Natur derselben und sie geht in eine kontagiöse über, so dass dem in der Luft befindlichen sich auch noch ein materieller, durch Berührung sich fortpflanzender Krankheitsstoff beigesellt. Da die Luft der alleinige Träger der Miasmen ist, so sind auch die Winde in dieser Beziehung teils schädlich, indem sie die Miasmen verbreiten, teils nützlich, indem sie dieselben durch Verdünnung unschädlich machen. Die fast durchgängige Unmöglichkeit, ein einmal erzeugtes Miasma zu zerstören, legt der medizinischen Polizei die Verpflichtung auf, die Entstehung eines solchen so viel wie möglich zu verhindern und bei Anlegung von Begräbnisplätzen, anatomischen Theatern, großen Versammlungshäusern, Scharfrichtereien, Schlachthäusern, gewissen Fabriken usw.&amp;amp;nbsp; die gehörige Rücksicht darauf zu nehmen, und Gegenden, in denen sich Miasmen aus dem Boden erzeugen, für die Bewohner unschädlicher zu machen, was, je nach dem besonderen Falle, ebensowohl durch Trockenlegung wie durch Bewässerung, durch Ausrodung wie Anpflanzung von Wäldern geschehen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie für die gebildeten Stände; Conversations-Lexikon; Neunte Originalauflage; In fünfzehn Bänden; Neunter Band; Leipzig; F. A. Brockhaus; 1846, Seite 561&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt; &lt;br /&gt;
Ganz kurz gefasst, kann man sagen: Miasma ist ein Stoff, also etwas Materielles, der in der Atmosphäre eines Landstriches durch einen uns noch nicht genug bekannten Kausalkonflikt sich bildet, darin, so lange diese ursächlich gebildete Verbindung dauert, fixiert gehalten wird und die Fähigkeit besitzt, jene Oraganismen auf eine eigentümliche Art krankhaft zu ergreifen, welche zu diesem Stoffe durch eine analoge Disposition in einem günstigen Verhältnisse stehen. Kontagien hingegen sind auch etwas Materielles und setzen Stoffe voraus, welche, durch eigentümliche pathologische Prozesse im lebenden Organismus erzeugt, die Fähigkeit besitzen, anderen Organismen beigebracht zu werden und darin die nämliche Krankheit hervorzurufen.&amp;lt;ref&amp;gt;Universal-Lexicon der practischen Medicin und Chirurgie, Neunter Band, Leipzig, Heinrich Franke, 1841, Seite 306&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.freewiki.eu/de/index.php?title=Miasma&amp;diff=2255</id>
		<title>Miasma</title>
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		<updated>2019-07-07T14:29:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: Die Seite wurde neu angelegt: „ = Der Begriff Miasma zu Dr. Samuel Hahnemanns Zeiten = &amp;lt;div&amp;gt;Miasma (griech.), eigentlich Verunreinigung und in der Lehre von den ansteckenden und epidemischen…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
= Der Begriff Miasma zu Dr. Samuel Hahnemanns Zeiten =&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;Miasma (griech.), eigentlich Verunreinigung und in der Lehre von den ansteckenden und epidemischen Krankheiten in sehr verschiedenen Bedeutungen gebraucht, wird jetzt fast allgemein dem Contagium entgegengesetzt und zur Bezeichnung eines aus faulenden organischen Körpern sich erzeugenden, die atmosphärische Luft verunreinigenden und so auf den Gesundheitszustand dieser nachteilig einwirkenden Krankheitsgiftes gebraucht.&amp;lt;/div&amp;gt; &amp;lt;div&amp;gt;Miasmen entstehen umso leichter, wenn der Zustand der Atmosphäre die Fäulnis befördert, also bei Wärme und Feuchtigkeit. Was aber eigentlich aus dieser Fäulnissich entwickelt und das Miasma bildet, ist unbekannt, da unsere Sinne, von denen nur der Geruch zuweilen ein Miasma wahrnimmt, darüber keine Auskunft geben, und die Chemie noch nicht so weit ausgebildet ist, um ein Miasma aus der Luft abzuscheiden und seiner Natur nach kennen zu lehren. Fast ebenso ungewiss und unerklärt ist die Art der Einwirkung, durch welche Miasmen Krankheiten hervorbringen, da nur einige derselben, deren Entstehung genauere Untersuchung leidet, auch erfahrungsgemäß fast immer dieselben, wie wohl auch meist an sich rätselhafte und schwer zu ergrndende Krankheitsformen entstehen lassen. Letzteres gilt namentlich von der Sumpfluft, dem Sumpfmiasma, welches man auch häufig mit dem ital. Namen Malaria und Aria cattiva bezeichnet. Andere Miasmen werden durch Kloaken, durch Orte, wo viel Fleisch fault, Begräbnisplätze usw. erzeugt, wenn man die nötigen Vorsichtsmaßregeln versäumt, ebenso an eingeschlossenen Orte, wo viel gesunde oder Kranke Menschen zusammengedrängt sind. Werden von einer miasmatischen Krankheit viele Menschen auf einmal ergriffen, so verändert sich dann häufig die Natur derselben und sie geht in eine kontagiöse über, so dass dem in der Luft befindlichen sich auch noch ein materieller, durch Berührung sich fortpflanzender Krankheitsstoff beigesellt. Da die Luft der alleinige Träger der Miasmen ist, so sind auch die Winde in dieser Beziehung teils schädlich, indem sie die Miasmen verbreiten, teils nützlich, indem sie dieselben durch Verdünnung unschädlich machen. Die fast durchgängige Unmöglichkeit, ein einmal erzeugtes Miasma zu zerstören, legt der medizinischen Polizei die Verpflichtung auf, die Entstehung eines solchen so viel wie möglich zu verhindern und bei Anlegung von Begräbnisplätzen, anatomischen Theatern, großen Versammlungshäusern, Scharfrichtereien, Schlachthäusern, gewissen Fabriken usw.&amp;amp;nbsp; die gehörige Rücksicht darauf zu nehmen, und Gegenden, in denen sich Miasmen aus dem Boden erzeugen, für die Bewohner unschädlicher zu machen, was, je nach dem besonderen Falle, ebensowohl durch Trockenlegung wie durch Bewässerung, durch Ausrodung wie Anpflanzung von Wäldern geschehen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie für die gebildeten Stände; Conversations-Lexikon; Neunte Originalauflage; In fünfzehn Bänden; Neunter Band; Leipzig; F. A. Brockhaus; 1846&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.freewiki.eu/de/index.php?title=Chronische_Krankheit&amp;diff=2248</id>
		<title>Chronische Krankheit</title>
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		<updated>2019-07-04T10:08:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
{{Fragment}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chronische Krankheiten nehmen im Laufe der Jahre immer mehr zu, heilen nie von alleine und sind selbst durch die gesündeste Lebensweise und Ernährung nicht an ihrem Fortschreiten zu hindern.&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, 6. Auflage, § 78&amp;lt;/ref&amp;gt; Ab 1828 sind für Hahnemann die meisten Menschen, zumindest latent, krank. Daher bilden die chronischen Krankheiten die größte Zahl der Krankheits-Fälle.&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, 6. Auflage, Einleitung&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chronische Krankheiten, nach Dr. Samuel Hahnemann, sind grundsätzlich von einem chronischen Miasma verursacht.&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, 6. Auflage, § 78&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein solches kann vom Körper unbehandelt nicht überwunden werden. Zunächst war nur die Syphilis als eine solche miasmatische chronische Krankheit bekannt. Und als solche erlischt sie erst mit dem Tode des Patienten.&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, 6. Auflage, § 79&amp;lt;/ref&amp;gt; Hahnemann fügte die Sykose (Feigwarzenkrankheit) dieser Krankheitsgruppe hinzu.&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, 3. Auflage, § 220&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; Als unermesslich bedeutender sah Hahnemann jedoch die Psora als chronisches Miasma, da er sie als wahre Grundursache und Erzeugerin fast aller übrigen, häufigen, ja unzähligen Krankheitsformen sah, welche als eigene, abgeschlossene Krankheiten fungieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel Hahnemann, Die chronischen Krankheiten, Band I, Natur der chronischen Krankheiten&amp;lt;/ref&amp;gt; Als chronisch werden auch solche Krankheiten eingeordnet, welche durch kontinuierliche Schwächung des Körpers durch starke Arzneien, Abführmittel, Aderlässe usw. aufrecht erhalten werden (allöopathische Unheilkunst). Dies sind die homöopathisch am schwierigsten zu heilenden chronischen Krankheiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, 6. Auflage, § 74&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt; Während Hahnemann zunächst mit der Behandlung akuter Krankheiten zufrieden war, so kommentierte er bald seine Behandlungserfolge chronischer Erkrankungen mit &amp;quot;Ihr Anfang war erfreulich, die Fortsetzung minder günstig, der Ausgang hoffnungslos.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel Hahnemann, Die chronischen Krankheiten, Band I,  &amp;lt;/ref&amp;gt; Also forschte er intensiv in diese Richtung.&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt; Hahnemann unterscheidet:&amp;lt;br/&amp;gt; Festehende Krankheiten: Sie werden stets von der gleichen Ursache hervorgerufen und produzieren in jedem Patienten gleiche, für die jeweilige Krankheit charakteristische Symptome. Solchen Krankheiten steht daher ein Name zu.&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, 6. Auflage, § 46&amp;lt;/ref&amp;gt;Hahnemann lehrt in diesen Fällen eine festständige Therapie (z. B. Arnica bei Quetschungen - die heute bekannten 'bewährten Indikationen').&amp;lt;br/&amp;gt; Nicht-feststehende Krankheiten: sie haben unterschiedliche Ursachen, verlaufen jedesmal anders und sie zeigen sich auch in jedem Kranken verschieden. Hahnemann sprach zum Beispiel von einer Art Veitstanz, einer Art von Wassersucht,einer Art kalten Fiebers (also von Krankheitsformen). Es ist fälschlich, diesen Krankheitsformen Namen zu geben.&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, 6. Auflage, § 81&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie erfordern eine individuelle Behandlung.&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, 3. Auflage, § 83&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Syphilis gilt als feststehende, durch ein Miasma übertragene, chronische Krankheit, allerdings mit verschiedener Gestalt.&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, 3. Auflage, § 214&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Erkenntnis gab Hahnemann die Richtung zur Erforschung der restlichen chronischen Krankheiten vor.&amp;lt;br/&amp;gt; Hieraus ergab sich für ihn der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Analogschluss, mit dem er den sicheren Hafen in seiner Lehre verlässt: Auch andere feststehende Miasmen können chronische Erkrankungen unterschiedlicher Art erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Analogschluss: Chronisch-miasmatische Krankheiten werden genauso wie die akuten epidemischen erforscht. Ein Krankheitsbild wird postuliert, das sich erst bei vielen Kranken in seiner Gesamtheit zeigt, nicht bei einem allein. Analog zur Syphilis, bei der bei allen Erkrankten ein bestimmtes Medikament verordnet wird, soll auch bei &amp;quot;innerer Krätzkrankheit&amp;quot; mit oder ohne Hautausschlag eine bestimmte Anzahl von Mitteln zur Heilung ausreichen.&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel Hahnemann, Chronische Krankheiten, Band I, Natur der chronischen Krankheiten&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; Das dritte Miasma neben Syphilis und Psora ist die Sykosis, die Feigwarzenkrankheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Organon der Heilkunst, 4. und 5. Auflage: Alle chronische Krankheiten, außer solche, die durch falsche Lebensweise verursacht werden, sind mit Syphilis, Sykosis oder Psora behaftet.&amp;lt;br/&amp;gt; Zusätzlich werden in der 5. Auflage solche nichtmiasmatische chronische Krankheiten hinzu gezählt, die von allöopathischer Behandlung herrühren,&amp;lt;br/&amp;gt; In der 6. Auflage des Organon der Heilkunst heißt es dann, der größte Teil der übrigen chronischen Krankheiten stammt von den genannten Miasmen her.&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, 6. Auflage, § 78&amp;lt;/ref&amp;gt;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hahnemanns Festlegung auf eine Ursache für nahezu alle Krankheiten wird in Organon 6 durch den systemimmanenten Rückgriff auf die Komplikation von Psora und Syphilis zwar etwas abgemildert, im wesentlichen aber ändert sich nichts an seiner unitaristischen Auffassung. Man stelle sich vor, die &amp;quot;Schulmedizin&amp;quot; führe alle chronischen Krankheiten auf eine Infektion zurück und davon wiederum 90&amp;amp;nbsp;% auf genau einen Erreger, der mit passenden Antibiotika behandelt werden sollte...&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn Hahnemann schon davon ausgeht, dass zum Heilen die Kenntnis der Krankheitsursache nötig ist, wäre es vermutlich besser gewesen, eine Grundlage für die Erforschung weiterer Ursachen zu schaffen und sich die praktische Einbeziehung hinzukommender Kenntnisse offenzuhalten. Diesen Weg verbaut sich Hahnemann aber durch die &amp;quot;Entdeckung&amp;quot; der alles begründenden Psora. Deswegen steuert er sein Konzept auch mit der Krankheitslehre in eine Sackgasse.&amp;lt;ref&amp;gt;Matthias Wischner, Fortschritt oder Sackgasse, KVC Verlag, 2000, Seite 343f&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Miasmenlehre kann heute als ein Versuch betrachtet werden, Ordnung in das Chaos der vielfältigen chronischen Krankheitserscheinungen zu bringen und diese auf eine bestimmte Anzahl von Ursachen zurückzuführen. Dieser Versuch führte zu einigen positiven Aspekten,&amp;lt;br/&amp;gt; Der Versuch selbst darf als gescheitert gelten. Das Aufstellen einer Lehre - und selbst einer Theorie - ist für sich schon schwer genug. Die Miasmen-Lehre war ein geschlossener, durchdachter, vordergründig vieles erklärender und damit großer Entwurf Hahnemanns, der dennoch nicht ins Schwarze traf.&amp;lt;ref&amp;gt;Matthias Wischner, Fortschritt oder Sackgasse, KVC Verlag, 2000, Seite 99f&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
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		<author><name>SiLet</name></author>
		
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		<title>Chronische Krankheit</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
{{Fragment}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chronische Krankheiten nehmen im Laufe der Jahre immer mehr zu, heilen nie von alleine und sind selbst durch die gesündeste Lebensweise und Ernährung nicht an ihrem Fortschreiten zu hindern.&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, 6. Auflage, § 78&amp;lt;/ref&amp;gt; Ab 1828 sind für Hahnemann die meisten Menschen, zumindest latent, krank. Daher bilden die chronischen Krankheiten die größte Zahl der Krankheits-Fälle.&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, 6. Auflage, Einleitung&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chronische Krankheiten, nach Dr. Samuel Hahnemann, sind grundsätzlich von einem chronischen Miasma verursacht.[3] Ein solches kann vom Körper unbehandelt nicht überwunden werden. Zunächst war nur die Syphilis als eine solche miasmatische chronische Krankheit bekannt. Und als solche erlischt sie erst mit dem Tode des Patienten. Hahnemann fügte die Sykose (Feigwarzenkrankheit) dieser Krankheitsgruppe hinzu.[4]&amp;lt;br/&amp;gt; Als unermesslich bedeutender sah Hahnemann jedoch die Psora als chronisches Miasma, da er sie als wahre Grundursache und Erzeugerin fast aller übrigen, häufigen, ja unzähligen Krankheitsformen sah, welche als eigene, abgeschlossene Krankheiten fungieren.[5] Als chronisch werden auch solche Krankheiten eingeordnet, welche durch kontinuierliche Schwächung des Körpers durch starke Arzneien, Abführmittel, Aderlässe usw. aufrecht erhalten werden (allöopathische Unheilkunst). Dies sind die homöopathisch am schwierigsten zu heilenden chronischen Krankheiten.[6]&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt; Während Hahnemann zunächst mit der Behandlung akuter Krankheiten zufrieden war, so kommentierte er bald seine Behandlungserfolge chronischer Erkrankungen mit &amp;quot;Ihr Anfang war erfreulich, die Fortsetzung minder günstig, der Ausgang hoffnungslos.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel Hahnemann, Die chronischen Krankheiten, Band I,  &amp;lt;/ref&amp;gt; Also forschte er intensiv in diese Richtung.&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt; Hahnemann unterscheidet:&amp;lt;br/&amp;gt; Festehende Krankheiten: Sie werden stets von der gleichen Ursache hervorgerufen und produzieren in jedem Patienten gleiche, für die jeweilige Krankheit charakteristische Symptome. Solchen Krankheiten steht daher ein Name zu.&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, 6. Auflage, § 46&amp;lt;/ref&amp;gt;Hahnemann lehrt in diesen Fällen eine festständige Therapie (z. B. Arnica bei Quetschungen - die heute bekannten 'bewährten Indikationen').&amp;lt;br/&amp;gt; Nicht-feststehende Krankheiten: sie haben unterschiedliche Ursachen, verlaufen jedesmal anders und sie zeigen sich auch in jedem Kranken verschieden. Hahnemann sprach zum Beispiel von einer Art Veitstanz, einer Art von Wassersucht,einer Art kalten Fiebers (also von Krankheitsformen). Es ist fälschlich, diesen Krankheitsformen Namen zu geben.&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, 6. Auflage, § 81&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie erfordern eine individuelle Behandlung.&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, 3. Auflage, § 83&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Syphilis gilt als feststehende, durch ein Miasma übertragene, chronische Krankheit, allerdings mit verschiedener Gestalt.[9] Diese Erkenntnis gab Hahnemann die Richtung zur Erforschung der restlichen chronischen Krankheiten vor.&amp;lt;br/&amp;gt; Hieraus ergab sich für ihn der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Analogschluss, mit dem er den sicheren Hafen in seiner Lehre verlässt: Auch andere feststehende Miasmen können chronische Erkrankungen unterschiedlicher Art erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Analogschluss: Chronisch-miasmatische Krankheiten werden genauso wie die akuten epidemischen erforscht. Ein Krankheitsbild wird postuliert, das sich erst bei vielen Kranken in seiner Gesamtheit zeigt, nicht bei einem allein. Analog zur Syphilis, bei der bei allen Erkrankten ein bestimmtes Medikament verordnet wird, soll auch bei &amp;quot;innerer Krätzkrankheit&amp;quot; mit oder ohne Hautausschlag eine bestimmte Anzahl von Mitteln zur Heilung ausreichen.[10]&amp;lt;br/&amp;gt; Das dritte Miasma neben Syphilis und Psora ist die Sykosis, die Feigwarzenkrankheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Organon der Heilkunst, 4. und 5. Auflage: Alle chronische Krankheiten, außer solche, die durch falsche Lebensweise verursacht werden, sind mit Syphilis, Sykosis oder Psora behaftet.&amp;lt;br/&amp;gt; Zusätzlich werden in der 5. Auflage solche nichtmiasmatische chronische Krankheiten hinzu gezählt, die von allöopathischer Behandlung herrühren,&amp;lt;br/&amp;gt; In der 6. Auflage des Organon der Heilkunst heißt es dann, der größte Teil der übrigen chronischen Krankheiten stammt von den genannten Miasmen her.[11]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hahnemanns Festlegung auf eine Ursache für nahezu alle Krankheiten wird in Organon 6 durch den systemimmanenten Rückgriff auf die Komplikation von Psora und Syphilis zwar etwas abgemildert, im wesentlichen aber ändert sich nichts an seiner unitaristischen Auffassung. Man stelle sich vor, die &amp;quot;Schulmedizin&amp;quot; führe alle chronischen Krankheiten auf eine Infektion zurück und davon wiederum 90&amp;amp;nbsp;% auf genau einen Erreger, der mit passenden Antibiotika behandelt werden sollte...&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn Hahnemann schon davon ausgeht, dass zum Heilen die Kenntnis der Krankheitsursache nötig ist, wäre es vermutlich besser gewesen, eine Grundlage für die Erforschung weiterer Ursachen zu schaffen und sich die praktische Einbeziehung hinzukommender Kenntnisse offenzuhalten. Diesen Weg verbaut sich Hahnemann aber durch die &amp;quot;Entdeckung&amp;quot; der alles begründenden Psora. Deswegen steuert er sein Konzept auch mit der Krankheitslehre in eine Sackgasse.&amp;lt;ref&amp;gt;Matthias Wischner, Fortschritt oder Sackgasse, KVC Verlag, 2000, Seite 343f&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Miasmenlehre kann heute als ein Versuch betrachtet werden, Ordnung in das Chaos der vielfältigen chronischen Krankheitserscheinungen zu bringen und diese auf eine bestimmte Anzahl von Ursachen zurückzuführen. Dieser Versuch führte zu einigen positiven Aspekten,&amp;lt;br/&amp;gt; Der Versuch selbst darf als gescheitert gelten. Das Aufstellen einer Lehre - und selbst einer Theorie - ist für sich schon schwer genug. Die Miasmen-Lehre war ein geschlossener, durchdachter, vordergründig vieles erklärender und damit großer Entwurf Hahnemanns, der dennoch nicht ins Schwarze traf.&amp;lt;ref&amp;gt;Matthias Wischner, Fortschritt oder Sackgasse, KVC Verlag, 2000, Seite 99f&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch nicht fertig!&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
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&lt;hr /&gt;
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{{Leerseite}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chronische Krankheiten, nach Dr. Samuel Hahnemann, sind grundsätzlich von einem chronischen Miasma verursacht.&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, 6. Auflage, §78&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein solches kann vom Körper unbehandelt nicht überwunden werden. Zunächst war nur die Syphilis als eine solche miasmatische chronische Krankheit bekannt. Und als solche erlischt sie erst mit dem Tode des Patienten. Hahnemann fügte die Sykose (Feigwarzenkrankheit) dieser Krankheitsgruppe hinzu.&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, 6. Auflage, § 79&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; Als unermesslich bedeutender sah Hahnemann jedoch die Psora als chronisches Miasma, da er sie als wahre Grundursache und Erzeugerin fast aller übrigen, häufigen, ja unzähligen Krankheitsformen sah, welche als eigene, abgeschlossene Krankheiten fungieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, 6. Auflage, § 80&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als chronisch werden auch solche Krankheiten eingeordnet, welche durch kontinuierliche Schwächung des Körpers durch starke Arzneien, Abführmittel, Aderlässe usw. aufrecht erhalten werden (allöopathische Unheilkunst). Dies sind die homöopathisch am schwierigsten zu heilenden chronischen Krankheiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, 6. Auflage, §§ 74 - 75&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird fortgesetzt...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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		<author><name>SiLet</name></author>
		
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		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
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{{Leerseite}} Chronische Krankheiten, nach Dr. Samuel Hahnemann, sind grundsätzlich von einem chronischen Miasma verursacht.&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, 6. Auflage, §78&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein solches kann vom Körper unbehandelt nicht überwunden werden. Zunächst war nur die Syphilis als eine solche miasmatische chronische Krankheit bekannt. Und als solche erlischt sie erst mit dem Tode des Patienten. Hahnemann fügte die Sykose (Feigwarzenkrankheit) dieser Krankheitsgruppe hinzu.&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, 6. Auflage, § 79&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; Als unermesslich bedeutender sah Hahnemann jedoch die Psora als chronisches Miasma, da er sie als wahre Grundursache und Erzeugerin fast aller übrigen, häufigen, ja unzähligen Krankheitsformen sah, welche als eigene, abgeschlossene Krankheiten fungieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, 6. Auflage, § 80&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als chronisch werden auch solche Krankheiten eingeordnet, welche durch kontinuierliche Schwächung des Körpers durch starke Arzneien, Abführmittel, Aderlässe usw. aufrecht erhalten werden (allöopathische Unheilkunst). Dies sind die homöopathisch am schwierigsten zu heilenden chronischen Krankheiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, 6. Auflage, §§ 74 - 75&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird fortgesetzt...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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		<author><name>SiLet</name></author>
		
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		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
{{Leerseite}}Chronische Krankheiten, nach Dr. Samuel Hahnemann, sind grundsätzlich von einem chronischen Miasma verursacht.&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, 6. Auflage, §78&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein solches kann vom Körper unbehandelt nicht überwunden werden. Zunächst war nur die Syphilis als eine solche miasmatische chronische Krankheit bekannt. Und als solche erlischt sie erst mit dem Tode des Patienten. Hahnemann fügte die Sykose (Feigwarzenkrankheit) dieser Krankheitsgruppe hinzu.&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, 6. Auflage, § 79&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; Als unermesslich bedeutender sah Hahnemann jedoch die Psora als chronisches Miasma, da er sie als wahre Grundursache und Erzeugerin fast aller übrigen, häufigen, ja unzähligen Krankheitsformen sah, welche als eigene, abgeschlossene Krankheiten fungieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, 6. Auflage, § 80&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als chronisch werden auch solche Krankheiten eingeordnet, welche durch kontinuierliche Schwächung des Körpers durch starke Arzneien, Abführmittel, Aderlässe usw. aufrecht erhalten werden (allöopathische Unheilkunst). Dies sind die homöopathisch am schwierigsten zu heilenden chronischen Krankheiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, 6. Auflage, §§ 74 - 75&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
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Wird fortgesetzt...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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		<author><name>SiLet</name></author>
		
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		<title>Globuli</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
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Als '''Globuli '''(Singular: '''Globulus'''), zu deutsch Kügelchen, werden die Streukügelchen aus reinem Zucker bezeichnet, die meist als Träger der homöopathischen [[Arzneimittel|Arzneimittel]] dienen. Der letzte Herstellungsschritt einer Arznei besteht darin, daß die in Lösung befindliche gewünschte [[Potenzierung|Potenz]] auf solche Streukügelchen aufgesprüht wird. Sie lassen sich gut und lange aufbewahren und erleichtern die Dosierung. Die Größe dieser Globuli variiert zwischen den Herstellerfirmen und spielt für die Verordnung und Dosierung keine Rolle. Auch die Anzahl der verabreichten Globuli ist für den Heilerfolg unwichtig. Da es sich um Information und nicht um Materie oder Energie handelt, sind zehn Globuli so wie zehn Kopien des gleichen Gedichts. Wenn es stimmt, reicht eines. Aus psychologischen und Gewohnheitsgründen geben die meisten BehandlerInnen zwischen 3 und 10 Globuli.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff Globuli, Kügelchen, erscheint erstmals in Dr. Samuel Hahnemanns Krankenjournal D6 (1806 - 1807) bei der Patientin Rügerin&amp;lt;ref&amp;gt;Krankenjournal D6 (1806 - 1807), Kommentarband, Karl F. Haug Verlag, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt;. Globuli wurden von Hahnemann als Darreichungsform für homöopathische Arzneimittel entdeckt und blieben bis zum Ende seines Lebens die bevorzugte Applikationsform und Einheit in der Dosenlehre. Hahnemanns Streukügelchen wurden, wie erwähnt, aus Haushaltszucker und Stärke hergestellt und hatten in den meisten Fällen die Größe von Mohnsamen und ein Gewicht von 0,2-0,3 mg.&amp;lt;ref&amp;gt;Stefan Mayr, Herstellung homöopathischer Arzneimittel - Von Hahnemann bis zu Schwabes Pharmakopoe (1872), KVC Verlag,   Quellen und Studien zur Homöopathiegeschichte, Band 20, Herausgegeben vom Institut für Geschichte der   Medizin der Robert Bosch Stiftung.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt; Um eine gute Qualität der Streukügelchen sicherzustellen, gibt Dr. Hahnemann folgende Anweisung: &amp;quot;Man lässt sie unter seinen Augen vom Zucker-Bäcker aus Stärke-Mehl und Rohr-Zucker verfertigen, und die so verkleinten Streukügelchen mittels der nöthigen Siebe zuerst von den allzu feinen, staubartigen Theilen befreien, dann aber durch einen Durchschlag gehen, dessen Löcher nur solche Kügelchen durchlassen, wovon 100 Einen Gran wiegen, - die brauchbarste Kleinheit für den Bedarf eines homöopathischen Arztes.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, Manuskript des Verfassers für die 6. Auflage, 1842, Fußnote 4 zu §270&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur historischen Herstellung homöopathischer Arzneien in Form von Streukügelchen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Die Streukügelchen (Globuli saccharini) werden vom Conditor aus reinem Rohrzucker und Satzmehl, Amylum, bereitet. Die mit Arznei zu befeuchtenden sollen in gleicher Kleinheit nach Hahnemann kaum in der Grösse des Mohnsamens genommen werden , so dass ohngefähr 200 einen Gran wiegen , theils damit man sie durch und durch befeuchten , und die Gabe gehörig klein und gleichmässig einrichten kann , theils damit die homöopathischen Äerzte auch hierin, wie in der Bereitungsart der Arzneien, so auch in der Gabenvertheilung gleichmässig verfahren und den Erfolg davon mit dem der andern Homöopathen mit Gewissheit vergleichen können. Man gebraucht sie jedoch von verschiedener Grösse, wiewohl ihre Form und Härte nicht gleichgiltig; wenn sie zu gross sind, zerreissen sie leicht beim Daraufdrücken die Papierkapsel und wenn sie zu hart sind, schlucken sie wenig von der Arznei ein und bleiben zu lange feucht. Wer die Arznei in Kügelchenform verabreicht, bedient sich meist grosser.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Um die Streukügelchen in grösserer Quantität gut zu conserviren, ist es nöthig , dass selbe in einem mehr tiefen als weiten Standglas, welches nur zwei Drittel angefüllt werden darf, mit der nöthigen Menge Tropfen der arzneilichen Flüssigkeit gehörig befeuchtet werden , worauf man das Glas mit dem Korkstöpsel verschliesst und dasselbe einigemal um seine Achse dreht oder schüttelt, damit die Arznei bis auf den Boden dringen und so das ganze Kügelchen binnen der kürzesten Zeit befeuchten kann; andere rühren die Kügelchen mit einem gläsernen oder silbernen Stäbchen um. Will man die überflüssige Feuchtigkeit, wenn es nöthig ist, hinwegschaffen, so wendet man das Gläschen um, schüttet den Inhalt auf reines trocknes Papier und breitet die Kügelchen aus, damit sie bald trocknen, hierauf füllt man sie in ein Gläschen , mit dem Namen der Arznei u. a. versehen , und stopselt selbe gut zu. Alle mit der geistigen Flüssigkeit befeuchteten Streukügelchen haben ein trocknes und mattes Ansehen, während die rohen und unbefeuchteten weisser und glänzend sind; einmal befeuchtet, vermögen sie nicht wieder ein gleiches Volumen Arznei aufzunehmen.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Um sie zum Einnehmen vorzurichten, schüttelt man nach Bedarf 1—6 Kügelchen, selten mehr, in das eine geöffnete Ende einer massig grossen Kapsel eines schon fertigen Pulvers von 2— 3 Gran fein gepulverten Milchzuckers und streicht dann mit einem porzellanenen Spatel unter einigem Drücken darauf hin, bis man fühlt, dass die Kügelchen zerdrückt sind, dann kann sich das Ganze beim Einnehmen in Wasser leicht auflösen.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Papierkapseln mit Milchzucker gefüllt längere Zeit vorräthig zu halten, ist nicht räthlich; jedenfalls ist es sicherer, selbe erst zu füllen, wenn man die Arznei verabreicht; dass man die mit Arznei befeuchteten Kügelchen nicht in Kapseln vorräthig halten soll, versteht sich von selbst.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Joseph Buchner, Homöopathische Arznei-Bereitungslehre, München, Druck und Verlag Georg Franz, 1852, Seite 22&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß dem Homöopathischen Arzneibuch (HAB - Verordnung 10) werden homöopathische Arzneimittel auf Globuli als Träger wie folgt hergestellt:&amp;lt;br/&amp;gt; Zubereitungen nach Vorschrift 10 sind Streukügelchen (Globuli). Sie werden durch Übertragen einer Dilution auf Saccharosekügelchen (Größe 3: 110-130 Streukügelchen wiegen 1 Gramm) hergestellt, indem 100 Teile Saccharosekügelchen mit 1 Teil Dilution gleichmäßig befeuchtet werden, Der Äthanolgehalt der verwendeten Dilution muß mindestens 60 Prozent betragen. Ist dies nicht der Fall, muß abweichend von den Vorschriften 1 bis 4b die letzte Potenzierung der zu verwendenden Dezimal- und Centesimalverdünnung mit Äthanol 62 Prozent durchgeführt werden.&amp;lt;br/&amp;gt; Nach der Imprägnierung im geschlossenen Gefäß werden die Streukügelchen (Globuli) an der Luft getrocknet. Sie sind mit dem Verdünnungsgrad zu bezeichnen, der der verwendeten Dilution entspricht.&amp;lt;br/&amp;gt; In Sonderfällen können folgende Streukügelchengrößen verwendet werden:&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 1: 470-530 Streukügelchen wiegen 1 Gramm&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 2: 220-280 Streukügelchen wiegen 1 Gramm&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 3: 110-130 Streukügelchen wiegen 1 Gramm&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 4: 70– 90 Streukügelchen wiegen 1 Gramm&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 5: 4(1– 50 Streukügelchen wiegen 1 Gramm&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 6: 22– 28 Streukügelchen wiegen 1 Gramm&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 7: 10 Streukügelchen wiegen etwa 1 Gramm&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 8: 5 Streukügelchen wiegen etwa 1 Gramm&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 9: 3 Streukügelchen wiegen etwa 1 Gramm&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 10: 2 Streukügelchen wiegen etwa 1 Gramm&amp;lt;ref&amp;gt;Homöopathisches Arzneibuch, 1. Ausgabe 1978, Gesamtausgabe, Deutscher Apotheker Verlag Stuttgart, Seite 32&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.freewiki.eu/de/index.php?title=Arzneibuch&amp;diff=2173</id>
		<title>Arzneibuch</title>
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		<updated>2019-06-29T13:18:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Das Homöopathische Arzneibuch legt die Standards fest, die die pharmazeutische Qualität und Sicherheit homöopathischer medizinischer Produkte sicherstellen. In seinem allgemeinen Teil, insbesondere den Herstellungsmethoden und der individuellen Monografien, bezieht sich das Homöopathische Arzneibuch (HAB) auf die Vorschriften des Ph. Eur. (Pharmacopoea Europaea, Europäisches Arzneibuch) und des Deutschen Arzneibuchs (DAB). Diese drei Arzneibücher müssen daher als gegenseitig komplementär angesehen und dementsprechend genutzt werden. Das Hauptmerkmal der Vorgehensweisen im HAB liegt darin, dass die Herstellungs- und Testverfahren für die jeweiligen Dosierungsformen einen integralen Teil jeder HAB-Monografie ausmachen.&amp;lt;ref&amp;gt;German Homoeopathic Pharmacopoeia, GHP, Medpharm Scientific Publishers, 2003, Vorwort Seite&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp;Die Homöopathie bedient sich, um heilkräftig auf den kranken Organismus einzuwirken, nur einfacher Einzelmittel, also nicht mechanisch oder künstlich zusammengemengter Mittel, sondern jederzeit nur eines Mittels. Demnach wird auch die Arzneibereitung höchst einfach sein und sich nicht mit Mischungen und anderen Dingen beschäftigen dürfen. Die Homöopathie muss die Arzneikörper auf dem einfachsten Weg, auf die ungekünstelste kräftigste Weise und mit der möglichsten Genauigkeit darzustellen suchen.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Die Arzneibereitungslehre der Homöopathie hat die Naturwissenschaften zur Grundlage und beschäftigt sich mit der erforderlichen Kenntnis, Gewinnung (Pharmacognosie), Zubereitung, Aufbewahrung und Verabreichung (Pharmacotechnik) der Körper, welche nach vorhergegangener Prüfung an Gesunden unter die Zahl der Arzneimittel aufgenomman wurden. Bei Gewinnung und Untersuchung von solchen Substanzen hat man auf nachstehende Punkte Rücksicht zu nehmen:&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp;a) Auf die Kenntniss der Arzneikörper, auf die Bestimmung ihrer Gestalt und Farbe, des Geruches und Geschmackes , auf ihr Vorkommen , ihre Verwechslungen und Verfälschungen, auf Art, Ort und Zeit ihrer Gewinnung;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp;b) Auf die Darstellung der Arzneistoffe im reinen Zustande, wodurch sie von fremdartigen Beimischungen getrennt und zu ihrer Anwendung vorbereitet werden;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp;c) Auf die Bestimmung ihrer Echtheit und Güte&amp;amp;nbsp;: jede Substanz muss so gesammelt und aufbewahrt werden, dass keine Veränderung ihres wahren Zustandes oder Schwäche ihrer Wirksamkeit erfolgen kann (Arzneiprüfungslehre).&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Joseph Buchner, Homöopathische Arznei-Bereitungslehre, 2. Auflage, München, Druck und Verlag von Georg Franz, 1852, Seite 6f&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Bedingt durch die besondere Anwendung homöopathischer Arzneimittel war es erforderlich, Regeln und Vorschriften aufzunehmen, die naturwissenschaftlich nicht begründbar sind; es handelt sich teilweise um Konventionsmethoden bzw. um historisch bedingte Regeln, die im Interesse gleichbleibender Zubereitungen beibehalten wurden. Die Erfahrungen der homöopathischen Behandlung in der Veterinärmedizin wurden ebenfalls berücksichtigt.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Das Homöopathische Arzneibuch kann auch eine Grundlage für die weitere&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Entwicklung homöopathischer Verfahrenstechniken bilden. Die Übernahme neuer&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Herstellungsvorschriften &amp;lt;/span&amp;gt;'''&amp;lt;span class=&amp;quot;tm7&amp;quot;&amp;gt;ist&amp;lt;/span&amp;gt;'''&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;in Fortsetzung der begonnenen Arbeiten möglich.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Die Allgemeinen Bestimmungen zur Herstellung homöopathischer Arzneimittel&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;gliedern sich in folgende Unterkapitel:&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;- Arzneigrundstoffe,&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;- Arzneiträger und Hilfsstoffe,&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;- Zubereitungen und Darreichungsformen,&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;- Herstellungsvorschriften.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Der zweite Teil des Homöopathischen Arzneibuches enthält Monographien. Als Monographietitel (insbesondere Monographie-Untertitel) wurden bewußt die alteingeführten Namen der homöopathischen Zubereitungen beibehalten, um jede Verwirrung zu vermeiden und die Verordnung durch den homöopathischen Arzt nicht zu erschweren. Auf deutsche Untertitel wurde verzichtet. Haupt- und Untertitel können wahlweise zur Bezeichnung verwendet werden, d. h., es können sowohl beide als auch nur einer der Titel zur Verwendung kommen.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Der Aufbau der Monographien erfolgte nach Art des Europäischen Arzneibuches (Ph. Eur.). Die verschiedenartigen Untersuchungen werden größtenteils nach Methoden der Ph. Eur. durchgeführt. Nur wenn dort entsprechende Methoden nicht vorhanden sind, wird nach dem Deutschen Arzneibuch &amp;lt;/span&amp;gt;'''&amp;lt;span class=&amp;quot;tm7&amp;quot;&amp;gt;(DAB)&amp;lt;/span&amp;gt;'''&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;geprüft.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Auf das jeweils zutreffende Arzneibuch wird verwiesen. Dabei beschränken sich die Beschreibungen und analytischen Untersuchungen grundsätzlich auf das Ausgangsmaterial und auf die Arzneiform des tiefst herstellbaren Verdünnungsgrades. Denn die Qualität jeder homöopathischen Zubereitung wird gesichert durch diese in der Monographie festgelegten Prüfungen sowie durch das exakte Einhalten der vorgeschriebenen Herstellungsvorschrift.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Homöopathisches Arzneibuch, Gesamtausgabe, Deutscher Apotheker Verlag Stuttgart, 1985, Seite VIII&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Man versteht unter Arznei im weiteren Sinne alle in der Natur uns dargebotenen Stoffe, welche gehörig zubereitet und unter passenden Bedingungen angewendet, sowohl das kranke Befinden in ein gesundes, als auch unbedingt das gesunde in ein krankes umzuwandeln vermögend sind. Die Eigenschaft, die Tätigkeit des tierischen Organismus irgend wie krankhaft zu stimmen, kommt demnach notwendig jedem Arzneimittel zu. Deshalb bleiben alle jene Gegenstände davon ausgeschlossen, welche sich indifferent zum gesunden Körper verhalten oder ihn nur bedingt krank machen, wie Witterungseinflüsse, reine Nahrungsmittel, welch letztere bloß dazu dienen, den Abgang der festen und flüssigen Theile des tierischen Körpers zu ersetzen, ihn zu erhalten und seine Fortdauer zu fristen.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Streng genommen ist zwischen Arzneimittel und Heilmittel ein Unterschied zu machen; jedes Arzneimittel ist ein Heilmittel, aber nicht umgekehrt. Was in seiner Anschaffung eine eigentümliche Warenkenntnis voraussetzt, was nach bestimmten Grundsätzen angefertigt werden muss, und zu dessen Zubereitung besondere Kenntnisse und Vorbereitungen gehören, heisst ein Arzneimittel — Medicamentum. Ein Heilmittel (Remedium) dagegen ist alles und jedes, was zum Behufe des Heilens in Anwendung gebracht und benutzt wird; als solches betrachten wir z. B. ein Bad, unter gewissen Umständen Wein, Kaffee, Tee, chirurgische Instrumente. Arznei (Mediana) ist das in bestimmter Form verabreichte Arzneimittel.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Joseph Buchner, Homöopathische Arznei-Bereitungslehre, 2. Auflage, München, Druck und Verlag von Georg Franz, 1852, Seite 9&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Die Beziehung der Arzneimittel kann nach vier verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet werden, nach historischen, chemischen, physiologischen und therapeutischen.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Die historische Beziehung muss allen übrigen vorausgesetzt werden; sie beschäftigt sich mit der Kenntniss des systematischen Charakters, der Gattungen, Arten, Varietäten, Benennungen der Arzneien, mit den äussern Eigenschaften und den Kennzeichen ihrer Güte und Echtheit, mit der Bestimmung der Orte und Gegenden, wo sie vorkommen, mit der Zeit ihrer Einsammlung und mit der besten Art sie zu bereiten und aufzubewahren, ohne dass sie dem Verderben unterliegen.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Zur chemischen Kenntniss gehören die Bestimmung der allgemeinen und besondern wirksamen Bestandteile der Arzneien, die Fertigkeit, die Mineral- und andere Körper auf die einfachste und zugleich beste Weise rein darzustellen, die Erklärung der Prozesse und Erscheinungen bei Metallverbindungen u. a., die Ursachen, worauf sie sich gründen.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Die physiologische und therapeutische Kenntniss fasst die Wirkungsart, die Wirkungsdauer im gesunden und kranken Organismus, Gabengröße und das Gegenmittel in sich: sie beschäftigt sich mit der Bestimmung des jedesmal homöopathisch passenden Arzneimittels zur Heilung der verschiedenen Krankheiten , denen der Körper unterworfen ist, mit Bestimmung des Erfolges, welcher durch die Einwirkung der Arznei auf den Organismus hervorgebracht wird u. s. w.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Joseph Buchner, Homöopathische Arznei-Bereitungslehre, 2. Auflage, München, Druck und Verlag von Georg Franz, 1852, Seite 10f&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
	</entry>
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		<id>https://www.freewiki.eu/de/index.php?title=Arzneibuch&amp;diff=2172</id>
		<title>Arzneibuch</title>
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		<updated>2019-06-29T05:40:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
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&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Das Homöopathische Arzneibuch legt die Standards fest, die die pharmazeutische Qualität und Sicherheit homöopathischer medizinischer Produkte sicherstellen. In seinem allgemeinen Teil, insbesondere den Herstellungsmethoden und der individuellen Monografien, bezieht sich das Homöopathische Arzneibuch (HAB) auf die Vorschriften des Ph. Eur. (Pharmacopoea Europaea, Europäisches Arzneibuch) und des Deutschen Arzneibuchs (DAB). Diese drei Arzneibücher müssen daher als gegenseitig komplementär angesehen und dementsprechend genutzt werden. Das Hauptmerkmal der Vorgehensweisen im HAB liegt darin, dass die Herstellungs- und Testverfahren für die jeweiligen Dosierungsformen einen integralen Teil jeder HAB-Monografie ausmachen.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;1&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp;Die Homöopathie bedient sich, um heilkräftig auf den kranken Organismus einzuwirken, nur einfacher Einzelmittel, also nicht mechanisch oder künstlich zusammengemengter Mittel, sondern jederzeit nur eines Mittels. Demnach wird auch die Arzneibereitung höchst einfach sein und sich nicht mit Mischungen und anderen Dingen beschäftigen dürfen. Die Homöopathie muss die Arzneikörper auf dem einfachsten Weg, auf die ungekünstelste kräftigste Weise und mit der möglichsten Genauigkeit darzustellen suchen.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Die Arzneibereitungslehre der Homöopathie hat die Naturwissenschaften zur Grundlage und beschäftigt sich mit der erforderlichen Kenntnis, Gewinnung (Pharmacognosie), Zubereitung, Aufbewahrung und Verabreichung (Pharmacotechnik) der Körper, welche nach vorhergegangener Prüfung an Gesunden unter die Zahl der Arzneimittel aufgenomman wurden. Bei Gewinnung und Untersuchung von solchen Substanzen hat man auf nachstehende Punkte Rücksicht zu nehmen:&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp;a) Auf die Kenntniss der Arzneikörper, auf die Bestimmung ihrer Gestalt und Farbe, des Geruches und Geschmackes , auf ihr Vorkommen , ihre Verwechslungen und Verfälschungen, auf Art, Ort und Zeit ihrer Gewinnung;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp;b) Auf die Darstellung der Arzneistoffe im reinen Zustande, wodurch sie von fremdartigen Beimischungen getrennt und zu ihrer Anwendung vorbereitet werden;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp;c) Auf die Bestimmung ihrer Echtheit und Güte&amp;amp;nbsp;: jede Substanz muss so gesammelt und aufbewahrt werden, dass keine Veränderung ihres wahren Zustandes oder Schwäche ihrer Wirksamkeit erfolgen kann (Arzneiprüfungslehre).&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;2&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Bedingt durch die besondere Anwendung homöopathischer Arzneimittel war es erforderlich, Regeln und Vorschriften aufzunehmen, die naturwissenschaftlich nicht begründbar sind; es handelt sich teilweise um Konventionsmethoden bzw. um historisch bedingte Regeln, die im Interesse gleichbleibender Zubereitungen beibehalten wurden. Die Erfahrungen der homöopathischen Behandlung in der Veterinärmedizin wurden ebenfalls berücksichtigt.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Das Homöopathische Arzneibuch kann auch eine Grundlage für die weitere&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Entwicklung homöopathischer Verfahrenstechniken bilden. Die Übernahme neuer&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Herstellungsvorschriften &amp;lt;/span&amp;gt;'''&amp;lt;span class=&amp;quot;tm7&amp;quot;&amp;gt;ist&amp;lt;/span&amp;gt;'''&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;in Fortsetzung der begonnenen Arbeiten möglich.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Die Allgemeinen Bestimmungen zur Herstellung homöopathischer Arzneimittel&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;gliedern sich in folgende Unterkapitel:&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;- Arzneigrundstoffe,&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;- Arzneiträger und Hilfsstoffe,&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;- Zubereitungen und Darreichungsformen,&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;- Herstellungsvorschriften.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Der zweite Teil des Homöopathischen Arzneibuches enthält Monographien. Als Monographietitel (insbesondere Monographie-Untertitel) wurden bewußt die alteingeführten Namen der homöopathischen Zubereitungen beibehalten, um jede Verwirrung zu vermeiden und die Verordnung durch den homöopathischen Arzt nicht zu erschweren. Auf deutsche Untertitel wurde verzichtet. Haupt- und Untertitel können wahlweise zur Bezeichnung verwendet werden, d. h., es können sowohl beide als auch nur einer der Titel zur Verwendung kommen.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Der Aufbau der Monographien erfolgte nach Art des Europäischen Arzneibuches (Ph. Eur.). Die verschiedenartigen Untersuchungen werden größtenteils nach Methoden der Ph. Eur. durchgeführt. Nur wenn dort entsprechende Methoden nicht vorhanden sind, wird nach dem Deutschen Arzneibuch &amp;lt;/span&amp;gt;'''&amp;lt;span class=&amp;quot;tm7&amp;quot;&amp;gt;(DAB)&amp;lt;/span&amp;gt;'''&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;geprüft.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Auf das jeweils zutreffende Arzneibuch wird verwiesen. Dabei beschränken sich die Beschreibungen und analytischen Untersuchungen grundsätzlich auf das Ausgangsmaterial und auf die Arzneiform des tiefst herstellbaren Verdünnungsgrades. Denn die Qualität jeder homöopathischen Zubereitung wird gesichert durch diese in der Monographie festgelegten Prüfungen sowie durch das exakte Einhalten der vorgeschriebenen Herstellungsvorschrift.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;3&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Man versteht unter Arznei im weiteren Sinne alle in der Natur uns dargebotenen Stoffe, welche gehörig zubereitet und unter passenden Bedingungen angewendet, sowohl das kranke Befinden in ein gesundes, als auch unbedingt das gesunde in ein krankes umzuwandeln vermögend sind. Die Eigenschaft, die Tätigkeit des tierischen Organismus irgend wie krankhaft zu stimmen, kommt demnach notwendig jedem Arzneimittel zu. Deshalb bleiben alle jene Gegenstände davon ausgeschlossen, welche sich indifferent zum gesunden Körper verhalten oder ihn nur bedingt krank machen, wie Witterungseinflüsse, reine Nahrungsmittel, welch letztere bloß dazu dienen, den Abgang der festen und flüssigen Theile des tierischen Körpers zu ersetzen, ihn zu erhalten und seine Fortdauer zu fristen.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Streng genommen ist zwischen Arzneimittel und Heilmittel ein Unterschied zu machen; jedes Arzneimittel ist ein Heilmittel, aber nicht umgekehrt. Was in seiner Anschaffung eine eigentümliche Warenkenntnis voraussetzt, was nach bestimmten Grundsätzen angefertigt werden muss, und zu dessen Zubereitung besondere Kenntnisse und Vorbereitungen gehören, heisst ein Arzneimittel — Medicamentum. Ein Heilmittel (Remedium) dagegen ist alles und jedes, was zum Behufe des Heilens in Anwendung gebracht und benutzt wird; als solches betrachten wir z. B. ein Bad, unter gewissen Umständen Wein, Kaffee, Tee, chirurgische Instrumente. Arznei (Mediana) ist das in bestimmter Form verabreichte Arzneimittel.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;4&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Die Beziehung der Arzneimittel kann nach vier verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet werden, nach historischen, chemischen, physiologischen und therapeutischen.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Die historische Beziehung muss allen übrigen vorausgesetzt werden; sie beschäftigt sich mit der Kenntniss des systematischen Charakters, der Gattungen, Arten, Varietäten, Benennungen der Arzneien, mit den äussern Eigenschaften und den Kennzeichen ihrer Güte und Echtheit, mit der Bestimmung der Orte und Gegenden, wo sie vorkommen, mit der Zeit ihrer Einsammlung und mit der besten Art sie zu bereiten und aufzubewahren, ohne dass sie dem Verderben unterliegen.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Zur chemischen Kenntniss gehören die Bestimmung der allgemeinen und besondern wirksamen Bestandteile der Arzneien, die Fertigkeit, die Mineral- und andere Körper auf die einfachste und zugleich beste Weise rein darzustellen, die Erklärung der Prozesse und Erscheinungen bei Metallverbindungen u. a., die Ursachen, worauf sie sich gründen.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Die physiologische und therapeutische Kenntniss fasst die Wirkungsart, die Wirkungsdauer im gesunden und kranken Organismus, Gabengröße und das Gegenmittel in sich: sie beschäftigt sich mit der Bestimmung des jedesmal homöopathisch passenden Arzneimittels zur Heilung der verschiedenen Krankheiten , denen der Körper unterworfen ist, mit Bestimmung des Erfolges, welcher durch die Einwirkung der Arznei auf den Organismus hervorgebracht wird u. s. w.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;5&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;1 German Homoeopathic Pharmacopoeia, GHP, Medpharm Scientific Publishers, 2003, Vorwort Seite 1&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;2 Joseph Buchner, Homöopathische Arznei-Bereitungslehre, 2. Auflage, München, Druck und Verlag von Georg Franz, 1852, Seite 6f&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;3 Homöopathisches Arzneibuch, Gesamtausgabe, Deutscher Apotheker Verlag Stuttgart, 1985, Seite VIII&amp;lt;br/&amp;gt; 4 Joseph Buchner, Homöopathische Arznei-Bereitungslehre, 2. Auflage, München, Druck und Verlag von Georg Franz, 1852, Seite 9&amp;lt;br/&amp;gt; 5 Joseph Buchner, Homöopathische Arznei-Bereitungslehre, 2. Auflage, München, Druck und Verlag von Georg Franz, 1852, Seite 10f&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
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		<title>Arzneibuch</title>
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		<updated>2019-06-29T05:39:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Das Homöopathische Arzneibuch legt die Standards fest, die die pharmazeutische Qualität und Sicherheit homöopathischer medizinischer Produkte sicherstellen. In seinem allgemeinen Teil, insbesondere den Herstellungsmethoden und der individuellen Monografien, bezieht sich das Homöopathische Arzneibuch (HAB) auf die Vorschriften des Ph. Eur. (Pharmacopoea Europaea, Europäisches Arzneibuch) und des Deutschen Arzneibuchs (DAB). Diese drei Arzneibücher müssen daher als gegenseitig komplementär angesehen und dementsprechend genutzt werden. Das Hauptmerkmal der Vorgehensweisen im HAB liegt darin, dass die Herstellungs- und Testverfahren für die jeweiligen Dosierungsformen einen integralen Teil jeder HAB-Monografie ausmachen.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;1&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Die Homöopathie bedient sich, um heilkräftig auf den kranken Organismus einzuwirken, nur einfacher Einzelmittel, also nicht mechanisch oder künstlich zusammengemengter Mittel, sondern jederzeit nur eines Mittels. Demnach wird auch die Arzneibereitung höchst einfach sein und sich nicht mit Mischungen und anderen Dingen beschäftigen dürfen. Die Homöopathie muss die Arzneikörper auf dem einfachsten Weg, auf die ungekünstelste kräftigste Weise und mit der möglichsten Genauigkeit darzustellen suchen.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Die Arzneibereitungslehre der Homöopathie hat die Naturwissenschaften zur Grundlage und beschäftigt sich mit der erforderlichen Kenntnis, Gewinnung (Pharmacognosie), Zubereitung, Aufbewahrung und Verabreichung (Pharmacotechnik) der Körper, welche nach vorhergegangener Prüfung an Gesunden unter die Zahl der Arzneimittel aufgenomman wurden. Bei Gewinnung und Untersuchung von solchen Substanzen hat man auf nachstehende Punkte Rücksicht zu nehmen:&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;a) Auf die Kenntniss der Arzneikörper, auf die Bestimmung ihrer Gestalt und Farbe, des Geruches und Geschmackes , auf ihr Vorkommen , ihre Verwechslungen und Verfälschungen, auf Art, Ort und Zeit ihrer Gewinnung;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;b) Auf die Darstellung der Arzneistoffe im reinen Zustande, wodurch sie von fremdartigen Beimischungen getrennt und zu ihrer Anwendung vorbereitet werden;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;c) Auf die Bestimmung ihrer Echtheit und Güte : jede Substanz muss so gesammelt und aufbewahrt werden, dass keine Veränderung ihres wahren Zustandes oder Schwäche ihrer Wirksamkeit erfolgen kann (Arzneiprüfungslehre).&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;2&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Bedingt durch die besondere Anwendung homöopathischer Arzneimittel war es erforderlich, Regeln und Vorschriften aufzunehmen, die naturwissenschaftlich nicht begründbar sind; es handelt sich teilweise um Konventionsmethoden bzw. um historisch bedingte Regeln, die im Interesse gleichbleibender Zubereitungen beibehalten wurden. Die Erfahrungen der homöopathischen Behandlung in der Veterinärmedizin wurden ebenfalls berücksichtigt.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Das Homöopathische Arzneibuch kann auch eine Grundlage für die weitere&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Entwicklung homöopathischer Verfahrenstechniken bilden. Die Übernahme neuer&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Herstellungsvorschriften &amp;lt;/span&amp;gt;'''&amp;lt;span class=&amp;quot;tm7&amp;quot;&amp;gt;ist&amp;lt;/span&amp;gt;'''&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;in Fortsetzung der begonnenen Arbeiten möglich.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Die Allgemeinen Bestimmungen zur Herstellung homöopathischer Arzneimittel&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;gliedern sich in folgende Unterkapitel:&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;- Arzneigrundstoffe,&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;- Arzneiträger und Hilfsstoffe,&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;- Zubereitungen und Darreichungsformen,&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;- Herstellungsvorschriften.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Der zweite Teil des Homöopathischen Arzneibuches enthält Monographien. Als Monographietitel (insbesondere Monographie-Untertitel) wurden bewußt die alteingeführten Namen der homöopathischen Zubereitungen beibehalten, um jede Verwirrung zu vermeiden und die Verordnung durch den homöopathischen Arzt nicht zu erschweren. Auf deutsche Untertitel wurde verzichtet. Haupt- und Untertitel können wahlweise zur Bezeichnung verwendet werden, d. h., es können sowohl beide als auch nur einer der Titel zur Verwendung kommen.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Der Aufbau der Monographien erfolgte nach Art des Europäischen Arzneibuches (Ph. Eur.). Die verschiedenartigen Untersuchungen werden größtenteils nach Methoden der Ph. Eur. durchgeführt. Nur wenn dort entsprechende Methoden nicht vorhanden sind, wird nach dem Deutschen Arzneibuch &amp;lt;/span&amp;gt;'''&amp;lt;span class=&amp;quot;tm7&amp;quot;&amp;gt;(DAB)&amp;lt;/span&amp;gt;'''&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;geprüft.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Auf das jeweils zutreffende Arzneibuch wird verwiesen. Dabei beschränken sich die Beschreibungen und analytischen Untersuchungen grundsätzlich auf das Ausgangsmaterial und auf die Arzneiform des tiefst herstellbaren Verdünnungsgrades. Denn die Qualität jeder homöopathischen Zubereitung wird gesichert durch diese in der Monographie festgelegten Prüfungen sowie durch das exakte Einhalten der vorgeschriebenen Herstellungsvorschrift.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;3&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Man versteht unter Arznei im weiteren Sinne alle in der Natur uns dargebotenen Stoffe, welche gehörig zubereitet und unter passenden Bedingungen angewendet, sowohl das kranke Befinden in ein gesundes, als auch unbedingt das gesunde in ein krankes umzuwandeln vermögend sind. Die Eigenschaft, die Tätigkeit des tierischen Organismus irgend wie krankhaft zu stimmen, kommt demnach notwendig jedem Arzneimittel zu. Deshalb bleiben alle jene Gegenstände davon ausgeschlossen, welche sich indifferent zum gesunden Körper verhalten oder ihn nur bedingt krank machen, wie Witterungseinflüsse, reine Nahrungsmittel, welch letztere bloß dazu dienen, den Abgang der festen und flüssigen Theile des tierischen Körpers zu ersetzen, ihn zu erhalten und seine Fortdauer zu fristen.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Streng genommen ist zwischen Arzneimittel und Heilmittel ein Unterschied zu machen; jedes Arzneimittel ist ein Heilmittel, aber nicht umgekehrt. Was in seiner Anschaffung eine eigentümliche Warenkenntnis voraussetzt, was nach bestimmten Grundsätzen angefertigt werden muss, und zu dessen Zubereitung besondere Kenntnisse und Vorbereitungen gehören, heisst ein Arzneimittel — Medicamentum. Ein Heilmittel (Remedium) dagegen ist alles und jedes, was zum Behufe des Heilens in Anwendung gebracht und benutzt wird; als solches betrachten wir z. B. ein Bad, unter gewissen Umständen Wein, Kaffee, Tee, chirurgische Instrumente. Arznei (Mediana) ist das in bestimmter Form verabreichte Arzneimittel.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;4&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Die Beziehung der Arzneimittel kann nach vier verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet werden, nach historischen, chemischen, physiologischen und therapeutischen.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Die historische Beziehung muss allen übrigen vorausgesetzt werden; sie beschäftigt sich mit der Kenntniss des systematischen Charakters, der Gattungen, Arten, Varietäten, Benennungen der Arzneien, mit den äussern Eigenschaften und den Kennzeichen ihrer Güte und Echtheit, mit der Bestimmung der Orte und Gegenden, wo sie vorkommen, mit der Zeit ihrer Einsammlung und mit der besten Art sie zu bereiten und aufzubewahren, ohne dass sie dem Verderben unterliegen.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Zur chemischen Kenntniss gehören die Bestimmung der allgemeinen und besondern wirksamen Bestandteile der Arzneien, die Fertigkeit, die Mineral- und andere Körper auf die einfachste und zugleich beste Weise rein darzustellen, die Erklärung der Prozesse und Erscheinungen bei Metallverbindungen u. a., die Ursachen, worauf sie sich gründen.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Die physiologische und therapeutische Kenntniss fasst die Wirkungsart, die Wirkungsdauer im gesunden und kranken Organismus, Gabengröße und das Gegenmittel in sich: sie beschäftigt sich mit der Bestimmung des jedesmal homöopathisch passenden Arzneimittels zur Heilung der verschiedenen Krankheiten , denen der Körper unterworfen ist, mit Bestimmung des Erfolges, welcher durch die Einwirkung der Arznei auf den Organismus hervorgebracht wird u. s. w.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;5&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;1 German Homoeopathic Pharmacopoeia, GHP, Medpharm Scientific Publishers, 2003, Vorwort Seite 1&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;2 Joseph Buchner, Homöopathische Arznei-Bereitungslehre, 2. Auflage, München, Druck und Verlag von Georg Franz, 1852, Seite 6f&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;3 Homöopathisches Arzneibuch, Gesamtausgabe, Deutscher Apotheker Verlag Stuttgart, 1985, Seite VIII&amp;lt;br/&amp;gt; 4 Joseph Buchner, Homöopathische Arznei-Bereitungslehre, 2. Auflage, München, Druck und Verlag von Georg Franz, 1852, Seite 9&amp;lt;br/&amp;gt; 5 Joseph Buchner, Homöopathische Arznei-Bereitungslehre, 2. Auflage, München, Druck und Verlag von Georg Franz, 1852, Seite 10f&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
	</entry>
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		<id>https://www.freewiki.eu/de/index.php?title=Globuli&amp;diff=2170</id>
		<title>Globuli</title>
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		<updated>2019-06-27T20:00:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
Als '''Globuli '''(Singular: '''Globulus'''), zu deutsch Kügelchen, werden die Streukügelchen aus reinem Zucker bezeichnet, die meist als Träger der homöopathischen [[Arzneimittel|Arzneimittel]] dienen. Der letzte Herstellungsschritt einer Arznei besteht darin, daß die in Lösung befindliche gewünschte [[Potenzierung|Potenz]] auf solche Streukügelchen aufgesprüht wird. Sie lassen sich gut und lange aufbewahren und erleichtern die Dosierung. Die Größe dieser Globuli variiert zwischen den Herstellerfirmen und spielt für die Verordnung und Dosierung keine Rolle. Auch die Anzahl der verabreichten Globuli ist für den Heilerfolg unwichtig. Da es sich um Information und nicht um Materie oder Energie handelt, sind zehn Globuli so wie zehn Kopien des gleichen Gedichts. Wenn es stimmt, reicht eines. Aus psychologischen und Gewohnheitsgründen geben die meisten BehandlerInnen zwischen 3 und 10 Globuli.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff Globuli, Kügelchen, erscheint erstmals in Dr. Samuel Hahnemanns Krankenjournal D6 (1806 - 1807) bei der Patientin Rügerin&amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt;. Globuli wurden von Hahnemann als Darreichungsform für homöopathische Arzneimittel entdeckt und blieben bis zum Ende seines Lebens die bevorzugte Applikationsform und Einheit in der Dosenlehre. Hahnemanns Streukügelchen wurden, wie erwähnt, aus Haushaltszucker und Stärke hergestellt und hatten in den meisten Fällen die Größe von Mohnsamen und ein Gewicht von 0,2-0,3 mg&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;.&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt; Um eine gute Qualität der Streukügelchen sicherzustellen, gibt Dr. Hahnemann folgende Anweisung: &amp;quot;Man lässt sie unter seinen Augen vom Zucker-Bäcker aus Stärke-Mehl und Rohr-Zucker verfertigen, und die so verkleinten Streukügelchen mittels der nöthigen Siebe zuerst von den allzu feinen, staubartigen Theilen befreien, dann aber durch einen Durchschlag gehen, dessen Löcher nur solche Kügelchen durchlassen, wovon 100 Einen Gran wiegen, - die brauchbarste Kleinheit für den Bedarf eines homöopathischen Arztes.&amp;quot;&amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur historischen Herstellung homöopathischer Arzneien in Form von Streukügelchen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Die Streukügelchen (Globuli saccharini) werden vom Conditor aus reinem Rohrzucker und Satzmehl, Amylum, bereitet. Die mit Arznei zu befeuchtenden sollen in gleicher Kleinheit nach Hahnemann kaum in der Grösse des Mohnsamens genommen werden , so dass ohngefähr 200 einen Gran wiegen , theils damit man sie durch und durch befeuchten , und die Gabe gehörig klein und gleichmässig einrichten kann , theils damit die homöopathischen Äerzte auch hierin, wie in der Bereitungsart der Arzneien, so auch in der Gabenvertheilung gleichmässig verfahren und den Erfolg davon mit dem der andern Homöopathen mit Gewissheit vergleichen können. Man gebraucht sie jedoch von verschiedener Grösse, wiewohl ihre Form und Härte nicht gleichgiltig; wenn sie zu gross sind, zerreissen sie leicht beim Daraufdrücken die Papierkapsel und wenn sie zu hart sind, schlucken sie wenig von der Arznei ein und bleiben zu lange feucht. Wer die Arznei in Kügelchenform verabreicht, bedient sich meist grosser.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Um die Streukügelchen in grösserer Quantität gut zu conserviren, ist es nöthig , dass selbe in einem mehr tiefen als weiten Standglas, welches nur zwei Drittel angefüllt werden darf, mit der nöthigen Menge Tropfen der arzneilichen Flüssigkeit gehörig befeuchtet werden , worauf man das Glas mit dem Korkstöpsel verschliesst und dasselbe einigemal um seine Achse dreht oder schüttelt, damit die Arznei bis auf den Boden dringen und so das ganze Kügelchen binnen der kürzesten Zeit befeuchten kann; andere rühren die Kügelchen mit einem gläsernen oder silbernen Stäbchen um. Will man die überflüssige Feuchtigkeit, wenn es nöthig ist, hinwegschaffen, so wendet man das Gläschen um, schüttet den Inhalt auf reines trocknes Papier und breitet die Kügelchen aus, damit sie bald trocknen, hierauf füllt man sie in ein Gläschen , mit dem Namen der Arznei u. a. versehen , und stopselt selbe gut zu. Alle mit der geistigen Flüssigkeit befeuchteten Streukügelchen haben ein trocknes und mattes Ansehen, während die rohen und unbefeuchteten weisser und glänzend sind; einmal befeuchtet, vermögen sie nicht wieder ein gleiches Volumen Arznei aufzunehmen.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Um sie zum Einnehmen vorzurichten, schüttelt man nach Bedarf 1—6 Kügelchen, selten mehr, in das eine geöffnete Ende einer massig grossen Kapsel eines schon fertigen Pulvers von 2— 3 Gran fein gepulverten Milchzuckers und streicht dann mit einem porzellanenen Spatel unter einigem Drücken darauf hin, bis man fühlt, dass die Kügelchen zerdrückt sind, dann kann sich das Ganze beim Einnehmen in Wasser leicht auflösen.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Papierkapseln mit Milchzucker gefüllt längere Zeit vorräthig zu halten, ist nicht räthlich; jedenfalls ist es sicherer, selbe erst zu füllen, wenn man die Arznei verabreicht; dass man die mit Arznei befeuchteten Kügelchen nicht in Kapseln vorräthig halten soll, versteht sich von selbst.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;quot;&amp;lt;sup&amp;gt;4&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß dem Homöopathischen Arzneibuch (HAB - Verordnung 10) werden homöopathische Arzneimittel auf Globuli als Träger wie folgt hergestellt:&amp;lt;br/&amp;gt; Zubereitungen nach Vorschrift 10 sind Streukügelchen (Globuli). Sie werden durch Übertragen einer Dilution auf Saccharosekügelchen (Größe 3: 110-130 Streukügelchen wiegen 1 Gramm) hergestellt, indem 100 Teile Saccharosekügelchen mit 1 Teil Dilution gleichmäßig befeuchtet werden, Der Äthanolgehalt der verwendeten Dilution muß mindestens 60 Prozent betragen. Ist dies nicht der Fall, muß abweichend von den Vorschriften 1 bis 4b die letzte Potenzierung der zu verwendenden Dezimal- und Centesimalverdünnung mit Äthanol 62 Prozent durchgeführt werden.&amp;lt;br/&amp;gt; Nach der Imprägnierung im geschlossenen Gefäß werden die Streukügelchen (Globuli) an der Luft getrocknet. Sie sind mit dem Verdünnungsgrad zu bezeichnen, der der verwendeten Dilution entspricht.&amp;lt;br/&amp;gt; In Sonderfällen können folgende Streukügelchengrößen verwendet werden:&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 1: 470-530 Streukügelchen wiegen 1 Gramm&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 2: 220-280 Streukügelchen wiegen 1 Gramm&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 3: 110-130 Streukügelchen wiegen 1 Gramm&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 4: 70– 90 Streukügelchen wiegen 1 Gramm&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 5: 4(1– 50 Streukügelchen wiegen 1 Gramm&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 6: 22– 28 Streukügelchen wiegen 1 Gramm&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 7: 10 Streukügelchen wiegen etwa 1 Gramm&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 8: 5 Streukügelchen wiegen etwa 1 Gramm&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 9: 3 Streukügelchen wiegen etwa 1 Gramm&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 10: 2 Streukügelchen wiegen etwa 1 Gramm&amp;lt;sup&amp;gt;5&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quellen:&amp;lt;br/&amp;gt; 1 Krankenjournal D6 (1806 - 1807), Kommentarband, Karl F. Haug Verlag, Seite 22&amp;lt;br/&amp;gt; 2 Stefan Mayr, Herstellung homöopathischer Arzneimittel - Von Hahnemann bis zu Schwabes Pharmakopoe (1872), KVC Verlag, &amp;amp;nbsp; Quellen und Studien zur Homöopathiegeschichte, Band 20, Herausgegeben vom Institut für Geschichte der&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp; Medizin der Robert Bosch Stiftung, Seite&amp;lt;br/&amp;gt; 3 Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, Manuskript des Verfassers für die 6. Auflage, 1842, Fußnote 4 zu §270&amp;lt;br/&amp;gt; 4.Joseph Buchner, Homöopathische Arznei-Bereitungslehre, München, Druck und Verlag Georg Franz, 1852, Seite 22&amp;lt;br/&amp;gt; 5 Homöopathisches Arzneibuch, 1. Ausgabe 1978, Gesamtausgabe, Deutscher Apotheker Verlag Stuttgart, Seite 32&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
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		<id>https://www.freewiki.eu/de/index.php?title=Globuli&amp;diff=2162</id>
		<title>Globuli</title>
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		<updated>2019-06-27T05:03:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
Als '''Globuli '''(Singular: '''Globulus'''), zu deutsch Kügelchen, werden die Streukügelchen aus reinem Zucker bezeichnet, die meist als Träger der homöopathischen [[Arzneimittel|Arzneimittel]] dienen. Der letzte Herstellungsschritt einer Arznei besteht darin, daß die in Lösung befindliche gewünschte [[Potenzierung|Potenz]] auf solche Streukügelchen aufgesprüht wird. Sie lassen sich gut und lange aufbewahren und erleichtern die Dosierung. Die Größe dieser Globuli variiert zwischen den Herstellerfirmen und spielt für die Verordnung und Dosierung keine Rolle. Auch die Anzahl der verabreichten Globuli ist für den Heilerfolg unwichtig. Da es sich um Information und nicht um Materie oder Energie handelt, sind zehn Globuli so wie zehn Kopien des gleichen Gedichts. Wenn es stimmt, reicht eines. Aus psychologischen und Gewohnheitsgründen geben die meisten BehandlerInnen zwischen 3 und 10 Globuli.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff Globuli, Kügelchen, erscheint erstmals in Dr. Samuel Hahnemanns Krankenjournal D6 (1806 - 1807) bei der Patientin Rügerin&amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt;. Globuli wurden von Hahnemann als Darreichungsform für homöopathische Arzneimittel entdeckt und blieben bis zum Ende seines Lebens die bevorzugte Applikationsform und Einheit in der Dosenlehre. Hahnemanns Streukügelchen wurden, wie erwähnt, aus Haushaltszucker und Stärke hergestellt und hatten in den meisten Fällen die Größe von Mohnsamen und ein Gewicht von 0,2-0,3 mg&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur historischen Herstellung homöopathischer Arzneien in Form von Streukügelchen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Die Streukügelchen (Globuli saccharini) werden vom Conditor aus reinem Rohrzucker und Satzmehl, Amylum, bereitet. Die mit Arznei zu befeuchtenden sollen in gleicher Kleinheit nach Hahnemann kaum in der Grösse des Mohnsamens genommen werden , so dass ohngefähr 200 einen Gran wiegen , theils damit man sie durch und durch befeuchten , und die Gabe gehörig klein und gleichmässig einrichten kann , theils damit die homöopathischen Äerzte auch hierin, wie in der Bereitungsart der Arzneien, so auch in der Gabenvertheilung gleichmässig verfahren und den Erfolg davon mit dem der andern Homöopathen mit Gewissheit vergleichen können. Man gebraucht sie jedoch von verschiedener Grösse, wiewohl ihre Form und Härte nicht gleichgiltig; wenn sie zu gross sind, zerreissen sie leicht beim Daraufdrücken die Papierkapsel und wenn sie zu hart sind, schlucken sie wenig von der Arznei ein und bleiben zu lange feucht. Wer die Arznei in Kügelchenform verabreicht, bedient sich meist grosser.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Um die Streukügelchen in grösserer Quantität gut zu conserviren, ist es nöthig , dass selbe in einem mehr tiefen als weiten Standglas, welches nur zwei Drittel angefüllt werden darf, mit der nöthigen Menge Tropfen der arzneilichen Flüssigkeit gehörig befeuchtet werden , worauf man das Glas mit dem Korkstöpsel verschliesst und dasselbe einigemal um seine Achse dreht oder schüttelt, damit die Arznei bis auf den Boden dringen und so das ganze Kügelchen binnen der kürzesten Zeit befeuchten kann; andere rühren die Kügelchen mit einem gläsernen oder silbernen Stäbchen um. Will man die überflüssige Feuchtigkeit, wenn es nöthig ist, hinwegschaffen, so wendet man das Gläschen um, schüttet den Inhalt auf reines trocknes Papier und breitet die Kügelchen aus, damit sie bald trocknen, hierauf füllt man sie in ein Gläschen , mit dem Namen der Arznei u. a. versehen , und stopselt selbe gut zu. Alle mit der geistigen Flüssigkeit befeuchteten Streukügelchen haben ein trocknes und mattes Ansehen, während die rohen und unbefeuchteten weisser und glänzend sind; einmal befeuchtet, vermögen sie nicht wieder ein gleiches Volumen Arznei aufzunehmen.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Um sie zum Einnehmen vorzurichten, schüttelt man nach Bedarf 1—6 Kügelchen, selten mehr, in das eine geöffnete Ende einer massig grossen Kapsel eines schon fertigen Pulvers von 2— 3 Gran fein gepulverten Milchzuckers und streicht dann mit einem porzellanenen Spatel unter einigem Drücken darauf hin, bis man fühlt, dass die Kügelchen zerdrückt sind, dann kann sich das Ganze beim Einnehmen in Wasser leicht auflösen.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Papierkapseln mit Milchzucker gefüllt längere Zeit vorräthig zu halten, ist nicht räthlich; jedenfalls ist es sicherer, selbe erst zu füllen, wenn man die Arznei verabreicht; dass man die mit Arznei befeuchteten Kügelchen nicht in Kapseln vorräthig halten soll, versteht sich von selbst.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;quot;&amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß dem Homöopathischen Arzneibuch (HAB - Verordnung 10) werden homöopathische Arzneimittel auf Globuli als Träger wie folgt hergestellt:&amp;lt;br/&amp;gt; Zubereitungen nach Vorschrift 10 sind Streukügelchen (Globuli). Sie werden durch Übertragen einer Dilution auf Saccharosekügelchen (Größe 3: 110-130 Streukügelchen wiegen 1 Gramm) hergestellt, indem 100 Teile Saccharosekügelchen mit 1 Teil Dilution gleichmäßig befeuchtet werden, Der Äthanolgehalt der verwendeten Dilution muß mindestens 60 Prozent betragen. Ist dies nicht der Fall, muß abweichend von den Vorschriften 1 bis 4b die letzte Potenzierung der zu verwendenden Dezimal- und Centesimalverdünnung mit Äthanol 62 Prozent durchgeführt werden.&amp;lt;br/&amp;gt; Nach der Imprägnierung im geschlossenen Gefäß werden die Streukügelchen (Globuli) an der Luft getrocknet. Sie sind mit dem Verdünnungsgrad zu bezeichnen, der der verwendeten Dilution entspricht.&amp;lt;br/&amp;gt; In Sonderfällen können folgende Streukügelchengrößen verwendet werden:&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 1: 470-530 Streukügelchen wiegen 1 Gramm&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 2: 220-280 Streukügelchen wiegen 1 Gramm&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 3: 110-130 Streukügelchen wiegen 1 Gramm&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 4: 70– 90 Streukügelchen wiegen 1 Gramm&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 5: 4(1– 50 Streukügelchen wiegen 1 Gramm&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 6: 22– 28 Streukügelchen wiegen 1 Gramm&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 7: 10 Streukügelchen wiegen etwa 1 Gramm&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 8: 5 Streukügelchen wiegen etwa 1 Gramm&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 9: 3 Streukügelchen wiegen etwa 1 Gramm&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 10: 2 Streukügelchen wiegen etwa 1 Gramm&amp;lt;sup&amp;gt;4&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quellen:&amp;lt;br/&amp;gt; 1 Krankenjournal D6 (1806 - 1807), Kommentarband, Karl F. Haug Verlag, Seite 22&amp;lt;br/&amp;gt; 2 Stefan Mayr, Herstellung homöopathischer Arzneimittel - Von Hahnemann bis zu Schwabes Pharmakopoe (1872), KVC Verlag, &amp;amp;nbsp; Quellen und Studien zur Homöopathiegeschichte, Band 20, Herausgegeben vom Institut für Geschichte der&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp; Medizin der Robert Bosch Stiftung, Seite&amp;lt;br/&amp;gt; 3.Joseph Buchner, Homöopathische Arznei-Bereitungslehre, München, Druck und Verlag Georg Franz, 1852, Seite 22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4 Homöopathisches Arzneibuch, 1. Ausgabe 1978, Gesamtausgabe, Deutscher Apotheker Verlag Stuttgart, Seite 32&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
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		<title>Globuli</title>
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		<updated>2019-06-27T05:00:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
Als '''Globuli '''(Singular: '''Globulus'''), zu deutsch Kügelchen, werden die Streukügelchen aus reinem Zucker bezeichnet, die meist als Träger der homöopathischen [[Arzneimittel|Arzneimittel]] dienen. Der letzte Herstellungsschritt einer Arznei besteht darin, daß die in Lösung befindliche gewünschte [[Potenzierung|Potenz]] auf solche Streukügelchen aufgesprüht wird. Sie lassen sich gut und lange aufbewahren und erleichtern die Dosierung. Die Größe dieser Globuli variiert zwischen den Herstellerfirmen und spielt für die Verordnung und Dosierung keine Rolle. Auch die Anzahl der verabreichten Globuli ist für den Heilerfolg unwichtig. Da es sich um Information und nicht um Materie oder Energie handelt, sind zehn Globuli so wie zehn Kopien des gleichen Gedichts. Wenn es stimmt, reicht eines. Aus psychologischen und Gewohnheitsgründen geben die meisten BehandlerInnen zwischen 3 und 10 Globuli.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff Globuli, Kügelchen, erscheint erstmals in Dr. Samuel Hahnemanns Krankenjournal D6 (1806 - 1807) bei der Patientin Rügerin&amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt;. Globuli wurden von Hahnemann als Darreichungsform für homöopathische Arzneimittel entdeckt und blieben bis zum Ende seines Lebens die bevorzugte Applikationsform und Einheit in der Dosenlehre. Hahnemanns Streukügelchen wurden, wie erwähnt, aus Haushaltszucker und Stärke hergestellt und hatten in den meisten Fällen die Größe von Mohnsamen und ein Gewicht von 0,2-0,3 mg&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur historischen Herstellung homöopathischer Arzneien in Form von Streukügelchen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Die Streukügelchen (Globuli saccharini) werden vom Conditor aus reinem Rohrzucker und Satzmehl, Amylum, bereitet. Die mit Arznei zu befeuchtenden sollen in gleicher Kleinheit nach Hahnemann kaum in der Grösse des Mohnsamens genommen werden , so dass ohngefähr 200 einen Gran wiegen , theils damit man sie durch und durch befeuchten , und die Gabe gehörig klein und gleichmässig einrichten kann , theils damit die homöopathischen Äerzte auch hierin, wie in der Bereitungsart der Arzneien, so auch in der Gabenvertheilung gleichmässig verfahren und den Erfolg davon mit dem der andern Homöopathen mit Gewissheit vergleichen können. Man gebraucht sie jedoch von verschiedener Grösse, wiewohl ihre Form und Härte nicht gleichgiltig; wenn sie zu gross sind, zerreissen sie leicht beim Daraufdrücken die Papierkapsel und wenn sie zu hart sind, schlucken sie wenig von der Arznei ein und bleiben zu lange feucht. Wer die Arznei in Kügelchenform verabreicht, bedient sich meist grosser.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Um die Streukügelchen in grösserer Quantität gut zu conserviren, ist es nöthig , dass selbe in einem mehr tiefen als weiten Standglas, welches nur zwei Drittel angefüllt werden darf, mit der nöthigen Menge Tropfen der arzneilichen Flüssigkeit gehörig befeuchtet werden , worauf man das Glas mit dem Korkstöpsel verschliesst und dasselbe einigemal um seine Achse dreht oder schüttelt, damit die Arznei bis auf den Boden dringen und so das ganze Kügelchen binnen der kürzesten Zeit befeuchten kann; andere rühren die Kügelchen mit einem gläsernen oder silbernen Stäbchen um. Will man die überflüssige Feuchtigkeit, wenn es nöthig ist, hinwegschaffen, so wendet man das Gläschen um, schüttet den Inhalt auf reines trocknes Papier und breitet die Kügelchen aus, damit sie bald trocknen, hierauf füllt man sie in ein Gläschen , mit dem Namen der Arznei u. a. versehen , und stopselt selbe gut zu. Alle mit der geistigen Flüssigkeit befeuchteten Streukügelchen haben ein trocknes und mattes Ansehen, während die rohen und unbefeuchteten weisser und glänzend sind; einmal befeuchtet, vermögen sie nicht wieder ein gleiches Volumen Arznei aufzunehmen.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Um sie zum Einnehmen vorzurichten, schüttelt man nach Bedarf 1—6 Kügelchen, selten mehr, in das eine geöffnete Ende einer massig grossen Kapsel eines schon fertigen Pulvers von 2— 3 Gran fein gepulverten Milchzuckers und streicht dann mit einem porzellanenen Spatel unter einigem Drücken darauf hin, bis man fühlt, dass die Kügelchen zerdrückt sind, dann kann sich das Ganze beim Einnehmen in Wasser leicht auflösen.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Papierkapseln mit Milchzucker gefüllt längere Zeit vorräthig zu halten, ist nicht räthlich; jedenfalls ist es sicherer, selbe erst zu füllen, wenn man die Arznei verabreicht; dass man die mit Arznei befeuchteten Kügelchen nicht in Kapseln vorräthig halten soll, versteht sich von selbst.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;quot;&amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß dem Homöopathischen Arzneibuch (HAB - Verordnung 10) werden Globuli wie folgt hergestellt:&amp;lt;br/&amp;gt; Zubereitungen nach Vorschrift 10 sind Streukügelchen (Globuli). Sie werden durch Übertragen einer Dilution auf Saccharosekügelchen (Größe 3: 110-130 Streukügelchen wiegen 1 Gramm) hergestellt, indem 100 Teile Saccharosekügelchen mit 1 Teil Dilution gleichmäßig befeuchtet werden, Der Äthanolgehalt der verwendeten Dilution muß mindestens 60 Prozent betragen. Ist dies nicht der Fall, muß abweichend von den Vorschriften 1 bis 4b die letzte Potenzierung der zu verwendenden Dezimal- und Centesimalverdünnung mit Äthanol 62 Prozent durchgeführt werden.&amp;lt;br/&amp;gt; Nach der Imprägnierung im geschlossenen Gefäß werden die Streukügelchen (Globuli) an der Luft getrocknet. Sie sind mit dem Verdünnungsgrad zu bezeichnen, der der verwendeten Dilution entspricht.&amp;lt;br/&amp;gt; In Sonderfällen können folgende Streukügelchengrößen verwendet werden:&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 1: 470-530 Streukügelchen wiegen 1 Gramm&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 2: 220-280 Streukügelchen wiegen 1 Gramm&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 3: 110-130 Streukügelchen wiegen 1 Gramm&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 4: 70– 90 Streukügelchen wiegen 1 Gramm&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 5: 4(1– 50 Streukügelchen wiegen 1 Gramm&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 6: 22– 28 Streukügelchen wiegen 1 Gramm&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 7: 10 Streukügelchen wiegen etwa 1 Gramm&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 8: 5 Streukügelchen wiegen etwa 1 Gramm&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 9: 3 Streukügelchen wiegen etwa 1 Gramm&amp;lt;br/&amp;gt; Größe 10: 2 Streukügelchen wiegen etwa 1 Gramm&amp;lt;sup&amp;gt;4&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
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Quellen:&amp;lt;br/&amp;gt; 1 Krankenjournal D6 (1806 - 1807), Kommentarband, Karl F. Haug Verlag, Seite 22&amp;lt;br/&amp;gt; 2 Stefan Mayr, Herstellung homöopathischer Arzneimittel - Von Hahnemann bis zu Schwabes Pharmakopoe (1872), KVC Verlag, &amp;amp;nbsp; Quellen und Studien zur Homöopathiegeschichte, Band 20, Herausgegeben vom Institut für Geschichte der&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp; Medizin der Robert Bosch Stiftung, Seite&amp;lt;br/&amp;gt; 3.Joseph Buchner, Homöopathische Arznei-Bereitungslehre, München, Druck und Verlag Georg Franz, 1852, Seite 22&lt;br /&gt;
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4 Homöopathisches Arzneibuch, 1. Ausgabe 1978, Gesamtausgabe, Deutscher Apotheker Verlag Stuttgart, Seite 32&lt;br /&gt;
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		<author><name>SiLet</name></author>
		
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		<title>Globuli</title>
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		<updated>2019-06-26T20:37:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
Als '''Globuli '''(Singular: '''Globulus'''), zu deutsch Kügelchen, werden die Streukügelchen aus reinem Zucker bezeichnet, die meist als Träger der homöopathischen [[Arzneimittel|Arzneimittel]] dienen. Der letzte Herstellungsschritt einer Arznei besteht darin, daß die in Lösung befindliche gewünschte [[Potenzierung|Potenz]] auf solche Streukügelchen aufgesprüht wird. Sie lassen sich gut und lange aufbewahren und erleichtern die Dosierung. Die Größe dieser Globuli variiert zwischen den Herstellerfirmen und spielt für die Verordnung und Dosierung keine Rolle. Auch die Anzahl der verabreichten Globuli ist für den Heilerfolg unwichtig. Da es sich um Information und nicht um Materie oder Energie handelt, sind zehn Globuli so wie zehn Kopien des gleichen Gedichts. Wenn es stimmt, reicht eines. Aus psychologischen und Gewohnheitsgründen geben die meisten BehandlerInnen zwischen 3 und 10 Globuli.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff Globuli, Kügelchen, erscheint erstmals in Dr. Samuel Hahnemanns Krankenjournal D6 (1806 - 1807) bei der Patientin Rügerin&amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt;. Globuli wurden von Hahnemann als Darreichungsform für homöopathische Arzneimittel entdeckt und blieben bis zum Ende seines Lebens die bevorzugte Applikationsform und Einheit in der Dosenlehre. Hahnemanns Streukügelchen wurden, wie erwähnt, aus Haushaltszucker und Stärke hergestellt und hatten in den meisten Fällen die Größe von Mohnsamen und ein Gewicht von 0,2-0,3 mg&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur historischen Herstellung homöopathischer Arzneien in Form von Streukügelchen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Die Streukügelchen (Globuli saccharini) werden vom Conditor aus reinem Rohrzucker und Satzmehl, Amylum, bereitet. Die mit Arznei zu befeuchtenden sollen in gleicher Kleinheit nach Hahnemann kaum in der Grösse des Mohnsamens genommen werden , so dass ohngefähr 200 einen Gran wiegen , theils damit man sie durch und durch befeuchten , und die Gabe gehörig klein und gleichmässig einrichten kann , theils damit die homöopathischen Äerzte auch hierin, wie in der Bereitungsart der Arzneien, so auch in der Gabenvertheilung gleichmässig verfahren und den Erfolg davon mit dem der andern Homöopathen mit Gewissheit vergleichen können. Man gebraucht sie jedoch von verschiedener Grösse, wiewohl ihre Form und Härte nicht gleichgiltig; wenn sie zu gross sind, zerreissen sie leicht beim Daraufdrücken die Papierkapsel und wenn sie zu hart sind, schlucken sie wenig von der Arznei ein und bleiben zu lange feucht. Wer die Arznei in Kügelchenform verabreicht, bedient sich meist grosser.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Um die Streukügelchen in grösserer Quantität gut zu conserviren, ist es nöthig , dass selbe in einem mehr tiefen als weiten Standglas, welches nur zwei Drittel angefüllt werden darf, mit der nöthigen Menge Tropfen der arzneilichen Flüssigkeit gehörig befeuchtet werden , worauf man das Glas mit dem Korkstöpsel verschliesst und dasselbe einigemal um seine Achse dreht oder schüttelt, damit die Arznei bis auf den Boden dringen und so das ganze Kügelchen binnen der kürzesten Zeit befeuchten kann; andere rühren die Kügelchen mit einem gläsernen oder silbernen Stäbchen um. Will man die überflüssige Feuchtigkeit, wenn es nöthig ist, hinwegschaffen, so wendet man das Gläschen um, schüttet den Inhalt auf reines trocknes Papier und breitet die Kügelchen aus, damit sie bald trocknen, hierauf füllt man sie in ein Gläschen , mit dem Namen der Arznei u. a. versehen , und stopselt selbe gut zu. Alle mit der geistigen Flüssigkeit befeuchteten Streukügelchen haben ein trocknes und mattes Ansehen, während die rohen und unbefeuchteten weisser und glänzend sind; einmal befeuchtet, vermögen sie nicht wieder ein gleiches Volumen Arznei aufzunehmen.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Um sie zum Einnehmen vorzurichten, schüttelt man nach Bedarf 1—6 Kügelchen, selten mehr, in das eine geöffnete Ende einer massig grossen Kapsel eines schon fertigen Pulvers von 2— 3 Gran fein gepulverten Milchzuckers und streicht dann mit einem porzellanenen Spatel unter einigem Drücken darauf hin, bis man fühlt, dass die Kügelchen zerdrückt sind, dann kann sich das Ganze beim Einnehmen in Wasser leicht auflösen.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Papierkapseln mit Milchzucker gefüllt längere Zeit vorräthig zu halten, ist nicht räthlich; jedenfalls ist es sicherer, selbe erst zu füllen, wenn man die Arznei verabreicht; dass man die mit Arznei befeuchteten Kügelchen nicht in Kapseln vorräthig halten soll, versteht sich von selbst.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;quot;&amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
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Quellen:&amp;lt;br/&amp;gt; 1 Krankenjournal D6 (1806 - 1807), Kommentarband, Karl F. Haug Verlag, Seite 22&amp;lt;br/&amp;gt; 2 Stefan Mayr, Herstellung homöopathischer Arzneimittel - Von Hahnemann bis zu Schwabes Pharmakopoe (1872), KVC Verlag, &amp;amp;nbsp; Quellen und Studien zur Homöopathiegeschichte, Band 20, Herausgegeben vom Institut für Geschichte der&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp; Medizin der Robert Bosch Stiftung, Seite&amp;lt;br/&amp;gt; 3.Joseph Buchner, Homöopathische Arznei-Bereitungslehre, München, Druck und Verlag Georg Franz, 1852, Seite 22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
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		<title>Globuli</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
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&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
Als '''Globuli '''(Singular: '''Globulus'''), zu deutsch Kügelchen, werden die Streukügelchen aus reinem Zucker bezeichnet, die meist als Träger der homöopathischen [[Arzneimittel|Arzneimittel]] dienen. Der letzte Herstellungsschritt einer Arznei besteht darin, daß die in Lösung befindliche gewünschte [[Potenzierung|Potenz]] auf solche Streukügelchen aufgesprüht wird. Sie lassen sich gut und lange aufbewahren und erleichtern die Dosierung. Die Größe dieser Globuli variiert zwischen den Herstellerfirmen und spielt für die Verordnung und Dosierung keine Rolle. Auch die Anzahl der verabreichten Globuli ist für den Heilerfolg unwichtig. Da es sich um Information und nicht um Materie oder Energie handelt, sind zehn Globuli so wie zehn Kopien des gleichen Gedichts. Wenn es stimmt, reicht eines. Aus psychologischen und Gewohnheitsgründen geben die meisten BehandlerInnen zwischen 3 und 10 Globuli.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff Globuli, Kügelchen, erscheint erstmals in Dr. Samuel Hahnemanns Krankenjournal D6 (1806 - 1807) bei der Patientin Rügerin&amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt;. Globuli wurden von Hahnemann als Darreichungsform für homöopathische Arzneimittel entdeckt und blieben bis zum Ende seines Lebens die bevorzugte Applikationsform und Einheit in der Dosenlehre. Hahnemanns Streukügelchen wurden, wie erwähnt, aus Haushaltszucker und Stärke hergestellt und hatten in den meisten Fällen die Größe von Mohnsamen und ein Gewicht von 0,2-0,3 mg&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur historischen Herstellung homöopathischer Arzneien in Form von Streukügelchen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Die Streukügelchen (Globuli saccharini) werden vom Conditor aus reinem Rohrzucker und Satzmehl, Amylum, bereitet. Die mit Arznei zu befeuchtenden sollen in gleicher Kleinheit nach Hahnemann kaum in der Grösse des Mohnsamens genommen werden , so dass ohngefähr 200 einen Gran wiegen , theils damit man sie durch und durch befeuchten , und die Gabe gehörig klein und gleichmässig einrichten kann , theils damit die homöopathischen Äerzte auch hierin, wie in der Bereitungsart der Arzneien, so auch in der Gabenvertheilung gleichmässig verfahren und den Erfolg davon mit dem der andern Homöopathen mit Gewissheit vergleichen können. Man gebraucht sie jedoch von verschiedener Grösse, wiewohl ihre Form und Härte nicht gleichgiltig; wenn sie zu gross sind, zerreissen sie leicht beim Daraufdrücken die Papierkapsel und wenn sie zu hart sind, schlucken sie wenig von der Arznei ein und bleiben zu lange feucht. Wer die Arznei in Kügelchenform verabreicht, bedient sich meist grosser.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Um die Streukügelchen in grösserer Quantität gut zu conserviren, ist es nöthig , dass selbe in einem mehr tiefen als weiten Standglas, welches nur zwei Drittel angefüllt werden darf, mit der nöthigen Menge Tropfen der arzneilichen Flüssigkeit gehörig befeuchtet werden , worauf man das Glas mit dem Korkstöpsel verschliesst und dasselbe einigemal um seine Achse dreht oder schüttelt, damit die Arznei bis auf den Boden dringen und so das ganze Kügelchen binnen der kürzesten Zeit befeuchten kann; andere rühren die Kügelchen mit einem gläsernen oder silbernen Stäbchen um. Will man die überflüssige Feuchtigkeit, wenn es nöthig ist, hinwegschaffen, so wendet man das Gläschen um, schüttet den Inhalt auf reines trocknes Papier und breitet die Kügelchen aus, damit sie bald trocknen, hierauf füllt man sie in ein Gläschen , mit dem Namen der Arznei u. a. versehen , und stopselt selbe gut zu. Alle mit der geistigen Flüssigkeit befeuchteten Streukügelchen haben ein trocknes und mattes Ansehen, während die rohen und unbefeuchteten weisser und glänzend sind; einmal befeuchtet, vermögen sie nicht wieder ein gleiches Volumen Arznei aufzunehmen.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Um sie zum Einnehmen vorzurichten, schüttelt man nach Bedarf 1—6 Kügelchen, selten mehr, in das eine geöffnete Ende einer massig grossen Kapsel eines schon fertigen Pulvers von 2— 3 Gran fein gepulverten Milchzuckers und streicht dann mit einem porzellanenen Spatel unter einigem Drücken darauf hin, bis man fühlt, dass die Kügelchen zerdrückt sind, dann kann sich das Ganze beim Einnehmen in Wasser leicht auflösen.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Papierkapseln mit Milchzucker gefüllt längere Zeit vorräthig zu halten, ist nicht räthlich; jedenfalls ist es sicherer, selbe erst zu füllen, wenn man die Arznei verabreicht; dass man die mit Arznei befeuchteten Kügelchen nicht in Kapseln vorräthig halten soll, versteht sich von selbst.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quellen:&amp;lt;br/&amp;gt; 1 Krankenjournal D6 (1806 - 1807), Kommentarband, Karl F. Haug Verlag, Seite 22&amp;lt;br/&amp;gt; 2 Stefan Mayr, Herstellung homöopathischer Arzneimittel - Von Hahnemann bis zu Schwabes Pharmakopoe (1872), KVC Verlag, &amp;amp;nbsp; Quellen und Studien zur Homöopathiegeschichte, Band 20, Herausgegeben vom Institut für Geschichte der&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp; Medizin der Robert Bosch Stiftung, Seite&amp;lt;br/&amp;gt; 3.Joseph Buchner, Homöopathische Arznei-Bereitungslehre, München, Druck und Verlag Georg Franz, 1852, Seite 22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
	</entry>
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		<id>https://www.freewiki.eu/de/index.php?title=Arthur_Lutze&amp;diff=2158</id>
		<title>Arthur Lutze</title>
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		<updated>2019-06-26T19:17:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
[[File:Arthur Lutze Fenster Koethen.jpg|thumb|right|600px|Bleiglasbild aus der Lutze-Klinik Köthen, ausgestellt im Museum im Schloss Köthen (Foto und Copyright: Sabine Krümmer)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &amp;lt;small&amp;gt;Für diesen Artikel wurden Auszüge benutzt aus: Fritz D. Schroers “Lexikon deutschsprachiger Homöopathen”, Herausgegeben vom Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung; Karl F. Haug Verlag, Stuttgart, lSBN 978-3-8304-7254-4.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arthur Lutze ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;*1.6.1813 Berlin, t 11.4.1870 Köthen&amp;lt;br/&amp;gt; Studienort: Jena&amp;lt;br/&amp;gt; Dr., Diss. med. Univ. Jena 1850, De cataractae extractione, 28 S.&amp;lt;br/&amp;gt; 1860 Ernennung zum Sanitätsrat durch den Herzog von Sachsen-Meiningen. In Anerkennung seiner ärztlichen Tätigkeit beim dortigen Hofe erfolgte 1869 Verleihung des Ritterkreuzes der Wendischen Krone durch den Großherzog von Mecklenburg-Strelitz. Vater von E. A. und K. A. Lutze. War ursprünglich Postsekretär (1831-1840). Erfuhr zufällig von der Homöopathie und machte sich mit S. Hahnemanns Schriften vertraut. Friedrich Wilhelm IV. gestattete ihm 1844 die Praxis in Potsdam, doch geriet er bald in Konflikt mit den Polizei- und Medizinalbehörden, weil er das vorgeschriebene Examen verweigerte. Die frühere Genehmigung wurde ihm entzogen. Er legte sein Amt nieder und und zog nach Köthen. Von Herzog Heinrich und der Anhaltischen Regierung gefördert, erhielt er durch herzoglichen Erlass die Erlaubnis zur Ausübung der ärztlichen Tätigkeit und zum Selbstdispensieren. Gründete in Köthen eine Heilanstalt, die großen Zulauf hatte. 1850 promovierte er nachträglich in Jena. War bei den Patienten beliebt, wurde dagegen von den homöopathischen Ärzten abgelehnt. Herausgeber der Fliegenden Blätter für Stadt und Land über Homöopathie: genannt „Hahnemannia”, die seit 1862 erschienen. War auch dichterisch tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werke ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hahnemann’s Todtenfeier: allgemein verständliche Entwicklung des Wesens der Homöopathie, sowie der Haupt-Irrthümer, Vorurtheile und Mißbräuche der Allöopathie; ein öffentlicher Vortrag nebst Disputation in Berlin, 7., verm. Aufl., Cöthen 1850, VIII, 144 S.&amp;lt;br/&amp;gt; Charakteristische Symptome der Haupt-Arzneimittel aus der homöopathischen Praxis, Leipzig 1851, 107 S.&amp;lt;br/&amp;gt; Lehrbuch der Homöopathie, Cöthen 1860, XCVI, 656 S. mit Anh. Repertorium, 230 S.&amp;lt;br/&amp;gt; Samuel Hahnemann's Organon der Heilkunst, sechste Auflage, Coethen, Verlag der Lutze'schen Klinik, 1865&amp;lt;br/&amp;gt; Arthur Lutze's Selbstbiographie, Köthen, Verlag der Lutze'schen Klinik, 1866&amp;lt;br/&amp;gt; Samuel Hahnemann's Organon der Heilkunst, Siebente Auflage, Köthen, Paul Schettlers Verlag, 1881&amp;lt;br/&amp;gt; Dr. Arthur Lutze's Tischreden; Ergänzung zu dessen Lehrbuch der Homöopathie; herausgegen von Eug. Aug. Lutze; Selbstverlag der Lutze'schen Heilanstalt, 1890&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Populäre Homöopathische Zeitung 16,1870, S. 43-46.&amp;lt;br/&amp;gt; Leipziger Populäre Zeitung für Homöopathie 1,1870, S. 23/24.&amp;lt;br/&amp;gt; Haehl, R., Samuel Hahnemann, Sein Leben und Schaffen; 2 Bände; Leipzig: Willmar Schwabe; 1922; Bd. 1, S. 10, 95, 141, 170, 382, 403 f.; Bd. 2, S. 88 f., 130, 155.&amp;lt;br/&amp;gt; Tischner, R., Geschichte der Homöopathie; Wien: Springer-Verlag; 1998; S. 27, 500, 624 f., 629, 665.&amp;lt;br/&amp;gt; Dinges, M. (Hrsg); Weltgeschichte der Homöopathie; München: C. H. Beck; 1996; S. 120. 389.&amp;lt;br/&amp;gt; Eppenich, H.; Geschichte der deutschen homöopathischen Krankenhäuser; Von den Anfängen bis zum Ende der Ersten Weltkrieges; Heidelberg: Haug; 1995; S. 120-123, 126-140, 142, 146, 148-151, 153, 167, 170, 215, 217, 220, 223, 337-342, 348-350, 354-358, 360, 382. Meyer, V.; Homöopathischer Führer für Deutschland und das Ausland; Leipzig: Reclam; 1856; S. 16, 37.&amp;lt;br/&amp;gt; Villers, A.; Internationales homöopathisches Jahrbuch; Band I; Leipzig: Ernst Heitmann; 1891; Band II; Dresden: Verlag Expedition des homöopathischen Archives; 1894; Bd. 1, Teil 2, S. 4.&amp;lt;br/&amp;gt; Jütte, R.; Samuel Hahnemann, Begründer dern Homöopathie; München: DTV; 2005; S. 23, 141, 253.&amp;lt;br/&amp;gt; Streuber, Ingrid: Ein Macher: Arthur Lutze (1813-1870), in: Dinges M (Hrsg.): Homöopathie, S. 160-184.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Quelle ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fritz D. Schroers: Lexikon deutschsprachiger Homöopathen; Karl F. Haug Verlag; Stuttgart; 2006&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
	</entry>
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		<title>Arthur Lutze</title>
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		<updated>2019-06-26T12:47:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
[[File:Arthur Lutze Fenster Koethen.jpg|thumb|right|600px|Bleiglasbild aus der Lutze-Klinik Köthen, ausgestellt im Museum im Schloss Köthen (Foto und Copyright: Sabine Krümmer)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &amp;lt;small&amp;gt;Für diesen Artikel wurden Auszüge benutzt aus: Fritz D. Schroers “Lexikon deutschsprachiger Homöopathen”, Herausgegeben vom Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung; Karl F. Haug Verlag, Stuttgart, lSBN 978-3-8304-7254-4.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arthur Lutze ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;*1.6.1813 Berlin, t 11.4.1870 Köthen&amp;lt;br/&amp;gt; Studienort: Jena&amp;lt;br/&amp;gt; Dr., Diss. med. Univ. Jena 1850, De cataractae extractione, 28 S.&amp;lt;br/&amp;gt; 1860 Ernennung zum Sanitätsrat durch den Herzog von Sachsen-Meiningen. In Anerkennung seiner ärztlichen Tätigkeit beim dortigen Hofe erfolgte 1869 Verleihung des Ritterkreuzes der Wendischen Krone durch den Großherzog von Mecklenburg-Strelitz. Vater von E. A. und K. A. Lutze. War ursprünglich Postsekretär (1831-1840). Erfuhr zufällig von der Homöopathie und machte sich mit S. Hahnemanns Schriften vertraut. Friedrich Wilhelm IV. gestattete ihm 1844 die Praxis in Potsdam, doch geriet er bald in Konflikt mit den Polizei- und Medizinalbehörden, weil er das vorgeschriebene Examen verweigerte. Die frühere Genehmigung wurde ihm entzogen. Er legte sein Amt nieder und und zog nach Köthen. Von Herzog Heinrich und der Anhaltischen Regierung gefördert, erhielt er durch herzoglichen Erlass die Erlaubnis zur Ausübung der ärztlichen Tätigkeit und zum Selbstdispensieren. Gründete in Köthen eine Heilanstalt, die großen Zulauf hatte. 1850 promovierte er nachträglich in Jena. War bei den Patienten beliebt, wurde dagegen von den homöopathischen Ärzten abgelehnt. Herausgeber der Fliegenden Blätter für Stadt und Land über Homöopathie: genannt „Hahnemannia”, die seit 1862 erschienen. War auch dichterisch tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werke ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hahnemann’s Todtenfeier: allgemein verständliche Entwicklung des Wesens der Homöopathie, sowie der Haupt-Irrthümer, Vorurtheile und Mißbräuche der Allöopathie; ein öffentlicher Vortrag nebst Disputation in Berlin, 7., verm. Aufl., Cöthen 1850, VIII, 144 S.&amp;lt;br/&amp;gt; Charakteristische Symptome der Haupt-Arzneimittel aus der homöopathischen Praxis, Leipzig 1851, 107 S.&amp;lt;br/&amp;gt; Lehrbuch der Homöopathie, Cöthen 1860, XCVI, 656 S. mit Anh. Repertorium, 230 S.&amp;lt;br/&amp;gt; Samuel Hahnemann's Organon der Heilkunst, sechste Auflage, Coethen, Verlag der Lutze'schen Klinik, 1865&amp;lt;br/&amp;gt; Samuel Hahnemann's Organon der Heilkunst, Siebente Auflage, Köthen, Paul Schettlers Verlag, 1881&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Populäre Homöopathische Zeitung 16,1870, S. 43-46.&amp;lt;br/&amp;gt; Leipziger Populäre Zeitung für Homöopathie 1,1870, S. 23/24.&amp;lt;br/&amp;gt; Haehl, R., Samuel Hahnemann, Sein Leben und Schaffen; 2 Bände; Leipzig: Willmar Schwabe; 1922; Bd. 1, S. 10, 95, 141, 170, 382, 403 f.; Bd. 2, S. 88 f., 130, 155.&amp;lt;br/&amp;gt; Tischner, R., Geschichte der Homöopathie; Wien: Springer-Verlag; 1998; S. 27, 500, 624 f., 629, 665.&amp;lt;br/&amp;gt; Dinges, M. (Hrsg); Weltgeschichte der Homöopathie; München: C. H. Beck; 1996; S. 120. 389.&amp;lt;br/&amp;gt; Eppenich, H.; Geschichte der deutschen homöopathischen Krankenhäuser; Von den Anfängen bis zum Ende der Ersten Weltkrieges; Heidelberg: Haug; 1995; S. 120-123, 126-140, 142, 146, 148-151, 153, 167, 170, 215, 217, 220, 223, 337-342, 348-350, 354-358, 360, 382. Meyer, V.; Homöopathischer Führer für Deutschland und das Ausland; Leipzig: Reclam; 1856; S. 16, 37.&amp;lt;br/&amp;gt; Villers, A.; Internationales homöopathisches Jahrbuch; Band I; Leipzig: Ernst Heitmann; 1891; Band II; Dresden: Verlag Expedition des homöopathischen Archives; 1894; Bd. 1, Teil 2, S. 4.&amp;lt;br/&amp;gt; Jütte, R.; Samuel Hahnemann, Begründer dern Homöopathie; München: DTV; 2005; S. 23, 141, 253.&amp;lt;br/&amp;gt; Streuber, Ingrid: Ein Macher: Arthur Lutze (1813-1870), in: Dinges M (Hrsg.): Homöopathie, S. 160-184.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Quelle ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fritz D. Schroers: Lexikon deutschsprachiger Homöopathen; Karl F. Haug Verlag; Stuttgart; 2006&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
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		<title>Arthur Lutze</title>
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		<updated>2019-06-26T12:40:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
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&lt;div&gt;[[File:Arthur Lutze Fenster Koethen.jpg|thumb|right|600px|Bleiglasbild aus der Lutze-Klinik Köthen, ausgestellt im Museum im Schloss Köthen (Foto und Copyright: Sabine Krümmer)]]&lt;br /&gt;
 &amp;lt;small&amp;gt;Für diesen Artikel wurden Auszüge benutzt aus: Fritz D. Schroers “Lexikon deutschsprachiger Homöopathen”, Herausgegeben vom Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung; Karl F. Haug Verlag, Stuttgart, lSBN 978-3-8304-7254-4.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
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==Arthur Lutze==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;*1.6.1813 Berlin, t 11.4.1870 Köthen&amp;lt;br/&amp;gt; Studienort: Jena&amp;lt;br/&amp;gt; Dr., Diss. med. Univ. Jena 1850, De cataractae extractione, 28 S.&amp;lt;br/&amp;gt; 1860 Ernennung zum Sanitätsrat durch den Herzog von Sachsen-Meiningen. In Anerkennung seiner ärztlichen Tätigkeit beim dortigen Hofe erfolgte 1869 Verleihung des Ritterkreuzes der Wendischen Krone durch den Großherzog von Mecklenburg-Strelitz. Vater von E. A. und K. A. Lutze. War ursprünglich Postsekretär (1831-1840). Erfuhr zufällig von der Homöopathie und machte sich mit S. Hahnemanns Schriften vertraut. Friedrich Wilhelm IV. gestattete ihm 1844 die Praxis in Potsdam, doch geriet er bald in Konflikt mit den Polizei- und Medizinalbehörden, weil er das vorgeschriebene Examen verweigerte. Die frühere Genehmigung wurde ihm entzogen. Er legte sein Amt nieder und und zog nach Köthen. Von Herzog Heinrich und der Anhaltischen Regierung gefördert, erhielt er durch herzoglichen Erlass die Erlaubnis zur Ausübung der ärztlichen Tätigkeit und zum Selbstdispensieren. Gründete in Köthen eine Heilanstalt, die großen Zulauf hatte. 1850 promovierte er nachträglich in Jena. War bei den Patienten beliebt, wurde dagegen von den homöopathischen Ärzten abgelehnt. Herausgeber der Fliegenden Blätter für Stadt und Land über Homöopathie: genannt „Hahnemannia”, die seit 1862 erschienen. War auch dichterisch tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werke ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hahnemann’s Todtenfeier: allgemein verständliche Entwicklung des Wesens der Homöopathie, sowie der Haupt-Irrthümer, Vorurtheile und Mißbräuche der Allöopathie; ein öffentlicher Vortrag nebst Disputation in Berlin, 7., verm. Aufl., Cöthen 1850, VIII, 144 S.&amp;lt;br/&amp;gt; Charakteristische Symptome der Haupt-Arzneimittel aus der homöopathischen Praxis, Leipzig 1851, 107 S.&amp;lt;br/&amp;gt; Lehrbuch der Homöopathie, Cöthen 1860, XCVI, 656 S. mit Anh. Repertorium, 230 S.&amp;lt;br/&amp;gt; Samuel Hahnemann's Organon der Heilkunst, sechste Auflage, Coethen, Verlag der Lutze'schen Klinik, 1865,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Populäre Homöopathische Zeitung 16,1870, S. 43-46.&amp;lt;br/&amp;gt; Leipziger Populäre Zeitung für Homöopathie 1,1870, S. 23/24.&amp;lt;br/&amp;gt; Haehl, R., Samuel Hahnemann, Sein Leben und Schaffen; 2 Bände; Leipzig: Willmar Schwabe; 1922; Bd. 1, S. 10, 95, 141, 170, 382, 403 f.; Bd. 2, S. 88 f., 130, 155.&amp;lt;br/&amp;gt; Tischner, R., Geschichte der Homöopathie; Wien: Springer-Verlag; 1998; S. 27, 500, 624 f., 629, 665.&amp;lt;br/&amp;gt; Dinges, M. (Hrsg); Weltgeschichte der Homöopathie; München: C. H. Beck; 1996; S. 120. 389.&amp;lt;br/&amp;gt; Eppenich, H.; Geschichte der deutschen homöopathischen Krankenhäuser; Von den Anfängen bis zum Ende der Ersten Weltkrieges; Heidelberg: Haug; 1995; S. 120-123, 126-140, 142, 146, 148-151, 153, 167, 170, 215, 217, 220, 223, 337-342, 348-350, 354-358, 360, 382. Meyer, V.; Homöopathischer Führer für Deutschland und das Ausland; Leipzig: Reclam; 1856; S. 16, 37.&amp;lt;br/&amp;gt; Villers, A.; Internationales homöopathisches Jahrbuch; Band I; Leipzig: Ernst Heitmann; 1891; Band II; Dresden: Verlag Expedition des homöopathischen Archives; 1894; Bd. 1, Teil 2, S. 4.&amp;lt;br/&amp;gt; Jütte, R.; Samuel Hahnemann, Begründer dern Homöopathie; München: DTV; 2005; S. 23, 141, 253.&amp;lt;br/&amp;gt; Streuber, Ingrid: Ein Macher: Arthur Lutze (1813-1870), in: Dinges M (Hrsg.): Homöopathie, S. 160-184.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Quelle ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fritz D. Schroers: Lexikon deutschsprachiger Homöopathen; Karl F. Haug Verlag; Stuttgart; 2006&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
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		<id>https://www.freewiki.eu/de/index.php?title=Henry_Clay_Allen&amp;diff=1379</id>
		<title>Henry Clay Allen</title>
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&amp;lt;font size=&amp;quot;3&amp;quot;&amp;gt;Dr. Henry C. Allen wurde [am 10. Februar 1836] in der Stadt Nilestown, nahe London (Ontario) geboren und war der Sohn von Hugh und Martha Billings Allen. Von väterlicher Seite war er ein Nachkomme der angesehenen Vermonter Familie selben Namens, General Ira Allen und Ethan Allen, die beide während der Revolution Berühmtheit erlangt hatten. Auf mütterlicher Seite waren die Billings bekannt unter den Kolonialfamilien aus der Massachussetts-Bucht und einer von ihnen, der Urgroßvater von Dr. Allen, war Besitzer der Ländereien, auf denen sich jetzt die Stadt Salem befindet. Nach Verkauf dieses Besitzes zog die Familie in das Connecticut-Tal um und befand sich dort zu jener Zeit, als die Indianer diesen Teil des Landes plünderten und verwüsteten.&amp;lt;br/&amp;gt; Er erhielt seine frühe Erziehung an den Volks- und Elementarschulen in London, wo er später für eine Weile als Lehrer arbeitete. Seine medizinische Ausbildung bekam er am ''Western Homoeopathic College'' in Cleveland, Ohio (das heutige ''Cleveland Homeopathic College''), wo er 1861 abschloß, später noch am ''College of Physicians and Surgeons of Canada''. Kurz nach seinem Abschluß trat er der Vereinigten Armee [Union Army] bei, wo er als Chirurg unter General Grant diente.&amp;lt;br/&amp;gt; Nach dem Krieg wurde ihm die Professur für Anatomie an seiner Alma Mater in Cleveland angeboten, was er annahm; hier begann er zu praktizieren. Später legte er dieses Amt nieder, um den gleichen Posten am ''Hahnemann Medical College'', Chicago, anzunehmen. 1868 wurde ihm der Lehrstuhl für Chirurgie angetragen, als Nachfolger von Dr. Beebe, was er aber ablehnen mußte. Dann zog er nach Brantford, Ontario, wo er am 24. Dezember 1867 [eine der Jahresangaben – 1867 oder 1868 – kann nicht stimmen. Leider war es bislang unmöglich, den Fehler zu klären.] Selina Louise Goold heiratete, die ihn, wie auch seine beiden Kinder Franklin Lyman Allen und Helen Marian Allen Aird, überlebte.&amp;lt;br/&amp;gt; 1875 ging er nach Detroit, Michigan, 1880 zog er schließlich nach Ann Arbor (wo er dann blieb) und wurde Professor für Materia medica an der Universität von Michigan.&amp;lt;br/&amp;gt; 1892 gründete er das ''Hering Medical College and Hospital'', wo er die Posten als Dekan und Professor für Materia medica bis zu seinem Tod am 22. Januar 1909 bekleidete.&amp;lt;br/&amp;gt; Dr.Allen war ein angesehener Senior des ''American Institute of Homoeopathy''; ein Mitglied der ''International Hahnemannian Association'', der ''Illinois Homoeopathic Medical Association''; der ''Englewood Homoeopathic Medical Society''; der ''Regular Homeopathic Medical Society of Chicago''; Ehren-Vizepräsident des ''Cooper Club'' in London, England; und Ehrenmitglied der ''State Medical Societies'' von Michigan, New York, Pennsylvania and Ohio sowie Ehrenmitglied der ''Homoeopathic Society of Calcutta'', Indien.&amp;lt;br/&amp;gt; Er war lange Jahre Eigentümer und Herausgeber des Journals ''Medical Advance''. Neben zahlreichen Artikeln für diese und andere Zeitschriften schrieb er auch viele Bücher, unter anderen die folgenden:&amp;lt;br/&amp;gt; - Keynotes of Leading Remedies, die kürzlich auf die „Council List of Books&amp;quot; zur Verwendung in kanadischen Medizinhochschulen gesetzt wurden [Merke: die Biographie stammt aus dem Jahr 1909 oder 1910].&amp;lt;br/&amp;gt; - The Homeopathic Therapeutics of Intermittent Fever [Detroit, Mich.: Drake’s Homoeopathic Pharmacy, 1879].&amp;lt;br/&amp;gt; [- The Therapeutics of Intermittent Fever. Philadelphia: F.E.Boericke, 1884].&amp;lt;br/&amp;gt; - The Therapeutics of Fevers. [Philadelphia: Boericke &amp;amp; Tafel, 1902].&amp;lt;br/&amp;gt; - Therapeutics of Tuberculous Affections [zu diesem Titel konnte nur folgender Hinweis gefunden werden: „Consumption: its cause and nature by Rollin R.Gregg, M.D. to which is added the Therapeutics of Tuberculosis Affections. Ann Arbor, 1889&amp;quot;].&amp;lt;br/&amp;gt; Kürzlich schloß er die Revision von Bönninghausens Kartenrepertorium ab, das er aktualisiert und für eine rasche und praktische Handhabung arrangiert hat.&amp;lt;br/&amp;gt; Das vorliegende (sein jüngstes) Werk, eine Abhandlung über die Nosoden, wurde kurz vor seinem Tod fertig gestellt und ist das Ergenis jahrelanger Stdien, Erfahrung und Bestätigung von Symptomen vieler Nosoden. Seine Beobachtungen werden hier erstmals veröffentlicht.&amp;lt;/font&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;font size=&amp;quot;3&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;font color=&amp;quot;#800000&amp;quot;&amp;gt;'''''Franklin Lyman ALLEN'''''&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;/font&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;font size=&amp;quot;2&amp;quot;&amp;gt;[Anmerkung: Diese Biographie wurde verfaßt von dem Sohn Henry C.‘s, Franklin Lyman Allen. Abgedruckt wurde sie in der posthum erschienenen „Materia medica of the nosodes with provings of the X-Ray&amp;quot;, Philadelphia: Boericke &amp;amp; Tafel, 1910. Daher war an einigen Stellen eine gelinde sprachliche Überarbeitung sowie gelegentliche Korrektur nötig. Zusätze des Übersetzers wurden in eckige Klammern gesetzt. Ergänzungen und Korrekturen zur Bibliographie aus: Francesco Cordasco, Homoeopathy in the United States. Fairview, New Jersey &amp;amp; London: Junius Vaughn Press, 1991.]&amp;lt;ref&amp;gt;http://homeoint.org/biograph/allehcde.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/font&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
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		<title>Cyrus Maxwell Boger</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
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&amp;lt;span style=&amp;quot;font-size:larger&amp;quot;&amp;gt;Boger lebte von 1861 - 1935. Er wurde am 14.05.1861 in Annville, Pennsylvania, geboren.&amp;lt;br/&amp;gt; Nachdem er am Philadelphia College Pharmazie studiert hatte, schrieb er sich am &amp;quot;Hahnemann Medical-College&amp;quot; in Philadelphia ein und studierte Homöopathie.&amp;lt;br/&amp;gt; Er beendete sein Medizinstudium im Jahr 1888 und ließ sich in Parkersburg , West Virginia, nieder, wo er bis zu seinem Tod am 02.09.1935 als homöopathischer Arzt tätig war.&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp; Neben seinen Zeitschriften und zahlreichen Buchveröffentlichungen sind &amp;quot;A Synoptic Key to the Materia Medica&amp;quot; (1915), &amp;quot;Lectures on Materia Medica&amp;quot;, seine Arbeit über die &amp;quot;Zeiten&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp; und Mondphasen&amp;quot; der Arzneimittel, die erst nach seinem Tod veröffentlicht wurden, seine Prüfung von &amp;quot;Samarskit&amp;quot; sowie seine Bearbeitung der v. Bönninghausen´schen Literatur in Form der &amp;quot;Bönninghausen´s Characteristics and Repertory &amp;quot; (1905) für die heutige Homöopathie von unschätzbarem Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Boger sprach Deutsch und diese zuletzt genannte Arbeit gilt zurecht als eine der bedeutendsten Überarbeitungen des Werks Bönnighausens. Er besaß das persönliche Handbuch Bönninghausens und war so über dessen Nachträge bestens informiert. Doch auch eigene reiche Praxiserfahrung floß in dieses Werk ein, so daß diese Arbeit heute zu den wesentlichen Repertorien der Materia Medica unserer Zeit gehört.&amp;lt;ref&amp;gt;http://homeoint.org/biograph/bogerde.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
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		<author><name>SiLet</name></author>
		
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		<title>James Compton Burnett</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
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[[File:James-compton-burnett.jpg|thumb|right|James Compton Burnett)]]&lt;br /&gt;
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&amp;lt;span style=&amp;quot;font-size:larger&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;font face=&amp;quot;Times,Times New Roman&amp;quot;&amp;gt;Der Verkannte unter den Meistern&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;span style=&amp;quot;font-size:larger&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;font face=&amp;quot;Times,Times New Roman&amp;quot;&amp;gt;Das Leben des Homöopathen Dr. med. I. Compton Burnett (1840-1901)&amp;lt;br/&amp;gt; In immer zahlreicheren Veröffentlichungen begegnen uns Hinweise auf einen Homöopathen der besonderen Art: Dr. J. C. Burnett. Dieser Homöopath der alten Schule wurde oft vergessen und verkannt. Damit das nicht so bleibt, versuchen wir, diesen Diamanten mit seinem ganz eigenen Schliff genauer unter die Lupe zu nehmen.&amp;lt;br/&amp;gt; Dr. Burnett kam als Sohn eines Gutsbesitzers in Schottland zur Welt. Seine Schulausbildung erfolgte ohne Auffälligkeiten in England, wobei aber besonders seine kritische und tiefe Lerneifrigkeit hervorstach. Drei Jahre lang hielt er sich in Frankreich auf, unternahm auch andere größere Reisen, denn seine ganze Liebe galt den Sprachen. Diese Zeit kann später in so manchen kleinen Sätzen oder Aussagen von ihm entdeckt werden, wenn er seiner Weltoffenheit und Kontaktfreudigkeit Ausdruck gibt. Medizinstudien in Wien, später dann in Glasgow (1869). Seine Promotion erwirbt er dort im Jahre 1876.&amp;lt;br/&amp;gt; Vorlagen für klares, strukturiertes Denken findet er in der Mathematik, aber auch in der Anatomie. Bei seiner Anatomieprüfung glänzt er derart, daß er besonders ausgezeichnet wird. Hier findet sich diese tief nach Wissen schürfende Eigenschaft des später meisterhaften Homöopathen wieder, wie wir sie auch bei Hahnemann, Bönninghausen oder J.T.Kent und Margareth Thyler kennen.&amp;lt;br/&amp;gt; Dabei läßt sich schnell erzählen: Jener examinierende Anatomieprofessor versuchte später, Dr. Burnett von seinem Entschluß abzubringen, Homöopath zu werden, stände ihm doch eine fabelhafte Karriere ins Haus, worauf Dr. Burnett entgegnete: &amp;quot;Auf Kosten meines Gewissens will ich mir keine weltlichen Ehren erkaufen.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; In Burnetts Briefen wird ersichtlich, daß er denselben Weg des enttäuschten Schulmediziners zu durchleiden hat wie einst Altvater Hahnemann. Er fühlte sich im Stiche gelassen und wollte diese unrühmliche Kunst, wie Dr. Hahnemann es nennt, aufgeben, als Farmer in Amerika ein neues Leben beginnen.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Hauptunmut bei ihm war eines Nachmittags entstanden, als er die traurige Aufgabe hatte, 50 Totenscheine auszustellen. Dabei sah er aus dem Fenster und wurde eines Leichentransportes gewahr. Auf seine Frage hin, wer der Bedauernswerte sei, wurde ihm der &amp;quot;kleine Georgie&amp;quot; genannt, ein Findelkind, das von den Ärzten des Krankenhauses miternährt wurde, in den Belegbetten übernachten durfte, aber bei Belegung in kalten und feuchten Ecken schlafen mußte und von einer akuten Rippenfellentzündung nicht gerettet werden konnte.&amp;lt;br/&amp;gt; Einem Kollegen klagte Burnett gedrückt sein Leid und teilte diesem seinen Entschluß mit auszuwandern. Dieser Kollege emunterte Dr. Burnett zu einem intensiven Studium der Homöopathie. Dr. Hughes Pharmacodynamics und dessen Therapeutics waren der Anfang.&amp;lt;br/&amp;gt; Schon nach kurzer Zeit erkannte Dr. Burnett, daß der kleine Georgie mit etwas Aconitum hätte gerettet werden können.&amp;lt;br/&amp;gt; Ein klinischer Versuch mit Aconitum unter den Fiebernden des Krankenhauses, in dem er arbeitete, war gestartet, und der Erfolg offensichtlich. Hier fallen bereits Dr. Burnetts intensives Forschen, sein unbeugsamer Wille und sein praktisches Handeln auf. Durch eine Erkrankung aus der Kindheit angestachelt, versuchte er, an sich selbst die Wirkung der Arzneien zu testen. Als Junge hatte er eine linksseitige Rippenfellentzündung, deren Nachwirkungen ihm hie und da zu schaffen machten. Nachdem er schon alle Möglichkeiten der allopathischen Schule, nebst den Anwendungen der Kräuterärzte und Wasserärzte versucht hatte, machte er sich daran, Bryonia zu verwenden, was seinem Leiden innerhalb weniger Tage ein Ende setzte.&amp;lt;br/&amp;gt; Bei einem Abendessen mit Kollegen forderte ihn ein besonders wissenschaftsgläubiger und stichelnder Kollege auf, nachdem er die Homöopathen auch noch Quacksalber genannt hatte, seine Gründe für die Ausübung seines Berufs als homöopathischer Arzt darzustellen.&amp;lt;br/&amp;gt; Diese Aufforderung brachte Dr. Burnett dazu, sein Büchlein: &amp;quot;Fünfzig Gründe, Homöopath zu sein&amp;quot; zu schreiben. Dieses Werk enthält sehr viele Fallbeispiele, aber auch die für Burnett so typischen genauen Beobachtungen, bei denen vor allem seine praktische Art, jetzt und vor allem ganz die Erkrankung heilen zu helfen, auffallen. Er wechselt, wie so oft, zwei Mittel an einem Tag, verwendet niedrige Potenzen und dann wieder hohe.&amp;lt;br/&amp;gt; Oft sind genau diese Angaben Anlaß gewesen, die Arbeitsweise Dr. Burnetts als sehr oberflächlich, ja geradezu klinisch, abzutun. Auf unserer Reise zu den Erkenntnissen über Dr. Burnett werden wir wohl diese Aussage revidieren müssen. Selbst Gespräche mit weltbekannten Kollegen und Kolleginnen ergaben, daß diese die &amp;quot;organotrophe&amp;quot; Behandlungsart Dr. Burnetts als einen Auswuchs der klinischen Homöopathie abtaten und sein großes Können unterschätzten. Es ist aber auch so, daß noch eine Menge Wissen Dr. Burnetts in seinen Werken auf Entdeckung und wirkliches Verständnis wartet. Geht man den Fallbeispielen Dr. Burnetts nach, dann lassen sich durchaus tiefe Einsichten in die Lehre Dr. Hahnemanns finden. Dr. Burnett selbst sagt zu der Mittelgabe und Potenzierung in seinen Fallbeispielen: &amp;quot;Die Gabe hängt von dem Grade der Ähnlichkeit ab&amp;quot;. Er verschreibt die Arzneien und läßt ausschließlich Apotheker seines Vertrauens dispensieren.&amp;lt;br/&amp;gt; Sein Selbstversuch mit Gold (Aurum foliatum) hilft ihm, weitere Erkenntnisse zur Anwendung dieser Arznei zu gewinnen und sehr klare Übersichten über die Anwendung der einzelnen Goldmittel zu geben. Auch in diesem 1879 erschienenen Werk kommen seine Fallbeispiele nicht zu kurz. Diese enthalten genaue Aussagen über seine Aufdeckungen der Miasmen in den Fällen. (Er schreibt das nicht in allen Fallbeispielen, es geht aber aus seinen Krankenaufzeichnungen umfangreicher hervor.)&amp;lt;br/&amp;gt; Beim Durchlesen seiner Fallbeispiele fällt auf, daß dieser große Arzneimittelkenner nach klaren Ansatzpunkten, mit denen er den Fall aufrollen kann, sucht. Hat er diese gefunden, gelingt es ihm mit außerordentlichem Spürsinn, die noch notwendigen Symptome zu entdecken, zu erfragen, zu beobachten.&amp;lt;br/&amp;gt; Gehen wir seine Fälle mit Hilfe der Arzneimittellehren und uns zur Verfügung stehender Repetitorien durch, dann wissen wir, daß er sehr genaue Kenntnisse über die charkteristischen Symptome hatte, auch viele seiner Gedanken lassen uns an Clemens von Bönninghausen denken, an dessen Arbeitsweise, welche in seinem therapeutischen Tagebuch niedergeschrieben ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Jahre 1880 gibt Dr. Burnett sein Büchlein Natrium muriaticum, ein Beiweismittel für die Wirksamkeit der potenzierten Arznei heraus.&amp;lt;br/&amp;gt; Hier finden wir einen zentralen Satz seiner Denkweise: &amp;quot;Wir sind alle geneigt, die Regeln gründlicher wissenschaftlicher Untersuchung beiseite zu legen, wenn wir im Innersten den Wunsch fühlen, die Sache möge nicht wahr sein.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Mit allen damals zur Verfügung stehenden Mitteln bemüht sich Dr. Burnett, Samuel Hahnemanns Lehre zu beweisen. Dabei entwickelt er einen außerordentlichen Fleiß, uns jede Menge guter Hinweise zur Verwendung von Natrium muriaticum zu geben. Doch sein Werk wird wenig beachtet, wenn man einmal die Verkaufszahlen der letzten Jahre durchsieht. Es scheint so, daß es besonders &amp;quot;in&amp;quot; ist, die modernen, zum Teil sehr flüchtigen Beschreibungen als das einzig Wahre zu sehen, als sich einmal mehr mit den Aufzeichnungen der alten Könner zu beschäftigen. Diese Werke enthalten zeitlose Fleißaufgaben an Beobachtung und Scharfsinn, jene wirklichen Werkzeuge in unserer Zeit, gute homöopathische Arbeit zu leisten. Viele der genannten Hinweise am Beispiel des Kochsalzes haben ihre Gültigkeit bewahrt, besonders, wenn sie so genau aufgezeichnet wurden, wie Dr. Burnett es tat. Margaret Thyler erwähnt diesen Titan der Homöopathie, und seitdem wächst das Interesse an seinen Arbeiten. So finden wir mit Hilfe des kleinen o. g. Büchleins Bestätigungen aus dem praktischen Arbeitsleben Dr. Burnetts für die vielen, umfangreicheren Arzneiprüfungssymptomaufzeichnungen von Dr. Hahnemann und seinen Nachfolgern.&amp;lt;br/&amp;gt; Einmal mehr fällt auf, daß es Parallelen zu Dr. Hahnemann gibt. Auch Compton Burnett weiß gut zu wettern und genießt wegen seiner scharfen Zunge keinen durchwegs guten Ruf, er trifft in seinen Schriften und seinen öffentlichen Vorträgen empfindlich die Schwachstellen der allopathischen Medizin. In dem Werk C. Burnetts über Dr. Samuel Hahnemann: ECCE MEDICUS (Seht, welch ein Arzt!), geschrieben 1880, finden wir dessen absolute Anerkennung für Samuel Hahnemann. Er spricht hier davon, daß wir noch in der Saatzeit der Wahrheit leben und auch die Jüngsten die Erntezeit nicht mehr erleben werden. Was für eine Einstellung der damaligen Kolleginnen und Kollegen! Heute wird oft kein Finger mehr gekrümmt, wenn nicht schon im voraus bekannt ist, wann wir die Lorbeeren unserer aufopfernden Ruhmestaten ernten werden.&amp;lt;br/&amp;gt; Seine praktische Art zu arbeiten veranlaßt ihn, ein Büchlein herauszubringen, voll mit Ideen und Empfehlungen, wie die Bildung von Gaumenspalten und Hasenscharten bei Neugeborenen durch die richtige, vorbauende Behandlung der Mütter vermieden werden könnte. Beim Durchlesen finden sich Hinweise für seine tiefe Betrachtung der Hahnemann’schen Lehrsätze.&amp;lt;br/&amp;gt; Mittel wie Calcium sulphurica, andere Calc-Verbindungen, aber auch Mercurius, Psorinum oder juglans-cinerea kommen zum Einsatz.&amp;lt;br/&amp;gt; Ein ganz besonderes Augenmerk legt Dr. Burnett auf die Behandlung der Starerkrankung. Zeigt er hier die Möglichkeit der erfolgreichen Behandlung der Starerkrankung auf, vergißt er dennoch nicht, Dr. Hahnemanns Psoratheorie zu erwähnen und die Aussagen durch die oftmalig gemachte Beobachtung der Praxis zu unterstützen, daß Katarakterkrankungen oft mit Hauterkrankungen korrelieren.&amp;lt;br/&amp;gt; Bei der Auflistung der gegebenen Arzeimittel, in schnellem Wechsel z. T., kommt ein wichtiger Satz zum Tragen: &amp;quot;Die vorhandenen Symptome sprachen für beide Mittel, doch will ich das Verabreichen der Mittel im Wechsel nicht verteidigen, ich hoffe, es jetzt weniger anwenden zu müssen.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Seine Beobachtungen bringen ihn zu der Erstellung des Werkes über den zu hohen Salzgehalt des Blutes. Schnelles Altern und die vermehrte Entstehung von Katarakten gibt er als Folge an. Übertragen wir nur in kleinem Umfang diese Aussage, zu welchem Ergebnis kommen wir mit den heutigen allopathischen Medikamenten, von all den anderen Stoff- und Gifteinflüssen ganz zu schweigen?&amp;lt;br/&amp;gt; Besonderes Augenmerk legt Dr. Burnett auf die Impffolgen. Die Impfung schlechthin zu seiner Zeit und bis in die 80er Jahre unseres Jahrhunderts war die Pockenimpfung. Mit unendlich vielen Fallbeispielen gibt er hier Einblick in die umfangreichen Zerstörungen und Schädigungen durch diese Impfung. Seine Liebe gilt hier der Verordnung mit Thuja occidentalis, aber auch Cupressus lawsoniana kommen zum Einsatz. Ein isopathisch von ihm hergestelltes Medikament aus dem Eiter des Pockensekrets erweist sich in seiner Praxis als sehr nützlich. Seine tiefe Liebe und Verantwortlichkeit rufen ihn dazu auf, das Mögliche und Wirksame für seine Patienten zu tun. Er betont, wie sehr der Organismus von dem Impfgift überwältigt wird.&amp;lt;br/&amp;gt; Sabina preist er als dem Thuja in der Behandlung von Hautauswüchsen gleichwertig und vergißt hier nicht die äußere Anwendung von Thujatinktur.&amp;lt;br/&amp;gt; Eine bedeutende Schrift entsteht 1884 mit dem Titel: Das Ähnlichkeitsgesetz ist das wissenschaftlichste Prinzip des Impfens: Vorbeugung durch Homöopathie. Liest man es durch, wünscht man sich, daß es viel mehr gelesen würde, denn seine Aussagen lassen sich genauso auf die modernen Impfungen und deren z. T. verheerende Folgen übertragen.&amp;lt;br/&amp;gt; In seinem Werk über die Hauterkrankungen betont Dr. Burnett, daß die Haut ein lebenswichtiges Organ des Körpers sei und bei Erkrankung unbedingt von innen heraus behandelt werden müsse. Jeder Teil der Haut sei auf das Engste mit einem inneren Organ oder Teil verbunden, jede Hauterkrankung nur der äußerste Ausdruck einer inneren Krankheit.&amp;lt;br/&amp;gt; Bei seinen Aufzeichnungen kommen besonders die Zusammenhänge mit der Unterdrückung von Hautausschlägen und der Entstehung von Atemwegserkrankungen hervor, bieten aber gerade dadurch eine gute Anschauungsübung zur Erlernung der richtigen Mittelwahl.&amp;lt;br/&amp;gt; Die antipsorischen Arzneien wie z.B. Lycopodium, Sulphur oder Thuja finden ihre besondere Erwähnung. Tuberculinum, von Dr. Burnett Bacillinum genannt, aber auch Vaccininum kommen zur Sprache. Gerade seine Tips aus der Praxis, von vielen als oberflächliche Homöopathie abgetan, zeigen sehr gute Kenntnisse der Materie, vergißt Dr. Burnett doch niemals, das geeignetste Arzneimittel herauszufinden. Diese Arbeit unterstützt er aber noch mit Anwendungen, die seiner Meinung nach nicht stören, aber das Leiden der Patienten verringern oder gar beenden helfen.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Schwellung der Milz wendet der Rademacher-Belesene seine Aufmerksamkeit zu, landet damit aber vollkommen im Abseits für die reinen klassischen Hahnemann-Anhänger, die ihn nun als einen klinischen, von den isopathischen Gedanken Rademachers, vor allem dessen Organlehre vollkommen Vergifteten sehen. Wie so oft zeigen aber seine Ausführungen, daß er es nie unterläßt, die ähnlichste Arznei zu suchen, genau nach den Regeln, dabei aber entdeckt, daß bei schweren Organleiden oftmals eine einfache Ausheilung, auf das Organ bezogen, wahre Wunder wirkt. Es sind ihm die Verbesserungen bei seinen Patienten eben wichtig, sein Grundsatz war, niemals chronische Organleiden zu übersehen, funktionelle Störungen in einer Art und Weise zu behandeln, daß nicht endlos lange chronische Behandlungen folgen, sondern wirklich gute Erfolge auf Dauer bei den um Hilfe Suchenden vorzuweisen sind.&amp;lt;br/&amp;gt; Dr. Burnett drückt mit so vielen seiner Aussagen aus, daß er die Ursache behandeln will, den Kern des Geschehens treffen will.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Erkrankungen der Leber finden deshalb auch seine besondere Zuwendung. Es folgen Beispiele aus seiner umfangreichen Praxis, die uns heute, besonders klassisch arbeitend, auf die praktische Seite des Homöopath-Seins bringen kann, uns wertvolle Hinweise liefert, wie wir unseren Patienten helfen, einen Status von Gesundheit und Wohlbefinden zu erlangen. Dazu gehört ein umfangreiches Repertoire an Betrachtungsfähigkeiten und Maßnahmen.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Tinkturen arbeitete er und gibt auch in vollem Umfang seine diagnostischen Beobachtungen preis. Gerade in Deutschland haben es seine Büchlein sehr schwer, Leser zu finden, da sie voll mit neuen Ideen sind: amerikanische neue Mittel werden da genauso besprochen wie weitere Anwendungsmöglichkeiten, z.B.Umgang mit Tinkturen oder äußere Anwendungen (in sehr spärlichem Maße).&amp;lt;br/&amp;gt; In seinen Büchern fordert er die Leser immer wieder auf, Ursachenfindung zu betreiben. Geschwulste der Brust werden von ihm behandelt, mit einer Vielzahl von Medikamenten und atemberaubendem Erfolg, wie sich noch mehr aus seinen persönlichen Praxisaufzeichnungen ersehen läßt. Der Genuß von zu viel Fleisch, zu starken Gewürzen bei Tumorerkrankungen und der übermäßige Genuß von Salz werden in seinen Beobachtungen zu Zunder für die Geschwulste.&amp;lt;br/&amp;gt; In einem anderen Werk schreibt Dr. Burnett: Der Pilz, der oft als Ursache der Krankheit angesehen wird, kann sich nur auf einem geeigneten Nährboden entwickeln, er braucht ein schon für ihn spezifisch passend erkranktes menschliches Individuum, um gedeihen zu können. Bacillinum, Sulfur, Sepia, Tellurium kommen zum Einsatz, um nur einige seiner verwendeten Arzneien zu belegen.&amp;lt;br/&amp;gt; In dem Werk &amp;quot;Die Heilbarkeit der Tumore durch Arzneimittel&amp;quot; betont er: Ein Arzt, der sich immer nur an die Symptome hält, ist wie ein Leser, der, um lesen zu können, jedes Wort buchstabieren muß.&amp;lt;br/&amp;gt; Bei den Reihen von Heilmitteln, die Dr. Burnett gebraucht, wird er immer gefragt, welches nun das hilfreiche Mittel gewesen sei, worauf er antwortet: &amp;quot;Es ist, als wenn man jemanden, der eine Leiter gebrauchte, um in ein Haus zu gelangen, fragt, mit welcher Sprosse er hineingelangte.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Jahre bevor Robert Koch mit seiner Entdeckung an die Öffentlichkeit trat, arbeitet Compton Burnett schon mit Tuberkulinum/Bacillinum. Bei der Behandlung von Fisteln betont Dr. Burnett, wieder einmal brillant: &amp;quot;Fisteln, wie immer sie auftreten, sind nicht das eigentliche Leiden, sondern sie sind nur der Ausdruck einer Erkrankung der inneren Säfte, welche durch die Fistelbildung zu Tage tritt.&amp;quot; Hydrastis canadensis, Thuja acininum, Ceonathus americanus, Juniperus sabina und viele gute Arzneistoffe mehr tauchen in seinen Fallbeispielen auf. Dr. Burnett führt durch seine praktischen Erfolge an, daß die Fistel ein konstitutionelles Leiden ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Bei der Behandlung von in der Entwicklung zurückgebliebenen Kindern sieht Dr.Burnett, daß die richtige homöopathische Behandlung im rechten Alter durchaus drastische Verbesserungen, ja Normalisierungen des Wuchses und der Entwicklung bringen. Sehen wir einmal von der damals üblichen euphorischen Fallberichterstattung ab, dann kann man erkennen, mit welcher Virtuosität Dr. Burnett die Heilmittel wählt und diese in einem atemberaubenden Tempo einsetzt. Als ein der reinen Arzneimittellehre, der chronischen Krankheiten und des Organons weniger Kundiger gerät man schnell zu dem Urteil, es mit einem Niedrigpotenzspieler und Schnell-Hoppla-Hopp-Verordner zu tun zu haben. Wenn da nicht diese absolut beeindruckenden, mit Hilfe der Praxisaufzeichnungen nachvollziehbaren Heilerfolge gewesen wären!&amp;lt;br/&amp;gt; Im Laufe eines intensiven Studiums der Arbeit Dr. J.C. Burnetts wächst der große Respekt vor diesem Könner und Kenner unserer so geliebten Materie. Ein zutiefst suchender und aufopfernder Geist wird einem gewahr, der mit enormen Kenntnissen der Arzneimittel aufwartet und deshalb in der Lage ist, in selbst aussichtslosen Fällen noch Heilungen zu erreichen. Klar kann man einwenden, daß doch heutzutage alles viel komplizierter sei, aber die normalen Kuren von damals hätten die meisten von uns auf ganz direkte Art und Weise zur Strecke gebracht. Also leicht hatten es die Kolleginnen und Kollegen auch damals nicht.&amp;lt;br/&amp;gt; Dr. Burnett schafft es in seinen Behandlungen, eine Ebene der Homöopathie zu erklimmen, die so manchem modernen Homöopathen von internationalem Ruf sich erst langsam und zaghaft öffnet. Gerade die so verschiedene Vielzahl an Arzneistoffen, die Dr. Burnett während eines Behandlungsablaufs verabreichte, zeigt sich bei genauerem Nacharbeiten als eine sehr logische und hilfreiche Wahl. Man bekommt den Verdacht, daß ohne diese Reihenfolge der Mittelgaben eine Heilung unmöglich gewesen wäre. Die Durchsicht der Krankenaufzeichnungen zeigt, daß Dr. Burnett durchaus auch schwere Fälle mit einem oder zwei Arzneien zu behandeln wußte. In seinen Werken scheint er uns zu unterrichten, indem schwere Fälle genannt werden, die viele Verordnungen nötig machen.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Schrei nach dem Similimum wird laut, zeigt aber gerade in praxi, daß bei Schwersterkrankungen eine Vielzahl von Arzneien eingesetzt werden will, um zum Heilerfolg führen zu können.&amp;lt;br/&amp;gt; In meiner Praxis hat sich seit dem genauen Studium der Werke Burnetts und seiner Arbeitsweise einiges sehr Positives eingestellt. Durch die Erfolge angeregt, die Dr. Burnett aufzuweisen hatte, gelang es gerade in der Behandlung von Schwersterkrankungen, so manchesmal eine wirkliche Heilung einleiten zu helfen, nur weil daran gedacht wurde, welche Tiefe in der konstitutionellen Behandlung erfaßt werden muß. Aber das praktische, oft so unkomplizierte Vorgehen Burnetts regt dazu an, kleine Arzneien, nach seinen Ideen, auf Herz und Nieren zu prüfen. Gerade in der Behandlung von Kindern darf eine sinnvolle Anwendung der großen Nosoden, gebraucht wie jeder andere homöopathische Arzeistoff, nicht fehlen. Die vielen Ideen, die Dr. Burnett in seinen Aufzeichnungen gibt, helfen, weit mehr in Querverweisen zu denken, eine Eigenschaft, der sich vor allem Homöopathen der letzten Generationen bedienten. Die Homöopathinnen und Homöopathen konnten so vernetzt arbeiten, weil sie durch die einfachen Umstände gezwungen waren, den wichtigen Wissensstoff über die Arzneimittel sich wirklich einzuprägen. Die humorvolle und zutiefst menschenfreundliche Art Dr. Burnetts hilft, mutig auf seinem Weg, ungeachtet der Mißerfolge, weiter zu gehen, spart doch der Könner selbst nicht an Eigenkritik und zeigt viele Wege seines Lernens auf.&amp;lt;br/&amp;gt; Die dringendste Bitte Dr. Burnetts war: Behandeln, bis auch wirklich die Ursache aufgehoben ist, die Gesundheit wiederhergestellt ist, soweit wie irgend möglich. Beim Nachstudieren des Lebenswerkes Dr. Burnetts fällt sein mutiger Einsatz für die Homöopathie auf, dessen wir in unserer Zeit auch dringend bedürfen.&amp;lt;br/&amp;gt; Am 2. April 1901 stirbt Dr. Compton Burnett an einem Herzversagen. Total überarbeitet und mitten im Arbeiten für die Menschen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es ist an der Zeit, das Werk dieses hervorragenden Homöopathen aus der Tiefe der Vergessenheit und des Verkanntseins hervorzuholen, denn wir brauchen nicht nur die spektakulären Heilerfolge einiger, wie es oft erscheinen mag, Auserwählter, sondern die Hilfe derer, die durch ihre Ideen uns am meisten im täglichen praktischen Arbeiten unterstützen.&amp;lt;br/&amp;gt; Zum Schluß noch ein Ausspruch Dr. J. C. Burnetts, in dem er Dr. von Grauvogel zitiert: &amp;quot;Daher behaupte ich, daß aller Fortschritt, der von einem Homöopathen ausgegangen ist, zur Sache der Homöopathie so sehr gehört und ihr Eigentum so sehr geworden ist, wie jede andere ihrer Lehren.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;http://homeoint.org/biograph/burnettde.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
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		<title>Herbert A. Roberts</title>
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		<updated>2019-01-06T19:09:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: Die Seite wurde neu angelegt: „ &amp;lt;span style=&amp;quot;font-size:larger&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;font face=&amp;quot;Times,Times New Roman&amp;quot;&amp;gt;Auf der Suche nach dem roten Faden&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;  &amp;lt;span style=&amp;quot;font-size:larger&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;font face=…“&lt;/p&gt;
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&amp;lt;span style=&amp;quot;font-size:larger&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;font face=&amp;quot;Times,Times New Roman&amp;quot;&amp;gt;Auf der Suche nach dem roten Faden&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;span style=&amp;quot;font-size:larger&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;font face=&amp;quot;Times,Times New Roman&amp;quot;&amp;gt;Herbert A. Roberts: Der Mann, der die Bedeutung des Fühlens für die Homöopathie entdeckte Herbert A. Roberts ist einer der am wenigsten beachteten Homöopathen aus der Schule Philadelphias. Auch wenn aus dieser Homöopathen-Schmiede einige hervorragende Köpfe hervorgingen, Roberts war nicht allzuviel Ruhm beschieden. Dabei leistete er erstklassige Arbeit, wie die anderen auch. Seine Tätigkeit läßt sich zunächst sehr leicht charakterisieren: Er war immer sehr praktisch orientiert, bestrebt, die Fülle an Informationen auf einen Nenner zu bringen. Unter dem Einfluß von Kent, Hering und Allen, sowie Adolf zur Lippe war er ein eingefleischter Anhänger Hahnemanns.&amp;lt;br/&amp;gt; Unsinniges Nachplappern dessen, was er im Laufe seiner fundierten Ausbildung gehört oder gelesen hatte, war sicherlich nicht die Sache von Roberts. Aus seinen ersten Briefen ist bereits zu ersehen, daß er vieles in Frage stellte und schon als Studierender die Brauchbarkeit von Regeln und scheinbar gesicherten Erkenntnissen in der Homöopathie hinterfragte. In einer Zeit, wo sich die meisten Menschen Erkenntnisse nur durch Auswendiglernen aneigneten, war dies ungewöhnlich.&amp;lt;br/&amp;gt; Mögen die Briefe auch Aufschluß über seinen beruflichen Werdegang geben - über Roberts' Leben ist ansonsten nur wenig bekannt. Was wir über ihn in Erfahrung bringen können, steht in seinen Büchern und sagt viel über den Homöopathen Roberts, aber kaum etwas über die private Seite dieses Menschen aus, der offenbar sein Leben ganz in den Dienst der Homöopathie gestellt hatte.&amp;lt;br/&amp;gt; Arzneimittelwissen wurde zur Roberts' Zeit Anfang dieses Jahrhunderts nur durch Lesen weitergegeben; und daß es so mancher Übersetzung aus dem Deutschen ins Englische an der nötigen Gewissenhaftigkeit fehlte, mußte einem so findigen Kopf bald auffallen, selbst wenn er, wie Roberts, der deutschen Sprache kaum mächtig war. Dennoch: Es blieb nur das sture Pauken aller Details der Materica Medica. Für uns, die wir durch die Nutzung von Computer und auch Fernsehen verwöhnt sind, ist es heute kaum vorstellbar, daß ein Mensch die Nächte mit seinen Büchern verbrachte, um das wenige Schriftgut auszubeuten, das ihm zur Verfügung stand - getrieben von dem Wunsch nach verbesserter Behandlungseffizienz. Am Tage lernte er dann wieder bei den Meistern der hohen Heilkunst.&amp;lt;br/&amp;gt; Doch Lernen allein war nicht Roberts' Sache. Immer wieder stellte er die richtigen Fragen, fiel durch scharfsinnige Fragen auf, wagte es, die Erläuterungen seiner Lehrer zu unterbrechen. Herbert A. Roberts wollte sich nicht zum Nürnberger Trichter degradieren lassen und einfach akzeptieren, was ihm an Erkenntnissen vorgesetzt werde. Wir würden das, was er tat, heute als interaktives Lernen bezeichnen, sein Mitwachsen an den Erfahrungen der praktisch erlebten Homöopathie.&amp;lt;br/&amp;gt; In den Philosophielesungen erfährt er, daß hinter den Erfahrungs- und Heilungsgesetzen möglicherweise Mechanismen zu erkennen sind. Dabei wird in ihm der Grundstein gelegt für eine Frage, mit der er sich sein Leben lang befaßte: Woran und wie sind Krankheiten erkennbar? Hahnemann weist bereits darauf hin, daß man Krankheit zunächst an Symptomen erkennen kann. Aber wie vermag der kriminalistische Spürsinn hindurchzukommen durch die Fülle von Symptomen, wie kann er bei dem, was er hört, fühlt und sieht, das Wesentliche entdecken? Wann zeigt sich die wahre Natur der Krankheit? Wann stößt die Krankheit den Menschen mit der Nase darauf, so daß in einer Art tiefster Übereinkunft der &amp;quot;homöopathisch wirkende Mensch&amp;quot; gar nicht anders kann, als nur das eine und kein anderes Mittel zu verschreiben?&amp;lt;br/&amp;gt; Roberts mußte durch die Schulen der Homöopathie genauso wie alle anderen in seiner Zeit - und so kennen wir es auch heute noch. Er fing an, sich mit Hilfe seiner Erkenntnisse ein Bild zu machen, blieb aber im Inneren unzufrieden. Was gab es da für einen roten Faden?&amp;lt;br/&amp;gt; Sein Aufstieg zum Lehrer und Ausbilder war vorauszusehen; denn er war immer ein zäher Ringer, wenn es um Wahrheiten ging, er ließ sich in seiner Forschungsfreude durch Fehlschläge nicht aufhalten. Denn das zeichnete damals wie heute den fähigen Homöopathen aus: Die Bereitschaft, erst dann locker zu lassen, wenn sich das Gefühl einstellt, daß &amp;quot;es stimmt&amp;quot;.&amp;lt;br/&amp;gt; Denn natürlich gab es in der Zeit von Roberts auch eine andere Seite. Zur klassischen Chirurgie bestand scheinbar keine Alternative. Die Homöopathie war aber eine Heilkunst für wirklich alle Krankheiten in allen Stadien. Eine Flucht in die Möglichkeiten, die die Pharmazie heute bietet, war zu dieser Zeit nicht denkbar. Schwere Seuchen mußten mit aller Kraft aus homöopathischer Sicht angegangen werden, die Erfolge der Homöopathie gerade in Philadelphia waren beeindruckend.&amp;lt;br/&amp;gt; Roberts trat auch als Autor zahlreicher Artikel in den Zeitschriften der damaligen Zeit hervor. Erkenntnistheoretische Ansätze und praktische Erfahrung spielten auch bei seinen Veröffentlichungen eine große Rolle. In seinen Schriften wurde deutlich, wie sehr er immer noch nach einem roten Faden suchte, um eine Art Markierung unter all den Symptomen zu finden, die jeder Homöopath von seinen Patienten sammelt.&amp;lt;br/&amp;gt; Doch zunächst kommen einige kleine Veröffentlichungen, unter anderem &amp;quot;Art of Cure by Homeopathy&amp;quot;. Dieses kleine Buch benützt er als Lernhilfe für seine zahlreichen Studenten. Als Chairman der amerikanischen Gesellschaft für Homöopathie, vor allem als Leiter des Departments für homöopathische Philosophie sieht er, wie sehr Neulinge in dem Meer homöopathischer Information versinken können. Das hört sich nicht anders an als unsere heutige Leidensgeschichte, die sich durch Computer und Internet kaum verändert hat.&amp;lt;br/&amp;gt; Bemerkenswert ist, daß Roberts das erste Kapitel seines Buches mit der Frage beginnt: &amp;quot;Was hat die Homöopathie einem jungen Studenten zu bieten?&amp;quot; Er läßt also keinen Zweifel an der Anwendbarkeit unserer Kunst. Roberts befaßt sich dann besonders ausführlich mit dem Thema Lebenskraft und mit ihren Auswirkungen. Beeindruckend sind vor allem die Ausführungen, warum die homöopathischen Arzneistoffe wirken. Der Fallaufnahme und Fallanalyse widmet er weitere Betrachtungen. Die altertümliche Sprache kann nicht stören, letztendlich ist dieses kleine Buch sauber und klar geschrieben; es macht Spaß zu sehen und zu lesen, wie wissend Roberts durch die verschiedenen Ebenen der Homöopathie zu leiten weiß. Er vergißt nicht, die weiteren Schritte nach der ersten Arzneigabe anzusprechen, und es entwickelt sich beim Leser das Gefühl, daß der Autor nicht nur belehren, sondern dem Leser vor allem Arbeit abnehmen will, ihn durch Untiefen leiten möchte und außerdem Freude daran hat, die Kraft der Homöopathie zu schildern - bis hin zum letzten Kapitel über die Temperamente. Mit diesen Eigenschaften hat man schon viel von der Besonderheit in Roberts' Wesenszügen erfaßt.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Suche nach einem roten Faden bei der Fallanalyse läßt Roberts aber nicht los. Im Laufe der Arbeitsjahre hat er entdeckt, wie wichtig es ist, wenn ein Mensch sagt: &amp;quot;Ich fühle.&amp;quot; Diese Aussage steht über allem, auch über &amp;quot;Ich meine, glaube, denke&amp;quot; und vielen anderen Formulierungen. Der Ausdruck des Innersten spiegelt sich in diesen Worten.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie läßt sich diese Äußerung nun genauer erfassen? Gerade in der heutigen Zeit, in der es kaum Menschen ohne verschiedenste Therapieerfahrungen gibt, ist die Erkenntnis des Wesentlichen von elementarer Bedeutung, gerade weil sie so häufig verschwindet hinter Worten wie &amp;quot;Mein Therapeut hat gesagt&amp;quot; oder &amp;quot;Unter psychosozialen Gesichtspunkten&amp;quot; etc. Wie kann man in dieser Fülle von Worten und Worthülsen die tiefsten Krankheitsäußerungen entdecken, und vor allem: Wie finde ich diese wieder in den Repertorien, also im Wirrwarr der Vielzahl von Arzneiprüfungssymptomen?&amp;lt;br/&amp;gt; Eine für uns wichtige Antwort gibt Herbert A. Roberts mit seinem Repertorium der subjektiven Symptome &amp;quot;Sensations as if&amp;quot;. Dieses 1937 erschienene Buch findet sich bis heute als Nachschlagewerk in der Praxis von erfolgreichen HomöopathInnen. Roberts setzte damit einen Meilenstein in der Fallanalyse, indem er die wesentlichen subjektiven Empfindungen, die während der Fallaufnahme geäußert werden, mit denen in den Aufzeichnungen der Arzneiprüfungssymptome vergleicht. Er unterläßt es nicht, wie alle großen Homöopathen dabei bescheiden auf die hervorragenden Arbeiten von Dr. A.W. Holcomb hinzuweisen, der im Jahre 1894 schon das Werk &amp;quot;Für den medizinisch Fortgeschrittenen&amp;quot; veröffentlichte. Auch erinnert er daran, daß Dr. W.A. Yingling wichtige Impulse für eine solch umfangreiche Arbeit gab. Als Grundlagen benützte er Herings Guiding Symptoms, Clarkes Dictionary und Allens Handbuch.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie steht es heute mit der praktischen Einsetzbarkeit dieses Repertoriums? Lohnt es sich überhaupt, damit als Buch oder als Computerprogramm zu arbeiten? In seinem Vorwort warnt Roberts ausdrücklich davor, nur ein einzelnes Symptom als fallösendes Moment zu verwenden, er mahnt zur gewissenhaften Fallaufnahme und unterstreicht, wie wichtig es ist, den ganzen Patienten zu erfassen, um den Weg zum Mittel zu bekommen.&amp;lt;br/&amp;gt; So kann ich mich noch an einen der ersten Fälle aus meiner Praxis erinnern. Ein junger Mann kam zu mir und erzählte mir von seinem Bruder, der mit einem Halsdurchschuß in einem Feldlazarett in der Nähe der afghanischen Grenze läge. Bei dem Durchschuß sei die Schlagader verletzt worden, er wäre wohl noch gerade einmal mit dem Leben davongekommen. Die üblichen von dem jungen Mann geschilderten Symptome brachten in meinem Gehirn alle möglichen Arzneiideen zustande, nur nichts &amp;quot;Anständiges&amp;quot;. Dann erzählte er mir noch, daß sie sich so große Sorgen machten, weil der Bruder nicht schlafe. Meine eher ungeschickte Frage, ob er wohl wegen der Schmerzen nicht schlafen könne, verneinte mein Besucher. Er erzählte, sein Bruder habe das Gefühl, wenn er schlafen würde, dann müsse er sterben. Das war der Beginn einer langen Suche. Irgendwann startete ich einen Versuch in dem kleinen Repertorium von Roberts. Siehe da, da stand unter &amp;quot;sleep, he would die on going on to: Lachesis&amp;quot;. Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Vieles, was der Besucher berichtet hatte, waren Lachesis-Symptome. Also gab ich die Anweisung an den Bruder, der die Woche darauf hinflog: Lach. C200.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Bericht fiel sehr gut aus, es war ein &amp;quot;Volltreffer&amp;quot;.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Laufe der Zeit wurde mir auch von KollegInnen über die sehr praktische Hilfe des Repertoriums berichtet. Der Aufbau dieses Buches ist sehr einfach und übersichtlich. In späteren Auflagen des Buches gab es Umstellungen, aber dieses Problem wurde im Computerprogramm gelöst. Es steht, auch durch die Erfahrungen anderer, außer Zweifel, daß diese monumentale Arbeit von Roberts eine hervorragende Hilfe für unsere tägliche Arbeit darstellt.&amp;lt;br/&amp;gt; Roberts arbeitete unermüdlich und mit Feuereifer für die Menschen und die Homöopathie; immer wieder betonte er, daß er sich kaum einen höheren Sinn in seinem Arbeitsleben vorstellen könne. Wie so viele seiner großen KollegInnen war er bis zum Schluß im Einsatz, um der Menschheit und den nachfolgenden Generationen von HomöopathInnen einen hilfreichen Sockel zu bauen, auf dem das Gebäude der Homöopathie fest ruhen und wachsen kann - zum Wohle der Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt;http://homeoint.org/biograph/robertsde.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
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		<title>James Compton Burnett</title>
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		<updated>2019-01-06T17:34:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
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[[File:James-compton-burnett.jpg|thumb|right|James Compton Burnett)]]&lt;br /&gt;
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&amp;lt;span style=&amp;quot;font-size:larger&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;font face=&amp;quot;Times,Times New Roman&amp;quot;&amp;gt;Der Verkannte unter den Meistern&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;span style=&amp;quot;font-size:larger&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;font face=&amp;quot;Times,Times New Roman&amp;quot;&amp;gt;Das Leben des Homöopathen Dr. med. I. Compton Burnett (1840-1901)&amp;lt;br/&amp;gt; In immer zahlreicheren Veröffentlichungen begegnen uns Hinweise auf einen Homöopathen der besonderen Art: Dr. J. C. Burnett. Dieser Homöopath der alten Schule wurde oft vergessen und verkannt. Damit das nicht so bleibt, versuchen wir, diesen Diamanten mit seinem ganz eigenen Schliff genauer unter die Lupe zu nehmen.&amp;lt;br/&amp;gt; Dr. Burnett kam als Sohn eines Gutsbesitzers in Schottland zur Welt. Seine Schulausbildung erfolgte ohne Auffälligkeiten in England, wobei aber besonders seine kritische und tiefe Lerneifrigkeit hervorstach. Drei Jahre lang hielt er sich in Frankreich auf, unternahm auch andere größere Reisen, denn seine ganze Liebe galt den Sprachen. Diese Zeit kann später in so manchen kleinen Sätzen oder Aussagen von ihm entdeckt werden, wenn er seiner Weltoffenheit und Kontaktfreudigkeit Ausdruck gibt. Medizinstudien in Wien, später dann in Glasgow (1869). Seine Promotion erwirbt er dort im Jahre 1876.&amp;lt;br/&amp;gt; Vorlagen für klares, strukturiertes Denken findet er in der Mathematik, aber auch in der Anatomie. Bei seiner Anatomieprüfung glänzt er derart, daß er besonders ausgezeichnet wird. Hier findet sich diese tief nach Wissen schürfende Eigenschaft des später meisterhaften Homöopathen wieder, wie wir sie auch bei Hahnemann, Bönninghausen oder J.T.Kent und Margareth Thyler kennen.&amp;lt;br/&amp;gt; Dabei läßt sich schnell erzählen: Jener examinierende Anatomieprofessor versuchte später, Dr. Burnett von seinem Entschluß abzubringen, Homöopath zu werden, stände ihm doch eine fabelhafte Karriere ins Haus, worauf Dr. Burnett entgegnete: &amp;quot;Auf Kosten meines Gewissens will ich mir keine weltlichen Ehren erkaufen.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; In Burnetts Briefen wird ersichtlich, daß er denselben Weg des enttäuschten Schulmediziners zu durchleiden hat wie einst Altvater Hahnemann. Er fühlte sich im Stiche gelassen und wollte diese unrühmliche Kunst, wie Dr. Hahnemann es nennt, aufgeben, als Farmer in Amerika ein neues Leben beginnen.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Hauptunmut bei ihm war eines Nachmittags entstanden, als er die traurige Aufgabe hatte, 50 Totenscheine auszustellen. Dabei sah er aus dem Fenster und wurde eines Leichentransportes gewahr. Auf seine Frage hin, wer der Bedauernswerte sei, wurde ihm der &amp;quot;kleine Georgie&amp;quot; genannt, ein Findelkind, das von den Ärzten des Krankenhauses miternährt wurde, in den Belegbetten übernachten durfte, aber bei Belegung in kalten und feuchten Ecken schlafen mußte und von einer akuten Rippenfellentzündung nicht gerettet werden konnte.&amp;lt;br/&amp;gt; Einem Kollegen klagte Burnett gedrückt sein Leid und teilte diesem seinen Entschluß mit auszuwandern. Dieser Kollege emunterte Dr. Burnett zu einem intensiven Studium der Homöopathie. Dr. Hughes Pharmacodynamics und dessen Therapeutics waren der Anfang.&amp;lt;br/&amp;gt; Schon nach kurzer Zeit erkannte Dr. Burnett, daß der kleine Georgie mit etwas Aconitum hätte gerettet werden können.&amp;lt;br/&amp;gt; Ein klinischer Versuch mit Aconitum unter den Fiebernden des Krankenhauses, in dem er arbeitete, war gestartet, und der Erfolg offensichtlich. Hier fallen bereits Dr. Burnetts intensives Forschen, sein unbeugsamer Wille und sein praktisches Handeln auf. Durch eine Erkrankung aus der Kindheit angestachelt, versuchte er, an sich selbst die Wirkung der Arzneien zu testen. Als Junge hatte er eine linksseitige Rippenfellentzündung, deren Nachwirkungen ihm hie und da zu schaffen machten. Nachdem er schon alle Möglichkeiten der allopathischen Schule, nebst den Anwendungen der Kräuterärzte und Wasserärzte versucht hatte, machte er sich daran, Bryonia zu verwenden, was seinem Leiden innerhalb weniger Tage ein Ende setzte.&amp;lt;br/&amp;gt; Bei einem Abendessen mit Kollegen forderte ihn ein besonders wissenschaftsgläubiger und stichelnder Kollege auf, nachdem er die Homöopathen auch noch Quacksalber genannt hatte, seine Gründe für die Ausübung seines Berufs als homöopathischer Arzt darzustellen.&amp;lt;br/&amp;gt; Diese Aufforderung brachte Dr. Burnett dazu, sein Büchlein: &amp;quot;Fünfzig Gründe, Homöopath zu sein&amp;quot; zu schreiben. Dieses Werk enthält sehr viele Fallbeispiele, aber auch die für Burnett so typischen genauen Beobachtungen, bei denen vor allem seine praktische Art, jetzt und vor allem ganz die Erkrankung heilen zu helfen, auffallen. Er wechselt, wie so oft, zwei Mittel an einem Tag, verwendet niedrige Potenzen und dann wieder hohe.&amp;lt;br/&amp;gt; Oft sind genau diese Angaben Anlaß gewesen, die Arbeitsweise Dr. Burnetts als sehr oberflächlich, ja geradezu klinisch, abzutun. Auf unserer Reise zu den Erkenntnissen über Dr. Burnett werden wir wohl diese Aussage revidieren müssen. Selbst Gespräche mit weltbekannten Kollegen und Kolleginnen ergaben, daß diese die &amp;quot;organotrophe&amp;quot; Behandlungsart Dr. Burnetts als einen Auswuchs der klinischen Homöopathie abtaten und sein großes Können unterschätzten. Es ist aber auch so, daß noch eine Menge Wissen Dr. Burnetts in seinen Werken auf Entdeckung und wirkliches Verständnis wartet. Geht man den Fallbeispielen Dr. Burnetts nach, dann lassen sich durchaus tiefe Einsichten in die Lehre Dr. Hahnemanns finden. Dr. Burnett selbst sagt zu der Mittelgabe und Potenzierung in seinen Fallbeispielen: &amp;quot;Die Gabe hängt von dem Grade der Ähnlichkeit ab&amp;quot;. Er verschreibt die Arzneien und läßt ausschließlich Apotheker seines Vertrauens dispensieren.&amp;lt;br/&amp;gt; Sein Selbstversuch mit Gold (Aurum foliatum) hilft ihm, weitere Erkenntnisse zur Anwendung dieser Arznei zu gewinnen und sehr klare Übersichten über die Anwendung der einzelnen Goldmittel zu geben. Auch in diesem 1879 erschienenen Werk kommen seine Fallbeispiele nicht zu kurz. Diese enthalten genaue Aussagen über seine Aufdeckungen der Miasmen in den Fällen. (Er schreibt das nicht in allen Fallbeispielen, es geht aber aus seinen Krankenaufzeichnungen umfangreicher hervor.)&amp;lt;br/&amp;gt; Beim Durchlesen seiner Fallbeispiele fällt auf, daß dieser große Arzneimittelkenner nach klaren Ansatzpunkten, mit denen er den Fall aufrollen kann, sucht. Hat er diese gefunden, gelingt es ihm mit außerordentlichem Spürsinn, die noch notwendigen Symptome zu entdecken, zu erfragen, zu beobachten.&amp;lt;br/&amp;gt; Gehen wir seine Fälle mit Hilfe der Arzneimittellehren und uns zur Verfügung stehender Repetitorien durch, dann wissen wir, daß er sehr genaue Kenntnisse über die charkteristischen Symptome hatte, auch viele seiner Gedanken lassen uns an Clemens von Bönninghausen denken, an dessen Arbeitsweise, welche in seinem therapeutischen Tagebuch niedergeschrieben ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Jahre 1880 gibt Dr. Burnett sein Büchlein Natrium muriaticum, ein Beiweismittel für die Wirksamkeit der potenzierten Arznei heraus.&amp;lt;br/&amp;gt; Hier finden wir einen zentralen Satz seiner Denkweise: &amp;quot;Wir sind alle geneigt, die Regeln gründlicher wissenschaftlicher Untersuchung beiseite zu legen, wenn wir im Innersten den Wunsch fühlen, die Sache möge nicht wahr sein.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Mit allen damals zur Verfügung stehenden Mitteln bemüht sich Dr. Burnett, Samuel Hahnemanns Lehre zu beweisen. Dabei entwickelt er einen außerordentlichen Fleiß, uns jede Menge guter Hinweise zur Verwendung von Natrium muriaticum zu geben. Doch sein Werk wird wenig beachtet, wenn man einmal die Verkaufszahlen der letzten Jahre durchsieht. Es scheint so, daß es besonders &amp;quot;in&amp;quot; ist, die modernen, zum Teil sehr flüchtigen Beschreibungen als das einzig Wahre zu sehen, als sich einmal mehr mit den Aufzeichnungen der alten Könner zu beschäftigen. Diese Werke enthalten zeitlose Fleißaufgaben an Beobachtung und Scharfsinn, jene wirklichen Werkzeuge in unserer Zeit, gute homöopathische Arbeit zu leisten. Viele der genannten Hinweise am Beispiel des Kochsalzes haben ihre Gültigkeit bewahrt, besonders, wenn sie so genau aufgezeichnet wurden, wie Dr. Burnett es tat. Margaret Thyler erwähnt diesen Titan der Homöopathie, und seitdem wächst das Interesse an seinen Arbeiten. So finden wir mit Hilfe des kleinen o. g. Büchleins Bestätigungen aus dem praktischen Arbeitsleben Dr. Burnetts für die vielen, umfangreicheren Arzneiprüfungssymptomaufzeichnungen von Dr. Hahnemann und seinen Nachfolgern.&amp;lt;br/&amp;gt; Einmal mehr fällt auf, daß es Parallelen zu Dr. Hahnemann gibt. Auch Compton Burnett weiß gut zu wettern und genießt wegen seiner scharfen Zunge keinen durchwegs guten Ruf, er trifft in seinen Schriften und seinen öffentlichen Vorträgen empfindlich die Schwachstellen der allopathischen Medizin. In dem Werk C. Burnetts über Dr. Samuel Hahnemann: ECCE MEDICUS (Seht, welch ein Arzt!), geschrieben 1880, finden wir dessen absolute Anerkennung für Samuel Hahnemann. Er spricht hier davon, daß wir noch in der Saatzeit der Wahrheit leben und auch die Jüngsten die Erntezeit nicht mehr erleben werden. Was für eine Einstellung der damaligen Kolleginnen und Kollegen! Heute wird oft kein Finger mehr gekrümmt, wenn nicht schon im voraus bekannt ist, wann wir die Lorbeeren unserer aufopfernden Ruhmestaten ernten werden.&amp;lt;br/&amp;gt; Seine praktische Art zu arbeiten veranlaßt ihn, ein Büchlein herauszubringen, voll mit Ideen und Empfehlungen, wie die Bildung von Gaumenspalten und Hasenscharten bei Neugeborenen durch die richtige, vorbauende Behandlung der Mütter vermieden werden könnte. Beim Durchlesen finden sich Hinweise für seine tiefe Betrachtung der Hahnemann’schen Lehrsätze.&amp;lt;br/&amp;gt; Mittel wie Calcium sulphurica, andere Calc-Verbindungen, aber auch Mercurius, Psorinum oder juglans-cinerea kommen zum Einsatz.&amp;lt;br/&amp;gt; Ein ganz besonderes Augenmerk legt Dr. Burnett auf die Behandlung der Starerkrankung. Zeigt er hier die Möglichkeit der erfolgreichen Behandlung der Starerkrankung auf, vergißt er dennoch nicht, Dr. Hahnemanns Psoratheorie zu erwähnen und die Aussagen durch die oftmalig gemachte Beobachtung der Praxis zu unterstützen, daß Katarakterkrankungen oft mit Hauterkrankungen korrelieren.&amp;lt;br/&amp;gt; Bei der Auflistung der gegebenen Arzeimittel, in schnellem Wechsel z. T., kommt ein wichtiger Satz zum Tragen: &amp;quot;Die vorhandenen Symptome sprachen für beide Mittel, doch will ich das Verabreichen der Mittel im Wechsel nicht verteidigen, ich hoffe, es jetzt weniger anwenden zu müssen.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Seine Beobachtungen bringen ihn zu der Erstellung des Werkes über den zu hohen Salzgehalt des Blutes. Schnelles Altern und die vermehrte Entstehung von Katarakten gibt er als Folge an. Übertragen wir nur in kleinem Umfang diese Aussage, zu welchem Ergebnis kommen wir mit den heutigen allopathischen Medikamenten, von all den anderen Stoff- und Gifteinflüssen ganz zu schweigen?&amp;lt;br/&amp;gt; Besonderes Augenmerk legt Dr. Burnett auf die Impffolgen. Die Impfung schlechthin zu seiner Zeit und bis in die 80er Jahre unseres Jahrhunderts war die Pockenimpfung. Mit unendlich vielen Fallbeispielen gibt er hier Einblick in die umfangreichen Zerstörungen und Schädigungen durch diese Impfung. Seine Liebe gilt hier der Verordnung mit Thuja occidentalis, aber auch Cupressus lawsoniana kommen zum Einsatz. Ein isopathisch von ihm hergestelltes Medikament aus dem Eiter des Pockensekrets erweist sich in seiner Praxis als sehr nützlich. Seine tiefe Liebe und Verantwortlichkeit rufen ihn dazu auf, das Mögliche und Wirksame für seine Patienten zu tun. Er betont, wie sehr der Organismus von dem Impfgift überwältigt wird.&amp;lt;br/&amp;gt; Sabina preist er als dem Thuja in der Behandlung von Hautauswüchsen gleichwertig und vergißt hier nicht die äußere Anwendung von Thujatinktur.&amp;lt;br/&amp;gt; Eine bedeutende Schrift entsteht 1884 mit dem Titel: Das Ähnlichkeitsgesetz ist das wissenschaftlichste Prinzip des Impfens: Vorbeugung durch Homöopathie. Liest man es durch, wünscht man sich, daß es viel mehr gelesen würde, denn seine Aussagen lassen sich genauso auf die modernen Impfungen und deren z. T. verheerende Folgen übertragen.&amp;lt;br/&amp;gt; In seinem Werk über die Hauterkrankungen betont Dr. Burnett, daß die Haut ein lebenswichtiges Organ des Körpers sei und bei Erkrankung unbedingt von innen heraus behandelt werden müsse. Jeder Teil der Haut sei auf das Engste mit einem inneren Organ oder Teil verbunden, jede Hauterkrankung nur der äußerste Ausdruck einer inneren Krankheit.&amp;lt;br/&amp;gt; Bei seinen Aufzeichnungen kommen besonders die Zusammenhänge mit der Unterdrückung von Hautausschlägen und der Entstehung von Atemwegserkrankungen hervor, bieten aber gerade dadurch eine gute Anschauungsübung zur Erlernung der richtigen Mittelwahl.&amp;lt;br/&amp;gt; Die antipsorischen Arzneien wie z.B. Lycopodium, Sulphur oder Thuja finden ihre besondere Erwähnung. Tuberculinum, von Dr. Burnett Bacillinum genannt, aber auch Vaccininum kommen zur Sprache. Gerade seine Tips aus der Praxis, von vielen als oberflächliche Homöopathie abgetan, zeigen sehr gute Kenntnisse der Materie, vergißt Dr. Burnett doch niemals, das geeignetste Arzneimittel herauszufinden. Diese Arbeit unterstützt er aber noch mit Anwendungen, die seiner Meinung nach nicht stören, aber das Leiden der Patienten verringern oder gar beenden helfen.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Schwellung der Milz wendet der Rademacher-Belesene seine Aufmerksamkeit zu, landet damit aber vollkommen im Abseits für die reinen klassischen Hahnemann-Anhänger, die ihn nun als einen klinischen, von den isopathischen Gedanken Rademachers, vor allem dessen Organlehre vollkommen Vergifteten sehen. Wie so oft zeigen aber seine Ausführungen, daß er es nie unterläßt, die ähnlichste Arznei zu suchen, genau nach den Regeln, dabei aber entdeckt, daß bei schweren Organleiden oftmals eine einfache Ausheilung, auf das Organ bezogen, wahre Wunder wirkt. Es sind ihm die Verbesserungen bei seinen Patienten eben wichtig, sein Grundsatz war, niemals chronische Organleiden zu übersehen, funktionelle Störungen in einer Art und Weise zu behandeln, daß nicht endlos lange chronische Behandlungen folgen, sondern wirklich gute Erfolge auf Dauer bei den um Hilfe Suchenden vorzuweisen sind.&amp;lt;br/&amp;gt; Dr. Burnett drückt mit so vielen seiner Aussagen aus, daß er die Ursache behandeln will, den Kern des Geschehens treffen will.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Erkrankungen der Leber finden deshalb auch seine besondere Zuwendung. Es folgen Beispiele aus seiner umfangreichen Praxis, die uns heute, besonders klassisch arbeitend, auf die praktische Seite des Homöopath-Seins bringen kann, uns wertvolle Hinweise liefert, wie wir unseren Patienten helfen, einen Status von Gesundheit und Wohlbefinden zu erlangen. Dazu gehört ein umfangreiches Repertoire an Betrachtungsfähigkeiten und Maßnahmen.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Tinkturen arbeitete er und gibt auch in vollem Umfang seine diagnostischen Beobachtungen preis. Gerade in Deutschland haben es seine Büchlein sehr schwer, Leser zu finden, da sie voll mit neuen Ideen sind: amerikanische neue Mittel werden da genauso besprochen wie weitere Anwendungsmöglichkeiten, z.B.Umgang mit Tinkturen oder äußere Anwendungen (in sehr spärlichem Maße).&amp;lt;br/&amp;gt; In seinen Büchern fordert er die Leser immer wieder auf, Ursachenfindung zu betreiben. Geschwulste der Brust werden von ihm behandelt, mit einer Vielzahl von Medikamenten und atemberaubendem Erfolg, wie sich noch mehr aus seinen persönlichen Praxisaufzeichnungen ersehen läßt. Der Genuß von zu viel Fleisch, zu starken Gewürzen bei Tumorerkrankungen und der übermäßige Genuß von Salz werden in seinen Beobachtungen zu Zunder für die Geschwulste.&amp;lt;br/&amp;gt; In einem anderen Werk schreibt Dr. Burnett: Der Pilz, der oft als Ursache der Krankheit angesehen wird, kann sich nur auf einem geeigneten Nährboden entwickeln, er braucht ein schon für ihn spezifisch passend erkranktes menschliches Individuum, um gedeihen zu können. Bacillinum, Sulfur, Sepia, Tellurium kommen zum Einsatz, um nur einige seiner verwendeten Arzneien zu belegen.&amp;lt;br/&amp;gt; In dem Werk &amp;quot;Die Heilbarkeit der Tumore durch Arzneimittel&amp;quot; betont er: Ein Arzt, der sich immer nur an die Symptome hält, ist wie ein Leser, der, um lesen zu können, jedes Wort buchstabieren muß.&amp;lt;br/&amp;gt; Bei den Reihen von Heilmitteln, die Dr. Burnett gebraucht, wird er immer gefragt, welches nun das hilfreiche Mittel gewesen sei, worauf er antwortet: &amp;quot;Es ist, als wenn man jemanden, der eine Leiter gebrauchte, um in ein Haus zu gelangen, fragt, mit welcher Sprosse er hineingelangte.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Jahre bevor Robert Koch mit seiner Entdeckung an die Öffentlichkeit trat, arbeitet Compton Burnett schon mit Tuberkulinum/Bacillinum. Bei der Behandlung von Fisteln betont Dr. Burnett, wieder einmal brillant: &amp;quot;Fisteln, wie immer sie auftreten, sind nicht das eigentliche Leiden, sondern sie sind nur der Ausdruck einer Erkrankung der inneren Säfte, welche durch die Fistelbildung zu Tage tritt.&amp;quot; Hydrastis canadensis, Thuja acininum, Ceonathus americanus, Juniperus sabina und viele gute Arzneistoffe mehr tauchen in seinen Fallbeispielen auf. Dr. Burnett führt durch seine praktischen Erfolge an, daß die Fistel ein konstitutionelles Leiden ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Bei der Behandlung von in der Entwicklung zurückgebliebenen Kindern sieht Dr.Burnett, daß die richtige homöopathische Behandlung im rechten Alter durchaus drastische Verbesserungen, ja Normalisierungen des Wuchses und der Entwicklung bringen. Sehen wir einmal von der damals üblichen euphorischen Fallberichterstattung ab, dann kann man erkennen, mit welcher Virtuosität Dr. Burnett die Heilmittel wählt und diese in einem atemberaubenden Tempo einsetzt. Als ein der reinen Arzneimittellehre, der chronischen Krankheiten und des Organons weniger Kundiger gerät man schnell zu dem Urteil, es mit einem Niedrigpotenzspieler und Schnell-Hoppla-Hopp-Verordner zu tun zu haben. Wenn da nicht diese absolut beeindruckenden, mit Hilfe der Praxisaufzeichnungen nachvollziehbaren Heilerfolge gewesen wären!&amp;lt;br/&amp;gt; Im Laufe eines intensiven Studiums der Arbeit Dr. J.C. Burnetts wächst der große Respekt vor diesem Könner und Kenner unserer so geliebten Materie. Ein zutiefst suchender und aufopfernder Geist wird einem gewahr, der mit enormen Kenntnissen der Arzneimittel aufwartet und deshalb in der Lage ist, in selbst aussichtslosen Fällen noch Heilungen zu erreichen. Klar kann man einwenden, daß doch heutzutage alles viel komplizierter sei, aber die normalen Kuren von damals hätten die meisten von uns auf ganz direkte Art und Weise zur Strecke gebracht. Also leicht hatten es die Kolleginnen und Kollegen auch damals nicht.&amp;lt;br/&amp;gt; Dr. Burnett schafft es in seinen Behandlungen, eine Ebene der Homöopathie zu erklimmen, die so manchem modernen Homöopathen von internationalem Ruf sich erst langsam und zaghaft öffnet. Gerade die so verschiedene Vielzahl an Arzneistoffen, die Dr. Burnett während eines Behandlungsablaufs verabreichte, zeigt sich bei genauerem Nacharbeiten als eine sehr logische und hilfreiche Wahl. Man bekommt den Verdacht, daß ohne diese Reihenfolge der Mittelgaben eine Heilung unmöglich gewesen wäre. Die Durchsicht der Krankenaufzeichnungen zeigt, daß Dr. Burnett durchaus auch schwere Fälle mit einem oder zwei Arzneien zu behandeln wußte. In seinen Werken scheint er uns zu unterrichten, indem schwere Fälle genannt werden, die viele Verordnungen nötig machen.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Schrei nach dem Similimum wird laut, zeigt aber gerade in praxi, daß bei Schwersterkrankungen eine Vielzahl von Arzneien eingesetzt werden will, um zum Heilerfolg führen zu können.&amp;lt;br/&amp;gt; In meiner Praxis hat sich seit dem genauen Studium der Werke Burnetts und seiner Arbeitsweise einiges sehr Positives eingestellt. Durch die Erfolge angeregt, die Dr. Burnett aufzuweisen hatte, gelang es gerade in der Behandlung von Schwersterkrankungen, so manchesmal eine wirkliche Heilung einleiten zu helfen, nur weil daran gedacht wurde, welche Tiefe in der konstitutionellen Behandlung erfaßt werden muß. Aber das praktische, oft so unkomplizierte Vorgehen Burnetts regt dazu an, kleine Arzneien, nach seinen Ideen, auf Herz und Nieren zu prüfen. Gerade in der Behandlung von Kindern darf eine sinnvolle Anwendung der großen Nosoden, gebraucht wie jeder andere homöopathische Arzeistoff, nicht fehlen. Die vielen Ideen, die Dr. Burnett in seinen Aufzeichnungen gibt, helfen, weit mehr in Querverweisen zu denken, eine Eigenschaft, der sich vor allem Homöopathen der letzten Generationen bedienten. Die Homöopathinnen und Homöopathen konnten so vernetzt arbeiten, weil sie durch die einfachen Umstände gezwungen waren, den wichtigen Wissensstoff über die Arzneimittel sich wirklich einzuprägen. Die humorvolle und zutiefst menschenfreundliche Art Dr. Burnetts hilft, mutig auf seinem Weg, ungeachtet der Mißerfolge, weiter zu gehen, spart doch der Könner selbst nicht an Eigenkritik und zeigt viele Wege seines Lernens auf.&amp;lt;br/&amp;gt; Die dringendste Bitte Dr. Burnetts war: Behandeln, bis auch wirklich die Ursache aufgehoben ist, die Gesundheit wiederhergestellt ist, soweit wie irgend möglich. Beim Nachstudieren des Lebenswerkes Dr. Burnetts fällt sein mutiger Einsatz für die Homöopathie auf, dessen wir in unserer Zeit auch dringend bedürfen.&amp;lt;br/&amp;gt; Am 2. April 1901 stirbt Dr. Compton Burnett an einem Herzversagen. Total überarbeitet und mitten im Arbeiten für die Menschen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es ist an der Zeit, das Werk dieses hervorragenden Homöopathen aus der Tiefe der Vergessenheit und des Verkanntseins hervorzuholen, denn wir brauchen nicht nur die spektakulären Heilerfolge einiger, wie es oft erscheinen mag, Auserwählter, sondern die Hilfe derer, die durch ihre Ideen uns am meisten im täglichen praktischen Arbeiten unterstützen.&amp;lt;br/&amp;gt; Zum Schluß noch ein Ausspruch Dr. J. C. Burnetts, in dem er Dr. von Grauvogel zitiert: &amp;quot;Daher behaupte ich, daß aller Fortschritt, der von einem Homöopathen ausgegangen ist, zur Sache der Homöopathie so sehr gehört und ihr Eigentum so sehr geworden ist, wie jede andere ihrer Lehren.&amp;quot;&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
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		<title>Cyrus Maxwell Boger</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
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Boger lebte von 1861 - 1935. Er wurde am 14.05.1861 in Annville, Pennsylvania, geboren.&amp;lt;br/&amp;gt; Nachdem er am Philadelphia College Pharmazie studiert hatte, schrieb er sich am &amp;quot;Hahnemann Medical-College&amp;quot; in Philadelphia ein und studierte Homöopathie.&amp;lt;br/&amp;gt; Er beendete sein Medizinstudium im Jahr 1888 und ließ sich in Parkersburg , West Virginia, nieder, wo er bis zu seinem Tod am 02.09.1935 als homöopathischer Arzt tätig war.&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp; Neben seinen Zeitschriften und zahlreichen Buchveröffentlichungen sind &amp;quot;A Synoptic Key to the Materia Medica&amp;quot; (1915), &amp;quot;Lectures on Materia Medica&amp;quot;, seine Arbeit über die &amp;quot;Zeiten&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp; und Mondphasen&amp;quot; der Arzneimittel, die erst nach seinem Tod veröffentlicht wurden, seine Prüfung von &amp;quot;Samarskit&amp;quot; sowie seine Bearbeitung der v. Bönninghausen´schen Literatur in Form der &amp;quot;Bönninghausen´s Characteristics and Repertory &amp;quot; (1905) für die heutige Homöopathie von unschätzbarem Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Boger sprach Deutsch und diese zuletzt genannte Arbeit gilt zurecht als eine der bedeutendsten Überarbeitungen des Werks Bönnighausens. Er besaß das persönliche Handbuch Bönninghausens und war so über dessen Nachträge bestens informiert. Doch auch eigene reiche Praxiserfahrung floß in dieses Werk ein, so daß diese Arbeit heute zu den wesentlichen Repertorien der Materia Medica unserer Zeit gehört.&lt;br /&gt;
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		<author><name>SiLet</name></author>
		
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		<title>Cyrus Maxwell Boger</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
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{{Leerseite}} Boger lebte von 1861 - 1935. Er wurde am 14.05.1861 in Annville, Pennsylvania, geboren.&amp;lt;br/&amp;gt; Nachdem er am Philadelphia College Pharmazie studiert hatte, schrieb er sich am &amp;quot;Hahnemann Medical-College&amp;quot; in Philadelphia ein und studierte Homöopathie.&amp;lt;br/&amp;gt; Er beendete sein Medizinstudium im Jahr 1888 und ließ sich in Parkersburg , West Virginia, nieder, wo er bis zu seinem Tod am 02.09.1935 als homöopathischer Arzt tätig war.&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp; Neben seinen Zeitschriften und zahlreichen Buchveröffentlichungen sind &amp;quot;A Synoptic Key to the Materia Medica&amp;quot; (1915), &amp;quot;Lectures on Materia Medica&amp;quot;, seine Arbeit über die &amp;quot;Zeiten&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp; und Mondphasen&amp;quot; der Arzneimittel, die erst nach seinem Tod veröffentlicht wurden, seine Prüfung von &amp;quot;Samarskit&amp;quot; sowie seine Bearbeitung der v. Bönninghausen´schen Literatur in Form der &amp;quot;Bönninghausen´s Characteristics and Repertory &amp;quot; (1905) für die heutige Homöopathie von unschätzbarem Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Boger sprach Deutsch und diese zuletzt genannte Arbeit gilt zurecht als eine der bedeutendsten Überarbeitungen des Werks Bönnighausens. Er besaß das persönliche Handbuch Bönninghausens und war so über dessen Nachträge bestens informiert. Doch auch eigene reiche Praxiserfahrung floß in dieses Werk ein, so daß diese Arbeit heute zu den wesentlichen Repertorien der Materia Medica unserer Zeit gehört.&lt;br /&gt;
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		<author><name>SiLet</name></author>
		
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		<id>https://www.freewiki.eu/de/index.php?title=Henry_Clay_Allen&amp;diff=1370</id>
		<title>Henry Clay Allen</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: Die Seite wurde neu angelegt: „ &amp;lt;font size=&amp;quot;3&amp;quot;&amp;gt;Dr. Henry C. Allen wurde [am 10. Februar 1836] in der Stadt Nilestown, nahe London (Ontario) geboren und war der Sohn von Hugh und Martha Billi…“&lt;/p&gt;
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&amp;lt;font size=&amp;quot;3&amp;quot;&amp;gt;Dr. Henry C. Allen wurde [am 10. Februar 1836] in der Stadt Nilestown, nahe London (Ontario) geboren und war der Sohn von Hugh und Martha Billings Allen. Von väterlicher Seite war er ein Nachkomme der angesehenen Vermonter Familie selben Namens, General Ira Allen und Ethan Allen, die beide während der Revolution Berühmtheit erlangt hatten. Auf mütterlicher Seite waren die Billings bekannt unter den Kolonialfamilien aus der Massachussetts-Bucht und einer von ihnen, der Urgroßvater von Dr. Allen, war Besitzer der Ländereien, auf denen sich jetzt die Stadt Salem befindet. Nach Verkauf dieses Besitzes zog die Familie in das Connecticut-Tal um und befand sich dort zu jener Zeit, als die Indianer diesen Teil des Landes plünderten und verwüsteten.&amp;lt;br/&amp;gt; Er erhielt seine frühe Erziehung an den Volks- und Elementarschulen in London, wo er später für eine Weile als Lehrer arbeitete. Seine medizinische Ausbildung bekam er am ''Western Homoeopathic College'' in Cleveland, Ohio (das heutige ''Cleveland Homeopathic College''), wo er 1861 abschloß, später noch am ''College of Physicians and Surgeons of Canada''. Kurz nach seinem Abschluß trat er der Vereinigten Armee [Union Army] bei, wo er als Chirurg unter General Grant diente.&amp;lt;br/&amp;gt; Nach dem Krieg wurde ihm die Professur für Anatomie an seiner Alma Mater in Cleveland angeboten, was er annahm; hier begann er zu praktizieren. Später legte er dieses Amt nieder, um den gleichen Posten am ''Hahnemann Medical College'', Chicago, anzunehmen. 1868 wurde ihm der Lehrstuhl für Chirurgie angetragen, als Nachfolger von Dr. Beebe, was er aber ablehnen mußte. Dann zog er nach Brantford, Ontario, wo er am 24. Dezember 1867 [eine der Jahresangaben – 1867 oder 1868 – kann nicht stimmen. Leider war es bislang unmöglich, den Fehler zu klären.] Selina Louise Goold heiratete, die ihn, wie auch seine beiden Kinder Franklin Lyman Allen und Helen Marian Allen Aird, überlebte.&amp;lt;br/&amp;gt; 1875 ging er nach Detroit, Michigan, 1880 zog er schließlich nach Ann Arbor (wo er dann blieb) und wurde Professor für Materia medica an der Universität von Michigan.&amp;lt;br/&amp;gt; 1892 gründete er das ''Hering Medical College and Hospital'', wo er die Posten als Dekan und Professor für Materia medica bis zu seinem Tod am 22. Januar 1909 bekleidete.&amp;lt;br/&amp;gt; Dr.Allen war ein angesehener Senior des ''American Institute of Homoeopathy''; ein Mitglied der ''International Hahnemannian Association'', der ''Illinois Homoeopathic Medical Association''; der ''Englewood Homoeopathic Medical Society''; der ''Regular Homeopathic Medical Society of Chicago''; Ehren-Vizepräsident des ''Cooper Club'' in London, England; und Ehrenmitglied der ''State Medical Societies'' von Michigan, New York, Pennsylvania and Ohio sowie Ehrenmitglied der ''Homoeopathic Society of Calcutta'', Indien.&amp;lt;br/&amp;gt; Er war lange Jahre Eigentümer und Herausgeber des Journals ''Medical Advance''. Neben zahlreichen Artikeln für diese und andere Zeitschriften schrieb er auch viele Bücher, unter anderen die folgenden:&amp;lt;br/&amp;gt; - Keynotes of Leading Remedies, die kürzlich auf die „Council List of Books&amp;quot; zur Verwendung in kanadischen Medizinhochschulen gesetzt wurden [Merke: die Biographie stammt aus dem Jahr 1909 oder 1910].&amp;lt;br/&amp;gt; - The Homeopathic Therapeutics of Intermittent Fever [Detroit, Mich.: Drake’s Homoeopathic Pharmacy, 1879].&amp;lt;br/&amp;gt; [- The Therapeutics of Intermittent Fever. Philadelphia: F.E.Boericke, 1884].&amp;lt;br/&amp;gt; - The Therapeutics of Fevers. [Philadelphia: Boericke &amp;amp; Tafel, 1902].&amp;lt;br/&amp;gt; - Therapeutics of Tuberculous Affections [zu diesem Titel konnte nur folgender Hinweis gefunden werden: „Consumption: its cause and nature by Rollin R.Gregg, M.D. to which is added the Therapeutics of Tuberculosis Affections. Ann Arbor, 1889&amp;quot;].&amp;lt;br/&amp;gt; Kürzlich schloß er die Revision von Bönninghausens Kartenrepertorium ab, das er aktualisiert und für eine rasche und praktische Handhabung arrangiert hat.&amp;lt;br/&amp;gt; Das vorliegende (sein jüngstes) Werk, eine Abhandlung über die Nosoden, wurde kurz vor seinem Tod fertig gestellt und ist das Ergenis jahrelanger Stdien, Erfahrung und Bestätigung von Symptomen vieler Nosoden. Seine Beobachtungen werden hier erstmals veröffentlicht.&amp;lt;/font&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;font size=&amp;quot;3&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;font color=&amp;quot;#800000&amp;quot;&amp;gt;'''''Franklin Lyman ALLEN'''''&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;/font&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;font size=&amp;quot;2&amp;quot;&amp;gt;[Anmerkung: Diese Biographie wurde verfaßt von dem Sohn Henry C.‘s, Franklin Lyman Allen. Abgedruckt wurde sie in der posthum erschienenen „Materia medica of the nosodes with provings of the X-Ray&amp;quot;, Philadelphia: Boericke &amp;amp; Tafel, 1910. Daher war an einigen Stellen eine gelinde sprachliche Überarbeitung sowie gelegentliche Korrektur nötig. Zusätze des Übersetzers wurden in eckige Klammern gesetzt. Ergänzungen und Korrekturen zur Bibliographie aus: Francesco Cordasco, Homoeopathy in the United States. Fairview, New Jersey &amp;amp; London: Junius Vaughn Press, 1991.]&amp;lt;/font&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
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		<title>Klassische Homöopathie</title>
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		<updated>2019-01-06T17:08:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
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Als „'''klassisch'''&amp;quot; wird allgemein die Form der [[Homöopathie|Homöopathie]] bezeichnet, die sich genau an die von [[Samuel_Hahnemann|Hahnemann]] aufgestellten Gesetze und Regeln der Therapie hält. Dabei gibt es ein gewisses Spektrum zwischen den TherapeutInnen, die sich eher an Hahnemanns Satz „Macht´s nach, aber macht´s genau nach.&amp;quot; halten, und denen, die sich mehr mit seinem Leitspruch „Wage es, weise zu sein&amp;quot; (aude sapere) wohlfühlen und – wie Hahnemann selbst – kritisch weiter forschen und die Methode entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Praktisch gesehen erkennen Sie „klassisch&amp;quot; arbeitende HomöopathInnen gewöhnlich daran, daß sie nur ein Arzneimittel zu einer Zeit geben, daß sie gründliche und ausführliche [[Anamnese|Anamnesen]] durchführen, daß sie nicht mehrere Methoden mischen und daß sie sich auf genaues Beobachten und Zuhören stützen und nicht auf Spekulationen.&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;br/&amp;gt; Abgesehen von diesem historisch nicht ganz korrektem Verständnis für &amp;quot;Klassische Homöopathie&amp;quot; gibt es noch eine Unterphilosophie innerhalb der Homöopathie, die als &amp;quot;Klassische Homöopathie&amp;quot; eingeführt wurde&amp;lt;ref&amp;gt;Josef M. Schmidt; Taschenatlas Homöopathie in Wort und Bild; Karl F. Haug Verlag; 2001; ISBN 8-3804-7089-4&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Um die Zeil des 200. Geburtstages &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Hahnemanns&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;(1955) und der Einführung der Zusatzbezeichnung&amp;amp;nbsp;»Homöopathie«&amp;amp;nbsp;durch den Deutschen Ärztetag (1956) erwuchs der dezimierten naturwissenschaftlich-kritischen Richtung Konkurrenz durch eine ganz andersartige Vermittlung der Lehre &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Hahnemanns&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;von seiten einiger schweizer Ärzte. In seinem 1955 erschienenen Buch „Heilkunst in neuer Sicht“ sowie in ab 1956 in Freiburg, Überlingen, München, Darmstadt, Frankfurt, Mainz und Bochum gehaltenen Kursen lehrte etwa &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Adolf Voegeli&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;(1898-1993) selbstbewußt und lebendig die prinzipielle Andersartigkeit der vital-energetischen Wirkung von immateriellen Hochpotenzen gegenüber dem pharmakologischen Effekt stofflicher Arzneidrogen.&amp;lt;br/&amp;gt; Nachdem auf &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Voegelis&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Betreiben 1957 von &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Imhäuser, Von Petzinger, Zinke&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;und anderen die „Zeitschrift für Klassische Homöopathie“ ins Leben gerufen wurde, war damit eine neue, vorwiegend Hochpotenzen und konstitutionelle Symptome berücksichtigende Richtung der Homöopathie geboren.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Flury - Lemberg&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;(1903-1977), der in den 40er Jahren für &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Hahnemanns&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Herstellungsweise der Arzneimittel in der 6. Auflage des ‘Organons’ den Begriff&amp;amp;nbsp;»LM-Potenzen«&amp;amp;nbsp;geprägt hatte, gab ab 1959, meist zusammen mit seinem Berner Landsmann &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Alexander Haenni&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;, Kurse in München, Regensburg, am Traunsee und am Attersee. Etliche deutsche Homöopathen konnten in den 1960er Jahren bei &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Pierre Schmidt&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;(1894-1987) in Genf hospitieren, der 1920 die &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Kentsche&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Homöopathie von dessen Schülern &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Alonzo Eugene Austin(&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1868-1948) in New York und &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Fredericia Gladwin&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;(1856-1931) in Philadelphia erlernt hatte. &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Schmidts&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Schüler &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Jost Künzli Von Fimmelsberg&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;(1915-1992) hielt ab 1962 in St. Gallen, ab 1971 in Frankfurt und von 1973 bis 1986 in Spiekeroog&amp;amp;nbsp;»Repertorisationskurse«, in denen die Homöopathie nach den &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Kentschen&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Vorlesungen, 1973 von ihm übersetzt, als Wissenschaft und Kunst gelehrt und der Umgang mit &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Kents&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Anamnese-Fragebogen sowie dem „Repertorium“, 1960 übersetzt von &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Georg Von Keller&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;(&amp;lt;/span&amp;gt;'''&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;*&amp;lt;/span&amp;gt;'''&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1919), eingeübt wurde.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Werk wurde 1973-1978 von &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Horst Barthel&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;und Will Klunker zum dreibändigen „Synthetischen Repertorium“ erweitert.&amp;lt;br/&amp;gt; Die von &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Otto Eichelberger&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;(*1918) seit 1967 versandten Rundbriefe zur Weiterbildung in klassischer Homöopathie hatten 20 Jahre später bereits 1200 Abonnenten.&amp;lt;br/&amp;gt; Ab 1981 gab es an deutschen Universitäten erste Lehraufträge für Homöopathie, deren Zahl sich stark erhöhte, als die Homöopathie 1993 in den Gegenstandskatalog der Ärztlichen Prüfung aufgenommen wurde.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit dem 1984 gegründeten August-Weihe-Institut in Detmold und der 1985 eröffneten Niedersächsischen Akademie für homöopathische Medizin in Celle wurden eigene Ausbildungsstätlen für eine dreijährige ganztägige Weiterbildung für Ärzte geschaffen. Gefördert von der&amp;amp;nbsp;»Karl und Veronika Carstens-Stiftung«&amp;amp;nbsp;entstand 1992 das bundesweite Wilseder/Wissener&amp;amp;nbsp;»Studenten/Studentinnen-Forum für Homöopathie«.&amp;lt;br/&amp;gt; Die praxisbegleitende ärztliche Weiterbildung in Homöopathie, die der Zentralverein seit 1980 nach dem österreichischen Stufenplan durchgeführt hatte, wurde inzwischen durch ein dreijähriges Curriculum ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Zum 200 jährigen Bestehen der Homöopathie fand 1996 ein internationaler, von klassischen Homöopathen dominierter Festakt in der Frankfurter Paulskirche unter der Schirmherrschaft des Bundesgesundheitsministers statt.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
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		<id>https://www.freewiki.eu/de/index.php?title=Allgemeine_Hom%C3%B6opathische_Zeitung&amp;diff=1250</id>
		<title>Allgemeine Homöopathische Zeitung</title>
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		<updated>2018-12-08T19:55:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
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&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
{{Fragment}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die AHZ – Allgemeine Homöopathische Zeitung ist die älteste medizinische Fachzeitschrift der Welt!&amp;lt;br/&amp;gt; Seit 1832 hat sie zum Ziel, alle inhaltlichen Richtungen und Strömungen innerhalb der Homöopathie zu repräsentieren und zu Wort kommen zu lassen. In alter Tradition werden die Themen der Aus- und Weiterbildung sowie die Praxis der Homöopathie dargestellt. Darüber hinaus versteht sich die AHZ als Forum für die „homöopathische Gemeinde“, in dem verstärkt der Austausch gefördert und die Information über alle Aspekte innerhalb der Homöopathie geliefert werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zielgruppe'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Homöopathische Ärzte, Heilpraktiker, Apotheker&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Organ'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Offizielles Organ des [[Deutscher_Zentralverein_homöopathischer_Ärzte|Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
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		<id>https://www.freewiki.eu/de/index.php?title=Adolf_Voegeli&amp;diff=1172</id>
		<title>Adolf Voegeli</title>
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		<updated>2018-12-03T08:32:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
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&amp;amp;nbsp;* 3.10.1898 Bülach bei Zürich, t 2.2.1993 Pully/Genfer See&amp;lt;br/&amp;gt; Studienorte: Zürich, Berlin, Rom, Wien, Paris&amp;lt;br/&amp;gt; Dr., Diss. med. Univ. Zürich 1923, Über Altersveränderungen des vordem Bulbusabschnittes bei Geschwistern (untersucht an 22 Familien bei einer Gesamtzahl von 53 Personen), 19 S.&amp;lt;br/&amp;gt; Mitherausgeber der Zeitschrift für Klassische Homöopathie, Herausgeber der Fachzeitschrift „Homöopathia”. Die Assistentenzeit verbrachte er in Paris und Rom, an der Röntgenabteilung der Frankfurter Universitätsklinik sowie in Florenz. Nach zweijähriger Zeit als Gebirgsarzt in Malans/Graubünden beschloss er, sich im Röntgenfach auszubilden und ließ sich 1928 in Zürich nieder. Eröffnete ein Röntgen-Institut und wurde Facharzt für Radiologie. Als er in vielen Fällen die Schädlichkeit dieser Behandlungsmethode erkannte, wandte er sich 1938 von der Röntgenologie ab und verkaufte sein gut florierendes Institut. Eine Zeit lang behandelte er seine Patienten vorwiegend mit Diät und physikalischen Heilmaßnahmen, mit Trink- und Badekuren, bis er eines Tages ein Buch von Léon Vannier über die Homöopathie las, durch das er erstmals mit den Hochpotenzen bekannt wurde. Während seiner eigenen homöopathischen Fortbildung besuchte er u. a. das „Royal Homoeopathic Hospital” in London, einige Polikliniken in Frankreich sowie das Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart. Seit 1939 praktizierte er als homöopathischer Arzt in Lausanne-Pully. Mithilfe geheilter Patienten gründete er in Lausanne eine Gesellschaft zur Verbreitung der Homöopathie (o. J.) und ließ vorwiegend aus eigenen Mitteln die alle zwei Monate erscheinende Zeitschrift Homöopathia herausgeben, die mehreren homöopathischen Ärzten und ihm selbst als Forum diente, die Homöopathie bekannt zu machen. Ab 1956 führte er regelmäßig Seminare und Kurse durch, die in Freiburg i. B. begannen. Sein 1955 erschienenes Buch Heilkunst in neuer Sicht (s. unten) wurde zu einem Markstein in der Geschichte der klassischen Homöopathie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werke ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heilkunst in neuer Sicht: ein Praxisbuch, Ulm, 1955, 269 S.&amp;lt;br/&amp;gt; Das ABC der Gesundheit, Ulm 1957, 87 S.&amp;lt;br/&amp;gt; Die korrekte homöopathische Behandlung in der täglichen Praxis: mit Repertorium; aus dem Französ. übertr. von H. Friz, Ulm 1958, 100 S. Magen-, Leber- und Galle-Erkrankungen, Ulm 1963, 228 S.&amp;lt;br/&amp;gt; Medizin auf Wegen und Irrwegen: mein langes Leben als Arzt, Zürich 1973, 394 S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeitschrift für Klassische Homöopathie (R. Römer) 37, 1993, S. 81.&amp;lt;br/&amp;gt; Allgemeine Homöopathische Zeitung (K. Schwabe) 238,1993, S. 121/122.&amp;lt;br/&amp;gt; Zum 90. Geburtstage von Dr. Adolf Voegeli: Zeitschrift für Klassische Homöopathie (lt Römer) 32, 1988, S. 217-222.&amp;lt;br/&amp;gt; Allgemeine Homöopathische Zeitung (E. Schmeer) 233, 1988, S. 249/250.&amp;lt;br/&amp;gt; Zum 80. Geburtstag von Dr. med. Adolf Voegeli (R. Römer), Zeitschrift für Klassische Homöopathie 23, 1979, S. 34/35.&amp;lt;br/&amp;gt; Adolf Voegeli wird 75 Jahre alt (J. Zinke), Zeitschrift für Klassische Homöopathie 17, 1973, S. 242-244.&amp;lt;br/&amp;gt; Dr. med. Adolf Voegeli 65 Jahre alt, Zeitschrift für Klassische Homöopathie 7, 1963, S. 282-284.&amp;lt;br/&amp;gt; Dinges, M. (Hrsg); Weltgeschichte der Homöopathie; München: C. H. Beck; 1996; S. 111 f.&amp;lt;br/&amp;gt; Erlach, A.; Die Geschichte der Homöopathie in der Schweiz von 1827 – 1971 [Diss. med.]; Zürich: Univ.; 2004, S. 362-365.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Quelle ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fritz D. Schroers: Lexikon deutschsprachiger Homöopathen; Karl F. Haug Verlag; Stuttgart; 2006&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt; &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
	</entry>
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		<id>https://www.freewiki.eu/de/index.php?title=Johannes_Ernst_Stapf&amp;diff=1171</id>
		<title>Johannes Ernst Stapf</title>
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		<updated>2018-12-03T06:48:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
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&amp;amp;nbsp;* 9.9.1788 Naumburg, 10.7.1860 Kösen bei Naumburg&amp;lt;br/&amp;gt; Studienort: Leipzig&amp;lt;br/&amp;gt; Dr., Diss. med. Univ. Leipzig 1810, De antagonismo organico meletemata, 36 S.&amp;lt;br/&amp;gt; Mitherausgeber des Archivs für homöopathische Heilkunst seit 1822. Verleihung des Titels eines Sächsischen Medizinalrates. Leibarzt des Herzogs von Meiningen. Wurde 1832 erster Präsident des 1831 gegründeten Centralvereins. Ritter des Sachsen-Ernestinischen Hausordens. Behandelte 1835 die Königin Adelheid von England, die er am Meininger Hof kennengelernt hatte. Ließ sich 1811 in Naumburg als Arzt nieder. Unzufrieden mit der damaligen Medizin las er 1812 Samuel Hahnemanns Organon und trat bald brieflich mit ihm in Verbindung. War einer der ersten Schüler und ein vertrauter Freund S. Hahnemanns. Eifriger Verteidiger der „reinen” Lehre Hahnemanns. Es bestand aber auch eine enge Freundschaft zu C. Hering. War ein fleißiger Arzneimittelprüfer und prüfte 32 Mittel an sich selbst. Gründete 1822 zusammen mit M. Müller und G. Groß die erste periodisch erscheinende homöopathische Zeitschrift, das Archiv für die homöopathische Heilkunde, die er bis 1836 leitete und die bis 1846 erschien. Rein wissenschaftliche Artikel sind meistens mit seinem Namen, polemische jedoch mit „Philalethes” (Wahrheitsfreund) gezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werke ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ueber die vorzueglichsten Fehler im Verhalten der Schwangern, Wöchnerinnen und Säugenden: so wie in der Behandlung der Kinder im ersten Lebensjahre; mit beständiger Berücksichtigung dessen, was die Natur in diesen wichtigen Perioden gebietet; zur Belehrung für denkende Eltern und Kinderfrauen / von einem practischen Arzte, Berlin 1818, VI, 121 S.&amp;lt;br/&amp;gt; Anweisung zu einer naturgemäßen Lebensordnung sowohl für Kranke, die gesund werden, als für Gesunde, die gesund bleiben wollen: ein zweckmäßiger Auszug aus der Diätetik der berühmtesten Aerzte der Neuzeit, Prag 1824, 53 S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leipziger Popouläre Zeitung für Homöopathie (G. Puhlmann) 27,1896, S. 27/28.&amp;lt;br/&amp;gt; Biographische Plaudereien (in denen neben anderen auch Stapf vorkommt, A. Lorbacher), Allgemeine Homöopathische Zeitung 121, 1882, S. 69/70.&amp;lt;br/&amp;gt; Ernst Stapf zum Gedächtnis (R. Tischner), Allgemeine Homöopathische Zeitung 186, 1938, S. 382.&amp;lt;br/&amp;gt; Callisen ACP; Medicinisches Schriftsteller-Lexicon; 33 Bände; Copenhagen: Niewkoop-de Graaf; 1830-1844, Bd. 18, S. 305-308; Bd. 32, S. 413/414.&amp;lt;br/&amp;gt; Haehl, R.; Samuel Hahnemann, Sein Leben und Schaffen; 2 Bände; Leipzig: Willmar Schwabe; 1922; Bd. 1, S. 134 f., 149, 166 f., 203, 204, 208, 215, 225, 232, 402, 414, 421 f., 435, 454; Bd. 2, S. 104 f., 110, 114, 116, 140, 146 f., 165, 181, 196, 237, 279, 281, 297, 299, 389, 504. Tischner, R.; Gesc (1879 – hichte der Homöopathie; Wien: Springer-Verlag; 1998; S. 58, 268, 292, 311, 386, 412 f., 423, 428, 469, 473, 495, 561, 578, 587, 596, 602, 646, 736, 800.&amp;lt;br/&amp;gt; Hirsch, A.; Biographisches Lexikon der hervorragenden Ärzte aller Zeiten und Völker. (Hrsg. mit E. Gurlt) 6 Bände, Urban &amp;amp; Schwarzenberg, Wien und Leipzig 1884 bis 1888 (unveränderter Neudruck Mansfield o. J.; 2. Auflage, durchgesehen und ergänzt von Wilhelm Haberling, Franz Hübotter und Hermann Vierordt. 5 Bände und Ergänzungsband, Berlin und Wien 1929–1935; unveränderte Auflage München 1962, Bd. 5, S. 391/392.&amp;lt;br/&amp;gt; Dinges, M. (Hrsg); Weltgeschichte der Homöopathie; München: C. H. Beck; 1996; S. 30, 33.&amp;lt;br/&amp;gt; Eppenich, H.; Geschichte der deutschen homöopathischen Krankenhäuser. Von den Anfängen bis zum Ende des Ersten Weltkrieges; Heidelberg: Haug; 1995; S. 37, 40, 43, 73, 74, 310, 320, 346.&amp;lt;br/&amp;gt; Lucae, C.; Homöopathie an deutschsprachigen Universitäten; Heidelberg: Haug; 1998; S. 14, 176.&amp;lt;br/&amp;gt; Schreiber, K.; Samuel Hahnemann in Leipzig. Die Entwicklung der Homöopathie zwischen 1811 und 1821: Förderer, Gegner und Patienten; Stuttgart: Haug; 2002; S. 40.&amp;lt;br/&amp;gt; Deutsche Biographische Enzyklopädie, Bd. 9, S. 448.&amp;lt;br/&amp;gt; Meyer, V.; Homöopathischer Führer für Deutschland und das Ausland; Leipzig: Reclam; 1856, S. 25, 45.&amp;lt;br/&amp;gt; Jütte, R.; , Samuel Hahnemann, Begründer der Homöopathie; München: DTV; 2005; S. 108 f., 114,117 f., 144, 147, 169, 185, 199, 225. Krannich, E.; Die milde Macht ist groß. Aus dem Leben und Werk des Homöopathen Constantin Hering; Grimma: Edition Krannich; 2005; S. 21 f., 45 f., 78 f., 81, 84, 94, 98 f., 109, 132, 140, 178, 298.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Quelle ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fritz D. Schroers: Lexikon deutschsprachiger Homöopathen; Karl F. Haug Verlag; Stuttgart; 2006&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt; &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
	</entry>
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		<id>https://www.freewiki.eu/de/index.php?title=Wilhelm_Heinrich_Sch%C3%BC%C3%9Fler&amp;diff=1170</id>
		<title>Wilhelm Heinrich Schüßler</title>
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		<updated>2018-12-03T05:37:29Z</updated>

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&amp;amp;nbsp;* 21.8.1821 Zwischenahn bei Oldenburg, t 30.3.1898 Oldenburg&amp;lt;br/&amp;gt; Studienorte: Berlin, Prag, Paris, Gießen&amp;lt;br/&amp;gt; Dr. med. (ohne Promotion)&amp;lt;br/&amp;gt; Wandte sich zunächst der Homöopathie zu, löste sich dann aber immer mehr von ihr. Begründete 1875 die biochemische Heilmethode. Diese Methode geht von dem Gedanken aus, dass die Blutsalze nicht allein Nutritions-, sondern auch Funktionsmittel für den Organismus sind, und wie eine Störung in den quantitativen Verhältnissen derselben ein Krankwerden der Zellen und Organe bedinge, so vermöchten diese Stoffe auch, in den Körper einverleibt, die entstandenen Defekte auszugleichen und zu Heilmitteln zu werden. Die Gegner dieser Theorie beanstanden die ungenügende Begründung der Indikationen für die einzelnen Blutsalze. Allerdings ist seine Biochemie nicht ohne Einfluss auf die Homöopathie geblieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werke ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine abgekürzte Therapie: gegründet auf Histologie und Cellular-Pathologie, Oldenburg 1874, 16 S.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Heilung der Diphtheritis auf biochemischem Wege: ein Wort an gebildete Laien, Oldenburg 1879, 15 S.&amp;lt;br/&amp;gt; Allopathie, Biochemie und Homöopathie, Oldenburg 1887, 23 S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Homöopathische Zeitung (S. Mossa) 137, 1898, S. 13/14.&amp;lt;br/&amp;gt; Leipziger Populäre Zeitung für Homöopathie 29, 1898, S. 89/90.&amp;lt;br/&amp;gt; Tischner, R.; Geschichte der Homöopathie; Wien: Springer-Verlag; 1998; S. 662.&amp;lt;br/&amp;gt; Winter, York: Die Biochemie des Oldenburger Arztes Wilhelm Heinrich Schüßler (1821-1898), Diss. med., Göttingen 1970, 109 S.&amp;lt;br/&amp;gt; Dr. Schüßler und seine Biochemie (Günther Lindemann), Rathgeber aus der Apotheke 51, 1975, S. 67, 83, 99, 115, 131, 147.&amp;lt;br/&amp;gt; Lindemann, Günther: Dr. med. Wilhelm Heinrich Schüßler: sein Leben und Werk, Oldenburg 1992, 127 S.&amp;lt;br/&amp;gt; Gefken, Gisela: Dr. med. Wilhelm Heinrich Schüßler: ein Literaturverzeichnis, Oldenburg 1998, IX, 232 S.&amp;lt;br/&amp;gt; Deutsche Biographische Enzylopädie, Bd. 9, S. 174.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Quelle ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fritz D. Schroers: Lexikon deutschsprachiger Homöopathen; Karl F. Haug Verlag; Stuttgart; 2006&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt; &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.freewiki.eu/de/index.php?title=Willmar_Schwabe&amp;diff=1169</id>
		<title>Willmar Schwabe</title>
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		<updated>2018-12-03T05:33:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
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&amp;amp;nbsp;* 31.10.1878 Leipzig, t 12.10.1935 Leipzig&amp;lt;br/&amp;gt; Studienorte: Jena, Marburg&amp;lt;br/&amp;gt; Dr. rer. nat. Hofrat.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Allgemeine Homöopathische Zeitung erschien von 1909 bis 1939 im Verlag von Dr. Willmar Schwabe. Trat 1908 in die Firma seines Vaters ein und übernahm nach dessen Tod 1917 deren Leitung. Schuf 1926 neue große Werksanlagen in Leipzig-Paunsdorf. Schwabe diente dem wissenschaftlichen Ausbau der Homöopathie und half mit, die Lehre Hahnemanns zu verbreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werke ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kleiner illustrierter Haustierarzt; die innerlichen und äußerlichen Krankheiten der Pferde, Rinder, Schafe, Ziegen, Schweine, Hunde, Katzen und des Federviehes, die Verhütung und Behandlung derselben nach den Grundsätzen der homöopathischen Heilmethode, bearb. von anerkannt tüchtigen homöopathischen Tierärzten im Verein mit erfahrenen Landwirten, 9. Aufl., Leipzig 1913, 400 S. mit 43 Abb.&amp;lt;br/&amp;gt; Dr. Willmar Schwabe’s Homöopathisches Arzneibuch: Aufzählung und Beschreibung der homöopathischen Arzneimittel nebst Vorschrift für ihre Bereitung, Prüfung und Wertbestimmung, 2. Aufl., Leipzig 1924, 410 S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Homöopathische Zeitung 183, 1935, S. 253.&amp;lt;br/&amp;gt; Hofrat Dr. Willmar Schwabe gestorben (Neugebauer), Allgemeine Homöopathische Zeitung 183, 1935, S. 462-465.&amp;lt;br/&amp;gt; Ein Leben im Dienste der Homöopathie: Gedenkschrift zum 100. Geburtstag des Gründers der Firma Dr. Willmar Schwabe, Leipzig 1839-1939; Leipzig 1939, 30 S.&amp;lt;br/&amp;gt; Michalak, M., Das homöopathische Arzneimittel, von den Anfängen zur industriellen Fertigung; Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft; 1991; S. 75, 86, 102, 103, 104, 106, 107, 108, 110, 111, 112, 114, 116, 117, 119, 120, 121, 123, 124, 125, 126, 127, 128, 129, 130, 131, 132, 133, 165, 168.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Quelle ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fritz D. Schroers: Lexikon deutschsprachiger Homöopathen; Karl F. Haug Verlag; Stuttgart; 2006&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt; &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.freewiki.eu/de/index.php?title=Arthur_Lutze&amp;diff=1168</id>
		<title>Arthur Lutze</title>
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		<updated>2018-12-02T22:14:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
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&amp;amp;nbsp;*1.6.1813 Berlin, t 11.4.1870 Köthen&amp;lt;br/&amp;gt; Studienort: Jena&amp;lt;br/&amp;gt; Dr., Diss. med. Univ. Jena 1850, De cataractae extractione, 28 S.&amp;lt;br/&amp;gt; 1860 Ernennung zum Sanitätsrat durch den Herzog von Sachsen-Meiningen. In Anerkennung seiner ärztlichen Tätigkeit beim dortigen Hofe erfolgte 1869 Verleihung des Ritterkreuzes der Wendischen Krone durch den Großherzog von Mecklenburg-Strelitz. Vater von E. A. und K. A. Lutze. War ursprünglich Postsekretär (1831-1840). Erfuhr zufällig von der Homöopathie und machte sich mit S. Hahnemanns Schriften vertraut. Friedrich Wilhelm IV. gestattete ihm 1844 die Praxis in Potsdam, doch geriet er bald in Konflikt mit den Polizei- und Medizinalbehörden, weil er das vorgeschriebene Examen verweigerte. Die frühere Genehmigung wurde ihm entzogen. Er legte sein Amt nieder und und zog nach Köthen. Von Herzog Heinrich und der Anhaltischen Regierung gefördert, erhielt er durch herzoglichen Erlass die Erlaubnis zur Ausübung der ärztlichen Tätigkeit und zum Selbstdispensieren. Gründete in Köthen eine Heilanstalt, die großen Zulauf hatte. 1850 promovierte er nachträglich in Jena. War bei den Patienten beliebt, wurde dagegen von den homöopathischen Ärzten abgelehnt. Herausgeber der Fliegenden Blätter für Stadt und Land über Homöopathie: genannt „Hahnemannia”, die seit 1862 erschienen. War auch dichterisch tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werke ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hahnemann’s Todtenfeier: allgemein verständliche Entwicklung des Wesens der Homöopathie, sowie der Haupt-Irrthümer, Vorurtheile und Mißbräuche der Allöopathie; ein öffentlicher Vortrag nebst Disputation in Berlin, 7., verm. Aufl., Cöthen 1850, VIII, 144 S.&amp;lt;br/&amp;gt; Charakteristische Symptome der Haupt-Arzneimittel aus der homöopathischen Praxis, Leipzig 1851, 107 S.&amp;lt;br/&amp;gt; Lehrbuch der Homöopathie, Cöthen 1860, XCVI, 656 S. mit Anh. Repertorium, 230 S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Populäre Homöopathische Zeitung 16,1870, S. 43-46.&amp;lt;br/&amp;gt; Leipziger Populäre Zeitung für Homöopathie 1,1870, S. 23/24.&amp;lt;br/&amp;gt; Haehl, R., Samuel Hahnemann, Sein Leben und Schaffen; 2 Bände; Leipzig: Willmar Schwabe; 1922; Bd. 1, S. 10, 95, 141, 170, 382, 403 f.; Bd. 2, S. 88 f., 130, 155.&amp;lt;br/&amp;gt; Tischner, R., Geschichte der Homöopathie; Wien: Springer-Verlag; 1998; S. 27, 500, 624 f., 629, 665.&amp;lt;br/&amp;gt; Dinges, M. (Hrsg); Weltgeschichte der Homöopathie; München: C. H. Beck; 1996; S. 120. 389.&amp;lt;br/&amp;gt; Eppenich, H.; Geschichte der deutschen homöopathischen Krankenhäuser; Von den Anfängen bis zum Ende der Ersten Weltkrieges; Heidelberg: Haug; 1995; S. 120-123, 126-140, 142, 146, 148-151, 153, 167, 170, 215, 217, 220, 223, 337-342, 348-350, 354-358, 360, 382. Meyer, V.; Homöopathischer Führer für Deutschland und das Ausland; Leipzig: Reclam; 1856; S. 16, 37.&amp;lt;br/&amp;gt; Villers, A.; Internationales homöopathisches Jahrbuch; Band I; Leipzig: Ernst Heitmann; 1891; Band II; Dresden: Verlag Expedition des homöopathischen Archives; 1894; Bd. 1, Teil 2, S. 4.&amp;lt;br/&amp;gt; Jütte, R.; Samuel Hahnemann, Begründer dern Homöopathie; München: DTV; 2005; S. 23, 141, 253.&amp;lt;br/&amp;gt; Streuber, Ingrid: Ein Macher: Arthur Lutze (1813-1870), in: Dinges M (Hrsg.): Homöopathie, S. 160-184.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Quelle ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fritz D. Schroers: Lexikon deutschsprachiger Homöopathen; Karl F. Haug Verlag; Stuttgart; 2006&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt; &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
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		<id>https://www.freewiki.eu/de/index.php?title=Jost_K%C3%BCnzli_von_Fimmelsberg&amp;diff=1167</id>
		<title>Jost Künzli von Fimmelsberg</title>
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		<updated>2018-12-02T21:40:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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&amp;lt;div class=&amp;quot;spPostContentSection&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;div class=&amp;quot;spPostContent&amp;quot; id=&amp;quot;spPostIndexContent10133&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;* 10.10.1915 St. Gallen, t 5.4.1992 St. Gallen&amp;lt;br/&amp;gt; Studienorte: Zürich, Bern, Kiel, Paris&amp;lt;br/&amp;gt; Dr., Diss. med. Univ. Zürich 1943, Über Periarteriitis nodosa vermutlich tuberkulöser Ätiologie, 24 S.&amp;lt;br/&amp;gt; 1957-1973 Mitherausgeber der Zeitschrift für Klassische Homöopathie. Seit 1971 Lehrtätigkeit in Frankfurt/Main. 1973-1986 jährliche Kurse in Spiekeroog. 1977 (zumindest bis 1989) homöopathische Vorlesungen in Drei-Jahres-Zyklen an der Universität Zürich. Homöopathischer Arzt in der dritten Generation in St. Gallen. Enkel von J. T. Künzli. Gilt als ein bedeutender Homöopath der neuen Zeit. Sein Name bleibt eng verbunden mit der Entwicklung der Homöopathie im deutschsprachigen Raum. Von 1941 bis 1945 Tätigkeit im Inselspital in Bern, zuletzt als Oberarzt. Bei P. Schmidt, zu dem er 1946 kam, lernte er die durch Kent geprägte Homöopathie kennen und half ihm bei der Übersetzung der deutschen Texte für Schmidts Übersetzungen von Hahnemanns Organon ins Französische. Ließ sich 1947 in St. Gallen nieder. Unterrichtete viel, so z. B. in St. Gallen, später in Frankfurt sowie in den 1970er und 1980er Jahren auf der Insel Spiekeroog, wo von 1973 bis 1986 jährliche Kurse für Homöopathie stattfanden. Zu seinen Schülern in Deutschland zählten z. B. M. Barthelt, 0. Eichelberger, K.-H. Gypser, C. Just und M. v. Ungern-Sternberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werke ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kent, James Tylor: Zur Theorie der Homöopathie; übers. von J. Künzli von Fimmelsberg, Leer um 1973, 332 S.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Heilkunst Hahnemanns, Hausmitteilungen des homöop. Zentraloff., Basel, Febr. 1949.&amp;lt;br/&amp;gt; Hahnemanns Psoratheorie, anhand der Entwicklung einer chronischen Krankheit illustriert,&amp;amp;nbsp;Zeitschrift für Klassische Homöopathie 8, 1964, 5.195-204.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Säulen der Homöopathie, Deutsches Journal für Homöopathie 1, 1982, S. 4-8, 51-55.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dr. Jost Künzli von Fimmelsberg (D. Spinedi),&amp;amp;nbsp;Deutsches Journal für Homöopathie 11,1992, H.1, S. 46.&amp;lt;br/&amp;gt; Zum Gedenken an Dr. med. Jost Künzli von Fimmelsberg (K.-H. Gypser), Zeitschrift für Klassische Homöopathie 36, 1992, S. 124.&amp;lt;br/&amp;gt; Abschied von Jost Künzli (M. v. Ungern-Sternberg), Allgemeine Homöopathische Zeitung&amp;amp;nbsp;237, 1992, 5.166/167.&amp;lt;br/&amp;gt; Laudatio zum 75. Geburtstag von Dr. med. Jost Künzli von Fimmelsberg (K.-H. Gypser),&amp;amp;nbsp;Zeitschrift für Klassische Homöopathie 34, 1990, S. 215/216.&amp;lt;br/&amp;gt; Schulen der Homöopathie – Künzli,&amp;amp;nbsp;Deutsches Journal für Homöopathie (C. Just) 10, 1991, S. 91-96, 168-192 (S. 190-192 Auflistung seiner Veröffentlichungen in Allgemeine Homöopathische Zeitung, Zeitschrift für Klassische Homöopathie,&amp;amp;nbsp;Deutsches Journal für Homöopathie u. weiterer Veröffentl. in verschiedenen Organen).&amp;lt;br/&amp;gt; Dinges, M., Weltgeschichte der Homöopathie; München: C. H. Beck; 1996, S. 94, 111 f., 114 f.&amp;lt;br/&amp;gt; Erlach, A.; Die Geschichte der Homöopathie in der Schweiz von 1827 – 1971 [Diss. Med.]; Zürich: Univ.; 2004, S. 240-245.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Quelle ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fritz D. Schroers: Lexikon deutschsprachiger Homöopathen; Karl F. Haug Verlag; Stuttgart; 2006&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt; &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
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		<title>Georg Heinrich Gottlieb Jahr</title>
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		<updated>2018-12-02T20:07:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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&amp;amp;nbsp;* 30.1.1800 Neudietendorf/Thüringen, t 11.7.1875 Brüssel&amp;lt;br/&amp;gt; Studienort: Bonn&amp;lt;br/&amp;gt; Dr. med. (Diss. nicht nachweisbar).&amp;lt;br/&amp;gt; Wurde zunächst Mitte der 1820er Jahre Lehrer an einer Schule in Düsseldorf. Befreundete sich dort mit dem als Leibarzt der Prinzessin von Preußen angestellten J. Aegidi, mit dem er sich später entzweite. Besuchte S. Hahnemann in Köthen, um dessen Werke zu studieren. Wurde ein Schüler Hahnemanns, doch dieser beklagte dessen Oberflächlichkeit. Dennoch empfahl Hahnemann ihn der Prinzessin von Preußen, die Aegidi entlassen hatte, wo er bis 1835 tätig war. Danach studierte er in Bonn Medizin. Auch hier war sein Aufenthalt nur kurz. Wurde Leibarzt eines reichen Engländers in Südfrankreich. Anschließend ließ er sich in Paris nieder, wo er ohne erneute Prüfung praktizieren durfte. Hier schloss er sich wiederum eng an Hahnemann an. Gab von 1842 bis 1845 die Zeitschrift Annales de la médicine homéopathique und von 1861 bis 1865 das Blatt Le Bulletin de l’art de guérir heraus.&amp;lt;br/&amp;gt; Musste 1870 nach Ausbruch des deutsch-französischen Krieges Paris nach 35-jährigem Aufenthalt verlassen. Lebte dann in Lüttich, Gent und Brüssel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werke ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handbuch der Haupt-Anzeigen für die richtige Wahl der homöopathischen Heilmittel: oder: Sämmtliche zur Zeit näher gekannte homöopathischen Arzneien in ihren Haupt- und Eigenwirkungen; nach bisherigen Erfahrungen am Krankenbette, Düsseldorf 1834, XLVI, 478 S.&amp;lt;br/&amp;gt; Klinische Anweisungen zur homöopathischen Behandlung der Krankheiten, Taschenbuch der homöopathischen Therapie, Leipzig 1849, XXVIII, 542 S., nebst charakteristischen Skizzenbildern der wichtigsten homöopathischen Arzneimittel, 73 S.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Lehren und Grundsätze der gesammten theoretischen und praktischen homöopathischen Heilkunst: eine apologetisch-kritische Besprechung der Lehren Hahnemanns und seiner Schule, Stuttgart 1857, XX, 505 S.&amp;lt;br/&amp;gt; Die venerischen Krankheiten: ihre pathologische Natur, richtige Erkenntniss und homöopathische Behandlung; nach fremden und eigenen Beobachtungen, bearbeitet und mit kritischen Bemerkungen begleitet, Leipzig 1867, XLII, 449 S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Homöopathische Zeitung 91, 1875, S. 71/72.&amp;lt;br/&amp;gt; Leipziger Populäre Zeitschrift für Homöopathie 6, 1875, S. 138/139.&amp;lt;br/&amp;gt; Tischner, R.; Geschichte der Homöopathie; Wien: Springer-Verlag; 1998, S. 196, 499, 731.&amp;lt;br/&amp;gt; Haehl, R., Samuel Hahnemann, sein Leben und Schaffen; Leipzig: Willmar Schwabe; 1922 Bd. 1, S. 202/203, 218, 260, 262, 264, 444-446; Bd. 2, S. 166, 210, 221, 227 f., 323, 381, 385, 390, 391, 392 f., 500 f., 519.&amp;lt;br/&amp;gt; Callisen ACP; Medicinisches Schriftsteller-Lexicon; 33 Bände; Copenhagen: Niewkoop-de Graaf; 1830 – 1844; 29. Bd., S.135/136.&amp;lt;br/&amp;gt; Jütte, R.; , Samuel Hahnemann, Begründer der Homöpathie; München: DTV; 2005; S. 149, 221, 244.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Quelle ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fritz D. Schroers: Lexikon deutschsprachiger Homöopathen; Karl F. Haug Verlag; Stuttgart; 2006&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt; &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
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		<id>https://www.freewiki.eu/de/index.php?title=Karl_Julius_Aegidi&amp;diff=1165</id>
		<title>Karl Julius Aegidi</title>
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		<updated>2018-12-02T19:21:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt; &amp;lt;small&amp;gt;Für diesen Artikel wurden Auszüge benutzt aus: Fritz D. Schroers “Lexikon deutschsprachiger Homöopathen”, Herausgegeben vom Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung; Karl F. Haug Verlag, Stuttgart, lSBN 978-3-8304-7254-4.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Karl Julius Aegidi ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*14.5.1794 Kiauten/Litauen, t 11.5.1874 Freienwalde a. d. Oder &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Studienort: Berlin&amp;lt;br/&amp;gt; Dr., Diss. med. Univ. Berlin 1819, De ruptura perinaei, 43 S.&amp;lt;br/&amp;gt; Leibarzt der Prinzessin von Preußen in Düsseldorf (1831). Kgl. Preuss. Wirkl. Geheimer Sanitätsrat. Kronenorden III. Kl. (1865), Roter Adlerorden 3. Kl. mit der Schleife (1869). Zunächst Landarzt im Kreis Johannisburg, Ostpreußen.&amp;lt;br/&amp;gt; Später Distriktsarzt in Tilsit. Ließ sich 1846 in Berlin nieder. Zog wegen seiner angegriffenen Gesundheit nach Freienwalde. Wurde 1823 von S. Hahnemann nach mehrjährigem Schulterleiden geheilt (Archiv für die Homöopathische Heilkunst (Stapf) 1828, 7, H. 2, S. 77) und wandte sich danach der Homöopathie zu. War mit Hahnemann befreundet und stand im Briefwechsel mit ihm. Folgte auf Empfehlung Hahnemanns dem Ruf als Leibarzt der Prinzessin von Preußen. Zu seinen akademischen Lehrern gehörte u. a. C. W. Hufeland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werke ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mittheilungen über Homöopathie,&amp;amp;nbsp;Archiv für die Homöopathische Heilkunst (Stapf) 7,1828, H. 2, 5. 71-96; H. 3, S. 99-116.&amp;lt;br/&amp;gt; Lieber homöopathische Diät, Archiv für die Homöopathische Heilkunst (Stapf) 8,1829, H. 3, S. 49-61.&amp;lt;br/&amp;gt; Erwiederung auf einen bereits mehrfach gerügten Gegenstand, Allgemeine Homöopathische Zeitung 7, 1835, S.-30-32.&amp;lt;br/&amp;gt; Die drei Grundcharaktere von allgemeinen Gewebe- und Blutbeschaffenheiten, Allgemeine Homöopathische Zeitung 68, 1864, 5.-49/50. Posthum gedruckte Briefe, Zeitschrift des Berliner Vereins Homöopathischer Ärzte 30, 1911, S.-75-93, 153-157, 217-220.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Internationale Homöopathische Presse (A. Gerstel) 4, 1874, S. 368.&amp;lt;br/&amp;gt; Eine Jubelfeier, Allgemeine Homöopathische Zeitung 78, 1869, S. 119/120.&amp;lt;br/&amp;gt; Dankschreiben des Geheimrath Aegidi an den Centralverein, AHZ 78, 1869, S. 128.&amp;lt;br/&amp;gt; Vigoureux, Ralf: Karl Julius Aegidi, Leben und Werk des homöopathischen Arztes (mit Literaturverzeichnis seiner ungedruckten und gedruckten Werke), Heidelberg 2001, 220 S.&amp;lt;br/&amp;gt; Callisen ACP, Medicinisches Schriftsteller-Lexicon. 33 Bde., Copenhagen: Niewkoop-de Graaf; 1830 – 1844; , Bd. 1, S. 48/49; Bd. 26,&amp;lt;br/&amp;gt; S. 14.&amp;lt;br/&amp;gt; Hirsch, Bd. 1, S. 36/37.&amp;lt;br/&amp;gt; Haehl, R., Samuel Hahnemann, Sein Leben und Schaffen; 2 Bde., Leipzig: Willmar Schwabe; 1922, Bd. 1, S. 95, 128, 146, 185, 199, 215, 217, 426 f., 444; Bd. 2, S. 88 f., 218, 228, 272 f., 292, 414, 492, 501, 503, 522.&amp;lt;br/&amp;gt; Tischner, R., Geschichte der Homöopathie; Wien: Springer-Verl.; 1998, S. 420, 535, 559, 584, 625, 769.&amp;lt;br/&amp;gt; Eppenich, H., Geschichte der deutschen homöopathischen Krankenhäuser. Von den Anfängen bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. Heidelberg: Haug; 1995, S. 127, 128, 154-157, 311, 339, 348, 361.&amp;lt;br/&amp;gt; Dinges, M., Weltgeschichte der Homöopathie; München: C. H. Beck; 1996; S. 39 f., 53.&amp;lt;br/&amp;gt; Faltin, Die Geschichte der Homöopathie am Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhaus von 1940-1973; Stuttgart: Haug; 2002; S. 199.&amp;lt;br/&amp;gt; Meyer, V., Homöopathischer Führer für Deutschland und das Ausland; Leipzig: Reclam; 1856; S. 1.&amp;lt;br/&amp;gt; Villers, A.; Internationales Homöopathisches Jahrbuch, Bd. 1; Leipzig: Ernst Heitmann; 1891; S. 6.&amp;lt;br/&amp;gt; Jütte, R.; Samuel Hahnemann, Begründer der Homöopathie; München:DTV; 2005; S. 141, 183, 188 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quelle: Fritz D. Schroers: Lexikon deutschsprachiger Homöopathen; Karl F. Haug Verlag; Stuttgart; 2006&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
	</entry>
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		<id>https://www.freewiki.eu/de/index.php?title=Constantin_Hering&amp;diff=1164</id>
		<title>Constantin Hering</title>
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		<updated>2018-12-02T19:20:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Wikipedia1|Constantin_Hering|Constantin Hering|5.11.2018}}&lt;br /&gt;
 &amp;lt;small&amp;gt;Außerdem wurden Auszüge benutzt aus: Fritz D. Schroers “Lexikon deutschsprachiger Homöopathen”, Herausgegeben vom Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung; Karl F. Haug Verlag, Stuttgart, lSBN 978-3-8304-7254-4.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[File: Constantin Hering.jpg|thumb|right|Constantin Hering]]&lt;br /&gt;
'''Constantin Hering''' (* 1. Januar 1800 in Oschatz, Kurfürstentum Sachsen; † 23. Juli 1880 in Philadelphia, USA) war ein deutsch-US-amerikanischer Arzt. Er war eines von dreizehn Kindern seiner Eltern Carl Gottlieb Hering und Christiane Friderike und gilt als Begründer und einer der Pioniere der [[Homöopathie|Homöopathie]] in den USA.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werdegang ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Medizinstudium begann er in Leipzig, zunächst (1818) Studium der Mathematik und des Griechischen. Abbruch aus unbekannten Gründen. 1826 promovierte er in Würzburg in Medizin mit der Arbeit ''De Medicina futura'' (Die Medizin der Zukunft). Hering erhielt als Student den Auftrag, eine Abhandlung über den „Irrweg“ der Homöopathie zu verfassen. Dadurch 1821 Bekanntschaft mit der Homöopathie. Kontakt in Leipzig mit [[Samuel_Hahnemann|Hahnemann]] und Besuch seiner Vorlesungen. Nachdem er sich zwei Jahre lang mit der Materie auseinandergesetzt hatte, wurde er schließlich zum enthusiastischen Verfechter der Heilmethode. &lt;br /&gt;
&amp;lt;/br&amp;gt;1823 Assistent bei K. Hartlaub. Nach der Promotion Mathematiklehrer und Hausarzt am Blochmann-Erziehungs-Institut in Dresden. Nach dem Studium begann er zu reisen, schloss sich einer Expedition nach Südamerika an und hielt sich von 1827 bis 1833 in Suriname auf. Dort war er Leibarzt des Gouverneurs in Paramaribo, betreute ein Hospital und eine Leprakolonie und führte [[Arzneimittelprüfung|Arzneimittelprüfungen]] durch, am bekanntesten darunter die Prüfung des Giftes der Schlangenspezies ''Südamerikanischer Buschmeister'' (''Lachesis muta'', benannt nach der antiken Göttin Lachesis) (veröffentlicht in ''Stapf´s Archiv''). Nach einem kurzen Aufenthalt in der Heimat reiste er 1833 in die USA nach Philadelphia und blieb mit Unterbrechungen dort. &lt;br /&gt;
&amp;lt;/br&amp;gt;1835 Gründung der „Allentown Academy”, Fakultätsleitung Hering. Der Academy gehörten die deutschen Homöopathen C. Wesselhoeft , E. Freytag, J. Romig, H. Detwiler und A. Bauer an. Im gleichen Jahr Gründung der „North American Academy of Homoeopathic Medicine”, später umbenannt in „North American Academy of Homoeopathic Healing Art”. Hahnemann erbittet 1841/42 bei Hering für Melanie Hahnemann ein Doktor-Diplom der „Allentown-Academy”, was sie 1842 erhält. Er war beteiligt an der Gründung des ''American Institute of Homoeopathy'' (1844), des ''Homoeopathic Medical College of Pennsylvania'' (1848) und zusammen mit Williamson und Jeanes 1848 Gründung des noch heute bestehenden ''Hahnemann Medical College of Philadelphia'' (1867). Hier wirkte er bis 1869 als Professor der Arzneimittellehre. 1851 erstmaliges Erscheinen des Nordamerikanischen Homöopathischen Journals. 1871 Aufgabe der Funktionen als Leiter der Wissenschaftsbereiche für Materia medica und homöopathische Praxis am „Hahnemann-College”.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hering wird die Einführung der Schlangengifte und des Begriffs der „[[Nosode|Nosode]]“ in die [[Materia_medica|homöopathische Materia medica]] zugeschrieben. Außerdem ist er für viele weitere Neuerungen im Bereich der Homöopathie verantwortlich, wie z. B. die Beobachtung von Krankheits- bzw. Heilungsverläufen ([[Heringsche Regel]] oder Heringsches Gesetz genannt), die Einglasmethode, Potenzieren mit Wasser, das Verdünnungsverhältnis von 1:10, Prüfung neuer chemischer Verbindungen (z. B. Nitroglyzerin, in der Homöopathie ''Glonoinum'' genannt). 1845 beschrieb er zum ersten Mal die Testung von ''Acidum fluoricum'' (Flusssäure) in homöopathischer Verdünnung.&amp;lt;ref&amp;gt;C. Hering: ''Flußspatsäure (Acidum fluoricum).'' In: E. Stapf, G. W. Gross (Hrsg.): ''Archiv für die homöopathische Heilkunst.'' Band 22, Heft 1, 1845, S. 100–185.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Constantin Hering war der Vater von Rudolph Hering, dem Begründer der modernen Umwelttechnik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Heringsche Regel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Heringsche Regel''' ist ein Beurteilungskriterium für den Behandlungsverlauf, nach dem sich bei homöopathischer Behandlung die Symptome einer chronischen Krankheit von „oben nach unten“ und von „innen nach außen“, d.&amp;amp;nbsp;h. von „lebenswichtigeren zu den weniger lebenswichtigen Organen“, bessern sollen. Die Heringsche Regel wird vielfach zu den wichtigsten [[Homöopathie|homöopathischen]] Gesetzmäßigkeiten gezählt. Von manchen Homöopathen wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[Georgos_Vithoulkas|Georgos Vithoulkas]] oder [[James_Tyler_Kent|James Tyler Kent]] wird es auch als „Heringsches Gesetz“ bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmidt&amp;quot;&amp;gt;Josef M. Schmidt: ''Taschenatlas Homöopathie in Wort und Bild''. Karl F. Haug Fachbuchverlag, 2001, ISBN 3-8304-7089-4, S. 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ernst&amp;quot;&amp;gt;Maria-E. Lange-Ernst, Sebastian Ernst: ''Lexikon der Homöopathie''. Naumann und Göbel, 1997, ISBN 3-625-10621-3, S. 142.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veröffentlichungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*''The Homoeopathist or Domestic Physician''. Allentown 1835. &lt;br /&gt;
*''Wirkungen des Schlangengiftes / zum ärztlichen Gebrauche vergleichend zusammengestellt durch Constantin Hering''. Blumer, Allentaun (Pa.) 1837 [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:061:2-9991 Digitalisierte Ausgabe] der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf. &lt;br /&gt;
*''Materia Medica with a pathological Index''. New York 1873. &lt;br /&gt;
*''Analytical Therapeutics''. New York 1875. &lt;br /&gt;
*''Condensed Materia Medica''. New York 1877. &lt;br /&gt;
*''The Guiding Symptoms of Our Materia Medica''. Philadelphia 1879–1891. Volume 1-10.&lt;br /&gt;
*''Homöopathischer Hausarzt.'' 1828. (Nachdruck: 1998, ISBN 3-933581-09-5) &lt;br /&gt;
*''Constantin Hering's Homöopathischer Hausarzt&amp;amp;nbsp;: nach den besten homöopathischen Werken und eignen Erfahrungen bearbeitet mit einer Anweisung zur Lebensordnung und zum Berichterstatten und einem Arzneinachweiser.'' 17., durchgesehene und bereicherte Auflage. Frommann, Stuttgart 1893 ([http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:061:2-19979 Digitalisierte Ausgabe] der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf). &lt;br /&gt;
*Homöopathischer Hausarzt: ursprünglich für die deutschen Bürger der Vereinigten Staaten nach den besten vaterländischen Werken und eignen Erfahrungen bearbeitet, 1. Aufl., Jena 1835.&lt;br /&gt;
*Amerikanische Arzneiprüfungen: Vorarbeiten zur Arzneimittellehre als Naturwissenschaft, Leipzig/Heidelberg 1857, Teil 1, XI, 886 S.&lt;br /&gt;
*Der Schmerzensschrei aus allen Ecken: ein Volkslied mit homöopathischen Randzeichnungen von Constantin Hering, Sondershausen 1863, 49 S.&lt;br /&gt;
*Condensed materia medica, by C. Hering Comp. with the assistance of A. Korndoerfer and E. A. Farrington, New York 1877, XV, 870 S.&lt;br /&gt;
*Hering’s kurzgefasste Arzneimittellehre, 3. Ausg., revid., verm. und bestätigt durch E. A. Farrington; aus dem Engl. von Friedrich Gisevius, Berlin, Bd. 1, 1889, 567 S.; Bd. 2, 1893, 563 S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Klaus-Henning Gypser (Hrsg.): ''Herings medizinische Schriften.'' 3 Bände. Göttingen 1988 &lt;br /&gt;
*R. Schüppel: ''Constantin Hering (1800–1880): Ein Akademiker gründet Institutionen.'' In: Martin Dinges (Hrsg.): ''Homöopathie.'' Haug, Heidelberg 1996, ISBN 3-7760-1574-8, S. 296–317. &lt;br /&gt;
*E. Cleave: ''Cleave´s biographical cyclopaedia of Pennsylvania''. 1874. &lt;br /&gt;
*David Little: ''Hering, Idem and Homoeopathy''. 1998. &lt;br /&gt;
*Allgemeine Homöopathische Zeitung 101,1880, S. 64. &lt;br /&gt;
*Allgemeine Homöopathische Zeitung 101,1880, S. 70/71. &lt;br /&gt;
*Leipziger Populäre Zeitschrift für Homöopathie 11,1880, S. 113. &lt;br /&gt;
*Neue Zeitschrift fürHomöopathische Klinik 21, 1880, S. 93. &lt;br /&gt;
*Biographische Plaudereien (A. Lorbacher), Allgemeine Homöopathische Zeitung 121, 1890, S. 68-70. &lt;br /&gt;
*Haehl, R., Samuel Hahnemann, sein Leben und Schaffen. 2 Bde. Leipzig: Willmar Schwabe; 1922; Bd. 1, S. 215, 378, 379, 419, 465 ff.; Bd. 2, S. 141, 166, 296, 302, 360, 362 ff., 521 f. &lt;br /&gt;
*Tischner, R., Geschichte der Homöopathie. Wien: Springer-Ver.; 1998; S. 244, 388, 470, 472, 497 f., 518, 566, 583, 585, 589, 595 f., 601 f., 626, 632, 718, 723, 746 f., 783. &lt;br /&gt;
*Callisen, ACP: Medicinisches Schriftsteller-Lexicon. 33 Bde. Copenhagen: Niewkoop-de Graaf; 1830 – 1844; Bd. 28, S. 494/495. &lt;br /&gt;
*Lucae, C., Homöopathie an deutschsprachigen Universitäten. Heidelberg: Haug; 1998, S. 60, 167, 172, 206. &lt;br /&gt;
*Eppenich, H., Geschichte der deutschen homöopathischen Krankenhäuser. Von den Anfängen bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. Heidelberg: Haug; 1995;, S. 62, 157, 302, 314, 337, 383, 388. &lt;br /&gt;
*Winston, J., The Faces of Homoeopathy. An Illustrated Historyof the first 200 Years. Tawa/New Zealand: Great Auk. Publ.; 1999, S. 5, 18, 30-34, 59-72, 549. &lt;br /&gt;
*King WH: History of Homoeopathy and its Institutes in America; 4 Bde., New York/Chicago: Lewis Publ.; 1905; Bd. 1, S.111-161; Bd. 2, S. 37-141. &lt;br /&gt;
*Krannich, Egon: Die milde Macht ist groß, 312 S. &lt;br /&gt;
*Culture, Knowledge and Healing, S. 33, 75, 91, 104, 116, 141, 143, 152, 157, 158, 184, 222, 223, 226, 232, 237, 286. &lt;br /&gt;
*Dinges, M. (Hrsg.), Weltgeschichte der Homöopathie. München: C. H. Beck; 1996; S. 9, 269 f., 292, 307, 393, 398. &lt;br /&gt;
*Rogers, N., An Alternative Path. The Making and Remaking of Hahnemann Medical College and Hospital of Philadelphia. New Brunswick, New Jersey, London: Rutgers Univ. Pr.; 1998; S. 4, 13, 15-20, 24, 43, 44, 45, 53, 55, 77, 91, 92, 101, 198, 272-275, 279. &lt;br /&gt;
*Jütte, R., Samuel Hahnemann, Begründer der Homöopathie. München: DTV; 2005; S. 179, 248. &lt;br /&gt;
*Fritz D. Schroers: Lexikon deutschsprachiger Homöopathen; Karl F. Haug Verlag; Stuttgart; 2006&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[http://www.homeoint.org/books3/kentwrit/hering03.jpg Foto von Hering] &lt;br /&gt;
*[http://homeoint.org/biograph/heringde.htm Eine Biografie von Constantin Hering] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
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		<title>Clemens Maria Franz von Bönninghausen</title>
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		<updated>2018-12-02T17:06:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File: 330px-Clemensmariafranciscusvonbönninghausen.png|thumb|Clemens von Bönninghausen]]&lt;br /&gt;
'''Clemens Maria Franz Freiherr von Bönninghausen''' (* 12. März 1785 auf Gut Herinckhave bei Tubbergen, Provinz Overijssel, Niederlande; † 25. Januar 1864 in Münster/Westfalen) war ein [[Homöopathie|Homöopath]], Botaniker und höherer preußischer Verwaltungsbeamter. '''Clemens M.F.von Bönninghausen''' war derjenige Schüler, von dem [[Samuel_Hahnemann|Hahnemann]] – neben seiner Frau [[Melanie_Hahnemann|Melanie]] – am meisten hielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bönninghausen erarbeitete eines der ersten homöopathischen [[Repertorium|Repertorien]] und gab eine Reihe anderer Schriften heraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch für seinen homöopathischen Stil ist, sich überwiegend an den [[Modalität|Modalitäten]] und Allgemeinsymptomen zu orientieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia1|Clemens_von_Bönninghausen|Clemens von Bönninghausen|1.11.18}}&lt;br /&gt;
 &amp;lt;small&amp;gt;Außerdem wurden Auszüge benutzt aus: Fritz D. Schroers “Lexikon deutschsprachiger Homöopathen”, Herausgegeben vom Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung; Karl F. Haug Verlag, Stuttgart, lSBN 978-3-8304-7254-4.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Wirken ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bönninghausen''' besuchte das Gymnasium Paulinum in Münster und studierte dann in Groningen Rechtswissenschaften. Sein Studium schloss er mit der Promotion über das niederländische Jagdrecht ab. (Dr., Diss. jur. Univ. Groningen 1806, De jure venandi.) Nach dem Jurastudium zunächst Advokat am Provinzialgericht in Deventer und Eröffnung einer eigenen Kanzlei. Begleitete seinen Vater an den Hof des damaligen Königs von Holland, Louis Napoleon. War bis 1810 u. a. Auditeur beim Staatsrat und Privatbibliothekar des Königs. 1811 kurzfristig Präsident des Arrondissements-Rats in Almelo. Zog 1813 nach Darup bei Coesfeld, wo er 1816 die Funktion des landrätlichen Kommissars für den Kreis Coesfeld inne hatte. 1826 Umzug nach Münster. Wurde im gleichen Jahr Direktor des botanischen Gartens. Im Frühjahr 1814 Übernahme seines väterlichen Erbteils, des Landgutes Haus Darup zu Darup in Westfalen, wo er seine Passion für die Fragen der Landwirtschaft, vor allem für die Flora und Fauna entdeckte. Über Jahre hinweg war er zudem Direktor des Botanischen Gartens in Münster und Dozent an der dortigen Akademischen Lehranstalt, der späteren Westfälischen Wilhelms-Universität. 1816 berief ihn der preußische König Friedrich-Wilhelm III. zum ersten Landrat des Kreises Coesfeld. Die Kreisverwaltung richtete er auf seinem Landsitz in Darup ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 4. Oktober 1813 heiratete er auf Schloss Ahausen Freiin Sophia Franziska von Schade zu Ahausen (*&amp;amp;nbsp;1787, †&amp;amp;nbsp;1820). Aus dieser Ehe stammte der Sohn Clemens Ludwig Bernhard. Aus der am 19. November 1822 in Coesfeld geschlossenen Ehe mit Maria Amalia Christina von Hamm gingen neun Kinder hervor. Sohn August von Bönninghausen war der dritte Landrat des Kreises Coesfeld. Sohn Julius von Bönninghausen war Mitglied des Reichstags. Sohn Karl von Bönninghausen heiratete 1857 Sophie Hahnemann, die Adoptivtochter [[Melanie_Hahnemann|Melanie Hahnemanns]], die zweite Ehefrau seines verstorbenen Kollegen und Lehrers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Grab auf dem alten Hörsterfriedhof in Münster fiel den Bombenangriffen des Zweiten Weltkrieges zum Opfer. Heute erinnert an dieser Stelle eine Sandsteinstele mit dem Bildnis des Barons an den Gelehrten. An seinem alten Wirkungsort in Darup ist seit 1996 nach ihm die ''Von-Bönninghausen-Straße'' benannt. 2014 wurde in Darup ihm zu Ehren ein Denkmal mit seiner Büste eingeweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Homöopathie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Heilung von der Schwindsucht 1828 durch A. Weihe (Großvater von A. Weihe jun.) begann sein Interesse an der [[Homöopathie]]. Briefkontakt mit [[Samuel Hahnemann]]. Ab 1830 therapierte er selbst homöopathisch und behandelte zunächst ohne offizielle Legitimation und gehörte zu den Wegbereitern dieser jungen medizinischen Richtung.. Führte bis Ende 1836 als Katasterkommissar nebenbei eine homöopathische Praxis. 1843 genehmigte Friedrich Wilhelm I. von Preußen offiziell seine Tätigkeit als Homöopath. Gründete 1848 die „Versammlung homöopathischer Ärzte Rheinlands und Westphalens”. Zu seinen berühmten Patienten zählten u. a. Kaiserin Eugénie von Frankreich und die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. Führte als einer der ersten Homöopathen auch Tierheilungen durch. Auch leitete er die staatliche Expertenkommission zur Untersuchung der Stigmatisation der Nonne ''Anna Katharina Emmerick''.&lt;br /&gt;
In zahlreichen Veröffentlichungen legte er seine Erfahrungen und Erkenntnisse aus seiner umfangreichen Praxis nieder, die er in Darup und Münster unterhielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ehrungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Ehrungen, darunter u. a. Ehrenmitgliedschaft der homöopathischen Gesellschaften von London, Madrid, Palermo, Paris, Pennsylvania und Rio de Janeiro. Verleihung des Dr. med. h. c. (Cleveland 1854). Ernennung zum Ritter der Ehrenlegion am 20.4.1861 durch Kaiser Napoleon III.&lt;br /&gt;
Ihm zu Ehren wurde die Gattung ''Boenninghausenia'' der Pflanzenfamilie der Rautengewächse (Rutaceae) benannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*''Systematisch-alphabetisches Repertorium der homöopathischen Arzneien.'' - Münster&amp;amp;nbsp;: Coppenrath, 1833. [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:061:2-23952 Digitalisierte Ausgabe] der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf. Band [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:061:2-21698 1] und [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:061:2-19294 2] &lt;br /&gt;
*''Beiträge zur Kenntnis der Eigentümlichkeiten aller bisher vollständiger geprüften homeopathischen Arzneien, in Betreff Erhöhung oder Linderung ihrer Beschwerden nach Tageszeit und Umständen und der von ihnen erregten Gemüthsbeschaffenheiten''. - Münster&amp;amp;nbsp;: Coppenrath, 1833. [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:061:2-21388 Digitalisierte Ausgabe] der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf. &lt;br /&gt;
*Therapeutisches Taschenbuch für homöopathische Ärzte, zum Gebrauche am Krankenbette und beim Studium der reinen Arzneimittellehre, Münster 1846, 506 S.&lt;br /&gt;
*Aphorismen des Hippokrates. Nebst den Glossen eines Homöopathen, Leipzig 1863, 640 S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Martin Stahl: ''Der Briefwechsel zwischen Samuel Hahnemann und Clemens von Bönninghausen.'' (Medizinische Dissertation, Göttingen 1995), Heidelberg 1997 (= Quellen und Studien zur Homöopathiegeschichte, 3) &lt;br /&gt;
*Christian Schulze Pellengahr: ''Clemens von Bönninghausen: Jurist, Botaniker und Homöopath.'' In: ''Jahrbuch Westfalen 2015.'' Münster 2014, S. 238–244. &lt;br /&gt;
*Allgemeine Homöopathische Zeitung, 68,1864, S. 56. Den Manen unseres Bönninghausen, &lt;br /&gt;
*Allgemeine Homöopathische Zeitung, (V. Meyer) 68, 1864, S. 89-95. &lt;br /&gt;
*Leipziger Populäre Zeitschrift für Homöopathie, (A. Nebel) 40, 1909, S. 109/110. &lt;br /&gt;
*Haehl, R., Samuel Hahnemann, Sein Leben und Schaffen. 2 Bde. Leipzig, Willmar Schwabe; 1922, Bd. 1, S. 95, 166, 180, 186, 197, 198, 199, 202, 215, 218, 238, 240, 246, 253, 255, 379 f., 402, 430 f.; Bd. 2, S. 88, 90, 165, 177, 256, 295, 466, 467, 468, 494 f. &lt;br /&gt;
*Tischner, R., Geschichte der Homöopathie. Wien: Springer-Verl.; 1998, S. 196, 198, 236, 301, 473, 499, 748. &lt;br /&gt;
*Dinges, M. (Hrsg.), Weltgeschichte der Homöopathie. München: C. H. Beck; 1996; S. 10, 23 f., 32, 59, 108, 156, 158, 166-169, 173. Eppenich, H., Geschichte der deutschen homöopathischen Krankenhäuser. Von den Anfängen bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. Heidelberg; 1995; S. 43, 120, 129, 222, 305, 308, 320, 339, 340, 347, 356, 362. Lucae, S. 14, 43, 123, 205. &lt;br /&gt;
*Deutsche Biografische Enzyklopädie. 10 Bde. München: Saur; 1999; Bd. 1, S. 631. &lt;br /&gt;
*Meyer, V., Homöopathischer Führer für Deutschland und das Ausland. Leipzig: Reclam; 1856; S. 3, 49. &lt;br /&gt;
*Villers, A., Internationales homöopathisches Jahrbuch. Bd.1, Leipzig: Ernst Heitmann: 1891. Bd.2, Dresden: Verlag Expedition des Homöopathischen Archives; 1894; Bd. 2, Bibl. S. 7, 39. &lt;br /&gt;
*Gypser, Klaus-Henning: „Generalregister zu den Werken Bönninghausens”, Heppenheim 1992, 52 S. &lt;br /&gt;
*Gypser, Klaus-Henning: Der „Genius der Arznei” bei Bönninghausen, ZKH 36, 1992, S. 221-223. &lt;br /&gt;
*Stahl, Martin: Der Briefwechsel zwischen Samuel Hahnemann und Clemens von Bönninghausen (mit Auflistung der ungedruckten und gedruckten Werke sowie Literatur), Heidelberg 1997, 319 S. &lt;br /&gt;
*Nachlass Bönninghausen im Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung. &lt;br /&gt;
*Jütte, R., Samuel Hahnemann, Begründer der Homöopathie. München: DTC; 2005; S. 101, 150ff., 156 f., 159 f., 166, 177, 182, 184, 190 f., 205, 217, 221, 223 f., 238f, 242 f., 250. &lt;br /&gt;
*Kottwitz, Friedrich: Clemens Maria Franz von Bönninghausen (1785-1864), Diss. med. Univ. Berlin 1983, 364 S. &lt;br /&gt;
*Fritz D. Schroers: Lexikon deutschsprachiger Homöopathen; Karl F. Haug Verlag; Stuttgart; 2006&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[http://www.boenninghausen.de/BonninghausenD/Das_Buch/Sein_Leben/sein_leben.html Das Leben von Clemens Maria Franz von Bönninghausen] &lt;br /&gt;
*[http://www.westfaelische-geschichte.de/per741 Online Biographie zu Clemens Maria Franz von Bönninghausen] &lt;br /&gt;
*[http://sammlungen.ulb.uni-muenster.de/hd/search?operation=searchRetrieve&amp;amp;query=bib.personalName=&amp;quot;Bönninghausen,%20Clemens%20Maria%20Franz%20von&amp;quot;%20sortBy%20dc.title/asc Digitalisierte Werke der UB Münster] &lt;br /&gt;
*[http://www.online-ofb.de/famreport.php?ofb=coesfeld&amp;amp;ID=I5027&amp;amp;nachname=VON+SCHADE-ZU-AHAUSEN&amp;amp;lang=de″Von Bönninghausen″, Ortsfamilienbuch Coesfeld]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
	</entry>
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		<id>https://www.freewiki.eu/de/index.php?title=Adolf_zur_Lippe-Biesterfeld-Wei%C3%9Fenfeld&amp;diff=1152</id>
		<title>Adolf zur Lippe-Biesterfeld-Weißenfeld</title>
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		<updated>2018-11-25T08:11:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lippe, Adolph, Graf zur Lippe Bisterfeld-Weissenfeld ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;*11.5.1812 in See bei Görlitz/Preußen (heute Sachsen), t 23.01.1888 in Philadelphia&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Studienort: Allentown-Academy, Dr. med.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gründungsmitglied bzw. Mitherausgeber der Fachzeitschriften ''Homoeopathic News'' (1854 - 1856), des Hahnemannian Monthly (1865 - 1868), des ''Organon ''(1878 - 1881) und des ''Homoeopathic Physician'' (1881).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lippe zählt zu den wichtigsten Vertretern der Homöopathie in den USA und war ein hervorragender Arzneimittelkenner. Während seines Jurastudiums in Berlin wurde er mit der Homöopathie bekannt und interessierte sich für ein Medizinstudium. Nach seiner Emigration nach Nordamerika (1837 oder 1839, in der Literatur ungeklärt) Medizinstudium an der &amp;quot;North American Academy of Homoeopathy&amp;quot; (besser bekannt als Allentown-Academy) unter der Leitung von C. Hering und W. Wesselhoeft. Von Pottsville, Schuylkill County (1841), zog er vermutlich 1842 nach Reading, und später nach Carlisle, wo er als erster homöopathischer Arzt ein bis zwei Jahre praktizierte. Danach ließ er sich in Philadelphia nieder, wo er 46 Jahre lang tätig war. 1867 kam es zu einem Streit und Bruch mit Hering. Ursache war angeblich Lippes Einstellung zur Pathologie. Er hielt es für überflüssig, dass sie mit einem Lehrstuhl am &amp;quot;Homoeopathic Medical College of Pennsylvania&amp;quot; vertreten sei. Dem widersprach Hering und verließ die Fakultät. Der Streit war dann Anlass für die Gründung des &amp;quot;Hahnemann College of Philadelphia&amp;quot; durch Hering und andere. Erst 1867 söhnten sich beide aus. Wurde amerikanischer Staatsbürger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werke ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Key to the Materia Medica of Comparative Pharmacodynamics, Philadelphia 1854.&amp;lt;br/&amp;gt; Cactus grandiflorus (Übersetzung des Originaltextes von Rubini), Philadelphia 1865.&amp;lt;br/&amp;gt; Textbook of Materia Medica, Philadelphia 1866.&amp;lt;br/&amp;gt; What is Homoeopathy? Philadelphia 1886.&amp;lt;br/&amp;gt; Keynotes of Homoeopathic Materia Medica; ed. by Donald MacFarlane; with introduction by William B. Griggs, 1st ed., New Delhi 1974, 163 S.&amp;lt;br/&amp;gt; Text Book of Materia Medica, rep. ed., New Delhi 1989, IV, 714 S.&amp;lt;br/&amp;gt; Key Notes &amp;amp; Red Line Symptoms of Materia Medica; repr. ed., New Delhi 1991, part 1, 510 S.; part 2, 275 S.&amp;lt;br/&amp;gt; Grundzüge und charakteristische Symptome der homöopathischen Materia medica, von Adolph zur Lippe; verm. und überarb. von N. K. Banerjee; ins Dt. übertr. von Hamida Aziz; dt. Bearbeitung von Otto Eichelberger; Göttingen 1992, XXIV, 843 S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Homöopathische Zeitung (Th. Kafka) 116, 1888, S. 71.&amp;lt;br/&amp;gt; Homöopathische Monatsblätter (R. Haehl) 23, 1898 (sic), S. 114/115.&amp;lt;br/&amp;gt; Geschichte der Medizin: Adolph Graf zur Lippe Blisterfeld-Weissenfeld (K.-H. Gypser), ZKH 33, 1989, S. 205 - 219 (mit Publikationen in Zeitschriften sowie 29 Angaben zur Sekundärliteratur),&amp;lt;br/&amp;gt; Winston, J., The Faces of Homoeopathy, An Illustrated History of the first 200 Years; Tawa/New Zealand: Great Auk. Publ., 1999, S. 38/39, 65, 76, 160.&amp;lt;br/&amp;gt; King, W. H., History of Homoeopathy and its Institutes in America, 4 Bde., New York/Chicago: Lewis Publ.; 1905. Bd.1, S. 159.&amp;lt;br/&amp;gt; Rogers, S. 43, 44, 47, 53, 67.&amp;lt;br/&amp;gt; Culture, Knowledge and Healing, S. 287.&amp;lt;br/&amp;gt; Krannich, E., Die milde Macht ist groß. Aus dem Leben und Werk des Homöopathen Constantin Hering, Grimma: Edition Krannich; 2005, S. 119f, 136ff, 179, 208, 212f, 227, 248, 260, 268ff, 295f.&amp;lt;br/&amp;gt; Tischner, R., Geschichte der Homöopathie, Wien: Springer-Verl., 1998, S. 746, 750, 788.&amp;lt;br/&amp;gt; Dinges, M., Weltgeschichte der Homöopathie, München: c. H. Beck; 1996, S. 272.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Quelle: ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fritz D. Schroers: Lexikon deutschsprachiger Homöopathen; Karl F. Haug Verlag; Stuttgart; 2006&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.freewiki.eu/de/index.php?title=Inhaltsverzeichnis_/_Hom%C3%B6opathie&amp;diff=1151</id>
		<title>Inhaltsverzeichnis / Homöopathie</title>
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		<updated>2018-11-25T08:05:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;p style=&amp;quot;text-align: right&amp;quot;&amp;gt;[[Unterstützen|'''Unterstützen Sie FreeWiki''']]&amp;lt;/p&amp;gt; &amp;lt;p style=&amp;quot;text-align: right&amp;quot;&amp;gt;in English language: [[:en:Contents|Contents]]&amp;lt;/p&amp;gt; &lt;br /&gt;
An dieser Stelle werden die Themen aufgeführt, die nur für [[Homöopathie]]-Interessierte relevant sind. Diese sind natürlich ebenso öffentlich wie alle anderen Themen, aber das allgemeine Inhaltsverzeichnis soll nicht durch ein Übergewicht an Homöopathie-Themen belastet werden. Reihenfolge alphabetisch.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier sind sowohl die sehr unvollständigen und ganz leeren Einträge (gekennzeichnet: +) und die bereits bearbeiteten Themen aufgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Homöopathie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*+ [[Adolph_Lippe|Adolph Lippe]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*+ [[Ähnlichkeitsprinzip|Ähnlichkeitsprinzip]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*+ [[AHZ_–_Allgemeine_Homöopathische_Zeitung|AHZ – Allgemeine Homöopathische Zeitung]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Anamnese|Anamnese]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Arzneimittelbild|Arzneimittelbild]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*+ [[Arzneimittelprüfung|Arzneimittelprüfung]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*+ [[Bad_Boller_Homöopathie|Bad Boller Homöopathie]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*+ [[Bannerjee_Protokolle|Bannerjee Protokolle]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*+ [[BKHD_–_Bund_Klassischer_Homöopathen_Deutschlands|BKHD – Bund Klassischer Homöopathen Deutschlands]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*+ [[Chronische_Krankheit|Chronische Krankheit]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Clemens_von_Bönninghausen|Clemens von Bönninghausen]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Constantin_Hering|Constantin Hering]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*+ [[C.M._Boger|C.M. Boger]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Dynamis,_Lebenskraft|Dynamis, Lebenskraft]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*+ [[DZVhÄ_–_Deutscher_Zentralverein_homöopathischer_Ärzte|DZVhÄ – Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*+ [[Empfindungsmethode|Empfindungsmethode]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*+ [[Forschungen_und_Studien_zur_Homöopathie|Forschungen und Studien zur Homöopathie]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*+ [[Genuine_Homöopathie|Genuine Homöopathie]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Georgos_Vithoulkas|Georgos Vithoulkas]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*+ [[Geschichte_der_Homöopathie|Geschichte der Homöopathie]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*+ [[Globuli|Globuli]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*+ [[HAB_–_Homöopathisches_Arzneibuch|HAB – Homöopathisches Arzneibuch]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Harald_Walach|Harald Walach]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*+ [[Heilungshindernisse|Heilungshindernisse]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Homeogenomics|Homeogenomics]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Homöopathie|Homöopathie]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Homöopathie_in_der_Geschichte_der_Medizin|Homöopathie in der Geschichte der Medizin]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Homöopathisches_Arzneimittel|Homöopathisches Arzneimittel]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*+ [[Homöoprophylaxis|Homöoprophylaxis]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[James_Compton_Burnett|James Compton Burnett]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[James_Tyler_Kent|James Tyler Kent]]&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;amp;nbsp; &lt;br /&gt;
*[[Karl_Julius_Aegidi|Karl Julius Aegidi]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Klassische_Homöopathie|Klassische Homöopathie]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Komplexmittel-Homöopathie|Komplexmittel-Homöopathie]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Konstitutionsmittel|Konstitutionsmittel]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*+ [[Kunstkrankheiten|Kunstkrankheiten]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*+ [[Materia_medica|Materia medica]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Melanie_Hahnemann|Melanie Hahnemann]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*+ [[Miasmentheorien|Miasmentheorien]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Modalität|Modalität]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*+ [[Organon_der_Heilkunst|Organon der Heilkunst]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*+ [[Potenzierung|Potenzierung]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*+ [[Quellenmethode|Quellenmethode]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Rajan_Sankaran|Rajan Sankaran]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Repertorium|Repertorium]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Samuel_Hahnemann|Samuel Hahnemann]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*+ [[SHZ_–_Stiftung_Homöopathie-Zertifikat|SHZ – Stiftung Homöopathie-Zertifikat]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*+ [[VKHD_–_Verband_Klassischer_Homöopathen_Deutschlands|VKHD – Verband Klassischer Homöopathen Deutschlands]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Wirkungsmodelle_zur_Homöopathie|Wirkungsmodelle zur Homöopathie]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
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		<id>https://www.freewiki.eu/de/index.php?title=Karl_Julius_Aegidi&amp;diff=1150</id>
		<title>Karl Julius Aegidi</title>
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		<updated>2018-11-25T08:03:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;div class=&amp;quot;spPostContentSection&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;div class=&amp;quot;spPostContent&amp;quot; id=&amp;quot;spPostIndexContent10128&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;*14.5.1794 Kiauten/Litauen, t 11.5.1874 Freienwalde a. d. Oder&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Studienort: Berlin&amp;lt;br/&amp;gt; Dr., Diss. med. Univ. Berlin 1819, De ruptura perinaei, 43 S.&amp;lt;br/&amp;gt; Leibarzt der Prinzessin von Preußen in Düsseldorf (1831). Kgl. Preuss. Wirkl. Geheimer Sanitätsrat. Kronenorden III. Kl. (1865), Roter Adlerorden 3. Kl. mit der Schleife (1869). Zunächst Landarzt im Kreis Johannisburg, Ostpreußen.&amp;lt;br/&amp;gt; Später Distriktsarzt in Tilsit. Ließ sich 1846 in Berlin nieder. Zog wegen seiner angegriffenen Gesundheit nach Freienwalde. Wurde 1823 von S. Hahnemann nach mehrjährigem Schulterleiden geheilt (Archiv für die Homöopathische Heilkunst (Stapf) 1828, 7, H. 2, S. 77) und wandte sich danach der Homöopathie zu. War mit Hahnemann befreundet und stand im Briefwechsel mit ihm. Folgte auf Empfehlung Hahnemanns dem Ruf als Leibarzt der Prinzessin von Preußen. Zu seinen akademischen Lehrern gehörte u. a. C. W. Hufeland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werke ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mittheilungen über Homöopathie,&amp;amp;nbsp;Archiv für die Homöopathische Heilkunst (Stapf) 7,1828, H. 2, 5. 71-96; H. 3, S. 99-116.&amp;lt;br/&amp;gt; Lieber homöopathische Diät, Archiv für die Homöopathische Heilkunst (Stapf) 8,1829, H. 3, S. 49-61.&amp;lt;br/&amp;gt; Erwiederung auf einen bereits mehrfach gerügten Gegenstand, Allgemeine Homöopathische Zeitung 7, 1835, S.-30-32.&amp;lt;br/&amp;gt; Die drei Grundcharaktere von allgemeinen Gewebe- und Blutbeschaffenheiten, Allgemeine Homöopathische Zeitung 68, 1864, 5.-49/50. Posthum gedruckte Briefe, Zeitschrift des Berliner Vereins Homöopathischer Ärzte 30, 1911, S.-75-93, 153-157, 217-220.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Internationale Homöopathische Presse (A. Gerstel) 4, 1874, S. 368.&amp;lt;br/&amp;gt; Eine Jubelfeier, Allgemeine Homöopathische Zeitung 78, 1869, S. 119/120.&amp;lt;br/&amp;gt; Dankschreiben des Geheimrath Aegidi an den Centralverein, AHZ 78, 1869, S. 128.&amp;lt;br/&amp;gt; Vigoureux, Ralf: Karl Julius Aegidi, Leben und Werk des homöopathischen Arztes (mit Literaturverzeichnis seiner ungedruckten und gedruckten Werke), Heidelberg 2001, 220 S.&amp;lt;br/&amp;gt; Callisen ACP, Medicinisches Schriftsteller-Lexicon. 33 Bde., Copenhagen: Niewkoop-de Graaf; 1830 – 1844; , Bd. 1, S. 48/49; Bd. 26,&amp;lt;br/&amp;gt; S. 14.&amp;lt;br/&amp;gt; Hirsch, Bd. 1, S. 36/37.&amp;lt;br/&amp;gt; Haehl, R., Samuel Hahnemann, Sein Leben und Schaffen; 2 Bde., Leipzig: Willmar Schwabe; 1922, Bd. 1, S. 95, 128, 146, 185, 199, 215, 217, 426 f., 444; Bd. 2, S. 88 f., 218, 228, 272 f., 292, 414, 492, 501, 503, 522.&amp;lt;br/&amp;gt; Tischner, R., Geschichte der Homöopathie; Wien: Springer-Verl.; 1998, S. 420, 535, 559, 584, 625, 769.&amp;lt;br/&amp;gt; Eppenich, H., Geschichte der deutschen homöopathischen Krankenhäuser. Von den Anfängen bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. Heidelberg: Haug; 1995, S. 127, 128, 154-157, 311, 339, 348, 361.&amp;lt;br/&amp;gt; Dinges, M., Weltgeschichte der Homöopathie; München: C. H. Beck; 1996; S. 39 f., 53.&amp;lt;br/&amp;gt; Faltin, Die Geschichte der Homöopathie am Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhaus von 1940-1973; Stuttgart: Haug; 2002; S. 199.&amp;lt;br/&amp;gt; Meyer, V., Homöopathischer Führer für Deutschland und das Ausland; Leipzig: Reclam; 1856; S. 1.&amp;lt;br/&amp;gt; Villers, A.; Internationales Homöopathisches Jahrbuch, Bd. 1; Leipzig: Ernst Heitmann; 1891; S. 6.&amp;lt;br/&amp;gt; Jütte, R.; Samuel Hahnemann, Begründer der Homöopathie; München:DTV; 2005; S. 141, 183, 188 f.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt; &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.freewiki.eu/de/index.php?title=Adolf_zur_Lippe-Biesterfeld-Wei%C3%9Fenfeld&amp;diff=1141</id>
		<title>Adolf zur Lippe-Biesterfeld-Weißenfeld</title>
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		<updated>2018-11-24T17:10:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Lippe, Adolph, Graf zur Lippe Bisterfeld-Weissenfeld ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*11.5.1812 in See bei Görlitz/Preußen (heute Sachsen), t 23.01.1888 in Philadelphia &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Studienort: Allentown-Academy, Dr. med.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gründungsmitglied bzw. Mitherausgeber der Fachzeitschriften ''Homoeopathic News'' (1854 - 1856), des Hahnemannian Monthly (1865 - 1868), des ''Organon ''(1878 - 1881) und des ''Homoeopathic Physician'' (1881).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lippe zählt zu den wichtigsten Vertretern der Homöopathie in den USA und war ein hervorragender Arzneimittelkenner. Während seines Jurastudiums in Berlin wurde er mit der Homöopathie bekannt und interessierte sich für ein Medizinstudium. Nach seiner Emigration nach Nordamerika (1837 oder 1839, in der Literatur ungeklärt) Medizinstudium an der &amp;quot;North American Academy of Homoeopathy&amp;quot; (besser bekannt als Allentown-Academy) unter der Leitung von C. Hering und W. Wesselhoeft. Von Pottsville, Schuylkill County (1841), zog er vermutlich 1842 nach Reading, und später nach Carlisle, wo er als erster homöopathischer Arzt ein bis zwei Jahre praktizierte. Danach ließ er sich in Philadelphia nieder, wo er 46 Jahre lang tätig war. 1867 kam es zu einem Streit und Bruch mit Hering. Ursache war angeblich Lippes Einstellung zur Pathologie. Er hielt es für überflüssig, dass sie mit einem Lehrstuhl am &amp;quot;Homoeopathic Medical College of Pennsylvania&amp;quot; vertreten sei. Dem widersprach Hering und verließ die Fakultät. Der Streit war dann Anlass für die Gründung des &amp;quot;Hahnemann College of Philadelphia&amp;quot; durch Hering und andere. Erst 1867 söhnten sich beide aus. Wurde amerikanischer Staatsbürger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werke ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Key to the Materia Medica of Comparative Pharmacodynamics, Philadelphia 1854.&amp;lt;br/&amp;gt; Cactus grandiflorus (Übersetzung des Originaltextes von Rubini), Philadelphia 1865.&amp;lt;br/&amp;gt; Textbook of Materia Medica, Philadelphia 1866.&amp;lt;br/&amp;gt; What is Homoeopathy? Philadelphia 1886.&amp;lt;br/&amp;gt; Keynotes of Homoeopathic Materia Medica; ed. by Donald MacFarlane; with introduction by William B. Griggs, 1st ed., New Delhi 1974, 163 S.&amp;lt;br/&amp;gt; Text Book of Materia Medica, rep. ed., New Delhi 1989, IV, 714 S.&amp;lt;br/&amp;gt; Key Notes &amp;amp; Red Line Symptoms of Materia Medica; repr. ed., New Delhi 1991, part 1, 510 S.; part 2, 275 S.&amp;lt;br/&amp;gt; Grundzüge und charakteristische Symptome der homöopathischen Materia medica, von Adolph zur Lippe; verm. und überarb. von N. K. Banerjee; ins Dt. übertr. von Hamida Aziz; dt. Bearbeitung von Otto Eichelberger; Göttingen 1992, XXIV, 843 S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Homöopathische Zeitung (Th. Kafka) 116, 1888, S. 71.&amp;lt;br/&amp;gt; Homöopathische Monatsblätter (R. Haehl) 23, 1898 (sic), S. 114/115.&amp;lt;br/&amp;gt; Geschichte der Medizin: Adolph Graf zur Lippe Blisterfeld-Weissenfeld (K.-H. Gypser), ZKH 33, 1989, S. 205 - 219 (mit Publikationen in Zeitschriften sowie 29 Angaben zur Sekundärliteratur),&amp;lt;br/&amp;gt; Winston, J., The Faces of Homoeopathy, An Illustrated History of the first 200 Years; Tawa/New Zealand: Great Auk. Publ., 1999, S. 38/39, 65, 76, 160.&amp;lt;br/&amp;gt; King, W. H., History of Homoeopathy and its Institutes in America, 4 Bde., New York/Chicago: Lewis Publ.; 1905. Bd.1, S. 159.&amp;lt;br/&amp;gt; Rogers, S. 43, 44, 47, 53, 67.&amp;lt;br/&amp;gt; Culture, Knowledge and Healing, S. 287.&amp;lt;br/&amp;gt; Krannich, E., Die milde Macht ist groß. Aus dem Leben und Werk des Homöopathen Constantin Hering, Grimma: Edition Krannich; 2005, S. 119f, 136ff, 179, 208, 212f, 227, 248, 260, 268ff, 295f.&amp;lt;br/&amp;gt; Tischner, R., Geschichte der Homöopathie, Wien: Springer-Verl., 1998, S. 746, 750, 788.&amp;lt;br/&amp;gt; Dinges, M., Weltgeschichte der Homöopathie, München: c. H. Beck; 1996, S. 272.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
	</entry>
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		<title>Adolf zur Lippe-Biesterfeld-Weißenfeld</title>
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		<updated>2018-11-24T06:46:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Lippe, Adolph, Graf zur Lippe Bisterfeld-Weissenfeld ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*11.5.1812 in See bei Görlitz/Preußen (heute Sachsen), t 23.01.1888 in Philadelphia &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Studienort: Allentown-Academy, Dr. med.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gründungsmitglied bzw. Mitherausgeber der Fachzeitschriften ''Homoeopathic News'' (1854 - 1856), des Hahnemannian Monthly (1865 - 1868), des ''Organon ''(1878 - 1881) und des ''Homoepathic Physician'' (1881).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lippe zählt zu den wichtigsten Vertretern der Homöopathie in den USA und war ein hervorragender Arzneimittelkenner. Während seines Jurastudiums in Berlin wurde er mit der Homöopathie bekannt und interessierte sich für ein Medizinstudium. Nach seiner Emigration nach Nordamerika (1837 oder 1839, in der Literatur ungeklärt) Medizinstudium an der &amp;quot;North American Academy of Homoeopathy&amp;quot; (besser bekannt als Allentown-Academy) unter der Leitung von C. Hering und W. Wesselhoeft. Von Pottsville, Schuylkill County (1841), zog er vermutlich 1842 nach Reading, und später nach Carlisle, wo er als erster homöopathischer Arzt ein bis zwei Jahre praktizierte. Danach ließ er sich in Philadelphia nieder, wo er 46 Jahre lang tätig war. 1867 kam es zu einem Streit und Bruch mit Hering. Ursache war angeblich Lippes Einstellung zur Pathologie. Er hielt es für überflüssig, dass sie mit einem Lehrstuhl am &amp;quot;Homoeopathic Medical College of Pennsylvania&amp;quot; vertreten sei. Dem widersprach Hering und verließ die Fakultät. Der Streit war dann Anlass für die Gründung des &amp;quot;Hahnemann College of Philadelphia&amp;quot; durch Hering und andere. Erst 1867 söhnten sich beide aus. Wurde amerikanischer Staatsbürger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werke ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Key to the Materia Medica of Comparative Pharmacodynamics, Philadelphia 1854&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
... (Wird fortgesetzt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.freewiki.eu/de/index.php?title=Hom%C3%B6opathie_in_der_Geschichte_der_Medizin&amp;diff=1032</id>
		<title>Homöopathie in der Geschichte der Medizin</title>
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		<updated>2018-11-05T06:35:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Entstehung der Homöopathie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entstehung der [[Homöopathie|Homöopathie]] muss im Kontext der zeitgenössischen Wissenschaft gesehen werden, damit sie aus heutiger Sicht nachvollzogen werden kann. Da Wissenschaftler des 18. und 19. Jahrhunderts die noch fehlenden Grundlagenkenntnisse unter einfachsten Bedingungen erst noch finden mussten, erweist sich Dr. [[Samuel_Hahnemann|Samuel Hahnemann]] als ein außerordentlicher Pionier in der Medizingeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Entstehung der modernen Chemie ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zu den Entdeckungen Lavoisiers waren die Lehren von Joh. Joach. Becher (1635 - 1682) und G. E. Stahl (1660 - 1734) bedeutend, besonders in der Lehre des Phlogiston. Nach Prof. Neumann war das Phlogiston das brennbare Prinzip, ohne das nichts auf der Welt brennen kann. Schwefel z. B. bestand also aus Schwefelsäure und Phlogiston. Auch schreibt Neumann: „Das Wasser ist nichts als eine von der Wärme flüssig gemachte durchsichtige Erde, die man Eis nennet. Es besteht aus vier Elementen: terra vitrescens, terra mercurialis, terra sulfurea und inflammabilis.“&amp;lt;ref&amp;gt;Prof. Caspar Neumann in ‘Chymia Medica Dogmatico-Experimentalis [Gründliche und mit Experimenten erwiesene Medizinische Chemie], 2. Auflage, 1756&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neumann wurde zu Hahnemanns Zeiten noch oft als Autorität genannt. Es gab auch noch Alchimisten.&amp;lt;br/&amp;gt; Bei den chemischen Untersuchungen jener Zeit gab es die große Schwierigkeit, dass man keine oder nur wenige ‘einfache’ Körper, die Elemente, kannte. Man suchte nach dem „Grundwesen“ der Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1791 schreibt Prof. Gren über chemische Verwandtschaften: Feuer mit Luft = Phlogisierte Luft; Luft mit Wasser = Durchdringung; Feuer mit Gummi = Kohle.&amp;lt;br/&amp;gt; Lavoisier machte diesen Annahmen gegen heftigsten Widerstand und langer Gegenwehr ein Ende. In diese Zeiten fallen auch Hahnemanns chemische Arbeiten. 1770 zeigte Lavoisier, dass sich Wasser nicht in Erde verwandelt, sondern aus Wasserstoff und Sauerstoff zusammengesetzt ist. 1774 beweist er, dass die Zunahme des Gewichts, welche Metalle beim ‘Verkalken’ (Oxidieren) erfahren, von dem „Einschlucken“ von Luft herrühre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Crell’s Chemischen Annalen &amp;lt;ref&amp;gt;https://en.wikipedia.org/wiki/Crell%27s_Annalen&amp;lt;/ref&amp;gt;veröffentlichte Hahnemann einige seiner frühen Schriften. 1790 lädt er zu Untersuchungen zur Entscheidung über die Frage zum Phlogiston ein. Leider kam es wegen des Ausbruchs der Französischen Revolution nicht mehr dazu, in deren Verlauf Lavoisier unter der Guillotine endete (1794).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1799 konstatiert Gmelin, dass das System Lavoisiers von dem größeren Teil der ‘Scheidekünstler’ angenommen sei. &amp;lt;ref&amp;gt;Geschichte der Chemie III. S.278&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hahnemann als Chemiker ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hahnemann trat als Chemiker auf, ohne dass er einen besonderen Unterricht gegenüber anderen Ärzten genossen oder vorher Assistent in einem Laboratorium gewesen wäre - er war Autodidakt. 1784 übersetzt er Demachys „Laborant im Grossen oder Kunst, die chemischen Produkte fabrikmäßig zu verfertigen“. 2 Bände. Hahnemann verbesserte und ergänzte das Werk durch eigene Anmerkungen bedeutend. Demachy war Mitglied der Akademien zu Paris und Berlin. Hahnemann zeigte in seinen Anmerkungen eine erstaunliche Kenntnis in allen Fragen, die irgendwie mit dem Inhalt des Buches zusammenhängen. Erschöpfend ist seine Literaturkenntnis, die er an zahlreichen Stellen durch Auskunft zum besseren Verständnis des Vorgetragenen zeigt. Oft erklärt er chemische Vorgänge genauer. Oft verbessert Hahnemann Irrtümer und Fehler, die Wilhelm Ameke in seinem Werk „Die Entstehung und Bekämpfung der Homöopathie“ durch einige Beispiele belegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1786 gibt Hahnemann das Buch „Über die Arsenikvergiftung, ihre Hülfe und gerichtliche Ausmittelung“ heraus. Der besonders um die Pharmazie verdiente Arzt Bergrath Dr. Buchholtz in Weimar schreibt: “... Die für jene Zeit klassische Schrift Samuel Hahnemanns über den Arsenik, wodurch die damals besten Arsenikanalysen in die gerichtliche Medizin eingeführt wurden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Veröffentlichungen Hahnemanns in Crell's Chemischen Annalen ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1787 (II. 387-396): „Ueber die Schwierigkeit der Minerallaugensalzbereitung durch Potasche und Kochsalz“.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1788 (I. 141 - 142): „Ueber den Einfluss einiger Luftarten auf die Gärung des Weines“.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1788 (I. 291 - 305): „Ueber die Weinprobe auf Eisen und Bley“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1788 (III. 296 - 299): „Etwas über die Galle und Gallensteine“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1788 (III. 485f): „Ueber ein ungemein kräftiges, die Fäulniß hemmendes Mittel“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1789 (I. 202 - 207): „Mißglückte Versuche bey einigen angegebenen neueren Entdeckungen“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1789 (III. 291 - 298): „Entdeckung eines neuen Bestandtheils im Reißbley“&amp;lt;br/&amp;gt; 1790 (II. 22 - 28): „Vollständige Bereitungsart des auflöslichen Quecksilbers“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1791 (II. 117 - 123): „Unauflöslichkeit einiger Metalle und ihrer Kalke im ätzenden Salmiakgeiste“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1792 (I. 22 - 33): „Ueber die Glaubersalz-Erzeugung nach Ballen'scher Art“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1794 (I. 104 - 111): „Ueber die neuere Weinprobe und den neuen Liquor probatorius fortior“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1800 (I. 392 - 395): „Pneumlaugensalz, entdeckt von Hrn. D. Samuel Hahnemann“&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Josef M. Schmid in ‘Die Publikationen Samuel Hahnemanns, S. 27&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Chemie hält Einzug in die Medizin ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Hierbei ist Hahnemann unter den Vorreitern und zeigt bei vielen Gelegenheiten das Bestreben, die Chemie im Dienste der Medizin zu verwerten.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;lt;p style=&amp;quot;text-align: justify&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Das Werk J. B. van den Sandes „Die Kennzeichen der Güte und Verfälschung der Arzneymittel“ stammt im chemischen Teil aus Hahnemanns Feder, wie auch die genauen Angaben der Bestandteile der einzelnen Drogen. Die Prüfungsmittel für die Arzneimittel gibt Hahnemann bisweilen so gedrängt, treffend und erschöpfend, dass man an die heutigen Pharmakopöen erinnert wird. Hahnemann zeigt in dieser Schrift bereits sein Bestreben, &amp;lt;/span&amp;gt;''&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;die Grenzen der Wirksamkeit der Stoffe&amp;lt;/span&amp;gt;''&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;und ihre Löslichkeit kennenzulernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Genauigkeit herrscht in allen Punkten. Er gibt die Schmelzpunkte der Metalle, die spezifischen Gewichte derselben und ihrer Präparate an, die Löslichkeit der Salze oft bei verschiedenen Wärmegraden, bei wichtigen, wie z. B. dem Salmiak, auch noch in Weingeist von verschiedener Temperatur. Besonders wichtig scheint ihm mit Recht die Bestimmung des spezifischen Gewichtes bei den &amp;lt;/span&amp;gt;Säuren; er führte für die arzneiliche Verwendung verdünnte Säuren ein, wie es noch heute Gebrauch ist. Er setzt sogar die Verdünnungen nach dem spezifischen Gewichte fest, wobei er den heutigen Vorschriften sehr nahe kommt. Beim Essig soll die Stärke durch Sättigung mit einem Alkali bestimmt werden, wie es noch lange geschah.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/p&amp;gt; &amp;lt;p style=&amp;quot;text-align: justify&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;An verschiedenen Stellen klagt Hahnemann über die ‘Unzuverlässigkeit der pharmaceutischen Präparate’ z. B. S 317, „die nie ein Arzt mit Gewissen verschreiben kann&amp;quot; oder S. 316 „worauf soll der Arzt sich verlassen?&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/p&amp;gt; &amp;lt;p style=&amp;quot;text-align: justify&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Bei der Exaktheit in seinen Arbeiten hat Hahnemann manches Neue gefunden und hier veröffentlicht.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/p&amp;gt; &amp;lt;p style=&amp;quot;text-align: justify&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Schon 1784&amp;lt;ref&amp;gt;Demachy’s Laborant II. S. 118f&amp;lt;/ref&amp;gt;sprach Hahnemann für das Kristallisieren des Brechweinsteins, „damit wir doch endlich einmal in der Heilkunst von den Kräften dieses Mittels eine zuverlässige Norm bekommen mögen.&amp;quot; Hätte man 1784 nach seinem Drängen kristallisiert, so wären die späteren Klagen nicht erfolgt. Später wurde dieses Mittel aus Algarothpulver und mittels Kristallisirens hergestellt, wie es Hahnemann empfohlen hatte. Auch an andern Stellen macht er auf die Wichtigkeit des Kristallisirens aufmerksam und mahnt die Apotheker, wo möglich nur kristallisierte, und nicht, wie so häufig, gepulverte Salze zu kaufen - wegen der leichteren Entdeckung der Verfälschungen.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/p&amp;gt; &amp;lt;p style=&amp;quot;text-align: justify&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Für die Selbstbereitung tritt Hahnemann überall da ein, wo Verunreinigungen nicht leicht zu entdecken waren.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/p&amp;gt; &amp;lt;p style=&amp;quot;text-align: justify&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Damalige Kritik von Prof. Baldinger &amp;lt;ref&amp;gt;Medicinisches Journal, 1789, St. 21, S.33&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;nbsp;: „Dieses Buch ist äusserst wichtig und jedem praktischen Ärzte schon unentbehrlich, noch mehr aber jedem Physico,' dessen Pflicht es ist, Apotheken zu untersuchen ... Viel Gutes ist in diesem wichtigen und unentbehrlichen Buche gelehrt worden, das ich nicht genug empfehlen kann.“&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/p&amp;gt; &amp;lt;p style=&amp;quot;text-align: justify&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;In diesem Buch lehrte Hahnemann zum ersten mal seine sogenannte Weinprobe, die er später in Crells Chemischen Annalen noch genauer beschrieben hat. Hahnemann konnte so mit Bleizucker gepanschten Wein identifizieren, der zu ‘Koliken und „Kontrakturen“, auch zu Abzehrung und langsamen Tod führte’. Diese weittragende Entdeckung auf chemischem Gebiet führte zu weiter Verbreitung von Hahnemanns Namen. Übrigens wurde diese ‘Weinprobe’ später als ‘Hahnemanns Metallprobe’ verstanden.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/p&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Mercurius solubilis Hahnemanni =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Chemiker waren auf der Suche nach einem Quecksilberpräparat, welches weniger ätzend und „giftig“ sei, als Sublimat, also salzsaures Quecksilber und Turpethum minerale, basisch schwefelsaures Quecksilber. &amp;lt;ref&amp;gt;Vergl. Demachy, ‘Laborant im Grossen’ II. S. 163; ferner Gren, ‘Handbuch der Pharmacologie, Halle, 1792, II. S. 840&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Hahnemann löste zunächst Quecksilber unter Verwendung von Salpetersäure in der Kälte. Das entstehende Salz ließ er kristallisieren, spülte die Kristalle mit sehr wenig Wasser ab und trocknete sie auf Fließpapier. Auf diese Weise erhielt er reines salpetersaures Quecksilberoxydul.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Hg&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O, NO&amp;lt;sub&amp;gt;5&amp;lt;/sub&amp;gt;, kristallisiert mit 2 Äquivalenten&amp;lt;span class=&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;quot; Schon damit hatte er ein lange gebräuchliches Salz geschaffen. Selbst das Hahnemannsche Mengenverhältnis, der stete Überschuss an Quecksilber, das Lösen in der Kälte, das Abspülen der Kristalle mit nur wenig Wasser, das Trocknen auf Fließpapier ohne Wärme wurde beibehalten, weil alle diese Vorschriften als wesentlich erkannt waren.&amp;lt;br/&amp;gt; Diese Kristalle behandelte er mit einer bestimmten Menge Wasser und schlug die Lösung durch eigens bereiteten kohlensäurefreien Salmiakgeist nieder, zu dem er nochbesonders die Vorschrift gibt. Der Niederschlag bildet, nach 6-stündigem Stehen, einen schwarzen Teig, der auf einem Filtrum von weißem Fließpapier ohne alle Hitze getrocknet wird.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Die Ärzte urteilten: „Eines der allerwirksamsten gelinden Mercurialpräparate verdankt die Kunst dem bekannten und dadurch unsterblichen Hahnemann“&amp;lt;sup&amp;gt;.&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Aus: ‘Recepte und Kurarten der besten Aerzte aller Zeiten’, Leipzig, 1814, 2. Auflage, IV. 24.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit den Anerkennungen, die Hahnemann wegen seines Quecksilbers im Laufe der Jahre von nichthomöopathischen Ärzten gezollt wurden, können viele Seiten gefüllt werden.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Samuel Hahnemanns Apothekerlexikon ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verfasst 1793 - 1799&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Stoff ist alphabetisch geordnet und bespricht alle Gegenstände, welche den Apotheker bei seinen Arbeiten interessieren. Die Darstellung ist kurz, lebendig und anregend. Man findet eine genaue Beschreibung der zweckmäßigsten Einrichtung einer Apotheke und deren Räume, z. B. unter den Wörtern „Apotheke&amp;quot;, Keller, Trockenboden, Laboratorium etc. Ebenso sind die einzelnen erforderlichen Utensilien genau und mit großem Sachverständnis beschrieben. Jeder von diesen Artikeln zeigt, wie speziell Hahnemann mit den Arbeiten vertraut ist, und doch zeigt jeder andere Artikel es nicht minder. Häufig führt er neue, von ihm erfundene oder verbesserte Apparate an, nicht ohne das Verständnis durch Abbildungen zu unterstützen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Mit großer Genauigkeit und in fesselnder Weise werden die einzelnen Arbeiten des Apothekers bei der Rezeptur und im Laboratorium besprochen. Man vergleiche die Ausführungen unter „Rezept&amp;quot;, wobei Hahnemann vielerlei Anweisungen erteilt, die heute zur gesetzlichen Vorschrift geworden sind. Wie reichhaltig sind bearbeitet: Abdampfen, Abgießen, Abklären, Auflösen, Auslaugen, Auspressen u. a. allein im Buchstaben A. Es ist in den einschlägigen Dingen ein eingehender Unterricht für Apotheker gegeben, man lese nur „Emulsion&amp;quot;, die verschiedenen Arten derselben aus Samen, Fetten, Harzen, Kampfer mittelst Gummi, Tragant, Ei etc., oder man schlage nach „Destillation&amp;quot; oder „Krystallisirung&amp;quot;, um zu sehen, mit welchem Eifer Hahnemann praktisch gearbeitet haben muss, und wie er seine Erfahrungen geistig zu verarbeiten verstand.&amp;lt;br/&amp;gt; Dass er durch und durch Sachkenner war, zeigt auch das Interesse, das er am scheinbar Unbedeutendsten nahm, das nur dem Selbstarbeitenden wichtig wird, so beim Beschlag der Öfen (I. 111), bei der Destillation, bei der Anleitung zum Selbstverfertigen nicht käuflicher Apparate, bei dem verschiedenen Feuerungsmaterial für verschiedene Zwecke (I. 294), beim Pulvern der verschiedenartigsten schwer zu behandelnden Stoffe (II 1.246), bei den einzelnen Schmelztiegeln zu verschiedenen Arbeiten (II. 2.-161), bei den verschiedenen Öfen je nach dem Zweck (II. 1. 145-150) etc.&amp;lt;br/&amp;gt; Eine Reihe von Hahnemann's Forderungen für die Apothekenverwaltung sind jetzt allgemein angenommen.&amp;lt;br/&amp;gt; In diesem Lexikon hat Dr. Hahnemann Literatur aus über 100 Werke von den ersten Biologen und Zoologen eingearbeitet.&amp;lt;br/&amp;gt; Kraus sagte in seinem „medicinischen Lexicon&amp;quot; 1826 &amp;lt;ref&amp;gt;Vg. B. Hirschel, Geschichte des Brown’schen Systems, Dresden und Leipzig, 1846, S.37&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;nbsp;: Hahnemann ist ein anerkannt guter Pharmazeut und hatte sich als solcher durch Darstellung seines sogenannten Mercurius solubilis und zum Theil durch seine Abhandlung über Arsenikvergiftung, wenn gleich nach ihm diese Lehre um ein Bedeutendes vervollkommnet ist, unverwelkliche Lorbeeren erworben.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt; So hat also Hahnemann's Forschergeist und eiserner Fleiss direkt und indirekt wichtige Beiträge zur Verbesserung der ärztlichen Heilwerkzeuge geliefert, Grundlagen der ärztlichen Kunst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Arzneikunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Arzneikunde beim Auftreten Hahnemanns ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Begriffe von den Erscheinungen im gesunden und kranken Menschen wurden in Systeme gezwängt, welche von einzelnen Köpfen auf Grund vereinzelter Beobachtungen ausgedacht und den jeweiligen Ansichten und neuen Entdeckungen angepasst waren.&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;L. Hoffmann (1721-1807) fand, dass die meisten Krankheiten durch faule und durch saure Säfte entstanden, welche aus dem Körper entfernt oder mit „antiseptischen&amp;quot; und &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„&amp;lt;/span&amp;gt;versüßenden&amp;quot; Mitteln verbessert wurden.&amp;lt;br/&amp;gt; Stoll (1742-1788) lehrte, dass die Krankheiten unter dem Einfluss einer herrschenden Konstitution ständen, welche „durch die stehenden Witterungs- und epidemischen Fieber&amp;quot; bestimmt würde.&amp;lt;br/&amp;gt; Kämpf (1726-1787) zeigte, dass die meisten Krankheiten ihren Sitz im Unterleibe hätten und durch „Infarkte&amp;quot; veranlasst würden.&amp;lt;br/&amp;gt; Ende der 90er Jahre begann ausserdem noch das System des Schotten John Brown (1736 —1788) sich über Deutschland zu verbreiten. Brown trat mit großer Sicherheit auf. Nach seiner eigenen Ansicht hatte er als erster die Arzneikunst zu einer echten Wissenschaft erhoben, welche bald den Namen „Lehre der Natur&amp;quot; erhalten werde. Nach derselben besitzt jeder Mensch einen mehr oder weniger hohen Grad von Erregbarkeit. Auf dem richtigen Maße &amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;von &amp;lt;/span&amp;gt;Erregung beruht die Gesundheit. Krankheit entsteht entweder durch ein Übermaß von Erregung (Sthenie) oder durch Mangel an Erregung (Asthenie). Die Aufgabe des Arztes bestand einfach darin, die zu starke Erregung zu mäßigen, oder die zu schwache Erregung zu stärken. So wurden alle Krankheiten in zwei entsprechende Klassen eingeteilt, und ebenso die Heilmittel; es gab „sthenische&amp;quot; und „asthenische.&amp;quot; Bei den auf übermässiger Kraft beruhenden Affektionen wandte man „reizentziehende&amp;quot; Mittel an, welche nach der Reihenfolge ihrer Wirkung diese waren: Aderlass, Kälte, Erbrechen, Purgieren, Schwitzen. Bei den asthenischen Krankheitsformen wurden sthenische Mittel verordnet, der Reihenfolge ihrer Heilkraft nach: Fleisch, Wärme, Verhinderung des Erbrechens, Purgirens, Schwitzens durch Fleischkost, Gewürze, Wein, Bewegung; ferner im höheren Grade des Leidens flüchtige Reize: Moschus, flüchtiges Alkali, Kampfer, Aether, Opium.&amp;lt;Rev&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Vg. B. Hirschel, Geschichte des Brown’schen Systems, Dresden und Leipzig, 1846, S.37&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;China wurde erst von den Anhängern Browns hinzugefügt. Die Kenntnis des Baues und der Verrichtungen des Organismus war nur von untergeordneter &amp;lt;span class=&amp;quot;tm7&amp;quot;&amp;gt;Bedeutung, da alles auf die Reize und den Grad der Erregbarkeit ankam. „So groß,&amp;quot; sagte Brown, „ist die Einfachheit, auf welche die Arzneikunde zurückgebracht ist, dass ein Arzt, wenn er ans Krankenbett kommt, nur drei Dinge ins Reine zu bringen hat. Erstens ob die Krankheit allgemein oder örtlich sei, zweitens, wenn allgemein, ob sthenisch oder asthenisch, drittens von&amp;lt;/span&amp;gt;welchem Grade &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;der Erregung sie sei. Hat er über diese drei Punkte sich Aufschluss verschafft, so bleibt ihm nichts übrig, als seine Heilanzeigen und seinen Kurplan festzusetzen und ihn durch die dienlichen Mittel auszuführen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;K. Sprengel, Geschichte der Heilkunde, Halle, 1828, V. 1. S. 455&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm7&amp;quot;&amp;gt;Die Diagnose war Nebensache.&amp;lt;br/&amp;gt; Zugleich mit Brown kam die von Schelling begründete&amp;amp;nbsp; &amp;lt;ref&amp;gt;Erster Entwurf eines Systems der Naturphilosophie, Jena und Leipzig, 1799&amp;lt;/ref&amp;gt; Naturphilosophie auf. „Aechte Naturphilosophie,&amp;quot; sagt Steffens, „hebt als solche jeden Gegensatz, jeden Streit der Meinungen und Hypothesen gegen andere Meinungen und Hypothesen auf, kann also keinen Gegner haben.&amp;quot; „Ein wahres Wort&amp;quot; bemerkt dazu ein Rezensent. &amp;lt;ref&amp;gt;Heckers, Annalen, Bd. II., S. 444&amp;lt;/ref&amp;gt; Echte Naturphilosophie wusste alles, erklärte alles: „Die Naturphilosophie hat für das Erkennen die Priorität, denn sie ist das Erkennen des Erkennens, oder als das potenzierte Erkennen zu betrachten.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Steffens, I. c. S. 16&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; Bewunderungswürdig war die Bestimmtheit, mit welcher jede Erscheinung ohne Bedenken erklärt wurde. „Magnetismus ist Verwandlung des Sauerstoffs und Wasserstoffs in Kohlenstoff und Stick&amp;lt;/span&amp;gt;stoff,&amp;quot; sagt Steffens S. 91, und Schelling wusste &amp;lt;ref&amp;gt;I., c., S. 248&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;nbsp;: Sauerstoff ist Prinzip der Elektrizität.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Wirbel der Naturphilosophie erfasste die Köpfe der größten Anzahl deutscher Gelehrten und der hervorragendstenÄrzte. Nur wenige entgingen demselben, wie Hufeland, A. v. Humboldt, Blumenbach, Treviranus, Sömmering, Wedekind.&amp;lt;br/&amp;gt; Allgemein fehlte der Plan, nach welchem gearbeitet werden sollte.&amp;lt;br/&amp;gt; Um die Mitte des 18. Jahrhundertes beschrieb Haller das Blut so: „Das Blut besteht obenhin betrachtet aus gleichen Theilen, ist gerinnbar, um so röther, je besser genährt das Thier ist; in einem schwächlichen, hungrigen Thiere ist es gelblicht. Die zuweilen beigemischte Weisse kommt meistens vom Chylus.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; 1789, circa 30 Jahre später lehrt J. Fr. Blumenbach, der berühmte Göttinger Professor&amp;lt;ref&amp;gt;Anfangsgründe der Physiologie, Wien 1789, §6&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;nbsp;: „Das Blut ist eine Flüssigkeit seiner Art, von bekannter, bald stärkerer, bald schwächerer Farbe, welche beim Befühlen klebricht, warm, und da es durch die Kunst nicht nachgeahmt werden kann, unter die Geheimnisse der Natur zu rechnen ist.&amp;quot; Hier war also in der langen Zeit kein Fortschritt zu erkennen.&amp;lt;br/&amp;gt; 1803 lehrte man schon &amp;lt;ref&amp;gt;F. Kapp, Systematische Darstellung der durch die neuere Chemie in der Heilkunde bewirkten Veränderungen und Verbesserungen; Hof; 1805; S.31f&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;nbsp;: „Das Blut ist aus 9 Theilen gemischt: dem riechbaren Stoff, dem fadenartigen Theile, Eiweissstoff, Schwefel, Gallerte, Eisen, Laugensalz, Natrum und endlich aus Wasser . . . Die Grundstoffe des Blutes sind: Wasserstoff, Kohlenstoff, Salpeterstoff, Grundstoff der Salzsäure, Phosphor, Schwefel, Oxygene, Kalkerde und Eisen.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Die physiologische Chemie hatte also große Fortschritte gemacht, von denen man überrascht war, und die Ansicht hatte, sie praktisch verwerten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt; Reich hielt den Sauerstoff für das einzig sichere Mittel&amp;lt;span class=&amp;quot;tm7&amp;quot;&amp;gt;gegen &amp;lt;/span&amp;gt;Fieber, welches in der übermäßigen Entwicklung und Anhäufung von Stickstoff, Wasserstoff, Kohlenstoff, Schwefel und Phosphor bestand. Er war Professor der medizinischen Fakultät in Erlangen und Berlin, und pries in öffentlichen Blättern und einer besonderen Schrift &amp;lt;ref&amp;gt;G. Ch. Reich, Beschreibung der mit seinen neuen Mitteln behandelten Krankheitsfälle; Nürnberg; 1800&amp;lt;/ref&amp;gt; ein Geheimmittel gegen Fieber an, welches er nur gegen pekuniäre Vergütung bekannt geben wollte. Das Mittel sollte in kurzer Zeit, oft plötzlich das Fieber abschneiden. Eine Kommission von vier Ärzten stellte Versuche in der Berliner Charite damit an, und fand es probat in einer Anzahl von Fällen. Auf das Gutachten dieser Kommission hin wurde dem Professor für Veröffentlichung seines Geheimnisses vom Könige von Preussen bewilligt „eine jährliche Pension von 500 Thaler mit Befreiung von Tax- und Stempelgebühren;&amp;quot; im Falle seines Todes ging die Hälfte davon auf seine Wittwe über. &amp;lt;ref&amp;gt;Medic. chirurg. Zeitg.; Salzburg; 1800, III. 315&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; Dieses war bekannt, bevor die Veröffentlichung des großen Fiebermittels erschien, worauf man nun mit großer Spannung wartete. Endlich wurde die Wissbegierde befriedigt, im Herbst 1800. Das merkwürdige Fiebermittel bestand in Schwefelsäure und Salzsäure; Salpetersäure war unter Verhältnissen auch gut. &amp;lt;ref&amp;gt;ib 1799, IV. 189, 1800, I. 25 u. 1800, IV. 292&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; Die „für Studirende und Aerzte&amp;quot; geschriebenen Lehrbücher der Therapie waren so buntscheckig wie die Landkarten. Die Ontologie, die Idee, dass Krankheit ein fremdartiges, im Körper sein Unwesen treibendes Ding ist, war von Galen her noch in großen Ehren. Deshalb stand die „ausleerende Methode&amp;quot; obenan. Weiter gab es eine exzitierende Methode, eine stärkende, eine schwächende Methode, eine besänftigende — antagonistische — restaurierende (nicht zu verwechseln mit der stärkenden) — eine adstringierende Methode, welche die Kohäsion vermehrte — eine relaxierende, welche die Kohäsion verminderte — eine derivierende, deobstruierende, resolvierende Methode, ferner eine specifische, antimiasmatische, antiseptische und antigastrische Methode. &amp;lt;ref&amp;gt;cf. Hufeland, System der practischen Heilkunde, Jena, 1818 u. Andere&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
==== Arzneimittel beim Auftreten Hahnemanns ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arzneimittel wurden diesen Methoden angepasst; so gab es versüßende, verdünnende, auflösende, verdickende, blutreinigende, kühlende, ausleerende, schleimeinschneidende etc. Arzneien. Ein Simplex zu verordnen war ungewöhnlich. Man findet noch die Ansicht, dass ein Rezept aus einer Basis, einem Konstituens, einem Adjuvans, einem Korrigens und einem Dirigens bestehen müsse.&amp;lt;br/&amp;gt; Kompositionen von 8, 10 und mehr Mitteln waren an der Tagesordnung. Es gab sogenannte „Magistralformeln,&amp;quot; komplizierte Mischungen gegen gewisse Krankheiten, von „Autoritäten&amp;quot; zusammengesetzt, durch die „Erfahrung&amp;quot; geheiligt. Solche wurden in den Apotheken vorrätig gehalten, und man wagte nicht daran zu modeln.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie die erzählten Krankengeschichten in den Journalen ausweisen, wurden die Rezepte bei akuten Krankheiten häufig alle Tage, bei chronischen alle 2 —3 Tage gewechselt.. Und welche unglaublichen Mengen von Arzneien wurden dem kranken Körper eingeflößt! Darin übertrafen sich die verschiedenen Systeme gegenseitig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die tiefer liegenden Gründe für diesen Wirrwarr sahen diese Ärzte selbst nicht ein. Sie verstanden nicht zu beobachten. Statt Tatsachen zu sammeln und nur Tatsachen zu sammeln, und keine weiteren Schlüsse daraus zu ziehen, als soweit diese Tatsachen reichten, knüpften sie an einzelne Beobachtungen an, machten Vergleichungen, schufen Theorien, und ordneten die Dinge diesen Theorien unter. Zum Überfluss verlieh die Naturphilosophie diesen Spekulationen Flügel, und man hob sich vollends aus der Wirklichkeit in die Welt der Phantasie.&amp;lt;br/&amp;gt; Dazu kam, dass das Streben nach Erkenntnis bei einem großen Teil, der Ärzte sehr darnieder lag. Darüber wurde häufig Klage geführt. Prof. Baldinger bedauerte, dass nicht allein viele Ärzte, sondern auch viele Professoren wenig Studieneifer zeigten. &amp;lt;ref&amp;gt;Medic. Journal von Baldinger, 1790, St. 23, S. 16&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ärztliche Kollegialität entsprach dem Grade des Wissens. „Ein wütiger Parteigeist,&amp;quot; schrieb Prof. Roose 1803 &amp;lt;ref&amp;gt;Horn’s Archiv für med. Erf., III. S. 1f&amp;lt;/ref&amp;gt; , „hat sich vieler Gemüter bemächtigt und droht sich immer allgemeiner zu verbreiten. Die Ärzte spalten sich in Sekten und stehen in heftigem, zum Teil unbegründeten, Widerspruch zueinander. Eine Meinungswut und eine Verfolgungssucht wird unter den Ärzten immer gewöhnlicher. &amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Je unsicherer sich der Arzt in seiner Kunst fühlt, um so lauter der Ruf nach Staatshilfe gegen die Kurpfuscher und Quacksalber. Wedekind (1. c. S. 38): „Der wissenschaftliche Arzt geht zu Grunde, wenn die Regierung ihn nicht auf alle Art begünstigt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hahnemanns Leistungen in der Arzneikunde ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste größere medizinische Schrift von Hahnemann erschien 1784 &amp;lt;ref&amp;gt;Anleitung alte Schäden und faule Geschwüre gründlich zu heilen nebst einem Anhange über eine zweckmäßigere Behandlung der Fisteln, der Knochenfäule, des Winddorns, des Krebses, des Gliedschwamms und der Lungensucht. Leipzig, 1784&amp;lt;/ref&amp;gt; „Der grösste Theil der Aerzte,&amp;quot; sagt Halmemann in der Vorrede, „macht sich damit nichts zu schaffen und überlässt sie dem Bader, dem Schäfer und dem Scharfrichter, gewiss mehr aus Unwissenheit, als aus Ekel. Der Ruhm, dergleichen Heldenkur verrichtet zu haben, überriecht den faulen Eiter bey weitem.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Das Verfahren der alltäglichen Ärzte und Wundärzte bestand zunächst in „Reinigung des Blutes,&amp;quot; Aderlassen, Schröpfen, Schwitzen, Purgieren. Äußerlich waren die Bleipräparate, besonders Bleisalben und -pflaster die Hauptmittel.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Vom Autoritätsglauben der damaligen Zeit scheint Hahnemann auch als junger Arzt unberührt geblieben zu sein. „Das gewöhnliche Ende solcher Kurarten machen alte Weiber, der Scharfrichter, der Vieharzt, der Schäfer und der Tod. Bei dem allen hindert mich Ehrgeiz nicht, zu gestehen, dass Viehärzte grösstentheils glücklicher, dass ist geschickter in Heilung alter Wunden sind, als oft der schulgerechteste Professor und Mitglied aller Akademien. Man schreie nicht, dies sei blosse Empirie, ich wünsche mir ihre handwerksmässigen Kunstgriffe zu besitzen, die sich auf Erfahrungen gründen, welche ihnen freilich oft nur die Behandlung der Thiere an die Hand gegeben hat, die ich aber gerne gegen verschiedene medicinische Folianten eintauschen möchte, wenn sie ihnen dafür feil wären.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Den Mangel an einem Prinzip zur Auffindung von Heilkräften beklagt er schon damals. Wenn Hahnemann sich von einer Sache überzeugt hielt, so trat er mit der größten Bestimmtheit auf und ließ sich so leicht nicht davon abbringen. &amp;quot;Ich habe,&amp;quot; sagt er, „die ausgesuchtesten und zahlreichsten Erfahrungen vor mir und verlange unumschränkten Glauben in diesem Stücke.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo es nötig war, riet er energisch einzugreifen. &amp;lt;ref&amp;gt;Anleitung alte Schäden und faule Geschwüre gründlich zu heilen nebst einem Anhange über eine zweckmäßigere Behandlung der Fisteln, der Knochenfäule, des Winddorns, des Krebses, des Gliedschwamms und der Lungensucht. Leipzig 1784; S.44&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Er erzählt von einer Karies des Mittelfußknochens der großen Zehe mit unterminierenden Fisteln und jauchigem Eiter. „Ich wurde gerufen. Ich erweitere die Wunde, verbinde sie etliche Tage mit Digestiv (eine Abreibung von Perubalsam oder Kopaivabalsam mit 2-3 Teilen Eidotter), den Knochen schabe ich reine aus und sondre das Verdorbene ab, verbinde ihn mit Alkohol und sehe dem Erfolge zu.&amp;quot; Später legte er abwechselnd Verbände von Sublimatwasser und Digestiv an. Innerlich gab er stärkende Arzneien und allmälich trat die Heilung ein. Das Ausschaben des kariösen Knochens wird heute als eine Errungenschaft der neueren Zeit hingestellt. Jedenfalls zeigt Hahnemann durch seine Wund- und Geschwürsbehandlung, dass er auch als Chirurg Vorzügliches geleistet hat und die Masse seiner Zeitgenossen überragte, und er hatte nicht Unrecht am Schluss zu sagen:&amp;lt;br/&amp;gt; „Man wird mir nicht verargen, dass ich auf eine so allgemein anwendbare Heilung der alten bösartigen Geschwüre dringe, und sie allen übrigen, doch mit Einschränkung, vorziehe; die ausgesuchtesten, gehäuftesten Erfahrungen sind auf meiner Seite. Wer so viel Beobachtungen in diesem Falle anzustellen Gelegenheit gehabt hat, als ich, wer sich so von dem Wohlsein seiner Nebenmenschen dahinziehe und bestimmen lässt, wie ich von mir fühle, wer so sehr die Vorurtheile und die Vorliebe für das Alte und Neuere, oder überhaupt für das Ansehn irgend eines großen Namens hasset und sich so eifrig bestrebt, selbst zu denken und zu handeln, wie ich dies Zeugnis bei mir fühle, der kann, wie mich deucht, nicht leicht auf eine andere oder bessere Behandlung alter Geschwüre kommen, kann folglich mit mir auch vorzügliche Erfolge seines Fleisses sehn, die größte unter den Belohnungen, die ein rechtschaffner Arzt erwarten darf, Erfolge, die mir fast nie trügten, da sie vor Andern hingegen bei andrer Behandlung fast stets verschwanden.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht minder günstige Aufnahme bei seinen ärztlichen Kolegen auch fand die Schrift: &amp;quot;Unterricht für Wundärzte über die venerischen Krankheiten, nebst einem neuen Queksilberpräparate. Leipzig 1789&amp;quot;. In der „Medic. chir. Zeitung&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Red. v. Prof. Hartenkeil, Salzburg 1790 III. 8. 345.&amp;lt;/ref&amp;gt; las man:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„... Das Buch ist aber nicht nur die Arbeit eines Mannes von Kopf und Gelehrsamkeit, sondern auch in einer aphoristischen Kürze geschrieben, wozu nur der gelehrte Arzt in Hunter, Schwediaur, André etc, den Kommentar findet. — Es ist ein Buch für akademische Vorlesungen, obgleich der Verfasser es nicht dafür bestimmt hat&amp;quot;.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Bald erschien das Buch über Syphilis von A. R. Vetter: „Neue Curart aller venerischen Krankheiten nach Hunter, Girtanner und Hahnemann.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Wien 1793. 488 S.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ueber seine Uebersetzung von Cullen's Materia medica schreibt die „Medicinisch-chirurgische Zeitung.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt; Medicinisch-chirurgische Zeitung , 1791 1. S. 117 u. 231.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;nbsp;:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Herr Hahnemann hat diese Uebersetzung, der Dunkelheit des Vortrages im Original ungeachtet, mit besonderem Fleiss verfertigt . . . Die Anmerkungen des Herrn Uebersetzers sind grösstentheils sehr lehrreich, und auch durch seine hin und wieder angebrachten Berichtigungen hat er den Werth dieses wichtigen Werkes erhöhet.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
===== Hahnemann und die Psychiatrie =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Art und Weise, wie früher (wir brauchen nicht einmal bis auf Hahnemanns Zeit zurückzugehen) die Geisteskranken behandelt wurden, kennt jeder Arzt. Aufgeregten und widerspenstigen Kranken dieser Art begegneten die Ärzte wie wilden Tieren; man wollte Angst, Schrecken, Entsetzen in ihnen erzeugen. Körperliche Züchtigungen, Ekelkuren waren etwas Alltägliches. Tobsüchtige wurden auf ein horizontales Brett geschnallt, das mit grosser Schnelligkeit um eine vertikale Achse gedreht wurde, in den sog. Drehstuhl gesetzt etc. „Eine als gut eingerichtet geltende Irrenanstalt erschien daher in gewisser Beziehung einer Folterkammer nicht ganz unähnlich,&amp;quot; sagt Westphal. yref&amp;gt;Psychiatrie und psychiatrischer Unterricht, Berlin 1880.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;nbsp; Diese Behandlung wurde auch von Ernst Horn in der ihm 1806 übertragenen Irrenabtheilung der Berliner Charite, damals die grösste Irrenanstalt Preussens, eingeführt. Ausserdem erfand er noch den „geschlossenen Sack&amp;quot;, worin die Maniakalischen zugebunden wurden, und in welchem sie, nach Westphal, da liegen bleiben mussten, wo sie eben hingelegt waren.&amp;lt;br/&amp;gt; „Man scheut sich zu gestehen,&amp;quot; sagt Westphal 1880, „ein wie kurzer Zeitraum dazwischen liegt, dass Geisteskranke Sonntagsbesuchern vou Hospitälern und Arbeitshäusern als eine Art Sport gezeigt und zum Vergnügen der Besucher gereizt wurden.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hahnemanns psychiatrischer Standpunkt war dieser:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Nie lasse ich einen Wahnsinnigen je mit Schlägen oder andern schmerzhaften körperlichen Züchtigungen bestrafen, weil es für Unvorsetzlichkeit keine Strafe gibt, und weil diese Kranken bloss Mitleid verdienen und durch solche rauhe Behandlung immer verschlimmert, wohl nie gebessert werden.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Monatsschrift Februarheft 1796 — Stapf II. S. 245.&amp;lt;/ref&amp;gt; So behandelte und heilte er 1792 den wahnsinnig gewordenen, als Schriftsteller bekannten Geh. Kanzleisekretär Klockenbring aus Hannover. Nach seiner vollkommenen Wiederherstellung vom Wahnsinn zeigte dieser Unglückliche seinem Retter „oft mit Thränen die Reste der Schwielen von Stricken, deren sich seine vorigen Wärter bedient hatten, ihn in Schranken zu halten.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Hahnemann marschierte also auch hier an der Spitze. Dass er anfangs den Aderlass anwandte, ist natürlich; aber wir finden ihn stets sehr vorsichtig dabei zu Werke gehen und schon 1784 gegen die übermäßigen. Blutentziehungen ankämpfen. 1832 schreibt Hahnemann in einem Briefe an M. Müller&amp;amp;nbsp; &amp;lt;ref&amp;gt;M. Müller ,,Zur Geschichte der Homöopathie,' Leipzig 1837 S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; , dass er seit über Jahren die Aderlass-, Brech- und Purgiermittel verschmähe. 1797 hat er indess noch Blutziehungen angewandt, wie aus einer Abhandlung in Hufeland's Journal hervorgeht, und 1800 war er wenigstens noch kein absoluter Gegner derselben, „In sthenischen acuten Uebeln thun Aderlass und möglichste Entfernung aller Art von Reizen weit mehr als die wässerigen Tränke.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Arzneischatz, aus dem Engl. übers. von Hahnemann. Leipzig 1800; S. 171.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
==== Die Krätze ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Die Krätze aus frühmedizinischer Sicht =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;In Bezug auf die Krätze nahm Hahnemann einen sehr „vorgeschrittenen&amp;quot; Standpunkt ein, den er indess über 30 Jahre später vollständig änderte. Abgesehen von bloßen Andeutungen älterer Schriftsteller hat Bonomo in Livorno schon 1683 die Krätzmilbe richtig abgebildet, weshalb ihn Wichmann&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Aetiologie der Krätze von J. E. Wichmann, Kgl. Grossbritt. Hofmedikus zu Hannover, Hannover, 1786 mit 4 Abbildungen von Krätzmilben, Copie nach Bonomo. 2. Aufl., 1791&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;mit Recht den Begründer der Krätztheorie nennt. Bonomo gestand ein, dass er durch arme Weiber und Sklaven in Livorno darauf gebracht sei, welche sich die Milben mit Nadeln gegenseitig herausgesucht hätten.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Die Parasitenlehre wurde indess wenig oder gar nicht beachtet, bis Linné 1757 (Exanthemata viva) und der obengenannte Wichmann 1786 dieselbe in Erinnerung brachten.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Wichmann stand in seiner Schrift bereits vollständig auf dem heutigen Standpunkte. In England wurde die Krätze bereits allgemein als „lebender Ausschlag&amp;quot; behandelt, in Frankreich warnte die medizinische Fakultät noch vor den äußeren Mitteln, mit denen man dort im Volke gegen dieses Leiden vorging. &amp;lt;ref&amp;gt;Wichmann, I. c. S. 118.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Nicht viel anders war es in Deutschland. Wichmann wurde überhört. Es herrschte die Ansicht vor, die Milbe sei das Produkt, nicht die Ursache der Krätze. So nahm Joh. Jak. Bernhard&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Handbuch der allg. und besondern Contagienlehre, Erfurt bei Henning, 1815, 608 S., auch unter dem Titel: „Ueber die Natur etc. des Spitaltyphus und der ansteckenden Krankheiten überhaupt.“&amp;lt;/ref&amp;gt; die Milbe in der Krätze und „die mikroskopischen Thierchen in andern contagiösen Krankheiten&amp;quot; nicht für das Kontagium selbst an. Er hielt sie aber für wesentliche Bestandteile der Ansteckungsstoffe, „wie die Thierchen im Samen und in der Vaccinalymphe.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Auch zufällig könnten sich wohl dergleichen Tierchen erzeugen ohne ansteckend zu sein wie z. B die Läusesucht bewiese.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Friedrich Jahn bestreitet 1817 energisch die Parasitentheorie der Krätze&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;. &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;Klinik der chron. Krankheiten, Erfurt, 1817, Bd. II. S. 614f&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Er hält die „unleugbaren Krätzmetastasen&amp;quot; und vieles Andere entgegen und urteilt zuletzt: „Wir können also diese ganze Theorie als ungegründet annehmen.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;J. P. Frank tritt in seinem 1821 vollendeten Buche „De curandis hominum morbis&amp;quot; als einer der entschiedensten Vertreter der causa viva auf, will die Krätzmilbe im Anfang töten, aber bei länger dauernder Krätze hält er „unvorsichtige Unterdrückung&amp;quot; für sehr gefährlich. Er unterscheidet 13 Arten von „symptomatischer Krätze,&amp;quot; so eine scorbutische, eine hypochondrische, critische, plethorische etc.; auch eine „P. neogamorum,&amp;quot; eine Krätze der Neuvermählten ist darunter.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Ferdinand Jahn, ein talentvoller Schüler Hensingers und Schönleins, ein Anhänger der naturhistorischen Schule, hat 1828 folgende Ansicht:&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Ahnungen einer allgem. Naturgeschichte der Krankheiten, Eisenach, 1828, S. 201&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Die chronischen Ausschläge sind in den meisten Fällen die äussern Erscheinungen von Dyskrasien, die mit fester, starker Wurzel im Innern des Organismus haften . . . Krätze, der die Hautblüthen genommen wurden, entwickelt ihre im Innern des Organismus ruhende Wurzel stärker, sodass jene Erscheinungen, die unter dem Namen der Kratzmetastasen berüchtigt sind, sich einstellen.&amp;quot; Solchen Ansichten gegenüber vergesse man nicht, dass damals Krätzausschläge mit dichten Eiterpusteln über den Körper und ausgedehnten Hautverschwärungen keine Seltenheit waren.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Autenrieth, bekanntlich ein Schüler J. P. Franks, schreibt unter dem Titel: „Nachkrankheiten, welche auf vertriebene Krätze folgen&amp;quot; im Jahre 1808:&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;Versuche über die prakt. Heilkunde aus den klin. Annalen von Tübingen, 1808 - Griesselich, Kleine Frescogemälde, Carlsruhe, 1836 I. S. 88&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Die furchtbarste und in unsern Gegenden häufigste Quelle chronischer Krankheiten der Erwachseuen sind die mit Schwefelsalbe oder überhaupt mit fettigen äussern Mitteln schlecht behandelten Rauden- oder Krätzauschläge. Ich habe das Unglück, das bei Rauden der untern Stände, und denen, die eine sitzende Lebensweise haben, dadurch entsteht, so häufig hier gesehn, und ich sehe es täglich in so mannigfaltiger, trauriger Gestalt, dass ich keinen Augenblick anstehe, es für einen der Aufmerksamkeit jedes Arztes, selbst jeder Obrigkeit, der irgend auch das Gesundheitswohl ihrer Untergebenen am Herzen liegt, würdigen Gegenstand laut zu erklären.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Nachkrankheiten von „verschmierter Krätze&amp;quot; sind nach Autenrieth I. c: „Fussgeschwüre — Lungenschwindsucht — eine Art hysterischer Chlorosis — weisse Kniegeschwulst — Gelenkwassersucht — Amaurose mit Verdunkelung der Hornhaut — Glaukom mit Amaurose — Geistesverwirrung — Lähmung — Schlagfluss — gekrümmter Hals&amp;quot; etc.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Trotz alledem vertrat Autenrieth die Parasitentheorie in einer für seine Zeit ungewöhnlichen Ausdehnung. Man hielt eben dafür, dass die Milbe zugleich Trägerin eines Giftes sei, welches von der Oberfläche nicht in das Innere des Körpers „verschmiert&amp;quot; werden dürfe, und dass andererseits die Krätze das auf die Haut geworfene Produkt innerer Krankheiten sein könne.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Hufeland wird es bestätigen:&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Euchiridion medic., Vermächtnis einer 50jähr. Praxis, St. Gallen, 1839, 2. Aufl., S. 293f&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Aber die Krätze kann auch als Product und Symptom innerer Krankheiten erscheinen — Scabies spuria. Hier ist sie zwar nur Form einer andern Krankheit, aber auch hier kann sich zuletzt ein Contagium entwickeln und so ansteckend werden. Dahin gehört die syphilitische, die scrophulöse, die arthritische und scorbutische Krätze, auch die critische, ein krätzartiger Ausschlag, mit und durch welchen die critische Lösung sowohl acuter, als chronischer Krankheiten erfolgt . . . Die in Pusteln gefundenen Milben sind nicht Ursache, sondern Wirkung, Parasiten der Krätze . . Aber hierbei (bei der Behandlung) treten manche Schwierigkeiten und wichtige Rücksichten ein. Man kann nämlich durch eine bloss örtliche Anwendung des Specificums auf die Haut zwar die krankhafte Thätigkeit der Haut supprimiren, aber das Contagium selbst, was schon tiefer eingedrungen ist, wird dadurch nicht zerstört, und die Folge ist, entweder dass die Krätze immer wieder erscheint, oder, was noch schlimmer ist, sich auf innere Theile wirft und oft sehr gefährliche und hartnäckige Metastasen erzeugt. So kann Lungensucht — Lungenkrätze — Wassersucht, Magenkrampf — Magenkrätze - Epilepsie und alle Arten von Nervenkrankheiten die Folge sein.&amp;lt;br/&amp;gt; Noch bedenklicher wird dies, wenn die Krätze complicirt mit einer andern Krankheit oder gar ein Product oder Crise einer andern Krankheit ist.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Im Jahre 1835 konnte der belesene Rau&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;Ueber den Werth des hom. Heilverfahrens, 2. Ausgabe, Heidelberg und Leipzig, S. 33&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;noch schreiben: „Die Behauptung, welche ein bekannter Schriftsteller (Krüger-Hansen?) unlängst aufgestellt hat, dass gar keine nachtheiligen Folgen von schnell unterdrückter Krätze zu befürchten seyen, wird durch so zahlreiche Beobachtungen widerlegt, dass es nutzlos seyn würde, mit einem Widerspruche hervorzutreten.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Nebenbei sei daran erinnert, dass man zu jenen Zeiten noch eine sehr mangelhafte Diagnostik der Hautkrankheiten hatte, dass Skabies, Ekzem, Impetigo, Prurigo etc. noch nicht voneinander unterschieden wurden, und für verschiedene Intensitätsgrade einer und derselben Krankheit galten.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Hahnemann und die Krätze =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Hat Hahnemann die Krätzmilbe gekannt? Und in welcher Zeit hat er Kenntniss von ihr gehabt? Bei der Übersetzung von Monros Arzneimittellehre, 1791, schreibt Hahnemann in einer Anmerkung (II. 49):&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Lässt man einen kürzlich angesteckten Krätzigen mit wohlgesättigtem, schwefelleberlufthaltigem Wasser täglich etliche Male waschen, auch wohl das leinene Zeug hineintauchen, so ist das Uebel binnen etlichen Tagen verschwunden, und kommt ohne eine neue Ansteckung nicht wieder. Müsste sie aber nicht wieder kommen, wenn eine Schärfe der Säfte zum Grunde läge? Diese Erfahrung habe ich sehr oft gemacht und: vermuthe nebst Andern einen lebendigen Stoff als Krankheitsursache. Alle Insecten (wozu bekanntlich. damals die Krätzmilbe gezählt wurde) und Würmer werden durch Schwefelleberluft getödtet.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Später betont er in demselben Werke in einer Anmerkung nochmals (II. 441), dass Krätze ein „lebendiger Ausschlag&amp;quot; sei.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Im Jahre 1795 las man von Hahnemann eine Abhandlung „&amp;lt;/span&amp;gt;Ueber den Ansprung (crusta lactea). MBk (1795), 3. Bd., 4. St., S. 701-705&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;quot; in J. Fr. Blumenbachs medizinischer Bibliothek. &amp;lt;ref&amp;gt;Bd. 3., St. 4, Göttingen, 1795&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Dieses Werk erschien nicht in bestimmter Zeitfolge. Es finden sich in diesem Bande Arbeiten, welche bereits 1703 verfasst sind. Hahnemann hat seinem Aufsatz kein Datum zugesetzt, sodass die Zeit des Niederschreibens sich nicht genau bestimmen lässt.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Er erzählt aber darin, dass er sich zur Zeit der beschriebenen Maßnahmen auf dem Lande befunden habe. 1794 bis 1796 hielt er sich in Pyrmont und Braunschweig auf; 1792 bis 1794 bei Gotha. In diese letztgenannte Zeit fällt also die folgende Beobachtung. In dem Dorfe, (wahrscheinlich Molschleben) „wo meine Kinder vollkommene Gesundheit genossen&amp;quot;, waren viele Kinder mit der sogenannten Milchkruste behaftet und zwar in ungewöhnlichem Grade. Da Hahnemann glaubte, eine Übertragung dieser Affektion bemerkt zu haben, so suchte er eine Berührung seiner Kinder mit den infizierten Dorfkindern zu verhüten. Einem derart kranken Knaben gelang es indess, zu ihnen zu kommen, „und ich ward ihn gewahr, wie er vertraulich mit ihnen spielte. Ich entfernte ihn; aber die Ansteckung war geschehn.&amp;quot; Der Knabe hatte Hahnemann's Kinder geküsst. Es bildete sich das Uebel zuerst bei dem einen, dann bei seinen 3 andern Kindern aus.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Ich übergoss trockene Schwefelleber — Austerschalenpulver mit gleichen Theilen Schwefel gemischt und 10 Minuten in Weissglühe erhalten — mit warmem Wasser. Es entsteht eine gelinde schwache Auflösung. Hiemit bepinselte ich das Gesicht der zwey, welche den Ausschlag am stärksten hatten, alle Stunden, zwey Tage nach einander. Schon nach dem ersten Befeuchten merkte ich, dass das Uebel still stand, und allmählig heilte.&amp;quot; Dasselbe Verfahren wandte er bei den andern Kindern mit Erfolg an.&amp;lt;br/&amp;gt; „Das Mittel zersetzt sich auf der Haut durch die freye Luft allmälig, und es entwickelt sich unter üblem Geruche die Schwefelleberluft, welche, wie bekannt, die meisten Insecten plötzlich tödtet.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Ist der Ansprung nicht ein Hautübel blos von Ansteckung? Hat die Ansteckung nicht etwa gar kleine Thierchen zum Miasm?&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Ich getraue mir in der Praxis keine Gelegenheit wieder zu finden, die mir die Bejahung dieser Frage so positiv an die Hand gäbe, als diese, die ich so ganz in meiner Gewalt hatte.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Meine Kinder bekamen keine Abführungsmittel, noch sonst etwas, da sie übrigens gesund waren und gesund blieben.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1791 erzählt er (Monro I. 76), dass er Krätze durch bloss innerliche Arznei geheilt habe, was dadurch zu erklären war, dass man mit dem Namen &amp;quot;Krätze&amp;quot; einen viel weiteren Begriff verband, als heutzutage. „Krätze&amp;quot; war eine Diagnose, welche weit über die Grenzen unseres heutigen Begriffes Skabies, Krätze, hinausging. So hatte sich ihm allmählich der Gedanke aufgedrängt, dass den Hautkrankheiten ein „Etwas&amp;quot; zu Grunde liege, welches auch andere Krankheiten zu erzeugen im Stande sei, und von Generation zu Generation sich forterbend die entfernte Ursache für viele Krankheiten bilde. Außer dieser Psora blieben noch als Grundursachen übrig die Sycosis, mit dem Tripper zusammenhängende Erscheinungen, und Syphilis. Wenn auch etwas Wahres in diesen Ansichten enthalten sein mag, so ging doch Hahnemann damit weit über die Wirklichkeit hinaus und geriet in einen großen Irrtum.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Hahnemanns frühe Reputation als Arzt&amp;lt;/span&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Über Hahnemanns Ruf als ausübender Arzt in damaliger &amp;lt;/span&amp;gt;Zeit berichten Zeitgenossen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Brunnow erzählt&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Ein Blick auf Hahnemann, Leipzig, 1844, S. 6&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;: „In der That gelangen ihm schon im Anfange seiner ärztlichen Thätigkeit vermöge seines einfachen Heilverfahrens viele ausgezeichnete Kuren, und es wurde ihm überall, wo er auftrat, der Ruf eines ebenso umsiehtsvollen als glücklichen Praktikers zu Theil&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Die Medicinisch-chirurgische Zeitung (1799 II. 411) schreibt: „Hahnemann hat sich als ausübender Arzt einen Nahmen in Deutschland erworben.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; In derselben Zeitschrift &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Ergänzungsheft VII, S. 307&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;wird er als ein Arzt geschildert, „dem wir schon so manchen schönen Beytrag zur Vervollkommnung unserer Wissenschaft schuldig sind.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; In den Allgemeinen medicinischen Annalen des 19. Jahrh. wird im Novemberheft 1810 Hahnemann ein Mann genannt, „welcher seit länger als 20 Jahren als denkender Arzt und guter Beobachter bekannt ist . . . und dabei seinen Ruf als geschickter und glücklicher Practiker fortdauernd erhalten hat.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Hufeland nennt ihn 1798 &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Huf. Journ. Bd. 6, St. 2, Anm.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;einen Mann, „dessen Verdienste um unsere Kunst entschieden genug sind,&amp;quot; und ferner&amp;lt;ref&amp;gt;Ib. Bd. 5, St. 2, S. 52&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„einen der vorzüglichsten Aerzte Teutschlands,&amp;quot; . . . „einen in Erfahrung und Nachdenken gereiften Arzt.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;1800 sprach Daniels&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Ib. Bd. 9, St. 4, S. 15&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;von dem „durch seine Schriften berühmten Hahnemann.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; In demselben Jahre schrieb Bernstein im „practischen Handbuch für Wundärzte&amp;quot;: „Samuel Hahnewann, ein sehr verdienter Arzt, ist bekannt durch sein vortreffliches Quecksilberpräparat, nemlich den Merc. solub., ferner durch seine Weinprobe und überhaupt durch seine chemischen und pharmaceutischen Schriften, und hat sich auch um Wundärzte verdient gemacht. Er gab für solche heraus: Anleitung alte Schäden und Geschwüre zu heilen 1784, und: Unterricht für Wundärzte über die venerischen Krankheiten. Leipzig 1786.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Im Jahre 1791 erwählte ihn die Leipziger ökonomische Gesellschaft, dann die Kurfürstlich-Mainzische Akademie der Wissenschaften, später die physical. medic. Gesellschaft zu Erlangen zu ihrem Mitgliede.&amp;lt;br/&amp;gt; 1798 las man in der Medicinisch-chirurgischen Zeitung (IV. 192) diese Notiz: „Mietau. Hier soll eine provisorische Universität errichtet werden. Man sagt, für die medicinische Fakultät seyen Herr Dr. Samuel Hahnemann zu Königslutter, Herr Dr. Samuel Naumburg in Erfurt und Herr Dr. Frank in Mühlhausen bestimmt.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
==== &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Hahnemann als Reformator&amp;lt;/span&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon 1784 spricht er verächtlich von den „Modeärzten&amp;quot;. 1786 eifert er in seinem Buche über den Arsenik gegen den damaligen elenden Zustand der Arzneikunde, gegen die „Pfuscherärzte, der fruchtbarsten Quelle des Todes&amp;quot;, welche unter anderen den Arsenik in Substanz auf Geschwüre aufpulverten, dadurch oft den Tod der Kranken herbeiführten, und welche dieses Mittel in leicht tötlichen Gaben gegen Intermittens gäben etc. 1791 hatte er bei Monro zu übersetzen, dass Canthariden die krankhaften Säfte auflösten. Hahnemann bemerkt dazu (II. 248):&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Dies ist der gewöhnliche Wahn, dass die Geschwüre von blasenziehenden Mitteln nur die bösen Säfte ausziehn. Wenn die Säftemasse während ihres Kreislaufs, im Ganzen genommen, von gleicher Mischung durchaus ist, wenn die aushauchenden Öffnungen der Blutgefässe eine nicht sehr abweichende Ausdünstungsmaterie, bei sonst gleichen Umständen, verdampfen, so begreift kein vernünftiger Physiolog, wie ein blasenziehendes Mittel electiv auf den Ort seiner Anwendung nur die schädlichen Theile der Säfte ver&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;sammeln und herausziehen sollte. In der Tat strotzt die Blase unter dem Pflaster blos von einem Theile des gemeinsamen Blutwassers, wie es sich auf dem aus der Ader gelassenen Blute sammeln würde. Doch auch Aderlasse sollen nach dem Wahne dieser Kurzsichtigen nur das böse Blut abziehn und fortgesetzte Laxanzen nur die bösen Säfte ausleeren! Ich entsetze mich vor dem Schaden, den so allgemein eingeführte Thorheiten anrichten.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;So nimmt Hahnemann an zahlreichen Stellen jede Gelegenheit wahr, seine Amtsbrüder auf die immer mehr von ihm erkannten Torheiten aufmerksam zu machen, von denen er selbst sich allmälich loszumachen das redlichste Bestreben zeigte.&amp;lt;br/&amp;gt; 1790 tritt er kräftig gegen die damaligen Arzneimittellehrer auf (Cullen I. 58):&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Die alten Arzneimittellehrer sind mit ihren Seichtheiten, Unbestimmtheiten, Weibermährchen und Unwahrheiten bis in die neueste Zeit nachgebetet worden — einige wenige Ausnahmen abgerechnet — und weder die Erzväter noch ihre schwachen Jünger verdienten Schonung. Wir müssen uns mit Gewalt von diesen vergötterten Gewährsmännern losreissen, wenn wir in einem der wichtigsten Theile der practischen Arzneikunst das Joch der Unwissenheit und des Aberglaubens losschütteln wollen. Nun ist es hohe Zeit.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Aus dem Gewirr von „Beobachtungen&amp;quot; und „Erfahrungen&amp;quot; die Wahrheit herauszufinden, schlug er schon sehr bald den Weg ein, den alle großen Ärzte gingen; er vermied das geschäftige Handeln am Krankenbette, wie es seine Zeitgenossen übten, und drang seinen vielmischenden Kollegen gegenüber auf:&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Einfache Verordnungen - Hahnemann tendiert zu Einzelmitteln&amp;lt;/span&amp;gt; =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um dieses gebührend zu würdigen, erinnere man sich daran, dass damals noch gelehrt wurde, ein regelrechtes Rezept müsse aus verschiedenen Teilen bestehen. Darin war natürlich auch Hahnemann unterrichtet, und er gestand später ein, dass die Mischerei „seinem Gebeine hartnäckiger angehangen habe, als &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;das&amp;lt;/span&amp;gt;Miasma irgendeiner andern Krankheit.&amp;quot; Wenn man ihn daher in den ersten Jahren seiner Praxis noch hie und da Gemische, meistens von 2 Mitteln, geben sieht, so beobachtet man andererseits, dass er diesen 'Unfug' immer weiter von sich streift. Schon 1784&amp;lt;ref&amp;gt;Ib. Bd. 9, St. 4, S. 15&amp;lt;/ref&amp;gt; redet er der einfachen Behandlungsweise das Wort „statt des Mischmasches von widersprechenden Verordnungen.&amp;quot; 1791 fragt er, als Monro ein kompliziertes Verfahren &amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;gegen Leberverhärtung vorschlägt (Monro &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm7&amp;quot;&amp;gt;II. &amp;lt;/span&amp;gt;288):&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Was half denn nun eigentlich? . . Solange wir nicht einzelne Mittel fortgesetzt anzuwenden uns bequemen, und die begleitenden Umstände, Lebensordnung u. s. w. sorgfältig zu jedem Falle abwägen, wird unsre Arzneikunde noch lange ein Gemisch von Mutmassung, Wahrheit und wahrscheinlicher Dichtung bleiben.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Jahre 1796 schreibt Hahnemann in Hufelands Journal&amp;lt;ref&amp;gt;„Anleitung alte Schäden und faule Geschwüre gründlich zu heilen nebst einem Anhange&lt;br /&gt;
über eine zweckmäßigere Behandlung der Fisteln, der Knochenfäule, des Winddorns,&lt;br /&gt;
des Krebses, des Gliedschwamms und der Lungensucht.“, S. 165 u. 179&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Das Wunderbarste bei dieser Specification der Tugenden einzelner Droguen bleibt für mich immer der Umstand, dass man die noch jetzt die Arzneikunst diffamierende Methode, mehrere Arzneien zugleich in Ein Recept kunstmässig zu verflechten, zu den Zeiten erwähnter Männer (einzelne Arzneimittellehrer) so weit trieb, dass es selbst einem Oedipus unmöglich war, etwas von der Wirkung einem einzelnen Ingredienz des Mischmasches ausschliesslich zuzueignen, und dass man damals, fast noch seltner als jetzt, eine einzelne Drogue als Arznei allein verordnete. Wie können nun aus einer so verwickelten Praxis die Kräfte der einzelnen Arzneien unterscheidbar hervorgehn?&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Hier entsteht die Frage: Ist es gut, vielerlei Arzneien in , Ein Rezept zu mischen, Bäder, Klistiere, Aderlässe, Blasenzüge, Umschläge und Einreibungen zu gleicher Zeit, oder dicht auf einander zu verordnen, wenn man die Arzneikunde zu ihrem Gipfel heben, wirksam heilen, und in jedem Falle gewiss erfahren will, was die Heilmittel gewirkt haben, um sie in ähnlichen Fällen mit desto grösserem oder gleichem Glücke wieder anwenden zu können?&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Der menschliche Geist fasst nie mehr als einen einzigen Gegenstand auf einmal, kann fast nie das Resultat zweier zugleich auf Ein Objekt wirkenden Kräfte auf die Ursachen proportionell repartiren; wie kann er die Arzneikunde zu einer grösseren Gewissheit bringen, wenn er sich, wie es scheint, recht absichtlich bemüht, eine Menge verschiedenartiger Kräfte, auf einmal gegen eine krankhafte Körperveränderung spielen zu lassen, wovon er oft weder letztere deutlich kennt, noch die ersteren einzeln, geschweige in Verbindung.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Wer sagt uns, ob nicht das Adjuvans oder Corrigens in dem vieltheiligen Recepte als Basis wirke, ob das Constituens der ganzen Zusammensetzung nicht eine andere Richtung gebe? Braucht das Hauptmittel, wenn es das Rechte ist, ein Beförderungsmittel? Sieht es mit seiner Fasslichkeit nicht schwierig aus, wenn es noch ein 'Besserungsmittel' bedarf? Oder sollte nicht noch ein Dirigens nöthig sein? Ich dächte! Die bunte Reihe zu vollenden und der Schule Genüge zu thun.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Ich getraue mir, zu behaupten, dass je zwei und zwei Arzneien zusammengesetzt fast nie, jedes seine eigne Wirkung in dem menschlichen Körper äussern, sondern fast stets eine von der Wirkung der beiden einzelnen verschiedene, — eine Mittelwirkung, eine Neutralwirkung, — wenn ich den Ausdruck von chemischen Verbindungen entlehnen darf.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Je zusammengesetzter unsre Recepte sind, desto finstrer wird es in der Arzneikunde.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Darf ich's gestehen, dass ich seit mehreren Jahren nie etwas anderes, ausser ein einziges Mittel auf einmal verordnet und nie wiederholt habe, als bis die Wirkung der vorigen Gabe exspirirt war; — ein Aderlass allein, — ein Ausleerungsmittel allein, — und immer nur ein einfaches, nie ein gemischtes Mittel — und nie ein anderes, als • bis ich mit der Verrichtung des erstern aufs Reine war? Darf ich's gestehen, dass ich auf diese Art glücklich und zur Zufriedenheit meiner Kranken geheilt und Dinge gesehen habe, die ich sonst nie gesehen hätte?&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;„Sind die Hindernisse der Gewißheit und Einfachheit der practischen Arzneykunde unübersteiglich?“;Journal der practischen HeilkundeHufl (1797), 4. Bd., 4. St., S. 727-762&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;» &amp;lt;/span&amp;gt;Von den Kräften eines komponirten Arzneimittels lässt sich nichts a priori schliessen. Jedes Mittel hat seine eigne Tendenz. Mehrere in verschiedenen Richtungen mit verschiedener Kraft gegen einander stossende Kugeln von ungleichartiger Masse und Grösse, welchen Weg werden diese nehmen? Wer sieht das voraus?&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;amp;nbsp; &amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Neues Edinburger Dispensatorium [[Lewis, William:] The Edinburgh new dispensatory. Edinburgh 1794]. 2 Bde., Leipzig 1797-1798; S. 606&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Treffend und scharf kritisiert Hahnemann 1808 den Zustand der damaligen Arzneikunst&amp;lt;ref&amp;gt;Ueber den jetzigen Mangel außereuropäischer Arzneyen. AAdD (1808), 2. Bd.,&lt;br /&gt;
Nr. 207, Sp. 2265-2270&amp;lt;/ref&amp;gt; , indem er die von älteren und jüngeren Praktikern angewandten Curarten bespricht:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;» &amp;lt;/span&amp;gt;Die Curart der meisten Krankheiten durch Ausfegen des Magens und Darmkanals —; die Curart, die ihre Arzneipfeile gegen angebliche Schärfen und Unreinigkeiten in dem Blute und den übrigen Säften, gegen krebsartige, rhachitische, gegen Scrophelschärfe, Gichtschärfe, Flechtenschärfe, gegen scorbutische Schärfe richtet —; die Curart, welche bei den meisten Krankheiten irgend eine Art von Grundübel, entweder Zahnarbeit, oder Fehler im Gallensystem, oder Hämorrhoiden, oder Infarctus, oder Verstopfungen in den Gekrösdrüsen, oder Würmer annimmt und so draufhin curirt —; die Curart, welche in Krankheiten nichts als Schwäche vor sich zu haben, nichts als reizen und abermals reizen zu müssen wähnt (was sie auch stärken nennen) —; die Curart, welche den kranken Körper bloss für eine chemisch zersetzte Masse ansieht, die durch chemische (stickstoffhaltige, 'oxygenhaltige, wasserstoffhaltige) Gegenmittel wieder in die rechte Mischung gesetzt werden müsse, — eine andere Curart, die in Krankheiten nichts als Schleim zur Grundursache annimmt; eine andere, die nur Verdickung der Säfte; eine andere, die nur Säure, eine andere, die nur Fäulniss bekämpfen zu müssen glaubt u. s. w.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Man denke sich nun, in welche Verlegenheit ein Arzt am Krankenbette kommen muss, ob er diese oder jene Methode zu befolgen habe, in welches Gedränge er kommen muss, wenn weder die eine noch die andere Curart anschlägt, wie er da bald von dieser, bald von jener Absicht verleitet, bald diese, bald jene Arzneiformel zu verschreiben, bald wieder wegzusetzen und wieder eine andere zu verschreiben genöthigt wird, auch, weil gewöhnlich keins auf den Krankheitsfall passen will, durch die Stärke der Gaben der kräftigsten, theuersten Arzneien erzwingen zu müssen glaubt, was er durch kleine, seltne Gaben einfacher, aber treffender Arznei nicht mit Gelindigkeit zu heilen weiss.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
===== Kritik an den Arzneimittellehren =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dr. Samuel Hahnemann fand die Arzneimittellehren seiner für nicht glaubwürdig.&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Und woher haben denn die Arzneimittel-Lehren diese Angaben? Doch wohl nicht von einer unmittelbaren Offenbarung? Wahrlich! fast sollte man glauben, sie müssten sie von einer unmittelbaren Eingebung von oben her haben, denn aus der Praxis der Aerzte können sie nicht herrühren, die, wie bekannt, es unter ihrer Würde halten, eine einzelne einfache Arzneisubstanz, und nichts weiter, in einer Krankheit zu verordnen, und lieber die Kranken sterben, lieber die Arzneikunst ewig Urkunst sein liessen, ehe sie sich ihres gelehrten Vorrechts begäben, kunstmässig zusammengesetzte Formeln zu verordnen.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Die meisten angeblichen Tugenden der einfachen Arzneien sind ursprünglich blos in der Hausmittelpraxis aufgekommen und von gemeinen Leuten und Laien auf die Bahn gebracht worden . . . . Diese nackten Nachrichten sammelten sehr kürzlich, oberflächlich und tumultuarisch, mit Aberglauben und Vermuthungen durchwebt, die alten Kräuterbüchermacher Matthioli, Tabernämontan, Gesner, Fuchs, Lonicer, Ray, Tournefort, Bock, Lobel, Thurneisser, Clusius, Bauhin ete. mit dem, was der quellenlose Dioscorides davon in gleichem Tone gesammelt hatte, untermischt, und mit diesem uncritischen Verzeichnisse ward dann unsere gelehrt scheinende Materia medica angefüllt; eine schrieb der andern nach, bis auf unsere Zeiten. Dies ist ihr (eben nicht zuverlässiger) Ursprung.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Die wenigen Bücher, welche Ausnahmen hiervon machen (Bergius und Cullen) sind desto magerer in Angabe der Kräfte der Arzneien; da lernt man, da sie meistens, — besonders letzterer — das Schwankende und Unbestimmte wegliessen, wenig Positives.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Solche Urteile über die allöopathische Arzneimittellehre findet man später in der Literatur zahlreich vor; man könnte einen ganzen Band damit füllen. Zu Hahnemanns Zeiten aber war solches Auftreten etwas Unerhörtes, „Freches&amp;quot; wie die Allöopathen versicherten. Kein Arzt seit Paracelsus hatte es gewagt, mit solcher Offenheit und solchem Mut die ganze Erbärmlichkeit des damaligen ärztlichen Treibens darzulegen.&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;quot;Es muss doch einmal laut und öffentlich gesagt werden&amp;quot;; so schrieb er in einem anonym erschienenen Aufsatz&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;Allg. Anz. d. Deutschen Nr. 207.&amp;lt;/ref&amp;gt; , im Jahre 1808, nachdem er bereits durch 20 Jahre seine Mitärzte auf die Schäden der Heilwissenschaft aufmerksam gemacht, „und so sei es denn vor aller Welt laut und unverholen gesagt: unsre Arzneikunst braucht vom Haupte bis zum Fusse eine völlige Reformation. Was nicht sein sollte, geschieht, und was das Wesentlichste ist, wird völlig übersehn. Das Uebel ist so schlimm geworden, dass nicht die gutgemeinte Gelindigkeit eines Johann Huss mehr hilft, sondern dass der Feuereifer eines felsenfesten Martin Luther den ungeheuren Sauerteig ausfegen muss.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Keine Wissenschaft, keine Kunst, ja selbst kein Handwerk ist so, wenig mit dem Gange der Zeit fortgeschritten, keine Kunst ist so sehr in ihrer ursprünglichen Unvollkommenheit zurückgeblieben, als die Arzneikunst.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Bald folgte man dieser Mode, bald einer andern, bald diesem Lehrgebäude, bald jenem, und wenn das neuere nicht zu taugen schien, suchte man das alte, (schon damals untauglich befundene) wieder hervor. Immer curirte man, nicht nach Ueberzeugungen, sondern nach Meinungen, wovon jede um so künstlicher und gelehrter war, je weniger sie taugte, so dass wir nun dahingekommen sind, dass wir zwar die unselige Wahl haben, eine von den vielen Methoden, die fast alle gleich lahm sind, uns trostlos auszusuchen, aber gar keine feste Norm zum Handeln, keine festen Grundsätze zum Heilen, die anerkannt die besten wären. Jeder verfährt nach dem, was ihn seine Schule lehrte, und was ihn seine Einbildung heisst, und jeder findet in dem unermesslichen Magazine von Meinungen &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;, &amp;lt;/span&amp;gt;Vertreter, auf die er sieh berufen kann.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Am Schluss seiner Abhandlung „Ueber den Werth der speculativen Arzneisysteme&amp;quot; ruft er aus: „Dies ist der wahre, aber schaudervolle Zustand der bisherigen Arzneikunst, welche unter der täuschenden Verheissung von Heil und Gesundheit an dem Leben so vieler Erdenbürger nagt. 0! dass mirs glückte, den bessern Theil der Aerzte, den, welcher die Leiden unsrer Brüder mitfühlt, und sich sehnt, ihnen helfen zu können, auf reinere, gerade zum Ziele führende Grundsätze hinzuweisen!&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
===== Prüfung der Arzneien an gesunden Organismen =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es liegt nahe, dass zu jeder Zeit Arzneien geprüft worden sind, auch am gesunden Körper.&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Aber,&amp;quot; sagt Hahnemann &amp;lt;ref&amp;gt;Organon der Heilkunst. Fünfte verbesserte und vermehrte Auflage. Dresden und Leipzig&lt;br /&gt;
1833; S. 18&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;„vom Dioscorides an steht in allen materiis medicis bis auf die neueren Bücher dieser Art fast nichts von den einzelnen Arzneien angemerkt, was ihre specielle, eigentliche Wirkung sei; sondem, ausser den Angaben &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;von ih&amp;lt;/span&amp;gt;rem vermeintlichen Nutzen gegen diesen oder jenen Krankheitsnamen der Pathologie blos: ob sie Harn, Schweiss, Brustauswurf oder Monatreinigung befördern und vorzüglich ob sie Ausleerung aus dem Speise- und Darmkanale von oben oder unten bewirke, weil alles Dichten und Trachten der praktischen Aerzte von jeher vorzüglich auf Ausleerung eines materiellen Krankheitsstoffes und mehrerer, den Krankheiten zu Grunde liegen sollender Schärfen gerichtet war.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Jedoch war Hahnemann der Erste, welcher diese Prüfung zur Methode machte.&amp;lt;br/&amp;gt; Schon im Jahre 1790 sehen wir ihn an seinem eigenen Körper Arzneiversuche anstellen. 1796 schreibt er in Hufelands Journal &amp;lt;ref&amp;gt;II. St. 3; S. 465f&amp;lt;/ref&amp;gt; , dass das Erforschen &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;specifischer &amp;lt;/span&amp;gt;Mittel&amp;lt;ref&amp;gt;An dieser Stelle wollen wir von vornherein bemerken, dass das Wort spezifisch in der Homöopathie eine andere Bedeutung hat, als bei den allöopathischen Therapeuten. Letztere verstehen unter spezif. Mitteln solche, welche gegen eine bestimmte Krankheit gerichtet sind; so ist ihnen Chinin ein Spezifikum gegen 	Wechselfieber, Mercur gegen Syphilis etc. Der Arzt, welcher nach einem Mittel für eine Krankheitsform sucht, verfällt dem Schlendrian. Die Homöopathen verstehen unter spezifischen Mitteln solche, welche bestimmte Organe und Gewebe, und eben nur diese und nicht andere, unter bestimmten Umständen zu beeinflussen im Stande sind. [Ameke]&amp;lt;/ref&amp;gt; das wünschenswerteste, löblichste Beginnen sei, beklagt aber den völligen Mangel an jedem Anhaltspunkt für ihre Auffindung, wozu bisher &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;nur die Erfahrung der unsichere Wegweiser gewesen sei.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Es bleibt uns nichts übrig, als die zu erforschenden Arzneien an unserm Körper selbst zu versuchen. Diese Notwendigkeit sah man zu allen Zeiten ein, aber man betrat gewöhnlich den falschen Weg, indem man sie bloss, wie oben gedacht, empirisch und auf das Geratewohl gleich in Krankheiten anwendete.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Auf diese Weise, führt er weiter aus, konnten zumal bei den Vielgemischen keine sicheren Erfahrungen gesammelt werden.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Der wahre Arzt, dem die Vervollkommnung seiner Kunst am Herzen liegt, kann keine anderen Nachrichten von Arzneien gebrauchen als&amp;lt;br/&amp;gt; '''Erstens, welche reine Wirkung bringt eine jede vor sich in dieser und jener Gabe im gesunden menschlichen Körper hervor.&amp;lt;br/&amp;gt; Zweitens, was lehren die Beobachtungen ihrer Wirkung in dieser und jener einfachen und verwickelten Krankheit.&amp;quot;'''&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Zur Erforschung der Arzneiwirkungen am gesunden Körper empfiehlt er die Selbstprüfung und das Studium der Vergiftungsgeschichten. &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;„&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Eine vollständige Sammlung dieser Art Nachrichten mit Bemerkung der Grade der Glaubwürdigkeit ihrer Erzähler würde, wenn ich mich nicht sehr irre, der Grundcodex der Arzneimittelkunde, das heilige Buch ihrer Offenbarung sein . . . .&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Eifrig war er bemüht, Arzneien an sich und Anderen, die sich dazu hergaben, zu prüfen, Vergiftungsgeschichten zu sammeln und die erlangten Resultate zusammenzustellen zu einer Arzneimittellehre, welche frei sein sollte von allen Vermutungen und sich allein stützen sollte auf das Experiment.&amp;lt;br/&amp;gt; SeinBestreben ging dahin, eine physiologische Arzneimittellehre zu gründen.&amp;lt;br/&amp;gt; Der erste Versuch dieser Art war betitelt: ''Fragmenta de viribus medicamentorum positivis sive in sano corpore humano observatis''&amp;amp;nbsp; (1805), worin er die Ergebnisse seiner Prüfungen und seiner Studien systematisch ordnete.&amp;lt;br/&amp;gt; Ein nur oberflächlicher Blick in diese Sammlung zeigt, mit welch hingebendem Fleiss und mit welcher Überzeugungstreue er daran gearbeitet hat. Das Buch besteht aus 2 Teilen, von denen der erste 269, der zweite Teil, der das Repertorium des ersten Teiles enthält, 470 Seiten stark ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Im folgenden Jahre 1806 tritt Hahnemann mit einer längeren Auseinandersetzung wieder in Hufelands Journal für Arzneiprüfungen und genaues Individualisiren ein. &amp;lt;ref&amp;gt;Ueber Chinasurrogate St. 4 S. 27.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zwei Jahre später 1808 rät er &amp;lt;ref&amp;gt;Im „Allgem. A. d. D.“ No. 237 Stapf. I. c. I. 52.&amp;lt;/ref&amp;gt; in dem Aufsatze „Ueber die Surrogate ausländischer Arzneien und über die jüngst von der medic. Fakultät in Wien angegebenen Üeberflüssigkeitsgrade der letzteren&amp;quot; Folgendes:&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;,, Man lehre nur die Aerzte allgemein gültige Grundsätze, nach denen die Kräfte der Arzneien mit Gewissheit erkannt und geprüft werden können, wozu eine jede unwidersprechlich tauglich und passend sei, für welche Krankheitsfälle jedes ausschliesslich quadrire und in welcher Gabe . . . Doch so weit sind wir noch lange nicht, noch sind keine Grundsätze allgemein anerkannt, nach denen die Heilkräfte der (auch noch nicht zu Heilabsichten am Krankenbette gebrauchten) Arzneien festständig im Voraus bestimmt werden könnten, ohne sie erst den ewig langen, fast nie beweisenden, gemeinschädlichen Weg passiren zu lassen, ,sie am Krankenbette auf gut Glück zu probiren'. Dieser dunkle, wenig oder nichts beweisende &amp;lt;/span&amp;gt;Weg ab effectu in morbis hat noch die grausame, nicht zu entschuldigende Seite, dass der in Krankheiten ohnehin so reizbare Mensch leicht unter so vielen blinden Proben verschlimmert, auch wohl ein Raub des Todes werden kann, zumal bei der neuen Sitte, recht grosse Gaben starker Arzneien zu verordnen.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
==== Similia similibus ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um den neuen, den besseren Weg in der Heilkunde verstehen zu lernen, ist es nötig, wieder einige Jahre zurückzublicken. Im „Unterricht für Wundärzte über die venerischen Krankheiten&amp;quot;, 1789, spricht Hahnemann über die Wirkungsweise des Quecksilbers, welche er zurückführt auf die dem Quecksilber eigenthümlichen, einen Gegenreiz im&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Körper &amp;lt;/span&amp;gt;bewirkenden Erscheinungen, die er im ausgebildetsten Stadium schildert und mit der Bezeichnung „Merkurialfieber&amp;quot; belegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Hierdurch schon zweigte er sich von der breiten Heerstrasse ab, auf der man ''die Heilkraft des Merkur durch Ausleitung des „Miasma&amp;quot; vermittelst Speichelfluss, Schweiss, Durchfall oder vermehrter Harnsekretion'' erklärte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''''&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ecf0f1&amp;quot;&amp;gt;Hahnemann jedoch hielt die Erzeugung dieses seines „Merkurialfiebers&amp;quot; zur Tilgung der Syphilis für notwendig.&amp;lt;/span&amp;gt;'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Jahre, 1790, übersetzte Hahnemann Cullens Materia medica. Cullen erklärte (II. 108) die Heilsamkeit der China bei Wechselfieber durch ihre „auf den Magen ausgeübte stärkende Kraft&amp;quot;, und setzte hinzu, dass er „nichts in irgend einer Schrift angetroffen, was ihn in Rücksicht der Wahrheit seines Satzes zweifelhaft mache.&amp;quot; Hahnemann verwarf diese Erklärung in einer Anmerkung und setzte hinzu:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Man bedenke jedoch Folgendes. Substanzen, welche eine Art Fieber erregen (sehr starker Kaffee, Pfeffer, Wolferlei, Ignazbohne, Arsenik) löschen die Typen des Wechselfiebers aus. — Ich nahm des Versuchs halber etliche Tage zweimal täglich jedesmal 4 Quentchen [also 15 Gramm; Ameke] gute China ein; die Füsse, die Fingerspitzen etc, wurden mir erst kalt, ich ward matt und schläfrig, dann fing mir das Herz an zu klopfen, mein Puls ward hart und geschwind; eine unleidliche Aengstlichkeit, ein Zittern (aber ohne Schauder), eine Abgeschlagenheit durch alle Glieder; dann Klopfen im Kopfe, Röthe der Wangen, Durst, kurz alle mir sonst beim Wechselfieber gewöhnlichen Symptome (Hahnemann hatte in Erlangen am Wechselfieber gelitten &amp;lt;ref&amp;gt;Monro II. 396&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;) erschienen nach einander, doch ohne eigentlichen Fieberschauder. Mit kurzem: auch die mir bei Wechselfiebern gewöhnlichen besonders characteristischen Symptome, die Stumpfheit der Sinne, die Art von Steifigkeit in allen Gelenken, besonders aber die taube widrige Empfindung, welche in dem Periostium über allen Knochen des ganzen Körpers ihren Sitz zu haben scheint — alle erschienen. Dieser Paroxismus dauerte 2 - 3 Stunden jedesmal, und erneuerte sich, wenn ich diese Gabe wiederholte, sonst nicht. Ich hörte auf und ich war gesund.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Seite 115 erwähnt er, dass man eine Art künstlichen Fiebers mit Ipecacuanha erregen müsse, um gewisse Formen von Intermittens zu heilen. 1791 erschien die Übersetzung von Monro. (1794 als 2. unveränderte Auflage.) Auch hier zeigte er die Ansicht (II. 333), dass man „in schleichenden Fiebern von unbekannter Ursache, wo die Lebenskraft vor sich allzu unthätig ist, ein neues, stärkendes, hülfreiches Fieber&amp;quot; erregen müsse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''''&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ecf0f1&amp;quot;&amp;gt;Als Heilgrundsatz und überhaupt zum ersten Male erwähnt er das Simile im Jahre 1796&amp;lt;/span&amp;gt;''' in dem bekannten Aufsatz aus Hufelands Journal'''''&amp;lt;i&amp;gt;„Versuch über ein neues Prinzip zur Auffindung der Heilkräfte der Arzneisubstanzen, nebst einigen Blicken auf die bisherigen&amp;lt;/i&amp;gt;.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Hufl (1796), 2. Bd., 3. St., S. 391-439 u. 4. St., S. 465-561&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; Er spricht zunächst von den verschiedenen Wegen, welche die praktische Heilkunde eingeschlagen hatte, um den pathologischen Veränderungen des Körpers entgegenzutreten.'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Der erste Weg, die Grundursachen der Uebel hinwegzunehmen oder zu zerstören, war der erhabenste, den sie betreten konnte. Alles Dichten und Trachten der besten Aerzte in allen Jahrhunderten ging auf diesen, der Würde der Kunst angemessensten Zweck.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Weiteren nennt er dieses Verfahren über alle Kritik erhaben, obgleich die Mittel dazu nicht immer die zweckmäßigsten gewesen seien.&amp;lt;br/&amp;gt; Hahnemann bespricht dann die Arzneien, welche nach contraria contrariis wirken, z. B. Abführmittel bei Verstopfung, Aderlass, Kälte und Salpeter bei Entzündungen, Alkalien bei Magensäure, Opium bei Neuralgien.&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„In acuten Krankheiten, welche, wenn wir die Hindernisse der Genesung auch nur auf einige Tage entfernt halten, die Natur grösstentheils selbst besiegt, . . . sind diese Arzneianwendungen richtig, zweckmässig, hinreichend, (Später im Organon verwarf er derartige Arzneianwendungen bis auf wenige Ausnahmen gänzlich, auch bei akuten Krankheiten) so lange wir den oben erwähnten Stein der Weisen (die Kenntniss der Grundursache jeder Krankheit und ihrer Abhülfe) noch nicht besitzen, oder so lange wir kein schnell wirkendes Specificum haben.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Bei chronischen Krankheiten ist nach Hahnemann die Heilart nach contraria contrariis verwerflich. Verstopfung durch Abführmittel, Blutwallungen hysterischer, kachektischer, hypochondrischer Personen durch Aderlässe, das saure Aufstoßen mit Alkalien, chronische Schmerzen mit Opium zu behandeln, ist misslich.&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Und wenn der grössere Theil meiner ärztlichen Zeitgenossen noch dieser Methode anhinge, ich fürchte mich doch nicht, sie palliativ, schädlich, verderblich zu nennen.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
„Um die Wirkungen der Heilmittel zu erforschen, um sie den Körperbeschwerden anzupassen, sollte man sich so wenig wie möglich auf den Zufall verlassen, sondern so rationell und geflissentlich zu Werke gehn, als nur möglich.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Allein durch die Prüfungen der Arzneien am gesunden Organismus &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;»&amp;lt;/span&amp;gt;lässt sich die wahre Natur, die ächte Wirkung der Arzneisubstanzen geflissentlich entdecken, aus ihnen allein lässt sich errathen, welchen Krankheitsfällen sie mit Erfolg und Sicherheit auzupassen sind.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Jedes wirksame Arzneimittel erregt im menschlichen Körper eine Art von eigner Krankheit, eine desto eigenthümlichere, ausgezeichnetere und heftigere Krankheit, je wirksamer die Arznei ist. &amp;lt;ref&amp;gt;Die wirksamsten, specifiche Krankheit erregenden, folglich hülfreichsten Arzneien nennt der Laie Gifte. Anmerkung Hahnemanns&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;“&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Man ahme der Natur nach, welche zuweilen eine chronische Krankheit durch eine andere hinzukommende heilt, und wende in der zu heilenden (vorzüglich chronischen) Krankheit dasjenige Arzneimittel an, welches eine andre, möglichst ähnliche, künstliche Krankheit zu erregen im Stande ist, und jene wird geheilet werden;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;'''''&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ecf0f1&amp;quot;&amp;gt;Similia Similibus&amp;lt;/span&amp;gt;'''''&amp;lt;/u&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„'''''&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ecf0f1&amp;quot;&amp;gt;Man darf nur die Krankheiten des menschlichen Körpers genau nach ihrem wesentlichen Charakter und ihren Zufälligkeiten auf der einen, und auf der andern Seite die reinen Wirkungen der Arzneimittel, das ist, den wesentlichen Character der von ihnen gewöhnlich erregten, specifischen künstlichen Krankheit, nebst den zufälligen Symptomen kennen, die von der Verschiedenheit der Gabe, der Form etc, herrühren und man wird, wenn man für die natürlich gegebene Krankheit ein Mittel answählt, was eine möglichst ähnliche, künstliche Krankheit hervorbringt, die schwierigsten Krankheiten heilen können.&amp;lt;/span&amp;gt;'''''&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Die „Erläuterung&amp;quot; seines Heilgrundsatzes erfolgt mit Hilfe von Beispielen mit einer Menge von Arzneimittel. Dabei begeht Hahnemann einen großen Fehler, den größten, den er dabei machen konnte. Er verlässt den Weg der Induktion zu früh, und nimmt bei vielen Arzneiwirkungen als wahr an, was er erst beweisen soll. Vielfach werden Hypothesen statt Belege angeführt, während andere Beispiele wiederum sehr unzulänglich sind. - Hätte er nur unanfechtbare Beweise gebracht, wie er es mit Belladonna, Mercur, Arsenik, Aconit, Veratrum album, Ipecacuanha, Rhus tat und &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;all das zweifelhafte Material weggelassen — er hätte seiner Sache besser gedient.&amp;lt;br/&amp;gt; Es darf auch hier nicht vergessen Werden, dass er ein Kind seiner Zeit war, und unsere heutigen Kenntnisse nicht haben konnte.&amp;lt;br/&amp;gt; Ein jeder Arzt, der ohne Parteisucht an das Studium der Hahnemannschen Schriften herangeht, muss zu der Einsicht kommen, dass derselbe bei allerdings großen Fehlern, redlich bemüht gewesen ist, in dem ungeheuren Chaos von Vermutungen, Meinungen, theoretischen Spekulationen, bei der verwirrenden Mannigfaltigkeit der Erfahrungen, der Medizin eine feste Grundlage auf naturwissenschaftlichem Boden zu geben.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1805 erschien die „Heilkunde der Erfahrung.&amp;quot; Darin entwickelt Hahnemann folgenden Gedankengang:&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Jede Krankheit hat einen, die Verrichtung und das Wohlbefinden unserer Organe störenden, widernatürlichen Reiz eigener Art zum Grunde.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Diesem Hauptsatze stellt er zwei „Erfahrungssätze&amp;quot; unter:&amp;lt;br/&amp;gt; „Erster Erfahrungssatz&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ecf0f1&amp;quot;&amp;gt;Wenn 2 widernatürliche Reize zu gleicher Zeit auf den Körper wirken, so wird, wenn beide ungleichartig sind, die Wirkung des einen schwächeren Reizes von der des andern, stärken auf einige Zeit zum Schweigen gebracht und suspendirt.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Zweiter Erfahrungssatz&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ecf0f1&amp;quot;&amp;gt;Wenn beide Reize grosse Aehnlichkeit mit einander haben, so wird der eine (schwächere) Reiz, sammt seiner Wirkung, von der analogen Kraft des andern (stärkeren) gänzlich ausgelöscht und vernichtet.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Durch Beispiele aus der täglichen Praxis sucht er diese beiden Sätze zu stützen, um dann als Schlusssatz den folgenden aufzustellen:&amp;lt;br/&amp;gt; „&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ecf0f1&amp;quot;&amp;gt;Um also heilen zu können, werden wir nöthig haben, dem vorhandenen widernatürlichen Reize der Krankheit eine passende Arznei, das ist, eine andere krankhafte Potenz von sehr ähnlicher Wirkung, als die Krankheit äussert, entgegenzusetzen.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Weiterhin heisst es:&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;„Blos jene Eigenschaft der Arzneien, eine Reihe specifischer Krankheitssymptome im gesunden Körper zu erzeugen, ist es, wodurch sie Krankheiten heilen, das ist, den Krankheitsreiz durch einen angemessenen Gegenreiz aufheben und verlöschen können.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Den specifischen Krankheitsmiasmen nicht unähnlich, bewirkt jedes einfache Arzneimittel eine eigene specifische Krankheit — eine Reihe bestimmter Symptome, welche genau auf dieselbe Weise an keiner andern Arznei in der Welt vorkömmt.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Um nun die Arzneiwirkung kennen zu lernen „wendet man diese starken, sowie die minder starken Arzneimittel versuchsweise, jedes einzeln und unvermischt, in gesunden Körpern bedächtlich an, und zeichnet unter sorgfältiger Entfernung aller influirenden Nebenumstände, die davon sich ereignenden Zufälle, in der Ordnung, wie sie vorkommen, genau auf und erhält so das reine Resultat der Krankheitsform, die jede dieser Arzneisubstanzen absolut und für sich im menschlichen Körper zu erregen im Stande ist.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „So muss man sich die Kenntniss eines hinlänglichen Vorrathes künstlicher krankhafter Potenzen (Arzneien) zu Heilwerkzeugen verschaffen, um die Auswahl unter ihnen zu haben. Etwas von der Art sind meine: Fragmenta de viribus medicamentorum.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Mit einigen wenigen, einzeln hinter einander gebrauchten, öfterer aber mit einem einzigen, einfachen Mittel, können wir die grössten Unordnungen des kranken Körpers wieder in naturgemässer Harmonie auflösen, können wir die langwierigsten, unheilbar scheinenden Krankheiten in Gesundheit verwandeln — während wir die kleinsten Uebel von einem Haufen gewählter und vielgemischter Mittel in grössere, in die grössten, beschwerlichsten, unheilbarsten Krankheiten ausarten sehen.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;amp;nbsp;» &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Welchen von beiden Wegen will der nach Vervollkommnung strebende Heilkünstler wählen?&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;amp;nbsp;» &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Die wohlthätigsten Wirkungen hervorzubringen, ist stets ein einziges einfaches Mittel geeignet, ganz ohne Zusatz; wenn es nur das best gewählte, das passendste, in der rechten Gabe ist. Nie ist es nöthig, ihrer zwei zusammenzusetzen.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;amp;nbsp;» &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Wir geben eine Arznei, um wo möglich durch dieses einzelne Mittel die ganze Krankheit zu heben, oder, wenn dies nicht völlig möglich ist, aus dem Erfolge der Arznei zu sehen, was noch an Hülfe gebricht. Eine, zwei, höchstens drei einfache Arzneien sind zur Hebung der grössten Krankheit hinreichend, und wenn dies nicht geschieht, so ist es unsere Schuld; nicht die Natur, nicht die Krankheit ist daran Schuld.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; . . . „Da nun jedesmal nur ein einziges einfaches Arzneimittel nöthig ist, so wird es einem wahren Heilkünstler nicht einfallen, durch ein Gemisch von Arzneien sich und seine Kunst herabzuwürdigen und seinem eigenen Zwecke entgegen zu arbeiten. Es wird vielmehr ein Zeichen sein, dass er seiner Sache gewiss ist, wenn man ihn blos eine einzige Arzneisubstanz verordnen sieht.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
==== Der Entwicklungsgang in Hahnemanns Arzneizubereitung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Den größten Gegensatz zwischen Hahnemann und sämtlichen Ärzten, soweit die Geschichte reicht, bildete seine homöopathische Arzneibereitung. Im Beginn seiner Praxis wandte er, wie natürlich, die damals gebräuchlichen Arzneigaben an.&amp;lt;br/&amp;gt; Schon früh werden die Arzneigaben Hahnemanns allmählich kleiner, aber nicht etwa gleichmäßig bei allen Mitteln, sondern zunächst bei einzelnen. &amp;lt;/span&amp;gt;Im Laufe der Jahre vergrößerte sich immer mehr die Zahl der auf die Grenzen ihrer Wirksamkeit geprüften Arzneien, und die Resultate des Forschens drängten immer mehr zu der Überzeugung, dass die bisher als Norm angenommene Gabengröße nicht die maßgebende sein könne. Kein Geschichtsbuch berichtet, keine Schrift zeigt uns, dass je ein Arzt mit solch eifrigem Bemühen um Richtigstellung der Gabenlehre geforscht habe, als wir dies bei dem scharf blickenden, unermüdlich nachdenkenden Hahnemann sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Im Jahr 1799 erschien der vierte Teil von Hahnemanns &amp;lt;/span&amp;gt;''&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Apothekerlexikon.&amp;lt;/span&amp;gt;''&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Hier lässt sich anhand von Dosierungsvorschlägen zu einzelnen Heilpflanzen bereits eine Veränderung in seiner Gabenlehre beobachten. Mit der Intention, die anfänglichen Krankheitsverschlimmerungen abzuwenden, begann Hahnemann mit der Verdünnung der Wirksubstanzen. &amp;lt;ref&amp;gt;Dellmour F. (1992), S. 9.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp; Die Verminderung der Dosierungen bis zu den später verwendeten hohen Verdünnungen, die kein Arzneimolekül enthalten haben dürften,&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;amp;nbsp; &amp;lt;ref&amp;gt;Hahnemann konnte trotz seiner guten Kenntnisse der Chemie nicht von der Loschmidtschen Zahl (Avogadro-Konstante (6,022 x 10&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;war jedoch ein langwieriger Prozess. Hahnemann war zu diesem Zeitpunkt seiner homöopathischen Praxis noch der später verworfenen Überzeugung, dass durch die Minderung der Quantität auch die Potenz &amp;lt;ref&amp;gt;Die Verwendung des Begriffes Potenz erschien bei Hahnemanns erstmals 1801 [Monita über die drey gangbaren Kurarten.] und 1805 [Heilkunde der Erfahrung]. Demnach verstand Hahnemann darunter ganz allgemein jede Kraft, die spezifische Wirkungen hervorruft. In diesem Sinn bezeichnete er Blitz und Feuer als Naturpotenzen. Da aber auch Arzneimittel in der Arzneimittelprüfung am Gesunden Krankheitssymptome hervorriefen, nannte er seine Arzneien 1801 Gegenkrankheitspotenzen und Kunstkrankheitspotenzen, bevor er daraus die vereinfachten Begriffe Arzneipotenz bzw. Potenz entwickelte. Dellmour F. (1993), S. 152-153. [Stefan Mayr: Herstellung Homöopathischer Arzneimittel; Von Hahnemann bis zu Schwabes Pharmakopöe (1872)]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;der Arznei verringert werde. Er musste deshalb auf der Suche nach Verdünnungsstufen gewesen sein, die einen guten Kompromiss aus möglichst geringer Giftwirkung und gleichzeitig maximaler Heilkraft darstellten.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Nach seiner eigenen Angabe hatte er bemerkt, dass diejenigen Arzneien, welche nach seinem Prinzip gewählt waren, zu den erkrankten Teilen in einer spezifischen Beziehung standen, und diese eben deshalb in besonderem Maße zu beeinflussen geeignet waren. Hie und da wirkte das Präparat in noch kleinerer Menge stärker ein, als ihm dienlich schien. Er ging deshalb in der Verkleinerung der Arzneigabe noch weiter.&amp;lt;br/&amp;gt; Sein Verfahren war dieses: Er nahm einen Teil Arzneisubstanz, und vermengte ihn innig mit einer bestimmten Menge eines geeigneten Vehikels: Milchzucker, Wasser, Alkohol. Von dieser Bereitung nahm er einen Bruchteil, und vermischte ihn durch sorgfältiges Reiben respektive Schütteln mit einem neuen Quantum Milchzucker etc. Von diesem Präparat verrieb oder schüttelte er wieder einen Teil mit dem passenden Vehikel etc.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Jahre 1801 &amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Samuel Hahnemann’s Heilung und Verhütung des Scharlachfiebers und Purpurfriesels; mit einigen Zusaetzen von Dr. J. Buchner; München; 1844; S. 14&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;rät er, bei bestimmten Gehirnerscheinungen im Scharlach Opiumtinktur zu geben, und diese auf folgende Weise zu bereiten. Ein Teil dieser Tinktur wird mit 500 Teilen Alkohol geschüttelt, und hiervon wird ein Tropfen mit 500 Tropfen Weingeist innig vermischt. Von dieser Bereitung nimmt der Kranke tropfenweise.&amp;lt;br/&amp;gt; Hahnemann regelte später diese Prozedur methodisch, indem er einen Teil Arzneisubstanz mit 99 Teilen Milchzucker oder Weingeist verrieb respektive schüttelte; von dieser Zubereitung verarbeitete er wieder einen Teil mit 99 Teilen Vehikel, verfuhr dann mit diesem Präparat in derselben Weise und so fort. Dieses war die erste, zweite, dritte etc. Verreibung oder Verdünnung, oder wie Hahnemann später sagte, „Potenz&amp;quot;.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; In solcher Weise hergestellte Arzneien wandte er nicht mit derselben Absicht an wie die anderen Ärzte. Solche Arzneibereitung riet er nicht an, um Erbrechen und Purgieren zu erregen, nicht bei Betäubungsmitteln; er wollte damit auch nicht „das Blut von den Schärfen reinigen&amp;quot; oder den „im Entzündungsblut vorwaltenden Sauerstoff binden&amp;quot;. Er hatte nicht die Absicht, „Schleim einzuschneiden&amp;quot;, „Verstopfungen zu lösen&amp;quot;, „Verhärtungen zu schmelzen&amp;quot; oder gar Parasiten auf diese Weise zu vernichten. ''&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ecf0f1&amp;quot;&amp;gt;Er hatte gefunden, dass solche Arzneibereitungen, die auf seine Weise gewählt waren, die also keine Revolution im Körper hervorzubringen hatten, vortheilhaft auf den Heilungsvorgang einwirkten&amp;lt;/span&amp;gt;''.&amp;lt;br/&amp;gt; Anfangs war er selbst am meisten von Staunen über diese Entdeckung ergriffen, die er wiederholt „unerhört&amp;quot;, „unglaublich&amp;quot; nannte. Desto sorgfältiger kontrollierte er sich selbst, und fand nicht nur Bestätigung, sondern noch Erweiterung seines merkwürdigen Fundes. In den ersten Jahren dieser Entdeckung legte er die Betonung auf das Gewicht der Arznei, welches seine Präparate enthielten, und erzählte der erstaunten Welt von der Wirkung, die ein Millionstel, Billionstel etc. Teil eines Grans Arznei hervorbrächte.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Verfolgung dieses Phänomens hatte Hahnemann gefunden, dass sich die Arzneikraft nicht proportional zu dem Quantum verhielt. Die doppelte oder dreifache Menge äußerte nicht die doppelte oder dreifache Wirkung; die Abnahme der Arzneiwirkung hielt nicht gleichen Schritt mit der Abnahme des Stoffgehaltes.&amp;lt;br/&amp;gt; Ja noch mehr! Er fand, dass durch die angegebene Bereitungsweise die Tauglichkeit vieler Arzneien zu Heilzwecken, statt abzunehmen, geradezu entfaltet wurde, dass solcher Art bereitete Heilagenzien eine Wirkung äußerten, welche mit rohen Substanzen nicht erzielt werden können. Es stellte sich ferner die überraschende Tatsache heraus, dass Arzneikörper so viele Bereitungsstufen durchlaufen konnten, dass weder Physik noch Chemie einen Stoffgehalt in ihnen zu entdecken im Stande waren, und doch wohnte ihnen große Heilkraft inne. Stark giftige Substanzen konnten solcher Weise zu wohltätigen, nie schadenden Heilmitteln umgewandelt werden, und leicht zersetzbare und dadurch unwirksam werdende Stoffe konnten in eine Form gebracht werden, in der sie der Zersetzung nicht mehr ausgesetzt waren, und sie blieben oder vielmehr wurden dadurch erst mächtige Heilwerkzeuge in der Hand des unterrichteten Arztes.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Dies ist die größte Entdeckung Hahnemann's, einer der wichtigsten Funde, die je menschlicher Forschergeist zu Tage gefördert.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hahnemanns Standpunkt zu den medizinischen Hilfswissenschaften und seine Krankheitsauffassung. ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass Hahnemann nicht ein Verächter der Physik und Chemie war, hat er genügend bewiesen. Er überragte hierin alle seine Kollegen, wofür seine Schriften als gründliche Zeugen eintreten. Er war auch nicht müssig, diese Hilfswissenschaften bei der Krankenbehandlung in Anwendung zu bringen, wie einzelne Stellen seiner Schriften zu erkennen geben; selbst größere Arbeiten hat er zu diesem Zweck angestellt, so „Ueber die Galle und Gallensteine.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Crell's chem. Annalen 1788. Bd. 2, St. 10.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aus einem soeben erschossenen Menschen nahm er schnell Leber mit Gallenblase heraus, und untersuchte die Einwirkung verschiedener Chemikalien auf die Galle, um daraus Schlüsse auf die Anwendbarkeit dieser Agenzien bei Lebererkrankungen zu ziehen. Seine Versuche, die Ergebnisse der Hilfewissenschaften am Krankenbette zu verwerten, haben ihn sehr bald von der Erfolglosigkeit dieser Bemühungen überzeugt; die wissenschaftliche Forschung hatte noch keinen festen Boden betreten, und die Vermutung und Spekulation überwucherten das Wissen. Wichtig ist die Frage: wie dachte er über den Einfluss der Chemie und Physik auf die Entwicklung der Medizin?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ecf0f1&amp;quot;&amp;gt;Hahnemanns Satz, „“Der praktische Arzt kann dieses Wissen nicht gebrauchen ... kein Heilmittel kann daraus gefolgert werden.“ war für damals richtig; aber auch für die Zukunft?&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp;Das ist eine Frage, welche die Forschungsrichtung über die Grundlage der ganzen Medizin entscheidet. Möge Hahnemann selbst antworten, und uns die Grundlinien seiner Bestrebungen zeichnen.&amp;lt;br/&amp;gt; Eine solche Antwort gibt er im Organon (2. Auflage Vorerinnerung.).Vorher ist zu erinnern, dass „Erfahrung&amp;quot; gleichbedeutend ist mit Forschung, „Erfahrungswissenschaften&amp;quot; dasselbe sind, wie heute „induktive Wissenschaften.&amp;quot; Was wir heute „Erfahrung&amp;quot; nennen, wurde mit „Empirie&amp;quot; bezeichnet.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;„Die Aerzte sind meine Menschenbrüder; gegen ihre Person habe ich nichts. Die Arzneikunst ist mein Gegenstand.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Es kommt darauf an, zu untersuchen, ob die bisherige Arzneikunst in allen ihren Theilen blos aus dem Kopfe, aus Selbsttäuschung und Willkür, oder ob sie aus der Natur hergenommen war.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Ist sie blos ein Erzeuguiss speculativer Vernünftelei, eigenmächtiger Satzungen, hergebrachter Observanzen und willkürlicher Annahmen aus vieldeutigen Erscheinungen gezogen, so ist und bleibt sie ein Nichts und zählte sie auch ihr Alter zu Jahrtausenden und wäre mit den Freiheitsbriefen aller Könige und Kaiser der Erde behangen.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Die wahre Heilkunst ist ihrer Natur nach eine reine Erfahrflugswissenschaft und kann und darf sich daher bloß an lautere Tatsachen und die für ihren Wirkungskreis gehörigen, sinnlichen Erscheinungen halten, denn alle die Gegenstände, die sie zu behandeln hat, werden ihrer sinnlichen Wahrnehmung deutlich und genüglich durch die Erfahrung gegeben; Kenntniss der zu behandelnden Krankheit, Kenntniss der Wirkung der Arzneien und wie die erkannten Wirkungen der Arzneien auf die Vertreibung der Krankheiten anzuwenden sind, alles dies lehrt einzig und hinreichend die Erfahrung; nur aus reinen Erfahrungen und Beobachtungen können ihre Gegenstände entnommen werden, und sie darf sich keinen einzigen Schritt aus dem Kreise reiner, wohlbeobachteter Erfahrungen und Versuche wagen, wenn sie vermeiden will, ein Nichts, eine Gaukelei zu werden.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; „Man definierte recht überklug die Krankheiten apriorisch und legte ihnen übersinnliche Substrate unter, gestützt nicht auf Erfahrung (wie sollte auch eine deutliche, reine Erfahrung solche phantastische Träume beglaubigen?) nein! auf ein vermeintliches Hinschauen in die innere Natur der Dinge und des unsichtbaren Lebensprozesses verließ man sich (was doch jedem Sterblichen versagt ist).&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Um nun auch etwas über die Heilwerkzeuge festzusetzen, abstrahierte man die Kraft der einzelnen Arzneien in der Materia medica aus physischen, chemischen und andern fremdartigen Ansichten, auch aus Geruch, Geschmack und Äusserem, am freigebigsten aber aus den unreinsten Erfahrungen am Krankenbette, wo imTumulte der Krankheitssymptome bloß gemischte Rezepte bei unvollständig beschriebenen Krankeitsfällen gebraucht worden waren; - man denke! - die unsichtbar im inneren Wesen der Arzneien verborgene und nie anders als bei ihrem Einwirken auf den gesunden Menschen sich rein und wahr aussprechende, dynamisch geistige Kraft derselben, Menschenbefinden umzuändern, deretierte man eigenmächtig, ohne die Arzneien auf diesem einzigen Wege reiner Versuche darüber auszufragen und anzuhören!&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Was man so von den Arzneien abstrahiert, gemeint, vermutet (erdichtet) hatte, lehrte nun die Therapie auf die angeblichen Grundursachen der Krankheiten oder auf einzelne Symptome derselben im Gegensatze (contraria eontrariis), dem Hypothesenkünstler Galen zufolge und der Natur zuwider, anwenden; und hielt eine solche Lehre schon für überflüssig begründet, wenn man recht vornehme Autoritäten dafür anführen konnte.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Alle diese naturwidrigen Menschensatzungen wurden nun, mit allen Arten unlogischer, falscher Schlüsse zusammengekettet, von der edlen Divisions-, Subdivisions- und Tabellations- Kunst in die schulgerechten Formen gezwängt, und, siehe! das erkünstelte Machwerk, die Arzneikunst, stand fertig da, als das natur- und erfahrungswidrigste Wesen, was sich nur denken lässt, ein bloß aus Meinungen und von den tausend verschiedenen Vermutungs-Köpfen aus den verschiedensten Meinungen zusammengesetztes Gebäude, in allen seinen Teilen eine reine Nichtigkeit, eine bedauernswürdige Selbsttäuschung, ganz geeignet, Menschenleben durch blinde, zweckwidrige Kuren zu gefährden, unablässig verspottet von &amp;lt;span class=&amp;quot;tm7&amp;quot;&amp;gt;den &amp;lt;/span&amp;gt;weisesten Männern aller Jahrhunderte und belastet mit dem Fluche, das nicht zu sein, wofür sie sich ausgiebt, und das nicht leisten zu können, was sie verspricht.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Nüchternes, vorurteilsloses Nachdenken kann uns dagegen leicht überzeugen, dass die richtige Ansicht jeden zu heilenden Krankheitsfalles, die Bestimmung der echten Kräfte der Arzneien, die Anpassung derselben auf jeden Krankheitszustand und ihre nötige Gaben-Größe, kurz, die ganze, wahre Heilkunst, nie das Werk selbstgenügsamer Vernünftelei und trüglicher Meinungen sein dürfe, noch könne, sondern dass die Erfordernisse dazu, die Materialien sowohl als die Gesetze zu ihrer Handhabung bloß in der sinnlich wahrnehmbaren Natur, in aufmerksamen, redlichen Beobachtungen und möglichst reinen Versuchen und sonst nirgends zu finden sein und hierin einzig, ohne verfälschende Zumischung von willkürlichen Satzungen, treu gesucht werden müssen, wie es dem hohen Werte des teuren Menschenlebens angemessen ist.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Man sehe zu, ob meine gewissenhaften Bemühungen auf diesem Wege die echte Heilkunst gefunden haben.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Den großen Unterschied, welcher Hahnemann von der späteren naturhistorischen Schule trennte, drückt er selbst mit einem einzigen kleinen, aus nur 3 Buchstaben bestehendem Wörtchen aus. Dieses Wörtchen heisst „und&amp;quot;. Hahnemann spricht von „Chemie, Physik und Arzneiwissenschaft!&amp;quot;. &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ecf0f1&amp;quot;&amp;gt;Arzneiwissenschaft ist angewandte Chemie und Physik, und stellte die Medizin auf die Höhe dieser beiden Wissenschaften.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In noch größeren Gegensatz setzte sich Hahnemann zu dieser allmählich erstarkenden Schule durch seinen Dynamismus. In den ersten Dezennien seines Arbeitens und Forschens nur von materiellen Begriffen ausgehend, hatte er allmählich dynamische Ansichten gewonnen, und zwar hatten sich diese als Konsequenz seiner Arzneibereitungslehre bei ihm ausgebildet.&amp;lt;br/&amp;gt; Die chemischen und physikalischen Krankheitsveränderungen waren ihm Folge krankhaft veränderter Lebenskraft.&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Die Krankheiten sind als dynamische Verstimmungen des Lebenscharacters unseres Organismus aufzufassen, daher müssen sie durch dynamische Veränderung machende Potenzen geheilt werden.&amp;quot; Ferner: &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;»&amp;lt;/span&amp;gt;Die Krankheiten beruhen auf keinem Stoffe, keiner Schärfe, das ist auf keiner Krankheitsmaterie, sondern sie sind einzig geistartige Verstimmungen der geistartigen, den Körper des Menschen belebenden Lebenskraft.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Organon der Heilkunst, 5. Auflage, S. VII&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;nbsp; Sodann: &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;»&amp;lt;/span&amp;gt;Daher ist die Krankheit, die nicht der Chirurgie anheimfällt, als ein vom lebenden Ganzen, vom Organismus und der ihn belebenden Lebenskraft gesondertes, innerlich verborgenes, obgleich noch so fein materielles Ding gedacht, ein Unding.&amp;quot; (ib. S, 85).&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Kraft ohne Stoff ist undenkbar. Die dem Organismus innewohnende Lebenskraft, welche die gerade herrschende Richtung leugnet, müsste deshalb an einen, allerdings unendlich fein verteilten Stoff gebunden sein...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel basiert auf dem Buch von Dr. Wilhelm Ameke (praktischer Arzt in Berlin) &amp;quot;Die Entstehung und Bekämpfung der Homöopathie&amp;quot;; Verlag von Otto Janke; Berlin;1884&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fußnoten:==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.freewiki.eu/de/index.php?title=Hom%C3%B6opathie_in_der_Geschichte_der_Medizin&amp;diff=1031</id>
		<title>Homöopathie in der Geschichte der Medizin</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.freewiki.eu/de/index.php?title=Hom%C3%B6opathie_in_der_Geschichte_der_Medizin&amp;diff=1031"/>
		<updated>2018-11-05T04:25:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Entstehung der Homöopathie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entstehung der [[Homöopathie|Homöopathie]] muss im Kontext der zeitgenössischen Wissenschaft gesehen werden, damit sie aus heutiger Sicht nachvollzogen werden kann. Da Wissenschaftler des 18. und 19. Jahrhunderts die noch fehlenden Grundlagenkenntnisse unter einfachsten Bedingungen erst noch finden mussten, erweist sich Dr. [[Samuel_Hahnemann|Samuel Hahnemann]] als ein außerordentlicher Pionier in der Medizingeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Entstehung der modernen Chemie ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zu den Entdeckungen Lavoisiers waren die Lehren von Joh. Joach. Becher (1635 - 1682) und G. E. Stahl (1660 - 1734) bedeutend, besonders in der Lehre des Phlogiston. Nach Prof. Neumann war das Phlogiston das brennbare Prinzip, ohne das nichts auf der Welt brennen kann. Schwefel z. B. bestand also aus Schwefelsäure und Phlogiston. Auch schreibt Neumann: „Das Wasser ist nichts als eine von der Wärme flüssig gemachte durchsichtige Erde, die man Eis nennet. Es besteht aus vier Elementen: terra vitrescens, terra mercurialis, terra sulfurea und inflammabilis.“&amp;lt;ref&amp;gt;Prof. Caspar Neumann in ‘Chymia Medica Dogmatico-Experimentalis [Gründliche und mit Experimenten erwiesene Medizinische Chemie], 2. Auflage, 1756&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neumann wurde zu Hahnemanns Zeiten noch oft als Autorität genannt. Es gab auch noch Alchimisten.&amp;lt;br/&amp;gt; Bei den chemischen Untersuchungen jener Zeit gab es die große Schwierigkeit, dass man keine oder nur wenige ‘einfache’ Körper, die Elemente, kannte. Man suchte nach dem „Grundwesen“ der Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1791 schreibt Prof. Gren über chemische Verwandtschaften: Feuer mit Luft = Phlogisierte Luft; Luft mit Wasser = Durchdringung; Feuer mit Gummi = Kohle.&amp;lt;br/&amp;gt; Lavoisier machte diesen Annahmen gegen heftigsten Widerstand und langer Gegenwehr ein Ende. In diese Zeiten fallen auch Hahnemanns chemische Arbeiten. 1770 zeigte Lavoisier, dass sich Wasser nicht in Erde verwandelt, sondern aus Wasserstoff und Sauerstoff zusammengesetzt ist. 1774 beweist er, dass die Zunahme des Gewichts, welche Metalle beim ‘Verkalken’ (Oxidieren) erfahren, von dem „Einschlucken“ von Luft herrühre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Crell’s Chemischen Annalen &amp;lt;ref&amp;gt;https://en.wikipedia.org/wiki/Crell%27s_Annalen&amp;lt;/ref&amp;gt;veröffentlichte Hahnemann einige seiner frühen Schriften. 1790 lädt er zu Untersuchungen zur Entscheidung über die Frage zum Phlogiston ein. Leider kam es wegen des Ausbruchs der Französischen Revolution nicht mehr dazu, in deren Verlauf Lavoisier unter der Guillotine endete (1794).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1799 konstatiert Gmelin, dass das System Lavoisiers von dem größeren Teil der ‘Scheidekünstler’ angenommen sei. &amp;lt;ref&amp;gt;Geschichte der Chemie III. S.278&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hahnemann als Chemiker ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hahnemann trat als Chemiker auf, ohne dass er einen besonderen Unterricht gegenüber anderen Ärzten genossen oder vorher Assistent in einem Laboratorium gewesen wäre - er war Autodidakt. 1784 übersetzt er Demachys „Laborant im Grossen oder Kunst, die chemischen Produkte fabrikmäßig zu verfertigen“. 2 Bände. Hahnemann verbesserte und ergänzte das Werk durch eigene Anmerkungen bedeutend. Demachy war Mitglied der Akademien zu Paris und Berlin. Hahnemann zeigte in seinen Anmerkungen eine erstaunliche Kenntnis in allen Fragen, die irgendwie mit dem Inhalt des Buches zusammenhängen. Erschöpfend ist seine Literaturkenntnis, die er an zahlreichen Stellen durch Auskunft zum besseren Verständnis des Vorgetragenen zeigt. Oft erklärt er chemische Vorgänge genauer. Oft verbessert Hahnemann Irrtümer und Fehler, die Wilhelm Ameke in seinem Werk „Die Entstehung und Bekämpfung der Homöopathie“ durch einige Beispiele belegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1786 gibt Hahnemann das Buch „Über die Arsenikvergiftung, ihre Hülfe und gerichtliche Ausmittelung“ heraus. Der besonders um die Pharmazie verdiente Arzt Bergrath Dr. Buchholtz in Weimar schreibt: “... Die für jene Zeit klassische Schrift Samuel Hahnemanns über den Arsenik, wodurch die damals besten Arsenikanalysen in die gerichtliche Medizin eingeführt wurden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Veröffentlichungen Hahnemanns in Crell's Chemischen Annalen ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1787 (II. 387-396): „Ueber die Schwierigkeit der Minerallaugensalzbereitung durch Potasche und Kochsalz“.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1788 (I. 141 - 142): „Ueber den Einfluss einiger Luftarten auf die Gärung des Weines“.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1788 (I. 291 - 305): „Ueber die Weinprobe auf Eisen und Bley“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1788 (III. 296 - 299): „Etwas über die Galle und Gallensteine“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1788 (III. 485f): „Ueber ein ungemein kräftiges, die Fäulniß hemmendes Mittel“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1789 (I. 202 - 207): „Mißglückte Versuche bey einigen angegebenen neueren Entdeckungen“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1789 (III. 291 - 298): „Entdeckung eines neuen Bestandtheils im Reißbley“&amp;lt;br/&amp;gt; 1790 (II. 22 - 28): „Vollständige Bereitungsart des auflöslichen Quecksilbers“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1791 (II. 117 - 123): „Unauflöslichkeit einiger Metalle und ihrer Kalke im ätzenden Salmiakgeiste“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1792 (I. 22 - 33): „Ueber die Glaubersalz-Erzeugung nach Ballen'scher Art“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1794 (I. 104 - 111): „Ueber die neuere Weinprobe und den neuen Liquor probatorius fortior“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1800 (I. 392 - 395): „Pneumlaugensalz, entdeckt von Hrn. D. Samuel Hahnemann“&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Josef M. Schmid in ‘Die Publikationen Samuel Hahnemanns, S. 27&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Chemie hält Einzug in die Medizin ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Hierbei ist Hahnemann unter den Vorreitern und zeigt bei vielen Gelegenheiten das Bestreben, die Chemie im Dienste der Medizin zu verwerten.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;lt;p style=&amp;quot;text-align: justify&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Das Werk J. B. van den Sandes „Die Kennzeichen der Güte und Verfälschung der Arzneymittel“ stammt im chemischen Teil aus Hahnemanns Feder, wie auch die genauen Angaben der Bestandteile der einzelnen Drogen. Die Prüfungsmittel für die Arzneimittel gibt Hahnemann bisweilen so gedrängt, treffend und erschöpfend, dass man an die heutigen Pharmakopöen erinnert wird. Hahnemann zeigt in dieser Schrift bereits sein Bestreben, &amp;lt;/span&amp;gt;''&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;die Grenzen der Wirksamkeit der Stoffe&amp;lt;/span&amp;gt;''&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;und ihre Löslichkeit kennenzulernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Genauigkeit herrscht in allen Punkten. Er gibt die Schmelzpunkte der Metalle, die spezifischen Gewichte derselben und ihrer Präparate an, die Löslichkeit der Salze oft bei verschiedenen Wärmegraden, bei wichtigen, wie z. B. dem Salmiak, auch noch in Weingeist von verschiedener Temperatur. Besonders wichtig scheint ihm mit Recht die Bestimmung des spezifischen Gewichtes bei den &amp;lt;/span&amp;gt;Säuren; er führte für die arzneiliche Verwendung verdünnte Säuren ein, wie es noch heute Gebrauch ist. Er setzt sogar die Verdünnungen nach dem spezifischen Gewichte fest, wobei er den heutigen Vorschriften sehr nahe kommt. Beim Essig soll die Stärke durch Sättigung mit einem Alkali bestimmt werden, wie es noch lange geschah.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/p&amp;gt; &amp;lt;p style=&amp;quot;text-align: justify&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;An verschiedenen Stellen klagt Hahnemann über die ‘Unzuverlässigkeit der pharmaceutischen Präparate’ z. B. S 317, „die nie ein Arzt mit Gewissen verschreiben kann&amp;quot; oder S. 316 „worauf soll der Arzt sich verlassen?&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/p&amp;gt; &amp;lt;p style=&amp;quot;text-align: justify&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Bei der Exaktheit in seinen Arbeiten hat Hahnemann manches Neue gefunden und hier veröffentlicht.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/p&amp;gt; &amp;lt;p style=&amp;quot;text-align: justify&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Schon 1784&amp;lt;ref&amp;gt;Demachy’s Laborant II. S. 118f&amp;lt;/ref&amp;gt;sprach Hahnemann für das Kristallisieren des Brechweinsteins, „damit wir doch endlich einmal in der Heilkunst von den Kräften dieses Mittels eine zuverlässige Norm bekommen mögen.&amp;quot; Hätte man 1784 nach seinem Drängen kristallisiert, so wären die späteren Klagen nicht erfolgt. Später wurde dieses Mittel aus Algarothpulver und mittels Kristallisirens hergestellt, wie es Hahnemann empfohlen hatte. Auch an andern Stellen macht er auf die Wichtigkeit des Kristallisirens aufmerksam und mahnt die Apotheker, wo möglich nur kristallisierte, und nicht, wie so häufig, gepulverte Salze zu kaufen - wegen der leichteren Entdeckung der Verfälschungen.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/p&amp;gt; &amp;lt;p style=&amp;quot;text-align: justify&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Für die Selbstbereitung tritt Hahnemann überall da ein, wo Verunreinigungen nicht leicht zu entdecken waren.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/p&amp;gt; &amp;lt;p style=&amp;quot;text-align: justify&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Damalige Kritik von Prof. Baldinger &amp;lt;ref&amp;gt;Medicinisches Journal, 1789, St. 21, S.33&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;nbsp;: „Dieses Buch ist äusserst wichtig und jedem praktischen Ärzte schon unentbehrlich, noch mehr aber jedem Physico,' dessen Pflicht es ist, Apotheken zu untersuchen ... Viel Gutes ist in diesem wichtigen und unentbehrlichen Buche gelehrt worden, das ich nicht genug empfehlen kann.“&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/p&amp;gt; &amp;lt;p style=&amp;quot;text-align: justify&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;In diesem Buch lehrte Hahnemann zum ersten mal seine sogenannte Weinprobe, die er später in Crells Chemischen Annalen noch genauer beschrieben hat. Hahnemann konnte so mit Bleizucker gepanschten Wein identifizieren, der zu ‘Koliken und „Kontrakturen“, auch zu Abzehrung und langsamen Tod führte’. Diese weittragende Entdeckung auf chemischem Gebiet führte zu weiter Verbreitung von Hahnemanns Namen. Übrigens wurde diese ‘Weinprobe’ später als ‘Hahnemanns Metallprobe’ verstanden.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/p&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Mercurius solubilis Hahnemanni =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Chemiker waren auf der Suche nach einem Quecksilberpräparat, welches weniger ätzend und „giftig“ sei, als Sublimat, also salzsaures Quecksilber und Turpethum minerale, basisch schwefelsaures Quecksilber. &amp;lt;ref&amp;gt;Vergl. Demachy, ‘Laborant im Grossen’ II. S. 163; ferner Gren, ‘Handbuch der Pharmacologie, Halle, 1792, II. S. 840&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Hahnemann löste zunächst Quecksilber unter Verwendung von Salpetersäure in der Kälte. Das entstehende Salz ließ er kristallisieren, spülte die Kristalle mit sehr wenig Wasser ab und trocknete sie auf Fließpapier. Auf diese Weise erhielt er reines salpetersaures Quecksilberoxydul.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Hg&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O, NO&amp;lt;sub&amp;gt;5&amp;lt;/sub&amp;gt;, kristallisiert mit 2 Äquivalenten&amp;lt;span class=&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;quot; Schon damit hatte er ein lange gebräuchliches Salz geschaffen. Selbst das Hahnemannsche Mengenverhältnis, der stete Überschuss an Quecksilber, das Lösen in der Kälte, das Abspülen der Kristalle mit nur wenig Wasser, das Trocknen auf Fließpapier ohne Wärme wurde beibehalten, weil alle diese Vorschriften als wesentlich erkannt waren.&amp;lt;br/&amp;gt; Diese Kristalle behandelte er mit einer bestimmten Menge Wasser und schlug die Lösung durch eigens bereiteten kohlensäurefreien Salmiakgeist nieder, zu dem er nochbesonders die Vorschrift gibt. Der Niederschlag bildet, nach 6-stündigem Stehen, einen schwarzen Teig, der auf einem Filtrum von weißem Fließpapier ohne alle Hitze getrocknet wird.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Die Ärzte urteilten: „Eines der allerwirksamsten gelinden Mercurialpräparate verdankt die Kunst dem bekannten und dadurch unsterblichen Hahnemann“&amp;lt;sup&amp;gt;.&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Aus: ‘Recepte und Kurarten der besten Aerzte aller Zeiten’, Leipzig, 1814, 2. Auflage, IV. 24.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit den Anerkennungen, die Hahnemann wegen seines Quecksilbers im Laufe der Jahre von nichthomöopathischen Ärzten gezollt wurden, können viele Seiten gefüllt werden.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Samuel Hahnemanns Apothekerlexikon ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verfasst 1793 - 1799&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Stoff ist alphabetisch geordnet und bespricht alle Gegenstände, welche den Apotheker bei seinen Arbeiten interessieren. Die Darstellung ist kurz, lebendig und anregend. Man findet eine genaue Beschreibung der zweckmäßigsten Einrichtung einer Apotheke und deren Räume, z. B. unter den Wörtern „Apotheke&amp;quot;, Keller, Trockenboden, Laboratorium etc. Ebenso sind die einzelnen erforderlichen Utensilien genau und mit großem Sachverständnis beschrieben. Jeder von diesen Artikeln zeigt, wie speziell Hahnemann mit den Arbeiten vertraut ist, und doch zeigt jeder andere Artikel es nicht minder. Häufig führt er neue, von ihm erfundene oder verbesserte Apparate an, nicht ohne das Verständnis durch Abbildungen zu unterstützen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Mit großer Genauigkeit und in fesselnder Weise werden die einzelnen Arbeiten des Apothekers bei der Rezeptur und im Laboratorium besprochen. Man vergleiche die Ausführungen unter „Rezept&amp;quot;, wobei Hahnemann vielerlei Anweisungen erteilt, die heute zur gesetzlichen Vorschrift geworden sind. Wie reichhaltig sind bearbeitet: Abdampfen, Abgießen, Abklären, Auflösen, Auslaugen, Auspressen u. a. allein im Buchstaben A. Es ist in den einschlägigen Dingen ein eingehender Unterricht für Apotheker gegeben, man lese nur „Emulsion&amp;quot;, die verschiedenen Arten derselben aus Samen, Fetten, Harzen, Kampfer mittelst Gummi, Tragant, Ei etc., oder man schlage nach „Destillation&amp;quot; oder „Krystallisirung&amp;quot;, um zu sehen, mit welchem Eifer Hahnemann praktisch gearbeitet haben muss, und wie er seine Erfahrungen geistig zu verarbeiten verstand.&amp;lt;br/&amp;gt; Dass er durch und durch Sachkenner war, zeigt auch das Interesse, das er am scheinbar Unbedeutendsten nahm, das nur dem Selbstarbeitenden wichtig wird, so beim Beschlag der Öfen (I. 111), bei der Destillation, bei der Anleitung zum Selbstverfertigen nicht käuflicher Apparate, bei dem verschiedenen Feuerungsmaterial für verschiedene Zwecke (I. 294), beim Pulvern der verschiedenartigsten schwer zu behandelnden Stoffe (II 1.246), bei den einzelnen Schmelztiegeln zu verschiedenen Arbeiten (II. 2.-161), bei den verschiedenen Öfen je nach dem Zweck (II. 1. 145-150) etc.&amp;lt;br/&amp;gt; Eine Reihe von Hahnemann's Forderungen für die Apothekenverwaltung sind jetzt allgemein angenommen.&amp;lt;br/&amp;gt; In diesem Lexikon hat Dr. Hahnemann Literatur aus über 100 Werke von den ersten Biologen und Zoologen eingearbeitet.&amp;lt;br/&amp;gt; Kraus sagte in seinem „medicinischen Lexicon&amp;quot; 1826 &amp;lt;ref&amp;gt;Vg. B. Hirschel, Geschichte des Brown’schen Systems, Dresden und Leipzig, 1846, S.37&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;nbsp;: Hahnemann ist ein anerkannt guter Pharmazeut und hatte sich als solcher durch Darstellung seines sogenannten Mercurius solubilis und zum Theil durch seine Abhandlung über Arsenikvergiftung, wenn gleich nach ihm diese Lehre um ein Bedeutendes vervollkommnet ist, unverwelkliche Lorbeeren erworben.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt; So hat also Hahnemann's Forschergeist und eiserner Fleiss direkt und indirekt wichtige Beiträge zur Verbesserung der ärztlichen Heilwerkzeuge geliefert, Grundlagen der ärztlichen Kunst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Arzneikunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Arzneikunde beim Auftreten Hahnemanns ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Begriffe von den Erscheinungen im gesunden und kranken Menschen wurden in Systeme gezwängt, welche von einzelnen Köpfen auf Grund vereinzelter Beobachtungen ausgedacht und den jeweiligen Ansichten und neuen Entdeckungen angepasst waren.&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;L. Hoffmann (1721-1807) fand, dass die meisten Krankheiten durch faule und durch saure Säfte entstanden, welche aus dem Körper entfernt oder mit „antiseptischen&amp;quot; und &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„&amp;lt;/span&amp;gt;versüßenden&amp;quot; Mitteln verbessert wurden.&amp;lt;br/&amp;gt; Stoll (1742-1788) lehrte, dass die Krankheiten unter dem Einfluss einer herrschenden Konstitution ständen, welche „durch die stehenden Witterungs- und epidemischen Fieber&amp;quot; bestimmt würde.&amp;lt;br/&amp;gt; Kämpf (1726-1787) zeigte, dass die meisten Krankheiten ihren Sitz im Unterleibe hätten und durch „Infarkte&amp;quot; veranlasst würden.&amp;lt;br/&amp;gt; Ende der 90er Jahre begann ausserdem noch das System des Schotten John Brown (1736 —1788) sich über Deutschland zu verbreiten. Brown trat mit großer Sicherheit auf. Nach seiner eigenen Ansicht hatte er als erster die Arzneikunst zu einer echten Wissenschaft erhoben, welche bald den Namen „Lehre der Natur&amp;quot; erhalten werde. Nach derselben besitzt jeder Mensch einen mehr oder weniger hohen Grad von Erregbarkeit. Auf dem richtigen Maße &amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;von &amp;lt;/span&amp;gt;Erregung beruht die Gesundheit. Krankheit entsteht entweder durch ein Übermaß von Erregung (Sthenie) oder durch Mangel an Erregung (Asthenie). Die Aufgabe des Arztes bestand einfach darin, die zu starke Erregung zu mäßigen, oder die zu schwache Erregung zu stärken. So wurden alle Krankheiten in zwei entsprechende Klassen eingeteilt, und ebenso die Heilmittel; es gab „sthenische&amp;quot; und „asthenische.&amp;quot; Bei den auf übermässiger Kraft beruhenden Affektionen wandte man „reizentziehende&amp;quot; Mittel an, welche nach der Reihenfolge ihrer Wirkung diese waren: Aderlass, Kälte, Erbrechen, Purgieren, Schwitzen. Bei den asthenischen Krankheitsformen wurden sthenische Mittel verordnet, der Reihenfolge ihrer Heilkraft nach: Fleisch, Wärme, Verhinderung des Erbrechens, Purgirens, Schwitzens durch Fleischkost, Gewürze, Wein, Bewegung; ferner im höheren Grade des Leidens flüchtige Reize: Moschus, flüchtiges Alkali, Kampfer, Aether, Opium.&amp;lt;Rev&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Vg. B. Hirschel, Geschichte des Brown’schen Systems, Dresden und Leipzig, 1846, S.37&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;China wurde erst von den Anhängern Browns hinzugefügt. Die Kenntnis des Baues und der Verrichtungen des Organismus war nur von untergeordneter &amp;lt;span class=&amp;quot;tm7&amp;quot;&amp;gt;Bedeutung, da alles auf die Reize und den Grad der Erregbarkeit ankam. „So groß,&amp;quot; sagte Brown, „ist die Einfachheit, auf welche die Arzneikunde zurückgebracht ist, dass ein Arzt, wenn er ans Krankenbett kommt, nur drei Dinge ins Reine zu bringen hat. Erstens ob die Krankheit allgemein oder örtlich sei, zweitens, wenn allgemein, ob sthenisch oder asthenisch, drittens von&amp;lt;/span&amp;gt;welchem Grade &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;der Erregung sie sei. Hat er über diese drei Punkte sich Aufschluss verschafft, so bleibt ihm nichts übrig, als seine Heilanzeigen und seinen Kurplan festzusetzen und ihn durch die dienlichen Mittel auszuführen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;K. Sprengel, Geschichte der Heilkunde, Halle, 1828, V. 1. S. 455&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm7&amp;quot;&amp;gt;Die Diagnose war Nebensache.&amp;lt;br/&amp;gt; Zugleich mit Brown kam die von Schelling begründete&amp;amp;nbsp; &amp;lt;ref&amp;gt;Erster Entwurf eines Systems der Naturphilosophie, Jena und Leipzig, 1799&amp;lt;/ref&amp;gt; Naturphilosophie auf. „Aechte Naturphilosophie,&amp;quot; sagt Steffens, „hebt als solche jeden Gegensatz, jeden Streit der Meinungen und Hypothesen gegen andere Meinungen und Hypothesen auf, kann also keinen Gegner haben.&amp;quot; „Ein wahres Wort&amp;quot; bemerkt dazu ein Rezensent. &amp;lt;ref&amp;gt;Heckers, Annalen, Bd. II., S. 444&amp;lt;/ref&amp;gt; Echte Naturphilosophie wusste alles, erklärte alles: „Die Naturphilosophie hat für das Erkennen die Priorität, denn sie ist das Erkennen des Erkennens, oder als das potenzierte Erkennen zu betrachten.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Steffens, I. c. S. 16&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; Bewunderungswürdig war die Bestimmtheit, mit welcher jede Erscheinung ohne Bedenken erklärt wurde. „Magnetismus ist Verwandlung des Sauerstoffs und Wasserstoffs in Kohlenstoff und Stick&amp;lt;/span&amp;gt;stoff,&amp;quot; sagt Steffens S. 91, und Schelling wusste &amp;lt;ref&amp;gt;I., c., S. 248&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;nbsp;: Sauerstoff ist Prinzip der Elektrizität.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Wirbel der Naturphilosophie erfasste die Köpfe der größten Anzahl deutscher Gelehrten und der hervorragendstenÄrzte. Nur wenige entgingen demselben, wie Hufeland, A. v. Humboldt, Blumenbach, Treviranus, Sömmering, Wedekind.&amp;lt;br/&amp;gt; Allgemein fehlte der Plan, nach welchem gearbeitet werden sollte.&amp;lt;br/&amp;gt; Um die Mitte des 18. Jahrhundertes beschrieb Haller das Blut so: „Das Blut besteht obenhin betrachtet aus gleichen Theilen, ist gerinnbar, um so röther, je besser genährt das Thier ist; in einem schwächlichen, hungrigen Thiere ist es gelblicht. Die zuweilen beigemischte Weisse kommt meistens vom Chylus.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; 1789, circa 30 Jahre später lehrt J. Fr. Blumenbach, der berühmte Göttinger Professor&amp;lt;ref&amp;gt;Anfangsgründe der Physiologie, Wien 1789, §6&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;nbsp;: „Das Blut ist eine Flüssigkeit seiner Art, von bekannter, bald stärkerer, bald schwächerer Farbe, welche beim Befühlen klebricht, warm, und da es durch die Kunst nicht nachgeahmt werden kann, unter die Geheimnisse der Natur zu rechnen ist.&amp;quot; Hier war also in der langen Zeit kein Fortschritt zu erkennen.&amp;lt;br/&amp;gt; 1803 lehrte man schon &amp;lt;ref&amp;gt;F. Kapp, Systematische Darstellung der durch die neuere Chemie in der Heilkunde bewirkten Veränderungen und Verbesserungen; Hof; 1805; S.31f&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;nbsp;: „Das Blut ist aus 9 Theilen gemischt: dem riechbaren Stoff, dem fadenartigen Theile, Eiweissstoff, Schwefel, Gallerte, Eisen, Laugensalz, Natrum und endlich aus Wasser . . . Die Grundstoffe des Blutes sind: Wasserstoff, Kohlenstoff, Salpeterstoff, Grundstoff der Salzsäure, Phosphor, Schwefel, Oxygene, Kalkerde und Eisen.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Die physiologische Chemie hatte also große Fortschritte gemacht, von denen man überrascht war, und die Ansicht hatte, sie praktisch verwerten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt; Reich hielt den Sauerstoff für das einzig sichere Mittel&amp;lt;span class=&amp;quot;tm7&amp;quot;&amp;gt;gegen &amp;lt;/span&amp;gt;Fieber, welches in der übermäßigen Entwicklung und Anhäufung von Stickstoff, Wasserstoff, Kohlenstoff, Schwefel und Phosphor bestand. Er war Professor der medizinischen Fakultät in Erlangen und Berlin, und pries in öffentlichen Blättern und einer besonderen Schrift &amp;lt;ref&amp;gt;G. Ch. Reich, Beschreibung der mit seinen neuen Mitteln behandelten Krankheitsfälle; Nürnberg; 1800&amp;lt;/ref&amp;gt; ein Geheimmittel gegen Fieber an, welches er nur gegen pekuniäre Vergütung bekannt geben wollte. Das Mittel sollte in kurzer Zeit, oft plötzlich das Fieber abschneiden. Eine Kommission von vier Ärzten stellte Versuche in der Berliner Charite damit an, und fand es probat in einer Anzahl von Fällen. Auf das Gutachten dieser Kommission hin wurde dem Professor für Veröffentlichung seines Geheimnisses vom Könige von Preussen bewilligt „eine jährliche Pension von 500 Thaler mit Befreiung von Tax- und Stempelgebühren;&amp;quot; im Falle seines Todes ging die Hälfte davon auf seine Wittwe über. &amp;lt;ref&amp;gt;Medic. chirurg. Zeitg.; Salzburg; 1800, III. 315&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; Dieses war bekannt, bevor die Veröffentlichung des großen Fiebermittels erschien, worauf man nun mit großer Spannung wartete. Endlich wurde die Wissbegierde befriedigt, im Herbst 1800. Das merkwürdige Fiebermittel bestand in Schwefelsäure und Salzsäure; Salpetersäure war unter Verhältnissen auch gut. &amp;lt;ref&amp;gt;ib 1799, IV. 189, 1800, I. 25 u. 1800, IV. 292&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; Die „für Studirende und Aerzte&amp;quot; geschriebenen Lehrbücher der Therapie waren so buntscheckig wie die Landkarten. Die Ontologie, die Idee, dass Krankheit ein fremdartiges, im Körper sein Unwesen treibendes Ding ist, war von Galen her noch in großen Ehren. Deshalb stand die „ausleerende Methode&amp;quot; obenan. Weiter gab es eine exzitierende Methode, eine stärkende, eine schwächende Methode, eine besänftigende — antagonistische — restaurierende (nicht zu verwechseln mit der stärkenden) — eine adstringierende Methode, welche die Kohäsion vermehrte — eine relaxierende, welche die Kohäsion verminderte — eine derivierende, deobstruierende, resolvierende Methode, ferner eine specifische, antimiasmatische, antiseptische und antigastrische Methode. &amp;lt;ref&amp;gt;cf. Hufeland, System der practischen Heilkunde, Jena, 1818 u. Andere&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
==== Arzneimittel beim Auftreten Hahnemanns ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arzneimittel wurden diesen Methoden angepasst; so gab es versüßende, verdünnende, auflösende, verdickende, blutreinigende, kühlende, ausleerende, schleimeinschneidende etc. Arzneien. Ein Simplex zu verordnen war ungewöhnlich. Man findet noch die Ansicht, dass ein Rezept aus einer Basis, einem Konstituens, einem Adjuvans, einem Korrigens und einem Dirigens bestehen müsse.&amp;lt;br/&amp;gt; Kompositionen von 8, 10 und mehr Mitteln waren an der Tagesordnung. Es gab sogenannte „Magistralformeln,&amp;quot; komplizierte Mischungen gegen gewisse Krankheiten, von „Autoritäten&amp;quot; zusammengesetzt, durch die „Erfahrung&amp;quot; geheiligt. Solche wurden in den Apotheken vorrätig gehalten, und man wagte nicht daran zu modeln.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie die erzählten Krankengeschichten in den Journalen ausweisen, wurden die Rezepte bei akuten Krankheiten häufig alle Tage, bei chronischen alle 2 —3 Tage gewechselt.. Und welche unglaublichen Mengen von Arzneien wurden dem kranken Körper eingeflößt! Darin übertrafen sich die verschiedenen Systeme gegenseitig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die tiefer liegenden Gründe für diesen Wirrwarr sahen diese Ärzte selbst nicht ein. Sie verstanden nicht zu beobachten. Statt Tatsachen zu sammeln und nur Tatsachen zu sammeln, und keine weiteren Schlüsse daraus zu ziehen, als soweit diese Tatsachen reichten, knüpften sie an einzelne Beobachtungen an, machten Vergleichungen, schufen Theorien, und ordneten die Dinge diesen Theorien unter. Zum Überfluss verlieh die Naturphilosophie diesen Spekulationen Flügel, und man hob sich vollends aus der Wirklichkeit in die Welt der Phantasie.&amp;lt;br/&amp;gt; Dazu kam, dass das Streben nach Erkenntnis bei einem großen Teil, der Ärzte sehr darnieder lag. Darüber wurde häufig Klage geführt. Prof. Baldinger bedauerte, dass nicht allein viele Ärzte, sondern auch viele Professoren wenig Studieneifer zeigten. &amp;lt;ref&amp;gt;Medic. Journal von Baldinger, 1790, St. 23, S. 16&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ärztliche Kollegialität entsprach dem Grade des Wissens. „Ein wütiger Parteigeist,&amp;quot; schrieb Prof. Roose 1803 &amp;lt;ref&amp;gt;Horn’s Archiv für med. Erf., III. S. 1f&amp;lt;/ref&amp;gt; , „hat sich vieler Gemüter bemächtigt und droht sich immer allgemeiner zu verbreiten. Die Ärzte spalten sich in Sekten und stehen in heftigem, zum Teil unbegründeten, Widerspruch zueinander. Eine Meinungswut und eine Verfolgungssucht wird unter den Ärzten immer gewöhnlicher. &amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Je unsicherer sich der Arzt in seiner Kunst fühlt, um so lauter der Ruf nach Staatshilfe gegen die Kurpfuscher und Quacksalber. Wedekind (1. c. S. 38): „Der wissenschaftliche Arzt geht zu Grunde, wenn die Regierung ihn nicht auf alle Art begünstigt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hahnemanns Leistungen in der Arzneikunde ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste größere medizinische Schrift von Hahnemann erschien 1784 &amp;lt;ref&amp;gt;Anleitung alte Schäden und faule Geschwüre gründlich zu heilen nebst einem Anhange über eine zweckmäßigere Behandlung der Fisteln, der Knochenfäule, des Winddorns, des Krebses, des Gliedschwamms und der Lungensucht. Leipzig, 1784&amp;lt;/ref&amp;gt; „Der grösste Theil der Aerzte,&amp;quot; sagt Halmemann in der Vorrede, „macht sich damit nichts zu schaffen und überlässt sie dem Bader, dem Schäfer und dem Scharfrichter, gewiss mehr aus Unwissenheit, als aus Ekel. Der Ruhm, dergleichen Heldenkur verrichtet zu haben, überriecht den faulen Eiter bey weitem.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Das Verfahren der alltäglichen Ärzte und Wundärzte bestand zunächst in „Reinigung des Blutes,&amp;quot; Aderlassen, Schröpfen, Schwitzen, Purgieren. Äußerlich waren die Bleipräparate, besonders Bleisalben und -pflaster die Hauptmittel.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Vom Autoritätsglauben der damaligen Zeit scheint Hahnemann auch als junger Arzt unberührt geblieben zu sein. „Das gewöhnliche Ende solcher Kurarten machen alte Weiber, der Scharfrichter, der Vieharzt, der Schäfer und der Tod. Bei dem allen hindert mich Ehrgeiz nicht, zu gestehen, dass Viehärzte grösstentheils glücklicher, dass ist geschickter in Heilung alter Wunden sind, als oft der schulgerechteste Professor und Mitglied aller Akademien. Man schreie nicht, dies sei blosse Empirie, ich wünsche mir ihre handwerksmässigen Kunstgriffe zu besitzen, die sich auf Erfahrungen gründen, welche ihnen freilich oft nur die Behandlung der Thiere an die Hand gegeben hat, die ich aber gerne gegen verschiedene medicinische Folianten eintauschen möchte, wenn sie ihnen dafür feil wären.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Den Mangel an einem Prinzip zur Auffindung von Heilkräften beklagt er schon damals. Wenn Hahnemann sich von einer Sache überzeugt hielt, so trat er mit der größten Bestimmtheit auf und ließ sich so leicht nicht davon abbringen. &amp;quot;Ich habe,&amp;quot; sagt er, „die ausgesuchtesten und zahlreichsten Erfahrungen vor mir und verlange unumschränkten Glauben in diesem Stücke.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo es nötig war, riet er energisch einzugreifen. &amp;lt;ref&amp;gt;Anleitung alte Schäden und faule Geschwüre gründlich zu heilen nebst einem Anhange über eine zweckmäßigere Behandlung der Fisteln, der Knochenfäule, des Winddorns, des Krebses, des Gliedschwamms und der Lungensucht. Leipzig 1784; S.44&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Er erzählt von einer Karies des Mittelfußknochens der großen Zehe mit unterminierenden Fisteln und jauchigem Eiter. „Ich wurde gerufen. Ich erweitere die Wunde, verbinde sie etliche Tage mit Digestiv (eine Abreibung von Perubalsam oder Kopaivabalsam mit 2-3 Teilen Eidotter), den Knochen schabe ich reine aus und sondre das Verdorbene ab, verbinde ihn mit Alkohol und sehe dem Erfolge zu.&amp;quot; Später legte er abwechselnd Verbände von Sublimatwasser und Digestiv an. Innerlich gab er stärkende Arzneien und allmälich trat die Heilung ein. Das Ausschaben des kariösen Knochens wird heute als eine Errungenschaft der neueren Zeit hingestellt. Jedenfalls zeigt Hahnemann durch seine Wund- und Geschwürsbehandlung, dass er auch als Chirurg Vorzügliches geleistet hat und die Masse seiner Zeitgenossen überragte, und er hatte nicht Unrecht am Schluss zu sagen:&amp;lt;br/&amp;gt; „Man wird mir nicht verargen, dass ich auf eine so allgemein anwendbare Heilung der alten bösartigen Geschwüre dringe, und sie allen übrigen, doch mit Einschränkung, vorziehe; die ausgesuchtesten, gehäuftesten Erfahrungen sind auf meiner Seite. Wer so viel Beobachtungen in diesem Falle anzustellen Gelegenheit gehabt hat, als ich, wer sich so von dem Wohlsein seiner Nebenmenschen dahinziehe und bestimmen lässt, wie ich von mir fühle, wer so sehr die Vorurtheile und die Vorliebe für das Alte und Neuere, oder überhaupt für das Ansehn irgend eines großen Namens hasset und sich so eifrig bestrebt, selbst zu denken und zu handeln, wie ich dies Zeugnis bei mir fühle, der kann, wie mich deucht, nicht leicht auf eine andere oder bessere Behandlung alter Geschwüre kommen, kann folglich mit mir auch vorzügliche Erfolge seines Fleisses sehn, die größte unter den Belohnungen, die ein rechtschaffner Arzt erwarten darf, Erfolge, die mir fast nie trügten, da sie vor Andern hingegen bei andrer Behandlung fast stets verschwanden.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht minder günstige Aufnahme bei seinen ärztlichen Kolegen auch fand die Schrift: &amp;quot;Unterricht für Wundärzte über die venerischen Krankheiten, nebst einem neuen Queksilberpräparate. Leipzig 1789&amp;quot;. In der „Medic. chir. Zeitung&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Red. v. Prof. Hartenkeil, Salzburg 1790 III. 8. 345.&amp;lt;/ref&amp;gt; las man:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„... Das Buch ist aber nicht nur die Arbeit eines Mannes von Kopf und Gelehrsamkeit, sondern auch in einer aphoristischen Kürze geschrieben, wozu nur der gelehrte Arzt in Hunter, Schwediaur, André etc, den Kommentar findet. — Es ist ein Buch für akademische Vorlesungen, obgleich der Verfasser es nicht dafür bestimmt hat&amp;quot;.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Bald erschien das Buch über Syphilis von A. R. Vetter: „Neue Curart aller venerischen Krankheiten nach Hunter, Girtanner und Hahnemann.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Wien 1793. 488 S.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ueber seine Uebersetzung von Cullen's Materia medica schreibt die „Medicinisch-chirurgische Zeitung.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt; Medicinisch-chirurgische Zeitung , 1791 1. S. 117 u. 231.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;nbsp;:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Herr Hahnemann hat diese Uebersetzung, der Dunkelheit des Vortrages im Original ungeachtet, mit besonderem Fleiss verfertigt . . . Die Anmerkungen des Herrn Uebersetzers sind grösstentheils sehr lehrreich, und auch durch seine hin und wieder angebrachten Berichtigungen hat er den Werth dieses wichtigen Werkes erhöhet.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
===== Hahnemann und die Psychiatrie =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Art und Weise, wie früher (wir brauchen nicht einmal bis auf Hahnemanns Zeit zurückzugehen) die Geisteskranken behandelt wurden, kennt jeder Arzt. Aufgeregten und widerspenstigen Kranken dieser Art begegneten die Ärzte wie wilden Tieren; man wollte Angst, Schrecken, Entsetzen in ihnen erzeugen. Körperliche Züchtigungen, Ekelkuren waren etwas Alltägliches. Tobsüchtige wurden auf ein horizontales Brett geschnallt, das mit grosser Schnelligkeit um eine vertikale Achse gedreht wurde, in den sog. Drehstuhl gesetzt etc. „Eine als gut eingerichtet geltende Irrenanstalt erschien daher in gewisser Beziehung einer Folterkammer nicht ganz unähnlich,&amp;quot; sagt Westphal. yref&amp;gt;Psychiatrie und psychiatrischer Unterricht, Berlin 1880.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;nbsp; Diese Behandlung wurde auch von Ernst Horn in der ihm 1806 übertragenen Irrenabtheilung der Berliner Charite, damals die grösste Irrenanstalt Preussens, eingeführt. Ausserdem erfand er noch den „geschlossenen Sack&amp;quot;, worin die Maniakalischen zugebunden wurden, und in welchem sie, nach Westphal, da liegen bleiben mussten, wo sie eben hingelegt waren.&amp;lt;br/&amp;gt; „Man scheut sich zu gestehen,&amp;quot; sagt Westphal 1880, „ein wie kurzer Zeitraum dazwischen liegt, dass Geisteskranke Sonntagsbesuchern vou Hospitälern und Arbeitshäusern als eine Art Sport gezeigt und zum Vergnügen der Besucher gereizt wurden.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hahnemanns psychiatrischer Standpunkt war dieser:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Nie lasse ich einen Wahnsinnigen je mit Schlägen oder andern schmerzhaften körperlichen Züchtigungen bestrafen, weil es für Unvorsetzlichkeit keine Strafe gibt, und weil diese Kranken bloss Mitleid verdienen und durch solche rauhe Behandlung immer verschlimmert, wohl nie gebessert werden.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Monatsschrift Februarheft 1796 — Stapf II. S. 245.&amp;lt;/ref&amp;gt; So behandelte und heilte er 1792 den wahnsinnig gewordenen, als Schriftsteller bekannten Geh. Kanzleisekretär Klockenbring aus Hannover. Nach seiner vollkommenen Wiederherstellung vom Wahnsinn zeigte dieser Unglückliche seinem Retter „oft mit Thränen die Reste der Schwielen von Stricken, deren sich seine vorigen Wärter bedient hatten, ihn in Schranken zu halten.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Hahnemann marschierte also auch hier an der Spitze. Dass er anfangs den Aderlass anwandte, ist natürlich; aber wir finden ihn stets sehr vorsichtig dabei zu Werke gehen und schon 1784 gegen die übermäßigen. Blutentziehungen ankämpfen. 1832 schreibt Hahnemann in einem Briefe an M. Müller&amp;amp;nbsp; &amp;lt;ref&amp;gt;M. Müller ,,Zur Geschichte der Homöopathie,' Leipzig 1837 S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; , dass er seit über Jahren die Aderlass-, Brech- und Purgiermittel verschmähe. 1797 hat er indess noch Blutziehungen angewandt, wie aus einer Abhandlung in Hufeland's Journal hervorgeht, und 1800 war er wenigstens noch kein absoluter Gegner derselben, „In sthenischen acuten Uebeln thun Aderlass und möglichste Entfernung aller Art von Reizen weit mehr als die wässerigen Tränke.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Arzneischatz, aus dem Engl. übers. von Hahnemann. Leipzig 1800; S. 171.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
==== Die Krätze ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Die Krätze aus frühmedizinischer Sicht =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;In Bezug auf die Krätze nahm Hahnemann einen sehr „vorgeschrittenen&amp;quot; Standpunkt ein, den er indess über 30 Jahre später vollständig änderte. Abgesehen von bloßen Andeutungen älterer Schriftsteller hat Bonomo in Livorno schon 1683 die Krätzmilbe richtig abgebildet, weshalb ihn Wichmann&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Aetiologie der Krätze von J. E. Wichmann, Kgl. Grossbritt. Hofmedikus zu Hannover, Hannover, 1786 mit 4 Abbildungen von Krätzmilben, Copie nach Bonomo. 2. Aufl., 1791&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;mit Recht den Begründer der Krätztheorie nennt. Bonomo gestand ein, dass er durch arme Weiber und Sklaven in Livorno darauf gebracht sei, welche sich die Milben mit Nadeln gegenseitig herausgesucht hätten.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Die Parasitenlehre wurde indess wenig oder gar nicht beachtet, bis Linné 1757 (Exanthemata viva) und der obengenannte Wichmann 1786 dieselbe in Erinnerung brachten.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Wichmann stand in seiner Schrift bereits vollständig auf dem heutigen Standpunkte. In England wurde die Krätze bereits allgemein als „lebender Ausschlag&amp;quot; behandelt, in Frankreich warnte die medizinische Fakultät noch vor den äußeren Mitteln, mit denen man dort im Volke gegen dieses Leiden vorging. &amp;lt;ref&amp;gt;Wichmann, I. c. S. 118.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Nicht viel anders war es in Deutschland. Wichmann wurde überhört. Es herrschte die Ansicht vor, die Milbe sei das Produkt, nicht die Ursache der Krätze. So nahm Joh. Jak. Bernhard&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Handbuch der allg. und besondern Contagienlehre, Erfurt bei Henning, 1815, 608 S., auch unter dem Titel: „Ueber die Natur etc. des Spitaltyphus und der ansteckenden Krankheiten überhaupt.“&amp;lt;/ref&amp;gt; die Milbe in der Krätze und „die mikroskopischen Thierchen in andern contagiösen Krankheiten&amp;quot; nicht für das Kontagium selbst an. Er hielt sie aber für wesentliche Bestandteile der Ansteckungsstoffe, „wie die Thierchen im Samen und in der Vaccinalymphe.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Auch zufällig könnten sich wohl dergleichen Tierchen erzeugen ohne ansteckend zu sein wie z. B die Läusesucht bewiese.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Friedrich Jahn bestreitet 1817 energisch die Parasitentheorie der Krätze&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;. &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;Klinik der chron. Krankheiten, Erfurt, 1817, Bd. II. S. 614f&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Er hält die „unleugbaren Krätzmetastasen&amp;quot; und vieles Andere entgegen und urteilt zuletzt: „Wir können also diese ganze Theorie als ungegründet annehmen.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;J. P. Frank tritt in seinem 1821 vollendeten Buche „De curandis hominum morbis&amp;quot; als einer der entschiedensten Vertreter der causa viva auf, will die Krätzmilbe im Anfang töten, aber bei länger dauernder Krätze hält er „unvorsichtige Unterdrückung&amp;quot; für sehr gefährlich. Er unterscheidet 13 Arten von „symptomatischer Krätze,&amp;quot; so eine scorbutische, eine hypochondrische, critische, plethorische etc.; auch eine „P. neogamorum,&amp;quot; eine Krätze der Neuvermählten ist darunter.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Ferdinand Jahn, ein talentvoller Schüler Hensingers und Schönleins, ein Anhänger der naturhistorischen Schule, hat 1828 folgende Ansicht:&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Ahnungen einer allgem. Naturgeschichte der Krankheiten, Eisenach, 1828, S. 201&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Die chronischen Ausschläge sind in den meisten Fällen die äussern Erscheinungen von Dyskrasien, die mit fester, starker Wurzel im Innern des Organismus haften . . . Krätze, der die Hautblüthen genommen wurden, entwickelt ihre im Innern des Organismus ruhende Wurzel stärker, sodass jene Erscheinungen, die unter dem Namen der Kratzmetastasen berüchtigt sind, sich einstellen.&amp;quot; Solchen Ansichten gegenüber vergesse man nicht, dass damals Krätzausschläge mit dichten Eiterpusteln über den Körper und ausgedehnten Hautverschwärungen keine Seltenheit waren.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Autenrieth, bekanntlich ein Schüler J. P. Franks, schreibt unter dem Titel: „Nachkrankheiten, welche auf vertriebene Krätze folgen&amp;quot; im Jahre 1808:&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;Versuche über die prakt. Heilkunde aus den klin. Annalen von Tübingen, 1808 - Griesselich, Kleine Frescogemälde, Carlsruhe, 1836 I. S. 88&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Die furchtbarste und in unsern Gegenden häufigste Quelle chronischer Krankheiten der Erwachseuen sind die mit Schwefelsalbe oder überhaupt mit fettigen äussern Mitteln schlecht behandelten Rauden- oder Krätzauschläge. Ich habe das Unglück, das bei Rauden der untern Stände, und denen, die eine sitzende Lebensweise haben, dadurch entsteht, so häufig hier gesehn, und ich sehe es täglich in so mannigfaltiger, trauriger Gestalt, dass ich keinen Augenblick anstehe, es für einen der Aufmerksamkeit jedes Arztes, selbst jeder Obrigkeit, der irgend auch das Gesundheitswohl ihrer Untergebenen am Herzen liegt, würdigen Gegenstand laut zu erklären.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Nachkrankheiten von „verschmierter Krätze&amp;quot; sind nach Autenrieth I. c: „Fussgeschwüre — Lungenschwindsucht — eine Art hysterischer Chlorosis — weisse Kniegeschwulst — Gelenkwassersucht — Amaurose mit Verdunkelung der Hornhaut — Glaukom mit Amaurose — Geistesverwirrung — Lähmung — Schlagfluss — gekrümmter Hals&amp;quot; etc.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Trotz alledem vertrat Autenrieth die Parasitentheorie in einer für seine Zeit ungewöhnlichen Ausdehnung. Man hielt eben dafür, dass die Milbe zugleich Trägerin eines Giftes sei, welches von der Oberfläche nicht in das Innere des Körpers „verschmiert&amp;quot; werden dürfe, und dass andererseits die Krätze das auf die Haut geworfene Produkt innerer Krankheiten sein könne.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Hufeland wird es bestätigen:&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Euchiridion medic., Vermächtnis einer 50jähr. Praxis, St. Gallen, 1839, 2. Aufl., S. 293f&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Aber die Krätze kann auch als Product und Symptom innerer Krankheiten erscheinen — Scabies spuria. Hier ist sie zwar nur Form einer andern Krankheit, aber auch hier kann sich zuletzt ein Contagium entwickeln und so ansteckend werden. Dahin gehört die syphilitische, die scrophulöse, die arthritische und scorbutische Krätze, auch die critische, ein krätzartiger Ausschlag, mit und durch welchen die critische Lösung sowohl acuter, als chronischer Krankheiten erfolgt . . . Die in Pusteln gefundenen Milben sind nicht Ursache, sondern Wirkung, Parasiten der Krätze . . Aber hierbei (bei der Behandlung) treten manche Schwierigkeiten und wichtige Rücksichten ein. Man kann nämlich durch eine bloss örtliche Anwendung des Specificums auf die Haut zwar die krankhafte Thätigkeit der Haut supprimiren, aber das Contagium selbst, was schon tiefer eingedrungen ist, wird dadurch nicht zerstört, und die Folge ist, entweder dass die Krätze immer wieder erscheint, oder, was noch schlimmer ist, sich auf innere Theile wirft und oft sehr gefährliche und hartnäckige Metastasen erzeugt. So kann Lungensucht — Lungenkrätze — Wassersucht, Magenkrampf — Magenkrätze - Epilepsie und alle Arten von Nervenkrankheiten die Folge sein.&amp;lt;br/&amp;gt; Noch bedenklicher wird dies, wenn die Krätze complicirt mit einer andern Krankheit oder gar ein Product oder Crise einer andern Krankheit ist.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Im Jahre 1835 konnte der belesene Rau&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;Ueber den Werth des hom. Heilverfahrens, 2. Ausgabe, Heidelberg und Leipzig, S. 33&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;noch schreiben: „Die Behauptung, welche ein bekannter Schriftsteller (Krüger-Hansen?) unlängst aufgestellt hat, dass gar keine nachtheiligen Folgen von schnell unterdrückter Krätze zu befürchten seyen, wird durch so zahlreiche Beobachtungen widerlegt, dass es nutzlos seyn würde, mit einem Widerspruche hervorzutreten.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Nebenbei sei daran erinnert, dass man zu jenen Zeiten noch eine sehr mangelhafte Diagnostik der Hautkrankheiten hatte, dass Skabies, Ekzem, Impetigo, Prurigo etc. noch nicht voneinander unterschieden wurden, und für verschiedene Intensitätsgrade einer und derselben Krankheit galten.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Hahnemann und die Krätze =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Hat Hahnemann die Krätzmilbe gekannt? Und in welcher Zeit hat er Kenntniss von ihr gehabt? Bei der Übersetzung von Monros Arzneimittellehre, 1791, schreibt Hahnemann in einer Anmerkung (II. 49):&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Lässt man einen kürzlich angesteckten Krätzigen mit wohlgesättigtem, schwefelleberlufthaltigem Wasser täglich etliche Male waschen, auch wohl das leinene Zeug hineintauchen, so ist das Uebel binnen etlichen Tagen verschwunden, und kommt ohne eine neue Ansteckung nicht wieder. Müsste sie aber nicht wieder kommen, wenn eine Schärfe der Säfte zum Grunde läge? Diese Erfahrung habe ich sehr oft gemacht und: vermuthe nebst Andern einen lebendigen Stoff als Krankheitsursache. Alle Insecten (wozu bekanntlich. damals die Krätzmilbe gezählt wurde) und Würmer werden durch Schwefelleberluft getödtet.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Später betont er in demselben Werke in einer Anmerkung nochmals (II. 441), dass Krätze ein „lebendiger Ausschlag&amp;quot; sei.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Im Jahre 1795 las man von Hahnemann eine Abhandlung „&amp;lt;/span&amp;gt;Ueber den Ansprung (crusta lactea). MBk (1795), 3. Bd., 4. St., S. 701-705&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;quot; in J. Fr. Blumenbachs medizinischer Bibliothek. &amp;lt;ref&amp;gt;Bd. 3., St. 4, Göttingen, 1795&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Dieses Werk erschien nicht in bestimmter Zeitfolge. Es finden sich in diesem Bande Arbeiten, welche bereits 1703 verfasst sind. Hahnemann hat seinem Aufsatz kein Datum zugesetzt, sodass die Zeit des Niederschreibens sich nicht genau bestimmen lässt.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Er erzählt aber darin, dass er sich zur Zeit der beschriebenen Maßnahmen auf dem Lande befunden habe. 1794 bis 1796 hielt er sich in Pyrmont und Braunschweig auf; 1792 bis 1794 bei Gotha. In diese letztgenannte Zeit fällt also die folgende Beobachtung. In dem Dorfe, (wahrscheinlich Molschleben) „wo meine Kinder vollkommene Gesundheit genossen&amp;quot;, waren viele Kinder mit der sogenannten Milchkruste behaftet und zwar in ungewöhnlichem Grade. Da Hahnemann glaubte, eine Übertragung dieser Affektion bemerkt zu haben, so suchte er eine Berührung seiner Kinder mit den infizierten Dorfkindern zu verhüten. Einem derart kranken Knaben gelang es indess, zu ihnen zu kommen, „und ich ward ihn gewahr, wie er vertraulich mit ihnen spielte. Ich entfernte ihn; aber die Ansteckung war geschehn.&amp;quot; Der Knabe hatte Hahnemann's Kinder geküsst. Es bildete sich das Uebel zuerst bei dem einen, dann bei seinen 3 andern Kindern aus.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Ich übergoss trockene Schwefelleber — Austerschalenpulver mit gleichen Theilen Schwefel gemischt und 10 Minuten in Weissglühe erhalten — mit warmem Wasser. Es entsteht eine gelinde schwache Auflösung. Hiemit bepinselte ich das Gesicht der zwey, welche den Ausschlag am stärksten hatten, alle Stunden, zwey Tage nach einander. Schon nach dem ersten Befeuchten merkte ich, dass das Uebel still stand, und allmählig heilte.&amp;quot; Dasselbe Verfahren wandte er bei den andern Kindern mit Erfolg an.&amp;lt;br/&amp;gt; „Das Mittel zersetzt sich auf der Haut durch die freye Luft allmälig, und es entwickelt sich unter üblem Geruche die Schwefelleberluft, welche, wie bekannt, die meisten Insecten plötzlich tödtet.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Ist der Ansprung nicht ein Hautübel blos von Ansteckung? Hat die Ansteckung nicht etwa gar kleine Thierchen zum Miasm?&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Ich getraue mir in der Praxis keine Gelegenheit wieder zu finden, die mir die Bejahung dieser Frage so positiv an die Hand gäbe, als diese, die ich so ganz in meiner Gewalt hatte.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Meine Kinder bekamen keine Abführungsmittel, noch sonst etwas, da sie übrigens gesund waren und gesund blieben.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1791 erzählt er (Monro I. 76), dass er Krätze durch bloss innerliche Arznei geheilt habe, was dadurch zu erklären war, dass man mit dem Namen &amp;quot;Krätze&amp;quot; einen viel weiteren Begriff verband, als heutzutage. „Krätze&amp;quot; war eine Diagnose, welche weit über die Grenzen unseres heutigen Begriffes Skabies, Krätze, hinausging. So hatte sich ihm allmählich der Gedanke aufgedrängt, dass den Hautkrankheiten ein „Etwas&amp;quot; zu Grunde liege, welches auch andere Krankheiten zu erzeugen im Stande sei, und von Generation zu Generation sich forterbend die entfernte Ursache für viele Krankheiten bilde. Außer dieser Psora blieben noch als Grundursachen übrig die Sycosis, mit dem Tripper zusammenhängende Erscheinungen, und Syphilis. Wenn auch etwas Wahres in diesen Ansichten enthalten sein mag, so ging doch Hahnemann damit weit über die Wirklichkeit hinaus und geriet in einen großen Irrtum.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Hahnemanns frühe Reputation als Arzt&amp;lt;/span&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Über Hahnemanns Ruf als ausübender Arzt in damaliger &amp;lt;/span&amp;gt;Zeit berichten Zeitgenossen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Brunnow erzählt&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Ein Blick auf Hahnemann, Leipzig, 1844, S. 6&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;: „In der That gelangen ihm schon im Anfange seiner ärztlichen Thätigkeit vermöge seines einfachen Heilverfahrens viele ausgezeichnete Kuren, und es wurde ihm überall, wo er auftrat, der Ruf eines ebenso umsiehtsvollen als glücklichen Praktikers zu Theil&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Die Medicinisch-chirurgische Zeitung (1799 II. 411) schreibt: „Hahnemann hat sich als ausübender Arzt einen Nahmen in Deutschland erworben.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; In derselben Zeitschrift &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Ergänzungsheft VII, S. 307&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;wird er als ein Arzt geschildert, „dem wir schon so manchen schönen Beytrag zur Vervollkommnung unserer Wissenschaft schuldig sind.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; In den Allgemeinen medicinischen Annalen des 19. Jahrh. wird im Novemberheft 1810 Hahnemann ein Mann genannt, „welcher seit länger als 20 Jahren als denkender Arzt und guter Beobachter bekannt ist . . . und dabei seinen Ruf als geschickter und glücklicher Practiker fortdauernd erhalten hat.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Hufeland nennt ihn 1798 &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Huf. Journ. Bd. 6, St. 2, Anm.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;einen Mann, „dessen Verdienste um unsere Kunst entschieden genug sind,&amp;quot; und ferner&amp;lt;ref&amp;gt;Ib. Bd. 5, St. 2, S. 52&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„einen der vorzüglichsten Aerzte Teutschlands,&amp;quot; . . . „einen in Erfahrung und Nachdenken gereiften Arzt.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;1800 sprach Daniels&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Ib. Bd. 9, St. 4, S. 15&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;von dem „durch seine Schriften berühmten Hahnemann.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; In demselben Jahre schrieb Bernstein im „practischen Handbuch für Wundärzte&amp;quot;: „Samuel Hahnewann, ein sehr verdienter Arzt, ist bekannt durch sein vortreffliches Quecksilberpräparat, nemlich den Merc. solub., ferner durch seine Weinprobe und überhaupt durch seine chemischen und pharmaceutischen Schriften, und hat sich auch um Wundärzte verdient gemacht. Er gab für solche heraus: Anleitung alte Schäden und Geschwüre zu heilen 1784, und: Unterricht für Wundärzte über die venerischen Krankheiten. Leipzig 1786.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Im Jahre 1791 erwählte ihn die Leipziger ökonomische Gesellschaft, dann die Kurfürstlich-Mainzische Akademie der Wissenschaften, später die physical. medic. Gesellschaft zu Erlangen zu ihrem Mitgliede.&amp;lt;br/&amp;gt; 1798 las man in der Medicinisch-chirurgischen Zeitung (IV. 192) diese Notiz: „Mietau. Hier soll eine provisorische Universität errichtet werden. Man sagt, für die medicinische Fakultät seyen Herr Dr. Samuel Hahnemann zu Königslutter, Herr Dr. Samuel Naumburg in Erfurt und Herr Dr. Frank in Mühlhausen bestimmt.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
==== &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Hahnemann als Reformator&amp;lt;/span&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon 1784 spricht er verächtlich von den „Modeärzten&amp;quot;. 1786 eifert er in seinem Buche über den Arsenik gegen den damaligen elenden Zustand der Arzneikunde, gegen die „Pfuscherärzte, der fruchtbarsten Quelle des Todes&amp;quot;, welche unter anderen den Arsenik in Substanz auf Geschwüre aufpulverten, dadurch oft den Tod der Kranken herbeiführten, und welche dieses Mittel in leicht tötlichen Gaben gegen Intermittens gäben etc. 1791 hatte er bei Monro zu übersetzen, dass Canthariden die krankhaften Säfte auflösten. Hahnemann bemerkt dazu (II. 248):&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Dies ist der gewöhnliche Wahn, dass die Geschwüre von blasenziehenden Mitteln nur die bösen Säfte ausziehn. Wenn die Säftemasse während ihres Kreislaufs, im Ganzen genommen, von gleicher Mischung durchaus ist, wenn die aushauchenden Öffnungen der Blutgefässe eine nicht sehr abweichende Ausdünstungsmaterie, bei sonst gleichen Umständen, verdampfen, so begreift kein vernünftiger Physiolog, wie ein blasenziehendes Mittel electiv auf den Ort seiner Anwendung nur die schädlichen Theile der Säfte ver&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;sammeln und herausziehen sollte. In der Tat strotzt die Blase unter dem Pflaster blos von einem Theile des gemeinsamen Blutwassers, wie es sich auf dem aus der Ader gelassenen Blute sammeln würde. Doch auch Aderlasse sollen nach dem Wahne dieser Kurzsichtigen nur das böse Blut abziehn und fortgesetzte Laxanzen nur die bösen Säfte ausleeren! Ich entsetze mich vor dem Schaden, den so allgemein eingeführte Thorheiten anrichten.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;So nimmt Hahnemann an zahlreichen Stellen jede Gelegenheit wahr, seine Amtsbrüder auf die immer mehr von ihm erkannten Torheiten aufmerksam zu machen, von denen er selbst sich allmälich loszumachen das redlichste Bestreben zeigte.&amp;lt;br/&amp;gt; 1790 tritt er kräftig gegen die damaligen Arzneimittellehrer auf (Cullen I. 58):&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Die alten Arzneimittellehrer sind mit ihren Seichtheiten, Unbestimmtheiten, Weibermährchen und Unwahrheiten bis in die neueste Zeit nachgebetet worden — einige wenige Ausnahmen abgerechnet — und weder die Erzväter noch ihre schwachen Jünger verdienten Schonung. Wir müssen uns mit Gewalt von diesen vergötterten Gewährsmännern losreissen, wenn wir in einem der wichtigsten Theile der practischen Arzneikunst das Joch der Unwissenheit und des Aberglaubens losschütteln wollen. Nun ist es hohe Zeit.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Aus dem Gewirr von „Beobachtungen&amp;quot; und „Erfahrungen&amp;quot; die Wahrheit herauszufinden, schlug er schon sehr bald den Weg ein, den alle großen Ärzte gingen; er vermied das geschäftige Handeln am Krankenbette, wie es seine Zeitgenossen übten, und drang seinen vielmischenden Kollegen gegenüber auf:&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Einfache Verordnungen - Hahnemann tendiert zu Einzelmitteln&amp;lt;/span&amp;gt; =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um dieses gebührend zu würdigen, erinnere man sich daran, dass damals noch gelehrt wurde, ein regelrechtes Rezept müsse aus verschiedenen Teilen bestehen. Darin war natürlich auch Hahnemann unterrichtet, und er gestand später ein, dass die Mischerei „seinem Gebeine hartnäckiger angehangen habe, als &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;das&amp;lt;/span&amp;gt;Miasma irgendeiner andern Krankheit.&amp;quot; Wenn man ihn daher in den ersten Jahren seiner Praxis noch hie und da Gemische, meistens von 2 Mitteln, geben sieht, so beobachtet man andererseits, dass er diesen 'Unfug' immer weiter von sich streift. Schon 1784&amp;lt;ref&amp;gt;Ib. Bd. 9, St. 4, S. 15&amp;lt;/ref&amp;gt; redet er der einfachen Behandlungsweise das Wort „statt des Mischmasches von widersprechenden Verordnungen.&amp;quot; 1791 fragt er, als Monro ein kompliziertes Verfahren &amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;gegen Leberverhärtung vorschlägt (Monro &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm7&amp;quot;&amp;gt;II. &amp;lt;/span&amp;gt;288):&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Was half denn nun eigentlich? . . Solange wir nicht einzelne Mittel fortgesetzt anzuwenden uns bequemen, und die begleitenden Umstände, Lebensordnung u. s. w. sorgfältig zu jedem Falle abwägen, wird unsre Arzneikunde noch lange ein Gemisch von Mutmassung, Wahrheit und wahrscheinlicher Dichtung bleiben.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Jahre 1796 schreibt Hahnemann in Hufelands Journal&amp;lt;ref&amp;gt;„Anleitung alte Schäden und faule Geschwüre gründlich zu heilen nebst einem Anhange&lt;br /&gt;
über eine zweckmäßigere Behandlung der Fisteln, der Knochenfäule, des Winddorns,&lt;br /&gt;
des Krebses, des Gliedschwamms und der Lungensucht.“, S. 165 u. 179&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Das Wunderbarste bei dieser Specification der Tugenden einzelner Droguen bleibt für mich immer der Umstand, dass man die noch jetzt die Arzneikunst diffamierende Methode, mehrere Arzneien zugleich in Ein Recept kunstmässig zu verflechten, zu den Zeiten erwähnter Männer (einzelne Arzneimittellehrer) so weit trieb, dass es selbst einem Oedipus unmöglich war, etwas von der Wirkung einem einzelnen Ingredienz des Mischmasches ausschliesslich zuzueignen, und dass man damals, fast noch seltner als jetzt, eine einzelne Drogue als Arznei allein verordnete. Wie können nun aus einer so verwickelten Praxis die Kräfte der einzelnen Arzneien unterscheidbar hervorgehn?&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Hier entsteht die Frage: Ist es gut, vielerlei Arzneien in , Ein Rezept zu mischen, Bäder, Klistiere, Aderlässe, Blasenzüge, Umschläge und Einreibungen zu gleicher Zeit, oder dicht auf einander zu verordnen, wenn man die Arzneikunde zu ihrem Gipfel heben, wirksam heilen, und in jedem Falle gewiss erfahren will, was die Heilmittel gewirkt haben, um sie in ähnlichen Fällen mit desto grösserem oder gleichem Glücke wieder anwenden zu können?&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Der menschliche Geist fasst nie mehr als einen einzigen Gegenstand auf einmal, kann fast nie das Resultat zweier zugleich auf Ein Objekt wirkenden Kräfte auf die Ursachen proportionell repartiren; wie kann er die Arzneikunde zu einer grösseren Gewissheit bringen, wenn er sich, wie es scheint, recht absichtlich bemüht, eine Menge verschiedenartiger Kräfte, auf einmal gegen eine krankhafte Körperveränderung spielen zu lassen, wovon er oft weder letztere deutlich kennt, noch die ersteren einzeln, geschweige in Verbindung.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Wer sagt uns, ob nicht das Adjuvans oder Corrigens in dem vieltheiligen Recepte als Basis wirke, ob das Constituens der ganzen Zusammensetzung nicht eine andere Richtung gebe? Braucht das Hauptmittel, wenn es das Rechte ist, ein Beförderungsmittel? Sieht es mit seiner Fasslichkeit nicht schwierig aus, wenn es noch ein 'Besserungsmittel' bedarf? Oder sollte nicht noch ein Dirigens nöthig sein? Ich dächte! Die bunte Reihe zu vollenden und der Schule Genüge zu thun.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Ich getraue mir, zu behaupten, dass je zwei und zwei Arzneien zusammengesetzt fast nie, jedes seine eigne Wirkung in dem menschlichen Körper äussern, sondern fast stets eine von der Wirkung der beiden einzelnen verschiedene, — eine Mittelwirkung, eine Neutralwirkung, — wenn ich den Ausdruck von chemischen Verbindungen entlehnen darf.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Je zusammengesetzter unsre Recepte sind, desto finstrer wird es in der Arzneikunde.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Darf ich's gestehen, dass ich seit mehreren Jahren nie etwas anderes, ausser ein einziges Mittel auf einmal verordnet und nie wiederholt habe, als bis die Wirkung der vorigen Gabe exspirirt war; — ein Aderlass allein, — ein Ausleerungsmittel allein, — und immer nur ein einfaches, nie ein gemischtes Mittel — und nie ein anderes, als • bis ich mit der Verrichtung des erstern aufs Reine war? Darf ich's gestehen, dass ich auf diese Art glücklich und zur Zufriedenheit meiner Kranken geheilt und Dinge gesehen habe, die ich sonst nie gesehen hätte?&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;„Sind die Hindernisse der Gewißheit und Einfachheit der practischen Arzneykunde unübersteiglich?“;Journal der practischen HeilkundeHufl (1797), 4. Bd., 4. St., S. 727-762&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;» &amp;lt;/span&amp;gt;Von den Kräften eines komponirten Arzneimittels lässt sich nichts a priori schliessen. Jedes Mittel hat seine eigne Tendenz. Mehrere in verschiedenen Richtungen mit verschiedener Kraft gegen einander stossende Kugeln von ungleichartiger Masse und Grösse, welchen Weg werden diese nehmen? Wer sieht das voraus?&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;amp;nbsp; &amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Neues Edinburger Dispensatorium [[Lewis, William:] The Edinburgh new dispensatory. Edinburgh 1794]. 2 Bde., Leipzig 1797-1798; S. 606&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Treffend und scharf kritisiert Hahnemann 1808 den Zustand der damaligen Arzneikunst&amp;lt;ref&amp;gt;Ueber den jetzigen Mangel außereuropäischer Arzneyen. AAdD (1808), 2. Bd.,&lt;br /&gt;
Nr. 207, Sp. 2265-2270&amp;lt;/ref&amp;gt; , indem er die von älteren und jüngeren Praktikern angewandten Curarten bespricht:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;» &amp;lt;/span&amp;gt;Die Curart der meisten Krankheiten durch Ausfegen des Magens und Darmkanals —; die Curart, die ihre Arzneipfeile gegen angebliche Schärfen und Unreinigkeiten in dem Blute und den übrigen Säften, gegen krebsartige, rhachitische, gegen Scrophelschärfe, Gichtschärfe, Flechtenschärfe, gegen scorbutische Schärfe richtet —; die Curart, welche bei den meisten Krankheiten irgend eine Art von Grundübel, entweder Zahnarbeit, oder Fehler im Gallensystem, oder Hämorrhoiden, oder Infarctus, oder Verstopfungen in den Gekrösdrüsen, oder Würmer annimmt und so draufhin curirt —; die Curart, welche in Krankheiten nichts als Schwäche vor sich zu haben, nichts als reizen und abermals reizen zu müssen wähnt (was sie auch stärken nennen) —; die Curart, welche den kranken Körper bloss für eine chemisch zersetzte Masse ansieht, die durch chemische (stickstoffhaltige, 'oxygenhaltige, wasserstoffhaltige) Gegenmittel wieder in die rechte Mischung gesetzt werden müsse, — eine andere Curart, die in Krankheiten nichts als Schleim zur Grundursache annimmt; eine andere, die nur Verdickung der Säfte; eine andere, die nur Säure, eine andere, die nur Fäulniss bekämpfen zu müssen glaubt u. s. w.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Man denke sich nun, in welche Verlegenheit ein Arzt am Krankenbette kommen muss, ob er diese oder jene Methode zu befolgen habe, in welches Gedränge er kommen muss, wenn weder die eine noch die andere Curart anschlägt, wie er da bald von dieser, bald von jener Absicht verleitet, bald diese, bald jene Arzneiformel zu verschreiben, bald wieder wegzusetzen und wieder eine andere zu verschreiben genöthigt wird, auch, weil gewöhnlich keins auf den Krankheitsfall passen will, durch die Stärke der Gaben der kräftigsten, theuersten Arzneien erzwingen zu müssen glaubt, was er durch kleine, seltne Gaben einfacher, aber treffender Arznei nicht mit Gelindigkeit zu heilen weiss.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
===== Kritik an den Arzneimittellehren =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dr. Samuel Hahnemann fand die Arzneimittellehren seiner für nicht glaubwürdig.&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Und woher haben denn die Arzneimittel-Lehren diese Angaben? Doch wohl nicht von einer unmittelbaren Offenbarung? Wahrlich! fast sollte man glauben, sie müssten sie von einer unmittelbaren Eingebung von oben her haben, denn aus der Praxis der Aerzte können sie nicht herrühren, die, wie bekannt, es unter ihrer Würde halten, eine einzelne einfache Arzneisubstanz, und nichts weiter, in einer Krankheit zu verordnen, und lieber die Kranken sterben, lieber die Arzneikunst ewig Urkunst sein liessen, ehe sie sich ihres gelehrten Vorrechts begäben, kunstmässig zusammengesetzte Formeln zu verordnen.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Die meisten angeblichen Tugenden der einfachen Arzneien sind ursprünglich blos in der Hausmittelpraxis aufgekommen und von gemeinen Leuten und Laien auf die Bahn gebracht worden . . . . Diese nackten Nachrichten sammelten sehr kürzlich, oberflächlich und tumultuarisch, mit Aberglauben und Vermuthungen durchwebt, die alten Kräuterbüchermacher Matthioli, Tabernämontan, Gesner, Fuchs, Lonicer, Ray, Tournefort, Bock, Lobel, Thurneisser, Clusius, Bauhin ete. mit dem, was der quellenlose Dioscorides davon in gleichem Tone gesammelt hatte, untermischt, und mit diesem uncritischen Verzeichnisse ward dann unsere gelehrt scheinende Materia medica angefüllt; eine schrieb der andern nach, bis auf unsere Zeiten. Dies ist ihr (eben nicht zuverlässiger) Ursprung.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Die wenigen Bücher, welche Ausnahmen hiervon machen (Bergius und Cullen) sind desto magerer in Angabe der Kräfte der Arzneien; da lernt man, da sie meistens, — besonders letzterer — das Schwankende und Unbestimmte wegliessen, wenig Positives.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Solche Urteile über die allöopathische Arzneimittellehre findet man später in der Literatur zahlreich vor; man könnte einen ganzen Band damit füllen. Zu Hahnemanns Zeiten aber war solches Auftreten etwas Unerhörtes, „Freches&amp;quot; wie die Allöopathen versicherten. Kein Arzt seit Paracelsus hatte es gewagt, mit solcher Offenheit und solchem Mut die ganze Erbärmlichkeit des damaligen ärztlichen Treibens darzulegen.&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;quot;Es muss doch einmal laut und öffentlich gesagt werden&amp;quot;; so schrieb er in einem anonym erschienenen Aufsatz&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;Allg. Anz. d. Deutschen Nr. 207.&amp;lt;/ref&amp;gt; , im Jahre 1808, nachdem er bereits durch 20 Jahre seine Mitärzte auf die Schäden der Heilwissenschaft aufmerksam gemacht, „und so sei es denn vor aller Welt laut und unverholen gesagt: unsre Arzneikunst braucht vom Haupte bis zum Fusse eine völlige Reformation. Was nicht sein sollte, geschieht, und was das Wesentlichste ist, wird völlig übersehn. Das Uebel ist so schlimm geworden, dass nicht die gutgemeinte Gelindigkeit eines Johann Huss mehr hilft, sondern dass der Feuereifer eines felsenfesten Martin Luther den ungeheuren Sauerteig ausfegen muss.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Keine Wissenschaft, keine Kunst, ja selbst kein Handwerk ist so, wenig mit dem Gange der Zeit fortgeschritten, keine Kunst ist so sehr in ihrer ursprünglichen Unvollkommenheit zurückgeblieben, als die Arzneikunst.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Bald folgte man dieser Mode, bald einer andern, bald diesem Lehrgebäude, bald jenem, und wenn das neuere nicht zu taugen schien, suchte man das alte, (schon damals untauglich befundene) wieder hervor. Immer curirte man, nicht nach Ueberzeugungen, sondern nach Meinungen, wovon jede um so künstlicher und gelehrter war, je weniger sie taugte, so dass wir nun dahingekommen sind, dass wir zwar die unselige Wahl haben, eine von den vielen Methoden, die fast alle gleich lahm sind, uns trostlos auszusuchen, aber gar keine feste Norm zum Handeln, keine festen Grundsätze zum Heilen, die anerkannt die besten wären. Jeder verfährt nach dem, was ihn seine Schule lehrte, und was ihn seine Einbildung heisst, und jeder findet in dem unermesslichen Magazine von Meinungen &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;, &amp;lt;/span&amp;gt;Vertreter, auf die er sieh berufen kann.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Am Schluss seiner Abhandlung „Ueber den Werth der speculativen Arzneisysteme&amp;quot; ruft er aus: „Dies ist der wahre, aber schaudervolle Zustand der bisherigen Arzneikunst, welche unter der täuschenden Verheissung von Heil und Gesundheit an dem Leben so vieler Erdenbürger nagt. 0! dass mirs glückte, den bessern Theil der Aerzte, den, welcher die Leiden unsrer Brüder mitfühlt, und sich sehnt, ihnen helfen zu können, auf reinere, gerade zum Ziele führende Grundsätze hinzuweisen!&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
===== Prüfung der Arzneien an gesunden Organismen =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es liegt nahe, dass zu jeder Zeit Arzneien geprüft worden sind, auch am gesunden Körper.&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Aber,&amp;quot; sagt Hahnemann &amp;lt;ref&amp;gt;Organon der Heilkunst. Fünfte verbesserte und vermehrte Auflage. Dresden und Leipzig&lt;br /&gt;
1833; S. 18&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;„vom Dioscorides an steht in allen materiis medicis bis auf die neueren Bücher dieser Art fast nichts von den einzelnen Arzneien angemerkt, was ihre specielle, eigentliche Wirkung sei; sondem, ausser den Angaben &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;von ih&amp;lt;/span&amp;gt;rem vermeintlichen Nutzen gegen diesen oder jenen Krankheitsnamen der Pathologie blos: ob sie Harn, Schweiss, Brustauswurf oder Monatreinigung befördern und vorzüglich ob sie Ausleerung aus dem Speise- und Darmkanale von oben oder unten bewirke, weil alles Dichten und Trachten der praktischen Aerzte von jeher vorzüglich auf Ausleerung eines materiellen Krankheitsstoffes und mehrerer, den Krankheiten zu Grunde liegen sollender Schärfen gerichtet war.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Jedoch war Hahnemann der Erste, welcher diese Prüfung zur Methode machte.&amp;lt;br/&amp;gt; Schon im Jahre 1790 sehen wir ihn an seinem eigenen Körper Arzneiversuche anstellen. 1796 schreibt er in Hufelands Journal &amp;lt;ref&amp;gt;II. St. 3; S. 465f&amp;lt;/ref&amp;gt; , dass das Erforschen &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;specifischer &amp;lt;/span&amp;gt;Mittel&amp;lt;ref&amp;gt;An dieser Stelle wollen wir von vornherein bemerken, dass das Wort spezifisch in der Homöopathie eine andere Bedeutung hat, als bei den allöopathischen Therapeuten. Letztere verstehen unter spezif. Mitteln solche, welche gegen eine bestimmte Krankheit gerichtet sind; so ist ihnen Chinin ein Spezifikum gegen 	Wechselfieber, Mercur gegen Syphilis etc. Der Arzt, welcher nach einem Mittel für eine Krankheitsform sucht, verfällt dem Schlendrian. Die Homöopathen verstehen unter spezifischen Mitteln solche, welche bestimmte Organe und Gewebe, und eben nur diese und nicht andere, unter bestimmten Umständen zu beeinflussen im Stande sind. [Ameke]&amp;lt;/ref&amp;gt; das wünschenswerteste, löblichste Beginnen sei, beklagt aber den völligen Mangel an jedem Anhaltspunkt für ihre Auffindung, wozu bisher &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;nur die Erfahrung der unsichere Wegweiser gewesen sei.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Es bleibt uns nichts übrig, als die zu erforschenden Arzneien an unserm Körper selbst zu versuchen. Diese Notwendigkeit sah man zu allen Zeiten ein, aber man betrat gewöhnlich den falschen Weg, indem man sie bloss, wie oben gedacht, empirisch und auf das Geratewohl gleich in Krankheiten anwendete.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Auf diese Weise, führt er weiter aus, konnten zumal bei den Vielgemischen keine sicheren Erfahrungen gesammelt werden.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Der wahre Arzt, dem die Vervollkommnung seiner Kunst am Herzen liegt, kann keine anderen Nachrichten von Arzneien gebrauchen als&amp;lt;br/&amp;gt; '''Erstens, welche reine Wirkung bringt eine jede vor sich in dieser und jener Gabe im gesunden menschlichen Körper hervor.&amp;lt;br/&amp;gt; Zweitens, was lehren die Beobachtungen ihrer Wirkung in dieser und jener einfachen und verwickelten Krankheit.&amp;quot;'''&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Zur Erforschung der Arzneiwirkungen am gesunden Körper empfiehlt er die Selbstprüfung und das Studium der Vergiftungsgeschichten. &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;„&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Eine vollständige Sammlung dieser Art Nachrichten mit Bemerkung der Grade der Glaubwürdigkeit ihrer Erzähler würde, wenn ich mich nicht sehr irre, der Grundcodex der Arzneimittelkunde, das heilige Buch ihrer Offenbarung sein . . . .&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Eifrig war er bemüht, Arzneien an sich und Anderen, die sich dazu hergaben, zu prüfen, Vergiftungsgeschichten zu sammeln und die erlangten Resultate zusammenzustellen zu einer Arzneimittellehre, welche frei sein sollte von allen Vermutungen und sich allein stützen sollte auf das Experiment.&amp;lt;br/&amp;gt; SeinBestreben ging dahin, eine physiologische Arzneimittellehre zu gründen.&amp;lt;br/&amp;gt; Der erste Versuch dieser Art war betitelt: ''Fragmenta de viribus medicamentorum positivis sive in sano corpore humano observatis''&amp;amp;nbsp; (1805), worin er die Ergebnisse seiner Prüfungen und seiner Studien systematisch ordnete.&amp;lt;br/&amp;gt; Ein nur oberflächlicher Blick in diese Sammlung zeigt, mit welch hingebendem Fleiss und mit welcher Überzeugungstreue er daran gearbeitet hat. Das Buch besteht aus 2 Teilen, von denen der erste 269, der zweite Teil, der das Repertorium des ersten Teiles enthält, 470 Seiten stark ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Im folgenden Jahre 1806 tritt Hahnemann mit einer längeren Auseinandersetzung wieder in Hufelands Journal für Arzneiprüfungen und genaues Individualisiren ein. &amp;lt;ref&amp;gt;Ueber Chinasurrogate St. 4 S. 27.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zwei Jahre später 1808 rät er &amp;lt;ref&amp;gt;Im „Allgem. A. d. D.“ No. 237 Stapf. I. c. I. 52.&amp;lt;/ref&amp;gt; in dem Aufsatze „Ueber die Surrogate ausländischer Arzneien und über die jüngst von der medic. Fakultät in Wien angegebenen Üeberflüssigkeitsgrade der letzteren&amp;quot; Folgendes:&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;,, Man lehre nur die Aerzte allgemein gültige Grundsätze, nach denen die Kräfte der Arzneien mit Gewissheit erkannt und geprüft werden können, wozu eine jede unwidersprechlich tauglich und passend sei, für welche Krankheitsfälle jedes ausschliesslich quadrire und in welcher Gabe . . . Doch so weit sind wir noch lange nicht, noch sind keine Grundsätze allgemein anerkannt, nach denen die Heilkräfte der (auch noch nicht zu Heilabsichten am Krankenbette gebrauchten) Arzneien festständig im Voraus bestimmt werden könnten, ohne sie erst den ewig langen, fast nie beweisenden, gemeinschädlichen Weg passiren zu lassen, ,sie am Krankenbette auf gut Glück zu probiren'. Dieser dunkle, wenig oder nichts beweisende &amp;lt;/span&amp;gt;Weg ab effectu in morbis hat noch die grausame, nicht zu entschuldigende Seite, dass der in Krankheiten ohnehin so reizbare Mensch leicht unter so vielen blinden Proben verschlimmert, auch wohl ein Raub des Todes werden kann, zumal bei der neuen Sitte, recht grosse Gaben starker Arzneien zu verordnen.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
==== Similia similibus ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um den neuen, den besseren Weg in der Heilkunde verstehen zu lernen, ist es nötig, wieder einige Jahre zurückzublicken. Im „Unterricht für Wundärzte über die venerischen Krankheiten&amp;quot;, 1789, spricht Hahnemann über die Wirkungsweise des Quecksilbers, welche er zurückführt auf die dem Quecksilber eigenthümlichen, einen Gegenreiz im&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Körper &amp;lt;/span&amp;gt;bewirkenden Erscheinungen, die er im ausgebildetsten Stadium schildert und mit der Bezeichnung „Merkurialfieber&amp;quot; belegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Hierdurch schon zweigte er sich von der breiten Heerstrasse ab, auf der man ''die Heilkraft des Merkur durch Ausleitung des „Miasma&amp;quot; vermittelst Speichelfluss, Schweiss, Durchfall oder vermehrter Harnsekretion'' erklärte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''''&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ecf0f1&amp;quot;&amp;gt;Hahnemann jedoch hielt die Erzeugung dieses seines „Merkurialfiebers&amp;quot; zur Tilgung der Syphilis für notwendig.&amp;lt;/span&amp;gt;'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Jahre, 1790, übersetzte Hahnemann Cullens Materia medica. Cullen erklärte (II. 108) die Heilsamkeit der China bei Wechselfieber durch ihre „auf den Magen ausgeübte stärkende Kraft&amp;quot;, und setzte hinzu, dass er „nichts in irgend einer Schrift angetroffen, was ihn in Rücksicht der Wahrheit seines Satzes zweifelhaft mache.&amp;quot; Hahnemann verwarf diese Erklärung in einer Anmerkung und setzte hinzu:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Man bedenke jedoch Folgendes. Substanzen, welche eine Art Fieber erregen (sehr starker Kaffee, Pfeffer, Wolferlei, Ignazbohne, Arsenik) löschen die Typen des Wechselfiebers aus. — Ich nahm des Versuchs halber etliche Tage zweimal täglich jedesmal 4 Quentchen [also 15 Gramm; Ameke] gute China ein; die Füsse, die Fingerspitzen etc, wurden mir erst kalt, ich ward matt und schläfrig, dann fing mir das Herz an zu klopfen, mein Puls ward hart und geschwind; eine unleidliche Aengstlichkeit, ein Zittern (aber ohne Schauder), eine Abgeschlagenheit durch alle Glieder; dann Klopfen im Kopfe, Röthe der Wangen, Durst, kurz alle mir sonst beim Wechselfieber gewöhnlichen Symptome (Hahnemann hatte in Erlangen am Wechselfieber gelitten &amp;lt;ref&amp;gt;Monro II. 396&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;) erschienen nach einander, doch ohne eigentlichen Fieberschauder. Mit kurzem: auch die mir bei Wechselfiebern gewöhnlichen besonders characteristischen Symptome, die Stumpfheit der Sinne, die Art von Steifigkeit in allen Gelenken, besonders aber die taube widrige Empfindung, welche in dem Periostium über allen Knochen des ganzen Körpers ihren Sitz zu haben scheint — alle erschienen. Dieser Paroxismus dauerte 2 - 3 Stunden jedesmal, und erneuerte sich, wenn ich diese Gabe wiederholte, sonst nicht. Ich hörte auf und ich war gesund.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Seite 115 erwähnt er, dass man eine Art künstlichen Fiebers mit Ipecacuanha erregen müsse, um gewisse Formen von Intermittens zu heilen. 1791 erschien die Übersetzung von Monro. (1794 als 2. unveränderte Auflage.) Auch hier zeigte er die Ansicht (II. 333), dass man „in schleichenden Fiebern von unbekannter Ursache, wo die Lebenskraft vor sich allzu unthätig ist, ein neues, stärkendes, hülfreiches Fieber&amp;quot; erregen müsse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''''&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ecf0f1&amp;quot;&amp;gt;Als Heilgrundsatz und überhaupt zum ersten Male erwähnt er das Simile im Jahre 1796&amp;lt;/span&amp;gt;''' in dem bekannten Aufsatz aus Hufelands Journal'''''&amp;lt;i&amp;gt;„Versuch über ein neues Prinzip zur Auffindung der Heilkräfte der Arzneisubstanzen, nebst einigen Blicken auf die bisherigen&amp;lt;/i&amp;gt;.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Hufl (1796), 2. Bd., 3. St., S. 391-439 u. 4. St., S. 465-561&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; Er spricht zunächst von den verschiedenen Wegen, welche die praktische Heilkunde eingeschlagen hatte, um den pathologischen Veränderungen des Körpers entgegenzutreten.'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Der erste Weg, die Grundursachen der Uebel hinwegzunehmen oder zu zerstören, war der erhabenste, den sie betreten konnte. Alles Dichten und Trachten der besten Aerzte in allen Jahrhunderten ging auf diesen, der Würde der Kunst angemessensten Zweck.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Weiteren nennt er dieses Verfahren über alle Kritik erhaben, obgleich die Mittel dazu nicht immer die zweckmäßigsten gewesen seien.&amp;lt;br/&amp;gt; Hahnemann bespricht dann die Arzneien, welche nach contraria contrariis wirken, z. B. Abführmittel bei Verstopfung, Aderlass, Kälte und Salpeter bei Entzündungen, Alkalien bei Magensäure, Opium bei Neuralgien.&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„In acuten Krankheiten, welche, wenn wir die Hindernisse der Genesung auch nur auf einige Tage entfernt halten, die Natur grösstentheils selbst besiegt, . . . sind diese Arzneianwendungen richtig, zweckmässig, hinreichend, (Später im Organon verwarf er derartige Arzneianwendungen bis auf wenige Ausnahmen gänzlich, auch bei akuten Krankheiten) so lange wir den oben erwähnten Stein der Weisen (die Kenntniss der Grundursache jeder Krankheit und ihrer Abhülfe) noch nicht besitzen, oder so lange wir kein schnell wirkendes Specificum haben.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Bei chronischen Krankheiten ist nach Hahnemann die Heilart nach contraria contrariis verwerflich. Verstopfung durch Abführmittel, Blutwallungen hysterischer, kachektischer, hypochondrischer Personen durch Aderlässe, das saure Aufstoßen mit Alkalien, chronische Schmerzen mit Opium zu behandeln, ist misslich.&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Und wenn der grössere Theil meiner ärztlichen Zeitgenossen noch dieser Methode anhinge, ich fürchte mich doch nicht, sie palliativ, schädlich, verderblich zu nennen.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
„Um die Wirkungen der Heilmittel zu erforschen, um sie den Körperbeschwerden anzupassen, sollte man sich so wenig wie möglich auf den Zufall verlassen, sondern so rationell und geflissentlich zu Werke gehn, als nur möglich.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Allein durch die Prüfungen der Arzneien am gesunden Organismus &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;»&amp;lt;/span&amp;gt;lässt sich die wahre Natur, die ächte Wirkung der Arzneisubstanzen geflissentlich entdecken, aus ihnen allein lässt sich errathen, welchen Krankheitsfällen sie mit Erfolg und Sicherheit auzupassen sind.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Jedes wirksame Arzneimittel erregt im menschlichen Körper eine Art von eigner Krankheit, eine desto eigenthümlichere, ausgezeichnetere und heftigere Krankheit, je wirksamer die Arznei ist. &amp;lt;ref&amp;gt;Die wirksamsten, specifiche Krankheit erregenden, folglich hülfreichsten Arzneien nennt der Laie Gifte. Anmerkung Hahnemanns&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;“&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Man ahme der Natur nach, welche zuweilen eine chronische Krankheit durch eine andere hinzukommende heilt, und wende in der zu heilenden (vorzüglich chronischen) Krankheit dasjenige Arzneimittel an, welches eine andre, möglichst ähnliche, künstliche Krankheit zu erregen im Stande ist, und jene wird geheilet werden;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;'''''&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ecf0f1&amp;quot;&amp;gt;Similia Similibus&amp;lt;/span&amp;gt;'''''&amp;lt;/u&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„'''''&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ecf0f1&amp;quot;&amp;gt;Man darf nur die Krankheiten des menschlichen Körpers genau nach ihrem wesentlichen Charakter und ihren Zufälligkeiten auf der einen, und auf der andern Seite die reinen Wirkungen der Arzneimittel, das ist, den wesentlichen Character der von ihnen gewöhnlich erregten, specifischen künstlichen Krankheit, nebst den zufälligen Symptomen kennen, die von der Verschiedenheit der Gabe, der Form etc, herrühren und man wird, wenn man für die natürlich gegebene Krankheit ein Mittel answählt, was eine möglichst ähnliche, künstliche Krankheit hervorbringt, die schwierigsten Krankheiten heilen können.&amp;lt;/span&amp;gt;'''''&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Die „Erläuterung&amp;quot; seines Heilgrundsatzes erfolgt mit Hilfe von Beispielen mit einer Menge von Arzneimittel. Dabei begeht Hahnemann einen großen Fehler, den größten, den er dabei machen konnte. Er verlässt den Weg der Induktion zu früh, und nimmt bei vielen Arzneiwirkungen als wahr an, was er erst beweisen soll. Vielfach werden Hypothesen statt Belege angeführt, während andere Beispiele wiederum sehr unzulänglich sind. - Hätte er nur unanfechtbare Beweise gebracht, wie er es mit Belladonna, Mercur, Arsenik, Aconit, Veratrum album, Ipecacuanha, Rhus tat und &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;all das zweifelhafte Material weggelassen — er hätte seiner Sache besser gedient.&amp;lt;br/&amp;gt; Es darf auch hier nicht vergessen Werden, dass er ein Kind seiner Zeit war, und unsere heutigen Kenntnisse nicht haben konnte.&amp;lt;br/&amp;gt; Ein jeder Arzt, der ohne Parteisucht an das Studium der Hahnemannschen Schriften herangeht, muss zu der Einsicht kommen, dass derselbe bei allerdings großen Fehlern, redlich bemüht gewesen ist, in dem ungeheuren Chaos von Vermutungen, Meinungen, theoretischen Spekulationen, bei der verwirrenden Mannigfaltigkeit der Erfahrungen, der Medizin eine feste Grundlage auf naturwissenschaftlichem Boden zu geben.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1805 erschien die „Heilkunde der Erfahrung.&amp;quot; Darin entwickelt Hahnemann folgenden Gedankengang:&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Jede Krankheit hat einen, die Verrichtung und das Wohlbefinden unserer Organe störenden, widernatürlichen Reiz eigener Art zum Grunde.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Diesem Hauptsatze stellt er zwei „Erfahrungssätze&amp;quot; unter:&amp;lt;br/&amp;gt; „Erster Erfahrungssatz&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ecf0f1&amp;quot;&amp;gt;Wenn 2 widernatürliche Reize zu gleicher Zeit auf den Körper wirken, so wird, wenn beide ungleichartig sind, die Wirkung des einen schwächeren Reizes von der des andern, stärken auf einige Zeit zum Schweigen gebracht und suspendirt.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Zweiter Erfahrungssatz&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ecf0f1&amp;quot;&amp;gt;Wenn beide Reize grosse Aehnlichkeit mit einander haben, so wird der eine (schwächere) Reiz, sammt seiner Wirkung, von der analogen Kraft des andern (stärkeren) gänzlich ausgelöscht und vernichtet.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Durch Beispiele aus der täglichen Praxis sucht er diese beiden Sätze zu stützen, um dann als Schlusssatz den folgenden aufzustellen:&amp;lt;br/&amp;gt; „&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ecf0f1&amp;quot;&amp;gt;Um also heilen zu können, werden wir nöthig haben, dem vorhandenen widernatürlichen Reize der Krankheit eine passende Arznei, das ist, eine andere krankhafte Potenz von sehr ähnlicher Wirkung, als die Krankheit äussert, entgegenzusetzen.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Weiterhin heisst es:&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;„Blos jene Eigenschaft der Arzneien, eine Reihe specifischer Krankheitssymptome im gesunden Körper zu erzeugen, ist es, wodurch sie Krankheiten heilen, das ist, den Krankheitsreiz durch einen angemessenen Gegenreiz aufheben und verlöschen können.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Den specifischen Krankheitsmiasmen nicht unähnlich, bewirkt jedes einfache Arzneimittel eine eigene specifische Krankheit — eine Reihe bestimmter Symptome, welche genau auf dieselbe Weise an keiner andern Arznei in der Welt vorkömmt.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Um nun die Arzneiwirkung kennen zu lernen „wendet man diese starken, sowie die minder starken Arzneimittel versuchsweise, jedes einzeln und unvermischt, in gesunden Körpern bedächtlich an, und zeichnet unter sorgfältiger Entfernung aller influirenden Nebenumstände, die davon sich ereignenden Zufälle, in der Ordnung, wie sie vorkommen, genau auf und erhält so das reine Resultat der Krankheitsform, die jede dieser Arzneisubstanzen absolut und für sich im menschlichen Körper zu erregen im Stande ist.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „So muss man sich die Kenntniss eines hinlänglichen Vorrathes künstlicher krankhafter Potenzen (Arzneien) zu Heilwerkzeugen verschaffen, um die Auswahl unter ihnen zu haben. Etwas von der Art sind meine: Fragmenta de viribus medicamentorum.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Mit einigen wenigen, einzeln hinter einander gebrauchten, öfterer aber mit einem einzigen, einfachen Mittel, können wir die grössten Unordnungen des kranken Körpers wieder in naturgemässer Harmonie auflösen, können wir die langwierigsten, unheilbar scheinenden Krankheiten in Gesundheit verwandeln — während wir die kleinsten Uebel von einem Haufen gewählter und vielgemischter Mittel in grössere, in die grössten, beschwerlichsten, unheilbarsten Krankheiten ausarten sehen.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;amp;nbsp;» &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Welchen von beiden Wegen will der nach Vervollkommnung strebende Heilkünstler wählen?&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;amp;nbsp;» &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Die wohlthätigsten Wirkungen hervorzubringen, ist stets ein einziges einfaches Mittel geeignet, ganz ohne Zusatz; wenn es nur das best gewählte, das passendste, in der rechten Gabe ist. Nie ist es nöthig, ihrer zwei zusammenzusetzen.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;amp;nbsp;» &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Wir geben eine Arznei, um wo möglich durch dieses einzelne Mittel die ganze Krankheit zu heben, oder, wenn dies nicht völlig möglich ist, aus dem Erfolge der Arznei zu sehen, was noch an Hülfe gebricht. Eine, zwei, höchstens drei einfache Arzneien sind zur Hebung der grössten Krankheit hinreichend, und wenn dies nicht geschieht, so ist es unsere Schuld; nicht die Natur, nicht die Krankheit ist daran Schuld.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; . . . „Da nun jedesmal nur ein einziges einfaches Arzneimittel nöthig ist, so wird es einem wahren Heilkünstler nicht einfallen, durch ein Gemisch von Arzneien sich und seine Kunst herabzuwürdigen und seinem eigenen Zwecke entgegen zu arbeiten. Es wird vielmehr ein Zeichen sein, dass er seiner Sache gewiss ist, wenn man ihn blos eine einzige Arzneisubstanz verordnen sieht.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
==== Der Entwicklungsgang in Hahnemanns Arzneizubereitung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Den größten Gegensatz zwischen Hahnemann und sämtlichen Ärzten, soweit die Geschichte reicht, bildete seine homöopathische Arzneibereitung. Im Beginn seiner Praxis wandte er, wie natürlich, die damals gebräuchlichen Arzneigaben an.&amp;lt;br/&amp;gt; Schon früh werden die Arzneigaben Hahnemanns allmählich kleiner, aber nicht etwa gleichmäßig bei allen Mitteln, sondern zunächst bei einzelnen. &amp;lt;/span&amp;gt;Im Laufe der Jahre vergrößerte sich immer mehr die Zahl der auf die Grenzen ihrer Wirksamkeit geprüften Arzneien, und die Resultate des Forschens drängten immer mehr zu der Überzeugung, dass die bisher als Norm angenommene Gabengröße nicht die maßgebende sein könne. Kein Geschichtsbuch berichtet, keine Schrift zeigt uns, dass je ein Arzt mit solch eifrigem Bemühen um Richtigstellung der Gabenlehre geforscht habe, als wir dies bei dem scharf blickenden, unermüdlich nachdenkenden Hahnemann sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Im Jahr 1799 erschien der vierte Teil von Hahnemanns &amp;lt;/span&amp;gt;''&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Apothekerlexikon.&amp;lt;/span&amp;gt;''&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Hier lässt sich anhand von Dosierungsvorschlägen zu einzelnen Heilpflanzen bereits eine Veränderung in seiner Gabenlehre beobachten. Mit der Intention, die anfänglichen Krankheitsverschlimmerungen abzuwenden, begann Hahnemann mit der Verdünnung der Wirksubstanzen. &amp;lt;ref&amp;gt;Dellmour F. (1992), S. 9.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp; Die Verminderung der Dosierungen bis zu den später verwendeten hohen Verdünnungen, die kein Arzneimolekül enthalten haben dürften,&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;amp;nbsp; &amp;lt;ref&amp;gt;Hahnemann konnte trotz seiner guten Kenntnisse der Chemie nicht von der Loschmidtschen Zahl (Avogadro-Konstante (6,022 x 10&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;war jedoch ein langwieriger Prozess. Hahnemann war zu diesem Zeitpunkt seiner homöopathischen Praxis noch der später verworfenen Überzeugung, dass durch die Minderung der Quantität auch die Potenz &amp;lt;ref&amp;gt;Die Verwendung des Begriffes Potenz erschien bei Hahnemanns erstmals 1801 [Monita über die drey gangbaren Kurarten.] und 1805 [Heilkunde der Erfahrung]. Demnach verstand Hahnemann darunter ganz allgemein jede Kraft, die spezifische Wirkungen hervorruft. In diesem Sinn bezeichnete er Blitz und Feuer als Naturpotenzen. Da aber auch Arzneimittel in der Arzneimittelprüfung am Gesunden Krankheitssymptome hervorriefen, nannte er seine Arzneien 1801 Gegenkrankheitspotenzen und Kunstkrankheitspotenzen, bevor er daraus die vereinfachten Begriffe Arzneipotenz bzw. Potenz entwickelte. Dellmour F. (1993), S. 152-153. [Stefan Mayr: Herstellung Homöopathischer Arzneimittel; Von Hahnemann bis zu Schwabes Pharmakopöe (1872)]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;der Arznei verringert werde. Er musste deshalb auf der Suche nach Verdünnungsstufen gewesen sein, die einen guten Kompromiss aus möglichst geringer Giftwirkung und gleichzeitig maximaler Heilkraft darstellten.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Nach seiner eigenen Angabe hatte er bemerkt, dass diejenigen Arzneien, welche nach seinem Prinzip gewählt waren, zu den erkrankten Teilen in einer spezifischen Beziehung standen, und diese eben deshalb in besonderem Maße zu beeinflussen geeignet waren. Hie und da wirkte das Präparat in noch kleinerer Menge stärker ein, als ihm dienlich schien. Er ging deshalb in der Verkleinerung der Arzneigabe noch weiter.&amp;lt;br/&amp;gt; Sein Verfahren war dieses: Er nahm einen Teil Arzneisubstanz, und vermengte ihn innig mit einer bestimmten Menge eines geeigneten Vehikels: Milchzucker, Wasser, Alkohol. Von dieser Bereitung nahm er einen Bruchteil, und vermischte ihn durch sorgfältiges Reiben respektive Schütteln mit einem neuen Quantum Milchzucker etc. Von diesem Präparat verrieb oder schüttelte er wieder einen Teil mit dem passenden Vehikel etc.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Jahre 1801 &amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Samuel Hahnemann’s Heilung und Verhütung des Scharlachfiebers und Purpurfriesels; mit einigen Zusaetzen von Dr. J. Buchner; München; 1844; S. 14&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;rät er, bei bestimmten Gehirnerscheinungen im Scharlach Opiumtinktur zu geben, und diese auf folgende Weise zu bereiten. Ein Teil dieser Tinktur wird mit 500 Teilen Alkohol geschüttelt, und hiervon wird ein Tropfen mit 500 Tropfen Weingeist innig vermischt. Von dieser Bereitung nimmt der Kranke tropfenweise.&amp;lt;br/&amp;gt; Hahnemann regelte später diese Prozedur methodisch, indem er einen Teil Arzneisubstanz mit 99 Teilen Milchzucker oder Weingeist verrieb respektive schüttelte; von dieser Zubereitung verarbeitete er wieder einen Teil mit 99 Teilen Vehikel, verfuhr dann mit diesem Präparat in derselben Weise und so fort. Dieses war die erste, zweite, dritte etc. Verreibung oder Verdünnung, oder wie Hahnemann später sagte, „Potenz&amp;quot;.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; In solcher Weise hergestellte Arzneien wandte er nicht mit derselben Absicht an wie die anderen Ärzte. Solche Arzneibereitung riet er nicht an, um Erbrechen und Purgieren zu erregen, nicht bei Betäubungsmitteln; er wollte damit auch nicht „das Blut von den Schärfen reinigen&amp;quot; oder den „im Entzündungsblut vorwaltenden Sauerstoff binden&amp;quot;. Er hatte nicht die Absicht, „Schleim einzuschneiden&amp;quot;, „Verstopfungen zu lösen&amp;quot;, „Verhärtungen zu schmelzen&amp;quot; oder gar Parasiten auf diese Weise zu vernichten. ''&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ecf0f1&amp;quot;&amp;gt;Er hatte gefunden, dass solche Arzneibereitungen, die auf seine Weise gewählt waren, die also keine Revolution im Körper hervorzubringen hatten, vortheilhaft auf den Heilungsvorgang einwirkten&amp;lt;/span&amp;gt;''.&amp;lt;br/&amp;gt; Anfangs war er selbst am meisten von Staunen über diese Entdeckung ergriffen, die er wiederholt „unerhört&amp;quot;, „unglaublich&amp;quot; nannte. Desto sorgfältiger kontrollierte er sich selbst, und fand nicht nur Bestätigung, sondern noch Erweiterung seines merkwürdigen Fundes. In den ersten Jahren dieser Entdeckung legte er die Betonung auf das Gewicht der Arznei, welches seine Präparate enthielten, und erzählte der erstaunten Welt von der Wirkung, die ein Millionstel, Billionstel etc. Teil eines Grans Arznei hervorbrächte.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Verfolgung dieses Phänomens hatte Hahnemann gefunden, dass sich die Arzneikraft nicht proportional zu dem Quantum verhielt. Die doppelte oder dreifache Menge äußerte nicht die doppelte oder dreifache Wirkung; die Abnahme der Arzneiwirkung hielt nicht gleichen Schritt mit der Abnahme des Stoffgehaltes.&amp;lt;br/&amp;gt; Ja noch mehr! Er fand, dass durch die angegebene Bereitungsweise die Tauglichkeit vieler Arzneien zu Heilzwecken, statt abzunehmen, geradezu entfaltet wurde, dass solcher Art bereitete Heilagenzien eine Wirkung äußerten, welche mit rohen Substanzen nicht erzielt werden können. Es stellte sich ferner die überraschende Tatsache heraus, dass Arzneikörper so viele Bereitungsstufen durchlaufen konnten, dass weder Physik noch Chemie einen Stoffgehalt in ihnen zu entdecken im Stande waren, und doch wohnte ihnen große Heilkraft inne. Stark giftige Substanzen konnten solcher Weise zu wohltätigen, nie schadenden Heilmitteln umgewandelt werden, und leicht zersetzbare und dadurch unwirksam werdende Stoffe konnten in eine Form gebracht werden, in der sie der Zersetzung nicht mehr ausgesetzt waren, und sie blieben oder vielmehr wurden dadurch erst mächtige Heilwerkzeuge in der Hand des unterrichteten Arztes.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Dies ist die größte Entdeckung Hahnemann's, einer der wichtigsten Funde, die je menschlicher Forschergeist zu Tage gefördert.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fußnoten:==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.freewiki.eu/de/index.php?title=Hom%C3%B6opathie_in_der_Geschichte_der_Medizin&amp;diff=1030</id>
		<title>Homöopathie in der Geschichte der Medizin</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.freewiki.eu/de/index.php?title=Hom%C3%B6opathie_in_der_Geschichte_der_Medizin&amp;diff=1030"/>
		<updated>2018-11-04T21:52:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Entstehung der Homöopathie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entstehung der [[Homöopathie|Homöopathie]] muss im Kontext der zeitgenössischen Wissenschaft gesehen werden, damit sie aus heutiger Sicht nachvollzogen werden kann. Da Wissenschaftler des 18. und 19. Jahrhunderts die noch fehlenden Grundlagenkenntnisse unter einfachsten Bedingungen erst noch finden mussten, erweist sich Dr. [[Samuel_Hahnemann|Samuel Hahnemann]] als ein außerordentlicher Pionier in der Medizingeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Entstehung der modernen Chemie ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zu den Entdeckungen Lavoisiers waren die Lehren von Joh. Joach. Becher (1635 - 1682) und G. E. Stahl (1660 - 1734) bedeutend, besonders in der Lehre des Phlogiston. Nach Prof. Neumann war das Phlogiston das brennbare Prinzip, ohne das nichts auf der Welt brennen kann. Schwefel z. B. bestand also aus Schwefelsäure und Phlogiston. Auch schreibt Neumann: „Das Wasser ist nichts als eine von der Wärme flüssig gemachte durchsichtige Erde, die man Eis nennet. Es besteht aus vier Elementen: terra vitrescens, terra mercurialis, terra sulfurea und inflammabilis.“&amp;lt;ref&amp;gt;Prof. Caspar Neumann in ‘Chymia Medica Dogmatico-Experimentalis [Gründliche und mit Experimenten erwiesene Medizinische Chemie], 2. Auflage, 1756&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neumann wurde zu Hahnemanns Zeiten noch oft als Autorität genannt. Es gab auch noch Alchimisten.&amp;lt;br/&amp;gt; Bei den chemischen Untersuchungen jener Zeit gab es die große Schwierigkeit, dass man keine oder nur wenige ‘einfache’ Körper, die Elemente, kannte. Man suchte nach dem „Grundwesen“ der Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1791 schreibt Prof. Gren über chemische Verwandtschaften: Feuer mit Luft = Phlogisierte Luft; Luft mit Wasser = Durchdringung; Feuer mit Gummi = Kohle.&amp;lt;br/&amp;gt; Lavoisier machte diesen Annahmen gegen heftigsten Widerstand und langer Gegenwehr ein Ende. In diese Zeiten fallen auch Hahnemanns chemische Arbeiten. 1770 zeigte Lavoisier, dass sich Wasser nicht in Erde verwandelt, sondern aus Wasserstoff und Sauerstoff zusammengesetzt ist. 1774 beweist er, dass die Zunahme des Gewichts, welche Metalle beim ‘Verkalken’ (Oxidieren) erfahren, von dem „Einschlucken“ von Luft herrühre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Crell’s Chemischen Annalen &amp;lt;ref&amp;gt;https://en.wikipedia.org/wiki/Crell%27s_Annalen&amp;lt;/ref&amp;gt;veröffentlichte Hahnemann einige seiner frühen Schriften. 1790 lädt er zu Untersuchungen zur Entscheidung über die Frage zum Phlogiston ein. Leider kam es wegen des Ausbruchs der Französischen Revolution nicht mehr dazu, in deren Verlauf Lavoisier unter der Guillotine endete (1794).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1799 konstatiert Gmelin, dass das System Lavoisiers von dem größeren Teil der ‘Scheidekünstler’ angenommen sei. &amp;lt;ref&amp;gt;Geschichte der Chemie III. S.278&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hahnemann als Chemiker ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hahnemann trat als Chemiker auf, ohne dass er einen besonderen Unterricht gegenüber anderen Ärzten genossen oder vorher Assistent in einem Laboratorium gewesen wäre - er war Autodidakt. 1784 übersetzt er Demachys „Laborant im Grossen oder Kunst, die chemischen Produkte fabrikmäßig zu verfertigen“. 2 Bände. Hahnemann verbesserte und ergänzte das Werk durch eigene Anmerkungen bedeutend. Demachy war Mitglied der Akademien zu Paris und Berlin. Hahnemann zeigte in seinen Anmerkungen eine erstaunliche Kenntnis in allen Fragen, die irgendwie mit dem Inhalt des Buches zusammenhängen. Erschöpfend ist seine Literaturkenntnis, die er an zahlreichen Stellen durch Auskunft zum besseren Verständnis des Vorgetragenen zeigt. Oft erklärt er chemische Vorgänge genauer. Oft verbessert Hahnemann Irrtümer und Fehler, die Wilhelm Ameke in seinem Werk „Die Entstehung und Bekämpfung der Homöopathie“ durch einige Beispiele belegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1786 gibt Hahnemann das Buch „Über die Arsenikvergiftung, ihre Hülfe und gerichtliche Ausmittelung“ heraus. Der besonders um die Pharmazie verdiente Arzt Bergrath Dr. Buchholtz in Weimar schreibt: “... Die für jene Zeit klassische Schrift Samuel Hahnemanns über den Arsenik, wodurch die damals besten Arsenikanalysen in die gerichtliche Medizin eingeführt wurden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Veröffentlichungen Hahnemanns in Crell's Chemischen Annalen ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1787 (II. 387-396): „Ueber die Schwierigkeit der Minerallaugensalzbereitung durch Potasche und Kochsalz“.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1788 (I. 141 - 142): „Ueber den Einfluss einiger Luftarten auf die Gärung des Weines“.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1788 (I. 291 - 305): „Ueber die Weinprobe auf Eisen und Bley“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1788 (III. 296 - 299): „Etwas über die Galle und Gallensteine“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1788 (III. 485f): „Ueber ein ungemein kräftiges, die Fäulniß hemmendes Mittel“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1789 (I. 202 - 207): „Mißglückte Versuche bey einigen angegebenen neueren Entdeckungen“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1789 (III. 291 - 298): „Entdeckung eines neuen Bestandtheils im Reißbley“&amp;lt;br/&amp;gt; 1790 (II. 22 - 28): „Vollständige Bereitungsart des auflöslichen Quecksilbers“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1791 (II. 117 - 123): „Unauflöslichkeit einiger Metalle und ihrer Kalke im ätzenden Salmiakgeiste“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1792 (I. 22 - 33): „Ueber die Glaubersalz-Erzeugung nach Ballen'scher Art“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1794 (I. 104 - 111): „Ueber die neuere Weinprobe und den neuen Liquor probatorius fortior“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1800 (I. 392 - 395): „Pneumlaugensalz, entdeckt von Hrn. D. Samuel Hahnemann“&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Josef M. Schmid in ‘Die Publikationen Samuel Hahnemanns, S. 27&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Chemie hält Einzug in die Medizin ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Hierbei ist Hahnemann unter den Vorreitern und zeigt bei vielen Gelegenheiten das Bestreben, die Chemie im Dienste der Medizin zu verwerten.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;lt;p style=&amp;quot;text-align: justify&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Das Werk J. B. van den Sandes „Die Kennzeichen der Güte und Verfälschung der Arzneymittel“ stammt im chemischen Teil aus Hahnemanns Feder, wie auch die genauen Angaben der Bestandteile der einzelnen Drogen. Die Prüfungsmittel für die Arzneimittel gibt Hahnemann bisweilen so gedrängt, treffend und erschöpfend, dass man an die heutigen Pharmakopöen erinnert wird. Hahnemann zeigt in dieser Schrift bereits sein Bestreben, &amp;lt;/span&amp;gt;''&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;die Grenzen der Wirksamkeit der Stoffe&amp;lt;/span&amp;gt;''&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;und ihre Löslichkeit kennenzulernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Genauigkeit herrscht in allen Punkten. Er gibt die Schmelzpunkte der Metalle, die spezifischen Gewichte derselben und ihrer Präparate an, die Löslichkeit der Salze oft bei verschiedenen Wärmegraden, bei wichtigen, wie z. B. dem Salmiak, auch noch in Weingeist von verschiedener Temperatur. Besonders wichtig scheint ihm mit Recht die Bestimmung des spezifischen Gewichtes bei den &amp;lt;/span&amp;gt;Säuren; er führte für die arzneiliche Verwendung verdünnte Säuren ein, wie es noch heute Gebrauch ist. Er setzt sogar die Verdünnungen nach dem spezifischen Gewichte fest, wobei er den heutigen Vorschriften sehr nahe kommt. Beim Essig soll die Stärke durch Sättigung mit einem Alkali bestimmt werden, wie es noch lange geschah.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/p&amp;gt; &amp;lt;p style=&amp;quot;text-align: justify&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;An verschiedenen Stellen klagt Hahnemann über die ‘Unzuverlässigkeit der pharmaceutischen Präparate’ z. B. S 317, „die nie ein Arzt mit Gewissen verschreiben kann&amp;quot; oder S. 316 „worauf soll der Arzt sich verlassen?&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/p&amp;gt; &amp;lt;p style=&amp;quot;text-align: justify&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Bei der Exaktheit in seinen Arbeiten hat Hahnemann manches Neue gefunden und hier veröffentlicht.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/p&amp;gt; &amp;lt;p style=&amp;quot;text-align: justify&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Schon 1784&amp;lt;ref&amp;gt;Demachy’s Laborant II. S. 118f&amp;lt;/ref&amp;gt;sprach Hahnemann für das Kristallisieren des Brechweinsteins, „damit wir doch endlich einmal in der Heilkunst von den Kräften dieses Mittels eine zuverlässige Norm bekommen mögen.&amp;quot; Hätte man 1784 nach seinem Drängen kristallisiert, so wären die späteren Klagen nicht erfolgt. Später wurde dieses Mittel aus Algarothpulver und mittels Kristallisirens hergestellt, wie es Hahnemann empfohlen hatte. Auch an andern Stellen macht er auf die Wichtigkeit des Kristallisirens aufmerksam und mahnt die Apotheker, wo möglich nur kristallisierte, und nicht, wie so häufig, gepulverte Salze zu kaufen - wegen der leichteren Entdeckung der Verfälschungen.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/p&amp;gt; &amp;lt;p style=&amp;quot;text-align: justify&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Für die Selbstbereitung tritt Hahnemann überall da ein, wo Verunreinigungen nicht leicht zu entdecken waren.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/p&amp;gt; &amp;lt;p style=&amp;quot;text-align: justify&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Damalige Kritik von Prof. Baldinger &amp;lt;ref&amp;gt;Medicinisches Journal, 1789, St. 21, S.33&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;nbsp;: „Dieses Buch ist äusserst wichtig und jedem praktischen Ärzte schon unentbehrlich, noch mehr aber jedem Physico,' dessen Pflicht es ist, Apotheken zu untersuchen ... Viel Gutes ist in diesem wichtigen und unentbehrlichen Buche gelehrt worden, das ich nicht genug empfehlen kann.“&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/p&amp;gt; &amp;lt;p style=&amp;quot;text-align: justify&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;In diesem Buch lehrte Hahnemann zum ersten mal seine sogenannte Weinprobe, die er später in Crells Chemischen Annalen noch genauer beschrieben hat. Hahnemann konnte so mit Bleizucker gepanschten Wein identifizieren, der zu ‘Koliken und „Kontrakturen“, auch zu Abzehrung und langsamen Tod führte’. Diese weittragende Entdeckung auf chemischem Gebiet führte zu weiter Verbreitung von Hahnemanns Namen. Übrigens wurde diese ‘Weinprobe’ später als ‘Hahnemanns Metallprobe’ verstanden.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/p&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Mercurius solubilis Hahnemanni =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Chemiker waren auf der Suche nach einem Quecksilberpräparat, welches weniger ätzend und „giftig“ sei, als Sublimat, also salzsaures Quecksilber und Turpethum minerale, basisch schwefelsaures Quecksilber. &amp;lt;ref&amp;gt;Vergl. Demachy, ‘Laborant im Grossen’ II. S. 163; ferner Gren, ‘Handbuch der Pharmacologie, Halle, 1792, II. S. 840&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Hahnemann löste zunächst Quecksilber unter Verwendung von Salpetersäure in der Kälte. Das entstehende Salz ließ er kristallisieren, spülte die Kristalle mit sehr wenig Wasser ab und trocknete sie auf Fließpapier. Auf diese Weise erhielt er reines salpetersaures Quecksilberoxydul.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Hg&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O, NO&amp;lt;sub&amp;gt;5&amp;lt;/sub&amp;gt;, kristallisiert mit 2 Äquivalenten&amp;lt;span class=&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;quot; Schon damit hatte er ein lange gebräuchliches Salz geschaffen. Selbst das Hahnemannsche Mengenverhältnis, der stete Überschuss an Quecksilber, das Lösen in der Kälte, das Abspülen der Kristalle mit nur wenig Wasser, das Trocknen auf Fließpapier ohne Wärme wurde beibehalten, weil alle diese Vorschriften als wesentlich erkannt waren.&amp;lt;br/&amp;gt; Diese Kristalle behandelte er mit einer bestimmten Menge Wasser und schlug die Lösung durch eigens bereiteten kohlensäurefreien Salmiakgeist nieder, zu dem er nochbesonders die Vorschrift gibt. Der Niederschlag bildet, nach 6-stündigem Stehen, einen schwarzen Teig, der auf einem Filtrum von weißem Fließpapier ohne alle Hitze getrocknet wird.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Die Ärzte urteilten: „Eines der allerwirksamsten gelinden Mercurialpräparate verdankt die Kunst dem bekannten und dadurch unsterblichen Hahnemann“&amp;lt;sup&amp;gt;.&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Aus: ‘Recepte und Kurarten der besten Aerzte aller Zeiten’, Leipzig, 1814, 2. Auflage, IV. 24.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit den Anerkennungen, die Hahnemann wegen seines Quecksilbers im Laufe der Jahre von nichthomöopathischen Ärzten gezollt wurden, können viele Seiten gefüllt werden.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Samuel Hahnemanns Apothekerlexikon ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verfasst 1793 - 1799&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Stoff ist alphabetisch geordnet und bespricht alle Gegenstände, welche den Apotheker bei seinen Arbeiten interessieren. Die Darstellung ist kurz, lebendig und anregend. Man findet eine genaue Beschreibung der zweckmäßigsten Einrichtung einer Apotheke und deren Räume, z. B. unter den Wörtern „Apotheke&amp;quot;, Keller, Trockenboden, Laboratorium etc. Ebenso sind die einzelnen erforderlichen Utensilien genau und mit großem Sachverständnis beschrieben. Jeder von diesen Artikeln zeigt, wie speziell Hahnemann mit den Arbeiten vertraut ist, und doch zeigt jeder andere Artikel es nicht minder. Häufig führt er neue, von ihm erfundene oder verbesserte Apparate an, nicht ohne das Verständnis durch Abbildungen zu unterstützen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Mit großer Genauigkeit und in fesselnder Weise werden die einzelnen Arbeiten des Apothekers bei der Rezeptur und im Laboratorium besprochen. Man vergleiche die Ausführungen unter „Rezept&amp;quot;, wobei Hahnemann vielerlei Anweisungen erteilt, die heute zur gesetzlichen Vorschrift geworden sind. Wie reichhaltig sind bearbeitet: Abdampfen, Abgießen, Abklären, Auflösen, Auslaugen, Auspressen u. a. allein im Buchstaben A. Es ist in den einschlägigen Dingen ein eingehender Unterricht für Apotheker gegeben, man lese nur „Emulsion&amp;quot;, die verschiedenen Arten derselben aus Samen, Fetten, Harzen, Kampfer mittelst Gummi, Tragant, Ei etc., oder man schlage nach „Destillation&amp;quot; oder „Krystallisirung&amp;quot;, um zu sehen, mit welchem Eifer Hahnemann praktisch gearbeitet haben muss, und wie er seine Erfahrungen geistig zu verarbeiten verstand.&amp;lt;br/&amp;gt; Dass er durch und durch Sachkenner war, zeigt auch das Interesse, das er am scheinbar Unbedeutendsten nahm, das nur dem Selbstarbeitenden wichtig wird, so beim Beschlag der Öfen (I. 111), bei der Destillation, bei der Anleitung zum Selbstverfertigen nicht käuflicher Apparate, bei dem verschiedenen Feuerungsmaterial für verschiedene Zwecke (I. 294), beim Pulvern der verschiedenartigsten schwer zu behandelnden Stoffe (II 1.246), bei den einzelnen Schmelztiegeln zu verschiedenen Arbeiten (II. 2.-161), bei den verschiedenen Öfen je nach dem Zweck (II. 1. 145-150) etc.&amp;lt;br/&amp;gt; Eine Reihe von Hahnemann's Forderungen für die Apothekenverwaltung sind jetzt allgemein angenommen.&amp;lt;br/&amp;gt; In diesem Lexikon hat Dr. Hahnemann Literatur aus über 100 Werke von den ersten Biologen und Zoologen eingearbeitet.&amp;lt;br/&amp;gt; Kraus sagte in seinem „medicinischen Lexicon&amp;quot; 1826 &amp;lt;ref&amp;gt;Vg. B. Hirschel, Geschichte des Brown’schen Systems, Dresden und Leipzig, 1846, S.37&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;nbsp;: Hahnemann ist ein anerkannt guter Pharmazeut und hatte sich als solcher durch Darstellung seines sogenannten Mercurius solubilis und zum Theil durch seine Abhandlung über Arsenikvergiftung, wenn gleich nach ihm diese Lehre um ein Bedeutendes vervollkommnet ist, unverwelkliche Lorbeeren erworben.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt; So hat also Hahnemann's Forschergeist und eiserner Fleiss direkt und indirekt wichtige Beiträge zur Verbesserung der ärztlichen Heilwerkzeuge geliefert, Grundlagen der ärztlichen Kunst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Arzneikunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Arzneikunde beim Auftreten Hahnemanns ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Begriffe von den Erscheinungen im gesunden und kranken Menschen wurden in Systeme gezwängt, welche von einzelnen Köpfen auf Grund vereinzelter Beobachtungen ausgedacht und den jeweiligen Ansichten und neuen Entdeckungen angepasst waren.&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;L. Hoffmann (1721-1807) fand, dass die meisten Krankheiten durch faule und durch saure Säfte entstanden, welche aus dem Körper entfernt oder mit „antiseptischen&amp;quot; und &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„&amp;lt;/span&amp;gt;versüßenden&amp;quot; Mitteln verbessert wurden.&amp;lt;br/&amp;gt; Stoll (1742-1788) lehrte, dass die Krankheiten unter dem Einfluss einer herrschenden Konstitution ständen, welche „durch die stehenden Witterungs- und epidemischen Fieber&amp;quot; bestimmt würde.&amp;lt;br/&amp;gt; Kämpf (1726-1787) zeigte, dass die meisten Krankheiten ihren Sitz im Unterleibe hätten und durch „Infarkte&amp;quot; veranlasst würden.&amp;lt;br/&amp;gt; Ende der 90er Jahre begann ausserdem noch das System des Schotten John Brown (1736 —1788) sich über Deutschland zu verbreiten. Brown trat mit großer Sicherheit auf. Nach seiner eigenen Ansicht hatte er als erster die Arzneikunst zu einer echten Wissenschaft erhoben, welche bald den Namen „Lehre der Natur&amp;quot; erhalten werde. Nach derselben besitzt jeder Mensch einen mehr oder weniger hohen Grad von Erregbarkeit. Auf dem richtigen Maße &amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;von &amp;lt;/span&amp;gt;Erregung beruht die Gesundheit. Krankheit entsteht entweder durch ein Übermaß von Erregung (Sthenie) oder durch Mangel an Erregung (Asthenie). Die Aufgabe des Arztes bestand einfach darin, die zu starke Erregung zu mäßigen, oder die zu schwache Erregung zu stärken. So wurden alle Krankheiten in zwei entsprechende Klassen eingeteilt, und ebenso die Heilmittel; es gab „sthenische&amp;quot; und „asthenische.&amp;quot; Bei den auf übermässiger Kraft beruhenden Affektionen wandte man „reizentziehende&amp;quot; Mittel an, welche nach der Reihenfolge ihrer Wirkung diese waren: Aderlass, Kälte, Erbrechen, Purgieren, Schwitzen. Bei den asthenischen Krankheitsformen wurden sthenische Mittel verordnet, der Reihenfolge ihrer Heilkraft nach: Fleisch, Wärme, Verhinderung des Erbrechens, Purgirens, Schwitzens durch Fleischkost, Gewürze, Wein, Bewegung; ferner im höheren Grade des Leidens flüchtige Reize: Moschus, flüchtiges Alkali, Kampfer, Aether, Opium.&amp;lt;Rev&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Vg. B. Hirschel, Geschichte des Brown’schen Systems, Dresden und Leipzig, 1846, S.37&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;China wurde erst von den Anhängern Browns hinzugefügt. Die Kenntnis des Baues und der Verrichtungen des Organismus war nur von untergeordneter &amp;lt;span class=&amp;quot;tm7&amp;quot;&amp;gt;Bedeutung, da alles auf die Reize und den Grad der Erregbarkeit ankam. „So groß,&amp;quot; sagte Brown, „ist die Einfachheit, auf welche die Arzneikunde zurückgebracht ist, dass ein Arzt, wenn er ans Krankenbett kommt, nur drei Dinge ins Reine zu bringen hat. Erstens ob die Krankheit allgemein oder örtlich sei, zweitens, wenn allgemein, ob sthenisch oder asthenisch, drittens von&amp;lt;/span&amp;gt;welchem Grade &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;der Erregung sie sei. Hat er über diese drei Punkte sich Aufschluss verschafft, so bleibt ihm nichts übrig, als seine Heilanzeigen und seinen Kurplan festzusetzen und ihn durch die dienlichen Mittel auszuführen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;K. Sprengel, Geschichte der Heilkunde, Halle, 1828, V. 1. S. 455&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm7&amp;quot;&amp;gt;Die Diagnose war Nebensache.&amp;lt;br/&amp;gt; Zugleich mit Brown kam die von Schelling begründete&amp;amp;nbsp; &amp;lt;ref&amp;gt;Erster Entwurf eines Systems der Naturphilosophie, Jena und Leipzig, 1799&amp;lt;/ref&amp;gt; Naturphilosophie auf. „Aechte Naturphilosophie,&amp;quot; sagt Steffens, „hebt als solche jeden Gegensatz, jeden Streit der Meinungen und Hypothesen gegen andere Meinungen und Hypothesen auf, kann also keinen Gegner haben.&amp;quot; „Ein wahres Wort&amp;quot; bemerkt dazu ein Rezensent. &amp;lt;ref&amp;gt;Heckers, Annalen, Bd. II., S. 444&amp;lt;/ref&amp;gt; Echte Naturphilosophie wusste alles, erklärte alles: „Die Naturphilosophie hat für das Erkennen die Priorität, denn sie ist das Erkennen des Erkennens, oder als das potenzierte Erkennen zu betrachten.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Steffens, I. c. S. 16&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; Bewunderungswürdig war die Bestimmtheit, mit welcher jede Erscheinung ohne Bedenken erklärt wurde. „Magnetismus ist Verwandlung des Sauerstoffs und Wasserstoffs in Kohlenstoff und Stick&amp;lt;/span&amp;gt;stoff,&amp;quot; sagt Steffens S. 91, und Schelling wusste &amp;lt;ref&amp;gt;I., c., S. 248&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;nbsp;: Sauerstoff ist Prinzip der Elektrizität.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Wirbel der Naturphilosophie erfasste die Köpfe der größten Anzahl deutscher Gelehrten und der hervorragendstenÄrzte. Nur wenige entgingen demselben, wie Hufeland, A. v. Humboldt, Blumenbach, Treviranus, Sömmering, Wedekind.&amp;lt;br/&amp;gt; Allgemein fehlte der Plan, nach welchem gearbeitet werden sollte.&amp;lt;br/&amp;gt; Um die Mitte des 18. Jahrhundertes beschrieb Haller das Blut so: „Das Blut besteht obenhin betrachtet aus gleichen Theilen, ist gerinnbar, um so röther, je besser genährt das Thier ist; in einem schwächlichen, hungrigen Thiere ist es gelblicht. Die zuweilen beigemischte Weisse kommt meistens vom Chylus.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; 1789, circa 30 Jahre später lehrt J. Fr. Blumenbach, der berühmte Göttinger Professor&amp;lt;ref&amp;gt;Anfangsgründe der Physiologie, Wien 1789, §6&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;nbsp;: „Das Blut ist eine Flüssigkeit seiner Art, von bekannter, bald stärkerer, bald schwächerer Farbe, welche beim Befühlen klebricht, warm, und da es durch die Kunst nicht nachgeahmt werden kann, unter die Geheimnisse der Natur zu rechnen ist.&amp;quot; Hier war also in der langen Zeit kein Fortschritt zu erkennen.&amp;lt;br/&amp;gt; 1803 lehrte man schon &amp;lt;ref&amp;gt;F. Kapp, Systematische Darstellung der durch die neuere Chemie in der Heilkunde bewirkten Veränderungen und Verbesserungen; Hof; 1805; S.31f&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;nbsp;: „Das Blut ist aus 9 Theilen gemischt: dem riechbaren Stoff, dem fadenartigen Theile, Eiweissstoff, Schwefel, Gallerte, Eisen, Laugensalz, Natrum und endlich aus Wasser . . . Die Grundstoffe des Blutes sind: Wasserstoff, Kohlenstoff, Salpeterstoff, Grundstoff der Salzsäure, Phosphor, Schwefel, Oxygene, Kalkerde und Eisen.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Die physiologische Chemie hatte also große Fortschritte gemacht, von denen man überrascht war, und die Ansicht hatte, sie praktisch verwerten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt; Reich hielt den Sauerstoff für das einzig sichere Mittel&amp;lt;span class=&amp;quot;tm7&amp;quot;&amp;gt;gegen &amp;lt;/span&amp;gt;Fieber, welches in der übermäßigen Entwicklung und Anhäufung von Stickstoff, Wasserstoff, Kohlenstoff, Schwefel und Phosphor bestand. Er war Professor der medizinischen Fakultät in Erlangen und Berlin, und pries in öffentlichen Blättern und einer besonderen Schrift &amp;lt;ref&amp;gt;G. Ch. Reich, Beschreibung der mit seinen neuen Mitteln behandelten Krankheitsfälle; Nürnberg; 1800&amp;lt;/ref&amp;gt; ein Geheimmittel gegen Fieber an, welches er nur gegen pekuniäre Vergütung bekannt geben wollte. Das Mittel sollte in kurzer Zeit, oft plötzlich das Fieber abschneiden. Eine Kommission von vier Ärzten stellte Versuche in der Berliner Charite damit an, und fand es probat in einer Anzahl von Fällen. Auf das Gutachten dieser Kommission hin wurde dem Professor für Veröffentlichung seines Geheimnisses vom Könige von Preussen bewilligt „eine jährliche Pension von 500 Thaler mit Befreiung von Tax- und Stempelgebühren;&amp;quot; im Falle seines Todes ging die Hälfte davon auf seine Wittwe über. &amp;lt;ref&amp;gt;Medic. chirurg. Zeitg.; Salzburg; 1800, III. 315&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; Dieses war bekannt, bevor die Veröffentlichung des großen Fiebermittels erschien, worauf man nun mit großer Spannung wartete. Endlich wurde die Wissbegierde befriedigt, im Herbst 1800. Das merkwürdige Fiebermittel bestand in Schwefelsäure und Salzsäure; Salpetersäure war unter Verhältnissen auch gut. &amp;lt;ref&amp;gt;ib 1799, IV. 189, 1800, I. 25 u. 1800, IV. 292&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; Die „für Studirende und Aerzte&amp;quot; geschriebenen Lehrbücher der Therapie waren so buntscheckig wie die Landkarten. Die Ontologie, die Idee, dass Krankheit ein fremdartiges, im Körper sein Unwesen treibendes Ding ist, war von Galen her noch in großen Ehren. Deshalb stand die „ausleerende Methode&amp;quot; obenan. Weiter gab es eine exzitierende Methode, eine stärkende, eine schwächende Methode, eine besänftigende — antagonistische — restaurierende (nicht zu verwechseln mit der stärkenden) — eine adstringierende Methode, welche die Kohäsion vermehrte — eine relaxierende, welche die Kohäsion verminderte — eine derivierende, deobstruierende, resolvierende Methode, ferner eine specifische, antimiasmatische, antiseptische und antigastrische Methode. &amp;lt;ref&amp;gt;cf. Hufeland, System der practischen Heilkunde, Jena, 1818 u. Andere&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
==== Arzneimittel beim Auftreten Hahnemanns ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arzneimittel wurden diesen Methoden angepasst; so gab es versüßende, verdünnende, auflösende, verdickende, blutreinigende, kühlende, ausleerende, schleimeinschneidende etc. Arzneien. Ein Simplex zu verordnen war ungewöhnlich. Man findet noch die Ansicht, dass ein Rezept aus einer Basis, einem Konstituens, einem Adjuvans, einem Korrigens und einem Dirigens bestehen müsse.&amp;lt;br/&amp;gt; Kompositionen von 8, 10 und mehr Mitteln waren an der Tagesordnung. Es gab sogenannte „Magistralformeln,&amp;quot; komplizierte Mischungen gegen gewisse Krankheiten, von „Autoritäten&amp;quot; zusammengesetzt, durch die „Erfahrung&amp;quot; geheiligt. Solche wurden in den Apotheken vorrätig gehalten, und man wagte nicht daran zu modeln.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie die erzählten Krankengeschichten in den Journalen ausweisen, wurden die Rezepte bei akuten Krankheiten häufig alle Tage, bei chronischen alle 2 —3 Tage gewechselt.. Und welche unglaublichen Mengen von Arzneien wurden dem kranken Körper eingeflößt! Darin übertrafen sich die verschiedenen Systeme gegenseitig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die tiefer liegenden Gründe für diesen Wirrwarr sahen diese Ärzte selbst nicht ein. Sie verstanden nicht zu beobachten. Statt Tatsachen zu sammeln und nur Tatsachen zu sammeln, und keine weiteren Schlüsse daraus zu ziehen, als soweit diese Tatsachen reichten, knüpften sie an einzelne Beobachtungen an, machten Vergleichungen, schufen Theorien, und ordneten die Dinge diesen Theorien unter. Zum Überfluss verlieh die Naturphilosophie diesen Spekulationen Flügel, und man hob sich vollends aus der Wirklichkeit in die Welt der Phantasie.&amp;lt;br/&amp;gt; Dazu kam, dass das Streben nach Erkenntnis bei einem großen Teil, der Ärzte sehr darnieder lag. Darüber wurde häufig Klage geführt. Prof. Baldinger bedauerte, dass nicht allein viele Ärzte, sondern auch viele Professoren wenig Studieneifer zeigten. &amp;lt;ref&amp;gt;Medic. Journal von Baldinger, 1790, St. 23, S. 16&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ärztliche Kollegialität entsprach dem Grade des Wissens. „Ein wütiger Parteigeist,&amp;quot; schrieb Prof. Roose 1803 &amp;lt;ref&amp;gt;Horn’s Archiv für med. Erf., III. S. 1f&amp;lt;/ref&amp;gt; , „hat sich vieler Gemüter bemächtigt und droht sich immer allgemeiner zu verbreiten. Die Ärzte spalten sich in Sekten und stehen in heftigem, zum Teil unbegründeten, Widerspruch zueinander. Eine Meinungswut und eine Verfolgungssucht wird unter den Ärzten immer gewöhnlicher. &amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Je unsicherer sich der Arzt in seiner Kunst fühlt, um so lauter der Ruf nach Staatshilfe gegen die Kurpfuscher und Quacksalber. Wedekind (1. c. S. 38): „Der wissenschaftliche Arzt geht zu Grunde, wenn die Regierung ihn nicht auf alle Art begünstigt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hahnemanns Leistungen in der Arzneikunde ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste größere medizinische Schrift von Hahnemann erschien 1784 &amp;lt;ref&amp;gt;Anleitung alte Schäden und faule Geschwüre gründlich zu heilen nebst einem Anhange über eine zweckmäßigere Behandlung der Fisteln, der Knochenfäule, des Winddorns, des Krebses, des Gliedschwamms und der Lungensucht. Leipzig, 1784&amp;lt;/ref&amp;gt; „Der grösste Theil der Aerzte,&amp;quot; sagt Halmemann in der Vorrede, „macht sich damit nichts zu schaffen und überlässt sie dem Bader, dem Schäfer und dem Scharfrichter, gewiss mehr aus Unwissenheit, als aus Ekel. Der Ruhm, dergleichen Heldenkur verrichtet zu haben, überriecht den faulen Eiter bey weitem.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Das Verfahren der alltäglichen Ärzte und Wundärzte bestand zunächst in „Reinigung des Blutes,&amp;quot; Aderlassen, Schröpfen, Schwitzen, Purgieren. Äußerlich waren die Bleipräparate, besonders Bleisalben und -pflaster die Hauptmittel.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Vom Autoritätsglauben der damaligen Zeit scheint Hahnemann auch als junger Arzt unberührt geblieben zu sein. „Das gewöhnliche Ende solcher Kurarten machen alte Weiber, der Scharfrichter, der Vieharzt, der Schäfer und der Tod. Bei dem allen hindert mich Ehrgeiz nicht, zu gestehen, dass Viehärzte grösstentheils glücklicher, dass ist geschickter in Heilung alter Wunden sind, als oft der schulgerechteste Professor und Mitglied aller Akademien. Man schreie nicht, dies sei blosse Empirie, ich wünsche mir ihre handwerksmässigen Kunstgriffe zu besitzen, die sich auf Erfahrungen gründen, welche ihnen freilich oft nur die Behandlung der Thiere an die Hand gegeben hat, die ich aber gerne gegen verschiedene medicinische Folianten eintauschen möchte, wenn sie ihnen dafür feil wären.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Den Mangel an einem Prinzip zur Auffindung von Heilkräften beklagt er schon damals. Wenn Hahnemann sich von einer Sache überzeugt hielt, so trat er mit der größten Bestimmtheit auf und ließ sich so leicht nicht davon abbringen. &amp;quot;Ich habe,&amp;quot; sagt er, „die ausgesuchtesten und zahlreichsten Erfahrungen vor mir und verlange unumschränkten Glauben in diesem Stücke.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo es nötig war, riet er energisch einzugreifen. &amp;lt;ref&amp;gt;Anleitung alte Schäden und faule Geschwüre gründlich zu heilen nebst einem Anhange über eine zweckmäßigere Behandlung der Fisteln, der Knochenfäule, des Winddorns, des Krebses, des Gliedschwamms und der Lungensucht. Leipzig 1784; S.44&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Er erzählt von einer Karies des Mittelfußknochens der großen Zehe mit unterminierenden Fisteln und jauchigem Eiter. „Ich wurde gerufen. Ich erweitere die Wunde, verbinde sie etliche Tage mit Digestiv (eine Abreibung von Perubalsam oder Kopaivabalsam mit 2-3 Teilen Eidotter), den Knochen schabe ich reine aus und sondre das Verdorbene ab, verbinde ihn mit Alkohol und sehe dem Erfolge zu.&amp;quot; Später legte er abwechselnd Verbände von Sublimatwasser und Digestiv an. Innerlich gab er stärkende Arzneien und allmälich trat die Heilung ein. Das Ausschaben des kariösen Knochens wird heute als eine Errungenschaft der neueren Zeit hingestellt. Jedenfalls zeigt Hahnemann durch seine Wund- und Geschwürsbehandlung, dass er auch als Chirurg Vorzügliches geleistet hat und die Masse seiner Zeitgenossen überragte, und er hatte nicht Unrecht am Schluss zu sagen:&amp;lt;br/&amp;gt; „Man wird mir nicht verargen, dass ich auf eine so allgemein anwendbare Heilung der alten bösartigen Geschwüre dringe, und sie allen übrigen, doch mit Einschränkung, vorziehe; die ausgesuchtesten, gehäuftesten Erfahrungen sind auf meiner Seite. Wer so viel Beobachtungen in diesem Falle anzustellen Gelegenheit gehabt hat, als ich, wer sich so von dem Wohlsein seiner Nebenmenschen dahinziehe und bestimmen lässt, wie ich von mir fühle, wer so sehr die Vorurtheile und die Vorliebe für das Alte und Neuere, oder überhaupt für das Ansehn irgend eines großen Namens hasset und sich so eifrig bestrebt, selbst zu denken und zu handeln, wie ich dies Zeugnis bei mir fühle, der kann, wie mich deucht, nicht leicht auf eine andere oder bessere Behandlung alter Geschwüre kommen, kann folglich mit mir auch vorzügliche Erfolge seines Fleisses sehn, die größte unter den Belohnungen, die ein rechtschaffner Arzt erwarten darf, Erfolge, die mir fast nie trügten, da sie vor Andern hingegen bei andrer Behandlung fast stets verschwanden.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht minder günstige Aufnahme bei seinen ärztlichen Kolegen auch fand die Schrift: &amp;quot;Unterricht für Wundärzte über die venerischen Krankheiten, nebst einem neuen Queksilberpräparate. Leipzig 1789&amp;quot;. In der „Medic. chir. Zeitung&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Red. v. Prof. Hartenkeil, Salzburg 1790 III. 8. 345.&amp;lt;/ref&amp;gt; las man:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„... Das Buch ist aber nicht nur die Arbeit eines Mannes von Kopf und Gelehrsamkeit, sondern auch in einer aphoristischen Kürze geschrieben, wozu nur der gelehrte Arzt in Hunter, Schwediaur, André etc, den Kommentar findet. — Es ist ein Buch für akademische Vorlesungen, obgleich der Verfasser es nicht dafür bestimmt hat&amp;quot;.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Bald erschien das Buch über Syphilis von A. R. Vetter: „Neue Curart aller venerischen Krankheiten nach Hunter, Girtanner und Hahnemann.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Wien 1793. 488 S.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ueber seine Uebersetzung von Cullen's Materia medica schreibt die „Medicinisch-chirurgische Zeitung.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt; Medicinisch-chirurgische Zeitung , 1791 1. S. 117 u. 231.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;nbsp;:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Herr Hahnemann hat diese Uebersetzung, der Dunkelheit des Vortrages im Original ungeachtet, mit besonderem Fleiss verfertigt . . . Die Anmerkungen des Herrn Uebersetzers sind grösstentheils sehr lehrreich, und auch durch seine hin und wieder angebrachten Berichtigungen hat er den Werth dieses wichtigen Werkes erhöhet.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
===== Hahnemann und die Psychiatrie =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Art und Weise, wie früher (wir brauchen nicht einmal bis auf Hahnemanns Zeit zurückzugehen) die Geisteskranken behandelt wurden, kennt jeder Arzt. Aufgeregten und widerspenstigen Kranken dieser Art begegneten die Ärzte wie wilden Tieren; man wollte Angst, Schrecken, Entsetzen in ihnen erzeugen. Körperliche Züchtigungen, Ekelkuren waren etwas Alltägliches. Tobsüchtige wurden auf ein horizontales Brett geschnallt, das mit grosser Schnelligkeit um eine vertikale Achse gedreht wurde, in den sog. Drehstuhl gesetzt etc. „Eine als gut eingerichtet geltende Irrenanstalt erschien daher in gewisser Beziehung einer Folterkammer nicht ganz unähnlich,&amp;quot; sagt Westphal. yref&amp;gt;Psychiatrie und psychiatrischer Unterricht, Berlin 1880.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;nbsp; Diese Behandlung wurde auch von Ernst Horn in der ihm 1806 übertragenen Irrenabtheilung der Berliner Charite, damals die grösste Irrenanstalt Preussens, eingeführt. Ausserdem erfand er noch den „geschlossenen Sack&amp;quot;, worin die Maniakalischen zugebunden wurden, und in welchem sie, nach Westphal, da liegen bleiben mussten, wo sie eben hingelegt waren.&amp;lt;br/&amp;gt; „Man scheut sich zu gestehen,&amp;quot; sagt Westphal 1880, „ein wie kurzer Zeitraum dazwischen liegt, dass Geisteskranke Sonntagsbesuchern vou Hospitälern und Arbeitshäusern als eine Art Sport gezeigt und zum Vergnügen der Besucher gereizt wurden.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hahnemanns psychiatrischer Standpunkt war dieser:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Nie lasse ich einen Wahnsinnigen je mit Schlägen oder andern schmerzhaften körperlichen Züchtigungen bestrafen, weil es für Unvorsetzlichkeit keine Strafe gibt, und weil diese Kranken bloss Mitleid verdienen und durch solche rauhe Behandlung immer verschlimmert, wohl nie gebessert werden.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Monatsschrift Februarheft 1796 — Stapf II. S. 245.&amp;lt;/ref&amp;gt; So behandelte und heilte er 1792 den wahnsinnig gewordenen, als Schriftsteller bekannten Geh. Kanzleisekretär Klockenbring aus Hannover. Nach seiner vollkommenen Wiederherstellung vom Wahnsinn zeigte dieser Unglückliche seinem Retter „oft mit Thränen die Reste der Schwielen von Stricken, deren sich seine vorigen Wärter bedient hatten, ihn in Schranken zu halten.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Hahnemann marschierte also auch hier an der Spitze. Dass er anfangs den Aderlass anwandte, ist natürlich; aber wir finden ihn stets sehr vorsichtig dabei zu Werke gehen und schon 1784 gegen die übermäßigen. Blutentziehungen ankämpfen. 1832 schreibt Hahnemann in einem Briefe an M. Müller&amp;amp;nbsp; &amp;lt;ref&amp;gt;M. Müller ,,Zur Geschichte der Homöopathie,' Leipzig 1837 S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; , dass er seit über Jahren die Aderlass-, Brech- und Purgiermittel verschmähe. 1797 hat er indess noch Blutziehungen angewandt, wie aus einer Abhandlung in Hufeland's Journal hervorgeht, und 1800 war er wenigstens noch kein absoluter Gegner derselben, „In sthenischen acuten Uebeln thun Aderlass und möglichste Entfernung aller Art von Reizen weit mehr als die wässerigen Tränke.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Arzneischatz, aus dem Engl. übers. von Hahnemann. Leipzig 1800; S. 171.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
==== Die Krätze ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Die Krätze aus frühmedizinischer Sicht =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;In Bezug auf die Krätze nahm Hahnemann einen sehr „vorgeschrittenen&amp;quot; Standpunkt ein, den er indess über 30 Jahre später vollständig änderte. Abgesehen von bloßen Andeutungen älterer Schriftsteller hat Bonomo in Livorno schon 1683 die Krätzmilbe richtig abgebildet, weshalb ihn Wichmann&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Aetiologie der Krätze von J. E. Wichmann, Kgl. Grossbritt. Hofmedikus zu Hannover, Hannover, 1786 mit 4 Abbildungen von Krätzmilben, Copie nach Bonomo. 2. Aufl., 1791&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;mit Recht den Begründer der Krätztheorie nennt. Bonomo gestand ein, dass er durch arme Weiber und Sklaven in Livorno darauf gebracht sei, welche sich die Milben mit Nadeln gegenseitig herausgesucht hätten.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Die Parasitenlehre wurde indess wenig oder gar nicht beachtet, bis Linné 1757 (Exanthemata viva) und der obengenannte Wichmann 1786 dieselbe in Erinnerung brachten.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Wichmann stand in seiner Schrift bereits vollständig auf dem heutigen Standpunkte. In England wurde die Krätze bereits allgemein als „lebender Ausschlag&amp;quot; behandelt, in Frankreich warnte die medizinische Fakultät noch vor den äußeren Mitteln, mit denen man dort im Volke gegen dieses Leiden vorging. &amp;lt;ref&amp;gt;Wichmann, I. c. S. 118.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Nicht viel anders war es in Deutschland. Wichmann wurde überhört. Es herrschte die Ansicht vor, die Milbe sei das Produkt, nicht die Ursache der Krätze. So nahm Joh. Jak. Bernhard&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Handbuch der allg. und besondern Contagienlehre, Erfurt bei Henning, 1815, 608 S., auch unter dem Titel: „Ueber die Natur etc. des Spitaltyphus und der ansteckenden Krankheiten überhaupt.“&amp;lt;/ref&amp;gt; die Milbe in der Krätze und „die mikroskopischen Thierchen in andern contagiösen Krankheiten&amp;quot; nicht für das Kontagium selbst an. Er hielt sie aber für wesentliche Bestandteile der Ansteckungsstoffe, „wie die Thierchen im Samen und in der Vaccinalymphe.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Auch zufällig könnten sich wohl dergleichen Tierchen erzeugen ohne ansteckend zu sein wie z. B die Läusesucht bewiese.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Friedrich Jahn bestreitet 1817 energisch die Parasitentheorie der Krätze&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;. &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;Klinik der chron. Krankheiten, Erfurt, 1817, Bd. II. S. 614f&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Er hält die „unleugbaren Krätzmetastasen&amp;quot; und vieles Andere entgegen und urteilt zuletzt: „Wir können also diese ganze Theorie als ungegründet annehmen.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;J. P. Frank tritt in seinem 1821 vollendeten Buche „De curandis hominum morbis&amp;quot; als einer der entschiedensten Vertreter der causa viva auf, will die Krätzmilbe im Anfang töten, aber bei länger dauernder Krätze hält er „unvorsichtige Unterdrückung&amp;quot; für sehr gefährlich. Er unterscheidet 13 Arten von „symptomatischer Krätze,&amp;quot; so eine scorbutische, eine hypochondrische, critische, plethorische etc.; auch eine „P. neogamorum,&amp;quot; eine Krätze der Neuvermählten ist darunter.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Ferdinand Jahn, ein talentvoller Schüler Hensingers und Schönleins, ein Anhänger der naturhistorischen Schule, hat 1828 folgende Ansicht:&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Ahnungen einer allgem. Naturgeschichte der Krankheiten, Eisenach, 1828, S. 201&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Die chronischen Ausschläge sind in den meisten Fällen die äussern Erscheinungen von Dyskrasien, die mit fester, starker Wurzel im Innern des Organismus haften . . . Krätze, der die Hautblüthen genommen wurden, entwickelt ihre im Innern des Organismus ruhende Wurzel stärker, sodass jene Erscheinungen, die unter dem Namen der Kratzmetastasen berüchtigt sind, sich einstellen.&amp;quot; Solchen Ansichten gegenüber vergesse man nicht, dass damals Krätzausschläge mit dichten Eiterpusteln über den Körper und ausgedehnten Hautverschwärungen keine Seltenheit waren.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Autenrieth, bekanntlich ein Schüler J. P. Franks, schreibt unter dem Titel: „Nachkrankheiten, welche auf vertriebene Krätze folgen&amp;quot; im Jahre 1808:&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;Versuche über die prakt. Heilkunde aus den klin. Annalen von Tübingen, 1808 - Griesselich, Kleine Frescogemälde, Carlsruhe, 1836 I. S. 88&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Die furchtbarste und in unsern Gegenden häufigste Quelle chronischer Krankheiten der Erwachseuen sind die mit Schwefelsalbe oder überhaupt mit fettigen äussern Mitteln schlecht behandelten Rauden- oder Krätzauschläge. Ich habe das Unglück, das bei Rauden der untern Stände, und denen, die eine sitzende Lebensweise haben, dadurch entsteht, so häufig hier gesehn, und ich sehe es täglich in so mannigfaltiger, trauriger Gestalt, dass ich keinen Augenblick anstehe, es für einen der Aufmerksamkeit jedes Arztes, selbst jeder Obrigkeit, der irgend auch das Gesundheitswohl ihrer Untergebenen am Herzen liegt, würdigen Gegenstand laut zu erklären.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Nachkrankheiten von „verschmierter Krätze&amp;quot; sind nach Autenrieth I. c: „Fussgeschwüre — Lungenschwindsucht — eine Art hysterischer Chlorosis — weisse Kniegeschwulst — Gelenkwassersucht — Amaurose mit Verdunkelung der Hornhaut — Glaukom mit Amaurose — Geistesverwirrung — Lähmung — Schlagfluss — gekrümmter Hals&amp;quot; etc.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Trotz alledem vertrat Autenrieth die Parasitentheorie in einer für seine Zeit ungewöhnlichen Ausdehnung. Man hielt eben dafür, dass die Milbe zugleich Trägerin eines Giftes sei, welches von der Oberfläche nicht in das Innere des Körpers „verschmiert&amp;quot; werden dürfe, und dass andererseits die Krätze das auf die Haut geworfene Produkt innerer Krankheiten sein könne.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Hufeland wird es bestätigen:&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Euchiridion medic., Vermächtnis einer 50jähr. Praxis, St. Gallen, 1839, 2. Aufl., S. 293f&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Aber die Krätze kann auch als Product und Symptom innerer Krankheiten erscheinen — Scabies spuria. Hier ist sie zwar nur Form einer andern Krankheit, aber auch hier kann sich zuletzt ein Contagium entwickeln und so ansteckend werden. Dahin gehört die syphilitische, die scrophulöse, die arthritische und scorbutische Krätze, auch die critische, ein krätzartiger Ausschlag, mit und durch welchen die critische Lösung sowohl acuter, als chronischer Krankheiten erfolgt . . . Die in Pusteln gefundenen Milben sind nicht Ursache, sondern Wirkung, Parasiten der Krätze . . Aber hierbei (bei der Behandlung) treten manche Schwierigkeiten und wichtige Rücksichten ein. Man kann nämlich durch eine bloss örtliche Anwendung des Specificums auf die Haut zwar die krankhafte Thätigkeit der Haut supprimiren, aber das Contagium selbst, was schon tiefer eingedrungen ist, wird dadurch nicht zerstört, und die Folge ist, entweder dass die Krätze immer wieder erscheint, oder, was noch schlimmer ist, sich auf innere Theile wirft und oft sehr gefährliche und hartnäckige Metastasen erzeugt. So kann Lungensucht — Lungenkrätze — Wassersucht, Magenkrampf — Magenkrätze - Epilepsie und alle Arten von Nervenkrankheiten die Folge sein.&amp;lt;br/&amp;gt; Noch bedenklicher wird dies, wenn die Krätze complicirt mit einer andern Krankheit oder gar ein Product oder Crise einer andern Krankheit ist.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Im Jahre 1835 konnte der belesene Rau&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;Ueber den Werth des hom. Heilverfahrens, 2. Ausgabe, Heidelberg und Leipzig, S. 33&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;noch schreiben: „Die Behauptung, welche ein bekannter Schriftsteller (Krüger-Hansen?) unlängst aufgestellt hat, dass gar keine nachtheiligen Folgen von schnell unterdrückter Krätze zu befürchten seyen, wird durch so zahlreiche Beobachtungen widerlegt, dass es nutzlos seyn würde, mit einem Widerspruche hervorzutreten.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Nebenbei sei daran erinnert, dass man zu jenen Zeiten noch eine sehr mangelhafte Diagnostik der Hautkrankheiten hatte, dass Skabies, Ekzem, Impetigo, Prurigo etc. noch nicht voneinander unterschieden wurden, und für verschiedene Intensitätsgrade einer und derselben Krankheit galten.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Hahnemann und die Krätze =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Hat Hahnemann die Krätzmilbe gekannt? Und in welcher Zeit hat er Kenntniss von ihr gehabt? Bei der Übersetzung von Monros Arzneimittellehre, 1791, schreibt Hahnemann in einer Anmerkung (II. 49):&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Lässt man einen kürzlich angesteckten Krätzigen mit wohlgesättigtem, schwefelleberlufthaltigem Wasser täglich etliche Male waschen, auch wohl das leinene Zeug hineintauchen, so ist das Uebel binnen etlichen Tagen verschwunden, und kommt ohne eine neue Ansteckung nicht wieder. Müsste sie aber nicht wieder kommen, wenn eine Schärfe der Säfte zum Grunde läge? Diese Erfahrung habe ich sehr oft gemacht und: vermuthe nebst Andern einen lebendigen Stoff als Krankheitsursache. Alle Insecten (wozu bekanntlich. damals die Krätzmilbe gezählt wurde) und Würmer werden durch Schwefelleberluft getödtet.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Später betont er in demselben Werke in einer Anmerkung nochmals (II. 441), dass Krätze ein „lebendiger Ausschlag&amp;quot; sei.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Im Jahre 1795 las man von Hahnemann eine Abhandlung „&amp;lt;/span&amp;gt;Ueber den Ansprung (crusta lactea). MBk (1795), 3. Bd., 4. St., S. 701-705&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;quot; in J. Fr. Blumenbachs medizinischer Bibliothek. &amp;lt;ref&amp;gt;Bd. 3., St. 4, Göttingen, 1795&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Dieses Werk erschien nicht in bestimmter Zeitfolge. Es finden sich in diesem Bande Arbeiten, welche bereits 1703 verfasst sind. Hahnemann hat seinem Aufsatz kein Datum zugesetzt, sodass die Zeit des Niederschreibens sich nicht genau bestimmen lässt.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Er erzählt aber darin, dass er sich zur Zeit der beschriebenen Maßnahmen auf dem Lande befunden habe. 1794 bis 1796 hielt er sich in Pyrmont und Braunschweig auf; 1792 bis 1794 bei Gotha. In diese letztgenannte Zeit fällt also die folgende Beobachtung. In dem Dorfe, (wahrscheinlich Molschleben) „wo meine Kinder vollkommene Gesundheit genossen&amp;quot;, waren viele Kinder mit der sogenannten Milchkruste behaftet und zwar in ungewöhnlichem Grade. Da Hahnemann glaubte, eine Übertragung dieser Affektion bemerkt zu haben, so suchte er eine Berührung seiner Kinder mit den infizierten Dorfkindern zu verhüten. Einem derart kranken Knaben gelang es indess, zu ihnen zu kommen, „und ich ward ihn gewahr, wie er vertraulich mit ihnen spielte. Ich entfernte ihn; aber die Ansteckung war geschehn.&amp;quot; Der Knabe hatte Hahnemann's Kinder geküsst. Es bildete sich das Uebel zuerst bei dem einen, dann bei seinen 3 andern Kindern aus.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Ich übergoss trockene Schwefelleber — Austerschalenpulver mit gleichen Theilen Schwefel gemischt und 10 Minuten in Weissglühe erhalten — mit warmem Wasser. Es entsteht eine gelinde schwache Auflösung. Hiemit bepinselte ich das Gesicht der zwey, welche den Ausschlag am stärksten hatten, alle Stunden, zwey Tage nach einander. Schon nach dem ersten Befeuchten merkte ich, dass das Uebel still stand, und allmählig heilte.&amp;quot; Dasselbe Verfahren wandte er bei den andern Kindern mit Erfolg an.&amp;lt;br/&amp;gt; „Das Mittel zersetzt sich auf der Haut durch die freye Luft allmälig, und es entwickelt sich unter üblem Geruche die Schwefelleberluft, welche, wie bekannt, die meisten Insecten plötzlich tödtet.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Ist der Ansprung nicht ein Hautübel blos von Ansteckung? Hat die Ansteckung nicht etwa gar kleine Thierchen zum Miasm?&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Ich getraue mir in der Praxis keine Gelegenheit wieder zu finden, die mir die Bejahung dieser Frage so positiv an die Hand gäbe, als diese, die ich so ganz in meiner Gewalt hatte.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Meine Kinder bekamen keine Abführungsmittel, noch sonst etwas, da sie übrigens gesund waren und gesund blieben.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1791 erzählt er (Monro I. 76), dass er Krätze durch bloss innerliche Arznei geheilt habe, was dadurch zu erklären war, dass man mit dem Namen &amp;quot;Krätze&amp;quot; einen viel weiteren Begriff verband, als heutzutage. „Krätze&amp;quot; war eine Diagnose, welche weit über die Grenzen unseres heutigen Begriffes Skabies, Krätze, hinausging. So hatte sich ihm allmählich der Gedanke aufgedrängt, dass den Hautkrankheiten ein „Etwas&amp;quot; zu Grunde liege, welches auch andere Krankheiten zu erzeugen im Stande sei, und von Generation zu Generation sich forterbend die entfernte Ursache für viele Krankheiten bilde. Außer dieser Psora blieben noch als Grundursachen übrig die Sycosis, mit dem Tripper zusammenhängende Erscheinungen, und Syphilis. Wenn auch etwas Wahres in diesen Ansichten enthalten sein mag, so ging doch Hahnemann damit weit über die Wirklichkeit hinaus und geriet in einen großen Irrtum.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Hahnemanns frühe Reputation als Arzt&amp;lt;/span&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Über Hahnemanns Ruf als ausübender Arzt in damaliger &amp;lt;/span&amp;gt;Zeit berichten Zeitgenossen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Brunnow erzählt&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Ein Blick auf Hahnemann, Leipzig, 1844, S. 6&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;: „In der That gelangen ihm schon im Anfange seiner ärztlichen Thätigkeit vermöge seines einfachen Heilverfahrens viele ausgezeichnete Kuren, und es wurde ihm überall, wo er auftrat, der Ruf eines ebenso umsiehtsvollen als glücklichen Praktikers zu Theil&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Die Medicinisch-chirurgische Zeitung (1799 II. 411) schreibt: „Hahnemann hat sich als ausübender Arzt einen Nahmen in Deutschland erworben.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; In derselben Zeitschrift &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Ergänzungsheft VII, S. 307&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;wird er als ein Arzt geschildert, „dem wir schon so manchen schönen Beytrag zur Vervollkommnung unserer Wissenschaft schuldig sind.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; In den Allgemeinen medicinischen Annalen des 19. Jahrh. wird im Novemberheft 1810 Hahnemann ein Mann genannt, „welcher seit länger als 20 Jahren als denkender Arzt und guter Beobachter bekannt ist . . . und dabei seinen Ruf als geschickter und glücklicher Practiker fortdauernd erhalten hat.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Hufeland nennt ihn 1798 &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Huf. Journ. Bd. 6, St. 2, Anm.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;einen Mann, „dessen Verdienste um unsere Kunst entschieden genug sind,&amp;quot; und ferner&amp;lt;ref&amp;gt;Ib. Bd. 5, St. 2, S. 52&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„einen der vorzüglichsten Aerzte Teutschlands,&amp;quot; . . . „einen in Erfahrung und Nachdenken gereiften Arzt.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;1800 sprach Daniels&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Ib. Bd. 9, St. 4, S. 15&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;von dem „durch seine Schriften berühmten Hahnemann.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; In demselben Jahre schrieb Bernstein im „practischen Handbuch für Wundärzte&amp;quot;: „Samuel Hahnewann, ein sehr verdienter Arzt, ist bekannt durch sein vortreffliches Quecksilberpräparat, nemlich den Merc. solub., ferner durch seine Weinprobe und überhaupt durch seine chemischen und pharmaceutischen Schriften, und hat sich auch um Wundärzte verdient gemacht. Er gab für solche heraus: Anleitung alte Schäden und Geschwüre zu heilen 1784, und: Unterricht für Wundärzte über die venerischen Krankheiten. Leipzig 1786.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Im Jahre 1791 erwählte ihn die Leipziger ökonomische Gesellschaft, dann die Kurfürstlich-Mainzische Akademie der Wissenschaften, später die physical. medic. Gesellschaft zu Erlangen zu ihrem Mitgliede.&amp;lt;br/&amp;gt; 1798 las man in der Medicinisch-chirurgischen Zeitung (IV. 192) diese Notiz: „Mietau. Hier soll eine provisorische Universität errichtet werden. Man sagt, für die medicinische Fakultät seyen Herr Dr. Samuel Hahnemann zu Königslutter, Herr Dr. Samuel Naumburg in Erfurt und Herr Dr. Frank in Mühlhausen bestimmt.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
==== &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Hahnemann als Reformator&amp;lt;/span&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon 1784 spricht er verächtlich von den „Modeärzten&amp;quot;. 1786 eifert er in seinem Buche über den Arsenik gegen den damaligen elenden Zustand der Arzneikunde, gegen die „Pfuscherärzte, der fruchtbarsten Quelle des Todes&amp;quot;, welche unter anderen den Arsenik in Substanz auf Geschwüre aufpulverten, dadurch oft den Tod der Kranken herbeiführten, und welche dieses Mittel in leicht tötlichen Gaben gegen Intermittens gäben etc. 1791 hatte er bei Monro zu übersetzen, dass Canthariden die krankhaften Säfte auflösten. Hahnemann bemerkt dazu (II. 248):&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Dies ist der gewöhnliche Wahn, dass die Geschwüre von blasenziehenden Mitteln nur die bösen Säfte ausziehn. Wenn die Säftemasse während ihres Kreislaufs, im Ganzen genommen, von gleicher Mischung durchaus ist, wenn die aushauchenden Öffnungen der Blutgefässe eine nicht sehr abweichende Ausdünstungsmaterie, bei sonst gleichen Umständen, verdampfen, so begreift kein vernünftiger Physiolog, wie ein blasenziehendes Mittel electiv auf den Ort seiner Anwendung nur die schädlichen Theile der Säfte ver&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;sammeln und herausziehen sollte. In der Tat strotzt die Blase unter dem Pflaster blos von einem Theile des gemeinsamen Blutwassers, wie es sich auf dem aus der Ader gelassenen Blute sammeln würde. Doch auch Aderlasse sollen nach dem Wahne dieser Kurzsichtigen nur das böse Blut abziehn und fortgesetzte Laxanzen nur die bösen Säfte ausleeren! Ich entsetze mich vor dem Schaden, den so allgemein eingeführte Thorheiten anrichten.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;So nimmt Hahnemann an zahlreichen Stellen jede Gelegenheit wahr, seine Amtsbrüder auf die immer mehr von ihm erkannten Torheiten aufmerksam zu machen, von denen er selbst sich allmälich loszumachen das redlichste Bestreben zeigte.&amp;lt;br/&amp;gt; 1790 tritt er kräftig gegen die damaligen Arzneimittellehrer auf (Cullen I. 58):&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Die alten Arzneimittellehrer sind mit ihren Seichtheiten, Unbestimmtheiten, Weibermährchen und Unwahrheiten bis in die neueste Zeit nachgebetet worden — einige wenige Ausnahmen abgerechnet — und weder die Erzväter noch ihre schwachen Jünger verdienten Schonung. Wir müssen uns mit Gewalt von diesen vergötterten Gewährsmännern losreissen, wenn wir in einem der wichtigsten Theile der practischen Arzneikunst das Joch der Unwissenheit und des Aberglaubens losschütteln wollen. Nun ist es hohe Zeit.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Aus dem Gewirr von „Beobachtungen&amp;quot; und „Erfahrungen&amp;quot; die Wahrheit herauszufinden, schlug er schon sehr bald den Weg ein, den alle großen Ärzte gingen; er vermied das geschäftige Handeln am Krankenbette, wie es seine Zeitgenossen übten, und drang seinen vielmischenden Kollegen gegenüber auf:&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Einfache Verordnungen - Hahnemann tendiert zu Einzelmitteln&amp;lt;/span&amp;gt; =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um dieses gebührend zu würdigen, erinnere man sich daran, dass damals noch gelehrt wurde, ein regelrechtes Rezept müsse aus verschiedenen Teilen bestehen. Darin war natürlich auch Hahnemann unterrichtet, und er gestand später ein, dass die Mischerei „seinem Gebeine hartnäckiger angehangen habe, als &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;das&amp;lt;/span&amp;gt;Miasma irgendeiner andern Krankheit.&amp;quot; Wenn man ihn daher in den ersten Jahren seiner Praxis noch hie und da Gemische, meistens von 2 Mitteln, geben sieht, so beobachtet man andererseits, dass er diesen 'Unfug' immer weiter von sich streift. Schon 1784&amp;lt;ref&amp;gt;Ib. Bd. 9, St. 4, S. 15&amp;lt;/ref&amp;gt; redet er der einfachen Behandlungsweise das Wort „statt des Mischmasches von widersprechenden Verordnungen.&amp;quot; 1791 fragt er, als Monro ein kompliziertes Verfahren &amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;gegen Leberverhärtung vorschlägt (Monro &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm7&amp;quot;&amp;gt;II. &amp;lt;/span&amp;gt;288):&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Was half denn nun eigentlich? . . Solange wir nicht einzelne Mittel fortgesetzt anzuwenden uns bequemen, und die begleitenden Umstände, Lebensordnung u. s. w. sorgfältig zu jedem Falle abwägen, wird unsre Arzneikunde noch lange ein Gemisch von Mutmassung, Wahrheit und wahrscheinlicher Dichtung bleiben.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Jahre 1796 schreibt Hahnemann in Hufelands Journal&amp;lt;ref&amp;gt;„Anleitung alte Schäden und faule Geschwüre gründlich zu heilen nebst einem Anhange&lt;br /&gt;
über eine zweckmäßigere Behandlung der Fisteln, der Knochenfäule, des Winddorns,&lt;br /&gt;
des Krebses, des Gliedschwamms und der Lungensucht.“, S. 165 u. 179&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Das Wunderbarste bei dieser Specification der Tugenden einzelner Droguen bleibt für mich immer der Umstand, dass man die noch jetzt die Arzneikunst diffamierende Methode, mehrere Arzneien zugleich in Ein Recept kunstmässig zu verflechten, zu den Zeiten erwähnter Männer (einzelne Arzneimittellehrer) so weit trieb, dass es selbst einem Oedipus unmöglich war, etwas von der Wirkung einem einzelnen Ingredienz des Mischmasches ausschliesslich zuzueignen, und dass man damals, fast noch seltner als jetzt, eine einzelne Drogue als Arznei allein verordnete. Wie können nun aus einer so verwickelten Praxis die Kräfte der einzelnen Arzneien unterscheidbar hervorgehn?&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Hier entsteht die Frage: Ist es gut, vielerlei Arzneien in , Ein Rezept zu mischen, Bäder, Klistiere, Aderlässe, Blasenzüge, Umschläge und Einreibungen zu gleicher Zeit, oder dicht auf einander zu verordnen, wenn man die Arzneikunde zu ihrem Gipfel heben, wirksam heilen, und in jedem Falle gewiss erfahren will, was die Heilmittel gewirkt haben, um sie in ähnlichen Fällen mit desto grösserem oder gleichem Glücke wieder anwenden zu können?&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Der menschliche Geist fasst nie mehr als einen einzigen Gegenstand auf einmal, kann fast nie das Resultat zweier zugleich auf Ein Objekt wirkenden Kräfte auf die Ursachen proportionell repartiren; wie kann er die Arzneikunde zu einer grösseren Gewissheit bringen, wenn er sich, wie es scheint, recht absichtlich bemüht, eine Menge verschiedenartiger Kräfte, auf einmal gegen eine krankhafte Körperveränderung spielen zu lassen, wovon er oft weder letztere deutlich kennt, noch die ersteren einzeln, geschweige in Verbindung.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Wer sagt uns, ob nicht das Adjuvans oder Corrigens in dem vieltheiligen Recepte als Basis wirke, ob das Constituens der ganzen Zusammensetzung nicht eine andere Richtung gebe? Braucht das Hauptmittel, wenn es das Rechte ist, ein Beförderungsmittel? Sieht es mit seiner Fasslichkeit nicht schwierig aus, wenn es noch ein 'Besserungsmittel' bedarf? Oder sollte nicht noch ein Dirigens nöthig sein? Ich dächte! Die bunte Reihe zu vollenden und der Schule Genüge zu thun.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Ich getraue mir, zu behaupten, dass je zwei und zwei Arzneien zusammengesetzt fast nie, jedes seine eigne Wirkung in dem menschlichen Körper äussern, sondern fast stets eine von der Wirkung der beiden einzelnen verschiedene, — eine Mittelwirkung, eine Neutralwirkung, — wenn ich den Ausdruck von chemischen Verbindungen entlehnen darf.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Je zusammengesetzter unsre Recepte sind, desto finstrer wird es in der Arzneikunde.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Darf ich's gestehen, dass ich seit mehreren Jahren nie etwas anderes, ausser ein einziges Mittel auf einmal verordnet und nie wiederholt habe, als bis die Wirkung der vorigen Gabe exspirirt war; — ein Aderlass allein, — ein Ausleerungsmittel allein, — und immer nur ein einfaches, nie ein gemischtes Mittel — und nie ein anderes, als • bis ich mit der Verrichtung des erstern aufs Reine war? Darf ich's gestehen, dass ich auf diese Art glücklich und zur Zufriedenheit meiner Kranken geheilt und Dinge gesehen habe, die ich sonst nie gesehen hätte?&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;„Sind die Hindernisse der Gewißheit und Einfachheit der practischen Arzneykunde unübersteiglich?“;Journal der practischen HeilkundeHufl (1797), 4. Bd., 4. St., S. 727-762&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;» &amp;lt;/span&amp;gt;Von den Kräften eines komponirten Arzneimittels lässt sich nichts a priori schliessen. Jedes Mittel hat seine eigne Tendenz. Mehrere in verschiedenen Richtungen mit verschiedener Kraft gegen einander stossende Kugeln von ungleichartiger Masse und Grösse, welchen Weg werden diese nehmen? Wer sieht das voraus?&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;amp;nbsp; &amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Neues Edinburger Dispensatorium [[Lewis, William:] The Edinburgh new dispensatory. Edinburgh 1794]. 2 Bde., Leipzig 1797-1798; S. 606&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Treffend und scharf kritisiert Hahnemann 1808 den Zustand der damaligen Arzneikunst&amp;lt;ref&amp;gt;Ueber den jetzigen Mangel außereuropäischer Arzneyen. AAdD (1808), 2. Bd.,&lt;br /&gt;
Nr. 207, Sp. 2265-2270&amp;lt;/ref&amp;gt; , indem er die von älteren und jüngeren Praktikern angewandten Curarten bespricht:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;» &amp;lt;/span&amp;gt;Die Curart der meisten Krankheiten durch Ausfegen des Magens und Darmkanals —; die Curart, die ihre Arzneipfeile gegen angebliche Schärfen und Unreinigkeiten in dem Blute und den übrigen Säften, gegen krebsartige, rhachitische, gegen Scrophelschärfe, Gichtschärfe, Flechtenschärfe, gegen scorbutische Schärfe richtet —; die Curart, welche bei den meisten Krankheiten irgend eine Art von Grundübel, entweder Zahnarbeit, oder Fehler im Gallensystem, oder Hämorrhoiden, oder Infarctus, oder Verstopfungen in den Gekrösdrüsen, oder Würmer annimmt und so draufhin curirt —; die Curart, welche in Krankheiten nichts als Schwäche vor sich zu haben, nichts als reizen und abermals reizen zu müssen wähnt (was sie auch stärken nennen) —; die Curart, welche den kranken Körper bloss für eine chemisch zersetzte Masse ansieht, die durch chemische (stickstoffhaltige, 'oxygenhaltige, wasserstoffhaltige) Gegenmittel wieder in die rechte Mischung gesetzt werden müsse, — eine andere Curart, die in Krankheiten nichts als Schleim zur Grundursache annimmt; eine andere, die nur Verdickung der Säfte; eine andere, die nur Säure, eine andere, die nur Fäulniss bekämpfen zu müssen glaubt u. s. w.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Man denke sich nun, in welche Verlegenheit ein Arzt am Krankenbette kommen muss, ob er diese oder jene Methode zu befolgen habe, in welches Gedränge er kommen muss, wenn weder die eine noch die andere Curart anschlägt, wie er da bald von dieser, bald von jener Absicht verleitet, bald diese, bald jene Arzneiformel zu verschreiben, bald wieder wegzusetzen und wieder eine andere zu verschreiben genöthigt wird, auch, weil gewöhnlich keins auf den Krankheitsfall passen will, durch die Stärke der Gaben der kräftigsten, theuersten Arzneien erzwingen zu müssen glaubt, was er durch kleine, seltne Gaben einfacher, aber treffender Arznei nicht mit Gelindigkeit zu heilen weiss.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
===== Kritik an den Arzneimittellehren =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dr. Samuel Hahnemann fand die Arzneimittellehren seiner für nicht glaubwürdig.&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Und woher haben denn die Arzneimittel-Lehren diese Angaben? Doch wohl nicht von einer unmittelbaren Offenbarung? Wahrlich! fast sollte man glauben, sie müssten sie von einer unmittelbaren Eingebung von oben her haben, denn aus der Praxis der Aerzte können sie nicht herrühren, die, wie bekannt, es unter ihrer Würde halten, eine einzelne einfache Arzneisubstanz, und nichts weiter, in einer Krankheit zu verordnen, und lieber die Kranken sterben, lieber die Arzneikunst ewig Urkunst sein liessen, ehe sie sich ihres gelehrten Vorrechts begäben, kunstmässig zusammengesetzte Formeln zu verordnen.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Die meisten angeblichen Tugenden der einfachen Arzneien sind ursprünglich blos in der Hausmittelpraxis aufgekommen und von gemeinen Leuten und Laien auf die Bahn gebracht worden . . . . Diese nackten Nachrichten sammelten sehr kürzlich, oberflächlich und tumultuarisch, mit Aberglauben und Vermuthungen durchwebt, die alten Kräuterbüchermacher Matthioli, Tabernämontan, Gesner, Fuchs, Lonicer, Ray, Tournefort, Bock, Lobel, Thurneisser, Clusius, Bauhin ete. mit dem, was der quellenlose Dioscorides davon in gleichem Tone gesammelt hatte, untermischt, und mit diesem uncritischen Verzeichnisse ward dann unsere gelehrt scheinende Materia medica angefüllt; eine schrieb der andern nach, bis auf unsere Zeiten. Dies ist ihr (eben nicht zuverlässiger) Ursprung.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Die wenigen Bücher, welche Ausnahmen hiervon machen (Bergius und Cullen) sind desto magerer in Angabe der Kräfte der Arzneien; da lernt man, da sie meistens, — besonders letzterer — das Schwankende und Unbestimmte wegliessen, wenig Positives.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Solche Urteile über die allöopathische Arzneimittellehre findet man später in der Literatur zahlreich vor; man könnte einen ganzen Band damit füllen. Zu Hahnemanns Zeiten aber war solches Auftreten etwas Unerhörtes, „Freches&amp;quot; wie die Allöopathen versicherten. Kein Arzt seit Paracelsus hatte es gewagt, mit solcher Offenheit und solchem Mut die ganze Erbärmlichkeit des damaligen ärztlichen Treibens darzulegen.&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;quot;Es muss doch einmal laut und öffentlich gesagt werden&amp;quot;; so schrieb er in einem anonym erschienenen Aufsatz&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;Allg. Anz. d. Deutschen Nr. 207.&amp;lt;/ref&amp;gt; , im Jahre 1808, nachdem er bereits durch 20 Jahre seine Mitärzte auf die Schäden der Heilwissenschaft aufmerksam gemacht, „und so sei es denn vor aller Welt laut und unverholen gesagt: unsre Arzneikunst braucht vom Haupte bis zum Fusse eine völlige Reformation. Was nicht sein sollte, geschieht, und was das Wesentlichste ist, wird völlig übersehn. Das Uebel ist so schlimm geworden, dass nicht die gutgemeinte Gelindigkeit eines Johann Huss mehr hilft, sondern dass der Feuereifer eines felsenfesten Martin Luther den ungeheuren Sauerteig ausfegen muss.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Keine Wissenschaft, keine Kunst, ja selbst kein Handwerk ist so, wenig mit dem Gange der Zeit fortgeschritten, keine Kunst ist so sehr in ihrer ursprünglichen Unvollkommenheit zurückgeblieben, als die Arzneikunst.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Bald folgte man dieser Mode, bald einer andern, bald diesem Lehrgebäude, bald jenem, und wenn das neuere nicht zu taugen schien, suchte man das alte, (schon damals untauglich befundene) wieder hervor. Immer curirte man, nicht nach Ueberzeugungen, sondern nach Meinungen, wovon jede um so künstlicher und gelehrter war, je weniger sie taugte, so dass wir nun dahingekommen sind, dass wir zwar die unselige Wahl haben, eine von den vielen Methoden, die fast alle gleich lahm sind, uns trostlos auszusuchen, aber gar keine feste Norm zum Handeln, keine festen Grundsätze zum Heilen, die anerkannt die besten wären. Jeder verfährt nach dem, was ihn seine Schule lehrte, und was ihn seine Einbildung heisst, und jeder findet in dem unermesslichen Magazine von Meinungen &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;, &amp;lt;/span&amp;gt;Vertreter, auf die er sieh berufen kann.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Am Schluss seiner Abhandlung „Ueber den Werth der speculativen Arzneisysteme&amp;quot; ruft er aus: „Dies ist der wahre, aber schaudervolle Zustand der bisherigen Arzneikunst, welche unter der täuschenden Verheissung von Heil und Gesundheit an dem Leben so vieler Erdenbürger nagt. 0! dass mirs glückte, den bessern Theil der Aerzte, den, welcher die Leiden unsrer Brüder mitfühlt, und sich sehnt, ihnen helfen zu können, auf reinere, gerade zum Ziele führende Grundsätze hinzuweisen!&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
===== Prüfung der Arzneien an gesunden Organismen =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es liegt nahe, dass zu jeder Zeit Arzneien geprüft worden sind, auch am gesunden Körper.&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Aber,&amp;quot; sagt Hahnemann &amp;lt;ref&amp;gt;Organon der Heilkunst. Fünfte verbesserte und vermehrte Auflage. Dresden und Leipzig&lt;br /&gt;
1833; S. 18&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;„vom Dioscorides an steht in allen materiis medicis bis auf die neueren Bücher dieser Art fast nichts von den einzelnen Arzneien angemerkt, was ihre specielle, eigentliche Wirkung sei; sondem, ausser den Angaben &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;von ih&amp;lt;/span&amp;gt;rem vermeintlichen Nutzen gegen diesen oder jenen Krankheitsnamen der Pathologie blos: ob sie Harn, Schweiss, Brustauswurf oder Monatreinigung befördern und vorzüglich ob sie Ausleerung aus dem Speise- und Darmkanale von oben oder unten bewirke, weil alles Dichten und Trachten der praktischen Aerzte von jeher vorzüglich auf Ausleerung eines materiellen Krankheitsstoffes und mehrerer, den Krankheiten zu Grunde liegen sollender Schärfen gerichtet war.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Jedoch war Hahnemann der Erste, welcher diese Prüfung zur Methode machte.&amp;lt;br/&amp;gt; Schon im Jahre 1790 sehen wir ihn an seinem eigenen Körper Arzneiversuche anstellen. 1796 schreibt er in Hufelands Journal &amp;lt;ref&amp;gt;II. St. 3; S. 465f&amp;lt;/ref&amp;gt; , dass das Erforschen &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;specifischer &amp;lt;/span&amp;gt;Mittel&amp;lt;ref&amp;gt;An dieser Stelle wollen wir von vornherein bemerken, dass das Wort spezifisch in der Homöopathie eine andere Bedeutung hat, als bei den allöopathischen Therapeuten. Letztere verstehen unter spezif. Mitteln solche, welche gegen eine bestimmte Krankheit gerichtet sind; so ist ihnen Chinin ein Spezifikum gegen 	Wechselfieber, Mercur gegen Syphilis etc. Der Arzt, welcher nach einem Mittel für eine Krankheitsform sucht, verfällt dem Schlendrian. Die Homöopathen verstehen unter spezifischen Mitteln solche, welche bestimmte Organe und Gewebe, und eben nur diese und nicht andere, unter bestimmten Umständen zu beeinflussen im Stande sind. [Ameke]&amp;lt;/ref&amp;gt; das wünschenswerteste, löblichste Beginnen sei, beklagt aber den völligen Mangel an jedem Anhaltspunkt für ihre Auffindung, wozu bisher &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;nur die Erfahrung der unsichere Wegweiser gewesen sei.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Es bleibt uns nichts übrig, als die zu erforschenden Arzneien an unserm Körper selbst zu versuchen. Diese Notwendigkeit sah man zu allen Zeiten ein, aber man betrat gewöhnlich den falschen Weg, indem man sie bloss, wie oben gedacht, empirisch und auf das Geratewohl gleich in Krankheiten anwendete.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Auf diese Weise, führt er weiter aus, konnten zumal bei den Vielgemischen keine sicheren Erfahrungen gesammelt werden.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Der wahre Arzt, dem die Vervollkommnung seiner Kunst am Herzen liegt, kann keine anderen Nachrichten von Arzneien gebrauchen als&amp;lt;br/&amp;gt; '''Erstens, welche reine Wirkung bringt eine jede vor sich in dieser und jener Gabe im gesunden menschlichen Körper hervor.&amp;lt;br/&amp;gt; Zweitens, was lehren die Beobachtungen ihrer Wirkung in dieser und jener einfachen und verwickelten Krankheit.&amp;quot;'''&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Zur Erforschung der Arzneiwirkungen am gesunden Körper empfiehlt er die Selbstprüfung und das Studium der Vergiftungsgeschichten. &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;„&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Eine vollständige Sammlung dieser Art Nachrichten mit Bemerkung der Grade der Glaubwürdigkeit ihrer Erzähler würde, wenn ich mich nicht sehr irre, der Grundcodex der Arzneimittelkunde, das heilige Buch ihrer Offenbarung sein . . . .&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Eifrig war er bemüht, Arzneien an sich und Anderen, die sich dazu hergaben, zu prüfen, Vergiftungsgeschichten zu sammeln und die erlangten Resultate zusammenzustellen zu einer Arzneimittellehre, welche frei sein sollte von allen Vermutungen und sich allein stützen sollte auf das Experiment.&amp;lt;br/&amp;gt; SeinBestreben ging dahin, eine physiologische Arzneimittellehre zu gründen.&amp;lt;br/&amp;gt; Der erste Versuch dieser Art war betitelt: ''Fragmenta de viribus medicamentorum positivis sive in sano corpore humano observatis''&amp;amp;nbsp; (1805), worin er die Ergebnisse seiner Prüfungen und seiner Studien systematisch ordnete.&amp;lt;br/&amp;gt; Ein nur oberflächlicher Blick in diese Sammlung zeigt, mit welch hingebendem Fleiss und mit welcher Überzeugungstreue er daran gearbeitet hat. Das Buch besteht aus 2 Teilen, von denen der erste 269, der zweite Teil, der das Repertorium des ersten Teiles enthält, 470 Seiten stark ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Im folgenden Jahre 1806 tritt Hahnemann mit einer längeren Auseinandersetzung wieder in Hufelands Journal für Arzneiprüfungen und genaues Individualisiren ein. &amp;lt;ref&amp;gt;Ueber Chinasurrogate St. 4 S. 27.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zwei Jahre später 1808 rät er &amp;lt;ref&amp;gt;Im „Allgem. A. d. D.“ No. 237 Stapf. I. c. I. 52.&amp;lt;/ref&amp;gt; in dem Aufsatze „Ueber die Surrogate ausländischer Arzneien und über die jüngst von der medic. Fakultät in Wien angegebenen Üeberflüssigkeitsgrade der letzteren&amp;quot; Folgendes:&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;,, Man lehre nur die Aerzte allgemein gültige Grundsätze, nach denen die Kräfte der Arzneien mit Gewissheit erkannt und geprüft werden können, wozu eine jede unwidersprechlich tauglich und passend sei, für welche Krankheitsfälle jedes ausschliesslich quadrire und in welcher Gabe . . . Doch so weit sind wir noch lange nicht, noch sind keine Grundsätze allgemein anerkannt, nach denen die Heilkräfte der (auch noch nicht zu Heilabsichten am Krankenbette gebrauchten) Arzneien festständig im Voraus bestimmt werden könnten, ohne sie erst den ewig langen, fast nie beweisenden, gemeinschädlichen Weg passiren zu lassen, ,sie am Krankenbette auf gut Glück zu probiren'. Dieser dunkle, wenig oder nichts beweisende &amp;lt;/span&amp;gt;Weg ab effectu in morbis hat noch die grausame, nicht zu entschuldigende Seite, dass der in Krankheiten ohnehin so reizbare Mensch leicht unter so vielen blinden Proben verschlimmert, auch wohl ein Raub des Todes werden kann, zumal bei der neuen Sitte, recht grosse Gaben starker Arzneien zu verordnen.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
==== Similia similibus ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um den neuen, den besseren Weg in der Heilkunde verstehen zu lernen, ist es nötig, wieder einige Jahre zurückzublicken. Im „Unterricht für Wundärzte über die venerischen Krankheiten&amp;quot;, 1789, spricht Hahnemann über die Wirkungsweise des Quecksilbers, welche er zurückführt auf die dem Quecksilber eigenthümlichen, einen Gegenreiz im&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Körper &amp;lt;/span&amp;gt;bewirkenden Erscheinungen, die er im ausgebildetsten Stadium schildert und mit der Bezeichnung „Merkurialfieber&amp;quot; belegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Hierdurch schon zweigte er sich von der breiten Heerstrasse ab, auf der man ''die Heilkraft des Merkur durch Ausleitung des „Miasma&amp;quot; vermittelst Speichelfluss, Schweiss, Durchfall oder vermehrter Harnsekretion'' erklärte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''''&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ecf0f1&amp;quot;&amp;gt;Hahnemann jedoch hielt die Erzeugung dieses seines „Merkurialfiebers&amp;quot; zur Tilgung der Syphilis für notwendig.&amp;lt;/span&amp;gt;'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Jahre, 1790, übersetzte Hahnemann Cullens Materia medica. Cullen erklärte (II. 108) die Heilsamkeit der China bei Wechselfieber durch ihre „auf den Magen ausgeübte stärkende Kraft&amp;quot;, und setzte hinzu, dass er „nichts in irgend einer Schrift angetroffen, was ihn in Rücksicht der Wahrheit seines Satzes zweifelhaft mache.&amp;quot; Hahnemann verwarf diese Erklärung in einer Anmerkung und setzte hinzu:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Man bedenke jedoch Folgendes. Substanzen, welche eine Art Fieber erregen (sehr starker Kaffee, Pfeffer, Wolferlei, Ignazbohne, Arsenik) löschen die Typen des Wechselfiebers aus. — Ich nahm des Versuchs halber etliche Tage zweimal täglich jedesmal 4 Quentchen [also 15 Gramm; Ameke] gute China ein; die Füsse, die Fingerspitzen etc, wurden mir erst kalt, ich ward matt und schläfrig, dann fing mir das Herz an zu klopfen, mein Puls ward hart und geschwind; eine unleidliche Aengstlichkeit, ein Zittern (aber ohne Schauder), eine Abgeschlagenheit durch alle Glieder; dann Klopfen im Kopfe, Röthe der Wangen, Durst, kurz alle mir sonst beim Wechselfieber gewöhnlichen Symptome (Hahnemann hatte in Erlangen am Wechselfieber gelitten &amp;lt;ref&amp;gt;Monro II. 396&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;) erschienen nach einander, doch ohne eigentlichen Fieberschauder. Mit kurzem: auch die mir bei Wechselfiebern gewöhnlichen besonders characteristischen Symptome, die Stumpfheit der Sinne, die Art von Steifigkeit in allen Gelenken, besonders aber die taube widrige Empfindung, welche in dem Periostium über allen Knochen des ganzen Körpers ihren Sitz zu haben scheint — alle erschienen. Dieser Paroxismus dauerte 2 - 3 Stunden jedesmal, und erneuerte sich, wenn ich diese Gabe wiederholte, sonst nicht. Ich hörte auf und ich war gesund.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Seite 115 erwähnt er, dass man eine Art künstlichen Fiebers mit Ipecacuanha erregen müsse, um gewisse Formen von Intermittens zu heilen. 1791 erschien die Übersetzung von Monro. (1794 als 2. unveränderte Auflage.) Auch hier zeigte er die Ansicht (II. 333), dass man „in schleichenden Fiebern von unbekannter Ursache, wo die Lebenskraft vor sich allzu unthätig ist, ein neues, stärkendes, hülfreiches Fieber&amp;quot; erregen müsse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''''&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ecf0f1&amp;quot;&amp;gt;Als Heilgrundsatz und überhaupt zum ersten Male erwähnt er das Simile im Jahre 1796&amp;lt;/span&amp;gt;''' in dem bekannten Aufsatz aus Hufelands Journal'''''&amp;lt;i&amp;gt;„Versuch über ein neues Prinzip zur Auffindung der Heilkräfte der Arzneisubstanzen, nebst einigen Blicken auf die bisherigen&amp;lt;/i&amp;gt;.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Hufl (1796), 2. Bd., 3. St., S. 391-439 u. 4. St., S. 465-561&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; Er spricht zunächst von den verschiedenen Wegen, welche die praktische Heilkunde eingeschlagen hatte, um den pathologischen Veränderungen des Körpers entgegenzutreten.'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Der erste Weg, die Grundursachen der Uebel hinwegzunehmen oder zu zerstören, war der erhabenste, den sie betreten konnte. Alles Dichten und Trachten der besten Aerzte in allen Jahrhunderten ging auf diesen, der Würde der Kunst angemessensten Zweck.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Weiteren nennt er dieses Verfahren über alle Kritik erhaben, obgleich die Mittel dazu nicht immer die zweckmäßigsten gewesen seien.&amp;lt;br/&amp;gt; Hahnemann bespricht dann die Arzneien, welche nach contraria contrariis wirken, z. B. Abführmittel bei Verstopfung, Aderlass, Kälte und Salpeter bei Entzündungen, Alkalien bei Magensäure, Opium bei Neuralgien.&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„In acuten Krankheiten, welche, wenn wir die Hindernisse der Genesung auch nur auf einige Tage entfernt halten, die Natur grösstentheils selbst besiegt, . . . sind diese Arzneianwendungen richtig, zweckmässig, hinreichend, (Später im Organon verwarf er derartige Arzneianwendungen bis auf wenige Ausnahmen gänzlich, auch bei akuten Krankheiten) so lange wir den oben erwähnten Stein der Weisen (die Kenntniss der Grundursache jeder Krankheit und ihrer Abhülfe) noch nicht besitzen, oder so lange wir kein schnell wirkendes Specificum haben.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Bei chronischen Krankheiten ist nach Hahnemann die Heilart nach contraria contrariis verwerflich. Verstopfung durch Abführmittel, Blutwallungen hysterischer, kachektischer, hypochondrischer Personen durch Aderlässe, das saure Aufstoßen mit Alkalien, chronische Schmerzen mit Opium zu behandeln, ist misslich.&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Und wenn der grössere Theil meiner ärztlichen Zeitgenossen noch dieser Methode anhinge, ich fürchte mich doch nicht, sie palliativ, schädlich, verderblich zu nennen.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
„Um die Wirkungen der Heilmittel zu erforschen, um sie den Körperbeschwerden anzupassen, sollte man sich so wenig wie möglich auf den Zufall verlassen, sondern so rationell und geflissentlich zu Werke gehn, als nur möglich.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Allein durch die Prüfungen der Arzneien am gesunden Organismus &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;»&amp;lt;/span&amp;gt;lässt sich die wahre Natur, die ächte Wirkung der Arzneisubstanzen geflissentlich entdecken, aus ihnen allein lässt sich errathen, welchen Krankheitsfällen sie mit Erfolg und Sicherheit auzupassen sind.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Jedes wirksame Arzneimittel erregt im menschlichen Körper eine Art von eigner Krankheit, eine desto eigenthümlichere, ausgezeichnetere und heftigere Krankheit, je wirksamer die Arznei ist. &amp;lt;ref&amp;gt;Die wirksamsten, specifiche Krankheit erregenden, folglich hülfreichsten Arzneien nennt der Laie Gifte. Anmerkung Hahnemanns&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;“&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Man ahme der Natur nach, welche zuweilen eine chronische Krankheit durch eine andere hinzukommende heilt, und wende in der zu heilenden (vorzüglich chronischen) Krankheit dasjenige Arzneimittel an, welches eine andre, möglichst ähnliche, künstliche Krankheit zu erregen im Stande ist, und jene wird geheilet werden;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;'''''&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ecf0f1&amp;quot;&amp;gt;Similia Similibus&amp;lt;/span&amp;gt;'''''&amp;lt;/u&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„'''''&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ecf0f1&amp;quot;&amp;gt;Man darf nur die Krankheiten des menschlichen Körpers genau nach ihrem wesentlichen Charakter und ihren Zufälligkeiten auf der einen, und auf der andern Seite die reinen Wirkungen der Arzneimittel, das ist, den wesentlichen Character der von ihnen gewöhnlich erregten, specifischen künstlichen Krankheit, nebst den zufälligen Symptomen kennen, die von der Verschiedenheit der Gabe, der Form etc, herrühren und man wird, wenn man für die natürlich gegebene Krankheit ein Mittel answählt, was eine möglichst ähnliche, künstliche Krankheit hervorbringt, die schwierigsten Krankheiten heilen können.&amp;lt;/span&amp;gt;'''''&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Die „Erläuterung&amp;quot; seines Heilgrundsatzes erfolgt mit Hilfe von Beispielen mit einer Menge von Arzneimittel. Dabei begeht Hahnemann einen großen Fehler, den größten, den er dabei machen konnte. Er verlässt den Weg der Induktion zu früh, und nimmt bei vielen Arzneiwirkungen als wahr an, was er erst beweisen soll. Vielfach werden Hypothesen statt Belege angeführt, während andere Beispiele wiederum sehr unzulänglich sind. - Hätte er nur unanfechtbare Beweise gebracht, wie er es mit Belladonna, Mercur, Arsenik, Aconit, Veratrum album, Ipecacuanha, Rhus tat und &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;all das zweifelhafte Material weggelassen — er hätte seiner Sache besser gedient.&amp;lt;br/&amp;gt; Es darf auch hier nicht vergessen Werden, dass er ein Kind seiner Zeit war, und unsere heutigen Kenntnisse nicht haben konnte.&amp;lt;br/&amp;gt; Ein jeder Arzt, der ohne Parteisucht an das Studium der Hahnemannschen Schriften herangeht, muss zu der Einsicht kommen, dass derselbe bei allerdings großen Fehlern, redlich bemüht gewesen ist, in dem ungeheuren Chaos von Vermutungen, Meinungen, theoretischen Spekulationen, bei der verwirrenden Mannigfaltigkeit der Erfahrungen, der Medizin eine feste Grundlage auf naturwissenschaftlichem Boden zu geben.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1805 erschien die „Heilkunde der Erfahrung.&amp;quot; Darin entwickelt Hahnemann folgenden Gedankengang:&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Jede Krankheit hat einen, die Verrichtung und das Wohlbefinden unserer Organe störenden, widernatürlichen Reiz eigener Art zum Grunde.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Diesem Hauptsatze stellt er zwei „Erfahrungssätze&amp;quot; unter:&amp;lt;br/&amp;gt; „Erster Erfahrungssatz&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ecf0f1&amp;quot;&amp;gt;Wenn 2 widernatürliche Reize zu gleicher Zeit auf den Körper wirken, so wird, wenn beide ungleichartig sind, die Wirkung des einen schwächeren Reizes von der des andern, stärken auf einige Zeit zum Schweigen gebracht und suspendirt.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Zweiter Erfahrungssatz&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ecf0f1&amp;quot;&amp;gt;Wenn beide Reize grosse Aehnlichkeit mit einander haben, so wird der eine (schwächere) Reiz, sammt seiner Wirkung, von der analogen Kraft des andern (stärkeren) gänzlich ausgelöscht und vernichtet.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Durch Beispiele aus der täglichen Praxis sucht er diese beiden Sätze zu stützen, um dann als Schlusssatz den folgenden aufzustellen:&amp;lt;br/&amp;gt; „&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ecf0f1&amp;quot;&amp;gt;Um also heilen zu können, werden wir nöthig haben, dem vorhandenen widernatürlichen Reize der Krankheit eine passende Arznei, das ist, eine andere krankhafte Potenz von sehr ähnlicher Wirkung, als die Krankheit äussert, entgegenzusetzen.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Weiterhin heisst es:&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;„Blos jene Eigenschaft der Arzneien, eine Reihe specifischer Krankheitssymptome im gesunden Körper zu erzeugen, ist es, wodurch sie Krankheiten heilen, das ist, den Krankheitsreiz durch einen angemessenen Gegenreiz aufheben und verlöschen können.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Den specifischen Krankheitsmiasmen nicht unähnlich, bewirkt jedes einfache Arzneimittel eine eigene specifische Krankheit — eine Reihe bestimmter Symptome, welche genau auf dieselbe Weise an keiner andern Arznei in der Welt vorkömmt.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Um nun die Arzneiwirkung kennen zu lernen „wendet man diese starken, sowie die minder starken Arzneimittel versuchsweise, jedes einzeln und unvermischt, in gesunden Körpern bedächtlich an, und zeichnet unter sorgfältiger Entfernung aller influirenden Nebenumstände, die davon sich ereignenden Zufälle, in der Ordnung, wie sie vorkommen, genau auf und erhält so das reine Resultat der Krankheitsform, die jede dieser Arzneisubstanzen absolut und für sich im menschlichen Körper zu erregen im Stande ist.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „So muss man sich die Kenntniss eines hinlänglichen Vorrathes künstlicher krankhafter Potenzen (Arzneien) zu Heilwerkzeugen verschaffen, um die Auswahl unter ihnen zu haben. Etwas von der Art sind meine: Fragmenta de viribus medicamentorum.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Mit einigen wenigen, einzeln hinter einander gebrauchten, öfterer aber mit einem einzigen, einfachen Mittel, können wir die grössten Unordnungen des kranken Körpers wieder in naturgemässer Harmonie auflösen, können wir die langwierigsten, unheilbar scheinenden Krankheiten in Gesundheit verwandeln — während wir die kleinsten Uebel von einem Haufen gewählter und vielgemischter Mittel in grössere, in die grössten, beschwerlichsten, unheilbarsten Krankheiten ausarten sehen.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;amp;nbsp;» &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Welchen von beiden Wegen will der nach Vervollkommnung strebende Heilkünstler wählen?&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;amp;nbsp;» &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Die wohlthätigsten Wirkungen hervorzubringen, ist stets ein einziges einfaches Mittel geeignet, ganz ohne Zusatz; wenn es nur das best gewählte, das passendste, in der rechten Gabe ist. Nie ist es nöthig, ihrer zwei zusammenzusetzen.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;amp;nbsp;» &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Wir geben eine Arznei, um wo möglich durch dieses einzelne Mittel die ganze Krankheit zu heben, oder, wenn dies nicht völlig möglich ist, aus dem Erfolge der Arznei zu sehen, was noch an Hülfe gebricht. Eine, zwei, höchstens drei einfache Arzneien sind zur Hebung der grössten Krankheit hinreichend, und wenn dies nicht geschieht, so ist es unsere Schuld; nicht die Natur, nicht die Krankheit ist daran Schuld.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; . . . „Da nun jedesmal nur ein einziges einfaches Arzneimittel nöthig ist, so wird es einem wahren Heilkünstler nicht einfallen, durch ein Gemisch von Arzneien sich und seine Kunst herabzuwürdigen und seinem eigenen Zwecke entgegen zu arbeiten. Es wird vielmehr ein Zeichen sein, dass er seiner Sache gewiss ist, wenn man ihn blos eine einzige Arzneisubstanz verordnen sieht.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
==== Der Entwicklungsgang in Hahnemanns Arzneizubereitung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Den größten Gegensatz zwischen Hahnemann und sämtlichen Ärzten, soweit die Geschichte reicht, bildete seine homöopathische Arzneibereitung. Im Beginn seiner Praxis wandte er, wie natürlich, die damals gebräuchlichen Arzneigaben an.&amp;lt;br/&amp;gt; Schon früh werden die Arzneigaben Hahnemanns allmählich kleiner, aber nicht etwa gleichmäßig bei allen Mitteln, sondern zunächst bei einzelnen. &amp;lt;/span&amp;gt;Im Laufe der Jahre vergrößerte sich immer mehr die Zahl der auf die Grenzen ihrer Wirksamkeit geprüften Arzneien, und die Resultate des Forschens drängten immer mehr zu der Überzeugung, dass die bisher als Norm angenommene Gabengröße nicht die maßgebende sein könne. Kein Geschichtsbuch berichtet, keine Schrift zeigt uns, dass je ein Arzt mit solch eifrigem Bemühen um Richtigstellung der Gabenlehre geforscht habe, als wir dies bei dem scharf blickenden, unermüdlich nachdenkenden Hahnemann sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Im Jahr 1799 erschien der vierte Teil von Hahnemanns &amp;lt;/span&amp;gt;''&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Apothekerlexikon.&amp;lt;/span&amp;gt;''&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Hier lässt sich anhand von Dosierungsvorschlägen zu einzelnen Heilpflanzen bereits eine Veränderung in seiner Gabenlehre beobachten. Mit der Intention, die anfänglichen Krankheitsverschlimmerungen abzuwenden, begann Hahnemann mit der Verdünnung der Wirksubstanzen. &amp;lt;ref&amp;gt;Dellmour F. (1992), S. 9.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp; Die Verminderung der Dosierungen bis zu den später verwendeten hohen Verdünnungen, die kein Arzneimolekül enthalten haben dürften,&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;amp;nbsp; &amp;lt;ref&amp;gt;Hahnemann konnte trotz seiner guten Kenntnisse der Chemie nicht von der Loschmidtschen Zahl (Avogadro-Konstante (6,022 x 10&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;war jedoch ein langwieriger Prozess. Hahnemann war zu diesem Zeitpunkt seiner homöopathischen Praxis noch der später verworfenen Überzeugung, dass durch die Minderung der Quantität auch die Potenz &amp;lt;ref&amp;gt;Die Verwendung des Begriffes Potenz erschien bei Hahnemanns erstmals 1801 [Monita über die drey gangbaren Kurarten.] und 1805 [Heilkunde der Erfahrung]. Demnach verstand Hahnemann darunter ganz allgemein jede Kraft, die spezifische Wirkungen hervorruft. In diesem Sinn bezeichnete er Blitz und Feuer als Naturpotenzen. Da aber auch Arzneimittel in der Arzneimittelprüfung am Gesunden Krankheitssymptome hervorriefen, nannte er seine Arzneien 1801 Gegenkrankheitspotenzen und Kunstkrankheitspotenzen, bevor er daraus die vereinfachten Begriffe Arzneipotenz bzw. Potenz entwickelte. Dellmour F. (1993), S. 152-153. [Stefan Mayr: Herstellung Homöopathischer Arzneimittel; Von Hahnemann bis zu Schwabes Pharmakopöe (1872)]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;der Arznei verringert werde. Er musste deshalb auf der Suche nach Verdünnungsstufen gewesen sein, die einen guten Kompromiss aus möglichst geringer Giftwirkung und gleichzeitig maximaler Heilkraft darstellten.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;...&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fußnoten:==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.freewiki.eu/de/index.php?title=Hom%C3%B6opathie_in_der_Geschichte_der_Medizin&amp;diff=1024</id>
		<title>Homöopathie in der Geschichte der Medizin</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.freewiki.eu/de/index.php?title=Hom%C3%B6opathie_in_der_Geschichte_der_Medizin&amp;diff=1024"/>
		<updated>2018-11-04T19:52:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Entstehung der Homöopathie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entstehung der [[Homöopathie|Homöopathie]] muss im Kontext der zeitgenössischen Wissenschaft gesehen werden, damit sie aus heutiger Sicht nachvollzogen werden kann. Da Wissenschaftler des 18. und 19. Jahrhunderts die noch fehlenden Grundlagenkenntnisse unter einfachsten Bedingungen erst noch finden mussten, erweist sich Dr. [[Samuel_Hahnemann|Samuel Hahnemann]] als ein außerordentlicher Pionier in der Medizingeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Entstehung der modernen Chemie ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zu den Entdeckungen Lavoisiers waren die Lehren von Joh. Joach. Becher (1635 - 1682) und G. E. Stahl (1660 - 1734) bedeutend, besonders in der Lehre des Phlogiston. Nach Prof. Neumann war das Phlogiston das brennbare Prinzip, ohne das nichts auf der Welt brennen kann. Schwefel z. B. bestand also aus Schwefelsäure und Phlogiston. Auch schreibt Neumann: „Das Wasser ist nichts als eine von der Wärme flüssig gemachte durchsichtige Erde, die man Eis nennet. Es besteht aus vier Elementen: terra vitrescens, terra mercurialis, terra sulfurea und inflammabilis.“&amp;lt;ref&amp;gt;Prof. Caspar Neumann in ‘Chymia Medica Dogmatico-Experimentalis [Gründliche und mit Experimenten erwiesene Medizinische Chemie], 2. Auflage, 1756&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neumann wurde zu Hahnemanns Zeiten noch oft als Autorität genannt. Es gab auch noch Alchimisten.&amp;lt;br/&amp;gt; Bei den chemischen Untersuchungen jener Zeit gab es die große Schwierigkeit, dass man keine oder nur wenige ‘einfache’ Körper, die Elemente, kannte. Man suchte nach dem „Grundwesen“ der Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1791 schreibt Prof. Gren über chemische Verwandtschaften: Feuer mit Luft = Phlogisierte Luft; Luft mit Wasser = Durchdringung; Feuer mit Gummi = Kohle.&amp;lt;br/&amp;gt; Lavoisier machte diesen Annahmen gegen heftigsten Widerstand und langer Gegenwehr ein Ende. In diese Zeiten fallen auch Hahnemanns chemische Arbeiten. 1770 zeigte Lavoisier, dass sich Wasser nicht in Erde verwandelt, sondern aus Wasserstoff und Sauerstoff zusammengesetzt ist. 1774 beweist er, dass die Zunahme des Gewichts, welche Metalle beim ‘Verkalken’ (Oxidieren) erfahren, von dem „Einschlucken“ von Luft herrühre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Crell’s Chemischen Annalen &amp;lt;ref&amp;gt;https://en.wikipedia.org/wiki/Crell%27s_Annalen&amp;lt;/ref&amp;gt;veröffentlichte Hahnemann einige seiner frühen Schriften. 1790 lädt er zu Untersuchungen zur Entscheidung über die Frage zum Phlogiston ein. Leider kam es wegen des Ausbruchs der Französischen Revolution nicht mehr dazu, in deren Verlauf Lavoisier unter der Guillotine endete (1794).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1799 konstatiert Gmelin, dass das System Lavoisiers von dem größeren Teil der ‘Scheidekünstler’ angenommen sei. &amp;lt;ref&amp;gt;Geschichte der Chemie III. S.278&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hahnemann als Chemiker ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hahnemann trat als Chemiker auf, ohne dass er einen besonderen Unterricht gegenüber anderen Ärzten genossen oder vorher Assistent in einem Laboratorium gewesen wäre - er war Autodidakt. 1784 übersetzt er Demachys „Laborant im Grossen oder Kunst, die chemischen Produkte fabrikmäßig zu verfertigen“. 2 Bände. Hahnemann verbesserte und ergänzte das Werk durch eigene Anmerkungen bedeutend. Demachy war Mitglied der Akademien zu Paris und Berlin. Hahnemann zeigte in seinen Anmerkungen eine erstaunliche Kenntnis in allen Fragen, die irgendwie mit dem Inhalt des Buches zusammenhängen. Erschöpfend ist seine Literaturkenntnis, die er an zahlreichen Stellen durch Auskunft zum besseren Verständnis des Vorgetragenen zeigt. Oft erklärt er chemische Vorgänge genauer. Oft verbessert Hahnemann Irrtümer und Fehler, die Wilhelm Ameke in seinem Werk „Die Entstehung und Bekämpfung der Homöopathie“ durch einige Beispiele belegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1786 gibt Hahnemann das Buch „Über die Arsenikvergiftung, ihre Hülfe und gerichtliche Ausmittelung“ heraus. Der besonders um die Pharmazie verdiente Arzt Bergrath Dr. Buchholtz in Weimar schreibt: “... Die für jene Zeit klassische Schrift Samuel Hahnemanns über den Arsenik, wodurch die damals besten Arsenikanalysen in die gerichtliche Medizin eingeführt wurden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Veröffentlichungen Hahnemanns in Crell's Chemischen Annalen ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1787 (II. 387-396): „Ueber die Schwierigkeit der Minerallaugensalzbereitung durch Potasche und Kochsalz“.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1788 (I. 141 - 142): „Ueber den Einfluss einiger Luftarten auf die Gärung des Weines“.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1788 (I. 291 - 305): „Ueber die Weinprobe auf Eisen und Bley“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1788 (III. 296 - 299): „Etwas über die Galle und Gallensteine“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1788 (III. 485f): „Ueber ein ungemein kräftiges, die Fäulniß hemmendes Mittel“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1789 (I. 202 - 207): „Mißglückte Versuche bey einigen angegebenen neueren Entdeckungen“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1789 (III. 291 - 298): „Entdeckung eines neuen Bestandtheils im Reißbley“&amp;lt;br/&amp;gt; 1790 (II. 22 - 28): „Vollständige Bereitungsart des auflöslichen Quecksilbers“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1791 (II. 117 - 123): „Unauflöslichkeit einiger Metalle und ihrer Kalke im ätzenden Salmiakgeiste“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1792 (I. 22 - 33): „Ueber die Glaubersalz-Erzeugung nach Ballen'scher Art“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1794 (I. 104 - 111): „Ueber die neuere Weinprobe und den neuen Liquor probatorius fortior“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1800 (I. 392 - 395): „Pneumlaugensalz, entdeckt von Hrn. D. Samuel Hahnemann“&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Josef M. Schmid in ‘Die Publikationen Samuel Hahnemanns, S. 27&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Chemie hält Einzug in die Medizin ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Hierbei ist Hahnemann unter den Vorreitern und zeigt bei vielen Gelegenheiten das Bestreben, die Chemie im Dienste der Medizin zu verwerten.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;lt;p style=&amp;quot;text-align: justify&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Das Werk J. B. van den Sandes „Die Kennzeichen der Güte und Verfälschung der Arzneymittel“ stammt im chemischen Teil aus Hahnemanns Feder, wie auch die genauen Angaben der Bestandteile der einzelnen Drogen. Die Prüfungsmittel für die Arzneimittel gibt Hahnemann bisweilen so gedrängt, treffend und erschöpfend, dass man an die heutigen Pharmakopöen erinnert wird. Hahnemann zeigt in dieser Schrift bereits sein Bestreben, &amp;lt;/span&amp;gt;''&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;die Grenzen der Wirksamkeit der Stoffe&amp;lt;/span&amp;gt;''&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;und ihre Löslichkeit kennenzulernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Genauigkeit herrscht in allen Punkten. Er gibt die Schmelzpunkte der Metalle, die spezifischen Gewichte derselben und ihrer Präparate an, die Löslichkeit der Salze oft bei verschiedenen Wärmegraden, bei wichtigen, wie z. B. dem Salmiak, auch noch in Weingeist von verschiedener Temperatur. Besonders wichtig scheint ihm mit Recht die Bestimmung des spezifischen Gewichtes bei den &amp;lt;/span&amp;gt;Säuren; er führte für die arzneiliche Verwendung verdünnte Säuren ein, wie es noch heute Gebrauch ist. Er setzt sogar die Verdünnungen nach dem spezifischen Gewichte fest, wobei er den heutigen Vorschriften sehr nahe kommt. Beim Essig soll die Stärke durch Sättigung mit einem Alkali bestimmt werden, wie es noch lange geschah.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/p&amp;gt; &amp;lt;p style=&amp;quot;text-align: justify&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;An verschiedenen Stellen klagt Hahnemann über die ‘Unzuverlässigkeit der pharmaceutischen Präparate’ z. B. S 317, „die nie ein Arzt mit Gewissen verschreiben kann&amp;quot; oder S. 316 „worauf soll der Arzt sich verlassen?&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/p&amp;gt; &amp;lt;p style=&amp;quot;text-align: justify&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Bei der Exaktheit in seinen Arbeiten hat Hahnemann manches Neue gefunden und hier veröffentlicht.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/p&amp;gt; &amp;lt;p style=&amp;quot;text-align: justify&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Schon 1784&amp;lt;ref&amp;gt;Demachy’s Laborant II. S. 118f&amp;lt;/ref&amp;gt;sprach Hahnemann für das Kristallisieren des Brechweinsteins, „damit wir doch endlich einmal in der Heilkunst von den Kräften dieses Mittels eine zuverlässige Norm bekommen mögen.&amp;quot; Hätte man 1784 nach seinem Drängen kristallisiert, so wären die späteren Klagen nicht erfolgt. Später wurde dieses Mittel aus Algarothpulver und mittels Kristallisirens hergestellt, wie es Hahnemann empfohlen hatte. Auch an andern Stellen macht er auf die Wichtigkeit des Kristallisirens aufmerksam und mahnt die Apotheker, wo möglich nur kristallisierte, und nicht, wie so häufig, gepulverte Salze zu kaufen - wegen der leichteren Entdeckung der Verfälschungen.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/p&amp;gt; &amp;lt;p style=&amp;quot;text-align: justify&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Für die Selbstbereitung tritt Hahnemann überall da ein, wo Verunreinigungen nicht leicht zu entdecken waren.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/p&amp;gt; &amp;lt;p style=&amp;quot;text-align: justify&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Damalige Kritik von Prof. Baldinger &amp;lt;ref&amp;gt;Medicinisches Journal, 1789, St. 21, S.33&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;nbsp;: „Dieses Buch ist äusserst wichtig und jedem praktischen Ärzte schon unentbehrlich, noch mehr aber jedem Physico,' dessen Pflicht es ist, Apotheken zu untersuchen ... Viel Gutes ist in diesem wichtigen und unentbehrlichen Buche gelehrt worden, das ich nicht genug empfehlen kann.“&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/p&amp;gt; &amp;lt;p style=&amp;quot;text-align: justify&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;In diesem Buch lehrte Hahnemann zum ersten mal seine sogenannte Weinprobe, die er später in Crells Chemischen Annalen noch genauer beschrieben hat. Hahnemann konnte so mit Bleizucker gepanschten Wein identifizieren, der zu ‘Koliken und „Kontrakturen“, auch zu Abzehrung und langsamen Tod führte’. Diese weittragende Entdeckung auf chemischem Gebiet führte zu weiter Verbreitung von Hahnemanns Namen. Übrigens wurde diese ‘Weinprobe’ später als ‘Hahnemanns Metallprobe’ verstanden.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/p&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Mercurius solubilis Hahnemanni =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Chemiker waren auf der Suche nach einem Quecksilberpräparat, welches weniger ätzend und „giftig“ sei, als Sublimat, also salzsaures Quecksilber und Turpethum minerale, basisch schwefelsaures Quecksilber. &amp;lt;ref&amp;gt;Vergl. Demachy, ‘Laborant im Grossen’ II. S. 163; ferner Gren, ‘Handbuch der Pharmacologie, Halle, 1792, II. S. 840&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Hahnemann löste zunächst Quecksilber unter Verwendung von Salpetersäure in der Kälte. Das entstehende Salz ließ er kristallisieren, spülte die Kristalle mit sehr wenig Wasser ab und trocknete sie auf Fließpapier. Auf diese Weise erhielt er reines salpetersaures Quecksilberoxydul.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Hg&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O, NO&amp;lt;sub&amp;gt;5&amp;lt;/sub&amp;gt;, kristallisiert mit 2 Äquivalenten&amp;lt;span class=&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;quot; Schon damit hatte er ein lange gebräuchliches Salz geschaffen. Selbst das Hahnemannsche Mengenverhältnis, der stete Überschuss an Quecksilber, das Lösen in der Kälte, das Abspülen der Kristalle mit nur wenig Wasser, das Trocknen auf Fließpapier ohne Wärme wurde beibehalten, weil alle diese Vorschriften als wesentlich erkannt waren.&amp;lt;br/&amp;gt; Diese Kristalle behandelte er mit einer bestimmten Menge Wasser und schlug die Lösung durch eigens bereiteten kohlensäurefreien Salmiakgeist nieder, zu dem er nochbesonders die Vorschrift gibt. Der Niederschlag bildet, nach 6-stündigem Stehen, einen schwarzen Teig, der auf einem Filtrum von weißem Fließpapier ohne alle Hitze getrocknet wird.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Die Ärzte urteilten: „Eines der allerwirksamsten gelinden Mercurialpräparate verdankt die Kunst dem bekannten und dadurch unsterblichen Hahnemann“&amp;lt;sup&amp;gt;.&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Aus: ‘Recepte und Kurarten der besten Aerzte aller Zeiten’, Leipzig, 1814, 2. Auflage, IV. 24.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit den Anerkennungen, die Hahnemann wegen seines Quecksilbers im Laufe der Jahre von nichthomöopathischen Ärzten gezollt wurden, können viele Seiten gefüllt werden.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Samuel Hahnemanns Apothekerlexikon ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verfasst 1793 - 1799&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Stoff ist alphabetisch geordnet und bespricht alle Gegenstände, welche den Apotheker bei seinen Arbeiten interessieren. Die Darstellung ist kurz, lebendig und anregend. Man findet eine genaue Beschreibung der zweckmäßigsten Einrichtung einer Apotheke und deren Räume, z. B. unter den Wörtern „Apotheke&amp;quot;, Keller, Trockenboden, Laboratorium etc. Ebenso sind die einzelnen erforderlichen Utensilien genau und mit großem Sachverständnis beschrieben. Jeder von diesen Artikeln zeigt, wie speziell Hahnemann mit den Arbeiten vertraut ist, und doch zeigt jeder andere Artikel es nicht minder. Häufig führt er neue, von ihm erfundene oder verbesserte Apparate an, nicht ohne das Verständnis durch Abbildungen zu unterstützen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Mit großer Genauigkeit und in fesselnder Weise werden die einzelnen Arbeiten des Apothekers bei der Rezeptur und im Laboratorium besprochen. Man vergleiche die Ausführungen unter „Rezept&amp;quot;, wobei Hahnemann vielerlei Anweisungen erteilt, die heute zur gesetzlichen Vorschrift geworden sind. Wie reichhaltig sind bearbeitet: Abdampfen, Abgießen, Abklären, Auflösen, Auslaugen, Auspressen u. a. allein im Buchstaben A. Es ist in den einschlägigen Dingen ein eingehender Unterricht für Apotheker gegeben, man lese nur „Emulsion&amp;quot;, die verschiedenen Arten derselben aus Samen, Fetten, Harzen, Kampfer mittelst Gummi, Tragant, Ei etc., oder man schlage nach „Destillation&amp;quot; oder „Krystallisirung&amp;quot;, um zu sehen, mit welchem Eifer Hahnemann praktisch gearbeitet haben muss, und wie er seine Erfahrungen geistig zu verarbeiten verstand.&amp;lt;br/&amp;gt; Dass er durch und durch Sachkenner war, zeigt auch das Interesse, das er am scheinbar Unbedeutendsten nahm, das nur dem Selbstarbeitenden wichtig wird, so beim Beschlag der Öfen (I. 111), bei der Destillation, bei der Anleitung zum Selbstverfertigen nicht käuflicher Apparate, bei dem verschiedenen Feuerungsmaterial für verschiedene Zwecke (I. 294), beim Pulvern der verschiedenartigsten schwer zu behandelnden Stoffe (II 1.246), bei den einzelnen Schmelztiegeln zu verschiedenen Arbeiten (II. 2.-161), bei den verschiedenen Öfen je nach dem Zweck (II. 1. 145-150) etc.&amp;lt;br/&amp;gt; Eine Reihe von Hahnemann's Forderungen für die Apothekenverwaltung sind jetzt allgemein angenommen.&amp;lt;br/&amp;gt; In diesem Lexikon hat Dr. Hahnemann Literatur aus über 100 Werke von den ersten Biologen und Zoologen eingearbeitet.&amp;lt;br/&amp;gt; Kraus sagte in seinem „medicinischen Lexicon&amp;quot; 1826 &amp;lt;ref&amp;gt;Vg. B. Hirschel, Geschichte des Brown’schen Systems, Dresden und Leipzig, 1846, S.37&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;nbsp;: Hahnemann ist ein anerkannt guter Pharmazeut und hatte sich als solcher durch Darstellung seines sogenannten Mercurius solubilis und zum Theil durch seine Abhandlung über Arsenikvergiftung, wenn gleich nach ihm diese Lehre um ein Bedeutendes vervollkommnet ist, unverwelkliche Lorbeeren erworben.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt; So hat also Hahnemann's Forschergeist und eiserner Fleiss direkt und indirekt wichtige Beiträge zur Verbesserung der ärztlichen Heilwerkzeuge geliefert, Grundlagen der ärztlichen Kunst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Arzneikunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Arzneikunde beim Auftreten Hahnemanns ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Begriffe von den Erscheinungen im gesunden und kranken Menschen wurden in Systeme gezwängt, welche von einzelnen Köpfen auf Grund vereinzelter Beobachtungen ausgedacht und den jeweiligen Ansichten und neuen Entdeckungen angepasst waren.&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;L. Hoffmann (1721-1807) fand, dass die meisten Krankheiten durch faule und durch saure Säfte entstanden, welche aus dem Körper entfernt oder mit „antiseptischen&amp;quot; und &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„&amp;lt;/span&amp;gt;versüßenden&amp;quot; Mitteln verbessert wurden.&amp;lt;br/&amp;gt; Stoll (1742-1788) lehrte, dass die Krankheiten unter dem Einfluss einer herrschenden Konstitution ständen, welche „durch die stehenden Witterungs- und epidemischen Fieber&amp;quot; bestimmt würde.&amp;lt;br/&amp;gt; Kämpf (1726-1787) zeigte, dass die meisten Krankheiten ihren Sitz im Unterleibe hätten und durch „Infarkte&amp;quot; veranlasst würden.&amp;lt;br/&amp;gt; Ende der 90er Jahre begann ausserdem noch das System des Schotten John Brown (1736 —1788) sich über Deutschland zu verbreiten. Brown trat mit großer Sicherheit auf. Nach seiner eigenen Ansicht hatte er als erster die Arzneikunst zu einer echten Wissenschaft erhoben, welche bald den Namen „Lehre der Natur&amp;quot; erhalten werde. Nach derselben besitzt jeder Mensch einen mehr oder weniger hohen Grad von Erregbarkeit. Auf dem richtigen Maße &amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;von &amp;lt;/span&amp;gt;Erregung beruht die Gesundheit. Krankheit entsteht entweder durch ein Übermaß von Erregung (Sthenie) oder durch Mangel an Erregung (Asthenie). Die Aufgabe des Arztes bestand einfach darin, die zu starke Erregung zu mäßigen, oder die zu schwache Erregung zu stärken. So wurden alle Krankheiten in zwei entsprechende Klassen eingeteilt, und ebenso die Heilmittel; es gab „sthenische&amp;quot; und „asthenische.&amp;quot; Bei den auf übermässiger Kraft beruhenden Affektionen wandte man „reizentziehende&amp;quot; Mittel an, welche nach der Reihenfolge ihrer Wirkung diese waren: Aderlass, Kälte, Erbrechen, Purgieren, Schwitzen. Bei den asthenischen Krankheitsformen wurden sthenische Mittel verordnet, der Reihenfolge ihrer Heilkraft nach: Fleisch, Wärme, Verhinderung des Erbrechens, Purgirens, Schwitzens durch Fleischkost, Gewürze, Wein, Bewegung; ferner im höheren Grade des Leidens flüchtige Reize: Moschus, flüchtiges Alkali, Kampfer, Aether, Opium.&amp;lt;Rev&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Vg. B. Hirschel, Geschichte des Brown’schen Systems, Dresden und Leipzig, 1846, S.37&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;China wurde erst von den Anhängern Browns hinzugefügt. Die Kenntnis des Baues und der Verrichtungen des Organismus war nur von untergeordneter &amp;lt;span class=&amp;quot;tm7&amp;quot;&amp;gt;Bedeutung, da alles auf die Reize und den Grad der Erregbarkeit ankam. „So groß,&amp;quot; sagte Brown, „ist die Einfachheit, auf welche die Arzneikunde zurückgebracht ist, dass ein Arzt, wenn er ans Krankenbett kommt, nur drei Dinge ins Reine zu bringen hat. Erstens ob die Krankheit allgemein oder örtlich sei, zweitens, wenn allgemein, ob sthenisch oder asthenisch, drittens von&amp;lt;/span&amp;gt;welchem Grade &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;der Erregung sie sei. Hat er über diese drei Punkte sich Aufschluss verschafft, so bleibt ihm nichts übrig, als seine Heilanzeigen und seinen Kurplan festzusetzen und ihn durch die dienlichen Mittel auszuführen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;K. Sprengel, Geschichte der Heilkunde, Halle, 1828, V. 1. S. 455&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm7&amp;quot;&amp;gt;Die Diagnose war Nebensache.&amp;lt;br/&amp;gt; Zugleich mit Brown kam die von Schelling begründete&amp;amp;nbsp; &amp;lt;ref&amp;gt;Erster Entwurf eines Systems der Naturphilosophie, Jena und Leipzig, 1799&amp;lt;/ref&amp;gt; Naturphilosophie auf. „Aechte Naturphilosophie,&amp;quot; sagt Steffens, „hebt als solche jeden Gegensatz, jeden Streit der Meinungen und Hypothesen gegen andere Meinungen und Hypothesen auf, kann also keinen Gegner haben.&amp;quot; „Ein wahres Wort&amp;quot; bemerkt dazu ein Rezensent. &amp;lt;ref&amp;gt;Heckers, Annalen, Bd. II., S. 444&amp;lt;/ref&amp;gt; Echte Naturphilosophie wusste alles, erklärte alles: „Die Naturphilosophie hat für das Erkennen die Priorität, denn sie ist das Erkennen des Erkennens, oder als das potenzierte Erkennen zu betrachten.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Steffens, I. c. S. 16&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; Bewunderungswürdig war die Bestimmtheit, mit welcher jede Erscheinung ohne Bedenken erklärt wurde. „Magnetismus ist Verwandlung des Sauerstoffs und Wasserstoffs in Kohlenstoff und Stick&amp;lt;/span&amp;gt;stoff,&amp;quot; sagt Steffens S. 91, und Schelling wusste &amp;lt;ref&amp;gt;I., c., S. 248&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;nbsp;: Sauerstoff ist Prinzip der Elektrizität.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Wirbel der Naturphilosophie erfasste die Köpfe der größten Anzahl deutscher Gelehrten und der hervorragendstenÄrzte. Nur wenige entgingen demselben, wie Hufeland, A. v. Humboldt, Blumenbach, Treviranus, Sömmering, Wedekind.&amp;lt;br/&amp;gt; Allgemein fehlte der Plan, nach welchem gearbeitet werden sollte.&amp;lt;br/&amp;gt; Um die Mitte des 18. Jahrhundertes beschrieb Haller das Blut so: „Das Blut besteht obenhin betrachtet aus gleichen Theilen, ist gerinnbar, um so röther, je besser genährt das Thier ist; in einem schwächlichen, hungrigen Thiere ist es gelblicht. Die zuweilen beigemischte Weisse kommt meistens vom Chylus.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; 1789, circa 30 Jahre später lehrt J. Fr. Blumenbach, der berühmte Göttinger Professor&amp;lt;ref&amp;gt;Anfangsgründe der Physiologie, Wien 1789, §6&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;nbsp;: „Das Blut ist eine Flüssigkeit seiner Art, von bekannter, bald stärkerer, bald schwächerer Farbe, welche beim Befühlen klebricht, warm, und da es durch die Kunst nicht nachgeahmt werden kann, unter die Geheimnisse der Natur zu rechnen ist.&amp;quot; Hier war also in der langen Zeit kein Fortschritt zu erkennen.&amp;lt;br/&amp;gt; 1803 lehrte man schon &amp;lt;ref&amp;gt;F. Kapp, Systematische Darstellung der durch die neuere Chemie in der Heilkunde bewirkten Veränderungen und Verbesserungen; Hof; 1805; S.31f&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;nbsp;: „Das Blut ist aus 9 Theilen gemischt: dem riechbaren Stoff, dem fadenartigen Theile, Eiweissstoff, Schwefel, Gallerte, Eisen, Laugensalz, Natrum und endlich aus Wasser . . . Die Grundstoffe des Blutes sind: Wasserstoff, Kohlenstoff, Salpeterstoff, Grundstoff der Salzsäure, Phosphor, Schwefel, Oxygene, Kalkerde und Eisen.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Die physiologische Chemie hatte also große Fortschritte gemacht, von denen man überrascht war, und die Ansicht hatte, sie praktisch verwerten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt; Reich hielt den Sauerstoff für das einzig sichere Mittel&amp;lt;span class=&amp;quot;tm7&amp;quot;&amp;gt;gegen &amp;lt;/span&amp;gt;Fieber, welches in der übermäßigen Entwicklung und Anhäufung von Stickstoff, Wasserstoff, Kohlenstoff, Schwefel und Phosphor bestand. Er war Professor der medizinischen Fakultät in Erlangen und Berlin, und pries in öffentlichen Blättern und einer besonderen Schrift &amp;lt;ref&amp;gt;G. Ch. Reich, Beschreibung der mit seinen neuen Mitteln behandelten Krankheitsfälle; Nürnberg; 1800&amp;lt;/ref&amp;gt; ein Geheimmittel gegen Fieber an, welches er nur gegen pekuniäre Vergütung bekannt geben wollte. Das Mittel sollte in kurzer Zeit, oft plötzlich das Fieber abschneiden. Eine Kommission von vier Ärzten stellte Versuche in der Berliner Charite damit an, und fand es probat in einer Anzahl von Fällen. Auf das Gutachten dieser Kommission hin wurde dem Professor für Veröffentlichung seines Geheimnisses vom Könige von Preussen bewilligt „eine jährliche Pension von 500 Thaler mit Befreiung von Tax- und Stempelgebühren;&amp;quot; im Falle seines Todes ging die Hälfte davon auf seine Wittwe über. &amp;lt;ref&amp;gt;Medic. chirurg. Zeitg.; Salzburg; 1800, III. 315&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; Dieses war bekannt, bevor die Veröffentlichung des großen Fiebermittels erschien, worauf man nun mit großer Spannung wartete. Endlich wurde die Wissbegierde befriedigt, im Herbst 1800. Das merkwürdige Fiebermittel bestand in Schwefelsäure und Salzsäure; Salpetersäure war unter Verhältnissen auch gut. &amp;lt;ref&amp;gt;ib 1799, IV. 189, 1800, I. 25 u. 1800, IV. 292&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; Die „für Studirende und Aerzte&amp;quot; geschriebenen Lehrbücher der Therapie waren so buntscheckig wie die Landkarten. Die Ontologie, die Idee, dass Krankheit ein fremdartiges, im Körper sein Unwesen treibendes Ding ist, war von Galen her noch in großen Ehren. Deshalb stand die „ausleerende Methode&amp;quot; obenan. Weiter gab es eine exzitierende Methode, eine stärkende, eine schwächende Methode, eine besänftigende — antagonistische — restaurierende (nicht zu verwechseln mit der stärkenden) — eine adstringierende Methode, welche die Kohäsion vermehrte — eine relaxierende, welche die Kohäsion verminderte — eine derivierende, deobstruierende, resolvierende Methode, ferner eine specifische, antimiasmatische, antiseptische und antigastrische Methode. &amp;lt;ref&amp;gt;cf. Hufeland, System der practischen Heilkunde, Jena, 1818 u. Andere&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
==== Arzneimittel beim Auftreten Hahnemanns ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arzneimittel wurden diesen Methoden angepasst; so gab es versüßende, verdünnende, auflösende, verdickende, blutreinigende, kühlende, ausleerende, schleimeinschneidende etc. Arzneien. Ein Simplex zu verordnen war ungewöhnlich. Man findet noch die Ansicht, dass ein Rezept aus einer Basis, einem Konstituens, einem Adjuvans, einem Korrigens und einem Dirigens bestehen müsse.&amp;lt;br/&amp;gt; Kompositionen von 8, 10 und mehr Mitteln waren an der Tagesordnung. Es gab sogenannte „Magistralformeln,&amp;quot; komplizierte Mischungen gegen gewisse Krankheiten, von „Autoritäten&amp;quot; zusammengesetzt, durch die „Erfahrung&amp;quot; geheiligt. Solche wurden in den Apotheken vorrätig gehalten, und man wagte nicht daran zu modeln.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie die erzählten Krankengeschichten in den Journalen ausweisen, wurden die Rezepte bei akuten Krankheiten häufig alle Tage, bei chronischen alle 2 —3 Tage gewechselt.. Und welche unglaublichen Mengen von Arzneien wurden dem kranken Körper eingeflößt! Darin übertrafen sich die verschiedenen Systeme gegenseitig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die tiefer liegenden Gründe für diesen Wirrwarr sahen diese Ärzte selbst nicht ein. Sie verstanden nicht zu beobachten. Statt Tatsachen zu sammeln und nur Tatsachen zu sammeln, und keine weiteren Schlüsse daraus zu ziehen, als soweit diese Tatsachen reichten, knüpften sie an einzelne Beobachtungen an, machten Vergleichungen, schufen Theorien, und ordneten die Dinge diesen Theorien unter. Zum Überfluss verlieh die Naturphilosophie diesen Spekulationen Flügel, und man hob sich vollends aus der Wirklichkeit in die Welt der Phantasie.&amp;lt;br/&amp;gt; Dazu kam, dass das Streben nach Erkenntnis bei einem großen Teil, der Ärzte sehr darnieder lag. Darüber wurde häufig Klage geführt. Prof. Baldinger bedauerte, dass nicht allein viele Ärzte, sondern auch viele Professoren wenig Studieneifer zeigten. &amp;lt;ref&amp;gt;Medic. Journal von Baldinger, 1790, St. 23, S. 16&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ärztliche Kollegialität entsprach dem Grade des Wissens. „Ein wütiger Parteigeist,&amp;quot; schrieb Prof. Roose 1803 &amp;lt;ref&amp;gt;Horn’s Archiv für med. Erf., III. S. 1f&amp;lt;/ref&amp;gt; , „hat sich vieler Gemüter bemächtigt und droht sich immer allgemeiner zu verbreiten. Die Ärzte spalten sich in Sekten und stehen in heftigem, zum Teil unbegründeten, Widerspruch zueinander. Eine Meinungswut und eine Verfolgungssucht wird unter den Ärzten immer gewöhnlicher. &amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Je unsicherer sich der Arzt in seiner Kunst fühlt, um so lauter der Ruf nach Staatshilfe gegen die Kurpfuscher und Quacksalber. Wedekind (1. c. S. 38): „Der wissenschaftliche Arzt geht zu Grunde, wenn die Regierung ihn nicht auf alle Art begünstigt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hahnemanns Leistungen in der Arzneikunde ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste größere medizinische Schrift von Hahnemann erschien 1784 &amp;lt;ref&amp;gt;Anleitung alte Schäden und faule Geschwüre gründlich zu heilen nebst einem Anhange über eine zweckmäßigere Behandlung der Fisteln, der Knochenfäule, des Winddorns, des Krebses, des Gliedschwamms und der Lungensucht. Leipzig, 1784&amp;lt;/ref&amp;gt; „Der grösste Theil der Aerzte,&amp;quot; sagt Halmemann in der Vorrede, „macht sich damit nichts zu schaffen und überlässt sie dem Bader, dem Schäfer und dem Scharfrichter, gewiss mehr aus Unwissenheit, als aus Ekel. Der Ruhm, dergleichen Heldenkur verrichtet zu haben, überriecht den faulen Eiter bey weitem.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Das Verfahren der alltäglichen Ärzte und Wundärzte bestand zunächst in „Reinigung des Blutes,&amp;quot; Aderlassen, Schröpfen, Schwitzen, Purgieren. Äußerlich waren die Bleipräparate, besonders Bleisalben und -pflaster die Hauptmittel.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Vom Autoritätsglauben der damaligen Zeit scheint Hahnemann auch als junger Arzt unberührt geblieben zu sein. „Das gewöhnliche Ende solcher Kurarten machen alte Weiber, der Scharfrichter, der Vieharzt, der Schäfer und der Tod. Bei dem allen hindert mich Ehrgeiz nicht, zu gestehen, dass Viehärzte grösstentheils glücklicher, dass ist geschickter in Heilung alter Wunden sind, als oft der schulgerechteste Professor und Mitglied aller Akademien. Man schreie nicht, dies sei blosse Empirie, ich wünsche mir ihre handwerksmässigen Kunstgriffe zu besitzen, die sich auf Erfahrungen gründen, welche ihnen freilich oft nur die Behandlung der Thiere an die Hand gegeben hat, die ich aber gerne gegen verschiedene medicinische Folianten eintauschen möchte, wenn sie ihnen dafür feil wären.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Den Mangel an einem Prinzip zur Auffindung von Heilkräften beklagt er schon damals. Wenn Hahnemann sich von einer Sache überzeugt hielt, so trat er mit der größten Bestimmtheit auf und ließ sich so leicht nicht davon abbringen. &amp;quot;Ich habe,&amp;quot; sagt er, „die ausgesuchtesten und zahlreichsten Erfahrungen vor mir und verlange unumschränkten Glauben in diesem Stücke.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo es nötig war, riet er energisch einzugreifen. &amp;lt;ref&amp;gt;Anleitung alte Schäden und faule Geschwüre gründlich zu heilen nebst einem Anhange über eine zweckmäßigere Behandlung der Fisteln, der Knochenfäule, des Winddorns, des Krebses, des Gliedschwamms und der Lungensucht. Leipzig 1784; S.44&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Er erzählt von einer Karies des Mittelfußknochens der großen Zehe mit unterminierenden Fisteln und jauchigem Eiter. „Ich wurde gerufen. Ich erweitere die Wunde, verbinde sie etliche Tage mit Digestiv (eine Abreibung von Perubalsam oder Kopaivabalsam mit 2-3 Teilen Eidotter), den Knochen schabe ich reine aus und sondre das Verdorbene ab, verbinde ihn mit Alkohol und sehe dem Erfolge zu.&amp;quot; Später legte er abwechselnd Verbände von Sublimatwasser und Digestiv an. Innerlich gab er stärkende Arzneien und allmälich trat die Heilung ein. Das Ausschaben des kariösen Knochens wird heute als eine Errungenschaft der neueren Zeit hingestellt. Jedenfalls zeigt Hahnemann durch seine Wund- und Geschwürsbehandlung, dass er auch als Chirurg Vorzügliches geleistet hat und die Masse seiner Zeitgenossen überragte, und er hatte nicht Unrecht am Schluss zu sagen:&amp;lt;br/&amp;gt; „Man wird mir nicht verargen, dass ich auf eine so allgemein anwendbare Heilung der alten bösartigen Geschwüre dringe, und sie allen übrigen, doch mit Einschränkung, vorziehe; die ausgesuchtesten, gehäuftesten Erfahrungen sind auf meiner Seite. Wer so viel Beobachtungen in diesem Falle anzustellen Gelegenheit gehabt hat, als ich, wer sich so von dem Wohlsein seiner Nebenmenschen dahinziehe und bestimmen lässt, wie ich von mir fühle, wer so sehr die Vorurtheile und die Vorliebe für das Alte und Neuere, oder überhaupt für das Ansehn irgend eines großen Namens hasset und sich so eifrig bestrebt, selbst zu denken und zu handeln, wie ich dies Zeugnis bei mir fühle, der kann, wie mich deucht, nicht leicht auf eine andere oder bessere Behandlung alter Geschwüre kommen, kann folglich mit mir auch vorzügliche Erfolge seines Fleisses sehn, die größte unter den Belohnungen, die ein rechtschaffner Arzt erwarten darf, Erfolge, die mir fast nie trügten, da sie vor Andern hingegen bei andrer Behandlung fast stets verschwanden.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht minder günstige Aufnahme bei seinen ärztlichen Kolegen auch fand die Schrift: &amp;quot;Unterricht für Wundärzte über die venerischen Krankheiten, nebst einem neuen Queksilberpräparate. Leipzig 1789&amp;quot;. In der „Medic. chir. Zeitung&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Red. v. Prof. Hartenkeil, Salzburg 1790 III. 8. 345.&amp;lt;/ref&amp;gt; las man:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„... Das Buch ist aber nicht nur die Arbeit eines Mannes von Kopf und Gelehrsamkeit, sondern auch in einer aphoristischen Kürze geschrieben, wozu nur der gelehrte Arzt in Hunter, Schwediaur, André etc, den Kommentar findet. — Es ist ein Buch für akademische Vorlesungen, obgleich der Verfasser es nicht dafür bestimmt hat&amp;quot;.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Bald erschien das Buch über Syphilis von A. R. Vetter: „Neue Curart aller venerischen Krankheiten nach Hunter, Girtanner und Hahnemann.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Wien 1793. 488 S.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ueber seine Uebersetzung von Cullen's Materia medica schreibt die „Medicinisch-chirurgische Zeitung.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt; Medicinisch-chirurgische Zeitung , 1791 1. S. 117 u. 231.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;nbsp;:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Herr Hahnemann hat diese Uebersetzung, der Dunkelheit des Vortrages im Original ungeachtet, mit besonderem Fleiss verfertigt . . . Die Anmerkungen des Herrn Uebersetzers sind grösstentheils sehr lehrreich, und auch durch seine hin und wieder angebrachten Berichtigungen hat er den Werth dieses wichtigen Werkes erhöhet.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
===== Hahnemann und die Psychiatrie =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Art und Weise, wie früher (wir brauchen nicht einmal bis auf Hahnemanns Zeit zurückzugehen) die Geisteskranken behandelt wurden, kennt jeder Arzt. Aufgeregten und widerspenstigen Kranken dieser Art begegneten die Ärzte wie wilden Tieren; man wollte Angst, Schrecken, Entsetzen in ihnen erzeugen. Körperliche Züchtigungen, Ekelkuren waren etwas Alltägliches. Tobsüchtige wurden auf ein horizontales Brett geschnallt, das mit grosser Schnelligkeit um eine vertikale Achse gedreht wurde, in den sog. Drehstuhl gesetzt etc. „Eine als gut eingerichtet geltende Irrenanstalt erschien daher in gewisser Beziehung einer Folterkammer nicht ganz unähnlich,&amp;quot; sagt Westphal. yref&amp;gt;Psychiatrie und psychiatrischer Unterricht, Berlin 1880.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;nbsp; Diese Behandlung wurde auch von Ernst Horn in der ihm 1806 übertragenen Irrenabtheilung der Berliner Charite, damals die grösste Irrenanstalt Preussens, eingeführt. Ausserdem erfand er noch den „geschlossenen Sack&amp;quot;, worin die Maniakalischen zugebunden wurden, und in welchem sie, nach Westphal, da liegen bleiben mussten, wo sie eben hingelegt waren.&amp;lt;br/&amp;gt; „Man scheut sich zu gestehen,&amp;quot; sagt Westphal 1880, „ein wie kurzer Zeitraum dazwischen liegt, dass Geisteskranke Sonntagsbesuchern vou Hospitälern und Arbeitshäusern als eine Art Sport gezeigt und zum Vergnügen der Besucher gereizt wurden.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hahnemanns psychiatrischer Standpunkt war dieser:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Nie lasse ich einen Wahnsinnigen je mit Schlägen oder andern schmerzhaften körperlichen Züchtigungen bestrafen, weil es für Unvorsetzlichkeit keine Strafe gibt, und weil diese Kranken bloss Mitleid verdienen und durch solche rauhe Behandlung immer verschlimmert, wohl nie gebessert werden.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Monatsschrift Februarheft 1796 — Stapf II. S. 245.&amp;lt;/ref&amp;gt; So behandelte und heilte er 1792 den wahnsinnig gewordenen, als Schriftsteller bekannten Geh. Kanzleisekretär Klockenbring aus Hannover. Nach seiner vollkommenen Wiederherstellung vom Wahnsinn zeigte dieser Unglückliche seinem Retter „oft mit Thränen die Reste der Schwielen von Stricken, deren sich seine vorigen Wärter bedient hatten, ihn in Schranken zu halten.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Hahnemann marschierte also auch hier an der Spitze. Dass er anfangs den Aderlass anwandte, ist natürlich; aber wir finden ihn stets sehr vorsichtig dabei zu Werke gehen und schon 1784 gegen die übermäßigen. Blutentziehungen ankämpfen. 1832 schreibt Hahnemann in einem Briefe an M. Müller&amp;amp;nbsp; &amp;lt;ref&amp;gt;M. Müller ,,Zur Geschichte der Homöopathie,' Leipzig 1837 S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; , dass er seit über Jahren die Aderlass-, Brech- und Purgiermittel verschmähe. 1797 hat er indess noch Blutziehungen angewandt, wie aus einer Abhandlung in Hufeland's Journal hervorgeht, und 1800 war er wenigstens noch kein absoluter Gegner derselben, „In sthenischen acuten Uebeln thun Aderlass und möglichste Entfernung aller Art von Reizen weit mehr als die wässerigen Tränke.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Arzneischatz, aus dem Engl. übers. von Hahnemann. Leipzig 1800; S. 171.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
==== Die Krätze ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Die Krätze aus frühmedizinischer Sicht =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;In Bezug auf die Krätze nahm Hahnemann einen sehr „vorgeschrittenen&amp;quot; Standpunkt ein, den er indess über 30 Jahre später vollständig änderte. Abgesehen von bloßen Andeutungen älterer Schriftsteller hat Bonomo in Livorno schon 1683 die Krätzmilbe richtig abgebildet, weshalb ihn Wichmann&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Aetiologie der Krätze von J. E. Wichmann, Kgl. Grossbritt. Hofmedikus zu Hannover, Hannover, 1786 mit 4 Abbildungen von Krätzmilben, Copie nach Bonomo. 2. Aufl., 1791&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;mit Recht den Begründer der Krätztheorie nennt. Bonomo gestand ein, dass er durch arme Weiber und Sklaven in Livorno darauf gebracht sei, welche sich die Milben mit Nadeln gegenseitig herausgesucht hätten.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Die Parasitenlehre wurde indess wenig oder gar nicht beachtet, bis Linné 1757 (Exanthemata viva) und der obengenannte Wichmann 1786 dieselbe in Erinnerung brachten.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Wichmann stand in seiner Schrift bereits vollständig auf dem heutigen Standpunkte. In England wurde die Krätze bereits allgemein als „lebender Ausschlag&amp;quot; behandelt, in Frankreich warnte die medizinische Fakultät noch vor den äußeren Mitteln, mit denen man dort im Volke gegen dieses Leiden vorging. &amp;lt;ref&amp;gt;Wichmann, I. c. S. 118.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Nicht viel anders war es in Deutschland. Wichmann wurde überhört. Es herrschte die Ansicht vor, die Milbe sei das Produkt, nicht die Ursache der Krätze. So nahm Joh. Jak. Bernhard&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Handbuch der allg. und besondern Contagienlehre, Erfurt bei Henning, 1815, 608 S., auch unter dem Titel: „Ueber die Natur etc. des Spitaltyphus und der ansteckenden Krankheiten überhaupt.“&amp;lt;/ref&amp;gt; die Milbe in der Krätze und „die mikroskopischen Thierchen in andern contagiösen Krankheiten&amp;quot; nicht für das Kontagium selbst an. Er hielt sie aber für wesentliche Bestandteile der Ansteckungsstoffe, „wie die Thierchen im Samen und in der Vaccinalymphe.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Auch zufällig könnten sich wohl dergleichen Tierchen erzeugen ohne ansteckend zu sein wie z. B die Läusesucht bewiese.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Friedrich Jahn bestreitet 1817 energisch die Parasitentheorie der Krätze&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;. &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;Klinik der chron. Krankheiten, Erfurt, 1817, Bd. II. S. 614f&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Er hält die „unleugbaren Krätzmetastasen&amp;quot; und vieles Andere entgegen und urteilt zuletzt: „Wir können also diese ganze Theorie als ungegründet annehmen.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;J. P. Frank tritt in seinem 1821 vollendeten Buche „De curandis hominum morbis&amp;quot; als einer der entschiedensten Vertreter der causa viva auf, will die Krätzmilbe im Anfang töten, aber bei länger dauernder Krätze hält er „unvorsichtige Unterdrückung&amp;quot; für sehr gefährlich. Er unterscheidet 13 Arten von „symptomatischer Krätze,&amp;quot; so eine scorbutische, eine hypochondrische, critische, plethorische etc.; auch eine „P. neogamorum,&amp;quot; eine Krätze der Neuvermählten ist darunter.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Ferdinand Jahn, ein talentvoller Schüler Hensingers und Schönleins, ein Anhänger der naturhistorischen Schule, hat 1828 folgende Ansicht:&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Ahnungen einer allgem. Naturgeschichte der Krankheiten, Eisenach, 1828, S. 201&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Die chronischen Ausschläge sind in den meisten Fällen die äussern Erscheinungen von Dyskrasien, die mit fester, starker Wurzel im Innern des Organismus haften . . . Krätze, der die Hautblüthen genommen wurden, entwickelt ihre im Innern des Organismus ruhende Wurzel stärker, sodass jene Erscheinungen, die unter dem Namen der Kratzmetastasen berüchtigt sind, sich einstellen.&amp;quot; Solchen Ansichten gegenüber vergesse man nicht, dass damals Krätzausschläge mit dichten Eiterpusteln über den Körper und ausgedehnten Hautverschwärungen keine Seltenheit waren.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Autenrieth, bekanntlich ein Schüler J. P. Franks, schreibt unter dem Titel: „Nachkrankheiten, welche auf vertriebene Krätze folgen&amp;quot; im Jahre 1808:&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;Versuche über die prakt. Heilkunde aus den klin. Annalen von Tübingen, 1808 - Griesselich, Kleine Frescogemälde, Carlsruhe, 1836 I. S. 88&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Die furchtbarste und in unsern Gegenden häufigste Quelle chronischer Krankheiten der Erwachseuen sind die mit Schwefelsalbe oder überhaupt mit fettigen äussern Mitteln schlecht behandelten Rauden- oder Krätzauschläge. Ich habe das Unglück, das bei Rauden der untern Stände, und denen, die eine sitzende Lebensweise haben, dadurch entsteht, so häufig hier gesehn, und ich sehe es täglich in so mannigfaltiger, trauriger Gestalt, dass ich keinen Augenblick anstehe, es für einen der Aufmerksamkeit jedes Arztes, selbst jeder Obrigkeit, der irgend auch das Gesundheitswohl ihrer Untergebenen am Herzen liegt, würdigen Gegenstand laut zu erklären.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Nachkrankheiten von „verschmierter Krätze&amp;quot; sind nach Autenrieth I. c: „Fussgeschwüre — Lungenschwindsucht — eine Art hysterischer Chlorosis — weisse Kniegeschwulst — Gelenkwassersucht — Amaurose mit Verdunkelung der Hornhaut — Glaukom mit Amaurose — Geistesverwirrung — Lähmung — Schlagfluss — gekrümmter Hals&amp;quot; etc.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Trotz alledem vertrat Autenrieth die Parasitentheorie in einer für seine Zeit ungewöhnlichen Ausdehnung. Man hielt eben dafür, dass die Milbe zugleich Trägerin eines Giftes sei, welches von der Oberfläche nicht in das Innere des Körpers „verschmiert&amp;quot; werden dürfe, und dass andererseits die Krätze das auf die Haut geworfene Produkt innerer Krankheiten sein könne.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Hufeland wird es bestätigen:&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Euchiridion medic., Vermächtnis einer 50jähr. Praxis, St. Gallen, 1839, 2. Aufl., S. 293f&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Aber die Krätze kann auch als Product und Symptom innerer Krankheiten erscheinen — Scabies spuria. Hier ist sie zwar nur Form einer andern Krankheit, aber auch hier kann sich zuletzt ein Contagium entwickeln und so ansteckend werden. Dahin gehört die syphilitische, die scrophulöse, die arthritische und scorbutische Krätze, auch die critische, ein krätzartiger Ausschlag, mit und durch welchen die critische Lösung sowohl acuter, als chronischer Krankheiten erfolgt . . . Die in Pusteln gefundenen Milben sind nicht Ursache, sondern Wirkung, Parasiten der Krätze . . Aber hierbei (bei der Behandlung) treten manche Schwierigkeiten und wichtige Rücksichten ein. Man kann nämlich durch eine bloss örtliche Anwendung des Specificums auf die Haut zwar die krankhafte Thätigkeit der Haut supprimiren, aber das Contagium selbst, was schon tiefer eingedrungen ist, wird dadurch nicht zerstört, und die Folge ist, entweder dass die Krätze immer wieder erscheint, oder, was noch schlimmer ist, sich auf innere Theile wirft und oft sehr gefährliche und hartnäckige Metastasen erzeugt. So kann Lungensucht — Lungenkrätze — Wassersucht, Magenkrampf — Magenkrätze - Epilepsie und alle Arten von Nervenkrankheiten die Folge sein.&amp;lt;br/&amp;gt; Noch bedenklicher wird dies, wenn die Krätze complicirt mit einer andern Krankheit oder gar ein Product oder Crise einer andern Krankheit ist.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Im Jahre 1835 konnte der belesene Rau&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;Ueber den Werth des hom. Heilverfahrens, 2. Ausgabe, Heidelberg und Leipzig, S. 33&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;noch schreiben: „Die Behauptung, welche ein bekannter Schriftsteller (Krüger-Hansen?) unlängst aufgestellt hat, dass gar keine nachtheiligen Folgen von schnell unterdrückter Krätze zu befürchten seyen, wird durch so zahlreiche Beobachtungen widerlegt, dass es nutzlos seyn würde, mit einem Widerspruche hervorzutreten.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Nebenbei sei daran erinnert, dass man zu jenen Zeiten noch eine sehr mangelhafte Diagnostik der Hautkrankheiten hatte, dass Skabies, Ekzem, Impetigo, Prurigo etc. noch nicht voneinander unterschieden wurden, und für verschiedene Intensitätsgrade einer und derselben Krankheit galten.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Hahnemann und die Krätze =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Hat Hahnemann die Krätzmilbe gekannt? Und in welcher Zeit hat er Kenntniss von ihr gehabt? Bei der Übersetzung von Monros Arzneimittellehre, 1791, schreibt Hahnemann in einer Anmerkung (II. 49):&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Lässt man einen kürzlich angesteckten Krätzigen mit wohlgesättigtem, schwefelleberlufthaltigem Wasser täglich etliche Male waschen, auch wohl das leinene Zeug hineintauchen, so ist das Uebel binnen etlichen Tagen verschwunden, und kommt ohne eine neue Ansteckung nicht wieder. Müsste sie aber nicht wieder kommen, wenn eine Schärfe der Säfte zum Grunde läge? Diese Erfahrung habe ich sehr oft gemacht und: vermuthe nebst Andern einen lebendigen Stoff als Krankheitsursache. Alle Insecten (wozu bekanntlich. damals die Krätzmilbe gezählt wurde) und Würmer werden durch Schwefelleberluft getödtet.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Später betont er in demselben Werke in einer Anmerkung nochmals (II. 441), dass Krätze ein „lebendiger Ausschlag&amp;quot; sei.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Im Jahre 1795 las man von Hahnemann eine Abhandlung „&amp;lt;/span&amp;gt;Ueber den Ansprung (crusta lactea). MBk (1795), 3. Bd., 4. St., S. 701-705&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;quot; in J. Fr. Blumenbachs medizinischer Bibliothek. &amp;lt;ref&amp;gt;Bd. 3., St. 4, Göttingen, 1795&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Dieses Werk erschien nicht in bestimmter Zeitfolge. Es finden sich in diesem Bande Arbeiten, welche bereits 1703 verfasst sind. Hahnemann hat seinem Aufsatz kein Datum zugesetzt, sodass die Zeit des Niederschreibens sich nicht genau bestimmen lässt.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Er erzählt aber darin, dass er sich zur Zeit der beschriebenen Maßnahmen auf dem Lande befunden habe. 1794 bis 1796 hielt er sich in Pyrmont und Braunschweig auf; 1792 bis 1794 bei Gotha. In diese letztgenannte Zeit fällt also die folgende Beobachtung. In dem Dorfe, (wahrscheinlich Molschleben) „wo meine Kinder vollkommene Gesundheit genossen&amp;quot;, waren viele Kinder mit der sogenannten Milchkruste behaftet und zwar in ungewöhnlichem Grade. Da Hahnemann glaubte, eine Übertragung dieser Affektion bemerkt zu haben, so suchte er eine Berührung seiner Kinder mit den infizierten Dorfkindern zu verhüten. Einem derart kranken Knaben gelang es indess, zu ihnen zu kommen, „und ich ward ihn gewahr, wie er vertraulich mit ihnen spielte. Ich entfernte ihn; aber die Ansteckung war geschehn.&amp;quot; Der Knabe hatte Hahnemann's Kinder geküsst. Es bildete sich das Uebel zuerst bei dem einen, dann bei seinen 3 andern Kindern aus.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Ich übergoss trockene Schwefelleber — Austerschalenpulver mit gleichen Theilen Schwefel gemischt und 10 Minuten in Weissglühe erhalten — mit warmem Wasser. Es entsteht eine gelinde schwache Auflösung. Hiemit bepinselte ich das Gesicht der zwey, welche den Ausschlag am stärksten hatten, alle Stunden, zwey Tage nach einander. Schon nach dem ersten Befeuchten merkte ich, dass das Uebel still stand, und allmählig heilte.&amp;quot; Dasselbe Verfahren wandte er bei den andern Kindern mit Erfolg an.&amp;lt;br/&amp;gt; „Das Mittel zersetzt sich auf der Haut durch die freye Luft allmälig, und es entwickelt sich unter üblem Geruche die Schwefelleberluft, welche, wie bekannt, die meisten Insecten plötzlich tödtet.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Ist der Ansprung nicht ein Hautübel blos von Ansteckung? Hat die Ansteckung nicht etwa gar kleine Thierchen zum Miasm?&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Ich getraue mir in der Praxis keine Gelegenheit wieder zu finden, die mir die Bejahung dieser Frage so positiv an die Hand gäbe, als diese, die ich so ganz in meiner Gewalt hatte.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Meine Kinder bekamen keine Abführungsmittel, noch sonst etwas, da sie übrigens gesund waren und gesund blieben.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1791 erzählt er (Monro I. 76), dass er Krätze durch bloss innerliche Arznei geheilt habe, was dadurch zu erklären war, dass man mit dem Namen &amp;quot;Krätze&amp;quot; einen viel weiteren Begriff verband, als heutzutage. „Krätze&amp;quot; war eine Diagnose, welche weit über die Grenzen unseres heutigen Begriffes Skabies, Krätze, hinausging. So hatte sich ihm allmählich der Gedanke aufgedrängt, dass den Hautkrankheiten ein „Etwas&amp;quot; zu Grunde liege, welches auch andere Krankheiten zu erzeugen im Stande sei, und von Generation zu Generation sich forterbend die entfernte Ursache für viele Krankheiten bilde. Außer dieser Psora blieben noch als Grundursachen übrig die Sycosis, mit dem Tripper zusammenhängende Erscheinungen, und Syphilis. Wenn auch etwas Wahres in diesen Ansichten enthalten sein mag, so ging doch Hahnemann damit weit über die Wirklichkeit hinaus und geriet in einen großen Irrtum.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Hahnemanns frühe Reputation als Arzt&amp;lt;/span&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Über Hahnemanns Ruf als ausübender Arzt in damaliger &amp;lt;/span&amp;gt;Zeit berichten Zeitgenossen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Brunnow erzählt&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Ein Blick auf Hahnemann, Leipzig, 1844, S. 6&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;: „In der That gelangen ihm schon im Anfange seiner ärztlichen Thätigkeit vermöge seines einfachen Heilverfahrens viele ausgezeichnete Kuren, und es wurde ihm überall, wo er auftrat, der Ruf eines ebenso umsiehtsvollen als glücklichen Praktikers zu Theil&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Die Medicinisch-chirurgische Zeitung (1799 II. 411) schreibt: „Hahnemann hat sich als ausübender Arzt einen Nahmen in Deutschland erworben.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; In derselben Zeitschrift &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Ergänzungsheft VII, S. 307&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;wird er als ein Arzt geschildert, „dem wir schon so manchen schönen Beytrag zur Vervollkommnung unserer Wissenschaft schuldig sind.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; In den Allgemeinen medicinischen Annalen des 19. Jahrh. wird im Novemberheft 1810 Hahnemann ein Mann genannt, „welcher seit länger als 20 Jahren als denkender Arzt und guter Beobachter bekannt ist . . . und dabei seinen Ruf als geschickter und glücklicher Practiker fortdauernd erhalten hat.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Hufeland nennt ihn 1798 &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Huf. Journ. Bd. 6, St. 2, Anm.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;einen Mann, „dessen Verdienste um unsere Kunst entschieden genug sind,&amp;quot; und ferner&amp;lt;ref&amp;gt;Ib. Bd. 5, St. 2, S. 52&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„einen der vorzüglichsten Aerzte Teutschlands,&amp;quot; . . . „einen in Erfahrung und Nachdenken gereiften Arzt.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;1800 sprach Daniels&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Ib. Bd. 9, St. 4, S. 15&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;von dem „durch seine Schriften berühmten Hahnemann.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; In demselben Jahre schrieb Bernstein im „practischen Handbuch für Wundärzte&amp;quot;: „Samuel Hahnewann, ein sehr verdienter Arzt, ist bekannt durch sein vortreffliches Quecksilberpräparat, nemlich den Merc. solub., ferner durch seine Weinprobe und überhaupt durch seine chemischen und pharmaceutischen Schriften, und hat sich auch um Wundärzte verdient gemacht. Er gab für solche heraus: Anleitung alte Schäden und Geschwüre zu heilen 1784, und: Unterricht für Wundärzte über die venerischen Krankheiten. Leipzig 1786.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Im Jahre 1791 erwählte ihn die Leipziger ökonomische Gesellschaft, dann die Kurfürstlich-Mainzische Akademie der Wissenschaften, später die physical. medic. Gesellschaft zu Erlangen zu ihrem Mitgliede.&amp;lt;br/&amp;gt; 1798 las man in der Medicinisch-chirurgischen Zeitung (IV. 192) diese Notiz: „Mietau. Hier soll eine provisorische Universität errichtet werden. Man sagt, für die medicinische Fakultät seyen Herr Dr. Samuel Hahnemann zu Königslutter, Herr Dr. Samuel Naumburg in Erfurt und Herr Dr. Frank in Mühlhausen bestimmt.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
==== &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Hahnemann als Reformator&amp;lt;/span&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon 1784 spricht er verächtlich von den „Modeärzten&amp;quot;. 1786 eifert er in seinem Buche über den Arsenik gegen den damaligen elenden Zustand der Arzneikunde, gegen die „Pfuscherärzte, der fruchtbarsten Quelle des Todes&amp;quot;, welche unter anderen den Arsenik in Substanz auf Geschwüre aufpulverten, dadurch oft den Tod der Kranken herbeiführten, und welche dieses Mittel in leicht tötlichen Gaben gegen Intermittens gäben etc. 1791 hatte er bei Monro zu übersetzen, dass Canthariden die krankhaften Säfte auflösten. Hahnemann bemerkt dazu (II. 248):&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Dies ist der gewöhnliche Wahn, dass die Geschwüre von blasenziehenden Mitteln nur die bösen Säfte ausziehn. Wenn die Säftemasse während ihres Kreislaufs, im Ganzen genommen, von gleicher Mischung durchaus ist, wenn die aushauchenden Öffnungen der Blutgefässe eine nicht sehr abweichende Ausdünstungsmaterie, bei sonst gleichen Umständen, verdampfen, so begreift kein vernünftiger Physiolog, wie ein blasenziehendes Mittel electiv auf den Ort seiner Anwendung nur die schädlichen Theile der Säfte ver&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;sammeln und herausziehen sollte. In der Tat strotzt die Blase unter dem Pflaster blos von einem Theile des gemeinsamen Blutwassers, wie es sich auf dem aus der Ader gelassenen Blute sammeln würde. Doch auch Aderlasse sollen nach dem Wahne dieser Kurzsichtigen nur das böse Blut abziehn und fortgesetzte Laxanzen nur die bösen Säfte ausleeren! Ich entsetze mich vor dem Schaden, den so allgemein eingeführte Thorheiten anrichten.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;So nimmt Hahnemann an zahlreichen Stellen jede Gelegenheit wahr, seine Amtsbrüder auf die immer mehr von ihm erkannten Torheiten aufmerksam zu machen, von denen er selbst sich allmälich loszumachen das redlichste Bestreben zeigte.&amp;lt;br/&amp;gt; 1790 tritt er kräftig gegen die damaligen Arzneimittellehrer auf (Cullen I. 58):&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Die alten Arzneimittellehrer sind mit ihren Seichtheiten, Unbestimmtheiten, Weibermährchen und Unwahrheiten bis in die neueste Zeit nachgebetet worden — einige wenige Ausnahmen abgerechnet — und weder die Erzväter noch ihre schwachen Jünger verdienten Schonung. Wir müssen uns mit Gewalt von diesen vergötterten Gewährsmännern losreissen, wenn wir in einem der wichtigsten Theile der practischen Arzneikunst das Joch der Unwissenheit und des Aberglaubens losschütteln wollen. Nun ist es hohe Zeit.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Aus dem Gewirr von „Beobachtungen&amp;quot; und „Erfahrungen&amp;quot; die Wahrheit herauszufinden, schlug er schon sehr bald den Weg ein, den alle großen Ärzte gingen; er vermied das geschäftige Handeln am Krankenbette, wie es seine Zeitgenossen übten, und drang seinen vielmischenden Kollegen gegenüber auf:&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Einfache Verordnungen - Hahnemann tendiert zu Einzelmitteln&amp;lt;/span&amp;gt; =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um dieses gebührend zu würdigen, erinnere man sich daran, dass damals noch gelehrt wurde, ein regelrechtes Rezept müsse aus verschiedenen Teilen bestehen. Darin war natürlich auch Hahnemann unterrichtet, und er gestand später ein, dass die Mischerei „seinem Gebeine hartnäckiger angehangen habe, als &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;das&amp;lt;/span&amp;gt;Miasma irgendeiner andern Krankheit.&amp;quot; Wenn man ihn daher in den ersten Jahren seiner Praxis noch hie und da Gemische, meistens von 2 Mitteln, geben sieht, so beobachtet man andererseits, dass er diesen 'Unfug' immer weiter von sich streift. Schon 1784&amp;lt;ref&amp;gt;Ib. Bd. 9, St. 4, S. 15&amp;lt;/ref&amp;gt; redet er der einfachen Behandlungsweise das Wort „statt des Mischmasches von widersprechenden Verordnungen.&amp;quot; 1791 fragt er, als Monro ein kompliziertes Verfahren &amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;gegen Leberverhärtung vorschlägt (Monro &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm7&amp;quot;&amp;gt;II. &amp;lt;/span&amp;gt;288):&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Was half denn nun eigentlich? . . Solange wir nicht einzelne Mittel fortgesetzt anzuwenden uns bequemen, und die begleitenden Umstände, Lebensordnung u. s. w. sorgfältig zu jedem Falle abwägen, wird unsre Arzneikunde noch lange ein Gemisch von Mutmassung, Wahrheit und wahrscheinlicher Dichtung bleiben.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Jahre 1796 schreibt Hahnemann in Hufelands Journal&amp;lt;ref&amp;gt;„Anleitung alte Schäden und faule Geschwüre gründlich zu heilen nebst einem Anhange&lt;br /&gt;
über eine zweckmäßigere Behandlung der Fisteln, der Knochenfäule, des Winddorns,&lt;br /&gt;
des Krebses, des Gliedschwamms und der Lungensucht.“, S. 165 u. 179&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Das Wunderbarste bei dieser Specification der Tugenden einzelner Droguen bleibt für mich immer der Umstand, dass man die noch jetzt die Arzneikunst diffamierende Methode, mehrere Arzneien zugleich in Ein Recept kunstmässig zu verflechten, zu den Zeiten erwähnter Männer (einzelne Arzneimittellehrer) so weit trieb, dass es selbst einem Oedipus unmöglich war, etwas von der Wirkung einem einzelnen Ingredienz des Mischmasches ausschliesslich zuzueignen, und dass man damals, fast noch seltner als jetzt, eine einzelne Drogue als Arznei allein verordnete. Wie können nun aus einer so verwickelten Praxis die Kräfte der einzelnen Arzneien unterscheidbar hervorgehn?&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Hier entsteht die Frage: Ist es gut, vielerlei Arzneien in , Ein Rezept zu mischen, Bäder, Klistiere, Aderlässe, Blasenzüge, Umschläge und Einreibungen zu gleicher Zeit, oder dicht auf einander zu verordnen, wenn man die Arzneikunde zu ihrem Gipfel heben, wirksam heilen, und in jedem Falle gewiss erfahren will, was die Heilmittel gewirkt haben, um sie in ähnlichen Fällen mit desto grösserem oder gleichem Glücke wieder anwenden zu können?&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Der menschliche Geist fasst nie mehr als einen einzigen Gegenstand auf einmal, kann fast nie das Resultat zweier zugleich auf Ein Objekt wirkenden Kräfte auf die Ursachen proportionell repartiren; wie kann er die Arzneikunde zu einer grösseren Gewissheit bringen, wenn er sich, wie es scheint, recht absichtlich bemüht, eine Menge verschiedenartiger Kräfte, auf einmal gegen eine krankhafte Körperveränderung spielen zu lassen, wovon er oft weder letztere deutlich kennt, noch die ersteren einzeln, geschweige in Verbindung.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Wer sagt uns, ob nicht das Adjuvans oder Corrigens in dem vieltheiligen Recepte als Basis wirke, ob das Constituens der ganzen Zusammensetzung nicht eine andere Richtung gebe? Braucht das Hauptmittel, wenn es das Rechte ist, ein Beförderungsmittel? Sieht es mit seiner Fasslichkeit nicht schwierig aus, wenn es noch ein 'Besserungsmittel' bedarf? Oder sollte nicht noch ein Dirigens nöthig sein? Ich dächte! Die bunte Reihe zu vollenden und der Schule Genüge zu thun.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Ich getraue mir, zu behaupten, dass je zwei und zwei Arzneien zusammengesetzt fast nie, jedes seine eigne Wirkung in dem menschlichen Körper äussern, sondern fast stets eine von der Wirkung der beiden einzelnen verschiedene, — eine Mittelwirkung, eine Neutralwirkung, — wenn ich den Ausdruck von chemischen Verbindungen entlehnen darf.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Je zusammengesetzter unsre Recepte sind, desto finstrer wird es in der Arzneikunde.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Darf ich's gestehen, dass ich seit mehreren Jahren nie etwas anderes, ausser ein einziges Mittel auf einmal verordnet und nie wiederholt habe, als bis die Wirkung der vorigen Gabe exspirirt war; — ein Aderlass allein, — ein Ausleerungsmittel allein, — und immer nur ein einfaches, nie ein gemischtes Mittel — und nie ein anderes, als • bis ich mit der Verrichtung des erstern aufs Reine war? Darf ich's gestehen, dass ich auf diese Art glücklich und zur Zufriedenheit meiner Kranken geheilt und Dinge gesehen habe, die ich sonst nie gesehen hätte?&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;„Sind die Hindernisse der Gewißheit und Einfachheit der practischen Arzneykunde unübersteiglich?“;Journal der practischen HeilkundeHufl (1797), 4. Bd., 4. St., S. 727-762&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;» &amp;lt;/span&amp;gt;Von den Kräften eines komponirten Arzneimittels lässt sich nichts a priori schliessen. Jedes Mittel hat seine eigne Tendenz. Mehrere in verschiedenen Richtungen mit verschiedener Kraft gegen einander stossende Kugeln von ungleichartiger Masse und Grösse, welchen Weg werden diese nehmen? Wer sieht das voraus?&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;amp;nbsp; &amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Neues Edinburger Dispensatorium [[Lewis, William:] The Edinburgh new dispensatory. Edinburgh 1794]. 2 Bde., Leipzig 1797-1798; S. 606&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Treffend und scharf kritisiert Hahnemann 1808 den Zustand der damaligen Arzneikunst&amp;lt;ref&amp;gt;Ueber den jetzigen Mangel außereuropäischer Arzneyen. AAdD (1808), 2. Bd.,&lt;br /&gt;
Nr. 207, Sp. 2265-2270&amp;lt;/ref&amp;gt; , indem er die von älteren und jüngeren Praktikern angewandten Curarten bespricht:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;» &amp;lt;/span&amp;gt;Die Curart der meisten Krankheiten durch Ausfegen des Magens und Darmkanals —; die Curart, die ihre Arzneipfeile gegen angebliche Schärfen und Unreinigkeiten in dem Blute und den übrigen Säften, gegen krebsartige, rhachitische, gegen Scrophelschärfe, Gichtschärfe, Flechtenschärfe, gegen scorbutische Schärfe richtet —; die Curart, welche bei den meisten Krankheiten irgend eine Art von Grundübel, entweder Zahnarbeit, oder Fehler im Gallensystem, oder Hämorrhoiden, oder Infarctus, oder Verstopfungen in den Gekrösdrüsen, oder Würmer annimmt und so draufhin curirt —; die Curart, welche in Krankheiten nichts als Schwäche vor sich zu haben, nichts als reizen und abermals reizen zu müssen wähnt (was sie auch stärken nennen) —; die Curart, welche den kranken Körper bloss für eine chemisch zersetzte Masse ansieht, die durch chemische (stickstoffhaltige, 'oxygenhaltige, wasserstoffhaltige) Gegenmittel wieder in die rechte Mischung gesetzt werden müsse, — eine andere Curart, die in Krankheiten nichts als Schleim zur Grundursache annimmt; eine andere, die nur Verdickung der Säfte; eine andere, die nur Säure, eine andere, die nur Fäulniss bekämpfen zu müssen glaubt u. s. w.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Man denke sich nun, in welche Verlegenheit ein Arzt am Krankenbette kommen muss, ob er diese oder jene Methode zu befolgen habe, in welches Gedränge er kommen muss, wenn weder die eine noch die andere Curart anschlägt, wie er da bald von dieser, bald von jener Absicht verleitet, bald diese, bald jene Arzneiformel zu verschreiben, bald wieder wegzusetzen und wieder eine andere zu verschreiben genöthigt wird, auch, weil gewöhnlich keins auf den Krankheitsfall passen will, durch die Stärke der Gaben der kräftigsten, theuersten Arzneien erzwingen zu müssen glaubt, was er durch kleine, seltne Gaben einfacher, aber treffender Arznei nicht mit Gelindigkeit zu heilen weiss.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
===== Kritik an den Arzneimittellehren =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dr. Samuel Hahnemann fand die Arzneimittellehren seiner für nicht glaubwürdig.&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Und woher haben denn die Arzneimittel-Lehren diese Angaben? Doch wohl nicht von einer unmittelbaren Offenbarung? Wahrlich! fast sollte man glauben, sie müssten sie von einer unmittelbaren Eingebung von oben her haben, denn aus der Praxis der Aerzte können sie nicht herrühren, die, wie bekannt, es unter ihrer Würde halten, eine einzelne einfache Arzneisubstanz, und nichts weiter, in einer Krankheit zu verordnen, und lieber die Kranken sterben, lieber die Arzneikunst ewig Urkunst sein liessen, ehe sie sich ihres gelehrten Vorrechts begäben, kunstmässig zusammengesetzte Formeln zu verordnen.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Die meisten angeblichen Tugenden der einfachen Arzneien sind ursprünglich blos in der Hausmittelpraxis aufgekommen und von gemeinen Leuten und Laien auf die Bahn gebracht worden . . . . Diese nackten Nachrichten sammelten sehr kürzlich, oberflächlich und tumultuarisch, mit Aberglauben und Vermuthungen durchwebt, die alten Kräuterbüchermacher Matthioli, Tabernämontan, Gesner, Fuchs, Lonicer, Ray, Tournefort, Bock, Lobel, Thurneisser, Clusius, Bauhin ete. mit dem, was der quellenlose Dioscorides davon in gleichem Tone gesammelt hatte, untermischt, und mit diesem uncritischen Verzeichnisse ward dann unsere gelehrt scheinende Materia medica angefüllt; eine schrieb der andern nach, bis auf unsere Zeiten. Dies ist ihr (eben nicht zuverlässiger) Ursprung.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Die wenigen Bücher, welche Ausnahmen hiervon machen (Bergius und Cullen) sind desto magerer in Angabe der Kräfte der Arzneien; da lernt man, da sie meistens, — besonders letzterer — das Schwankende und Unbestimmte wegliessen, wenig Positives.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Solche Urteile über die allöopathische Arzneimittellehre findet man später in der Literatur zahlreich vor; man könnte einen ganzen Band damit füllen. Zu Hahnemanns Zeiten aber war solches Auftreten etwas Unerhörtes, „Freches&amp;quot; wie die Allöopathen versicherten. Kein Arzt seit Paracelsus hatte es gewagt, mit solcher Offenheit und solchem Mut die ganze Erbärmlichkeit des damaligen ärztlichen Treibens darzulegen.&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;quot;Es muss doch einmal laut und öffentlich gesagt werden&amp;quot;; so schrieb er in einem anonym erschienenen Aufsatz&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;Allg. Anz. d. Deutschen Nr. 207.&amp;lt;/ref&amp;gt; , im Jahre 1808, nachdem er bereits durch 20 Jahre seine Mitärzte auf die Schäden der Heilwissenschaft aufmerksam gemacht, „und so sei es denn vor aller Welt laut und unverholen gesagt: unsre Arzneikunst braucht vom Haupte bis zum Fusse eine völlige Reformation. Was nicht sein sollte, geschieht, und was das Wesentlichste ist, wird völlig übersehn. Das Uebel ist so schlimm geworden, dass nicht die gutgemeinte Gelindigkeit eines Johann Huss mehr hilft, sondern dass der Feuereifer eines felsenfesten Martin Luther den ungeheuren Sauerteig ausfegen muss.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Keine Wissenschaft, keine Kunst, ja selbst kein Handwerk ist so, wenig mit dem Gange der Zeit fortgeschritten, keine Kunst ist so sehr in ihrer ursprünglichen Unvollkommenheit zurückgeblieben, als die Arzneikunst.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Bald folgte man dieser Mode, bald einer andern, bald diesem Lehrgebäude, bald jenem, und wenn das neuere nicht zu taugen schien, suchte man das alte, (schon damals untauglich befundene) wieder hervor. Immer curirte man, nicht nach Ueberzeugungen, sondern nach Meinungen, wovon jede um so künstlicher und gelehrter war, je weniger sie taugte, so dass wir nun dahingekommen sind, dass wir zwar die unselige Wahl haben, eine von den vielen Methoden, die fast alle gleich lahm sind, uns trostlos auszusuchen, aber gar keine feste Norm zum Handeln, keine festen Grundsätze zum Heilen, die anerkannt die besten wären. Jeder verfährt nach dem, was ihn seine Schule lehrte, und was ihn seine Einbildung heisst, und jeder findet in dem unermesslichen Magazine von Meinungen &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;, &amp;lt;/span&amp;gt;Vertreter, auf die er sieh berufen kann.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Am Schluss seiner Abhandlung „Ueber den Werth der speculativen Arzneisysteme&amp;quot; ruft er aus: „Dies ist der wahre, aber schaudervolle Zustand der bisherigen Arzneikunst, welche unter der täuschenden Verheissung von Heil und Gesundheit an dem Leben so vieler Erdenbürger nagt. 0! dass mirs glückte, den bessern Theil der Aerzte, den, welcher die Leiden unsrer Brüder mitfühlt, und sich sehnt, ihnen helfen zu können, auf reinere, gerade zum Ziele führende Grundsätze hinzuweisen!&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
===== Prüfung der Arzneien an gesunden Organismen =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es liegt nahe, dass zu jeder Zeit Arzneien geprüft worden sind, auch am gesunden Körper.&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Aber,&amp;quot; sagt Hahnemann &amp;lt;ref&amp;gt;Organon der Heilkunst. Fünfte verbesserte und vermehrte Auflage. Dresden und Leipzig&lt;br /&gt;
1833; S. 18&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;„vom Dioscorides an steht in allen materiis medicis bis auf die neueren Bücher dieser Art fast nichts von den einzelnen Arzneien angemerkt, was ihre specielle, eigentliche Wirkung sei; sondem, ausser den Angaben &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;von ih&amp;lt;/span&amp;gt;rem vermeintlichen Nutzen gegen diesen oder jenen Krankheitsnamen der Pathologie blos: ob sie Harn, Schweiss, Brustauswurf oder Monatreinigung befördern und vorzüglich ob sie Ausleerung aus dem Speise- und Darmkanale von oben oder unten bewirke, weil alles Dichten und Trachten der praktischen Aerzte von jeher vorzüglich auf Ausleerung eines materiellen Krankheitsstoffes und mehrerer, den Krankheiten zu Grunde liegen sollender Schärfen gerichtet war.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Jedoch war Hahnemann der Erste, welcher diese Prüfung zur Methode machte.&amp;lt;br/&amp;gt; Schon im Jahre 1790 sehen wir ihn an seinem eigenen Körper Arzneiversuche anstellen. 1796 schreibt er in Hufelands Journal &amp;lt;ref&amp;gt;II. St. 3; S. 465f&amp;lt;/ref&amp;gt; , dass das Erforschen &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;specifischer &amp;lt;/span&amp;gt;Mittel&amp;lt;ref&amp;gt;An dieser Stelle wollen wir von vornherein bemerken, dass das Wort spezifisch in der Homöopathie eine andere Bedeutung hat, als bei den allöopathischen Therapeuten. Letztere verstehen unter spezif. Mitteln solche, welche gegen eine bestimmte Krankheit gerichtet sind; so ist ihnen Chinin ein Spezifikum gegen 	Wechselfieber, Mercur gegen Syphilis etc. Der Arzt, welcher nach einem Mittel für eine Krankheitsform sucht, verfällt dem Schlendrian. Die Homöopathen verstehen unter spezifischen Mitteln solche, welche bestimmte Organe und Gewebe, und eben nur diese und nicht andere, unter bestimmten Umständen zu beeinflussen im Stande sind. [Ameke]&amp;lt;/ref&amp;gt; das wünschenswerteste, löblichste Beginnen sei, beklagt aber den völligen Mangel an jedem Anhaltspunkt für ihre Auffindung, wozu bisher &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;nur die Erfahrung der unsichere Wegweiser gewesen sei.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Es bleibt uns nichts übrig, als die zu erforschenden Arzneien an unserm Körper selbst zu versuchen. Diese Notwendigkeit sah man zu allen Zeiten ein, aber man betrat gewöhnlich den falschen Weg, indem man sie bloss, wie oben gedacht, empirisch und auf das Geratewohl gleich in Krankheiten anwendete.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Auf diese Weise, führt er weiter aus, konnten zumal bei den Vielgemischen keine sicheren Erfahrungen gesammelt werden.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Der wahre Arzt, dem die Vervollkommnung seiner Kunst am Herzen liegt, kann keine anderen Nachrichten von Arzneien gebrauchen als&amp;lt;br/&amp;gt; '''Erstens, welche reine Wirkung bringt eine jede vor sich in dieser und jener Gabe im gesunden menschlichen Körper hervor.&amp;lt;br/&amp;gt; Zweitens, was lehren die Beobachtungen ihrer Wirkung in dieser und jener einfachen und verwickelten Krankheit.&amp;quot;'''&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Zur Erforschung der Arzneiwirkungen am gesunden Körper empfiehlt er die Selbstprüfung und das Studium der Vergiftungsgeschichten. &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;„&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Eine vollständige Sammlung dieser Art Nachrichten mit Bemerkung der Grade der Glaubwürdigkeit ihrer Erzähler würde, wenn ich mich nicht sehr irre, der Grundcodex der Arzneimittelkunde, das heilige Buch ihrer Offenbarung sein . . . .&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Eifrig war er bemüht, Arzneien an sich und Anderen, die sich dazu hergaben, zu prüfen, Vergiftungsgeschichten zu sammeln und die erlangten Resultate zusammenzustellen zu einer Arzneimittellehre, welche frei sein sollte von allen Vermutungen und sich allein stützen sollte auf das Experiment.&amp;lt;br/&amp;gt; SeinBestreben ging dahin, eine physiologische Arzneimittellehre zu gründen.&amp;lt;br/&amp;gt; Der erste Versuch dieser Art war betitelt: ''Fragmenta de viribus medicamentorum positivis sive in sano corpore humano observatis''&amp;amp;nbsp; (1805), worin er die Ergebnisse seiner Prüfungen und seiner Studien systematisch ordnete.&amp;lt;br/&amp;gt; Ein nur oberflächlicher Blick in diese Sammlung zeigt, mit welch hingebendem Fleiss und mit welcher Überzeugungstreue er daran gearbeitet hat. Das Buch besteht aus 2 Teilen, von denen der erste 269, der zweite Teil, der das Repertorium des ersten Teiles enthält, 470 Seiten stark ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Im folgenden Jahre 1806 tritt Hahnemann mit einer längeren Auseinandersetzung wieder in Hufelands Journal für Arzneiprüfungen und genaues Individualisiren ein. &amp;lt;ref&amp;gt;Ueber Chinasurrogate St. 4 S. 27.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zwei Jahre später 1808 rät er &amp;lt;ref&amp;gt;Im „Allgem. A. d. D.“ No. 237 Stapf. I. c. I. 52.&amp;lt;/ref&amp;gt; in dem Aufsatze „Ueber die Surrogate ausländischer Arzneien und über die jüngst von der medic. Fakultät in Wien angegebenen Üeberflüssigkeitsgrade der letzteren&amp;quot; Folgendes:&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;,, Man lehre nur die Aerzte allgemein gültige Grundsätze, nach denen die Kräfte der Arzneien mit Gewissheit erkannt und geprüft werden können, wozu eine jede unwidersprechlich tauglich und passend sei, für welche Krankheitsfälle jedes ausschliesslich quadrire und in welcher Gabe . . . Doch so weit sind wir noch lange nicht, noch sind keine Grundsätze allgemein anerkannt, nach denen die Heilkräfte der (auch noch nicht zu Heilabsichten am Krankenbette gebrauchten) Arzneien festständig im Voraus bestimmt werden könnten, ohne sie erst den ewig langen, fast nie beweisenden, gemeinschädlichen Weg passiren zu lassen, ,sie am Krankenbette auf gut Glück zu probiren'. Dieser dunkle, wenig oder nichts beweisende &amp;lt;/span&amp;gt;Weg ab effectu in morbis hat noch die grausame, nicht zu entschuldigende Seite, dass der in Krankheiten ohnehin so reizbare Mensch leicht unter so vielen blinden Proben verschlimmert, auch wohl ein Raub des Todes werden kann, zumal bei der neuen Sitte, recht grosse Gaben starker Arzneien zu verordnen.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
==== Similia similibus ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um den neuen, den besseren Weg in der Heilkunde verstehen zu lernen, ist es nötig, wieder einige Jahre zurückzublicken. Im „Unterricht für Wundärzte über die venerischen Krankheiten&amp;quot;, 1789, spricht Hahnemann über die Wirkungsweise des Quecksilbers, welche er zurückführt auf die dem Quecksilber eigenthümlichen, einen Gegenreiz im&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Körper &amp;lt;/span&amp;gt;bewirkenden Erscheinungen, die er im ausgebildetsten Stadium schildert und mit der Bezeichnung „Merkurialfieber&amp;quot; belegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Hierdurch schon zweigte er sich von der breiten Heerstrasse ab, auf der man ''die Heilkraft des Merkur durch Ausleitung des „Miasma&amp;quot; vermittelst Speichelfluss, Schweiss, Durchfall oder vermehrter Harnsekretion'' erklärte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''''&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ecf0f1&amp;quot;&amp;gt;Hahnemann jedoch hielt die Erzeugung dieses seines „Merkurialfiebers&amp;quot; zur Tilgung der Syphilis für notwendig.&amp;lt;/span&amp;gt;'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Jahre, 1790, übersetzte Hahnemann Cullens Materia medica. Cullen erklärte (II. 108) die Heilsamkeit der China bei Wechselfieber durch ihre „auf den Magen ausgeübte stärkende Kraft&amp;quot;, und setzte hinzu, dass er „nichts in irgend einer Schrift angetroffen, was ihn in Rücksicht der Wahrheit seines Satzes zweifelhaft mache.&amp;quot; Hahnemann verwarf diese Erklärung in einer Anmerkung und setzte hinzu:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Man bedenke jedoch Folgendes. Substanzen, welche eine Art Fieber erregen (sehr starker Kaffee, Pfeffer, Wolferlei, Ignazbohne, Arsenik) löschen die Typen des Wechselfiebers aus. — Ich nahm des Versuchs halber etliche Tage zweimal täglich jedesmal 4 Quentchen [also 15 Gramm; Ameke] gute China ein; die Füsse, die Fingerspitzen etc, wurden mir erst kalt, ich ward matt und schläfrig, dann fing mir das Herz an zu klopfen, mein Puls ward hart und geschwind; eine unleidliche Aengstlichkeit, ein Zittern (aber ohne Schauder), eine Abgeschlagenheit durch alle Glieder; dann Klopfen im Kopfe, Röthe der Wangen, Durst, kurz alle mir sonst beim Wechselfieber gewöhnlichen Symptome (Hahnemann hatte in Erlangen am Wechselfieber gelitten &amp;lt;ref&amp;gt;Monro II. 396&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;) erschienen nach einander, doch ohne eigentlichen Fieberschauder. Mit kurzem: auch die mir bei Wechselfiebern gewöhnlichen besonders characteristischen Symptome, die Stumpfheit der Sinne, die Art von Steifigkeit in allen Gelenken, besonders aber die taube widrige Empfindung, welche in dem Periostium über allen Knochen des ganzen Körpers ihren Sitz zu haben scheint — alle erschienen. Dieser Paroxismus dauerte 2 - 3 Stunden jedesmal, und erneuerte sich, wenn ich diese Gabe wiederholte, sonst nicht. Ich hörte auf und ich war gesund.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Seite 115 erwähnt er, dass man eine Art künstlichen Fiebers mit Ipecacuanha erregen müsse, um gewisse Formen von Intermittens zu heilen. 1791 erschien die Übersetzung von Monro. (1794 als 2. unveränderte Auflage.) Auch hier zeigte er die Ansicht (II. 333), dass man „in schleichenden Fiebern von unbekannter Ursache, wo die Lebenskraft vor sich allzu unthätig ist, ein neues, stärkendes, hülfreiches Fieber&amp;quot; erregen müsse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''''&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ecf0f1&amp;quot;&amp;gt;Als Heilgrundsatz und überhaupt zum ersten Male erwähnt er das Simile im Jahre 1796&amp;lt;/span&amp;gt;''' in dem bekannten Aufsatz aus Hufelands Journal'''''&amp;lt;i&amp;gt;„Versuch über ein neues Prinzip zur Auffindung der Heilkräfte der Arzneisubstanzen, nebst einigen Blicken auf die bisherigen&amp;lt;/i&amp;gt;.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Hufl (1796), 2. Bd., 3. St., S. 391-439 u. 4. St., S. 465-561&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; Er spricht zunächst von den verschiedenen Wegen, welche die praktische Heilkunde eingeschlagen hatte, um den pathologischen Veränderungen des Körpers entgegenzutreten.'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Der erste Weg, die Grundursachen der Uebel hinwegzunehmen oder zu zerstören, war der erhabenste, den sie betreten konnte. Alles Dichten und Trachten der besten Aerzte in allen Jahrhunderten ging auf diesen, der Würde der Kunst angemessensten Zweck.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Weiteren nennt er dieses Verfahren über alle Kritik erhaben, obgleich die Mittel dazu nicht immer die zweckmäßigsten gewesen seien.&amp;lt;br/&amp;gt; Hahnemann bespricht dann die Arzneien, welche nach contraria contrariis wirken, z. B. Abführmittel bei Verstopfung, Aderlass, Kälte und Salpeter bei Entzündungen, Alkalien bei Magensäure, Opium bei Neuralgien.&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„In acuten Krankheiten, welche, wenn wir die Hindernisse der Genesung auch nur auf einige Tage entfernt halten, die Natur grösstentheils selbst besiegt, . . . sind diese Arzneianwendungen richtig, zweckmässig, hinreichend, (Später im Organon verwarf er derartige Arzneianwendungen bis auf wenige Ausnahmen gänzlich, auch bei akuten Krankheiten) so lange wir den oben erwähnten Stein der Weisen (die Kenntniss der Grundursache jeder Krankheit und ihrer Abhülfe) noch nicht besitzen, oder so lange wir kein schnell wirkendes Specificum haben.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Bei chronischen Krankheiten ist nach Hahnemann die Heilart nach contraria contrariis verwerflich. Verstopfung durch Abführmittel, Blutwallungen hysterischer, kachektischer, hypochondrischer Personen durch Aderlässe, das saure Aufstoßen mit Alkalien, chronische Schmerzen mit Opium zu behandeln, ist misslich.&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Und wenn der grössere Theil meiner ärztlichen Zeitgenossen noch dieser Methode anhinge, ich fürchte mich doch nicht, sie palliativ, schädlich, verderblich zu nennen.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
„Um die Wirkungen der Heilmittel zu erforschen, um sie den Körperbeschwerden anzupassen, sollte man sich so wenig wie möglich auf den Zufall verlassen, sondern so rationell und geflissentlich zu Werke gehn, als nur möglich.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Allein durch die Prüfungen der Arzneien am gesunden Organismus &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;»&amp;lt;/span&amp;gt;lässt sich die wahre Natur, die ächte Wirkung der Arzneisubstanzen geflissentlich entdecken, aus ihnen allein lässt sich errathen, welchen Krankheitsfällen sie mit Erfolg und Sicherheit auzupassen sind.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Jedes wirksame Arzneimittel erregt im menschlichen Körper eine Art von eigner Krankheit, eine desto eigenthümlichere, ausgezeichnetere und heftigere Krankheit, je wirksamer die Arznei ist. &amp;lt;ref&amp;gt;Die wirksamsten, specifiche Krankheit erregenden, folglich hülfreichsten Arzneien nennt der Laie Gifte. Anmerkung Hahnemanns&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;“&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Man ahme der Natur nach, welche zuweilen eine chronische Krankheit durch eine andere hinzukommende heilt, und wende in der zu heilenden (vorzüglich chronischen) Krankheit dasjenige Arzneimittel an, welches eine andre, möglichst ähnliche, künstliche Krankheit zu erregen im Stande ist, und jene wird geheilet werden;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;'''''&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ecf0f1&amp;quot;&amp;gt;Similia Similibus&amp;lt;/span&amp;gt;'''''&amp;lt;/u&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„'''''&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ecf0f1&amp;quot;&amp;gt;Man darf nur die Krankheiten des menschlichen Körpers genau nach ihrem wesentlichen Charakter und ihren Zufälligkeiten auf der einen, und auf der andern Seite die reinen Wirkungen der Arzneimittel, das ist, den wesentlichen Character der von ihnen gewöhnlich erregten, specifischen künstlichen Krankheit, nebst den zufälligen Symptomen kennen, die von der Verschiedenheit der Gabe, der Form etc, herrühren und man wird, wenn man für die natürlich gegebene Krankheit ein Mittel answählt, was eine möglichst ähnliche, künstliche Krankheit hervorbringt, die schwierigsten Krankheiten heilen können.&amp;lt;/span&amp;gt;'''''&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Die „Erläuterung&amp;quot; seines Heilgrundsatzes erfolgt mit Hilfe von Beispielen mit einer Menge von Arzneimittel. Dabei begeht Hahnemann einen großen Fehler, den größten, den er dabei machen konnte. Er verlässt den Weg der Induktion zu früh, und nimmt bei vielen Arzneiwirkungen als wahr an, was er erst beweisen soll. Vielfach werden Hypothesen statt Belege angeführt, während andere Beispiele wiederum sehr unzulänglich sind. - Hätte er nur unanfechtbare Beweise gebracht, wie er es mit Belladonna, Mercur, Arsenik, Aconit, Veratrum album, Ipecacuanha, Rhus tat und &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;all das zweifelhafte Material weggelassen — er hätte seiner Sache besser gedient.&amp;lt;br/&amp;gt; Es darf auch hier nicht vergessen Werden, dass er ein Kind seiner Zeit war, und unsere heutigen Kenntnisse nicht haben konnte.&amp;lt;br/&amp;gt; Ein jeder Arzt, der ohne Parteisucht an das Studium der Hahnemannschen Schriften herangeht, muss zu der Einsicht kommen, dass derselbe bei allerdings großen Fehlern, redlich bemüht gewesen ist, in dem ungeheuren Chaos von Vermutungen, Meinungen, theoretischen Spekulationen, bei der verwirrenden Mannigfaltigkeit der Erfahrungen, der Medizin eine feste Grundlage auf naturwissenschaftlichem Boden zu geben.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1805 erschien die „Heilkunde der Erfahrung.&amp;quot; Darin entwickelt Hahnemann folgenden Gedankengang:&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Jede Krankheit hat einen, die Verrichtung und das Wohlbefinden unserer Organe störenden, widernatürlichen Reiz eigener Art zum Grunde.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Diesem Hauptsatze stellt er zwei „Erfahrungssätze&amp;quot; unter:&amp;lt;br/&amp;gt; „Erster Erfahrungssatz&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ecf0f1&amp;quot;&amp;gt;Wenn 2 widernatürliche Reize zu gleicher Zeit auf den Körper wirken, so wird, wenn beide ungleichartig sind, die Wirkung des einen schwächeren Reizes von der des andern, stärken auf einige Zeit zum Schweigen gebracht und suspendirt.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Zweiter Erfahrungssatz&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ecf0f1&amp;quot;&amp;gt;Wenn beide Reize grosse Aehnlichkeit mit einander haben, so wird der eine (schwächere) Reiz, sammt seiner Wirkung, von der analogen Kraft des andern (stärkeren) gänzlich ausgelöscht und vernichtet.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Durch Beispiele aus der täglichen Praxis sucht er diese beiden Sätze zu stützen, um dann als Schlusssatz den folgenden aufzustellen:&amp;lt;br/&amp;gt; „&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ecf0f1&amp;quot;&amp;gt;Um also heilen zu können, werden wir nöthig haben, dem vorhandenen widernatürlichen Reize der Krankheit eine passende Arznei, das ist, eine andere krankhafte Potenz von sehr ähnlicher Wirkung, als die Krankheit äussert, entgegenzusetzen.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Weiterhin heisst es:&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;„Blos jene Eigenschaft der Arzneien, eine Reihe specifischer Krankheitssymptome im gesunden Körper zu erzeugen, ist es, wodurch sie Krankheiten heilen, das ist, den Krankheitsreiz durch einen angemessenen Gegenreiz aufheben und verlöschen können.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Den specifischen Krankheitsmiasmen nicht unähnlich, bewirkt jedes einfache Arzneimittel eine eigene specifische Krankheit — eine Reihe bestimmter Symptome, welche genau auf dieselbe Weise an keiner andern Arznei in der Welt vorkömmt.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Um nun die Arzneiwirkung kennen zu lernen „wendet man diese starken, sowie die minder starken Arzneimittel versuchsweise, jedes einzeln und unvermischt, in gesunden Körpern bedächtlich an, und zeichnet unter sorgfältiger Entfernung aller influirenden Nebenumstände, die davon sich ereignenden Zufälle, in der Ordnung, wie sie vorkommen, genau auf und erhält so das reine Resultat der Krankheitsform, die jede dieser Arzneisubstanzen absolut und für sich im menschlichen Körper zu erregen im Stande ist.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „So muss man sich die Kenntniss eines hinlänglichen Vorrathes künstlicher krankhafter Potenzen (Arzneien) zu Heilwerkzeugen verschaffen, um die Auswahl unter ihnen zu haben. Etwas von der Art sind meine: Fragmenta de viribus medicamentorum.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Mit einigen wenigen, einzeln hinter einander gebrauchten, öfterer aber mit einem einzigen, einfachen Mittel, können wir die grössten Unordnungen des kranken Körpers wieder in naturgemässer Harmonie auflösen, können wir die langwierigsten, unheilbar scheinenden Krankheiten in Gesundheit verwandeln — während wir die kleinsten Uebel von einem Haufen gewählter und vielgemischter Mittel in grössere, in die grössten, beschwerlichsten, unheilbarsten Krankheiten ausarten sehen.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;amp;nbsp;» &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Welchen von beiden Wegen will der nach Vervollkommnung strebende Heilkünstler wählen?&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;amp;nbsp;» &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;Die wohlthätigsten Wirkungen hervorzubringen, ist stets ein einziges einfaches Mittel geeignet, ganz ohne Zusatz; wenn es nur das best gewählte, das passendste, in der rechten Gabe ist. Nie ist es nöthig, ihrer zwei zusammenzusetzen.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;amp;nbsp;» &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Wir geben eine Arznei, um wo möglich durch dieses einzelne Mittel die ganze Krankheit zu heben, oder, wenn dies nicht völlig möglich ist, aus dem Erfolge der Arznei zu sehen, was noch an Hülfe gebricht. Eine, zwei, höchstens drei einfache Arzneien sind zur Hebung der grössten Krankheit hinreichend, und wenn dies nicht geschieht, so ist es unsere Schuld; nicht die Natur, nicht die Krankheit ist daran Schuld.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; . . . „Da nun jedesmal nur ein einziges einfaches Arzneimittel nöthig ist, so wird es einem wahren Heilkünstler nicht einfallen, durch ein Gemisch von Arzneien sich und seine Kunst herabzuwürdigen und seinem eigenen Zwecke entgegen zu arbeiten. Es wird vielmehr ein Zeichen sein, dass er seiner Sache gewiss ist, wenn man ihn blos eine einzige Arzneisubstanz verordnen sieht.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
==== Der Entwicklungsgang in Hahnemanns Arzneizubereitung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fußnoten:==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.freewiki.eu/de/index.php?title=Hom%C3%B6opathie_in_der_Geschichte_der_Medizin&amp;diff=1023</id>
		<title>Homöopathie in der Geschichte der Medizin</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.freewiki.eu/de/index.php?title=Hom%C3%B6opathie_in_der_Geschichte_der_Medizin&amp;diff=1023"/>
		<updated>2018-11-04T17:56:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;SiLet: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Entstehung der Homöopathie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entstehung der [[Homöopathie|Homöopathie]] muss im Kontext der zeitgenössischen Wissenschaft gesehen werden, damit sie aus heutiger Sicht nachvollzogen werden kann. Da Wissenschaftler des 18. und 19. Jahrhunderts die noch fehlenden Grundlagenkenntnisse unter einfachsten Bedingungen erst noch finden mussten, erweist sich Dr. [[Samuel_Hahnemann|Samuel Hahnemann]] als ein außerordentlicher Pionier in der Medizingeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Entstehung der modernen Chemie ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zu den Entdeckungen Lavoisiers waren die Lehren von Joh. Joach. Becher (1635 - 1682) und G. E. Stahl (1660 - 1734) bedeutend, besonders in der Lehre des Phlogiston. Nach Prof. Neumann war das Phlogiston das brennbare Prinzip, ohne das nichts auf der Welt brennen kann. Schwefel z. B. bestand also aus Schwefelsäure und Phlogiston. Auch schreibt Neumann: „Das Wasser ist nichts als eine von der Wärme flüssig gemachte durchsichtige Erde, die man Eis nennet. Es besteht aus vier Elementen: terra vitrescens, terra mercurialis, terra sulfurea und inflammabilis.“&amp;lt;ref&amp;gt;Prof. Caspar Neumann in ‘Chymia Medica Dogmatico-Experimentalis [Gründliche und mit Experimenten erwiesene Medizinische Chemie], 2. Auflage, 1756&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neumann wurde zu Hahnemanns Zeiten noch oft als Autorität genannt. Es gab auch noch Alchimisten.&amp;lt;br/&amp;gt; Bei den chemischen Untersuchungen jener Zeit gab es die große Schwierigkeit, dass man keine oder nur wenige ‘einfache’ Körper, die Elemente, kannte. Man suchte nach dem „Grundwesen“ der Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1791 schreibt Prof. Gren über chemische Verwandtschaften: Feuer mit Luft = Phlogisierte Luft; Luft mit Wasser = Durchdringung; Feuer mit Gummi = Kohle.&amp;lt;br/&amp;gt; Lavoisier machte diesen Annahmen gegen heftigsten Widerstand und langer Gegenwehr ein Ende. In diese Zeiten fallen auch Hahnemanns chemische Arbeiten. 1770 zeigte Lavoisier, dass sich Wasser nicht in Erde verwandelt, sondern aus Wasserstoff und Sauerstoff zusammengesetzt ist. 1774 beweist er, dass die Zunahme des Gewichts, welche Metalle beim ‘Verkalken’ (Oxidieren) erfahren, von dem „Einschlucken“ von Luft herrühre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Crell’s Chemischen Annalen &amp;lt;ref&amp;gt;https://en.wikipedia.org/wiki/Crell%27s_Annalen&amp;lt;/ref&amp;gt;veröffentlichte Hahnemann einige seiner frühen Schriften. 1790 lädt er zu Untersuchungen zur Entscheidung über die Frage zum Phlogiston ein. Leider kam es wegen des Ausbruchs der Französischen Revolution nicht mehr dazu, in deren Verlauf Lavoisier unter der Guillotine endete (1794).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1799 konstatiert Gmelin, dass das System Lavoisiers von dem größeren Teil der ‘Scheidekünstler’ angenommen sei. &amp;lt;ref&amp;gt;Geschichte der Chemie III. S.278&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hahnemann als Chemiker ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hahnemann trat als Chemiker auf, ohne dass er einen besonderen Unterricht gegenüber anderen Ärzten genossen oder vorher Assistent in einem Laboratorium gewesen wäre - er war Autodidakt. 1784 übersetzt er Demachys „Laborant im Grossen oder Kunst, die chemischen Produkte fabrikmäßig zu verfertigen“. 2 Bände. Hahnemann verbesserte und ergänzte das Werk durch eigene Anmerkungen bedeutend. Demachy war Mitglied der Akademien zu Paris und Berlin. Hahnemann zeigte in seinen Anmerkungen eine erstaunliche Kenntnis in allen Fragen, die irgendwie mit dem Inhalt des Buches zusammenhängen. Erschöpfend ist seine Literaturkenntnis, die er an zahlreichen Stellen durch Auskunft zum besseren Verständnis des Vorgetragenen zeigt. Oft erklärt er chemische Vorgänge genauer. Oft verbessert Hahnemann Irrtümer und Fehler, die Wilhelm Ameke in seinem Werk „Die Entstehung und Bekämpfung der Homöopathie“ durch einige Beispiele belegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1786 gibt Hahnemann das Buch „Über die Arsenikvergiftung, ihre Hülfe und gerichtliche Ausmittelung“ heraus. Der besonders um die Pharmazie verdiente Arzt Bergrath Dr. Buchholtz in Weimar schreibt: “... Die für jene Zeit klassische Schrift Samuel Hahnemanns über den Arsenik, wodurch die damals besten Arsenikanalysen in die gerichtliche Medizin eingeführt wurden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== Veröffentlichungen Hahnemanns in Crell's Chemischen Annalen ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1787 (II. 387-396): „Ueber die Schwierigkeit der Minerallaugensalzbereitung durch Potasche und Kochsalz“.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1788 (I. 141 - 142): „Ueber den Einfluss einiger Luftarten auf die Gärung des Weines“.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1788 (I. 291 - 305): „Ueber die Weinprobe auf Eisen und Bley“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1788 (III. 296 - 299): „Etwas über die Galle und Gallensteine“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1788 (III. 485f): „Ueber ein ungemein kräftiges, die Fäulniß hemmendes Mittel“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1789 (I. 202 - 207): „Mißglückte Versuche bey einigen angegebenen neueren Entdeckungen“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1789 (III. 291 - 298): „Entdeckung eines neuen Bestandtheils im Reißbley“&amp;lt;br/&amp;gt; 1790 (II. 22 - 28): „Vollständige Bereitungsart des auflöslichen Quecksilbers“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1791 (II. 117 - 123): „Unauflöslichkeit einiger Metalle und ihrer Kalke im ätzenden Salmiakgeiste“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1792 (I. 22 - 33): „Ueber die Glaubersalz-Erzeugung nach Ballen'scher Art“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1794 (I. 104 - 111): „Ueber die neuere Weinprobe und den neuen Liquor probatorius fortior“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1800 (I. 392 - 395): „Pneumlaugensalz, entdeckt von Hrn. D. Samuel Hahnemann“&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Josef M. Schmid in ‘Die Publikationen Samuel Hahnemanns, S. 27&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Chemie hält Einzug in die Medizin ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Hierbei ist Hahnemann unter den Vorreitern und zeigt bei vielen Gelegenheiten das Bestreben, die Chemie im Dienste der Medizin zu verwerten.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;lt;p style=&amp;quot;text-align: justify&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Das Werk J. B. van den Sandes „Die Kennzeichen der Güte und Verfälschung der Arzneymittel“ stammt im chemischen Teil aus Hahnemanns Feder, wie auch die genauen Angaben der Bestandteile der einzelnen Drogen. Die Prüfungsmittel für die Arzneimittel gibt Hahnemann bisweilen so gedrängt, treffend und erschöpfend, dass man an die heutigen Pharmakopöen erinnert wird. Hahnemann zeigt in dieser Schrift bereits sein Bestreben, &amp;lt;/span&amp;gt;''&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;die Grenzen der Wirksamkeit der Stoffe&amp;lt;/span&amp;gt;''&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;und ihre Löslichkeit kennenzulernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Genauigkeit herrscht in allen Punkten. Er gibt die Schmelzpunkte der Metalle, die spezifischen Gewichte derselben und ihrer Präparate an, die Löslichkeit der Salze oft bei verschiedenen Wärmegraden, bei wichtigen, wie z. B. dem Salmiak, auch noch in Weingeist von verschiedener Temperatur. Besonders wichtig scheint ihm mit Recht die Bestimmung des spezifischen Gewichtes bei den &amp;lt;/span&amp;gt;Säuren; er führte für die arzneiliche Verwendung verdünnte Säuren ein, wie es noch heute Gebrauch ist. Er setzt sogar die Verdünnungen nach dem spezifischen Gewichte fest, wobei er den heutigen Vorschriften sehr nahe kommt. Beim Essig soll die Stärke durch Sättigung mit einem Alkali bestimmt werden, wie es noch lange geschah.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/p&amp;gt; &amp;lt;p style=&amp;quot;text-align: justify&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;An verschiedenen Stellen klagt Hahnemann über die ‘Unzuverlässigkeit der pharmaceutischen Präparate’ z. B. S 317, „die nie ein Arzt mit Gewissen verschreiben kann&amp;quot; oder S. 316 „worauf soll der Arzt sich verlassen?&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/p&amp;gt; &amp;lt;p style=&amp;quot;text-align: justify&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Bei der Exaktheit in seinen Arbeiten hat Hahnemann manches Neue gefunden und hier veröffentlicht.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/p&amp;gt; &amp;lt;p style=&amp;quot;text-align: justify&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Schon 1784&amp;lt;ref&amp;gt;Demachy’s Laborant II. S. 118f&amp;lt;/ref&amp;gt;sprach Hahnemann für das Kristallisieren des Brechweinsteins, „damit wir doch endlich einmal in der Heilkunst von den Kräften dieses Mittels eine zuverlässige Norm bekommen mögen.&amp;quot; Hätte man 1784 nach seinem Drängen kristallisiert, so wären die späteren Klagen nicht erfolgt. Später wurde dieses Mittel aus Algarothpulver und mittels Kristallisirens hergestellt, wie es Hahnemann empfohlen hatte. Auch an andern Stellen macht er auf die Wichtigkeit des Kristallisirens aufmerksam und mahnt die Apotheker, wo möglich nur kristallisierte, und nicht, wie so häufig, gepulverte Salze zu kaufen - wegen der leichteren Entdeckung der Verfälschungen.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/p&amp;gt; &amp;lt;p style=&amp;quot;text-align: justify&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Für die Selbstbereitung tritt Hahnemann überall da ein, wo Verunreinigungen nicht leicht zu entdecken waren.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/p&amp;gt; &amp;lt;p style=&amp;quot;text-align: justify&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Damalige Kritik von Prof. Baldinger &amp;lt;ref&amp;gt;Medicinisches Journal, 1789, St. 21, S.33&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;nbsp;: „Dieses Buch ist äusserst wichtig und jedem praktischen Ärzte schon unentbehrlich, noch mehr aber jedem Physico,' dessen Pflicht es ist, Apotheken zu untersuchen ... Viel Gutes ist in diesem wichtigen und unentbehrlichen Buche gelehrt worden, das ich nicht genug empfehlen kann.“&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/p&amp;gt; &amp;lt;p style=&amp;quot;text-align: justify&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;In diesem Buch lehrte Hahnemann zum ersten mal seine sogenannte Weinprobe, die er später in Crells Chemischen Annalen noch genauer beschrieben hat. Hahnemann konnte so mit Bleizucker gepanschten Wein identifizieren, der zu ‘Koliken und „Kontrakturen“, auch zu Abzehrung und langsamen Tod führte’. Diese weittragende Entdeckung auf chemischem Gebiet führte zu weiter Verbreitung von Hahnemanns Namen. Übrigens wurde diese ‘Weinprobe’ später als ‘Hahnemanns Metallprobe’ verstanden.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/p&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Mercurius solubilis Hahnemanni =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Chemiker waren auf der Suche nach einem Quecksilberpräparat, welches weniger ätzend und „giftig“ sei, als Sublimat, also salzsaures Quecksilber und Turpethum minerale, basisch schwefelsaures Quecksilber. &amp;lt;ref&amp;gt;Vergl. Demachy, ‘Laborant im Grossen’ II. S. 163; ferner Gren, ‘Handbuch der Pharmacologie, Halle, 1792, II. S. 840&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Hahnemann löste zunächst Quecksilber unter Verwendung von Salpetersäure in der Kälte. Das entstehende Salz ließ er kristallisieren, spülte die Kristalle mit sehr wenig Wasser ab und trocknete sie auf Fließpapier. Auf diese Weise erhielt er reines salpetersaures Quecksilberoxydul.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Hg&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O, NO&amp;lt;sub&amp;gt;5&amp;lt;/sub&amp;gt;, kristallisiert mit 2 Äquivalenten&amp;lt;span class=&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;quot; Schon damit hatte er ein lange gebräuchliches Salz geschaffen. Selbst das Hahnemannsche Mengenverhältnis, der stete Überschuss an Quecksilber, das Lösen in der Kälte, das Abspülen der Kristalle mit nur wenig Wasser, das Trocknen auf Fließpapier ohne Wärme wurde beibehalten, weil alle diese Vorschriften als wesentlich erkannt waren.&amp;lt;br/&amp;gt; Diese Kristalle behandelte er mit einer bestimmten Menge Wasser und schlug die Lösung durch eigens bereiteten kohlensäurefreien Salmiakgeist nieder, zu dem er nochbesonders die Vorschrift gibt. Der Niederschlag bildet, nach 6-stündigem Stehen, einen schwarzen Teig, der auf einem Filtrum von weißem Fließpapier ohne alle Hitze getrocknet wird.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Die Ärzte urteilten: „Eines der allerwirksamsten gelinden Mercurialpräparate verdankt die Kunst dem bekannten und dadurch unsterblichen Hahnemann“&amp;lt;sup&amp;gt;.&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Aus: ‘Recepte und Kurarten der besten Aerzte aller Zeiten’, Leipzig, 1814, 2. Auflage, IV. 24.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit den Anerkennungen, die Hahnemann wegen seines Quecksilbers im Laufe der Jahre von nichthomöopathischen Ärzten gezollt wurden, können viele Seiten gefüllt werden.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Samuel Hahnemanns Apothekerlexikon ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verfasst 1793 - 1799&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Stoff ist alphabetisch geordnet und bespricht alle Gegenstände, welche den Apotheker bei seinen Arbeiten interessieren. Die Darstellung ist kurz, lebendig und anregend. Man findet eine genaue Beschreibung der zweckmäßigsten Einrichtung einer Apotheke und deren Räume, z. B. unter den Wörtern „Apotheke&amp;quot;, Keller, Trockenboden, Laboratorium etc. Ebenso sind die einzelnen erforderlichen Utensilien genau und mit großem Sachverständnis beschrieben. Jeder von diesen Artikeln zeigt, wie speziell Hahnemann mit den Arbeiten vertraut ist, und doch zeigt jeder andere Artikel es nicht minder. Häufig führt er neue, von ihm erfundene oder verbesserte Apparate an, nicht ohne das Verständnis durch Abbildungen zu unterstützen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Mit großer Genauigkeit und in fesselnder Weise werden die einzelnen Arbeiten des Apothekers bei der Rezeptur und im Laboratorium besprochen. Man vergleiche die Ausführungen unter „Rezept&amp;quot;, wobei Hahnemann vielerlei Anweisungen erteilt, die heute zur gesetzlichen Vorschrift geworden sind. Wie reichhaltig sind bearbeitet: Abdampfen, Abgießen, Abklären, Auflösen, Auslaugen, Auspressen u. a. allein im Buchstaben A. Es ist in den einschlägigen Dingen ein eingehender Unterricht für Apotheker gegeben, man lese nur „Emulsion&amp;quot;, die verschiedenen Arten derselben aus Samen, Fetten, Harzen, Kampfer mittelst Gummi, Tragant, Ei etc., oder man schlage nach „Destillation&amp;quot; oder „Krystallisirung&amp;quot;, um zu sehen, mit welchem Eifer Hahnemann praktisch gearbeitet haben muss, und wie er seine Erfahrungen geistig zu verarbeiten verstand.&amp;lt;br/&amp;gt; Dass er durch und durch Sachkenner war, zeigt auch das Interesse, das er am scheinbar Unbedeutendsten nahm, das nur dem Selbstarbeitenden wichtig wird, so beim Beschlag der Öfen (I. 111), bei der Destillation, bei der Anleitung zum Selbstverfertigen nicht käuflicher Apparate, bei dem verschiedenen Feuerungsmaterial für verschiedene Zwecke (I. 294), beim Pulvern der verschiedenartigsten schwer zu behandelnden Stoffe (II 1.246), bei den einzelnen Schmelztiegeln zu verschiedenen Arbeiten (II. 2.-161), bei den verschiedenen Öfen je nach dem Zweck (II. 1. 145-150) etc.&amp;lt;br/&amp;gt; Eine Reihe von Hahnemann's Forderungen für die Apothekenverwaltung sind jetzt allgemein angenommen.&amp;lt;br/&amp;gt; In diesem Lexikon hat Dr. Hahnemann Literatur aus über 100 Werke von den ersten Biologen und Zoologen eingearbeitet.&amp;lt;br/&amp;gt; Kraus sagte in seinem „medicinischen Lexicon&amp;quot; 1826 &amp;lt;ref&amp;gt;Vg. B. Hirschel, Geschichte des Brown’schen Systems, Dresden und Leipzig, 1846, S.37&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;nbsp;: Hahnemann ist ein anerkannt guter Pharmazeut und hatte sich als solcher durch Darstellung seines sogenannten Mercurius solubilis und zum Theil durch seine Abhandlung über Arsenikvergiftung, wenn gleich nach ihm diese Lehre um ein Bedeutendes vervollkommnet ist, unverwelkliche Lorbeeren erworben.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt; So hat also Hahnemann's Forschergeist und eiserner Fleiss direkt und indirekt wichtige Beiträge zur Verbesserung der ärztlichen Heilwerkzeuge geliefert, Grundlagen der ärztlichen Kunst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Arzneikunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Arzneikunde beim Auftreten Hahnemanns ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Begriffe von den Erscheinungen im gesunden und kranken Menschen wurden in Systeme gezwängt, welche von einzelnen Köpfen auf Grund vereinzelter Beobachtungen ausgedacht und den jeweiligen Ansichten und neuen Entdeckungen angepasst waren.&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;L. Hoffmann (1721-1807) fand, dass die meisten Krankheiten durch faule und durch saure Säfte entstanden, welche aus dem Körper entfernt oder mit „antiseptischen&amp;quot; und &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„&amp;lt;/span&amp;gt;versüßenden&amp;quot; Mitteln verbessert wurden.&amp;lt;br/&amp;gt; Stoll (1742-1788) lehrte, dass die Krankheiten unter dem Einfluss einer herrschenden Konstitution ständen, welche „durch die stehenden Witterungs- und epidemischen Fieber&amp;quot; bestimmt würde.&amp;lt;br/&amp;gt; Kämpf (1726-1787) zeigte, dass die meisten Krankheiten ihren Sitz im Unterleibe hätten und durch „Infarkte&amp;quot; veranlasst würden.&amp;lt;br/&amp;gt; Ende der 90er Jahre begann ausserdem noch das System des Schotten John Brown (1736 —1788) sich über Deutschland zu verbreiten. Brown trat mit großer Sicherheit auf. Nach seiner eigenen Ansicht hatte er als erster die Arzneikunst zu einer echten Wissenschaft erhoben, welche bald den Namen „Lehre der Natur&amp;quot; erhalten werde. Nach derselben besitzt jeder Mensch einen mehr oder weniger hohen Grad von Erregbarkeit. Auf dem richtigen Maße &amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;von &amp;lt;/span&amp;gt;Erregung beruht die Gesundheit. Krankheit entsteht entweder durch ein Übermaß von Erregung (Sthenie) oder durch Mangel an Erregung (Asthenie). Die Aufgabe des Arztes bestand einfach darin, die zu starke Erregung zu mäßigen, oder die zu schwache Erregung zu stärken. So wurden alle Krankheiten in zwei entsprechende Klassen eingeteilt, und ebenso die Heilmittel; es gab „sthenische&amp;quot; und „asthenische.&amp;quot; Bei den auf übermässiger Kraft beruhenden Affektionen wandte man „reizentziehende&amp;quot; Mittel an, welche nach der Reihenfolge ihrer Wirkung diese waren: Aderlass, Kälte, Erbrechen, Purgieren, Schwitzen. Bei den asthenischen Krankheitsformen wurden sthenische Mittel verordnet, der Reihenfolge ihrer Heilkraft nach: Fleisch, Wärme, Verhinderung des Erbrechens, Purgirens, Schwitzens durch Fleischkost, Gewürze, Wein, Bewegung; ferner im höheren Grade des Leidens flüchtige Reize: Moschus, flüchtiges Alkali, Kampfer, Aether, Opium.&amp;lt;Rev&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Vg. B. Hirschel, Geschichte des Brown’schen Systems, Dresden und Leipzig, 1846, S.37&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;China wurde erst von den Anhängern Browns hinzugefügt. Die Kenntnis des Baues und der Verrichtungen des Organismus war nur von untergeordneter &amp;lt;span class=&amp;quot;tm7&amp;quot;&amp;gt;Bedeutung, da alles auf die Reize und den Grad der Erregbarkeit ankam. „So groß,&amp;quot; sagte Brown, „ist die Einfachheit, auf welche die Arzneikunde zurückgebracht ist, dass ein Arzt, wenn er ans Krankenbett kommt, nur drei Dinge ins Reine zu bringen hat. Erstens ob die Krankheit allgemein oder örtlich sei, zweitens, wenn allgemein, ob sthenisch oder asthenisch, drittens von&amp;lt;/span&amp;gt;welchem Grade &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;der Erregung sie sei. Hat er über diese drei Punkte sich Aufschluss verschafft, so bleibt ihm nichts übrig, als seine Heilanzeigen und seinen Kurplan festzusetzen und ihn durch die dienlichen Mittel auszuführen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;K. Sprengel, Geschichte der Heilkunde, Halle, 1828, V. 1. S. 455&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm7&amp;quot;&amp;gt;Die Diagnose war Nebensache.&amp;lt;br/&amp;gt; Zugleich mit Brown kam die von Schelling begründete&amp;amp;nbsp; &amp;lt;ref&amp;gt;Erster Entwurf eines Systems der Naturphilosophie, Jena und Leipzig, 1799&amp;lt;/ref&amp;gt; Naturphilosophie auf. „Aechte Naturphilosophie,&amp;quot; sagt Steffens, „hebt als solche jeden Gegensatz, jeden Streit der Meinungen und Hypothesen gegen andere Meinungen und Hypothesen auf, kann also keinen Gegner haben.&amp;quot; „Ein wahres Wort&amp;quot; bemerkt dazu ein Rezensent. &amp;lt;ref&amp;gt;Heckers, Annalen, Bd. II., S. 444&amp;lt;/ref&amp;gt; Echte Naturphilosophie wusste alles, erklärte alles: „Die Naturphilosophie hat für das Erkennen die Priorität, denn sie ist das Erkennen des Erkennens, oder als das potenzierte Erkennen zu betrachten.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Steffens, I. c. S. 16&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; Bewunderungswürdig war die Bestimmtheit, mit welcher jede Erscheinung ohne Bedenken erklärt wurde. „Magnetismus ist Verwandlung des Sauerstoffs und Wasserstoffs in Kohlenstoff und Stick&amp;lt;/span&amp;gt;stoff,&amp;quot; sagt Steffens S. 91, und Schelling wusste &amp;lt;ref&amp;gt;I., c., S. 248&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;nbsp;: Sauerstoff ist Prinzip der Elektrizität.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Wirbel der Naturphilosophie erfasste die Köpfe der größten Anzahl deutscher Gelehrten und der hervorragendstenÄrzte. Nur wenige entgingen demselben, wie Hufeland, A. v. Humboldt, Blumenbach, Treviranus, Sömmering, Wedekind.&amp;lt;br/&amp;gt; Allgemein fehlte der Plan, nach welchem gearbeitet werden sollte.&amp;lt;br/&amp;gt; Um die Mitte des 18. Jahrhundertes beschrieb Haller das Blut so: „Das Blut besteht obenhin betrachtet aus gleichen Theilen, ist gerinnbar, um so röther, je besser genährt das Thier ist; in einem schwächlichen, hungrigen Thiere ist es gelblicht. Die zuweilen beigemischte Weisse kommt meistens vom Chylus.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; 1789, circa 30 Jahre später lehrt J. Fr. Blumenbach, der berühmte Göttinger Professor&amp;lt;ref&amp;gt;Anfangsgründe der Physiologie, Wien 1789, §6&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;nbsp;: „Das Blut ist eine Flüssigkeit seiner Art, von bekannter, bald stärkerer, bald schwächerer Farbe, welche beim Befühlen klebricht, warm, und da es durch die Kunst nicht nachgeahmt werden kann, unter die Geheimnisse der Natur zu rechnen ist.&amp;quot; Hier war also in der langen Zeit kein Fortschritt zu erkennen.&amp;lt;br/&amp;gt; 1803 lehrte man schon &amp;lt;ref&amp;gt;F. Kapp, Systematische Darstellung der durch die neuere Chemie in der Heilkunde bewirkten Veränderungen und Verbesserungen; Hof; 1805; S.31f&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;nbsp;: „Das Blut ist aus 9 Theilen gemischt: dem riechbaren Stoff, dem fadenartigen Theile, Eiweissstoff, Schwefel, Gallerte, Eisen, Laugensalz, Natrum und endlich aus Wasser . . . Die Grundstoffe des Blutes sind: Wasserstoff, Kohlenstoff, Salpeterstoff, Grundstoff der Salzsäure, Phosphor, Schwefel, Oxygene, Kalkerde und Eisen.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Die physiologische Chemie hatte also große Fortschritte gemacht, von denen man überrascht war, und die Ansicht hatte, sie praktisch verwerten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt; Reich hielt den Sauerstoff für das einzig sichere Mittel&amp;lt;span class=&amp;quot;tm7&amp;quot;&amp;gt;gegen &amp;lt;/span&amp;gt;Fieber, welches in der übermäßigen Entwicklung und Anhäufung von Stickstoff, Wasserstoff, Kohlenstoff, Schwefel und Phosphor bestand. Er war Professor der medizinischen Fakultät in Erlangen und Berlin, und pries in öffentlichen Blättern und einer besonderen Schrift &amp;lt;ref&amp;gt;G. Ch. Reich, Beschreibung der mit seinen neuen Mitteln behandelten Krankheitsfälle; Nürnberg; 1800&amp;lt;/ref&amp;gt; ein Geheimmittel gegen Fieber an, welches er nur gegen pekuniäre Vergütung bekannt geben wollte. Das Mittel sollte in kurzer Zeit, oft plötzlich das Fieber abschneiden. Eine Kommission von vier Ärzten stellte Versuche in der Berliner Charite damit an, und fand es probat in einer Anzahl von Fällen. Auf das Gutachten dieser Kommission hin wurde dem Professor für Veröffentlichung seines Geheimnisses vom Könige von Preussen bewilligt „eine jährliche Pension von 500 Thaler mit Befreiung von Tax- und Stempelgebühren;&amp;quot; im Falle seines Todes ging die Hälfte davon auf seine Wittwe über. &amp;lt;ref&amp;gt;Medic. chirurg. Zeitg.; Salzburg; 1800, III. 315&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; Dieses war bekannt, bevor die Veröffentlichung des großen Fiebermittels erschien, worauf man nun mit großer Spannung wartete. Endlich wurde die Wissbegierde befriedigt, im Herbst 1800. Das merkwürdige Fiebermittel bestand in Schwefelsäure und Salzsäure; Salpetersäure war unter Verhältnissen auch gut. &amp;lt;ref&amp;gt;ib 1799, IV. 189, 1800, I. 25 u. 1800, IV. 292&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; Die „für Studirende und Aerzte&amp;quot; geschriebenen Lehrbücher der Therapie waren so buntscheckig wie die Landkarten. Die Ontologie, die Idee, dass Krankheit ein fremdartiges, im Körper sein Unwesen treibendes Ding ist, war von Galen her noch in großen Ehren. Deshalb stand die „ausleerende Methode&amp;quot; obenan. Weiter gab es eine exzitierende Methode, eine stärkende, eine schwächende Methode, eine besänftigende — antagonistische — restaurierende (nicht zu verwechseln mit der stärkenden) — eine adstringierende Methode, welche die Kohäsion vermehrte — eine relaxierende, welche die Kohäsion verminderte — eine derivierende, deobstruierende, resolvierende Methode, ferner eine specifische, antimiasmatische, antiseptische und antigastrische Methode. &amp;lt;ref&amp;gt;cf. Hufeland, System der practischen Heilkunde, Jena, 1818 u. Andere&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
==== Arzneimittel beim Auftreten Hahnemanns ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arzneimittel wurden diesen Methoden angepasst; so gab es versüßende, verdünnende, auflösende, verdickende, blutreinigende, kühlende, ausleerende, schleimeinschneidende etc. Arzneien. Ein Simplex zu verordnen war ungewöhnlich. Man findet noch die Ansicht, dass ein Rezept aus einer Basis, einem Konstituens, einem Adjuvans, einem Korrigens und einem Dirigens bestehen müsse.&amp;lt;br/&amp;gt; Kompositionen von 8, 10 und mehr Mitteln waren an der Tagesordnung. Es gab sogenannte „Magistralformeln,&amp;quot; komplizierte Mischungen gegen gewisse Krankheiten, von „Autoritäten&amp;quot; zusammengesetzt, durch die „Erfahrung&amp;quot; geheiligt. Solche wurden in den Apotheken vorrätig gehalten, und man wagte nicht daran zu modeln.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie die erzählten Krankengeschichten in den Journalen ausweisen, wurden die Rezepte bei akuten Krankheiten häufig alle Tage, bei chronischen alle 2 —3 Tage gewechselt.. Und welche unglaublichen Mengen von Arzneien wurden dem kranken Körper eingeflößt! Darin übertrafen sich die verschiedenen Systeme gegenseitig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die tiefer liegenden Gründe für diesen Wirrwarr sahen diese Ärzte selbst nicht ein. Sie verstanden nicht zu beobachten. Statt Tatsachen zu sammeln und nur Tatsachen zu sammeln, und keine weiteren Schlüsse daraus zu ziehen, als soweit diese Tatsachen reichten, knüpften sie an einzelne Beobachtungen an, machten Vergleichungen, schufen Theorien, und ordneten die Dinge diesen Theorien unter. Zum Überfluss verlieh die Naturphilosophie diesen Spekulationen Flügel, und man hob sich vollends aus der Wirklichkeit in die Welt der Phantasie.&amp;lt;br/&amp;gt; Dazu kam, dass das Streben nach Erkenntnis bei einem großen Teil, der Ärzte sehr darnieder lag. Darüber wurde häufig Klage geführt. Prof. Baldinger bedauerte, dass nicht allein viele Ärzte, sondern auch viele Professoren wenig Studieneifer zeigten. &amp;lt;ref&amp;gt;Medic. Journal von Baldinger, 1790, St. 23, S. 16&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ärztliche Kollegialität entsprach dem Grade des Wissens. „Ein wütiger Parteigeist,&amp;quot; schrieb Prof. Roose 1803 &amp;lt;ref&amp;gt;Horn’s Archiv für med. Erf., III. S. 1f&amp;lt;/ref&amp;gt; , „hat sich vieler Gemüter bemächtigt und droht sich immer allgemeiner zu verbreiten. Die Ärzte spalten sich in Sekten und stehen in heftigem, zum Teil unbegründeten, Widerspruch zueinander. Eine Meinungswut und eine Verfolgungssucht wird unter den Ärzten immer gewöhnlicher. &amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Je unsicherer sich der Arzt in seiner Kunst fühlt, um so lauter der Ruf nach Staatshilfe gegen die Kurpfuscher und Quacksalber. Wedekind (1. c. S. 38): „Der wissenschaftliche Arzt geht zu Grunde, wenn die Regierung ihn nicht auf alle Art begünstigt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hahnemanns Leistungen in der Arzneikunde ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste größere medizinische Schrift von Hahnemann erschien 1784 &amp;lt;ref&amp;gt;Anleitung alte Schäden und faule Geschwüre gründlich zu heilen nebst einem Anhange über eine zweckmäßigere Behandlung der Fisteln, der Knochenfäule, des Winddorns, des Krebses, des Gliedschwamms und der Lungensucht. Leipzig, 1784&amp;lt;/ref&amp;gt; „Der grösste Theil der Aerzte,&amp;quot; sagt Halmemann in der Vorrede, „macht sich damit nichts zu schaffen und überlässt sie dem Bader, dem Schäfer und dem Scharfrichter, gewiss mehr aus Unwissenheit, als aus Ekel. Der Ruhm, dergleichen Heldenkur verrichtet zu haben, überriecht den faulen Eiter bey weitem.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Das Verfahren der alltäglichen Ärzte und Wundärzte bestand zunächst in „Reinigung des Blutes,&amp;quot; Aderlassen, Schröpfen, Schwitzen, Purgieren. Äußerlich waren die Bleipräparate, besonders Bleisalben und -pflaster die Hauptmittel.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Vom Autoritätsglauben der damaligen Zeit scheint Hahnemann auch als junger Arzt unberührt geblieben zu sein. „Das gewöhnliche Ende solcher Kurarten machen alte Weiber, der Scharfrichter, der Vieharzt, der Schäfer und der Tod. Bei dem allen hindert mich Ehrgeiz nicht, zu gestehen, dass Viehärzte grösstentheils glücklicher, dass ist geschickter in Heilung alter Wunden sind, als oft der schulgerechteste Professor und Mitglied aller Akademien. Man schreie nicht, dies sei blosse Empirie, ich wünsche mir ihre handwerksmässigen Kunstgriffe zu besitzen, die sich auf Erfahrungen gründen, welche ihnen freilich oft nur die Behandlung der Thiere an die Hand gegeben hat, die ich aber gerne gegen verschiedene medicinische Folianten eintauschen möchte, wenn sie ihnen dafür feil wären.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Den Mangel an einem Prinzip zur Auffindung von Heilkräften beklagt er schon damals. Wenn Hahnemann sich von einer Sache überzeugt hielt, so trat er mit der größten Bestimmtheit auf und ließ sich so leicht nicht davon abbringen. &amp;quot;Ich habe,&amp;quot; sagt er, „die ausgesuchtesten und zahlreichsten Erfahrungen vor mir und verlange unumschränkten Glauben in diesem Stücke.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo es nötig war, riet er energisch einzugreifen. &amp;lt;ref&amp;gt;Anleitung alte Schäden und faule Geschwüre gründlich zu heilen nebst einem Anhange über eine zweckmäßigere Behandlung der Fisteln, der Knochenfäule, des Winddorns, des Krebses, des Gliedschwamms und der Lungensucht. Leipzig 1784; S.44&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Er erzählt von einer Karies des Mittelfußknochens der großen Zehe mit unterminierenden Fisteln und jauchigem Eiter. „Ich wurde gerufen. Ich erweitere die Wunde, verbinde sie etliche Tage mit Digestiv (eine Abreibung von Perubalsam oder Kopaivabalsam mit 2-3 Teilen Eidotter), den Knochen schabe ich reine aus und sondre das Verdorbene ab, verbinde ihn mit Alkohol und sehe dem Erfolge zu.&amp;quot; Später legte er abwechselnd Verbände von Sublimatwasser und Digestiv an. Innerlich gab er stärkende Arzneien und allmälich trat die Heilung ein. Das Ausschaben des kariösen Knochens wird heute als eine Errungenschaft der neueren Zeit hingestellt. Jedenfalls zeigt Hahnemann durch seine Wund- und Geschwürsbehandlung, dass er auch als Chirurg Vorzügliches geleistet hat und die Masse seiner Zeitgenossen überragte, und er hatte nicht Unrecht am Schluss zu sagen:&amp;lt;br/&amp;gt; „Man wird mir nicht verargen, dass ich auf eine so allgemein anwendbare Heilung der alten bösartigen Geschwüre dringe, und sie allen übrigen, doch mit Einschränkung, vorziehe; die ausgesuchtesten, gehäuftesten Erfahrungen sind auf meiner Seite. Wer so viel Beobachtungen in diesem Falle anzustellen Gelegenheit gehabt hat, als ich, wer sich so von dem Wohlsein seiner Nebenmenschen dahinziehe und bestimmen lässt, wie ich von mir fühle, wer so sehr die Vorurtheile und die Vorliebe für das Alte und Neuere, oder überhaupt für das Ansehn irgend eines großen Namens hasset und sich so eifrig bestrebt, selbst zu denken und zu handeln, wie ich dies Zeugnis bei mir fühle, der kann, wie mich deucht, nicht leicht auf eine andere oder bessere Behandlung alter Geschwüre kommen, kann folglich mit mir auch vorzügliche Erfolge seines Fleisses sehn, die größte unter den Belohnungen, die ein rechtschaffner Arzt erwarten darf, Erfolge, die mir fast nie trügten, da sie vor Andern hingegen bei andrer Behandlung fast stets verschwanden.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht minder günstige Aufnahme bei seinen ärztlichen Kolegen auch fand die Schrift: &amp;quot;Unterricht für Wundärzte über die venerischen Krankheiten, nebst einem neuen Queksilberpräparate. Leipzig 1789&amp;quot;. In der „Medic. chir. Zeitung&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Red. v. Prof. Hartenkeil, Salzburg 1790 III. 8. 345.&amp;lt;/ref&amp;gt; las man:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„... Das Buch ist aber nicht nur die Arbeit eines Mannes von Kopf und Gelehrsamkeit, sondern auch in einer aphoristischen Kürze geschrieben, wozu nur der gelehrte Arzt in Hunter, Schwediaur, André etc, den Kommentar findet. — Es ist ein Buch für akademische Vorlesungen, obgleich der Verfasser es nicht dafür bestimmt hat&amp;quot;.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Bald erschien das Buch über Syphilis von A. R. Vetter: „Neue Curart aller venerischen Krankheiten nach Hunter, Girtanner und Hahnemann.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Wien 1793. 488 S.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ueber seine Uebersetzung von Cullen's Materia medica schreibt die „Medicinisch-chirurgische Zeitung.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt; Medicinisch-chirurgische Zeitung , 1791 1. S. 117 u. 231.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;nbsp;:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Herr Hahnemann hat diese Uebersetzung, der Dunkelheit des Vortrages im Original ungeachtet, mit besonderem Fleiss verfertigt . . . Die Anmerkungen des Herrn Uebersetzers sind grösstentheils sehr lehrreich, und auch durch seine hin und wieder angebrachten Berichtigungen hat er den Werth dieses wichtigen Werkes erhöhet.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
===== Hahnemann und die Psychiatrie =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Art und Weise, wie früher (wir brauchen nicht einmal bis auf Hahnemanns Zeit zurückzugehen) die Geisteskranken behandelt wurden, kennt jeder Arzt. Aufgeregten und widerspenstigen Kranken dieser Art begegneten die Ärzte wie wilden Tieren; man wollte Angst, Schrecken, Entsetzen in ihnen erzeugen. Körperliche Züchtigungen, Ekelkuren waren etwas Alltägliches. Tobsüchtige wurden auf ein horizontales Brett geschnallt, das mit grosser Schnelligkeit um eine vertikale Achse gedreht wurde, in den sog. Drehstuhl gesetzt etc. „Eine als gut eingerichtet geltende Irrenanstalt erschien daher in gewisser Beziehung einer Folterkammer nicht ganz unähnlich,&amp;quot; sagt Westphal. yref&amp;gt;Psychiatrie und psychiatrischer Unterricht, Berlin 1880.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;nbsp; Diese Behandlung wurde auch von Ernst Horn in der ihm 1806 übertragenen Irrenabtheilung der Berliner Charite, damals die grösste Irrenanstalt Preussens, eingeführt. Ausserdem erfand er noch den „geschlossenen Sack&amp;quot;, worin die Maniakalischen zugebunden wurden, und in welchem sie, nach Westphal, da liegen bleiben mussten, wo sie eben hingelegt waren.&amp;lt;br/&amp;gt; „Man scheut sich zu gestehen,&amp;quot; sagt Westphal 1880, „ein wie kurzer Zeitraum dazwischen liegt, dass Geisteskranke Sonntagsbesuchern vou Hospitälern und Arbeitshäusern als eine Art Sport gezeigt und zum Vergnügen der Besucher gereizt wurden.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hahnemanns psychiatrischer Standpunkt war dieser:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Nie lasse ich einen Wahnsinnigen je mit Schlägen oder andern schmerzhaften körperlichen Züchtigungen bestrafen, weil es für Unvorsetzlichkeit keine Strafe gibt, und weil diese Kranken bloss Mitleid verdienen und durch solche rauhe Behandlung immer verschlimmert, wohl nie gebessert werden.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Monatsschrift Februarheft 1796 — Stapf II. S. 245.&amp;lt;/ref&amp;gt; So behandelte und heilte er 1792 den wahnsinnig gewordenen, als Schriftsteller bekannten Geh. Kanzleisekretär Klockenbring aus Hannover. Nach seiner vollkommenen Wiederherstellung vom Wahnsinn zeigte dieser Unglückliche seinem Retter „oft mit Thränen die Reste der Schwielen von Stricken, deren sich seine vorigen Wärter bedient hatten, ihn in Schranken zu halten.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Hahnemann marschierte also auch hier an der Spitze. Dass er anfangs den Aderlass anwandte, ist natürlich; aber wir finden ihn stets sehr vorsichtig dabei zu Werke gehen und schon 1784 gegen die übermäßigen. Blutentziehungen ankämpfen. 1832 schreibt Hahnemann in einem Briefe an M. Müller&amp;amp;nbsp; &amp;lt;ref&amp;gt;M. Müller ,,Zur Geschichte der Homöopathie,' Leipzig 1837 S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; , dass er seit über Jahren die Aderlass-, Brech- und Purgiermittel verschmähe. 1797 hat er indess noch Blutziehungen angewandt, wie aus einer Abhandlung in Hufeland's Journal hervorgeht, und 1800 war er wenigstens noch kein absoluter Gegner derselben, „In sthenischen acuten Uebeln thun Aderlass und möglichste Entfernung aller Art von Reizen weit mehr als die wässerigen Tränke.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Arzneischatz, aus dem Engl. übers. von Hahnemann. Leipzig 1800; S. 171.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
==== Die Krätze ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Die Krätze aus frühmedizinischer Sicht =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;In Bezug auf die Krätze nahm Hahnemann einen sehr „vorgeschrittenen&amp;quot; Standpunkt ein, den er indess über 30 Jahre später vollständig änderte. Abgesehen von bloßen Andeutungen älterer Schriftsteller hat Bonomo in Livorno schon 1683 die Krätzmilbe richtig abgebildet, weshalb ihn Wichmann&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Aetiologie der Krätze von J. E. Wichmann, Kgl. Grossbritt. Hofmedikus zu Hannover, Hannover, 1786 mit 4 Abbildungen von Krätzmilben, Copie nach Bonomo. 2. Aufl., 1791&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;mit Recht den Begründer der Krätztheorie nennt. Bonomo gestand ein, dass er durch arme Weiber und Sklaven in Livorno darauf gebracht sei, welche sich die Milben mit Nadeln gegenseitig herausgesucht hätten.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Die Parasitenlehre wurde indess wenig oder gar nicht beachtet, bis Linné 1757 (Exanthemata viva) und der obengenannte Wichmann 1786 dieselbe in Erinnerung brachten.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Wichmann stand in seiner Schrift bereits vollständig auf dem heutigen Standpunkte. In England wurde die Krätze bereits allgemein als „lebender Ausschlag&amp;quot; behandelt, in Frankreich warnte die medizinische Fakultät noch vor den äußeren Mitteln, mit denen man dort im Volke gegen dieses Leiden vorging. &amp;lt;ref&amp;gt;Wichmann, I. c. S. 118.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Nicht viel anders war es in Deutschland. Wichmann wurde überhört. Es herrschte die Ansicht vor, die Milbe sei das Produkt, nicht die Ursache der Krätze. So nahm Joh. Jak. Bernhard&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Handbuch der allg. und besondern Contagienlehre, Erfurt bei Henning, 1815, 608 S., auch unter dem Titel: „Ueber die Natur etc. des Spitaltyphus und der ansteckenden Krankheiten überhaupt.“&amp;lt;/ref&amp;gt; die Milbe in der Krätze und „die mikroskopischen Thierchen in andern contagiösen Krankheiten&amp;quot; nicht für das Kontagium selbst an. Er hielt sie aber für wesentliche Bestandteile der Ansteckungsstoffe, „wie die Thierchen im Samen und in der Vaccinalymphe.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Auch zufällig könnten sich wohl dergleichen Tierchen erzeugen ohne ansteckend zu sein wie z. B die Läusesucht bewiese.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Friedrich Jahn bestreitet 1817 energisch die Parasitentheorie der Krätze&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;. &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;Klinik der chron. Krankheiten, Erfurt, 1817, Bd. II. S. 614f&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Er hält die „unleugbaren Krätzmetastasen&amp;quot; und vieles Andere entgegen und urteilt zuletzt: „Wir können also diese ganze Theorie als ungegründet annehmen.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;J. P. Frank tritt in seinem 1821 vollendeten Buche „De curandis hominum morbis&amp;quot; als einer der entschiedensten Vertreter der causa viva auf, will die Krätzmilbe im Anfang töten, aber bei länger dauernder Krätze hält er „unvorsichtige Unterdrückung&amp;quot; für sehr gefährlich. Er unterscheidet 13 Arten von „symptomatischer Krätze,&amp;quot; so eine scorbutische, eine hypochondrische, critische, plethorische etc.; auch eine „P. neogamorum,&amp;quot; eine Krätze der Neuvermählten ist darunter.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Ferdinand Jahn, ein talentvoller Schüler Hensingers und Schönleins, ein Anhänger der naturhistorischen Schule, hat 1828 folgende Ansicht:&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Ahnungen einer allgem. Naturgeschichte der Krankheiten, Eisenach, 1828, S. 201&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Die chronischen Ausschläge sind in den meisten Fällen die äussern Erscheinungen von Dyskrasien, die mit fester, starker Wurzel im Innern des Organismus haften . . . Krätze, der die Hautblüthen genommen wurden, entwickelt ihre im Innern des Organismus ruhende Wurzel stärker, sodass jene Erscheinungen, die unter dem Namen der Kratzmetastasen berüchtigt sind, sich einstellen.&amp;quot; Solchen Ansichten gegenüber vergesse man nicht, dass damals Krätzausschläge mit dichten Eiterpusteln über den Körper und ausgedehnten Hautverschwärungen keine Seltenheit waren.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Autenrieth, bekanntlich ein Schüler J. P. Franks, schreibt unter dem Titel: „Nachkrankheiten, welche auf vertriebene Krätze folgen&amp;quot; im Jahre 1808:&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;Versuche über die prakt. Heilkunde aus den klin. Annalen von Tübingen, 1808 - Griesselich, Kleine Frescogemälde, Carlsruhe, 1836 I. S. 88&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Die furchtbarste und in unsern Gegenden häufigste Quelle chronischer Krankheiten der Erwachseuen sind die mit Schwefelsalbe oder überhaupt mit fettigen äussern Mitteln schlecht behandelten Rauden- oder Krätzauschläge. Ich habe das Unglück, das bei Rauden der untern Stände, und denen, die eine sitzende Lebensweise haben, dadurch entsteht, so häufig hier gesehn, und ich sehe es täglich in so mannigfaltiger, trauriger Gestalt, dass ich keinen Augenblick anstehe, es für einen der Aufmerksamkeit jedes Arztes, selbst jeder Obrigkeit, der irgend auch das Gesundheitswohl ihrer Untergebenen am Herzen liegt, würdigen Gegenstand laut zu erklären.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Nachkrankheiten von „verschmierter Krätze&amp;quot; sind nach Autenrieth I. c: „Fussgeschwüre — Lungenschwindsucht — eine Art hysterischer Chlorosis — weisse Kniegeschwulst — Gelenkwassersucht — Amaurose mit Verdunkelung der Hornhaut — Glaukom mit Amaurose — Geistesverwirrung — Lähmung — Schlagfluss — gekrümmter Hals&amp;quot; etc.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Trotz alledem vertrat Autenrieth die Parasitentheorie in einer für seine Zeit ungewöhnlichen Ausdehnung. Man hielt eben dafür, dass die Milbe zugleich Trägerin eines Giftes sei, welches von der Oberfläche nicht in das Innere des Körpers „verschmiert&amp;quot; werden dürfe, und dass andererseits die Krätze das auf die Haut geworfene Produkt innerer Krankheiten sein könne.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Hufeland wird es bestätigen:&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Euchiridion medic., Vermächtnis einer 50jähr. Praxis, St. Gallen, 1839, 2. Aufl., S. 293f&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Aber die Krätze kann auch als Product und Symptom innerer Krankheiten erscheinen — Scabies spuria. Hier ist sie zwar nur Form einer andern Krankheit, aber auch hier kann sich zuletzt ein Contagium entwickeln und so ansteckend werden. Dahin gehört die syphilitische, die scrophulöse, die arthritische und scorbutische Krätze, auch die critische, ein krätzartiger Ausschlag, mit und durch welchen die critische Lösung sowohl acuter, als chronischer Krankheiten erfolgt . . . Die in Pusteln gefundenen Milben sind nicht Ursache, sondern Wirkung, Parasiten der Krätze . . Aber hierbei (bei der Behandlung) treten manche Schwierigkeiten und wichtige Rücksichten ein. Man kann nämlich durch eine bloss örtliche Anwendung des Specificums auf die Haut zwar die krankhafte Thätigkeit der Haut supprimiren, aber das Contagium selbst, was schon tiefer eingedrungen ist, wird dadurch nicht zerstört, und die Folge ist, entweder dass die Krätze immer wieder erscheint, oder, was noch schlimmer ist, sich auf innere Theile wirft und oft sehr gefährliche und hartnäckige Metastasen erzeugt. So kann Lungensucht — Lungenkrätze — Wassersucht, Magenkrampf — Magenkrätze - Epilepsie und alle Arten von Nervenkrankheiten die Folge sein.&amp;lt;br/&amp;gt; Noch bedenklicher wird dies, wenn die Krätze complicirt mit einer andern Krankheit oder gar ein Product oder Crise einer andern Krankheit ist.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Im Jahre 1835 konnte der belesene Rau&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;Ueber den Werth des hom. Heilverfahrens, 2. Ausgabe, Heidelberg und Leipzig, S. 33&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;noch schreiben: „Die Behauptung, welche ein bekannter Schriftsteller (Krüger-Hansen?) unlängst aufgestellt hat, dass gar keine nachtheiligen Folgen von schnell unterdrückter Krätze zu befürchten seyen, wird durch so zahlreiche Beobachtungen widerlegt, dass es nutzlos seyn würde, mit einem Widerspruche hervorzutreten.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Nebenbei sei daran erinnert, dass man zu jenen Zeiten noch eine sehr mangelhafte Diagnostik der Hautkrankheiten hatte, dass Skabies, Ekzem, Impetigo, Prurigo etc. noch nicht voneinander unterschieden wurden, und für verschiedene Intensitätsgrade einer und derselben Krankheit galten.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Hahnemann und die Krätze =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Hat Hahnemann die Krätzmilbe gekannt? Und in welcher Zeit hat er Kenntniss von ihr gehabt? Bei der Übersetzung von Monros Arzneimittellehre, 1791, schreibt Hahnemann in einer Anmerkung (II. 49):&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Lässt man einen kürzlich angesteckten Krätzigen mit wohlgesättigtem, schwefelleberlufthaltigem Wasser täglich etliche Male waschen, auch wohl das leinene Zeug hineintauchen, so ist das Uebel binnen etlichen Tagen verschwunden, und kommt ohne eine neue Ansteckung nicht wieder. Müsste sie aber nicht wieder kommen, wenn eine Schärfe der Säfte zum Grunde läge? Diese Erfahrung habe ich sehr oft gemacht und: vermuthe nebst Andern einen lebendigen Stoff als Krankheitsursache. Alle Insecten (wozu bekanntlich. damals die Krätzmilbe gezählt wurde) und Würmer werden durch Schwefelleberluft getödtet.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Später betont er in demselben Werke in einer Anmerkung nochmals (II. 441), dass Krätze ein „lebendiger Ausschlag&amp;quot; sei.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Im Jahre 1795 las man von Hahnemann eine Abhandlung „&amp;lt;/span&amp;gt;Ueber den Ansprung (crusta lactea). MBk (1795), 3. Bd., 4. St., S. 701-705&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;quot; in J. Fr. Blumenbachs medizinischer Bibliothek. &amp;lt;ref&amp;gt;Bd. 3., St. 4, Göttingen, 1795&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Dieses Werk erschien nicht in bestimmter Zeitfolge. Es finden sich in diesem Bande Arbeiten, welche bereits 1703 verfasst sind. Hahnemann hat seinem Aufsatz kein Datum zugesetzt, sodass die Zeit des Niederschreibens sich nicht genau bestimmen lässt.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Er erzählt aber darin, dass er sich zur Zeit der beschriebenen Maßnahmen auf dem Lande befunden habe. 1794 bis 1796 hielt er sich in Pyrmont und Braunschweig auf; 1792 bis 1794 bei Gotha. In diese letztgenannte Zeit fällt also die folgende Beobachtung. In dem Dorfe, (wahrscheinlich Molschleben) „wo meine Kinder vollkommene Gesundheit genossen&amp;quot;, waren viele Kinder mit der sogenannten Milchkruste behaftet und zwar in ungewöhnlichem Grade. Da Hahnemann glaubte, eine Übertragung dieser Affektion bemerkt zu haben, so suchte er eine Berührung seiner Kinder mit den infizierten Dorfkindern zu verhüten. Einem derart kranken Knaben gelang es indess, zu ihnen zu kommen, „und ich ward ihn gewahr, wie er vertraulich mit ihnen spielte. Ich entfernte ihn; aber die Ansteckung war geschehn.&amp;quot; Der Knabe hatte Hahnemann's Kinder geküsst. Es bildete sich das Uebel zuerst bei dem einen, dann bei seinen 3 andern Kindern aus.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Ich übergoss trockene Schwefelleber — Austerschalenpulver mit gleichen Theilen Schwefel gemischt und 10 Minuten in Weissglühe erhalten — mit warmem Wasser. Es entsteht eine gelinde schwache Auflösung. Hiemit bepinselte ich das Gesicht der zwey, welche den Ausschlag am stärksten hatten, alle Stunden, zwey Tage nach einander. Schon nach dem ersten Befeuchten merkte ich, dass das Uebel still stand, und allmählig heilte.&amp;quot; Dasselbe Verfahren wandte er bei den andern Kindern mit Erfolg an.&amp;lt;br/&amp;gt; „Das Mittel zersetzt sich auf der Haut durch die freye Luft allmälig, und es entwickelt sich unter üblem Geruche die Schwefelleberluft, welche, wie bekannt, die meisten Insecten plötzlich tödtet.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Ist der Ansprung nicht ein Hautübel blos von Ansteckung? Hat die Ansteckung nicht etwa gar kleine Thierchen zum Miasm?&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Ich getraue mir in der Praxis keine Gelegenheit wieder zu finden, die mir die Bejahung dieser Frage so positiv an die Hand gäbe, als diese, die ich so ganz in meiner Gewalt hatte.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Meine Kinder bekamen keine Abführungsmittel, noch sonst etwas, da sie übrigens gesund waren und gesund blieben.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;1791 erzählt er (Monro I. 76), dass er Krätze durch bloss innerliche Arznei geheilt habe, was dadurch zu erklären war, dass man mit dem Namen &amp;quot;Krätze&amp;quot; einen viel weiteren Begriff verband, als heutzutage. „Krätze&amp;quot; war eine Diagnose, welche weit über die Grenzen unseres heutigen Begriffes Skabies, Krätze, hinausging. So hatte sich ihm allmählich der Gedanke aufgedrängt, dass den Hautkrankheiten ein „Etwas&amp;quot; zu Grunde liege, welches auch andere Krankheiten zu erzeugen im Stande sei, und von Generation zu Generation sich forterbend die entfernte Ursache für viele Krankheiten bilde. Außer dieser Psora blieben noch als Grundursachen übrig die Sycosis, mit dem Tripper zusammenhängende Erscheinungen, und Syphilis. Wenn auch etwas Wahres in diesen Ansichten enthalten sein mag, so ging doch Hahnemann damit weit über die Wirklichkeit hinaus und geriet in einen großen Irrtum.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Hahnemanns frühe Reputation als Arzt&amp;lt;/span&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Über Hahnemanns Ruf als ausübender Arzt in damaliger &amp;lt;/span&amp;gt;Zeit berichten Zeitgenossen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;Brunnow erzählt&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Ein Blick auf Hahnemann, Leipzig, 1844, S. 6&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;: „In der That gelangen ihm schon im Anfange seiner ärztlichen Thätigkeit vermöge seines einfachen Heilverfahrens viele ausgezeichnete Kuren, und es wurde ihm überall, wo er auftrat, der Ruf eines ebenso umsiehtsvollen als glücklichen Praktikers zu Theil&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Die Medicinisch-chirurgische Zeitung (1799 II. 411) schreibt: „Hahnemann hat sich als ausübender Arzt einen Nahmen in Deutschland erworben.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; In derselben Zeitschrift &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Ergänzungsheft VII, S. 307&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;wird er als ein Arzt geschildert, „dem wir schon so manchen schönen Beytrag zur Vervollkommnung unserer Wissenschaft schuldig sind.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; In den Allgemeinen medicinischen Annalen des 19. Jahrh. wird im Novemberheft 1810 Hahnemann ein Mann genannt, „welcher seit länger als 20 Jahren als denkender Arzt und guter Beobachter bekannt ist . . . und dabei seinen Ruf als geschickter und glücklicher Practiker fortdauernd erhalten hat.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Hufeland nennt ihn 1798 &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Huf. Journ. Bd. 6, St. 2, Anm.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;einen Mann, „dessen Verdienste um unsere Kunst entschieden genug sind,&amp;quot; und ferner&amp;lt;ref&amp;gt;Ib. Bd. 5, St. 2, S. 52&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„einen der vorzüglichsten Aerzte Teutschlands,&amp;quot; . . . „einen in Erfahrung und Nachdenken gereiften Arzt.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;1800 sprach Daniels&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Ib. Bd. 9, St. 4, S. 15&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;von dem „durch seine Schriften berühmten Hahnemann.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; In demselben Jahre schrieb Bernstein im „practischen Handbuch für Wundärzte&amp;quot;: „Samuel Hahnewann, ein sehr verdienter Arzt, ist bekannt durch sein vortreffliches Quecksilberpräparat, nemlich den Merc. solub., ferner durch seine Weinprobe und überhaupt durch seine chemischen und pharmaceutischen Schriften, und hat sich auch um Wundärzte verdient gemacht. Er gab für solche heraus: Anleitung alte Schäden und Geschwüre zu heilen 1784, und: Unterricht für Wundärzte über die venerischen Krankheiten. Leipzig 1786.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Im Jahre 1791 erwählte ihn die Leipziger ökonomische Gesellschaft, dann die Kurfürstlich-Mainzische Akademie der Wissenschaften, später die physical. medic. Gesellschaft zu Erlangen zu ihrem Mitgliede.&amp;lt;br/&amp;gt; 1798 las man in der Medicinisch-chirurgischen Zeitung (IV. 192) diese Notiz: „Mietau. Hier soll eine provisorische Universität errichtet werden. Man sagt, für die medicinische Fakultät seyen Herr Dr. Samuel Hahnemann zu Königslutter, Herr Dr. Samuel Naumburg in Erfurt und Herr Dr. Frank in Mühlhausen bestimmt.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
==== &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Hahnemann als Reformator&amp;lt;/span&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon 1784 spricht er verächtlich von den „Modeärzten&amp;quot;. 1786 eifert er in seinem Buche über den Arsenik gegen den damaligen elenden Zustand der Arzneikunde, gegen die „Pfuscherärzte, der fruchtbarsten Quelle des Todes&amp;quot;, welche unter anderen den Arsenik in Substanz auf Geschwüre aufpulverten, dadurch oft den Tod der Kranken herbeiführten, und welche dieses Mittel in leicht tötlichen Gaben gegen Intermittens gäben etc. 1791 hatte er bei Monro zu übersetzen, dass Canthariden die krankhaften Säfte auflösten. Hahnemann bemerkt dazu (II. 248):&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Dies ist der gewöhnliche Wahn, dass die Geschwüre von blasenziehenden Mitteln nur die bösen Säfte ausziehn. Wenn die Säftemasse während ihres Kreislaufs, im Ganzen genommen, von gleicher Mischung durchaus ist, wenn die aushauchenden Öffnungen der Blutgefässe eine nicht sehr abweichende Ausdünstungsmaterie, bei sonst gleichen Umständen, verdampfen, so begreift kein vernünftiger Physiolog, wie ein blasenziehendes Mittel electiv auf den Ort seiner Anwendung nur die schädlichen Theile der Säfte ver&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;sammeln und herausziehen sollte. In der Tat strotzt die Blase unter dem Pflaster blos von einem Theile des gemeinsamen Blutwassers, wie es sich auf dem aus der Ader gelassenen Blute sammeln würde. Doch auch Aderlasse sollen nach dem Wahne dieser Kurzsichtigen nur das böse Blut abziehn und fortgesetzte Laxanzen nur die bösen Säfte ausleeren! Ich entsetze mich vor dem Schaden, den so allgemein eingeführte Thorheiten anrichten.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;So nimmt Hahnemann an zahlreichen Stellen jede Gelegenheit wahr, seine Amtsbrüder auf die immer mehr von ihm erkannten Torheiten aufmerksam zu machen, von denen er selbst sich allmälich loszumachen das redlichste Bestreben zeigte.&amp;lt;br/&amp;gt; 1790 tritt er kräftig gegen die damaligen Arzneimittellehrer auf (Cullen I. 58):&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Die alten Arzneimittellehrer sind mit ihren Seichtheiten, Unbestimmtheiten, Weibermährchen und Unwahrheiten bis in die neueste Zeit nachgebetet worden — einige wenige Ausnahmen abgerechnet — und weder die Erzväter noch ihre schwachen Jünger verdienten Schonung. Wir müssen uns mit Gewalt von diesen vergötterten Gewährsmännern losreissen, wenn wir in einem der wichtigsten Theile der practischen Arzneikunst das Joch der Unwissenheit und des Aberglaubens losschütteln wollen. Nun ist es hohe Zeit.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Aus dem Gewirr von „Beobachtungen&amp;quot; und „Erfahrungen&amp;quot; die Wahrheit herauszufinden, schlug er schon sehr bald den Weg ein, den alle großen Ärzte gingen; er vermied das geschäftige Handeln am Krankenbette, wie es seine Zeitgenossen übten, und drang seinen vielmischenden Kollegen gegenüber auf:&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Einfache Verordnungen - Hahnemann tendiert zu Einzelmitteln&amp;lt;/span&amp;gt; =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um dieses gebührend zu würdigen, erinnere man sich daran, dass damals noch gelehrt wurde, ein regelrechtes Rezept müsse aus verschiedenen Teilen bestehen. Darin war natürlich auch Hahnemann unterrichtet, und er gestand später ein, dass die Mischerei „seinem Gebeine hartnäckiger angehangen habe, als &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;das&amp;lt;/span&amp;gt;Miasma irgendeiner andern Krankheit.&amp;quot; Wenn man ihn daher in den ersten Jahren seiner Praxis noch hie und da Gemische, meistens von 2 Mitteln, geben sieht, so beobachtet man andererseits, dass er diesen 'Unfug' immer weiter von sich streift. Schon 1784&amp;lt;ref&amp;gt;Ib. Bd. 9, St. 4, S. 15&amp;lt;/ref&amp;gt; redet er der einfachen Behandlungsweise das Wort „statt des Mischmasches von widersprechenden Verordnungen.&amp;quot; 1791 fragt er, als Monro ein kompliziertes Verfahren &amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;gegen Leberverhärtung vorschlägt (Monro &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm7&amp;quot;&amp;gt;II. &amp;lt;/span&amp;gt;288):&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Was half denn nun eigentlich? . . Solange wir nicht einzelne Mittel fortgesetzt anzuwenden uns bequemen, und die begleitenden Umstände, Lebensordnung u. s. w. sorgfältig zu jedem Falle abwägen, wird unsre Arzneikunde noch lange ein Gemisch von Mutmassung, Wahrheit und wahrscheinlicher Dichtung bleiben.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Jahre 1796 schreibt Hahnemann in Hufelands Journal&amp;lt;ref&amp;gt;„Anleitung alte Schäden und faule Geschwüre gründlich zu heilen nebst einem Anhange&lt;br /&gt;
über eine zweckmäßigere Behandlung der Fisteln, der Knochenfäule, des Winddorns,&lt;br /&gt;
des Krebses, des Gliedschwamms und der Lungensucht.“, S. 165 u. 179&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Das Wunderbarste bei dieser Specification der Tugenden einzelner Droguen bleibt für mich immer der Umstand, dass man die noch jetzt die Arzneikunst diffamierende Methode, mehrere Arzneien zugleich in Ein Recept kunstmässig zu verflechten, zu den Zeiten erwähnter Männer (einzelne Arzneimittellehrer) so weit trieb, dass es selbst einem Oedipus unmöglich war, etwas von der Wirkung einem einzelnen Ingredienz des Mischmasches ausschliesslich zuzueignen, und dass man damals, fast noch seltner als jetzt, eine einzelne Drogue als Arznei allein verordnete. Wie können nun aus einer so verwickelten Praxis die Kräfte der einzelnen Arzneien unterscheidbar hervorgehn?&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Hier entsteht die Frage: Ist es gut, vielerlei Arzneien in , Ein Rezept zu mischen, Bäder, Klistiere, Aderlässe, Blasenzüge, Umschläge und Einreibungen zu gleicher Zeit, oder dicht auf einander zu verordnen, wenn man die Arzneikunde zu ihrem Gipfel heben, wirksam heilen, und in jedem Falle gewiss erfahren will, was die Heilmittel gewirkt haben, um sie in ähnlichen Fällen mit desto grösserem oder gleichem Glücke wieder anwenden zu können?&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Der menschliche Geist fasst nie mehr als einen einzigen Gegenstand auf einmal, kann fast nie das Resultat zweier zugleich auf Ein Objekt wirkenden Kräfte auf die Ursachen proportionell repartiren; wie kann er die Arzneikunde zu einer grösseren Gewissheit bringen, wenn er sich, wie es scheint, recht absichtlich bemüht, eine Menge verschiedenartiger Kräfte, auf einmal gegen eine krankhafte Körperveränderung spielen zu lassen, wovon er oft weder letztere deutlich kennt, noch die ersteren einzeln, geschweige in Verbindung.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Wer sagt uns, ob nicht das Adjuvans oder Corrigens in dem vieltheiligen Recepte als Basis wirke, ob das Constituens der ganzen Zusammensetzung nicht eine andere Richtung gebe? Braucht das Hauptmittel, wenn es das Rechte ist, ein Beförderungsmittel? Sieht es mit seiner Fasslichkeit nicht schwierig aus, wenn es noch ein 'Besserungsmittel' bedarf? Oder sollte nicht noch ein Dirigens nöthig sein? Ich dächte! Die bunte Reihe zu vollenden und der Schule Genüge zu thun.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Ich getraue mir, zu behaupten, dass je zwei und zwei Arzneien zusammengesetzt fast nie, jedes seine eigne Wirkung in dem menschlichen Körper äussern, sondern fast stets eine von der Wirkung der beiden einzelnen verschiedene, — eine Mittelwirkung, eine Neutralwirkung, — wenn ich den Ausdruck von chemischen Verbindungen entlehnen darf.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Je zusammengesetzter unsre Recepte sind, desto finstrer wird es in der Arzneikunde.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Darf ich's gestehen, dass ich seit mehreren Jahren nie etwas anderes, ausser ein einziges Mittel auf einmal verordnet und nie wiederholt habe, als bis die Wirkung der vorigen Gabe exspirirt war; — ein Aderlass allein, — ein Ausleerungsmittel allein, — und immer nur ein einfaches, nie ein gemischtes Mittel — und nie ein anderes, als • bis ich mit der Verrichtung des erstern aufs Reine war? Darf ich's gestehen, dass ich auf diese Art glücklich und zur Zufriedenheit meiner Kranken geheilt und Dinge gesehen habe, die ich sonst nie gesehen hätte?&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;„Sind die Hindernisse der Gewißheit und Einfachheit der practischen Arzneykunde unübersteiglich?“;Journal der practischen HeilkundeHufl (1797), 4. Bd., 4. St., S. 727-762&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;» &amp;lt;/span&amp;gt;Von den Kräften eines komponirten Arzneimittels lässt sich nichts a priori schliessen. Jedes Mittel hat seine eigne Tendenz. Mehrere in verschiedenen Richtungen mit verschiedener Kraft gegen einander stossende Kugeln von ungleichartiger Masse und Grösse, welchen Weg werden diese nehmen? Wer sieht das voraus?&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;&amp;amp;nbsp; &amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Neues Edinburger Dispensatorium [[Lewis, William:] The Edinburgh new dispensatory. Edinburgh 1794]. 2 Bde., Leipzig 1797-1798; S. 606&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Treffend und scharf kritisiert Hahnemann 1808 den Zustand der damaligen Arzneikunst&amp;lt;ref&amp;gt;Ueber den jetzigen Mangel außereuropäischer Arzneyen. AAdD (1808), 2. Bd.,&lt;br /&gt;
Nr. 207, Sp. 2265-2270&amp;lt;/ref&amp;gt; , indem er die von älteren und jüngeren Praktikern angewandten Curarten bespricht:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;» &amp;lt;/span&amp;gt;Die Curart der meisten Krankheiten durch Ausfegen des Magens und Darmkanals —; die Curart, die ihre Arzneipfeile gegen angebliche Schärfen und Unreinigkeiten in dem Blute und den übrigen Säften, gegen krebsartige, rhachitische, gegen Scrophelschärfe, Gichtschärfe, Flechtenschärfe, gegen scorbutische Schärfe richtet —; die Curart, welche bei den meisten Krankheiten irgend eine Art von Grundübel, entweder Zahnarbeit, oder Fehler im Gallensystem, oder Hämorrhoiden, oder Infarctus, oder Verstopfungen in den Gekrösdrüsen, oder Würmer annimmt und so draufhin curirt —; die Curart, welche in Krankheiten nichts als Schwäche vor sich zu haben, nichts als reizen und abermals reizen zu müssen wähnt (was sie auch stärken nennen) —; die Curart, welche den kranken Körper bloss für eine chemisch zersetzte Masse ansieht, die durch chemische (stickstoffhaltige, 'oxygenhaltige, wasserstoffhaltige) Gegenmittel wieder in die rechte Mischung gesetzt werden müsse, — eine andere Curart, die in Krankheiten nichts als Schleim zur Grundursache annimmt; eine andere, die nur Verdickung der Säfte; eine andere, die nur Säure, eine andere, die nur Fäulniss bekämpfen zu müssen glaubt u. s. w.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Man denke sich nun, in welche Verlegenheit ein Arzt am Krankenbette kommen muss, ob er diese oder jene Methode zu befolgen habe, in welches Gedränge er kommen muss, wenn weder die eine noch die andere Curart anschlägt, wie er da bald von dieser, bald von jener Absicht verleitet, bald diese, bald jene Arzneiformel zu verschreiben, bald wieder wegzusetzen und wieder eine andere zu verschreiben genöthigt wird, auch, weil gewöhnlich keins auf den Krankheitsfall passen will, durch die Stärke der Gaben der kräftigsten, theuersten Arzneien erzwingen zu müssen glaubt, was er durch kleine, seltne Gaben einfacher, aber treffender Arznei nicht mit Gelindigkeit zu heilen weiss.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
===== Kritik an den Arzneimittellehren =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dr. Samuel Hahnemann fand die Arzneimittellehren seiner für nicht glaubwürdig.&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Und woher haben denn die Arzneimittel-Lehren diese Angaben? Doch wohl nicht von einer unmittelbaren Offenbarung? Wahrlich! fast sollte man glauben, sie müssten sie von einer unmittelbaren Eingebung von oben her haben, denn aus der Praxis der Aerzte können sie nicht herrühren, die, wie bekannt, es unter ihrer Würde halten, eine einzelne einfache Arzneisubstanz, und nichts weiter, in einer Krankheit zu verordnen, und lieber die Kranken sterben, lieber die Arzneikunst ewig Urkunst sein liessen, ehe sie sich ihres gelehrten Vorrechts begäben, kunstmässig zusammengesetzte Formeln zu verordnen.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Die meisten angeblichen Tugenden der einfachen Arzneien sind ursprünglich blos in der Hausmittelpraxis aufgekommen und von gemeinen Leuten und Laien auf die Bahn gebracht worden . . . . Diese nackten Nachrichten sammelten sehr kürzlich, oberflächlich und tumultuarisch, mit Aberglauben und Vermuthungen durchwebt, die alten Kräuterbüchermacher Matthioli, Tabernämontan, Gesner, Fuchs, Lonicer, Ray, Tournefort, Bock, Lobel, Thurneisser, Clusius, Bauhin ete. mit dem, was der quellenlose Dioscorides davon in gleichem Tone gesammelt hatte, untermischt, und mit diesem uncritischen Verzeichnisse ward dann unsere gelehrt scheinende Materia medica angefüllt; eine schrieb der andern nach, bis auf unsere Zeiten. Dies ist ihr (eben nicht zuverlässiger) Ursprung.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Die wenigen Bücher, welche Ausnahmen hiervon machen (Bergius und Cullen) sind desto magerer in Angabe der Kräfte der Arzneien; da lernt man, da sie meistens, — besonders letzterer — das Schwankende und Unbestimmte wegliessen, wenig Positives.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Solche Urteile über die allöopathische Arzneimittellehre findet man später in der Literatur zahlreich vor; man könnte einen ganzen Band damit füllen. Zu Hahnemanns Zeiten aber war solches Auftreten etwas Unerhörtes, „Freches&amp;quot; wie die Allöopathen versicherten. Kein Arzt seit Paracelsus hatte es gewagt, mit solcher Offenheit und solchem Mut die ganze Erbärmlichkeit des damaligen ärztlichen Treibens darzulegen.&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;quot;Es muss doch einmal laut und öffentlich gesagt werden&amp;quot;; so schrieb er in einem anonym erschienenen Aufsatz&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;Allg. Anz. d. Deutschen Nr. 207.&amp;lt;/ref&amp;gt; , im Jahre 1808, nachdem er bereits durch 20 Jahre seine Mitärzte auf die Schäden der Heilwissenschaft aufmerksam gemacht, „und so sei es denn vor aller Welt laut und unverholen gesagt: unsre Arzneikunst braucht vom Haupte bis zum Fusse eine völlige Reformation. Was nicht sein sollte, geschieht, und was das Wesentlichste ist, wird völlig übersehn. Das Uebel ist so schlimm geworden, dass nicht die gutgemeinte Gelindigkeit eines Johann Huss mehr hilft, sondern dass der Feuereifer eines felsenfesten Martin Luther den ungeheuren Sauerteig ausfegen muss.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Keine Wissenschaft, keine Kunst, ja selbst kein Handwerk ist so, wenig mit dem Gange der Zeit fortgeschritten, keine Kunst ist so sehr in ihrer ursprünglichen Unvollkommenheit zurückgeblieben, als die Arzneikunst.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; „Bald folgte man dieser Mode, bald einer andern, bald diesem Lehrgebäude, bald jenem, und wenn das neuere nicht zu taugen schien, suchte man das alte, (schon damals untauglich befundene) wieder hervor. Immer curirte man, nicht nach Ueberzeugungen, sondern nach Meinungen, wovon jede um so künstlicher und gelehrter war, je weniger sie taugte, so dass wir nun dahingekommen sind, dass wir zwar die unselige Wahl haben, eine von den vielen Methoden, die fast alle gleich lahm sind, uns trostlos auszusuchen, aber gar keine feste Norm zum Handeln, keine festen Grundsätze zum Heilen, die anerkannt die besten wären. Jeder verfährt nach dem, was ihn seine Schule lehrte, und was ihn seine Einbildung heisst, und jeder findet in dem unermesslichen Magazine von Meinungen &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;, &amp;lt;/span&amp;gt;Vertreter, auf die er sieh berufen kann.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Am Schluss seiner Abhandlung „Ueber den Werth der speculativen Arzneisysteme&amp;quot; ruft er aus: „Dies ist der wahre, aber schaudervolle Zustand der bisherigen Arzneikunst, welche unter der täuschenden Verheissung von Heil und Gesundheit an dem Leben so vieler Erdenbürger nagt. 0! dass mirs glückte, den bessern Theil der Aerzte, den, welcher die Leiden unsrer Brüder mitfühlt, und sich sehnt, ihnen helfen zu können, auf reinere, gerade zum Ziele führende Grundsätze hinzuweisen!&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
===== Prüfung der Arzneien an gesunden Organismen =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es liegt nahe, dass zu jeder Zeit Arzneien geprüft worden sind, auch am gesunden Körper.&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Aber,&amp;quot; sagt Hahnemann &amp;lt;ref&amp;gt;Organon der Heilkunst. Fünfte verbesserte und vermehrte Auflage. Dresden und Leipzig&lt;br /&gt;
1833; S. 18&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;„vom Dioscorides an steht in allen materiis medicis bis auf die neueren Bücher dieser Art fast nichts von den einzelnen Arzneien angemerkt, was ihre specielle, eigentliche Wirkung sei; sondem, ausser den Angaben &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;von ih&amp;lt;/span&amp;gt;rem vermeintlichen Nutzen gegen diesen oder jenen Krankheitsnamen der Pathologie blos: ob sie Harn, Schweiss, Brustauswurf oder Monatreinigung befördern und vorzüglich ob sie Ausleerung aus dem Speise- und Darmkanale von oben oder unten bewirke, weil alles Dichten und Trachten der praktischen Aerzte von jeher vorzüglich auf Ausleerung eines materiellen Krankheitsstoffes und mehrerer, den Krankheiten zu Grunde liegen sollender Schärfen gerichtet war.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Jedoch war Hahnemann der Erste, welcher diese Prüfung zur Methode machte.&amp;lt;br/&amp;gt; Schon im Jahre 1790 sehen wir ihn an seinem eigenen Körper Arzneiversuche anstellen. 1796 schreibt er in Hufelands Journal &amp;lt;ref&amp;gt;II. St. 3; S. 465f&amp;lt;/ref&amp;gt; , dass das Erforschen &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;specifischer &amp;lt;/span&amp;gt;Mittel&amp;lt;ref&amp;gt;An dieser Stelle wollen wir von vornherein bemerken, dass das Wort spezifisch in der Homöopathie eine andere Bedeutung hat, als bei den allöopathischen Therapeuten. Letztere verstehen unter spezif. Mitteln solche, welche gegen eine bestimmte Krankheit gerichtet sind; so ist ihnen Chinin ein Spezifikum gegen 	Wechselfieber, Mercur gegen Syphilis etc. Der Arzt, welcher nach einem Mittel für eine Krankheitsform sucht, verfällt dem Schlendrian. Die Homöopathen verstehen unter spezifischen Mitteln solche, welche bestimmte Organe und Gewebe, und eben nur diese und nicht andere, unter bestimmten Umständen zu beeinflussen im Stande sind. [Ameke]&amp;lt;/ref&amp;gt; das wünschenswerteste, löblichste Beginnen sei, beklagt aber den völligen Mangel an jedem Anhaltspunkt für ihre Auffindung, wozu bisher &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;nur die Erfahrung der unsichere Wegweiser gewesen sei.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Es bleibt uns nichts übrig, als die zu erforschenden Arzneien an unserm Körper selbst zu versuchen. Diese Notwendigkeit sah man zu allen Zeiten ein, aber man betrat gewöhnlich den falschen Weg, indem man sie bloss, wie oben gedacht, empirisch und auf das Geratewohl gleich in Krankheiten anwendete.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Auf diese Weise, führt er weiter aus, konnten zumal bei den Vielgemischen keine sicheren Erfahrungen gesammelt werden.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;„Der wahre Arzt, dem die Vervollkommnung seiner Kunst am Herzen liegt, kann keine anderen Nachrichten von Arzneien gebrauchen als&amp;lt;br/&amp;gt; '''Erstens, welche reine Wirkung bringt eine jede vor sich in dieser und jener Gabe im gesunden menschlichen Körper hervor.&amp;lt;br/&amp;gt; Zweitens, was lehren die Beobachtungen ihrer Wirkung in dieser und jener einfachen und verwickelten Krankheit.&amp;quot;'''&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Zur Erforschung der Arzneiwirkungen am gesunden Körper empfiehlt er die Selbstprüfung und das Studium der Vergiftungsgeschichten. &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm6&amp;quot;&amp;gt;„&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Eine vollständige Sammlung dieser Art Nachrichten mit Bemerkung der Grade der Glaubwürdigkeit ihrer Erzähler würde, wenn ich mich nicht sehr irre, der Grundcodex der Arzneimittelkunde, das heilige Buch ihrer Offenbarung sein . . . .&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Eifrig war er bemüht, Arzneien an sich und Anderen, die sich dazu hergaben, zu prüfen, Vergiftungsgeschichten zu sammeln und die erlangten Resultate zusammenzustellen zu einer Arzneimittellehre, welche frei sein sollte von allen Vermutungen und sich allein stützen sollte auf das Experiment.&amp;lt;br/&amp;gt; SeinBestreben ging dahin, eine physiologische Arzneimittellehre zu gründen.&amp;lt;br/&amp;gt; Der erste Versuch dieser Art war betitelt: ''Fragmenta de viribus medicamentorum positivis sive in sano corpore humano observatis''&amp;amp;nbsp; (1805), worin er die Ergebnisse seiner Prüfungen und seiner Studien systematisch ordnete.&amp;lt;br/&amp;gt; Ein nur oberflächlicher Blick in diese Sammlung zeigt, mit welch hingebendem Fleiss und mit welcher Überzeugungstreue er daran gearbeitet hat. Das Buch besteht aus 2 Teilen, von denen der erste 269, der zweite Teil, der das Repertorium des ersten Teiles enthält, 470 Seiten stark ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Im folgenden Jahre 1806 tritt Hahnemann mit einer längeren Auseinandersetzung wieder in Hufelands Journal für Arzneiprüfungen und genaues Individualisiren ein. &amp;lt;ref&amp;gt;Ueber Chinasurrogate St. 4 S. 27.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zwei Jahre später 1808 rät er &amp;lt;ref&amp;gt;Im „Allgem. A. d. D.“ No. 237 Stapf. I. c. I. 52.&amp;lt;/ref&amp;gt; in dem Aufsatze „Ueber die Surrogate ausländischer Arzneien und über die jüngst von der medic. Fakultät in Wien angegebenen Üeberflüssigkeitsgrade der letzteren&amp;quot; Folgendes:&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;,, Man lehre nur die Aerzte allgemein gültige Grundsätze, nach denen die Kräfte der Arzneien mit Gewissheit erkannt und geprüft werden können, wozu eine jede unwidersprechlich tauglich und passend sei, für welche Krankheitsfälle jedes ausschliesslich quadrire und in welcher Gabe . . . Doch so weit sind wir noch lange nicht, noch sind keine Grundsätze allgemein anerkannt, nach denen die Heilkräfte der (auch noch nicht zu Heilabsichten am Krankenbette gebrauchten) Arzneien festständig im Voraus bestimmt werden könnten, ohne sie erst den ewig langen, fast nie beweisenden, gemeinschädlichen Weg passiren zu lassen, ,sie am Krankenbette auf gut Glück zu probiren'. Dieser dunkle, wenig oder nichts beweisende &amp;lt;/span&amp;gt;Weg ab effectu in morbis hat noch die grausame, nicht zu entschuldigende Seite, dass der in Krankheiten ohnehin so reizbare Mensch leicht unter so vielen blinden Proben verschlimmert, auch wohl ein Raub des Todes werden kann, zumal bei der neuen Sitte, recht grosse Gaben starker Arzneien zu verordnen.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
==== Similia similibus ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um den neuen, den besseren Weg in der Heilkunde verstehen zu lernen, ist es nötig, wieder einige Jahre zurückzublicken. Im „Unterricht für Wundärzte über die venerischen Krankheiten&amp;quot;, 1789, spricht Hahnemann über die Wirkungsweise des Quecksilbers, welche er zurückführt auf die dem Quecksilber eigenthümlichen, einen Gegenreiz im&amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;Körper &amp;lt;/span&amp;gt;bewirkenden Erscheinungen, die er im ausgebildetsten Stadium schildert und mit der Bezeichnung „Merkurialfieber&amp;quot; belegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Hierdurch schon zweigte er sich von der breiten Heerstrasse ab, auf der man ''die Heilkraft des Merkur durch Ausleitung des „Miasma&amp;quot; vermittelst Speichelfluss, Schweiss, Durchfall oder vermehrter Harnsekretion'' erklärte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''''&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#dddddd&amp;quot;&amp;gt;Hahnemann jedoch hielt die Erzeugung dieses seines „Merkurialfiebers&amp;quot; zur Tilgung der Syphilis für notwendig.&amp;lt;/span&amp;gt;'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Jahre, 1790, übersetzte Hahnemann Cullens Materia medica. Cullen erklärte (II. 108) die Heilsamkeit der China bei Wechselfieber durch ihre „auf den Magen ausgeübte stärkende Kraft&amp;quot;, und setzte hinzu, dass er „nichts in irgend einer Schrift angetroffen, was ihn in Rücksicht der Wahrheit seines Satzes zweifelhaft mache.&amp;quot; Hahnemann verwarf diese Erklärung in einer Anmerkung und setzte hinzu:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Man bedenke jedoch Folgendes. Substanzen, welche eine Art Fieber erregen (sehr starker Kaffee, Pfeffer, Wolferlei, Ignazbohne, Arsenik) löschen die Typen des Wechselfiebers aus. — Ich nahm des Versuchs halber etliche Tage zweimal täglich jedesmal 4 Quentchen [also 15 Gramm; Ameke] gute China ein; die Füsse, die Fingerspitzen etc, wurden mir erst kalt, ich ward matt und schläfrig, dann fing mir das Herz an zu klopfen, mein Puls ward hart und geschwind; eine unleidliche Aengstlichkeit, ein Zittern (aber ohne Schauder), eine Abgeschlagenheit durch alle Glieder; dann Klopfen im Kopfe, Röthe der Wangen, Durst, kurz alle mir sonst beim Wechselfieber gewöhnlichen Symptome (Hahnemann hatte in Erlangen am Wechselfieber gelitten &amp;lt;ref&amp;gt;Monro II. 396&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;) erschienen nach einander, doch ohne eigentlichen Fieberschauder. Mit kurzem: auch die mir bei Wechselfiebern gewöhnlichen besonders characteristischen Symptome, die Stumpfheit der Sinne, die Art von Steifigkeit in allen Gelenken, besonders aber die taube widrige Empfindung, welche in dem Periostium über allen Knochen des ganzen Körpers ihren Sitz zu haben scheint — alle erschienen. Dieser Paroxismus dauerte 2 - 3 Stunden jedesmal, und erneuerte sich, wenn ich diese Gabe wiederholte, sonst nicht. Ich hörte auf und ich war gesund.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Seite 115 erwähnt er, dass man eine Art künstlichen Fiebers mit Ipecacuanha erregen müsse, um gewisse Formen von Intermittens zu heilen. 1791 erschien die Übersetzung von Monro. (1794 als 2. unveränderte Auflage.) Auch hier zeigte er die Ansicht (II. 333), dass man „in schleichenden Fiebern von unbekannter Ursache, wo die Lebenskraft vor sich allzu unthätig ist, ein neues, stärkendes, hülfreiches Fieber&amp;quot; erregen müsse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''''&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#dddddd&amp;quot;&amp;gt;Als Heilgrundsatz und überhaupt zum ersten Male erwähnt er das Simile im Jahre 1796&amp;lt;/span&amp;gt;''' in dem bekannten Aufsatz aus Hufelands Journal'''''&amp;lt;i&amp;gt;„Versuch über ein neues Prinzip zur Auffindung der Heilkräfte der Arzneisubstanzen, nebst einigen Blicken auf die bisherigen&amp;lt;/i&amp;gt;.&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;Hufl (1796), 2. Bd., 3. St., S. 391-439 u. 4. St., S. 465-561&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt; Er spricht zunächst von den verschiedenen Wegen, welche die praktische Heilkunde eingeschlagen hatte, um den pathologischen Veränderungen des Körpers entgegenzutreten.'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Der erste Weg, die Grundursachen der Uebel hinwegzunehmen oder zu zerstören, war der erhabenste, den sie betreten konnte. Alles Dichten und Trachten der besten Aerzte in allen Jahrhunderten ging auf diesen, der Würde der Kunst angemessensten Zweck.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Weiteren nennt er dieses Verfahren über alle Kritik erhaben, obgleich die Mittel dazu nicht immer die zweckmäßigsten gewesen seien.&amp;lt;br/&amp;gt; Hahnemann bespricht dann die Arzneien, welche nach contraria contrariis wirken, z. B. Abführmittel bei Verstopfung, Aderlass, Kälte und Salpeter bei Entzündungen, Alkalien bei Magensäure, Opium bei Neuralgien.&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„In acuten Krankheiten, welche, wenn wir die Hindernisse der Genesung auch nur auf einige Tage entfernt halten, die Natur grösstentheils selbst besiegt, . . . sind diese Arzneianwendungen richtig, zweckmässig, hinreichend, (Später im Organon verwarf er derartige Arzneianwendungen bis auf wenige Ausnahmen gänzlich, auch bei akuten Krankheiten) so lange wir den oben erwähnten Stein der Weisen (die Kenntniss der Grundursache jeder Krankheit und ihrer Abhülfe) noch nicht besitzen, oder so lange wir kein schnell wirkendes Specificum haben.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Bei chronischen Krankheiten ist nach Hahnemann die Heilart nach contraria contrariis verwerflich. Verstopfung durch Abführmittel, Blutwallungen hysterischer, kachektischer, hypochondrischer Personen durch Aderlässe, das saure Aufstoßen mit Alkalien, chronische Schmerzen mit Opium zu behandeln, ist misslich.&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Und wenn der grössere Theil meiner ärztlichen Zeitgenossen noch dieser Methode anhinge, ich fürchte mich doch nicht, sie palliativ, schädlich, verderblich zu nennen.&amp;quot;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
„Um die Wirkungen der Heilmittel zu erforschen, um sie den Körperbeschwerden anzupassen, sollte man sich so wenig wie möglich auf den Zufall verlassen, sondern so rationell und geflissentlich zu Werke gehn, als nur möglich.&amp;quot;&amp;lt;br/&amp;gt; Allein durch die Prüfungen der Arzneien am gesunden Organismus &amp;lt;span class=&amp;quot;tm5&amp;quot;&amp;gt;»&amp;lt;/span&amp;gt;lässt sich die wahre Natur, die ächte Wirkung der Arzneisubstanzen geflissentlich entdecken, aus ihnen allein lässt sich errathen, welchen Krankheitsfällen sie mit Erfolg und Sicherheit auzupassen sind.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Jedes wirksame Arzneimittel erregt im menschlichen Körper eine Art von eigner Krankheit, eine desto eigenthümlichere, ausgezeichnetere und heftigere Krankheit, je wirksamer die Arznei ist. &amp;lt;ref&amp;gt;Die wirksamsten, specifiche Krankheit erregenden, folglich hülfreichsten Arzneien nennt der Laie Gifte. Anmerkung Hahnemanns&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;“&amp;lt;br/&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#7f8c8d&amp;quot;&amp;gt;„Man ahme der Natur nach, welche zuweilen eine chronische Krankheit durch eine andere hinzukommende heilt, und wende in der zu heilenden (vorzüglich chronischen) Krankheit dasjenige Arzneimittel an, welches eine andre, möglichst ähnliche, künstliche Krankheit zu erregen im Stande ist, und jene wird geheilet werden; Similia Similibus.“&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fußnoten:==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>SiLet</name></author>
		
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